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Löhrmann sieht Sommerferien-Korridor bereits weitestmöglich ausgeschöpft

DÜSSELDORF. Mit Vehemenz hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder im März dafür eingesetzt, den Sommerferien-Korridor künftig auf 90 Tage auszudehnen. Pädagogische und schulorganisatorische Gründe müssten jedoch den Vorrang vor touristischen Wünschen haben, betont KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann und pocht auf die Hoheit der Kultusminister in dem seit Jahren schwelenden Streit.

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sieht keinen Spielraum, den Zeitkorridor für die Sommerferien in Deutschland zu verändern. «Tatsächlich sind bereits aus pädagogischen Gründen die Möglichkeiten ausgeschöpft, den Zeitraum für die Sommerferien zu verändern», unterstrich sie in einer schriftlichen Stellungnahme an den Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags. Das Thema steht dort am Mittwoch auf der Tagesordnung.

Strandszene - Sind die Strände in den deutschen Ferienregionen bald länger bevölkert? (Strand in Westerland) Foto: Lars Goldenbogen / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-2.0)

Die Ferien lassen sich nach Ansicht von KMK-Präsidentin Löhrmann nicht beliebig ausdehen. (Strand in Westerland) Foto: Lars Goldenbogen / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-2.0)

Die Ministerpräsidentenkonferenz hatte die Kultusminister im März gebeten, einen 90-Tage-Gesamtzeitraum weit möglichst auszuschöpfen. Die Wirtschaftsminister wollen mit einem breiteren Ferienkorridor der Tourismuswirtschaft entgegenkommen und Verkehrsengpässe entzerren. Es sei aber nicht vertretbar, schon Mitte Juni zu beginnen, weil zentrale Prüfungen dann nicht mehr ordnungsgemäß organisiert werden könnten, erläuterte Löhrmann. Bei einem späteren Ende könnte von Sommerferien nicht mehr gesprochen werden. Kein Land sei bereit, das Ferienende um den 20. September zu terminieren.

Der Beschluss der Ministerpräsidenten stelle nicht infrage, «dass allein die Kultusministerkonferenz über die Sommerferien entscheidet», bekräftigte Löhrmann. Sie wandte sich damit gegen Darstellungen in einigen Medien, wonach die Sommerferienregelung grundlegend geändert und der Beginn auf Anfang oder Mitte Juni gelegt werde.

Vorrang vor touristischen Wünschen hätten pädagogische und schulorganisatorische Erwägungen, betonte Löhrmann. Dies sei im «Hamburger Abkommen», der Grundlage der regional gestaffelten Sommerferienregelung der Länder, festgelegt. Fest vereinbart sind bereits die Ferien bis 2017. Einen Vorschlag für den Zeitraum 2018 bis 2024 habe der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz bereits gebilligt. Die Beratungen sollen in diesem Monat fortgesetzt werden.

Dieses Jahr starten die Sommerferien in Deutschland am 7. Juli mit Nordrhein-Westfalen und enden am 15. September mit Bayern. Das entspricht einem Zeitraum von 71 Tagen. In den kommenden Jahren liegt der Ferienkorridor im Schnitt bei 84 Tagen. Der Streit über eine optimale Ferienregelung schwelt seit Jahren zwischen den Kultus- und den Wirtschaftsministern. Die Kultusminister legen aus pädagogischen Gründen Wert auf annähernd gleiche Halbjahre und mindestens sechs Wochen Unterricht zwischen zwei Ferienintervallen. Die Gesamtdauer der Ferien während eines Schuljahres beträgt 75 Werktage. (dpa)

zum Bericht: Ministerpräsidenten beschließen 90-Tages-Sommerferienkorridor – Wirtschaft dankt

Ein Kommentar

  1. Mich ärgert, dass in sämtlichen Berichten die diesjährige Ferienregelung angeführt wird. Das war ja ein guter Schachzug, die Ferienregelung im Jahr der erneuten Festlegung so eng zu legen. Natürlich ist dies auch durch den späten Ostertermin bedingt, der aber nicht zu beeinflussen ist.
    Wer die Ferienregelung über mehrere Jahre beobachtet, weiß, dass es immer schon einen Ferienzeitraum von etwa 12 Wochen gegeben hat und genau 1 Wochenende, an dem die ersten Bundesländer ihre frühen Ferien beendeten, während BY und BW ihre späten Ferien bekamen. 71 Tage, wie in diesem Jahr, sind also eine absolute Ausnahme!
    Interessieren würde mich, wo die Regelung geblieben ist, dass der Sommerferienbeginn einzelner Bundesländer nicht mehr als 2-3 Wochen Unterschied zum Vorjahr aufweisen sollte. Durch die laufende Verschiebung des Ferienbeginns, Sprünge um mehr als 4 Wochen und besonders kurze oder lange Schuljahre ergeben sich viel größere Probleme, als sich die KMK vermutlich erträumt.

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