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GEW: Am Ende des Vorbereitungsdienstes erfahren, dass es kaum Stellen gibt

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HAMBURG. An den beruflichen Schulen Hamburgs sorgt die Personalplanung für Unruhe. Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst wurden nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erst kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung darüber informiert, dass für ihren Jahrgang lediglich zehn Planstellen zur Verfügung stehen. Betroffen seien rund 60 angehende Lehrkräfte. Die GEW spricht von einem strukturellen Problem in der Personalpolitik der Schulbehörde und warnt vor Folgen für die Unterrichtsversorgung. Im Kern steht die Frage, warum ausgebildete Lehrkräfte in einem angespannten Bildungssystem keine Perspektive erhalten.

Stellenmarkt. Illustration: News4teachers

Rund 60 angehende Lehrkräfte an den beruflichen Schulen Hamburgs stehen nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kurz vor dem Abschluss ihres Vorbereitungsdienstes. Für sie sollen jedoch lediglich zehn Planstellen zur Verfügung stehen. Die Gewerkschaft kritisiert die Personalplanung der Schulbehörde und spricht von einem grundsätzlichen Problem bei der Steuerung des Lehrkräftebedarfs.

Nach Darstellung der GEW wurden die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erst kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung über die begrenzte Zahl verfügbarer Stellen informiert. Die Gewerkschaft sieht darin ein Beispiel für mangelnde Planungssicherheit im Bildungssystem. „Wer junge Lehrkräfte ausbildet, trägt auch Verantwortung für verlässliche berufliche Perspektiven. Es ist bildungspolitisch kurzsichtig und menschlich unverantwortlich, hervorragend qualifizierte Kolleg*innen in Unsicherheit, Befristung oder Abwanderung zu treiben“, erklärt Sven Quiring, Vorsitzender der GEW Hamburg.

Die Gewerkschaft bewertet die Situation nicht als Einzelfall. Vielmehr zeige sich aus ihrer Sicht ein strukturelles Muster aus kurzfristigen Kürzungen, fehlender Verlässlichkeit und einer Personalsteuerung, die sich stärker an Haushaltsvorgaben als an pädagogischen Anforderungen orientiere.

„Gerade die beruflichen Schulen brauchen Verlässlichkeit und eine Politik, die ihre besondere Arbeit anerkennt und stärkt“

Besonders betroffen seien die beruflichen Schulen. Dort drohe nicht nur der Verlust neu ausgebildeter Lehrkräfte, sondern auch der Verlust von fachlicher Expertise. Viele der betroffenen Kolleginnen und Kollegen verfügten über berufsfeldspezifische Qualifikationen, die nach Einschätzung der GEW an allgemeinbildenden Schulen nur eingeschränkt eingesetzt werden könnten. Hinzu kämen Veränderungen durch Umstrukturierungen und Standortkonzentrationen, die gewachsene Teams und bestehende Erfahrungen in den Schulen beeinträchtigen könnten.

Quiring warnt deshalb vor langfristigen Folgen für die Qualität des Unterrichts und die Schulentwicklung. „Hamburg braucht mehr Investitionen in Bildung und Personal – nicht weniger. Wer jetzt Stellen abbaut oder Beschäftigte verunsichert, gefährdet die Zukunftsfähigkeit unserer Schulen“, sagt der GEW-Landesvorsitzende. „Gerade die beruflichen Schulen brauchen Verlässlichkeit und eine Politik, die ihre besondere Arbeit anerkennt und stärkt.“

Die GEW fordert eine langfristig angelegte Personalstrategie für die Hamburger Schulen. Schulen benötigten stabile Kollegien, ausreichend Personal und planbare Ressourcen, um Unterrichtsqualität und Schulentwicklung sichern zu können. Zudem fordert die Gewerkschaft den Senat und die Schulbehörde auf, die bestehenden Probleme in der Personalentwicklung gemeinsam mit den Interessenvertretungen zu beraten und tragfähige Lösungen zu erarbeiten. News4teachers 

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7 Kommentare
Teacher Andi
11 Tage zuvor

War dies schon jemals anders? Planungssicherheit? No way! Bei uns wurde heftigst für das Lehramt geworben, obwohl den Granden im Bildungsministerium mit ihren Hundertschaften von Experten und Beratern damals schon klar gewesen sein musste, dass es zu einem Lehrerüberschuss kommt. Das erfuhren wir dann in der Referendarzeit, nach 5 bis 6 Jahren Studium. Es kümmerte die Regierung nicht die Bohne, was aus den gut ausgebildeten Lehrern geworden ist. Die meisten meiner Kollegen von damals haben erst nach 5-10 Jahren eine Stelle bekommen, oft nicht mal eine Planstelle. Bei vielen wurden Befristung und Verträge so lange hinausgezögert, dass eine Verbeamtung nicht mehr möglich war. Oder man wurde jedes Jahr an eine andere Schule versetzt quer durch das gesamte Bundesland, bis man dann entnervt selbst abgebrochen hat. So viel zur Fürsorgepflicht unseres lieben Dienstherrn. Die hohen Damen und Herren können offenbar in keiner Weise nachvollziehen, was das für die jungen, oder eher nicht mehr ganz so jungen Leute bedeutet, wenn sie nach so langer Ausbildungszeit vor dem Nichts stehen.

Ukulele
9 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

In der Tat war es meistens so. Wir hatten ca. zehn Jahre in denen Absolventen eine goldene Zeit erlebt hatten.

Apropos Sicherheit: Die hat man erst nach der Verbeamtung. Kein Studium und keine Ausbildung bietet eine „Stellengarantie“.

Teacher Andi
9 Tage zuvor
Antwortet  Ukulele

Und warum muss das so sein? Kann man nicht flexible Aqngebote machen? Muss man die Leute auf die Straße setzen?

unfassbar
10 Tage zuvor

Vor fünf Jahren wurde doch groß „Lehrermangel“ gerufen, weil es in dem Moment den Mangel tatsächlich gab. Nur ist das Schulsystem sehr träge, weil man mindestens 10 Jahre in die Zukunft und dann für weitere 30 Jahre planen muss. Kaffeesatzlesen ist zuverlässiger.

Realist
9 Tage zuvor

Deutschland hat sich mittlerweile auf Platz 4 vorgearbeitet, was die Rüstungsausgaben angeht. Nach USA, China und Russland.

Und ist bei den Bildungsausgaben gemessen am BIP seit Jahrzehnten unterdurchschnittlich. Da fehlt ein glattes Prozentpunkt, also ca. 40 Milliarden pro Jahr.

Wer immer noch nicht kapiert hat, wie hier die Prioritäten lauten, dem ist nicht mehr zu helfen.

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Hilft der Ukraine aber nicht, wenn wir die Rüstungsausgaben reduzieren, um die Bildung auskömmlicher zu finanzieren.
Abgesehen davon ist Ersteres ausschließliche Aufgabe des Bundes und Zweiteres ausschließliche Aufgabe der Länder.
Besuchen Sie gerne diesbezüglich eine Staatsorga-Vorlesung der nächstgelegenen rechtswissenschaftlichen Fakultät Ihrer Wahl.

Realist
9 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Warum muss in Deutschland Schule unterfinanziert werden, wenn in der Ukraine Krieg herrscht? In anderen Staaten besteht da auch kein Zusammenhang.

Und die Steuernverteilung zwischen Bund und Ländern ist eine politische Entscheidung. Das ist kein Naturgesetz.