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Aus Lehrer wird „Lehra“: Professorin rechtfertigt Uni-Leitfaden zu „geschlechtergerechter Sprache“

BERLIN. Die „AG Feministisch Sprachhandeln“ der Humboldt-Universität zu Berlin sorgt für Wirbel: Sie hat einen Leitfaden für aus ihrer Sicht genderpolitisch korrekte Sprache herausgegeben. Der Begriff „Lehrer“ wird darin zu „Lehra“, der „Doktor“ zu „Doktox“.  Beispielsatz aus der Broschüre: „Unsa Lautsprecha ist permanent auf Demos unterwegs. Ea erfreut sich hoher Beliebtheit.“ AG-Mitglied Professorin Lann Hornscheidt, Wissenschaftlerin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, rechtfertigt das Papier im Interview.

Weiblich? Männlich? Was macht das schon? Der Komiker Barry Humphries alias Dame Edna. Foto: Eva Rinaldi / Wikimedia Commons(CC BY-SA 2.0)

Weiblich? Männlich? Was macht das schon? Der Komiker Barry Humphries alias Dame Edna. Foto: Eva Rinaldi / Wikimedia Commons(CC BY-SA 2.0)

Die deutsche Sprache verwendet das generische Maskulinum für Verallgemeinerungen. Warum wollen Sie das ändern?

Hornscheidt: Ich nenne es nicht generisches Maskulinum, sondern andro-genderndes Maskulinum. Wie alle Untersuchungen zeigen, ist es nicht neutral. Denn Menschen stellen sich dabei vor allem Männer vor. Andro-genderung heißt: Der Mann ist die menschliche Norm. Für mich sollten Menschen sich aber sowohl Frauen, als auch Männer vorstellen können, wenn sie ein Wort hören.

Sie schlagen stattdessen neutrale x-Endungen vor, etwa «Professx» statt «Professoren».

Hornscheidt: Es kommt auf den Zusammenhang an. Nur x-Formen zu benutzen ist keine Lösung. Die x-Form soll aber deutlich machen: Es gibt auch noch mehr als Frauen und Männer. Ganz viele Menschen identifizieren sich nicht damit, Frau oder Mann zu sein. Viele wollen auch nicht das eine oder das andere sein. Alle Sprachänderungen vorher haben versucht, Frauen sichtbarer zu machen. Das X soll einen Schritt weiter gehen und Geschlechts-Vorstellungen durchkreuzen, auch bildlich. G

Gibt es dann für Sie überhaupt Frauen und Männer?

Hornscheidt: «Frau sein» und «Mann sein» oder «Frauen» und «Männer» sind eine extrem starke soziale Wirklichkeit. Die Gesellschaft schafft fortlaufend Geschlechtsunterschiede – etwa bei der Bezahlung von Arbeit oder bei der Anrede. Und umso mehr diese Unterschiede geschaffen werden, umso «natürlicher» wirken sie.

Würden Sie vorschreiben wollen, «Professx» zu sagen?

Hornscheidt: Nein, definitiv nicht. Menschen sollen darüber nachdenken, und selbst Veränderungen wollen. Jede Vorschrift ist problematisch.

Ist die x-Form in der Alltagssprache praktikabel?

Hornscheidt: Vielleicht irgendwann. Sprache verändert sich kontinuierlich. Im Schwedischen zum Beispiel gab es, wie bei uns, nur «er» und «sie». Dann wurde ein drittes, ganz neues Pronomen eingeführt, das sich in wenigen Monaten als neutrale Form durchgesetzt hat. Das zeigt: Die Grundeinstellung «Sprache ist einfach so» ist falsch. Sprachregeln sind auch gemacht und begünstigen bestimmte Positionen und andere eben nicht.

Die AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin, so ist es deren Internet-Auftritt zu entnehmen, „ist als statusgruppen- und fakultätsübergreifende Unter-AG der Arbeitsgruppe ‚Gleichstellungssatzung nach § 5a Berliner Hochschulgesetz‘ entstanden“. Die AG verstehe sich als „feministisch, was für uns heißt, gegen viele, miteinander verbundene strukturelle Diskriminierungen aktiv zu handeln. Zu diesen Diskriminierungen gehören Sexismus/Genderismus, Ableismus (die Herstellung von und Diskriminierung über beHinderung), Rassismus, Klassismus und Migratismus (die Herstellung von und Diskriminierung über Migration)“, so heißt es auf der Seite.

Hier geht es zu der Seite.

Zum Bericht: „Geschlechtergerechte Sprache“: Uni-Leitfaden macht aus Lehrer„Lehra“

7 Kommentare

  1. Werden „der Löffel“ und „die Gabel“ dann auch zu „DAS“? Und „der Hund“ und „die Katze“ ebenfalls? Da haben „Messer“ (oh, Verzeihung, vermutlich „Messex“ – öhöm, vielleicht doch lieb“a“ „Messa“) und „Reh“ ja Glück gehabt, dass in ihren Namen schon der (öhm… das?) neutrale Artikel drinsteckt…

  2. Das kommt heraus, wenn in Wohlstandsgesellschaften Beliebigkeit entsteht, wenn autodidaktische Rechthaber ihre Weltversserungsgespräche aus psychotischen WGs und Kommunen für Bildung halten und es ihnen aber gelingt, aufgrund einer kulturterroristischen politischen Lobby an staatliche alimentierte Stellen zu gelangen.

  3. Je öfter ich Aussagen zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit oder Inklusion lese, um so besser verstehe ich mittlerweile, was Thilo Sarazin mit seinem letzten Buch über den grassierenden Tugendterror sagen wollte.
    Im Fall Henri stellt sich die Frage, wie es damit weiter geht. Vielleicht noch ein Studium (in was?) gefällig, wenn auch ohne Chance auf einen Abschluss, aber mit den Freunden zusammen wars echt schön.
    Nein, das alles hat mit dem wirklichen Inklusionsgedanken nichts mehr zu tun. Interessierte Kreise verirrter Gutmenschen kochen hier ihre sektirerische Suppe und ein Teil des Volkes applaudiert auch noch via Online-Petition. Nicht zur Wahl gehen ist ja hipp, auf dem Sofa mittels Notebook oder Smartpone zu voten ohne sich dabei wirklich mit der Thematik zu befassen gibt zumindest ein bisschen das Gefühl ein Gutmensch zu sein.
    Und was die Geschlechtergerechtigkeit angeht, mittlerweile heißt es Radfahrende, Besuchende (siehe http://www.nmb.bs.ch/medienmitteilung_tag_der_behinderten.pdf) usw. usw.
    Herr wirf Hirn vom Himmel!

  4. „…Wie alle Untersuchungen zeigen…“ Ja ? Welche Untersuchungen zeigen das ? Die würde ich gerne mal sehen.

    • Sie sagen es. Solche Formulierungen sind leider auf allen möglichen Gebieten an der Tagesordnung, um absolute Wahrheit und Unfehlbarkeit vorzutäuschen. Auch die Pädagogik ist durchsetzt davon. Wer prüft diese Aussagen schon nach!?
      Umso wichtiger ist es, dass immer häufiger Zweifel geäußert werden, so wie Sie das tun.

  5. Für sowas wird Geld ausgegeben, daß sich Leute die sie scheinbar als Kind zu heiss gebadet haben, so einen Schwachsinn vertreiten.
    Was für eine Kaputte Welt

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