KIEL. Der Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium entwickelt sich zunehmend zum Konfliktfeld. Der Philologenverband Schleswig-Holstein unterstützt die Einführung eines Aufnahmetests – und stellt damit die bisherige Praxis von Grundschulempfehlungen und Elternentscheidungen grundsätzlich infrage. Im Kern geht es um die Frage, auf welcher Grundlage die Schülerschaft nach der vierten Klasse auf weiterführende Schulen sortiert werden soll. Gymnasiallehrkräfte verweisen darauf, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler aufs Gymnasium kommen, deren Leistungsniveau nicht ausreicht. „Übergänge müssen sich an den Fähigkeiten der Kinder orientieren und nicht allein am Elternwillen“, erklärt Verbandschefin Kirsten Schmöckel.

Der Philologenverband Schleswig-Holstein hat sich für strengere Regeln beim Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium ausgesprochen. Anlass sind Überlegungen des Bildungsministeriums, einen zusätzlichen Eingangstest einzuführen. Der Verband bewertet diesen Ansatz positiv und bezeichnet ihn als „Schritt in die richtige Richtung“.
Zugleich kritisieren die Gymnasiallehrkräfte die derzeitige Praxis, nach der Eltern die Empfehlung der Grundschule umgehen können. Selbst wenn eine Gemeinschaftsschule empfohlen wird, ist eine Anmeldung am Gymnasium möglich. Auch verpflichtende Beratungsgespräche an den weiterführenden Schulen änderten daran nichts, da Eltern die dort geäußerten Einschätzungen missachten könnten.
Nach Darstellung des Verbands führt dies dazu, dass Kinder an Gymnasien gelangen, für die diese Schulart nicht geeignet ist. Die Folgen: Schülerinnen und Schüler gerieten in eine Situation der Überforderung, die sich auch auf die Familien auswirke. Gleichzeitig würden knappe Ressourcen an den Gymnasien gebunden, da Lehrkräfte versuchten, diese Entscheidungen durch zusätzliche Fördermaßnahmen „zu heilen“. Diese Bemühungen blieben häufig ohne nachhaltigen Erfolg.
Ein zentrales Problem sieht der Verband in der Dauer dieser Situation. „Da in solchen Fällen das Gymnasium erst am Ende der 6. Klasse eine Versetzungsentscheidung treffen darf, erleiden die an der für sie falschen Schulart angemeldeten Kinder eine viel zu lange Zeit der Überforderung und des Scheiterns, die sich dann auch noch beim Wechsel an eine Gemeinschaftsschule fortsetzt, weil Schulfrust und Resignation länger fortwirken.“
Vor diesem Hintergrund formuliert der Philologenverband konkrete Anforderungen an ein verändertes Übergangsverfahren. Die Grundschulempfehlung solle als „maßgebliche pädagogische Grundlage“ gestärkt werden. Zudem müssten Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Mathematik mindestens befriedigende Leistungen in der vierten Klasse erreichen, um am Gymnasium erfolgreich arbeiten zu können. Ergänzend fordert der Verband die Einführung eines standardisierten Eingangstests, mit dem die Eignung für diese Schulart überprüft wird.
Gleichzeitig betont der Verband ausdrücklich, dass eine solche Maßnahme nicht zu zusätzlicher Belastung der Gymnasiallehrkräfte führen dürfe. Ein standardisierter Eingangstest dürfe „in keinem Fall ohne entsprechenden Ausgleich den Kolleginnen und Kollegen der Gymnasien aufgebürdet werden, da die Arbeitsbelastung bereits lange schon jenseits jeden vertretbaren Maßes ist“. Über die Arbeitsbelastung von Grundschullehrkräften verlieren die Philologen kein Wort.
Die Vorsitzende des Verbands, Kirsten Schmöckel, stellt die grundsätzliche Perspektive klar heraus: „Die Grundschulempfehlung ist ein pädagogisch fundiertes Urteil. Wenn sie ignoriert wird, geraten Kinder in Lernumgebungen, die ihnen nicht entsprechen – und bringt Schulen an ihre Grenzen.“
„Häufiger als früher kommen Schüler an das Gymnasium, für die diese Laufbahn nicht passend ist“
Eine ähnliche Problembeschreibung kommt derzeit aus Bayern – wo bemerkenswerterweise die vom Deutschen Philologenverband geforderte verbindliche Grundschulempfehlung (auf der Grundlage von Noten) gilt. Doch die reicht Gymnasiallehrkräften dort nicht aus. Der Bayerische Philologenverband berichtet auf Grundlage einer Umfrage unter mehr als 1.800 Lehrkräften von einem gesunkenen Leistungsniveau bei Fünftklässlern. 94 Prozent der Befragten bestätigen diese Entwicklung. Besonders kritisch werden die Basiskompetenzen bewertet: Nur 39 Prozent halten die Lesekompetenz in der Regel für ausreichend, bei der Rechtschreibung sind es 29 Prozent, in Mathematik 41 Prozent.
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Michael Schwägerl, sieht darin ebenfalls ein grundsätzliches Problem. „Häufiger als früher kommen Schüler an das Gymnasium, für die diese Laufbahn nicht passend ist“, erklärt er. Gleichzeitig verweist der Verband auf erhebliche regionale Unterschiede bei den Gymnasialempfehlungen, die als Hinweis auf mangelnde Vergleichbarkeit gewertet werden. Als Konsequenz fordert der bayerische Verband Reformen des Übergangsverfahrens. Vorgeschlagen werden landesweite Aufgabenpools für Übertrittsprüfungen, um die Entscheidungen stärker zu standardisieren – also praktisch ein in die Grundschule verlagerter Aufnahmetest.
„Wir prüfen sorgfältig, ob ein zusätzlicher Test der richtige Weg ist – rechtlich, pädagogisch und mit Blick auf die Chancengerechtigkeit“
Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) hatte unlängst betont, dass die Einführung von Eignungsprüfungen beim Übergang auf das Gymnasium sorgfältig geprüft und umfassend bewertet werden müsse. Der Wechsel auf eine weiterführende Schule sei ein wichtiger Meilenstein im Leben eines Kindes und verdiene eine verantwortungsvolle Entscheidung. „Wir prüfen sorgfältig, ob ein zusätzlicher Test der richtige Weg ist – rechtlich, pädagogisch und mit Blick auf die Chancengerechtigkeit“, so Stenke. Schulischer Erfolg hänge von vielen Faktoren ab, die sich nicht vollständig in einem Test abbilden ließen.
Künftig sollen die Quoten der Empfehlungen und sogenannter „Schrägversetzungen“ (also Abschulungen vom Gymnasium nach der 6. Klasse) systematisch statistisch erfasst und ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage könne nach einer fundierten Bewertung über mögliche Anpassungen des Verfahrens entschieden werden, so Stenke. Auch Erfahrungen anderer Länder – wie Bayern – sollen in die Prüfung einbezogen werden. News4teachers









Ich sehe hinter Eignungstests nur eine logische Konsequenz aus den Ergebnissen der letzten Jahre. Viele große Arbeitgeber machen inzwischen Einstellungstests, weil sie sich nicht mehr auf die Noten der Abschlusszeugnisse verlassen können und die Jahre zuvor Azubis bekamen, die sich vor Ort als nicht ausbildungsfähig erwiesen, da viele grundlegende Kompetenzen einfach fehlten.
Senkt man die Niveaus weiter, verzichtet eventuell gar auf Noten, werden sich Universitäten und Firmen (und im Zuge dessen auch die Gymnasien) ihre eigenen Instrumente schaffen, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Und was meinen Sie, was Großartiges passieren wird, wenn auch dieses Niveau in den Schulen so stark gesenkt wird? Was denken Sie, was dann passieren wird? Der Untergang oder was?
Verstehen Sie denn wirklich nicht, dass Noten keinen wirklichen Wert haben? Kinder, die lauter Einsen schreiben, sind nichts anderes als kleine Bürokraten ohne Substanz in diesem System.
Am Ende zeigt das Leben selbst, wo jeder steht und wie fähig jemand wirklich ist. Noten haben damit überhaupt nichts zu tun.
Schulische Leistung hat nichts mit dem echten Leben zu tun. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
Alle Personalchefs und die Aufnahmeverantwortlichen an den Universitäten lachen sicher, wenn sie Ihren Beitrag lesen. Nicht umsonst gibt es Einstellungstests. Wer sich in der Schule gut auf Arbeiten vorbereitet (und entsprechend gute Noten erhält), dürfte auch mit den Aufnahmebedingungen von Firmen und Studiengängen konkurrieren können. Die dabei entstehenden “kleinen Bürokraten” (eine meiner Meinung nach übrigens arg herabwürdigende Bezeichnung für Kinder, die sich anstrengen und Leistung zeigen), halten im Großen und Ganzen dieses Land mit ihren Jobs am Laufen.
Lassen Sie sich eigentlich lieber von einem Arzt mit gutem Examen behandeln oder reicht Ihnen ein Hinterhof-Heilpraktiker, der vom Leben gelernt hat?
Ihr Beitrag klingt arg philosophisch und richtig, selbst Leute ohne Abschluss können es später als Influencer oder anderswo weit bringen. Für den Großteil der Bevölkerung gilt das jedoch nicht. Würde man Ihren Beitrag ernst nehmen, steht dahinter gar die Abschaffung von Schule selbst, so nach dem Motto: “Das Leben selbst ist die beste Schule”. Dies mag auf einige Entwicklungsländer so auch zutreffen, nur in einem Industrieland wie Deutschland geht es nun einmal nicht ohne Leistung – jedenfalls dann, wenn man gewisse Ansprüche ans eigene Leben stellt.
Ach so, na dann – wenn es
– vollkommen egal ist, was in der Schule passiert
– “das Leben” (qed) alles zeigt
kann ich ja Montag chillen.
Chill-Chipset aktiviert!
Verstehen Sie denn wirklich nicht, dass Noten keinen wirklichen Wert haben?
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Am Ende zeigt das Leben selbst, wo jeder steht und wie fähig jemand wirklich ist. Noten haben damit überhaupt nichts zu tun.
Schulische Leistung hat nichts mit dem echten Leben zu tun.
Na! Das ist doch mal ein interessanter Aspekt. 🙁
Es wäre doch spannend zu hören / lesen, was die Menschen, wenn sie “mitten im Leben stehen” und endlich ihr Hirn eingeschaltet haben, dazu sagen.
Weil sie vielleicht betroffen sind/waren von
Ich nehme mal an, Ihren Ausführungen folgend, dass Ihre Noten keine Rolle gespielt haben, um da zu “stehen” wo Sie heute sind?
“Senkt man die Niveaus weiter, verzichtet eventuell gar auf Noten, werden sich Universitäten und Firmen (und im Zuge dessen auch die Gymnasien) ihre eigenen Instrumente schaffen, um die Spreu vom Weizen zu trennen.”
Das Niveau sollte man natürlich nicht senken, aber Noten könnte man wirklich abschaffen.
Auch ich bin für Eignungstests überall, wo eine “Auslese” stattfinden muss. Noten sind gar nicht immer unbedingt hilfreich.
Und an weiterführenden Schulen ist es doch inzwischen so, dass KI auch im normalen Unterricht verwendet wird und die Noten bald kaum noch aussagekräftig sind. Schwächere, aber abgebrühte S*S versuchen ihre Noten auf die unterschiedlichsten Weisen zu pimpen (z.B. Handy in Hosentasche “hört mit”, KI sucht passende Antwort und gibt sie über Knopf im Ohr weiter, Schüly glänzt mit Wissen). Das ist außerdem unfair denjenigen S*S gegenüber, die das nicht tun.
Da in Schulen ja immer alles verboten ist (Jammer, Taschenkontrolle, …), sollen diese Institutionen das schön so machen, wie sie es für richtig halten.
Was die den Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium angeht, sollten Eltern allerdings nicht wissen, wie die Tests genau sind. Das Problem sind nämlich die Eltern, die ihre Kinder dann die letzten beiden Grundschuljahre versuchen zu pushen, obwohl diese nicht geeignet sind. Was man da so immer aus Bayern hört, klingt nicht schön. Das will ich in SH nicht.
“Was man da so immer aus Bayern hört, klingt nicht schön.“
Aber ob Dinge, “die man so hört“, auch immer tatsächlich so sind?
In Bayern wechseln z.B. im Schnitt nur 73% der Kinder mit den nötigen Notenschnitten / Empfehlungen dann nach GS auch wirklich aufs Gymnasium. Also bevorzugt ein größerer Teil der Eltern in Bayern trotz Gymnasialempfehlung anscheinend andere Bildungswege.
“Also bevorzugt ein größerer Teil der Eltern in Bayern trotz Gymnasialempfehlung anscheinend andere Bildungswege.”
Vielleicht wollen sie den Stress für ihre Kinder nicht?
“Vielleicht wollen sie den Stress für ihre Kinder nicht?“
Das würde dann aber nicht zu den Dingen passen, die Sie “so gehört” haben.
“die ihre Kinder dann die letzten beiden Grundschuljahre versuchen zu pushen, obwohl diese nicht geeignet sind. “
Wozu sollten die Eltern die Kinder denn pushen wenn sie eh nicht aufs Gymnasium sollen, sondern andere Bildungswege nehmen?
? Gibt ja auch vernünftige Eltern.
“Was man da so immer aus Bayern hört, klingt nicht schön. Das will ich in SH nicht.”
Wollen Sie vernünftige Eltern in SH denn nicht haben?
Oder halt kürzere Schulwege. So in nem Kaff in der Oberpfalz kann der Weg zum nächstgelegenen “Kreisgymnasium” verdammt weit sein.
Und die Hofnachfolge hängt auch nicht am Abi an einem GY. Dann doch lieber der Weg über eine FOS oder ein berufliches GY.
Den Weg nehmen in BY ca. 40% der Absolventen, die eine Studienberechtigung erworben haben.
Ich weiß, auch wenn ich weiter nördlich des “Weißwurstäquators” beheimatet bin.
Die beruflichen GY im Süden und Südwesten finden genauso wie die gymnasialen Jahrgänge an Berufkollegs hier in NRW und anderswo zu wenig Beachtung und Anerkennung.
Das geht dann in den höheren Fachschulklassen so weiter. Die Technikerausbildung an den Schulen enthält nicht automatisch den innungsgebundenen Meistertitel. Genauso wenig ist der Anschluss an einen Bachelor-Studiengang geregelt, obwohl ein Großteil der Ausbildungsinhalte den Inhalten der entsprechenden Studiengänge entspricht. Häufig unterscheidet sich die Studiendauer nur um ein einziges Semester. Die Höhere Fach-/Technikerschule dauert 5 Semester, Bachelor-Studiengang 6 Semester. Übrigens die Facharbeiten der Fachschüler*innen können durchaus mit den Arbeiten von Bachelor-Kandidat*innen mithalten.
Und ich würde eher einen Techniker als einen Bachelor of Engeneering beschäftigen wollen.
“zu wenig Beachtung und Anerkennung.”
Stimmt. Bei den üblichen Statistiken werden sie z.B. nicht mitgerechnet, da zählen nur Abschlüsse an allgemeinbildenden Schulen.
“Senkt man die Niveaus weiter, verzichtet eventuell gar auf Noten”
Wer beabsichtigt das?
Ich befürchte, dass durch die Gestaltung der Tests der so oft kritisierte Zusammenhang zwischen (sozialer) Herkunft und Bildungserfolg noch größer wird.
Wenn Schule hier keine Vorgaben mehr macht – spätere Arbeitgeber werden es tun.
Auch ein solcher Test ist nichts Neues
“Erreicht dein Kind im Übertrittszeugnis den nötigen Notendurchschnitt von 2,33 oder besser nicht, kann es dennoch aufs Gymnasium wechseln, indem es erfolgreich an der Übertrittsprüfung Gymnasium Bayern im Rahmen des dreitägigen Probeunterrichts teilnimmt. Dazu muss einmal die Note 3 und einmal die Note 4 erzielen. Erhält dein Kind sowohl in Deutsch als auch in Mathematik die Note 4, kann es mit dem Willen der Erziehungsberechtigten dennoch übertreten.” ( schüttelbeutel, armes Kind )
Wir ‘vertesten’ total.
Wenn ich bei meinen Kindern diesen Test erzwungen hätte, wär mir nicht gut dabei gewesen. Auf Lesen, Schreiben Rechnen kann man auch daheim (praktisch) eingehen und wenns die Umrechnung von einem Kochrezept ist – oder nötiger denn je: Erzähl mir doch mal, was es Neues auf tiktok, insta etc gibt.
Zitat aus:
“Übertrittsprüfung Gymnasium Bayern 2026 mit Erfolg üben https://share.google/IPj1ojbWw9kUAAua6
Ein obligatorischer Test wäre bundesweit einmalig. Herzliche Grüße Die Redaktion
Mich würde auch Ihre Meinung dazu interessieren.
Herzliche Grüße Maybe
Unsere Meinung: Wenn schon, denn schon… Gerne ein G8-Gymnasium für Überflieger mit strengen Aufnahmekriterien (nach Schulleistung, nicht nach sozialem Status der Eltern) – und daneben eine Schulform, die alle Abschlüsse (einschließlich Abitur nach 9 Jahren) anbietet. Also ein verschärftes Modell Hamburg. Und das bundesweit einheitlich, damit Familien auch mal umziehen können. Herzliche Grüße Die Redaktion
Hamburg ist ein schwieriges Beispiel. Dort ist nahezu jede zweite weiterführende Schule ein G8-Gymnasium. So viele Überflieger kann es gar nicht geben. Besser ist ein gemeinsames Lernen aller Schüler bis zum Abschluss Sek1. Für die soziale Entwicklung ist das auch nicht schädlich.
Vielleicht hilft zunächst eine Betrachtung, wie es in anderen EU-Ländern läuft.
Und warum ist das in Hamburg so? Weil man, von einigen Schulen vielleicht abgesehen, bloß vermeiden möchte, dass das Kind auf eine Stadtteilschule geht. Natürlich sind das nicht alles Überflieger, aber die Überlegung, dass das Kind am Gymnasium nach Klasse 10 abgehen kann und dann wenigstens die Chance auf einen Ausbildungsplatz hat, die stellen wohl einige Eltern an…ich glaube die meisten sind froh, wenn das gemeinsame Lernen auf dem Niveau, wie es aktuell ist, nach 4 Jahren aufhört. Solange der Kess-Faktor, der ja nur ein Durchschnittswert ist, bestimmt, wieviel Personal man haben darf und wie viel Förderung möglich ist, wird man den immer heterogener werdenden Gruppen keinen Gefallen tun und das Niveau wird für alle weiter sinken.
Da sind sie wieder, die “Eltern”… Kann ich nachvollziehen wenn die Kinder dort auf Gymnasien wie Johanneum oder Hochrad kommen, aber doch nicht auf ein Gymnasium ohne nennenswerte Vita. Bessset wäre es dann, wenn die Eltern etwas Geld in die Hand nehmen und ihre Kinder auf Privatgymnasien mit Internatsplatz schicken… Augenwischerei
“wie es in anderen EU-Ländern läuft.”
Man kann im OECD-Bericht zu PISA-2022 nachlesen , wie die SuS mit / ohne Migrationshintergrund und aus der privilegierten / nicht-privilegierten Schicht, oder Jungs / Mädchen etc. in Ländern wie Finnland, Norwegen, Schweden, Niederlande etc. bei PISA 2022 performt haben. Dort steht auch wie sich die jeweiligen Stichproben der Länder zusammensetzten .
Gemeinsam gerne, aber nicht unter den gegenwärtigen Verhältnissen. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach (ohne Belege, völlig unempirisch, subjektiv) ist es nicht möglich, in Klassen von 30 Schülern allen Varianten von Begabung, Förderbedarf, Neurodivergenz, sozialpädagogischer Betreuung und Sprachproblemen gerecht zu werden. Das wird vermutlich jedes Gesamtschulkollegium mehrheitlich bestätigen. Keiner lernt am Ende optimal, aber alle unter ihren Möglichkeiten.
Am Ende Jg10 sind es immer drei bis fünf SchülerInnen, die ‘eigentlich’ nicht schwächer sind als durchschnittliche, ruhige Gym-SchülerInnen, aber die Qualifikation nicht schaffen. Am anderen Ende muss man nur die HA9 zählen, bei intensiverer Betreuung könnte nahezu alle mit HA10 abschließen. Was bedeutet es, wenn 12 den berühmten Q-Vermerk bekommen, aber 10 davon zum Kolleg wechseln? Sicherlich nicht, dass die ‘gemeinsame Erfahrung’ als positiv empfunden wurde.
Alle gemeinsam – das klingt gut, finde ich auch gut, leider wird der zweite Teil ‘..aber nur wenn…’ seit Jahrzehnten absichtlich vergessen.
“Besser ist ein gemeinsames Lernen aller Schüler bis zum Abschluss Sek1. Für die soziale Entwicklung ist das auch nicht schädlich.”
Aussagen vieler meiner Schüler, einige Wochen nach dem sie dem Gesamtschulsystem in die gymnasiale Oberstufe gewechselt sind: “Endlich sind wir unter uns, endlich nur Schüler, die auch lernen wollen und den Unterricht nicht stören!”
Ich frage mich, ob ein Zusammensein-Müssen wirklich das Verständnis für Mitschüler verbessert oder in vielen Fällen eine Ablehnung nicht noch verstärkt.
In die gymnasialen Oberstufe kommen die Schüler im Alter von 16/17 Jahren. Demgegenüber sind sie 9/10 Jahre alt, wenn sie von der 4. Klasse der Grundschule in die 5. Klasse des Gymnasiums wechseln….Das “Zusammenseinmüssen” scheint nur in Deutschland/Österreich der schlimmste Fall zu sein… Top-Akademiker gibt es hier aner trotzdem nicht im Überfluss.
Andere Länder ( Schweiz, Niederlande) trennen auch und haben Aufnahmeprüfungen für Gymnasien. Nur Deutschland und Österreich trennen arg früh.
Ihr Modell ist beispielsweise in Spanien zu finden.
Ich wäre aber auch dafür, erst einmal in den anderen EU Staaten zu recherchieren, wie es dort denn läuft.
Gerade in Spanien ist es so, dass die Integration gut gelingt. Hier beklagen sich die deutschen Eltern jedoch, dass die Schüler zwar ständig Präsentationen halten und Feste organisieren, aber die “harten” Kenntnisse wie Mathematik eher schlecht sind ( nur Anekdote, sind meine Nachbarn)
Sie sprechen es an, es sind “die deutschen Eltern”… In unserem Schulsystem gibt es aber auch keine mathematischen Wunderkinder in Massen.
So! Wird ein Schuh daraus! Genauso!
Klingt ziemlich gut!
Der Test sollte von Exteren durchgeführt werden.
Dafür wäre ich auch. Damit wären dann hoffentlich “mildernde Umstände” aller Art ausgeschlossen und man hätte ein objektives Ergebnis.
Dann auch bitte anonymisiert, damit man nicht schon am Namen oder am Geschlecht in die Vorurteilsfalle tappt….!
Wie bei den LSE.
Unsinn. Es sollten die Kriterien gelten, die bei den Eignungstests üblich sind. Auch der Prüfende hat einen Namen und ein Geschlecht, genauso wie der Entscheider.
Dashaben die großen Verfechter der Antidiskriminierung schon andernortes (auch in der Praxis) durchprobiert – unter anderem mit Vorläufern von (pseudo-)KI bei Bewährungsprognosen in den USA und auch bei (völlig!) anonymisierten Bewerbungen (ebenfalls USA).
Wurde ganz schnell wieder eingestampft und die meisten Berichte dazu aus google “gepurged”.
Grund:
Die Ergebnisse “passten” nicht.
Wie, die folgenden Jahrgänge müssten nicht mehr getestet werden?
Schon doof die deutsche Sprache und so ambivalent.
Wo wird denn ein obligatorischer Test überhaupt gefordert und was sollte er bringen außer sinnloser Arbeit für Lehrkräfte?
Die Pressemitteilung des Philologenverbands Niedersachsen lässt offen, wer alles getestet werden soll (betont aber, wie berichtet, die Bedeutung der Grundschulempfehlung) – der Philologenverband Bayern (wo ja eine verbindliche Grundschulempfehlung auf der Grundlage von Noten gilt) macht derweil deutlich, dass die Grundschulempfehlung ihm nicht reicht. Er will den Grundschullehrkräften standardisierte Aufgaben für Tests aufdrücken, die diese ausführen sollen. Was faktisch eine obligatorische Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium bedeuten würde (die die damit verbundene Arbeit allerdings in die Grundschulen verlagern würde).
Daraus kann sich jeder selbst erschließen, in welche Richtung sich der Philologenverband bewegt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ist denen am Gymnasium egal, die Arbeit sollen ja andere machen 😛
Und was ist mit BaWü? Wir haben Kompass 4 und wer den nicht besteht und trotzdem aufs Gymnasium möchte, kann noch den Potentialtest machen. Wenn er beide Tests nicht besteht, kann er nur aufs Gymnasium, wenn er die Empfehlung der Schule hat und die richtet sich nach Noten.
Und ich dachte der Vorbereitungsdienst sei nur für Lehrkräfte verpflichtend
Muss ich mal wieder was nicht verstanden haben, aber vermutlich bin nach 22 Monaten schon zu lange raus aus dem Geschäft.
Ich denke es wäre besser, diese Tests bei den Universitäten zu machen. Bei der Berufsausbildung muss irgendwie aussortiert werden, da kommt man nicht drum herum.
Und dann könnte man dafür auch Vorbereitungskurse anbieten und hätte den Vorteil, dass da Leute drin sind, die sich vom Lernstoff einen Vorteil versprechen.
Halten wir mal fest:
Die Grundschulen beschweren sich, dass den Kindern die nötigsten Grundlagen, wie das Halten eines Stiftes oder Motorkoordination z.B. beim Ausschneiden fehlt und die Kids sich nicht konzentrieren können. Weiterführende Schulen beschweren sich, dass die Kinder nicht vorbereitet aus den Grundschulen kommen. Unis und Betriebe stellen fest, dass ihre Anfänger nicht studier- bzw. berufsfähig sind. Und das gilt selbst für Absolventen, die formal die passenden Abschlüsse haben.
Dann wäre es doch die Konsequenz, es eben nicht beim Durchwinken zu belassen und an jedem Übergang eine klare Diagnostik/Prüfung zu machen.
Wer nicht fit für die 1. Klasse ist, muss in die Vorschule zurück. Wer nicht fit für die 5. Klasse ist, muss eben in die Grundschule zurück – oder wird vielleicht von einer anderen Schule akzeptiert.Auch von der Uni und den Betrieb wird eben geprüft, ob der Bewerber das nötige Wissen hat – unabhängig vom Abschlusszeugnis.
Dann wären wir als Lehrkräfte eben nicht (nur) die bösen Prüfer, sondern tatsächlich die Lern- und Wegbegleiter für den Start an der Wunsch-Uni. Länder wie Japan machen das vor.
Dann könnte man sich die Abiturprüfungen und co eigentlich auch direkt sparen
Könnten wir.
Und mal ehrlich – warum nicht?
Alleine was mit dem ganzen Amtsgeheimnis-Getue und dem Zinnober um die praktische Durchführung der Prüfung an Stunden verbrannt wird…geht auf keine. Kuh. Haut. Mehr.
Für etwas, was sowieso jeder zweite bekommt – also jeder, der es wirklich will. Zur Not sonst halt auch auf dem x-ten Bildungsweg.
Mein Vorschlag:
– G9 ganz normal durchlaufen
– am Ende von Jahr 13 Berichts”zeugnis” zum Ankreuzen und/oder Freitext.
X Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
– (sinnlose) Extraarbeit gespart
– SuS haben weniger Stress
– kummulierte Ergebnisse aus den 2/3 Jahren Oberstufe sind ein stärkeres Bild als 1-4 isolierte Prüfungstage mit ihrem Übergewicht in der Gesamtrechnung
– konstante, aktive Mitarbeit in der OS lohnt sich auch für die SuS-Seite wieder mehr
– jeder hat was in der Hand zum Vorzeigen
Win-win-win für alle.
Lehrer in Japan sind in einer Doppelrolle Erzieher und Wissensvermittler (aber keine Lernbegleiter) mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 55 – 60 Stunden in Klassengrößen von 29 bis 44 Schülern bei kaufkraftmäßig weniger Gehalt als in Deutschland.
Funfact: In Japan gibt es kein Sitzenbleiben, keine selektierenden Schulformen (aber viele Privatschulen) und keine abschließenden Abiturprüfungen.
Sie sollten daher gut überlegen, was Sie sich wünschen.
Alles richtig.
Und mit dem japanischen 08/15-Schulzeugnis kann “man” in Japan genau garnix werden, es ist also wertlos.
Suchmaschine der Wahl hilft hier weiter.
Und wer fängt damit an? Mutige Reformer vor, kreative Bildungspolitiker, hier ist eure Chance!
Japan? https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/japan-kaempft-mit-wachsender-zahl-an-schuelern-die-nicht-zur-schule-gehen-369228/
Dann wäre es doch die Konsequenz,…
Die Idee ist an und für sich gar nicht mal so übel. Sie hat nur einen Haken, wenn ich mal den Extremfall spekuliere:
Heißt also: (1x “sitzenbleiben” nicht eingerechnet…)
Mit einmaliger Wiederholung einer Klassenstufe wäre der 5.- Klässler also möglicherweise auch schon (fast?) 14 Jahre…
Vorpupertierende Kids in der 4. Klasse sind schon anstrengend, aber echte Pupertiere in der “Fünf” …das muss man wollen!
Ich finde die Produktionskette bemerkenswert. Die Endfertigung in der SekII-Werkhalle bemängelt die Qualität der Vorprodukte, die die SekI als Zulieferer zu verantworten hat. Diese wiederum beklagen sich über die Primarstufe, die als Teilefertiger, die mangelhaften Ausgangsprodukte der Rohstofflieferanten, den frühkindlichen Gewinnungsbetrieben herstellen müssen. Diese Gewinnungsbetriebe frühkindlichen Entwicklung sind abhängig von den elterlichen Lagerstättenbedingungen. So gibt’s Rohstoffe mit unterschiedlichen Wertstoffgehalten. Idealerweise gleicht man die durch Mischung oder Anreicherung im Zuge der Aufbereitung an, aber das kostet Geld, weshalb die sekundären und tertiären Aufbereitungsschritte gemieden werden und man auf “höfferige” Lagerstätten ausweicht. Notfalls müssen eben Rohstoffe importiert werden. Aber Migration, der Import von HR ist des Teufels.
Eignungstests verschärfen doch wieder nur die soziale Schere. In welchen Grundschulen schaffen es die LuL wohl nicht, den verlangten Stoff in Gänze durchzunehmen? Richtig, die im Brennpunktviertel, weil dort der Migrationsanteil höher ist, vielleicht mehr traumatisierte Kinder darunter sind oder die Vorläuferfähigkeiten fehlten. Ganz toll, so bleibt die Bildungselite wieder schön unter sich, wie sich das gehört. Augenroll
Da wäre vielleicht ein IQ-Test mit ggf. Förderunterricht am Gymnasium zielführender.
Um auf fehlende Vorläuferfähigkeiten zu treffen braucht es keine Brennpunktschule. Man kann quasi (fast) jede beliebige Grundschule auswählen und wird auf entsprechende Kinder treffen
Sie widersprechen sich doch total. Sie schreiben “Eignungstest” und genau das soll er sein, kein Wissenstest. Und auch nur für Kinder, die keine Gymnasialempfehlung haben, aber von ihren Eltern am Gymnasium angemeldet werden sollen. Wenn also ein Kind aus schwierigen Verhältnissen an einer Brennpunktschule unterrichtet wird und dort eine Gymnasialempfehlung bekommt, ist es von dem Test überhaupt nicht betroffen.
Ich sehe nicht, wieso dies eine Bildungselite, die unter sich bleibt, fördert.
Lasen wir nicht vor ein paar Monaten, dass genau das in einem BL so gemacht wurde und dass dieser eigentlich viel zu schwer war für das, was tatsächlich unterrichtet wurde. Da sehe ich das Problem. Die Grundschulen sind aufgrund der Heterogenität massiv unter Druck und schaffen es vermutlich gar nicht mehr richtig, auf das Gym. vorzubereiten. Ganz bestimmt in Brennpunktviertel noch weniger, als in bildungsnahen Vierteln. Und so entstehen Eliten.
Spielen Sie auf Berlin an? Berlin und BB haben dieselben Lehrpläne, und ich habe mir interessehalber den Test angesehen (Sie finden den u.a. im Tagesspiegel). Nee, der war nicht zu schwer, wenn man sich an den Rahmenlehrplänen orientiert. Allerdings sollte Berlin, und dass wird zu Recht vorgeworfen, den Test im Vorfeld validieren lassen, so wie es in BB geschieht. Meiner Ansicht nach spricht das Ergebnis des Tests eher für die gute Einschätzung der Grundschullehrer hinsichtlich der Fähigkeiten ihrer Schützlinge.
Was hilft es denn, wenn sich der Eignungstest am Rahmenlehrplan orientiert, aber die Schule es aus diversen Gründen (LuL-Mangel, Heterogenität bzw. Inklusion bei fehlenden Ressourcen, schlechte Vorläuferfähigkeiten etc.) nicht schafft, diesen gut zu bearbeiten. Pech für die SuS?
Wenn der Test tatsächlich nur eine Erfolgsquote von 3% hat (wie in BaWü meine ich), dann ist er natürlich völlig falsch konzipiert. In Berlin waren es (meine ich) über 30%, die mit dem Test auch ohne Gymnasialempfehlung auf das Gymnasium wechseln durften. Und das passt doch auch.
In Berlin haben nicht 30%, sondern lediglich 1,2% der teilnehmenden SuS den Aufnahmetest fürs Gym (ohne Grundschulempfehlung) bestanden.
Gern hier nachlesen:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/aufnahmetest-zum-gymnasium-nur-15-von-1223-kindern-bestehen-den-berliner-probeunterricht-15319262.html
Ein Fakt wird hier leider nicht richtig wiedergegeben: Der Philologenverband möchte nur einen Test für Kinder, die kleine Gymnasialempfehlung haben und deren Eltern sie aber trotzdem am Gymnasium anmelden möchten.
So wie in BW der Potentialtest…..
Da sah jemand den Druck und den Stress der Schüler*innen und dachte sich: Kann das nicht schon in der Grundschule so sein?
Stark -__+
Aber die Gymnasien auf Kosten aller anderen zu entlasten, dürfte wieder “Ruhe” in die Schulpolitik bringen…
Einige unserer europäischen Nachbarn wie Schweiz und Niederlande haben diese Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium auch
Allerdings trennt kein Land so früh die Schülerschaft wie es Deutschland und Österreich tun. Wie wäre es demnach mit einer sechsjährigen Grundschule, wenn es denn schon Prüfungen gäbe? Dann sind die Kinder schon 12 oder 13 und haben zwei Jahre länger Zeit, beispielsweise ihre Sprachkenntnisse oder Arbeitsorganisation zu verbessern.
Bundesländer/Stadtstaaten wie Berlin haben die sechsjährige Grundschule, liegen im Länderschnitt aber deutlich hinter Bundesländern wie Bayern und BW. Also scheint auch das nicht die Lösung zu sein, sonst müsste es in Berlin ja besser funktionieren als anderswo.
In Berlin und Brandenburg gibt’s die 6-jährige doch. Und mit welchem Effekt? Was ist dort besser als — im Vergleich — in Hamburg und Schleswig-Holstein?
Dann müssten überall die Grundschulen Anbauten bekommen, weil sie räumlich nur auf vier Jahrgänge ausgerichtet sind. Welche Kommune kann das bezahlen?
So! Kurzer Realitätscheck und schon sind solche Ideen vom Tisch. In genau diesem Sinne sollten alle Ideen behandelt werden, so dass man sich abschließend nur auf die umsetzbaren Ideen fokussiert. Das Entlastet die vielen Denker ungemein….und lenkt den Blick auf die Praktiker…..
… aber man könnte einige GY leerziehen und an den Standorten sechsjährige GS ansiedeln. Alternativ kann man ja auch an GS mit zwei Schulstandorten, die Jahrgängen 1 bis 3 am Stanort A und die Jahrgänge 4 bis 6 am Standort B ansiedeln. Immer noch besser als weitere Schulschließungen.
Wie gesagt, B und BB haben die sechsjährige Grundschule. Irgendwie bringen die zwei Jahre nun auch nichts.
Ist ja auch eher eine organisatorische als eine pädagogische Frage.
Und wo liegt der Vorteil der sechsjährigen GS, wenn es sich lediglich um „organisatorische Fragen“ handelt?
So ist es!
Keiner unserer 46 Grundschulen in der Stadt hätte die räumliche Kapazität, zwei weitere Jahrgänge aufzunehmen.
Und Ihr Vorschlag von weiter oben zerreißt dann ganze Schulen und Kollegien, um genau welchen sinnvollen Zweck zu erfüllen?
Bildungserlasse und sinnvoll?
Sie merken es selbst.
GS mit zwei Standorten und zerrissenen Kollegium ist doch heute schon etablierter Standard.
Wie soll das in einem Flächenland gehen, wo ein riesiger Teil der Grundschulen in Dörfern liegt? Alle 6-Jährigen zu Fahrschülern machen?
Durch Umsiedlung.
Alle 6-Jährigen zu Fahrschülern machen?
Nun, das haben die 6-Jährigen aus den dünnbesiedelten Dörfern im Vogelsberg vor 20-30 Jahren schon gekonnt. Da sammelte der Schulbus alle ein, ab mit ihnen in die nächste Kreisstadt, und das hat funktioniert! Nur heute werden viele Kinder, was Selbstständigkeit betrifft, “doof gemacht” …
Jaja, in der guten alten Zeit. Ich hingegen halte “Kurze Beine, kurze Wege” für ein sinnvolles Konzept, statt für ein Schulexperiment auf Dörfern Schulen abzureißen und die Kinder in die Stadt zu karren.
Raumfrage nicht bedacht??? Geht nicht, weil nix Platz…..isso……
Was ich immer nicht verstehe: Es gibt doch (soweit ich weiß, bundesweit) die Möglichkeit, nach der Sek. II an einer Schulform, die nicht Gymnasium heißt, erst einmal die 11. Klasse (in Berlin: Einführungsphase) zu besuchen, dort seine fachlichen, methodischen, (fach)sprachlichen, … Lücken zu schließen und danach gut aufgestellt in die Kursphase (Sek. II, Kl. 12 u. 13) zu gehen.
Warum also die Aussage, ein Kind sei benachteiligt, wenn es von der Grundschule als (noch) nicht geeignet für einen kognitiv ausgerichteten, abstrahierenden, zügig durchgeführten Unterricht angesehen wird? Am Gymmi haben wir auch Projektphasen, aber dann gibt es halt für “1+ 1 = 3” bzw. “Die pusten den Ballon aus” statt “Der Ballon wird aufgeblasen” kein “Das hast du gaaaanz toll gemacht, du bist echt schon nah dran” sondern ein “Arbeite bitte genauer”.
Ich habe regelmäßig Kids in der 7. Klasse, die vom Berliner “Fernseherturm” sprechen und meine Richtigstellung nicht erfassen. Sie wollen diskutieren und mir klarmachen, dass ein Einkaufszentrum und das Stadtzentrum doch genau dasselbe seien (un centre commercial vs. le centre-ville).
Vielleicht wollen sie auch nur Unterricht verhindern, ob bewusst oder unbewusst. Auf jeden Fall lässt sich bei der Gemengelage ein bis obenhin mit Grammatik vollgepacktes Lehrbuch (sie müssen in der 2 Fremdsprache in 4 Lernjahren B1 erreichen, egal ob Ausfall wg. Drogenprävention, Medienbildung, .. – wirklich wichtige Themen, das streite ich ja gar nicht ab) nicht schaffen.
Fazit: Manche Kinder brauchen mehr Zeit und G8 ist für sie die reine Quälerei. Gerade in meinem Fachbereich (2. Fremdsprache) beobachten wir, dass sie sich sehr schwer tun, sich bei einsetzender Pubertät auf eine neue Sprache einzustellen (“Voll peinlich und brauch ich nicht, werde eh nie nach Frankreich / Spanien / … fahren”). Lasst sie erst mal in Ruhe groß werden. Dann können sie in der E-Phase mit der 2. FS beginnen und sich auch ansonsten gymnasial aufstellen.
Die G8-Leute wollen mit 17 dann eh erst mal “ihr Leben chillen”. So viele gönnen sich verständlicherweise ein Gap year. Denn 8 ( in Berlin 6) Jahre lang war außer “Friss oder stirb” kaum Zeit für Sportverein, freiwillige Feuerwehr oder andere wertevermittelnde und kompetenzstärkende Aktivitäten.
Davon abgesehen werden wir mehr und mehr patente junge Menschen brauchen, die ins Handwerk gehen und die anderen Jobs machen, die KI nicht kann. Warum ein Leben nur dann richtig verlaufen soll, wenn clevere Kids Abitur machen, habe ich also weiterhin nicht verstanden.
Die 11. Klasse/EF ist Teil der SekII.
Warum sollte irgendwer nach Abschlusd der SekII in die 11?
Wahrscheinlich wurde sek i gemeint
Und ich dachte schon StR seien unfehlbar. So kann man als Lehrkraft für GHR(HRGe) sich irren und seine Vorurteile revidieren.
Als nächstes sollten noch Aufnahmetests für Unis kommen.
Die werden auch flächendeckend kommen, wenn die vergebenen Abischnitte nicht mehr zu den vorhandenen Kompetenzen der Abiturienten passen.
Gibt es doch bei manchen Fächern.