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Papst Franziskus ermuntert Lehrer und Erzieher, neue Wege zu gehen

ROM. Papst Franziskus wünscht eine geänderte Haltung gegenüber den Kindern von homosexuellen und getrennten Elternpaaren. Was die Erziehung angehe, stelle die Homo-Ehe „uns vor Herausforderungen, die wir nur schwer verstehen“, sagte der Papst mit Blick auf die katholische Kirche. Bereits im Juni hatte er grundsätzliche Gedanken zum Thema Erziehung geäußert – und dabei Erzieher und Lehrer ermuntert, neue Wege zu gehen.

"Man kann nicht nur auf dem Gebiet der Sicherheit erziehen": Papst Franziskus vor Schülern und Lehrern. Foto: presidencia.gov.ar / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

„Man kann nicht nur auf dem Gebiet der Sicherheit erziehen“: Papst Franziskus vor Schülern und Lehrern. Foto: presidencia.gov.ar / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Die Äußerungen des Kirchenoberhaupts  stammen aus einer Rede vor der Internationalen Vereinigung von Generaloberinnen (UISG). Die Rede wurde bereits im November gehalten. Erst jetzt wurden einzelne Auszüge in den italienischen Medien online veröffentlicht.

Die Familienstrukturen änderten sich, sagte Franziskus demnach weiter. Die Zahl der Schulkinder, deren Eltern getrennt seien, sei „sehr hoch“. Die für Erziehung und Bildung Verantwortlichen müssten sich die Frage stellen, „wie man einer Generation im Wandel Christus lehren kann“. Wichtig sei, „sie nicht gegen den Glauben zu impfen“.

Bereits im Juni hatte sich Papst Franziskus zum Thema Erziehung geäußert – vor etwa 8.000 Schülerinnen und Schülern von Jesuitenschulen aus Italien und Albanien. Schulbildung sei mehr als Wissensvermittlung, sie müsse den ganzen Menschen formen, sagte der Papst laut Radio Vatikan.

Für die in der Audienzhalle versammelten Schüler, Lehrer und Jesuiten nannte Papst Franziskus zwei Punkte, die ihm am Wichtigsten erschienen: „Mein erster Punkt ist, dass in der Erziehung, die wir Jesuiten vertreten, die Großherzigkeit der Schlüssel für die Entwicklung des Menschen ist. Wir müssen großherzig sein, mit großen Herzen, ohne Angst. Natürlich braucht man auch große Ideale, aber vor allem Großherzigkeit in den kleinen Dingen, in den alltäglichen Dingen, mit großem und weitem Herzen. Es ist wichtig, diese Großherzigkeit mit Jesus zu finden, in der Betrachtung Jesu, der uns die Fenster zum Horizont öffnet. Großherzigkeit bedeutet, mit Jesus zu gehen und aufmerksam zu sein für das, was Jesus uns sagt.“

Seine Worte galten aber nicht nur den Schülerinnen und Schülern, der Papst wandte sich ebenfalls an die Erzieher: die Eltern, Lehrer, Mitarbeiter und Jesuiten. „Erziehen ist wie eine Waage, man wägt gut die Schritte ab. Ein Fuß fest auf sicherem Boden, aber der andere in riskantes Gebiet gesetzt. Wenn dieser dann Sicherheit findet, geht der erste Fuß in riskantes Gebiet. Man kann nicht nur auf dem Gebiet der Sicherheit erziehen. Das heißt zu verhindern, dass die Menschen wachsen. Man kann aber auch nicht nur im Risiko sein, es braucht das Gleichgewicht der Schritte. Ich möchte euch, liebe Erzieher, ermutigen, neue Formen der Erziehung zu finden, die nicht konventionell sind, an die Notwendigkeiten von Ort, Zeit und Menschen angepasst. (…) Immer weiter gehen und sich mit den konventionellen Dingen nicht zufrieden geben. Dazu ermutige ich euch.“

Franziskus sprach frei, obwohl er ursprünglich eine vorbereitete Rede hatte halten wollen. „Ich habe euch einen Text vorbereitet, aber das sind fünf Seiten. Etwas langweilig“, begann der Papst seine Ansprache – und legte das Manuskript damit auch gleich an die Seite. News4teachers / mit Material der dpa

Zum Bericht: Papst Benedikt fordert konsequenten Lebenstil von Lehrern

 

Ein Kommentar

  1. War das, was die RedakteurIn im ersten fettgedruckten Satz schrieb, wirklich das Hauptanliegen des Papstes?

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