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Bundeswehr wirbt verstärkt an Schulen

BERLIN. Seit dem Ende der Wehrpflicht werben die „Karriereberater“ der Bundeswehr an Schulen intensiv um Nachwuchs. Vielerorts sind die Schulbesuche jedoch umstritten.

Auf der Suche nach Nachwuchs für die Bundeswehr haben deren «Karriereberater» im vergangenen Jahr 8700 Vorträge an deutschen Schulen gehalten. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor, die am Mittwoch bekanntwurde. Insgesamt seien auf diese Weise etwa 189 000 Schülerinnen und Schüler erreicht worden. Außerdem waren die «Karriereberater» auf 600 Ausstellungen, Jobmessen, Projekttagen oder ähnlichen Veranstaltungen unterwegs.

Mit solchen Fotos wie diesem von einer "Informationslehrübung" wirbt die Bundeswehr für sich. Foto: Bundeswehr-Fotos Wir. Dienen. Deutschland. Flickr (CC BY 2.0)

Mit solchen Fotos wie diesem von einer „Informationslehrübung“ wirbt die Bundeswehr für sich. Foto: Bundeswehr-Fotos Wir. Dienen. Deutschland. Flickr (CC BY 2.0)

Die Bundeswehr bemüht sich seit der faktischen Abschaffung der Wehrpflicht im Sommer 2011 auch an den Schulen verstärkt um junge Leute, die sich freiwillig verpflichten. Das Mindestalter dafür ist 17 Jahre. An den Auftritten von Soldaten im Klassenzimmer gibt es auch immer wieder Kritik. Mehrere Schulen in Deutschland haben sich inzwischen für «militärfrei» erklärt. (dpa)

zum Bericht: Linke kritisiert Einsatz von Bundeswehroffizieren an Schulen

zum Bericht: Friedenspreis an «Schulen ohne Bundeswehr» verliehen

4 Kommentare

  1. Die Ansichten über die Werbung der Bundeswehr an Schulen mögen strittig sein. Wer aber die Bundeswehr als potentiellen Arbeitgeber aus den Schulen verbannen möchte, sollte auch alle anderen Unternehmen und Dienstleister vor die Tür setzen, dann herrscht auch Chancengleichheit. Wie jeder andere potentielle Arbeitgeber hat auch die Bundeswehr ihre Vor- und Nachteile.
    Mündige und interessierte SuS werden die Vor- und Nachteile eines jeden Berufes erkennen und den wählen, welcher ihren Neigungen, Interessen und Fähigkeiten am ehesten entspricht oder auf Umwegen ihr Ziel erreichen. Wenn dieser Umweg über die Bundeswehr geht, dann ist das nun mal so. Die Erfahrungen, die auf dem einen (ohne Wehrdienst) oder anderen Wege (mit Wehrdienst) gesammelt werden, kann den Menschen nicht genommen werden. Also lasst in diesem Sinne die SuS selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen. Die Kinder können nicht ewig in Watte gepackt werden.

  2. So weit ich weiß, kann man das nicht vergleichen. Da geht es um einen Passus im Grundgesetz wonach es verboten ist, dass Minderjährige mit Werbung für den Soldatenberuf angesprochen werden dürfen.

  3. Bitte den angeblichen Passus belegen! Er scheint mir erfunden.

    • An Schulen darf keine kommerzielle oder politische Werbung gemacht werden. Das steht in den Schulgesetzen der jeweiligen Bundesländer. Für die länder gelten ihre jeweiligen Landesverfassungen, deren Bestimmungen nicht gegen das Bundesrecht verstoßen dürfen. In der hessischen landesverfssung steht z.B. noch die todesstrafe, sie darf aber nicht angewandt werden, da das GG diese Form der Strafe ausschließt.

      Warum jetzt aber das GG einen Passus enthalten soll, der die Werbung für ein Verfassungsorgan oder eine andere staatliche Stelle verbieten soll ist mir nicht erklärlich. Die BW ist weder kommerziell noch einer Partei zuzuordnen. Sie ist eine auf der Verfassung beruhende Parlamentsarmee. Die Aussetzung – nicht Abschaffung – der Wehrpflich macht es notwendig, auf diese Berufsarmee als potentiellem Arbeitgeber hinzuweisen. Dies dürfen im übrigen alle Unternehmen und Hochschulen auf Einladung der Schulen, innerhalb der Schulen ihre Ausbildungs-/Studienangebote der Schülerschaft präsentiren. Länderpolizeien werben da ebenso wie die Bundespolizei oder der Zoll sowie andere Behörden der Bundes- und der Länderverwaltungen. Rund ein Drittel der erwerbsfähigen Bevölkerung ist bei Arbeitgebern der Öffentlichen Hand beschäftigt, die BW ist ein Teil der öffentlichen Arbeitgeber.

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