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Friedenspreis an «Schulen ohne Bundeswehr» verliehen

AACHEN. Die Preisträger waren seit längerem bekannt und landauf landab hatte es heftige Diskussionen gegeben. Stellvertretend für alle Schulen, die per Schulkonferenzbeschluss festgelegt haben, die Bundeswehr nicht an ihre Schule einzuladen, erhielten heute Schulen aus Offenbach und Berlin den Aachener Friedenspreis.

Zwei Schulen, die der Bundeswehr Auftritte im Unterricht und Werbeveranstaltungen untersagen, haben am Sonntag den Aachener Friedenspreis bekommen. Ausgezeichnet wurden das Robert-Blum-Gymnasium in Berlin und die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach. Sie seien die ersten gewesen, die angesichts der verstärkten Werbung der Bundeswehr entsprechende Beschlüsse ihrer Schulkonferenzen gefasst hätten, teilte der Friedenspreis-Verein mit.

Soldaten

Die beiden Schulen seien die ersten gewesen, die per Konferenzbeschluss Bundeswehrauftritte an ihrer Schule untersagt haben, teilte der Friedenspreis-Verein mit. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Als internationaler Preisträger wurde eine Schule im Nordirak ausgezeichnet, die Kinder aller Ethnien und Religionen unterrichtet. Die Internationale Schule in Dohuk sei ein Modellprojekt für Frieden und Versöhnung zwischen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Friedenspreis-Vereins, Tina Terschmitten. Mit dem mit 2000 Euro dotierten Preis werden Menschen und Gruppen geehrt, die sich für Frieden und Verständigung «von unten» einsetzen.

Der Schulleiter des Robert-Blum-Gymnasiums, Bernd Fiehn, sagte, viele Familien seiner Schüler aus 30 Nationen seien als Kriegsflüchtlinge nach Berlin gekommen. «Vielleicht gerade deshalb wissen wir, dass Konflikte dauerhaft, befriedigend und befriedend nur im Dialog gelöst werden können», sagte er nach einem vorab veröffentlichten Redemanuskript.

Die Käthe-Kollwitz-Schule bemühe sich in besonderem Maße um ein friedliches Miteinander, sagte Schulleiter Peter Schug. Das sei die Grundlage für den Beschluss gegen die Präsenz der Bundeswehr gewesen. (dpa)

Vorstellung der Preisträger und Begründungen (Aachener Friedenspreis)

zum Bericht: Schulleiterin lehnt Aachener Friedenspreis ab – Bundeswehr tritt doch auf

Zum Bericht: Reservistenverband kritisiert Friedenspreis-Verleihung

Ein Kommentar

  1. Ich halte es für einen gesellschaftspolitischen Skandal erster Güte so einen Preis daran zu koppeln, ob die Bundeswehr in den Unterricht eingeladen wird oder nicht.
    Natürlich ist es wichtig, dass sich junge Menschen eine Meinung über die Bundeswehr bilden können. Das geht am besten durch den direkten Dialog mit dieser Einrichtung. Damit das Bild nicht einseitig gezeichnet wird, steht es den Schulen ja frei, auch Friedensaktivisten einzuladen. Aufschlussreich wäre bestimmt auch ein abschließendes Streitgespräch beider Seiten.

    Ich möchte mit dem folgenden Link auf einige meiner Meinung nach sehr zutreffenden Kommentare zu diesem Thema hinweisen:

    http://www.news4teachers.de/2013/06/schulleiterin-lehnt-aachener-friedenspreis-ab-bundeswehr-tritt-doch-auf/

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