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Lehrerausbildungsstreit: Kieler Uni-Präsident droht Flensburg mit „schmutziger Kampagne“

KIEL. Der Streit um die zukünftige Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein erreicht eine neue Eskalationsstufe. Medienberichten zufolge hat Kiels Uni-Präsident Fouquet bei den Kompromissverhandlungen Flensburg eine „schmutzige Kampagne“ angedroht.

Die erst am Montag gestarteten Gespräche zur Schlichtung des Streits um die künftige Lehrerausbildung zwischen den Unis in Kiel und Flensburg scheinen gescheitert. Wie das Flensburger Tageblatt berichtet, hat ein am Freitag anberaumtes Treffen nicht zu einer Einigung geführt.

Wer soll künftig den Lehrernachwuchs in Schleswig-Holstein ausbilden? Foto: Jirka Matousek / flickr (CC BY 2.0)

Wer soll künftig den Lehrernachwuchs in Schleswig-Holstein ausbilden? Foto: Jirka Matousek / flickr (CC BY 2.0)

Stattdessen fühle sich das Präsidium der Flensburger Hochschule nach dem Gespräch brüskiert und sieht eine Grenze überschritten. Wie Hochschul-Präsident Werner Reinhart berichtet, habe der Präsident der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU), Gerhard Fouquet, der Flensburger Uni Spitze wörtlich einen „blutigen Krieg und eine schmutzige Kampagne“ angedroht. Vor neuen Gesprächen müssten nun zunächst die Formulierungen aus der Welt geschafft werden.

CAU-Präsident Fouquet, wollte gegenüber der Zeitung noch nicht von einem Scheitern der Gespräche reden. „Wir sind allerdings an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr sinnvoll ist, weiterzureden.“ Jetzt sei erst einmal die Politik gefragt.

Auslöser des Streits sind Pläne von Schulministerin Waltraud Wende (parteilos) im Rahmen der Reform der Lehrerausbildung die Studiengänge in Flensburg stärker auszubauen, als ursprünglich geplant. In Flensburg sollen demnach künftig Sekundarlehrer in 13 Fächern ausgebildet werden. Im Herbst hatten Ministerium und die beiden Unis nur 7 vereinbart, allerdings auf der Basis eines anderen Modells. «Im Anhörungsverfahren wurde das kritisch gesehen», sagte Wende zur Begründung für die geplante Aufstockung in Flensburg.

Mit der großangelegten Reform will Schulministerin Wende die Lehrerausbildung an die neue zweigliedrige Schulstruktur anpassen. Künftig können sich Studierende zu reinen Grundschullehrern oder zu Sekundarlehrern ausbilden lassen, die sowohl an Gymnasien als auch Gemeinschaftschulen die Klassen 5 bis 13 unterrichten können. Gewinner der Reform ist die Uni Flensburg. Die frühere Pädagogische Hochschule bildet bisher nur Lehrer für die Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) aus.

Durch ihr Vorgehen war Wende stark in die Kritik geraten. Rücktrittsforderungen von CDU und FDP hat Ministerpräsident Torsten Albig aber bislang stets zurückgewiesen. Wende selbst wehrte sich erneut gegen die Kritik: «Jeder weiß, dass es nie auch nur einen klitzekleinen Ansatz gab, der Universität Kiel irgendetwas wegzunehmen». Dennoch werde in einer Art Mobilmachung gegen die aktuelle Bildungspolitik so getan, als wäre es so. Sie rechnet damit, dass der Landtag die Reform wie geplant noch vor der Sommerpause verabschieden wird. (News4teachers / dpa)

zum Bericht: Klüngel? Ministerin Wende bevorzugt ihre ehemalige Uni bei Lehrerausbildung
zum Bericht: Schleswig-Holsteins Landtag über Lehrerausbildung zerstritten – Ministerpräsident Albig steht zu Ministerin Wende

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