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Baden-Württembergs Lehrer verärgert über spätere Altersermäßigung

STUTTGART. Mit der Verschiebung der Altersermäßigungen für Lehrer hat Grün-Rot die Pädagogen erheblich verärgert. Die bisher gewährte Entlastung von Unterrichtspflichten ab dem 58. Lebensjahr sei keine Gnade, sondern von den Lehrern vorab erwirtschaftet worden, sagte der Landeschef des Lehrerverbands VBE, Gerhard Brand.

Grün-Rot hatte angekündigt, die Altersermäßigung zwar nicht – wie ursprünglich geplant – zu streichen, aber später zu gewähren. Die alte Regelung sei auf das Pensionsalter 65 ausgerichtet gewesen, die neue auf das Pensionsalter 67.

Jetzt die Altersmäßigung hinauszuschieben, sei genau das Falsche, sagte Brand. Die Entlastung müsse sogar früher kommen, damit die Pädagogen besser mit den Kräften haushalten und die spätere Pensionsgrenze «noch halbwegs gesund» erreichen könnten.

Der Berufsschullehrerverband BLV stellte klar: Die Ermäßigung sei eben keine Besserstellung von Lehrkräften und auch keine freiwillige Leistung des Landes. Sie sei mit einer Arbeitszeitreduzierung im öffentlichen Dienst eingeführt worden. Die Verschiebung als Anerkennung und Wertschätzung der guten Arbeit der Lehrer zu bezeichnen, «grenzt an Hohn», so die BLV-Chefin Margarete Schaefer.

Der Philologenverband Baden-Württemberg zeigte sich nach eigenen Angaben „überrascht“ von der Entscheidung. Der Erhalt einer reduzierten Altersermäßigung werde damit durch eine andere ähnlich große Belastung der Lehrkräfte erkauft. „Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass mit der Verschlechterung der Altersermäßigung und dem Hinausschieben der Pensionsaltersgrenze zwei Maßnahmen getroffen werden, die für die älteren Lehrerinnen und Lehrer eine deutliche Mehrbelastung bedeuten“, heißt es in einer Erklärung.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sagte, es sei sinnvoll, die Arbeit der älteren Pädagogen weiterhin durch eine Altersermäßigung zu erleichtern. Die Verschiebung sei eine «akzeptable Lösung». So könne man auf die vorgesehene vollständige Streichung der Altersermäßigung verzichten und einen notwendigen Beitrag zur Etatsanierung leisten. Durch die Verschiebung würden rund 450 Lehrerstellen eingespart. dpa

Zum Bericht: Grün-Rot gewährt Lehrern doch weiter die Altersermäßigung – aber erst später

 

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