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Erziehung = Frauensache = billig

Ein Kommentar von Nina Braun.

Ob es ein Anachronismus ist, Lehrer für unterschiedliche Schulformen unterschiedlich auszubilden, sei mal dahingestellt. In einem Punkt allerdings hat die GEW recht: Das Gehaltsgefälle im Lehrerberuf ist ungerecht und sachlich nicht zu rechtfertigen.

Warum verdient ein Hauptschullehrer weniger als ein Studienrat, obwohl ersterer doch die schwierigere Klientel zu unterrichten hat? Warum liegt das Einkommen einer Grundschullehrerin unter dem einer Kollegin, die in der Sekundarstufe I unterrichtet, obwohl die Verantwortung  für die Vermittlung von Grundbildung nicht geringer ist als die für deren Vertiefung? Und wenn wir gerade dabei sind: Wieso ist das Einkommen von Erzieherinnen, dem nach einer aktuellen Studie mit am stärksten belasteten Beruf in Deutschland, mit durchschnittlich rund 2.200 Euro so schlecht? Weil hierzulande „erziehen“ weniger Wert ist als „bilden“ – und das hat Tradition. Erziehen galt früher nämlich als Frauensache, und war deshalb schon mal per se kaum  anerkannt. Konnte ja auch irgendwie jede (Mutter) und kam deshalb als akademisches Fach von vorneherein nicht infrage. Schluss damit.

Dieses Wertgefälle zwischen – männlicher – Bildung und – weiblicher – Erziehung ist ein Anachronismus.

Zum Bericht: GEW fordert den „Einheitslehrer“ – Grün-Rot gibt das Vorhaben auf

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

13 Kommentare

  1. Ich war erschüttert was für eine Emanzipationspropaganda ich hier lesen musste. Als Bildungsjournalistin, sollte die Autorin wissen, das mit höherer Bildung auch der Anspruch an einen Dozenten steigt. Gleichberechtigung der Geschlechter besteht zu größten Teilen schon längst, wobei ich bereits von einer Übervorteilung der Frauen sprechen würde, denn es werden „Männer-Rechte“ eingefordert aber trotzdem auf allen Vorteilehaften Klischees bestanden.

    • Nina Brauns Kommentator

      Eigentlich wollte ich ja zu der fehlerhaften Verwendung von bilden und erziehen* sprechen, aber Bernd… WAS?
      „wissen, das mit höherer Bildung auch der Anspruch an einen Dozenten steigt. “
      Woher sollte Frau Braun das nun wissen, welche Argumentation sollte es dafür geben, welche Belege? Natürlich sind fachliche Ansprüche größer (Integralrechnung ungleich schwerer als das 1*1), aber dass (das zweite s ist das Ausgleichs-S für das bei Bernd fehlende S) Wissen bspw. über die Entwicklung von mathematischem Verständnis und dessen Begleitung: Einfacher? Wow….

      *“Fachthemen unterrichten“ oder „belehren“ vs.“erziehen“…

  2. Es ist in allen Berufen so, dass der Meister mehr bekommt als der Geselle. Ähnliche Unterschiede bestehen auch im Studium zwischen den Lehrämtern. Wo der eine zwei Fächer vertieft, nahezu auf Diplomniveau (Masterniveau) studiert, studiert der andere zwei Fächer nicht vertieft. Sobald das Niveau der Studiengänge angeglichen ist, kann man auch über die gleiche Bezahlung sprechen. Korrigiert eine Deutschlehrerin in der Oberstufe gerne mal 2 – 3 Stunden an einer Arbeit, benötigt also für einen Klassensatz zwischen 50 und 75 Stunden, sind Grundschullehrerinnen in 2 Stunden mit dem Klassensatz fertig. Ich gehe auch einmal davon aus, dass die Vorbereitung einer Stunde zur Addition nicht ganz so lange dauert, wie die Einführung der Normalverteilungsfunktion in einem Leistungskurs. Übrigens würden die Gehälter, wenn sie denn angeglichen werden würden für die Grundschullehrerin sicher nicht steigen.

    • @Gias Di: Wie arrogant klingt das? Solche Meister durfte ich in meiner Schullaufbahn massenweise kennenlernen. Keine, bzw. keiner hat die Bezeichnung Lehrer_in auch nur annähernd verdient.

      • Oh la la, da haben Sie aber auch eine fette Aussage über sich selbst gemacht. Solch ein Haufen von Lehrern, mit denen Sie allen nicht klarkamen!

        • JA! Mit einer gewissen Sorte von „Lehrern“ kam und komme ich nicht klar und gefallen lasse ich mir von ihnen auch nichts.

          • Wenn Sie während Ihrer gesamten Schullaufbahn ausnahmslos mit allen Lehrern nicht klarkamen, würde ich weniger auf eine Sorte Lehrer tippen als auf eine Sorte Schüler.
            Und dass Sie sich nichts von den Lehrern gefallen lassen, was immer das bedeutet, ist mehr als klar.

      • Ich habe nur auf die unterschiedlichen Anforderungen während des Studiums hingewiesen.
        Aus einer Meldung über eine Mathematik-Lehrer-Studie:
        Während Gymnasiallehrer international Leistungen auf höchstem Niveau zeigten, schnitten Haupt- und Realschullehrer schlechter ab. Sie lagen nur knapp über dem Durchschnitt im Bereich Mathematikdidaktik. Bei den Mathematikkenntnissen dagegen schnitten sie sogar wesentlich schlechter als der Durchschnitt ab. Fast die Hälfte hat sogar nur mathematisches Wissen, dass am unteren Ende der internationalen Tabelle liegt.

        Quelle:
        http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/mathematik-ist-doch-glueckssache-1.2008714

        • „Ich habe nur auf die unterschiedlichen Anforderungen während des Studiums hingewiesen.“ Was sie mit abwertenden Worten taten, werte Frau Meisterin.

  3. „Während Gymnasiallehrer international Leistungen auf höchstem Niveau zeigten, schnitten Haupt- und Realschullehrer schlechter ab. Sie lagen nur knapp über dem Durchschnitt im Bereich Mathematikdidaktik.“
    (Diese Studie bezog sich auf Sek. I und nicht auf die Primarstufe!)

    Vielleicht sollten wir diese herausragenden Mathematiker mal in eine 1. Klasse setzen mit der Heterogenität aller Individuen und dann gucken, wie es um die Mathematikdidaktik steht.
    Der Unterricht in der Grundschule ist mit dem im Gymnasium kaum vergleichbar, hat aber ebenso seine Mühen und Ansprüche. Diese werden allerdings immer von den Philologen klein geredet oder abgestritten.
    Spezielles Fachwissen in der Grundschule mag für den Außenstehenden nicht wahrnehmbar sein, liegt aber eben in der Distanz zur Materie.

    Nicht jeder Handwerker ist geschickt als Tischler,
    ebenso ist nicht jeder Lehrende genial in allem, was Schule oder Unterricht zu bieten hat.

    Darum sind verschiedene Gewerke aber noch lange nicht besser oder schlechter als andere.

    • In der Studie wurden auch Grundschullehrer berücksichtigt. Dabei schnitten aber nur diejenigen in Mathe gut ab, die auch Mathe als Fach studiert haben, was die wenigsten Grundschullehrer gemacht haben.

  4. Die Frage ist ja auch grundlegend: Wonach bemessen wir den Wert einer Arbeit? Ganz am Anfang steht die übliche Meinung: je höher der geistige Anspruch, desto höher das Gehalt. Warum eigentlich? Man könnte ja auch die „Gleichung aufstellen“: je unverzichtbarer eine Arbeit, desto besser sollte sie bezahlt werden. Spielen Sie das mal gedanklich durch ………………

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