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Odenwaldschule wechselt komplette Spitze aus: Internatschef geht

HEPPENHEIM. Seitdem ihr Missbrauchsskandal bekannt ist, kommt die Odenwaldschule kaum mehr zu Ruhe. Personelle Veränderungen gab es reichlich, nun steht zum Sommer wieder ein Wechsel an – gleich ein doppelter.

Goethehaus der Odenwaldschule; Foto: Mussklprozz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Goethehaus der Odenwaldschule; Foto: Mussklprozz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Odenwaldschule steht drei Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals vor einem weiteren personellen Schnitt an der Spitze: Internatsleiter Roland Kubitza (49) hört nach gut zwei Jahren zum Ende des Schuljahres im Sommer auf, wie die Schule im südhessischen Heppenheim mitteilte. «Er sieht sich woanders nach einer anderen Perspektive um», sagte der Vorsitzende des Schulträgervereins, Gerhard Herbert. Auch die kommissarische Schulleiterin Katrin Höhmann (51) scheidet im Sommer nach zwei Jahren aus. Für sie steht ein Nachfolger bereits fest: Siegfried Däschler-Seiler (60) von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

Kubitza war zuvor in der Kinder- und Jugendhilfe tätig gewesen und hatte seine Arbeit als erster Internatsleiter der Schule im Mai 2011 begonnen. Nach dem Aufdecken der schon lange zurückliegenden sexuellen Übergriffe auf mehr als 130 Schülern hatte sich die Schule eine neue Struktur gegeben, Verantwortung dezentralisiert. Kubitza habe in dem neu geschaffenen Amt eine «intensive Aufbauarbeit» geleistet, hieß es.

«Das Ausscheiden von Kubitza ist ein Lücke, wirft uns aber nicht aus der Bahn», meinte Herbert. «Das ist eine normale, geschäftsmäßige Aktion. Wir brauchen allerdings eine schnellstmögliche Neubesetzung.»  Der jetzt zum Sommer anstehende Wechsel ist, von den Rücktritten im Schulträgerverein abgesehen, an dieser Spitze der zweite – allerdings gleich ein doppelter. Höhmann hatte die Schulleitung von Margarita Kaufmann übernommen, die sich dann offiziell um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals kümmerte, von dem die Reformschule nach Jahrzehnten des Schweigens eingeholt worden war. dpa

(5.3.2013)

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