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Lehrkräfte klagen: „Insgesamt gibt es eine höhere Anspruchshaltung der Eltern – du bist der Staat, mach!“

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MÜNCHEN. Wie viel Verantwortung für den Schulerfolg ihrer Kinder tragen Eltern – und wo endet ihre Pflicht, beginnt die Aufgabe der Schule? Die Frage stellt sich bundesweit: Schule und Elternhaus sind auf Zusammenarbeit angewiesen, zugleich berichten Lehrkräfte zunehmend von Familien, die selbst grundlegende Aufgaben nicht mehr zuverlässig übernehmen. In Bayern gewinnt die Debatte darüber gerade an Schärfe. Dort schildern Pädagoginnen und Pädagogen, dass sie Eltern inzwischen nicht nur an Gespräche und schulische Pflichten erinnern müssen – sondern mitunter auch daran, ihren Kindern Frühstück, ausreichend Schlaf oder passende Kleidung mitzugeben.

Helikoptereltern, next generation. Karikatur: News4teachers

Manche Eltern schlackern nach der Einschulung ihrer Kinder überrascht mit den Ohren, welche Anforderungen und Bitten die Schulen an sie stellen. Sie sollen täglich mit dem Nachwuchs Lesen üben, für Feste Kuchen backen, Schuhkartons zum Basteln besorgen oder mit zum Schwimmen fahren.

Auch in höheren Jahrgängen können sich die Eltern nicht einfach aus den schulischen Belangen ihrer Kinder ausklinken. Im Gegenteil: Sie sind sogar per Gesetz zur Zusammenarbeit mit den Schulen verpflichtet. Was das für Eltern bedeutet – und woran es aus Sicht von Lehrkräften teilweise hakt.

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Die gesetzliche Grundlage

Eltern haben die Pflicht, die Erziehungsarbeit der Schule zu unterstützen und auf die gewissenhafte Erfüllung der schulischen Pflichten durch ihre Kinder zu achten. So ist es in Bayern (und in anderen Bundesländern) im Schulgesetz verankert. Demnach tragen Schule und Elternhaus gemeinsam die Verantwortung für den schulischen Erfolg und die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen.

Für die Eltern heißt das konkret, dass sie insbesondere dafür sorgen müssen, dass ihr Sprössling den Unterricht besucht und die notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung hat, wie das Kultusministerium erläutert. «Auch die Teilnahme an Elternabenden oder die Begleitung von Fördermaßnahmen bilden wichtige Brücken zwischen Familie und Schule.» Das alleine reicht aber nicht aus, soll ein Kind in der Schule Erfolg und Freude haben.

Die Praxis

Viele Eltern begleiten den Bildungsweg ihrer Kinder mit großem Engagement – manchmal auch mit zu großem, Stichwort Helikoptereltern. Doch gleichzeitig bemerken Lehrkräfte durch die Bank, dass der Anteil der Eltern steigt, die sich nicht ausreichend kümmern. «Insgesamt gibt es eine höhere Anspruchshaltung der Eltern – einmal aus Hilfslosigkeit heraus, einmal aus der Anspruchshaltung heraus: Du bist der Staat, mach!», bilanziert die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann.

Die im Verband organisierten Grund- und Mittelschullehrkräfte beobachten demnach immer öfter, dass grundlegende Elternpflichten vernachlässigt werden: Etwa, dass das Kind am Abend rechtzeitig ins Bett geht und am Morgen pünktlich aufsteht, dass es ein Frühstück bekommt, eine Brotzeit und ein Getränk mit in die Schule nimmt oder einen Sonnenschutz dabeihat. «Das sind Dinge, wo wir nicht aushelfen können. Wir können nicht für 26 Kinder Pausenbrot kaufen, können nicht 26 Käppis dabeihaben und auch nicht 26 Paar Schuhe am Wandertag», betont Fleischmann.

Was im Kleinen beginnt, setzt sich im Großen fort: Zu Lernentwicklungsgesprächen, die in bestimmten Konstellationen die Zeugnisse ersetzen, kämen Eltern teils erst nach wiederholter Aufforderung oder mehrfachem Nicht-Erscheinen, schildert Andrea Zran. Sie ist die Vize-Vorsitzende des BLLV im Landkreis München und Leiterin einer Grundschule in Haar. «Sowas war früher undenkbar.» Auch Elternbriefe würden von einem Großteil überhaupt nicht mehr gelesen, obwohl die dafür verwendete App die Nachrichten in alle möglichen Sprachen übersetzt.

Die Untätigkeit setze sich bei manchen in Erziehungsfragen fort. «Ich habe das Gefühl, die Eltern ergeben sich und kapitulieren vor den Herausforderungen», schildert Zran mit Blick etwa auf nächtlichen Social-Media-Konsum schon bei den Jüngsten. «Das ist so ein total desorganisierter Alltag: Keine Routinen, keine Rituale, keine Strukturen, und Laissez-faire in ganz vielen Bereichen.»

Sozial schwierige Umstände und Wohlstandsverwahrlosung

Häufig sind Familien in schwierigen Lebensumständen betroffen. Wenn ein Elternteil fehlt, Finanzsorgen drücken oder psychische Krankheiten den Alltag bestimmen, tritt für viele das elterliche Engagement in den Hintergrund. Manchmal sind es auch schlicht und ergreifend Missverständnisse, wenn die Familie etwa aus einem Land mit anderen kulturellen Gepflogenheiten stammt.

Betroffen sind Fachleuten zufolge aber auch Kinder, deren Eltern selbst wenig Bildung erfahren haben und schulischen Leistungen deswegen keinen großen Wert beimessen. Und es gibt die «Wohlstandsverwahrlosten», die zwar materiell im Überfluss leben, in deren Familien es aber an emotionaler Bindung mangelt.

Augenhöhe entscheidend für gute Elternarbeit

All das wirkt sich auf das Verhalten und die schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen negativ aus. Um ihnen die besten Voraussetzungen zu ermöglichen, ist für Florian Schmidt daher die Elternarbeit das A und O. «Das Wichtigste ist, dass ein Gespräch stattfindet, und zwar auf Augenhöhe», betont der Rektor der größten Münchner Mittelschule an der Rockefellerstraße.

Sein Türöffner: Er betont in jedem Gespräch, dass er ebenso wie die Eltern selbst das Beste für deren Kind will. «Dann reagieren die Eltern in der Regel einsichtig, sehr offen.» Wenn Sprachbarrieren da seien, helfe es zudem enorm, einen Dolmetscher zu haben. Nur bei etwa einer von 100 Familien schaffe er es nicht, einen Zugang zu den Eltern zu bekommen, erzählt Schmidt.

Doch diese Elternarbeit ist zeitaufwendig, die Ressourcen nicht nur in Zeiten des Lehrkräftemangels knapp. Schmidt fordert daher: «Wir brauchen mehr Manpower in der Schule, mehr multiprofessionelle Teams aus Lehrkräften, Schulsozialarbeit und Schulpsychologen.» Anders sei es nicht zu schaffen, bei Leistungstests wie der Pisa-Studie künftig wieder besser abzuschneiden. Zumal sich die aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen fortsetzen und die Aufgaben der Schulen damit zunehmen dürften. News4teachers / Von Elke Richter, dpa

Wenn Eltern keine Grenzen mehr setzen: Was falsch verstandene Bedürfnisorientierung bei Kindern anrichtet

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84 Kommentare
Stine
29 Tage zuvor

Das mag in den überwiegenden Fällen so sein. Umgekehrt, so bei uns, kapitulieren aber offenbar auch die Lehrer. Ihr Kind kann das noch nicht? Ach das macht doch nichts, das lernt es schon noch. NEIN, das Kind muss zuhause keine Aufgaben machen. Ein Nachfragen nach dem Lernstand des Kindes wird als Kritik aufgefasst. Pünktlichkeit, Respekt, Disziplin, Konzentration, nichts wird verlangt und zuhause fragt sich das Kind, Mama was willst du eigentlich, in der Schule ist das nicht so. Häufig kommt die Info, das Kind braucht Förderung, viel zu spät an. Und wir reden hier von einer extrem heterogenen Klasse – das betrifft auch die gut situierten Eltern, die sich auf die Lehrer verlassen und die Wohlfühlmentalität so lange unterstützen, bis sie merken, dass es das eigene Kind nachher nicht aufs Gymnasium schafft. Alle Verantwortung nur auf die Eltern schieben ist zu einfach. Die Zusammenarbeit muss passen.

Horst
28 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Ich denke es ist nicht schwarz oder weiß und damit immer fallweise zu betrachten. In vielen Punkten habe ich unsere Situation hier allerdings wiedergefunden und möchte an der Stelle noch Ergänzungen aus unserer Grundschule (aktuell 3. Klasse) beifügen, die ich nicht nachvollziehen kann: Kinder können überall ihre Aufgaben bearbeiten, auf dem Boden, in der Umkleide oder am Tisch, wie und wo sie mögen; falsche Stifthaltung wird nicht korrigiert, „das lernen die Kinder schon“; wie in deutsch geschrieben wird ist egal (Schreibschrift wurde behandelt, wird aber nicht mehr weiter verfolgt, wieder „das lernen die Kinder schon“); Vokabeln in Englisch müssen nicht korrekt geschrieben werden, „es geht um den Spaß dabei“. Gerade in punkto Ordnung und zu lernen Aufgaben korrekt umzusetzen, ist es für mich schwierig meinem Kind zu vermitteln, dass es Zuhause bitte ordentlich am Schreibtisch arbeitet, den Stift für eine saubere Schrift richtig hält und Schreibweisen gleich korrekt lernt. Angesprochen am Elternabend wird pauschal auf „neueste wissenschaftliche Erkenntnisse“ verwiesen. Aus meiner Sicht geht hier leider viel verloren und wir müssen Zuhause leider viel ausgleichen. Aber ja, wir beteiligen uns auch gerne immer bei Kuchenspenden oder helfen beim Plätzchenbacken. Ich denke sowohl Lehrer mit großen Klassen, frechen Kindern und schwierigen Eltern, wie auch engagierte Eltern mit Erwartungshaltung sind ziemlich gefordert. Gesamthaft scheint das System leider überfordert…

Fräulein Rottenmeier
28 Tage zuvor
Antwortet  Horst

Ja, kann ich leider bestätigen…..ist bei einzelnen Kollegen wirklich so. Ich habe als Mathefachkraft jetzt ein Jahr gekämpft, dass die Kinder sich nicht jeden Tag ihren Platz neu aussuchen können, sondern ein feste Sitzordnung haben, wo sie vernünftig arbeiten können….
Es gibt Kollegen, die da etwas völlig falsch verstehen…..leider…..unter der Prämisse des selbstorganisierten Lernens…..

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Horst

Gerade in der Grundschule haben bestimmte Konzepte große Auswirkungen für die Zukunft.
Der Einfluss einzelner Lehrkräfte ist nicht zu unterschätzen, denn im Gegensatz zu den weiterführenden Schulen kann nur eine einzige Lehrkraft, wenn sie als Klassenlehrkraft über zehn Stunden in ihrer die Woche unterrichtet (Ich meine, wir hatten damals Mathe, Deutsch, HSU und Musik bei unserer Klassenlehrerin.), großen Schaden anrichten, wenn sie ihren Job nicht gut macht bzw. aus irgendwelchen Gründen nicht gut machen kann.
Genauso schlimm ist es natürlich, wenn ständig Lehrkräfte ausfallen und nicht ersetzt werden können, so dass dann freies Arbeiten zum Konzept wird und die Lehrkräfte aus der Not heraus sagen müssen, dass die das schon lernen würden.

Aber leider gehen Beschwerden immer an die Falschen. Engagierte Eltern adressieren nicht die Verantwortlichen, sondern immer diejenigen, die für sie direkt greifbar sind.
Wird Zeit, dass sich die Politik endlich verstärkt um eine ordentliche Versorgung der GS und die Organisation im frühkindlichen Bildungsbereich kümmert!

Tatsachenbehauptung
28 Tage zuvor
Antwortet  Horst

Oh, sind Sie an unserer Schule bzwl Ihr Kind? Ich erkenne alles wieder. In einer Klasse dürfen die Kinder beim Lesen, wenn sie wollen, sich eine Decke nehmen und auf dem Fußboden liegen… naja, ansonsten so, wie Sie es beschrieben haben.

Opossum
28 Tage zuvor
Antwortet  Horst

Sitzhaltung in der Grundschule beschäftigt mich sehr. Bei uns wird auch nichts in der Grundschule korrigiert. Als Resultat sitzt die Mehrheit der Kinder krumm oder in merkwürdigen Zigzags am Tisch und die Distanz zwischen den Augen und dem Heft ist kaum vorhanden. Gesundheit der Augen interessiert keinen.

Bla
28 Tage zuvor
Antwortet  Stine

So kann das sein, wenn zwei Mangelsysteme aufeinander treffen.
Die Chance ist sogar so hoch, dass es dann zwangsläufig als einzig logisches „Ergebnis“ genau darauf hinaus läuft.
Ist jetzt aber nichts, was wundert – oder?

Katinka
28 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Na ja, beides geht halt Hand in Hand. Wenn die Schule / die Lehrkräfte Erziehungsaufgaben übernehmen, die eigentlich zu Hause stattfinden sollten, aber andererseits Eltern schnell auf der Matte stehen, wenn man zu Ihrem Kind mal sagt: „So nicht!“ – irgendwo muss man als Lehrkraft auch schauen, wie man seine Ressourcen schont. Ist manchmal eine Abwärtsspirale…

isa
27 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Wenn ich

Rainer Zufall
29 Tage zuvor

„Du bist der Staat, mach!“
Ja? Beim Insbettbringen, Wäscherauslegen, Aufwecken und Frühstückzubereitung? Bemerkenswert, dass die Eltern sich das laut zu fordern gedenken…

„Das ist so ein total desorganisierter Alltag: Keine Routinen, keine Rituale, keine Strukturen, und Laissez-faire in ganz vielen Bereichen.“
Und wer um Hilfe bittet, wird als fauler Schnorrer*in zusammengefaltet, die/der immer nur sagt: „Du bist der Staat, mach!“
Perfektes System, nur Pech für die Kinder 🙁

Heinz
29 Tage zuvor

Geliefert, wie bestellt.

Die Politik hat doch in den letzten Jahrzehnten alles dafür getan.

Peter Hoffinger
29 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Das ist eine der typischen Stammtischparolen. Der Mensch braucht immer einen Schuldigen – und das ist natürlich „die Politik“ die „seit Jahrzehnten“ versagt hat bzw. „alles dafür getan hat“. Dein Kommentar enthält absolut keinen Inhalt, sondern nur den vermeintlichen Schuldigen, ohne jedoch überhaupt zu sagen, was „die Politik seit Jahrzehnten“ alles falsch gemacht hat.

447
29 Tage zuvor
Antwortet  Peter Hoffinger

Lehrern braucht man das nicht erklären, die verstehen das auch so was gemeint ist (auch wenn es viele nicht teilen).

Und wer angesichts des Zustandes von Schulen, Personallage, Schulrecht & dessen Auslegung allen Ernstes die verantwortliche Politik (denn diese übt 110% Kontrolle über das Schulwesen aus) noch verteidigen will – dem kann man nix erklären.

Heinz
29 Tage zuvor
Antwortet  Peter Hoffinger

Dessen bin ich mir bewusst, und habe dies auch absichtlich so gewählt. Die Antwortforen unterhalb der Beiträge von News4Teachers sind voll von Beispielen.
Ich erspare dem Leser die immer gleiche Leier.

447
28 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Das ist der Weg.

Bla
28 Tage zuvor
Antwortet  Peter Hoffinger

Mal rein aus Interesse … Zählen Sie mal auf, was der Staat „gut gemacht“ hat.
Kann man ja gerne diskutieren.
Für jeden „guten Punkt“ füge ich gerne bei Gelegenheit einen „kritischen Faktor“ im Gegenzug hier ein in den Diskurs.
Deal?

447
28 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Hihi, diabolisch!
I like it.

Biene
28 Tage zuvor
Antwortet  Peter Hoffinger

Stimmt leider! Mein etwas Mühe bei der Recherche werden Sie feststellen, dass dieser „Spaß“ seit 1963 läuft. Also ja seit Jahrzehnten versagt die Politik.

Brasilero
28 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

sorry, aber das ist eine selten dumme, dafür arrogante Aussage.
Wer der Meinung ist, Kinder in die Welt setzen zu wollen, “ hat sich verdammt noch mal auch um die Kinder zu kümmern “ Der Bildungs-Auftrag liegt beim Staat, Alles Andere ist die Pflicht der Erzeuger, die in früheren Zeit-Epochen auch ELTERN genannt wurden

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Stellt sich halt aber auch die Frage, für wen die Politik dies tat.
Schon … schade, wie viele Wählergruppen sich bildungspolitisch nicht angesprochen fühlen…

Iikki
29 Tage zuvor

wie kann man sich bitte IMMER aus der Verantwortung rausreden. Es ist auch egal, was die Forderungen sind, die Lehrer wollen damit nichts zu tun haben. aber worauf begründet sich denn nun der Beamtenstatus? Danke fürs Existieren?

Realist
28 Tage zuvor
Antwortet  Iikki

Art 6. Abs 2. GG:

„(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“

Wenn demnächst die KI ihren Homeoffice-Arbeitsplatz wegrationalisiert, da Sie sich weigern, die 35-Stunden-Woche und unverdiente, exorbitante Bonuszahlen aufzugeben, haben Sie ja wieder viel Zeit dazu…

Tatsachenbehauptung
28 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ach, da ist es ja wieder. Eben schrieb ich es. Lehrer reden sich immer gerne damit heraus. Sie unterschlagen (und Sie wissen das ganz genau), dass Lehrer auch das Recht und die Pflicht haben, die Schüler zu erziehen. Warum ignorieren Sie das so hartnäckig?

Auftrag der Schule

§ 1Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule(1) Der Auftrag der Schule bestimmt sich aus der durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Baden-Württemberg gesetzten Ordnung, insbesondere daraus, daß jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung hat und daß er zur Wahrnehmung von Verantwortung, Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft sowie in der ihn umgebenden Gemeinschaft vorbereitet werden muß.
(2) Die Schule hat den in der Landesverfassung verankerten Erziehungs- und Bildungsauftrag zu verwirklichen. Über die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler […]

https://lxgesetze.de/schg

Schotti
27 Tage zuvor

Haben Sie den Text überhaupt selbst gelesen? Da wird nicht einmal das Wort Lehrer genannt. Ich mein ja nur.

Studiosi
25 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Gibt’s denn sowas??? Da steht Auftrag Schule… Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule…. Sie wollen sagen, damit sind die Schüler untereinander gemeint?

Realist
25 Tage zuvor
Antwortet  Studiosi

Und die Deutsche Bahn AG als Betreiber des Schienennetzes ist dafür verantwortlich, dass die Züge pünktlich sind.

Sind Sie aber nicht. Gebe ich jetzt dem Zugbegleiter die persönliche Schuld? Oder doch lieber dem Bahnvorstand? Ach ne, der kann ja keine Schuld haben, bei den ganzen Bonuszahlungen…

Schotti
25 Tage zuvor
Antwortet  Studiosi

Ich wollte nichts sagen, sondern ich habe gesagt, dass da Lehrer nicht wörtlich genannt werden.

Der Text ist dementsprechend nichtssagend, völlig unkonkret und außerordentlich vage formuliert. Wie alles, was irgendetwas mit Schule zu tun hat. Kann sich ja mal jeder die Frage stellen, warum das wohl so gemacht wurde.

likki
28 Tage zuvor
Antwortet  Realist

was wollen Sie denn bitte von meinem Arbeitsplatz wissen?
homeoffice? Präsenz? 35 Stunden? Weniger? Mehr? was verdiene ich wohl? was hab ich für eine Ausbildung? oder einen Abschluss? oder gar mehrere? bekomme ich Boni? Tantiemen? Zulagen?
Alles ungewiss.
Gewiss ist: Lehrer reden sich aus aller Verantwortung raus. richten sollens die anderen.
der Dienstherr. der schulträger. die Eltern. die Schulsozialarbeiter. im Vorfeld die Kindergärten oder im Nachgang die Ausbildungsbetriebe oder die Hochschulen.
der lehrer kann für nichts was.
und springt nur so hoch er muss.

brasilero
27 Tage zuvor
Antwortet  likki

Ihre Aussagen zeigen Ihre absolute Unfähigkeit und Unkenntnis,. Dafür aber ein hohes Maß an Arroganz!
Herzlichen Glückwunsch!

Realist
27 Tage zuvor
Antwortet  likki

„was wollen Sie denn bitte von meinem Arbeitsplatz wissen?
homeoffice? Präsenz? 35 Stunden? Weniger? Mehr? was verdiene ich wohl? was hab ich für eine Ausbildung? oder einen Abschluss? oder gar mehrere? bekomme ich Boni? Tantiemen? Zulagen?“

Die meisten Nicht-Lehrer-„Experten“, die hier kommentieren, machen das aus dem „Homeoffice“ heraus, weil ihnen wieder einmal langweilig ist und sie keine Lust haben, den Hund Gassi zu führen oder Einkaufen zu gehen.

Da herrscht die Vorstellung vor, das man im „Homeoffice“ dem Arbeitgeber ja trotz Vertrag keine 35-Stunden-Arbeitszeit pro Woche schuldet, wenn man die gestellten Aufgaben in weniger Zeit hinschludert. Wenn der Arbeitgeber zu doof ist, das zu kontrollieren, dann geht man eben Gassi mit dem Hund. Hat man sich als „Fachkraft“ ja verdient, soll der Staat doch subventionieren, wenn der Chinese es billiger und besser kann. Im Zweifel baut man dann Panzer für 20 Millionen statt Autos für 20.000 €. Hautsache der Staat zahlt einem die im „harten Wettbewerb“ selbstverständlich verdienten exorbitanten Gehälter und Boni…

Bla
26 Tage zuvor
Antwortet  likki

Darf ich als „nicht (mehr) Beamter“ denn Ihr Aufgabenprofil erfahren?
Habe auch zusätzlich zum Studium mindestens eine (Berufs)Ausbildung gemacht.

Mich interessieren vor allem die „ungerechte, exorbitante Bonuszahlen“.

447
26 Tage zuvor
Antwortet  likki

Kein Problem.

Sie können bei dieser Unterrichtsdrohne auch richtigen Unterricht bestellen.

Und Erziehung.

Und eine absolut leistungspositive Spitzenförderung, mit topp Ergebnissen.

Westpoint statt Westquartierschule?
Kein Problem, alles von der Pike auf gelernt.

Sporterziehung, Frühaufstehen und Sekundärtugenden inklusive.

Eröffnung der entsprechenden Ganztagsschule – wann ?
Anzahl Jammerbeschwerden, wenn ausgerechnet ihre Lendenfrucht wegen zu vielen Minderleistungen nachmittägliche „Förderstunden“ aufgebrummt kriegt – wie viele von Ihnen?

Hören Sie bitte auf, sich zu beschweren – Schule ist so, wie der Wähler sie will.

Gerne können Sie Lehrkräfte für jeden Mist verantwortlich machen – SOBALD Lehrer in Schulen wieder was zu sagen haben. (Spoileralert: Was niemals absehbar passieren wird)

unfassbar
25 Tage zuvor
Antwortet  447

In Sachsen-Anhalt könnte das geplant werden. Nur an einer so direkten Umsetzung habe ich doch meine Zweifel.

Indra Rupp
25 Tage zuvor
Antwortet  447

Guten Tag, ich würde gerne etwas zum liefern bestellen:
Einmal Paket Mathe, Deutsch, Deutsch, Werken mit Erziehung sauer scharf.
Zweimal Paket Englisch, Kunst, Kunst, Biologie mit Erziehung würzig süß.
Und einmal Paket Förder mit extra Beilage DAZ und Erziehung klassisch mild ohne Zuckerzusatz!
Wenn es dass als Komplett Menü zum Sparpreis gibt, füge ich noch eine große Familienportion Sonnenschein mit extra Vitamine hinzu.
Ich zahle nur mit Schulabschluß – Beleg.
Liefern Sie frei Haus?

Heinz
28 Tage zuvor
Antwortet  Iikki

Sie sind auch der Meinung, dass wenn jemand Beamter wird, dass er verdammt nochmal sich in ewiger Demut und Dankbarkeit präsentieren soll und gefälligst sein Privatleben aufopfern soll.

Laromir
28 Tage zuvor
Antwortet  Iikki

IMMER aus der Verantwortung. Nein, nicht immer, nur dann, wenn es nicht meine Verantwortung ist. meine Verantwortung ist, dass die Kinder guten Unterricht bekommen, dass sie gemeinsame Spielregeln lernen, dass sie wissen, wie man sich gut organisieren kann, dass sie wissen, welche Hilfsangebote sie bekommen usw. Meine Verantwortung ist es jedoch nicht, dass ich die Kinder abends rechtzeitig ins Bett schicke, dass ich die Handyzeit kontrolliere, dass ich ein (gesundes) Frühstück einpacke, dass ich auf halbwegs angemessene Kleidung achte, dass ich in den Klassenchat gucke, wer mal wieder gemobbt wird, dass das Kind sich wenigstens in Ansätzen sozialkompatibel verhält. Alles einfach nicht meine Baustelle, weil nicht mein Kind und nicht meine Aufgabe und befugt bin ich ebenfalls nicht. Nein, ich bin nicht die Klassenmami/der Klassenpapi, ich bin die Lehrkraft. Ich habe Verantwortung für Lehrkraftaufgaben, Eltern haben Verantwortung für die Elternaufgaben. Und immer mehr Eltern schieben ihre Aufgaben an Kita und Schule ab. Kurze Frage: warum habe ich Kinder, wenn ich so gar keine Lust habe, mich mit ihnen zu beschäftigen? Und da geht es nicht um den ganzen Tag zu Hause sein, sondern um morgens und abends mal gemeinsam am Tisch zu sitzen, eine 5 min. Gute Nacht Geschichte und am Wochenende vielleicht mal einen Spieleabend. Plus Hygieneregeln, Stift und Schere bedienen, Hallo/Tschüss, Bitte/Danke, ich verletze und beleidigen andere nicht in jedem Satz und ich treffe halbwegs die Kloschüssel. Dazu kommt noch, dass man Schreiben der Schule nicht ignoriert und beim Elternabend mal auftaucht. Wer Kuchen backen will, prima, wer es gerade nicht schafft auch gut. Um so etwas zusätzlich geht es doch gar nicht. Hier geht es mal um die Basics der Erziehung und Zusammenarbeit mit der Schule

brasilero
27 Tage zuvor
Antwortet  Laromir

Besser kann man es nicht beschreiben. Herzlichen Dank

Schotti
27 Tage zuvor
Antwortet  Iikki

Ich will ja Ihre romantische Sicht auf die Welt nicht trüben, aber der Beamtenstatus für Lehrer begründet sich lediglich darauf, die Lohnnebenkosten zu sparen. Und damit man weiterhin Leute nach Duisburg und Gelsenkirchen schicken kann. Das war es.

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  Iikki

„wie kann man sich bitte IMMER aus der Verantwortung rausreden.“
Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, es würde über Inklusion oder ähnliche Themen gesprochen 😉

Bla
26 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bei Inklusion war „der Deal“ ja auch das Fachpersonal qualitativ an die Schulen zu bringen. Deckte und deckt sich nur weitestgehend halt eben nicht mit der Umsetzung.

„Der Deal“ war halt nicht: Die I-Kinder kommen, die Fachkraft auf „beratende Funktion“ mit minimalsten Stunden und Mehrfacheinsatz – sowie „Fremdbesetzung und Fremdeinsatz“, dann „das Wenige“ auch noch kürzen und weitgehend unqualifiziertes Personal [FSJler] einzusetzen. Und wirklich nichts gegen FSJler. Die sind toll. Aber halt dafür weitgehend unqualifiziert.

Wenn man das nicht „sieht“, dann schließt man tatsächlich die Augen – vor dem Mangelapparat und Mangelumsetzungen etc.

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  Bla

„Bei Inklusion war „der Deal“ ja auch das Fachpersonal qualitativ an die Schulen zu bringen.“
Also in BaWü wurden die SBBZ erhalten, deren Lehrkräfte wurden nur ausgeliehen.
Sie gingen an die Privatschule, weil die Rahmenbedingungen dort für Sie tragbar waren im Vergleich zu öffentlichen Schulen.

Wo war dazwischen irgendwo ein „Deal“ für Sie?
Sehe ein Gesetz, das (auf allgemeinen Wunsch der Mehrheit ohne Einschränkung/ Betroffenheit) g
schlecht umgesetzt wurde, aber wenn Sie da eine Vereinbarung oder konkrete Zusagen ausgemacht haben…

Bla
25 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

„Also in BaWü wurden die SBBZ erhalten, deren Lehrkräfte wurden nur ausgeliehen.“

Pforzheim hat eine absolut privilegierte Lage und „Standing“. Sorry … Sogar ich weiß, dass dort mitunter die besten Rahmenbedingungen und Umsetzungen bei und für Inklusion sind.
Das können Sie nicht mit anderen Gebieten gleichsetzen.
Und ja: Dort sollte zumindest mal die Tendenz hin gehen. Das wäre toll. Wäre zumindest mal eine massive Verbesserung.

„Sie gingen an die Privatschule, weil die Rahmenbedingungen dort für Sie tragbar waren im Vergleich zu öffentlichen Schulen.“

Das stimmt.
Mache ich auch kein Geheimnis draus.
Dort war und ist Inklusion tatsächlich „möglich[er]“.
Noch nicht mal aufgrund des „Geldes da Privatschule“. Das ist Mythos und Quatsch.
Sondern aufgrund der Strukturen, der Rahmenbedingungen [also Spielraum von Privatschulen], dem Verzicht auf (massiv) Gehalt und dem Profilbereich der Schule an und für sich etc.

Geht da auch gar nicht um „vor Inklusion“ wegrennen. Sondern „gezielte(re) Inklusion erst überhaupt möglich machen“. Zudem eben auch andere Rahmenbedingungen und Abwägungsfaktoren.

Finde ich rational gesehen und als „Selbstschutz“ [und auch „Schutz“ meiner „Klientel“] absolut vernünftig und sinnvoll.
Viele Regelschulen und das Staatssystem finde ich strukturell massiv fragwürdig und ineffizient. Zudem für „viele Beteiligte“ eine Zumutung.
Und da bin ich auch ehrlich und direkt. Das würde ich mir nicht mehr antun. Das ginge auch gar nicht. Würde mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in einen sozialen/autistischen Burnout geraten – rein der ineffezienten Strukturen und Systematik halber schon. Nicht wegen der Kinder – die haben es „schwer genug“ oft bei dem B…-System.
Der Wechsel war das einzig professionelle und sinnvolle Agieren für mich. Und das bereue ich in keinster Weise [Gehalt ist so eine Sache … Aber dafür stehe ich ebenfalls zu privilegiert „auch so“ da. Bin nicht unbedingt „abhängig vom AG“].

Kann man kritisieren. Mei … Nehme ich an. Ich kritisiere auch (viele) Privatschulen.
Wie Sie wissen bin ich weder ein sonderlicher Fan von „Glaube in Schule“ [konfessionelle Schulen], noch von Rumgeschwurbel und Esoterikumsetzung gegen Wissenschaft auf „Gefühlsbasis“ und einem selbst ernannten „Hellseher“ [Rudolph Steiner, Waldorf] – welcher in seinen Schriften schon schrieb, wie man den Staat „umgeht“ und „seine Pädagogik unterrichtet“ … Aber auch Montessori [Teure Materialien, wenngleich gute Materialien. Teilweise „schwache Diplome“ (unzertifizierte Alibikurse) … Usw.].
Zudem auch grundlegend mal das Staat-Privatschulsystem als „Förderung“ [reine Kostensparung des Staates] vs. „Elterngeld“ [reduziertere Anfragen, aufgrund „kann man sich nicht leisten“].
Alles Kritikpunkte, welche ich selbst habe und auch nachvollziehe, wenn diese kommen. Zudem auch weitere.

Aber irgendwann muss man halt mal in der Realität ankommen … Oder man geht eben unter.
Daher ja auch: Aktuell? Ganz klar Bildungspflicht.
Und auch das hat massive Nachteile. Vollkommen klar. Vollkommen zu Recht zu kritisieren. Gehe ich mit.
ABER: Es ist ein Kompromiss. Und aktuell ist das leider einer der sinnvollsten Kompromisse für viele und „ein hohes Potential“ zudem für eine Bildungschance.
Auch das kann und sollte man zumindest überlegen, diskutieren und abwägen.
Man muss dem weder „zustimmen“, noch „es gut finden“, noch sonst was. Aber verstehen … Sollte man finde ich.
Ich verstehe ja auch, warum man hier strikt für eine Schulpflicht ist/sein kann. Das war ich auch … Länger als für eine Bildungspflicht. War früher „prinzipiell“ sogar dagegen [also gegen eine Bildungspflicht].
Denken Sie mal bisschen drüber nach … Gerne mit und ohne „Emotionen“.

„Wo war dazwischen irgendwo ein „Deal“ für Sie?“

Wie meinen Sie das? Klar wurde „Inklusion“ angesagt mit „ihr bekommt Ressourcen und Multiprofessionelle Teams“ usw.
Wurde sich halt nie dran gehalten im Großen und Ganzen.
Der Deal war eben absolut „schlecht“. Haha. Und ja … Es war ein „Deal ohne Entscheidung“. Da haben Sie Recht, falls Sie das meinen. Das ist so.
Es war ein einseitiger Deal: Wir versprechen was – ihr macht es – wir halten uns nicht dran – die Belastung bleibt bei euch.
Und genau das ist das Problem.

„Sehe ein Gesetz, das (auf allgemeinen Wunsch der Mehrheit ohne Einschränkung/ Betroffenheit) g
schlecht umgesetzt wurde, aber wenn Sie da eine Vereinbarung oder konkrete Zusagen ausgemacht haben…“

Schlecht umgesetzt? Definitiv.
Das mit „auf allgemeinen Wunsch der Mehrheit …“ müssten Sie mir bitte näher und konkreter Erläutern. Mit Beispielen von „wer“ usw.
Kann das jetzt nur „interpretieren“.
Weiß aber nicht, ob ich dann „richtig liege, was Sie meinen damit“.

Es gab Zusagen. Natürlich keine „ich mache meine Unterschrift, dass …“. Ne. Der Staat hat Sorge zu tragen. Der Aufgabe wird der Staat nicht gerecht.
Und wer das jetzt wie und wann und wo ausbadet. Ja … Mehr oder minder „alle“.
Da gibt es denke ich gar keinen Dissens zwischen uns.
Wir beide verstehen, dass der Staat seinen Job nicht macht. Punkt.
Nur wir beide gehen offensichtlich anders mit dieser Tatsache um.
Ich gehe lieber an/zu einer Privatschule, wo ich tatsächlich die Möglichkeit überhaupt habe, inklusiv(er) zu arbeiten.
Andere verbleiben halt im System (und gehen unter). Auch gut.
Und Sie haben ja sowieso „ein anderen Bezug“ – Sie schreiben hier als Sonderpädagoge. Mit Ihrem Profilbereich.

Ich schreibe hier gerade [diesen Kommentar] als Privatschullehrer / ehemaliger Staatsdiener mit Einblick an/auf unterschiedliche Regelschulen. Mitunter auch Brennpunktschulen. Mit SuS ohne Deutschkenntnisse und „Wörterbuch“ bei Fachklausuren … So ein Quatsch aber auch gewesen … Geiles System.
Und Inklusion ohne Annahme und Rahmen … Auch super, wenn man „das Leid“ dann täglich sieht, weil man selbst „so ähnlich“ durch das System ging mit Neurodivergenz und über mehrere Jahre starken (Schul)Depression in eigener Kindheit/Jugend.
Sorry – das kann ich tatsächlich nicht „(unter)stützen“.
„Will“ ich auch ehrlicherweise gar nicht (unter)stützen. Finde ich „falsch“/“nicht sinnvoll“.

447
26 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Tatsächlich gibt es viele Ähnlichkeiten.

Als ganz zu Anfang in NRW Inklusion so umgesetzt wurde wie es uns wörtlich versprochen wurde (um uns einzuwickeln) – da lief es.
Denn eine echte, studierte Vollzeit-Sonderpaedagogin war den ganzen Schultag dabei…Heute unvorstellbar, eine Fata Morgana.

Also ja…das geht schon und auch normale SuS profitieren mit.

Wenn es Inklusion und nicht Fake-Lusion ist.

Rainer Zufall
25 Tage zuvor
Antwortet  447

„Denn eine echte, studierte Vollzeit-Sonderpaedagogin war den ganzen Schultag dabei…“
Pflichte Ihnen bei, das dies die Norm seien sollte um Regellehrkräfte zu unterstützen!

Stellt sich die Frage, wie diese Lehrkräfte Ihnen „verloren“ gingen, wo sie zuvor bereitgestellt werden konnten, und so viele über ein „Aufschieben“ der Inklusion bitten, als würde das dann irgendwann auf einen Schlag „richtig“ gelöst, anstatt bspw. den bei Ihnen bereits herrschenden Versorgungsgrad herzustellen 🙁

Jerunda
23 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wie viele echte, studierte Vollzeit-Sonderpädagogen braucht es, um jede Inklusionsklasse über alle Unterrichtsstunden zu versorgen? An meiner GS hätten wir, da dreizügig und bis Klasse 6, mindestens 10 davon benötigt. In fast jeder Klasse gab es mindestens zwei I-Kinder,( GE, Lernen oder E S E, auch mal auditive Wahrnehmungsstörungen, Asperger …)

Bla
21 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Fangfrage!
Die Antwort ist: Von 0 bis ALLE.
Je nachdem wie man „Inklusion“ nämlich versteht.

Jerunda
20 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

War diese Rechenaufgabe zu schwer für Sie? 🙂

447
15 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Diese Lehrkräfte gingen nicht passiv „verloren“ – die wurden geplant und heimtückisch von der Bildungsverwaltung Jahr für Jahr verwässert und um-/wegverteilt, um Kosten zu sparen.

Der zunächst versprochene Einsatz war ja nyr eune Finte, um die (im Nachhinein völlug richtige!) Sjepsis der erfahrenen KuK abzubremsen und die damals unerfahreneren (wie mich) einzuwickeln.

Susanne M.
28 Tage zuvor

Wenn die Eltern schon nicht sinnentnehmend lesen können, da ständig am Smartphone, nützt es auch nichts, wenn die Elternbriefe in mehrere Sprachen übersetzt werden.

ed840
28 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Laut PISA-2025 würde es schon reichen, wenn die Eltern positives Interesse an den Schulleistungen zeigen und sich mind. 1 mal pro Woche mit den Kindern darüber unterhalten. Das bringt im Vergleich zur Vergleichsgruppe dann bis + 35 Pkt höhere PISA-Scores .

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Eine sehr interessante Art, die PISA-Ergebnisse zu lesen… Die Eltern müssen es richten – wie neu (gähn)

DerechteNorden
26 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie sind also für staatliche Internate für Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht in der Lage sind, sie vernünftig zu erziehen und positives Interesse an ihnen und ihrem Bildungsweg zu zeigen?
Oder wie wollen Sie ändern, dass bestimmte Eltern dafür sorgen, dass ihre Kids keine Chancen haben?

Das konnte mir hier auf dieser Plattform noch niemand aufzeigen.

Rainer Zufall
25 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Sie sind also für staatliche Internate für Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht in der Lage sind, sie vernünftig zu erziehen und positives Interesse an ihnen und ihrem Bildungsweg zu zeigen?“
Nö.

Fragen Sie das Susanne und Ed auch? 😀

DerechteNorden
25 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Warum sollte ich? Sie sind ja diejenige Person, die meint, der Staat müsse alles regeln.
Die Frage lautet, wie genau das denn funktionieren soll, wenn bestimmte Kinder hauptsächlich dem Einfluss ihrer Eltern ausgesetzt sind, dieser aber schlecht für sie ist?
Also? Wie sehen Ihre konkreten Vorschläge aus?

Bla
25 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

„Nö.“

Warum nicht? Und wie wollen Sie das ansonsten lösen?
Tipp: Ressourcen kommen (erstmal) recht sicher keine.
Also?

@Susanne: Internate?
@Ed: Internate?

Kann man ja ansprechen – wo ist das Problem dabei?

ed840
24 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Andere PISA-Länder weisen deutlich bessere Werte bei „family support“ auf. SWE = +0,08, PL = -0,04, Korea = -0,06, UK = -0,09.

Scheint also auch ohne Zwangsinternierung zu gehen.

Vielleicht liegt es ja am elterlichen „mindset“ ?

Bla
24 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Wie steuert man jedoch dieses „mindset“? Das dann halt die Folgefrage.

Wir haben Eltern, welche „hohe Anforderungen/Forderungen“ haben und stellen auf der einen Seite.
Und Eltern, welche „gar keine“ haben und stellen.
Dazu eben Eltern, welche „klar kommen“. Und welche, die „nicht klar kommen“. Ganz neutral mal ohne Wertung.
Das ist der Bestand. Die Spanne ist weit.

Jetzt kann man systematisch es so aufziehen, dass „die Eltern“ die „(Regel)Schulen“ auffangen. Oder „die (Regel)Schulen“ „die Eltern“ auffangen. Oder „beides“. Aktuell versuchen wir „beides“ mit Tendenzen zu „beiden“.
Das wäre dann als logische Folge … Irgendwer „leidet“ immer – rein systemisch bedingt schon.

Schweden, Finnland, Estland, Island, Neuseeland und co. -> Haben ein äußerst „wir mögen Bildung“ als Setting. Weitgehend sozial. Die investieren aber auch und überlegen, was sie machen. Wie auch immer das dann „ausgeht“ – man will.

Korea, Taiwan, Japan und co. -> Haben ein recht homogenes Setting aktuell noch, bei Japan ist und wird es künftig wahrscheinlich einen „Wandel“ diesbezüglich geben. Bin gespannt. Dort steht Bildung ebenfalls sehr hoch im Ansehen. Die Schulen werden „geduldet“, da „Ergebnisorientiert“. Mit allen Konsequenzen von kindlichen Burnout bis hin zum Suizid.

In beiden „Systematiken“ ist die Schulbildung sehr „erstrebenswert“ und decken sich mit „Alltagswillen“.
Also: Schule leistet. Eltern ebenfalls. Und wenn man „nicht die Leistung bringt“ fliegt man „etwas raus“ – wird dann aufgefangen durch: Massiver Nachhilfe und Förderung. Oder eben einem „kompletten Downfall“. Zwischen Förderung und Drill. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Da muss man halt überlegen, wo man hin will.
Wir haben 16 Systeme + 1 [mehrere] „übergeleitete(s) System(e)“. Dazu noch Parallelsysteme [Privatschulen usw.].
Gut … Macht es natürlich nochmal schwieriger.

Die Unzufriedenheit ist merklich in Deutschland. Aktuell gibt es doch so einen „Trend“ zu „wir wandern aus“, „wie kann man das Kind aus Schule bringen“ usw. auf Tiktok (usw.?). Damit werden „wir“ uns als System/Bildungssystem ebenfalls politisch auseinander setzen MÜSSEN. Das wird aktuell wo genau gemacht?
Die Tendenz/den Trend sieht man bereits. Wie „hoch“? Keine Ahnung. Aber er ist da potentiell. Wie reagiert jetzt „Politik“ darauf? Hm. Eltern tun das aktuell schon. Hinkt man etwas wohl nach. Wundert nicht.

Wir haben zwei „Mangelsysteme“ [als Großes und Ganzes], welche aufeinander Prallen.
Die Gymnasien in Bayern? Da klappt es. Da stimme ich zu. Denke das sehen Sie auch so.
Aber warum „klappt“ es dort denn?
-> Äußerst privilegierte Schicht und Stellung
-> (Bayerische) Gymnasien sind der „Bildungskönig“ (in Bayern). Hierauf setzt man.
Die Gyms sind nicht im Ansatz von der Fülle an Differenzierung, Inklusion, Migration usw. usf. gefordert wie alle anderen Schularten [Realschule lasse ich mal aus … Die sind sowieso nur noch „systemische Lückenfüller ohne Auftrag … Sorry … Sind wir aber mal ehrlich. Die haben absolut keine Stellung und keinen „Mehrwert“ mehr im System.
Jetzt kann man natürlich sagen: Gut. Die Gym machen also ihren Job und der Rest nicht … Ja und nein: Mit ihrem Klientel machen sie gute Arbeit. Das können sie auch. Privilegierte Situation.
Könnten sie das aber mit „anderem Klientel“? Nein. Sieht man durchaus an ehemalige Gyms -> GemS wohl?
Und auch die Methodik und Didaktik funktioniert ja nicht mit den Problembereichen der anderen Schularten. Also insb. Förderschulen, Grundschulen, Mittelschulen.
Da braucht man sich doch nichts vorzumachen.

An meiner Privatschule kann ich auch anders unterrichten, als an Brennpunktschulen. Das ist einfach so. Auch da braucht man sich nichts vorzumachen.
Es gibt nun mal Familien, welche absolut nichts gebacken bekommen. Und das hat immer auch Gründe. Die Frage ist da nur immer … Kann man diese „entgegnen“. Und „muss“ man diesen „entgegnen“.

Hier wurde irgendwo die Reportage von Anja Reschke aus 2013 mal verlinkt. Dort sieht man ja auch … Die Lehrkräfte wollen „Gutes“ für die Kids usw. … Aber sind wir uns mal ehrlich. Die Realschullehrerin hatte halt null Plan vom Didaktischen und Methodischen. Die Kids dort sind jetzt nicht „weltbewegend“ schwierig meiner Erfahrung und Einschätzung nach gewesen. Die kann man bekommen. Das geht schon. Hatte ich schon andere „Problemfälle“ im Klassenzimmer sitzen.
Aber wenn man eben so agiert, wie die Lehrkraft… Und wirklich nichts gegen sie persönlich. Dann braucht man sich halt nicht zu wundern?
Und so würde es einigen auch „bei System Gym“ mit „solchen Klientel“ gehen … Sind ja null darauf spezialisiert und ausgebildet.

Also leider ein „vielfältiges“ Mangelproblem. Internate als Regelschulsystem wird es sowieso nicht geben. Warum? Einfach schonmal wegen Art. 6 GG zusammen mit „viiiiiiiiel zu kostspielig“.
Die Frage nach Internatsschulen als Regelsystem wird weitestgehend „immer“ eine theoretische bleiben.

Bei mir bleibt es:
– Schule müsste seinen Beitrag leisten (können)
– Eltern müssten ihren Beitrag leisten (können)
Und wenn „eine Ebene“ raus fällt … Und man das „auffangen will“ – dann braucht man eben auf beiden Seiten einen Überhang. Oder mindestens auf Schulebene.
Wir bleiben jedoch im Doppelmangelbereich als Gesamtsystem. Ja gut. Das KANN NICHT klappen. Offensichtlich.

Daher: Bildungspflicht

Mama
28 Tage zuvor

Ich kenne die Situation von beiden Seiten. und ja, es gibt die Kinder, die total übermüdet in der Schule sitzen, die Tage und Nächte vor Bildschirmen verbringen usw. Und ja, ich finde man müsste Mittel und Wege daraus schaffen. aber ich möchte hier mal etwas als Mutter sagen:

Die Kultusministerien geben einen Kanon von Schulbüchern vor, aus denen die Schulen auswählen dürfen. Ich bezeichne das gerne als die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Bücher sind alle so konzipiert, dass Kinder auch ohne Hausaufgaben und üben irgendwie mitkommen. Der Gedanke ist nett, aber grundfalsch. Denn Basiskompetenzen werden von Anfang an nicht stabil aufgebaut. Man baut also ein Fundament mit Lücken und wundert sich, dass das Haus wackelt. Gleichzeitig fordern Schulen, dass man mit 5 Tagen Vorlauf sein Kind mal während der Arbeitszeit zum nächstgrößeren Bahnhof für einen Ausflug fährt und auch 40€ Kosten sind kein Problem. Doch genau das ist das Problem..Viele Eltern sich nicht entsprechend mobil, haben oft noch die Verantwortung für Geschwister, bekommen nicht so kurzfristig frei und auch dieser Betrag ist nicht immer verfügbar. Gleiches Problem entsteht bei Schulfesten ohne Busanschluss und Kuchen backen, Elternabende, die mit Öffis nicht erreichbar sind usw.
Schon in Grundschulen setzen Lehrer mit brutaler Selbstverständlichkeit ein digitales Endgerät inkl Kopfhörer für jedes Kind voraus, schimpfen aber gleichzeitig, dass die Kinder zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, ein Wanderrucksack, sowie Wanderschuhe, ein Tortencontainer, eine Keksdose, die über die Weihnachtszeit in der Schule verbleiben darf und eine Mutter, die jederzeit binnen von 5min in der Schule sein kann, sind ebenfalls anscheinend normal. Gleichzeitig soll sie natürlich Vollzeit arbeiten.
Und dann haben wir noch nicht über die pädagogischen Probleme gesprochen. Die Zahl von Schulabsentismus steigt, die Hauptursache ist Mobbing. Viele Schulen haben Schulsozialarbeiter. Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber meine Erfahrungen sind grundweg negativ. Da ich oft auch andere Eltern an anderen Schulen begleite, habe ich viele erlebt und es erschreckt mich immer wieder, wenn autistische Bedürfnisse mit einem „das Kind ist viel zu viel am Tablet“ runter gespielt werden; ein Kind, welches wegen seines Gewichtes gemobbt wird, in Gegenwart der Mobber Diättipps vom Schulsozialarbeiter erhält usw. Was ich noch nicht erlebt habe: Dass die Eltern der Mobber in die Schule zitiert wurden. Und dann wundern wir uns, dass wir kein soziales Miteinander hinbekommen, wenn die Pädagogen oft ein Teil der Problematik sind?
Dazu kommen noch die wenigen unangenehmen Kollegen, die nur zu gerne signalisieren, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und nicht ansatzweise mit den Eltern im Team spielen, sondern die Situation mit ihrer herablassenden Art verschärfen. Ja, es sind wenige, aber sie prägen des Verhältnis von Eltern zu Schule sehr negativ.
Wenn Lehrer und Eltern ein Team sein sollen (und ich finde, dass sollten sie), sollte man auch Eltern zuhören. Es gibt Forderungen aus der Elternschaft, die seit Jahren ungehört an der ganzen Bildungsdebatte vorbeiziehen. Insbesondere wäre da zu nennen:
– Abschaffung der iPads und statt dessen kompetenten Medienunterricht im Klassenverband (unterstützt durch aktuelle Bildungsstudien)
– Anpassung der Lehrbücher an die Standards der 80/90er Jahre
– Berechtigung der Lehrkräfte disziplinarische Maßnamen wie Hof in der Pause reinigen oder einen Schüler vor die offene Tür zu schicken durchzusetzen
– Das Kenntlichmachen von aufsichtsführenden Lehrern mittels Warnwesten, da man sie ab der Sek I oft auf dem Schulhof bei Problemen nicht findet
– Strafgelder nicht bei Schule schwänzen zu verhängen, sondern früher einzugreifen, wenn Eltern Kooperation verweigern, damit es gar nicht so weit kommt

Das sind alles vernünftige Forderungen und ja, es gibt sie. Die Eltern, deren Kinder in der Karre ein Bilderbuch statt eines Handys in der Hand haben, die mit ihren Kindern kochen, spazieren gehen und basteln. Aber das sind auch die Eltern, die zu Hause das kleine 1×1 üben (weil es aus den Lehrplänen gestrichen wurde) und Physik nochmal erklären, während ihr Haushalt liegen bleibt und sie sich gleichzeitig fragen, ob den Tag noch genug Luft ist, um Vokabeln zu üben.

Wir haben versucht alle mitzunehmen und der Gedanke ist toll. Leider ist es bei dem Versuch geblieben, während die Anforderungen ans Elternhaus ins Unermessliche steigen.

Schule muss wieder ein Lernort werden, kein soziokukturelles Experiment, damit auch dem Elternhaus Luft bleibt, das zu tun, was richtig und wichtig ist.

brasilero
27 Tage zuvor
Antwortet  Mama

Eine fundierte und ehrliche Reaktion. Danke

Bla
26 Tage zuvor
Antwortet  Mama

„Wir haben versucht alle mitzunehmen und der Gedanke ist toll. “

Wer ist „wir“ hierbei?

447
26 Tage zuvor
Antwortet  Mama

Vieles davon haben Sie gut auf den Punkt gebracht, finde ich.

Laromir
28 Tage zuvor

Gibt genügend Beispiele für das Desinteresse der Eltern. nicht mal die Hälfte kommt zum Elternabend, Einladung zum Sprechtag wird ignoriert, Zettel/Geld usw. nicht fristgerecht abgegeben, in der Brotbox nur Süßigkeiten oder Geld für Pizza und Cola… ständig rennt man Sachen hinterher, Schreibblock fehlt oder ist seit Wochen leer, keine Stifte usw. Handy bis nachts um zwei, ablehnen des Förderkurses…alles Dinge, an denen ich nichts ändern kann. Sie Kinder tun mir manchmal wirklich Leid, aber ich bin nicht die Eltern, ich kann nicht die halbe Klasse mit allem betreuen, was von zu Hause kommen müsste.

Tatsachenbehauptung
28 Tage zuvor

Man klagte auch schon nach der Wende 1989, dass die Eltern kaum noch zum Elternabend kommen. Bis dahin scheinen die Elternabende voll gewesen zu sein. Bei mir kommen aber immer noch im Schnitt 2/3 bis 3/4 (Grundschule). Man hat immer einzelne Familien, in denen die Kinder wenig Unterstützung daheim bekommen oder sogar keine, bei deren Kinder immer irgendwelche Materialien fehlen und deren Eltern kaum erreichbar sind für uns. Das muss die Schule auffangen. Man hat irgendwie immer mindestens eine Familie in der Klasse, die mit allem unzufrieden ist und alles anders sieht als man selbst und das auch mitteilt. Die können einen Nerven kosten und den Beruf verleiden. Da muss man sich wappnen. Gut ist, wenn man sehr genau seine Rechte und Pflichten als Lehrer kennt.

Eine höhere Anspruchshaltung als früher stelle ich nicht fest. Ich nehme sehr unterschiedliche Elternhäuser wahr. Ist das neu? Es unterscheidet sich wohl auch je nach „Wohngegend“ (Milieu). In manchen Wohngegenden kommst du an die Eltern nicht ran; in anderen drohen sie dir bei jeder Kleinigkeit mit einem Anwalt. Ich nehme ebenso wahr (siehe Stine), dass viele Lehrer nur „ihren Job machen wollen“. Mehr nicht. Für mehr haben sie keine Zeit. Das ist Sache der Eltern, sagen sie, und berufen sich dabei gerne auf das Grundgesetz, in dem irgendwo steht, dass die Erziehung „zuvörderst“ Sache der Eltern ist. Dass die Schule ebenfalls einen Erziehungsauftrag hat, schieben sie gerne beiseite. Das ist zu nervig. Es ist sogar so, dass die Lehrer nicht verstehen, warum Eltern nicht nach ihrer Arbeit noch mit den Kindern sitzen und lernen. Man macht das ja selber auch. Aber man selber kommt am frühen Nachmittag nach Hause, „normalarbeitende Eltern“ hingegen erst am späten Nachmittag, vielleicht sogar erst am Abend.

Aber man hat auch in jeder Klasse, also ich, eine Mehrheit der Eltern, die mich machen lässt, die sich mindestens nicht einmischt und bestenfalls (wenige) mich unterstützen. Dass Eltern für die Schule Kuchen backen, ist keine Selbstverständlichkeit, finde ich, sondern ein Zeichen einer guten Zusammenarbeit. Das gehört nicht auf eine Stufe damit, dass sie Schulmaterialien zu besorgen haben und für Frühstück zu sorgen haben.

Mama
27 Tage zuvor

Danke

HuGo
28 Tage zuvor

Wenn es seit etwa 25 Jahten in Wirtschaft, Bildung etc. nicht mehr “ rund“ läuft, kommen gewohnt die „Elternhelfer“ in s Spiel, obwohl sie an der Gesamtentwicklung keinen Anteil haben. Wenn Politik nicht mehr weiter weiss, ….

P-Body
28 Tage zuvor

ich finde nicht, dass man dieses Thema vereinheitlichen kann.
Es gibt auf beiden Seiten mehrere Aspekte, die nicht gerade förderlich für die Bildung der Kids sind.
auf der Elternseite gibt es natürlich die beschriebenen Fälle, aber auch die, indenen beide Elternteile Vollzeit arbeiten gehen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen und deshalb weniger Zeit für die Belange der Schulverpflichtungen haben. Damit meine ich alle genannten. Von der Hausaufgabenbetreuung bis zum Kuchen für Veranstaltungen. Natürlich sollte jedes Elternteil darauf achten, dass sein Kind nicht verwahrlost. Damit meine ich nicht nur körperlich, sondern auch geistig (Stichwort: Medien).

Aber auch die Lehrer werden zunehmend bequemer. Wenn ich mich an meine Schulzeit zurück erinnere (Ich bin jetzt 50 Jahr alt) gab es Klassen mit 30 oder 33 Kindern, für die ein Lehrer verantwortlich war. heute höre ich von den Lehrern bereits, dass sie mit 20 Kindern überfordert sind, obwohl es dort 2 Klassenlehrer, 1 zusätzlicher Pädagoge und evtl. noch I-Kräfte gibt.

Also alles in Allem muss sich auf beiden Seiten etwas tun.

Realist
27 Tage zuvor
Antwortet  P-Body

„Aber auch die Lehrer werden zunehmend bequemer. Wenn ich mich an meine Schulzeit zurück erinnere (Ich bin jetzt 50 Jahr alt) gab es Klassen mit 30 oder 33 Kindern, für die ein Lehrer verantwortlich war. heute höre ich von den Lehrern bereits, dass sie mit 20 Kindern überfordert sind, obwohl es dort 2 Klassenlehrer, 1 zusätzlicher Pädagoge und evtl. noch I-Kräfte gibt.“

Sie holen sich Ihre Informationen wohl auch nur aus dem Fernseher, wo Sie „in der ersten Reihe“ sitzen und dem Geschwafel von Talkrunden-„Experten“ und Bildungspolitikern andächtig lauschen.

Klassengrößen von 30 Kindern sind am Gymnasium (der einzigen Schulform, die bei PISA noch international in der Spitze mitmischt, also vergleichbar südostasiatischen Ländern!) der Normalfall, ihre berühmten 20er-Klassen finden Sie höchsten an Hauptschulen und Gesamtschulen, also den Schulformen, wo ja alles mögliche an „Gerechtigskeits-Geldern“ (Leuchtturmprojekte, Startchancen-Programme, „Brennpunkt“-Programme usw.) hineinfließt.

Und ihren „zusatzlichen Pädagogen“, der mit in der Klasse steht, habe ich noch nie gesehen. Wer soll das sein? Wo ist er? I-Kräfte können Sie mit der Lupe suchen, wenn, dann sind es unterbezahlte, unausgebildete Personen, die vormittags ein paar Stunden Zeit haben und schon immer „was mit Schule“ machen wollten. Das sind vielleicht „Kräfte“, aber noch lange keine „Fachkräfte“.

Was Sie heutzutage in jeder Klasse (auch Gymnasialklasse finden) sind dagegen, 2-3 Kinder mit ärztlich diagnostieziertem AD(H)S, 1-2 Kinder in psychologischer Dauerbetreuung und 2-3 Kinder, die länger zu Hause als in der Schule sind, weil die Eltern jeden Schnupfen, jedes Bauchweh, ja jedes „übermüdet sein“ mit tagelanger Krankschreibung entschuldigen. Und der Elternwill ist im deutschen Schulsystem politisch gewollt ja „heilig“, da kommt nicht einmal die katholische Kirche mit.

Also, weniger Wolkenkuckucksheim-Propaganda aus der „ersten Reihe“ konsumieren und lieber in der Realität ankommen…

Sonnenblume614
26 Tage zuvor
Antwortet  Realist

2-3 Kinder mit ärztlich diagnostiziertem AD(H)S, das war einmal. Wir sind mittlerweile bei 5-6. Dazu soziale Verhaltensstörungen, Autismus und Verdachtsfälle, die noch nicht diagnostiziert wurden. In Zeiten, in denen Mittel gekürzt werden, ist es schon toll, wenn man überhaupt eine I-Kraft in der Klasse hat.Das hat mit bequem nichts zu tun.

Fräulein Rottenmeier
27 Tage zuvor
Antwortet  P-Body

„Aber auch die Lehrer werden zunehmend bequemer. Wenn ich mich an meine Schulzeit zurück erinnere (Ich bin jetzt 50 Jahr alt) gab es Klassen mit 30 oder 33 Kindern, für die ein Lehrer verantwortlich war. heute höre ich von den Lehrern bereits, dass sie mit 20 Kindern überfordert sind, obwohl es dort 2 Klassenlehrer, 1 zusätzlicher Pädagoge und evtl. noch I-Kräfte gibt.“

Ja, früher war mehr Lametta, nicht wahr?
Ich bin sogar noch ein Stückchen älter als Sie und erinnere mich auch an meine Schulzeit. Da gab es durchaus auch schon hier und da Disziplinprobleme. Wir waren nicht nur brav und haben schon hier und da ganz schön Mist gemacht. Aber in einem gebe ich Ihnen Recht, wir hätten es nicht gewagt, respektlos gegenüber Lehrern oder allgemein Erwachsenen aufzutreten. Die Standardfrage meiner Eltern war, wenn ich meckernd nach Hause kam und ich mich über die Ungerechtigkeit von Lehrern beschwerte: „Und Du, was hast Du gemacht, dass Du Ärger bekommen hast?“

Das ist heute deutlich anders. Eltern hinterfragen oft nicht, glauben treu alles, was der Nachwuchs erzählt, stehen sofort auf der Matte, um sich zu beschweren, nehmen ihren Kindern wichtige Erfahrungen der Konsequenz weg und halten sie oft möglichst umselbstständig.

Und wo ich Ihnen absolut widersprechen muss, ist, dass Lehrer bequemer geworden sind. Was früher vielleicht noch galt, dass Schule ein Halbtagsjob ist, gilt schon lange nicht mehr. Es ist ein Knochenjob geworden. Sie schreiben ja selber, da tummeln sich I-Helfer mit zwei Lehrern in der Klasse. Ja, warum denn wohl? Weil viel zu viele Kinder ein riesiges Päckchen mit sich rumtragen und Unterricht nur noch funktioniert, wenn diese Kinder während der gesamten Zeit enge Unterstützung erfahren und immer wieder fokussiert werden. Glauben Sie, dass dies mit Bequemlichkeit der Lehrer begründet werden kann??

Denken Sie mal drüber nach….

447
26 Tage zuvor
Antwortet  P-Body

So so, bequemer sind die Lehrer geworden? 😀

Weniger „glauben“, mehr „wissen“ – hier kommt ihre individualisiert gestalte Förderhausaufgabe für Chatty & Co.:
„Welche direkten, praktisch anwendbaren Rechte im Sinne alltäglich verfügbarer Maßnahmen und Weisungsbefugnisse und sozial akzeptierter Praktiken gegenüber Schülern und Eltern hatten Lehrer in den Jahren 1950, 1960, 1970, 1980, 1990 und ab 2000 in der Bundesrepublik Deutschland? Skizziere die Entwicklung und gib sie vereinfacht in einer Tabelle wieder.“

Sie dürfen, schau einer guck, das jeweilige LLM sogar aussuchen. 😀
Dann wissen Sie es recht genau.

Alternativ dazu:
Noch ’nen bissl ARD/ZDF und/oder deutschsprachiges youtube gucken und sich wundern: „Ja, sapperlot, diese Lehrer, also wirklich…“

DIDI
28 Tage zuvor

Das Problem hat mehrere Ursachen:

* Zu wenig intakte Familien, die natürlich die Bildungsgrundlage schaffen, auf die eine Schule aufbauen kann. Es fehlt einfach an Zeit für die Kinder. Und es fehlt an verbindlichen Werten, die den Kindern Sicherheit und Stabilität vermitteln.
* Der Lehrermangel. Ich bezweifle allerdings, dass eine Schule das auffängt, was im Elternhaus nicht stattfindet. Das ist eine politische Bildungsvorstellung, dass die Schule alles leisten kann, die unrealistisch ist.
*Zu viel Medienkonsum. Das Kind an sich ist hier schon quasi in seiner Aufmerksamkeit behindert.
* In den Schulem gibt es zu viel Firlefanz. Die grundlegenden Fähigkeiten werden vernachlässigt. Sei es die xte Übernachtung in der Turnhalle, der 150te Kuchen, der auch noch die Eltern in Atem hält…. Und zu viel Nebensächlichkeiten, auch den Stoff betreffend.
* Die Verwendung von KI verblödet in der Regel ohnehin.
*Die Ganztagesbetreuung setzt viele Kinder unter Stress. Ein zu hoher Cortisolspiegel schränkt das Lernvermögen ein. Es mangelt den Kindern grundsätzlich an Ruhe.
*Nicht zu verschweigen ist der massiv gestiegene Migrantenanteil. Wie soll da Schule noch funktionieren?
Fazit: Es bedarf grundlegender Reformen. Dazu gehört in meinen Augen auch ein Homeschooling und eine Stärkung der Familie. Neben der Behebung des Lehrermangels….

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  DIDI

„Zu wenig intakte Familien, die natürlich die Bildungsgrundlage schaffen, auf die eine Schule aufbauen kann.“
Ist schon frech, dass Menschen ihr leben nicht danach planen, wie wenig Geld die Politik für sie ausgeben will. Aber mit Blick auf die Demografie bekommen Sie ja langfristig, was Sie sich wünschen…

„Ich bezweifle allerdings, dass eine Schule das auffängt, was im Elternhaus nicht stattfindet.“
Also nichtstun? Oder kommen jetzt unkonkrete Forderung, irgendwer müsse irgendwas – und dann mit geballter Faust in der Tasche Rechtsextreme wählen, die noch weniger versprechen?

„In den Schulem gibt es zu viel Firlefanz.“
Da sind Sie ja ganz im Sinne der Bildungspolitiker*innen. Bei einer Arbeitszeiterfassung werden gerade diese Erfahrungen „gespart“ welche Kinder über Jahre in (positiver) Erinnerung halten. Da sind Sie auch ganz auf dem Weg….

„Die Verwendung von KI verblödet in der Regel ohnehin.“
Außer da, wo nicht – daher Auftrag ans Bildungssystem.

„Die Ganztagesbetreuung setzt viele Kinder unter Stress.“
Quelle dazu? Oder meinen Sie, die Kinder würden ununterbrochen und gleich weiterlernen? 😀
„Es mangelt den Kindern grundsätzlich an Ruhe.“
Zu Hause am Handy? Welch Ruhe…

„Nicht zu verschweigen ist der massiv gestiegene Migrantenanteil. Wie soll da Schule noch funktionieren?“
Wenn Sie dezentrale Unterbringung, gleichmäßige Aufteilung an ALLE Schulen und mehr Mittel fordern, bin ich ganz bei Ihnen. Sie würden ja jetzt nicht auf rechtsextremen Unsinn reinfallen und völlig übersehen, wie gering die Flüchtlingszahlen sind, was bereits an immenser Arbeit durch Lehrkräfte geleistet wurde und dass der Rechtstaat eine Erungenschaft ist, die nicht dafür geopfert wird, dass Staat und Gesellschaft zu wenig für Bildung ausgeben und Rechtsextreme sich nicht an geltendes Recht halten wollen 😉

Opossum
28 Tage zuvor

„ Eltern sollen … für Feste Kuchen backen … oder mit zum Schwimmen fahren“… Ich „schlackerte tatsächlich mit den Ohren“, als ich erfahren habe, wie viel Unterstützung von den Eltern an deutschen Schulen erwartet wird. Koffer mit dem Auto zum Klassenfahrtziel bringen und abholen, bei der Fahrradprüfung auf den Posten stehen und die Fehler merken, Brötchen morgens verkaufen, Basteltage und viel mehr. Für einen aus dem Land, wo fast alle Eltern vollzeit beschäftigt sind, war es überraschend.
Übrigens – wer würde haften, wenn die von den Eltern gebackenen Kuchen nicht nach hygienische Standarte gemacht wurden?

brasilero
27 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Sehr gute und fundierte Aussagen.

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

„Koffer mit dem Auto zum Klassenfahrtziel bringen und abholen“
Heftig! Als ob alle Familien ein Auto besitzen würden!
Bei welcher Schule wurde das konkret gefordert?

DerechteNorden
25 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das ist bei Klassenfahrten in der Grundschule und im 5./6. Jahrgang durchaus üblich, da die Kosten der Unterbringung geradezu explodiert sind und eine Fahrt im gemieteten Bus, der wegen des Gepäcks notwendig wäre, zu teuer ist. Kurz: Man könnte gar keine Fahrt machen. Die günstigsten Unterbringungen sind immer schnell weg. Ja, leider ist das Angebot sehr begrenzt.
Wir sind mit Deutschlandticket und Kleingruppenkarten mit ÖPNV und das letzte Stück per pedes zur Jugendherberge. Die Eltern haben sich zusammengetan und mit einigen Fahrzeugen das Gepäck gefahren.
Gefordert wird da nichts. Wenn man den Eltern die Lage schildert, bieten die das in der Regel selbst an.
Die Kids, deren Eltern kein Auto haben, haben damit kein Problem.
Warum Sie denn?

Rainer Zufall
25 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Das ist bei Klassenfahrten in der Grundschule und im 5./6. Jahrgang durchaus üblich“
Das alle Familien ein Auto haben? Uff!

„Die Kids, deren Eltern kein Auto haben, haben damit kein Problem.
Warum Sie denn?“
Weil ich es für eine schlechte Grundvoraussetzung halte. Freut mich aufrichtig, wenn die Eltern sich hier arrangieren können, zur Norm erklären würde ich es nicht

Fridolin
25 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Zum Kuchen: Bei uns gab es dazu schon die Aussage, es dürften nur noch abgepackte Süßigkeiten und dgl. mitgebracht werden, sodass man relativ sicher sehen kann, was da für Inhaltsstoffe drin sind.

Ute
28 Tage zuvor

Das ist tatsächlich so. Wir sehen auch immer mehr Väter sich wichtig tun, als Ausgleich für ihr 5 Tage Homeoffice. das war früher überhaupt nicht der Fall.
Es ist generell unverschämt, dann noch Forderungen zu stellen, bei denen, die nicht im Homeoffice arbeiten können oder dürfen und hart arbeiten. Das macht uns sehr traurig und ist unfair. 🙁

Mondeo
25 Tage zuvor

Das steht da z.B.:

„Dort aber hat der Schulleiter und mit ihm die GEW am Donnerstag den Kürzeren gezogen. „Ein Schulleiter, der über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus Dienst verrichtet, weil er dies zur ordnungsgemäßen Bewältigung seiner Aufgaben für erforderlich hält, hat keinen Anspruch auf finanziellen Ausgleich für rechtswidrige Zuvielarbeit“, heißt es in dem Urteil, das die Richter nach der mündlichen Verhandlung noch am Donnerstag verkündeten. Der Grund: Niemand habe den Schulleiter beauftragt, Überstunden zu leisten. Falls er die ihm übertragenen Aufgaben in seiner normalen Arbeitszeit nicht bewältigen könne, so das Gericht, müsse er das seinem Dienstherrn melden.

„Die Annahme von Zuvielarbeit scheitert schon daran, dass der Kläger nicht zu den geltend gemachten Arbeitsstunden herangezogen worden ist“, erklärten die Richter wörtlich. „Die vom Kläger vorgetragene Dienstzeit beruht vielmehr auf seiner eigenverantwortlichen Entscheidung und entspricht nicht den Vorgaben des Dienstherrn.“ Reiche die für außerunterrichtliche Aufgaben zur Verfügung stehende Zeit nach Auffassung der Lehrer nicht aus, müssten sie Überlastung anzeigen und Aufgaben gegebenenfalls zurückstellen.“

https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/rueckschlag-in-leipzig-fuer-sachsens-lehrer-doch-gewerkschaft-sieht-sich-auch-gestaerkt-artikel14413276

brasilero
25 Tage zuvor
Antwortet  Mondeo

Aha, wenn der Dientherr NULL AHNUNG hat, sollte ein verantwortlicher Leiter einer Einheit erst einmal den Behördenweg einschalten, und dadurch weiteres Chaos in Kauf nehmen?? So dumm können nur Beamte, und dazu zählen auch Richter, sein!! HERR, LASS HIRN REGNEN!!

Fräulein Rottenmeier
23 Tage zuvor
Antwortet  Mondeo

Ja, nachvollziehbar. Ich hatte mich auch gewundert, dass er in der zweiten Instanz tatsächlich das geforderte Geld zugesprochen bekam.

Es ist ja so, ein Schulleiter hat ein Kontingent an Unterrichtsverpflichtung und darüber hinaus ein daraus resultierendes Kontigent an Verwaltungszeit. Beides ergibt die Arbeitszeit, die zu erbringen ist. Vieles davon (außer die konkrete Unterrichtsverpflichtung) sind ja theoretische Werte (Zeit für Vor- und Nachbereitung, Zeit für die Verwaltungsarbeit, Zeit für …..dies, das jenes). Wenn man also merkt, dass man die Aufgaben, die über die Unterrichtsverpflichtung hinausgehen, nicht in der Restzeit schafft, hat man die Wahl. Entweder, man ist so dienstbeflissen und versucht alles zu erledigen, was dort von oben reingerasselt kommt und schiebt entsprechende Überstunden, oder man denkt mal über sein Zeitmanagement nach und priorisiert, lässt weg, verschiebt Aufgaben so, dass es irgendwie passt.

Während Corona habe ich festgestellt, dass der Dienstherr überhaupt kein Interesse hat, auch nur einen Deut über Fürsorgepflicht nachzudenken und nach Gutsherrenart entscheidet, wie Schule (und somit auch über, die in Schule beschäftigt sind) zu agieren hat. Der Höhepunkt der Scheußlichkeit waren die Freitagnachmittäglichen Vorgaben vom MSB, die jeweils ab Montag umgesetzt werden sollten. Was dann dazu führte, dass man das gesamte Wochenende organisierte und organisierte…..und nein, da hat der Dienstherr nicht gesagt, mach mal Überstunden im Bereich von X…..das hat man sich selber auferlegt, weil die Aufgabe ja sonst nicht umsetzbar gewesen wäre. Auch das bis Mitternacht tägliche Warten auf die Laborergebnisse der getesteten Klassen gehörte angeblich nicht zur Arbeitszeit (das Informieren der Eltern dann natürlich schon). Was für ein Irrsinn, was für eine riesige Schweinerei, die das Ministerium damals mit uns trieb.
Und wer daraus nichts gelernt hat, sorry, selber Schuld.
Seitdem habe ich meine Lehre daraus gezogen und achte auf mich (und auch auf die KuK), dass die wöchentliche Arbeitszeit einigermaßen eingehalten wird. Da müssen Aufgaben eben zurückstehen, weil sie nach meiner Bewertung nicht arg so wichtig sind, da halte ich Fristen eben mal nicht ein, da gehe ich eben nicht auf Veranstaltungen, die nach meiner Erfahrung nur Zeitverbrennen sind, da bin ich eben nicht am Wochenende oder abends erreichbar. Und ich scheue mich auch nicht mehr, mir angetragene Aufgaben in ihrer Sinnhaftigkeit zu bezweifeln und das auch gerne öffentlich.
Was soll mir und den KuK denn passieren?
Wir erledigen gewissenhaft unser Kerngeschäft (die KuK ihren Unterricht und die Verpflichtungen, die sie sonst nicht rundrum betreffen) und wir als SL die obligaten Verwaltungsangelegenheiten darüberhinaus. Aber alles, was nach fakultativ riecht, wird kritisch beäugt und einer Nützlichkeitsprüfung unterzogen und im Zweifel auch gerne weggelassen.

447
19 Tage zuvor

Das ist der Weg..