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VBE sieht viele Schüler nach Freigabe der Grundschulempfehlung überfordert

STUTTGART. „Es ist ein Unding, die Grundschulempfehlung freizugeben und überforderte Schüler dann nicht zu unterstützen“, so kritisiert der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg die grün-rote Landesregierung.

In diesen Tagen haben Viertklässler in Baden-Württemberg die Grundschulempfehlung für die weiterführenden Schulen erhalten. Während diese „Empfehlung“ früher verbindlich war, können Eltern seit 2012 auch anders entscheiden, als die Grundschullehrer empfohlen haben. Die Empfehlung muss der aufnehmenden Schule nicht mehr vorgelegt werden.

Die Freigabe der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung habe dazu geführt, dass sich Schüler mit einer Hauptschulempfehlung verstärkt auf Realschulen, sogar auf Gymnasien anmeldeten, berichtet nun der VBE. Gleichzeitig gebe die Politik aber zu wenig Unterstützung für die von ihr verursachte „bunte Mischung“ in den fünften Klassen. So habe sich die Zahl der Sitzenbleiber in den Eingangsklassen der Realschulen innerhalb eines Jahres verdreifacht. Während es an Gemeinschaftsschulen kein Sitzenbleiben gebe, scheiterten überforderte Fünftklässler an Realschulen und Gymnasien und würden schließlich „abgeschult“.

„Man kann nicht Dämme einreißen, die Schüler dann aber ohne nennenswerte Hilfe ihrem Schicksal überlassen“, kritisiert der VBE-Sprecher Michael Gomolzig. Die Schulen hätten in den beiden letzten Jahren weniger Lehrerstunden für Stütz- und Fördermaßnahmen erhalten. „Die Grundschullehrkräfte spüren nun deutlich weniger Druck von Seiten der Eltern; die Probleme der Schüler haben sich jetzt auf die Realschulen und Gymnasien verlagert“, moniert der VBE-Sprecher und fügt bedauernd hinzu: „Auf zusätzliche Hilfe für diese Schüler warten die Schulen jedoch bisher vergebens. Viele Lehrer fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.“

 

 

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