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Gewerkschaft befürchtet Unterrichtsausfall wegen Lehrermangels

MAGDEBURG. 14450 Lehrer sind im kommenden Schuljahr an den Schulen in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Anders als Kultusminister Dorgerloh hält die GEW diese Zahl nicht für ausreichend, Krankheitsfälle auszugleichen.

Die Lehrergewerkschaft GEW und Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) sind uneins darüber, wie sicher der Unterricht für die rund 236 700 Schüler in Sachsen-Anhalt ist. Laut Dorgerloh gibt es im bald startenden Schuljahr ausreichend Lehrer. Im aktiven Dienst seien dann 14 450 Lehrer, sagte er. Den höchsten Grad bei der Unterrichtsversorgung hätten die Grundschulen mit landesweit 106 Prozent – die Reserve ist nötig, um Unterrichtsausfall zu verhindern. Nur minimale Reserven bleiben mit knapp über 100 Prozent bei den Sekundarschulen (100,7 Prozent) und den Gymnasien (100,6 Prozent). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht damit den Unterricht nicht sichergestellt.

Stephan Dorgerloh

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh sorgt sich um den Altersdurchschnitt der Lehrerschaft. Foto: Kultusministerium Sachsen-Anhalt

GEW-Sprecher Hans-Dieter Klein sagte: «Da wird eine Unterversorgung planmäßig in Kauf genommen.» 105 Prozent Unterrichtsversorgung seien nötig, um Krankheitsfälle auszugleichen. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation nochmals verschlechtert. Damals sei ein Versorgungsgrad von 102 Prozent angestrebt worden. Die GEW fordert deutlich mehr Neueinstellungen von Lehrern.

Zum neuen Schuljahr, das für die Schüler am 4. September beginnt, waren 370 neue Stellen für Lehrer ausgeschrieben worden. «Im Wesentlichen sind sie alle gefunden worden. Das ist erfreulich», sagte Dorgerloh. Sorge mache ihm der mit 51 Jahren hohe Altersdurchschnitt der Lehrerschaft.

Wenn das Land auch in diesem Jahr noch keine großen Probleme hatte, offene Lehrerstellen zu besetzen, so könnte sich das Blatt in den kommenden Jahren wenden. Vor allem Mathematik-, Physik- und Chemielehrer würden gesucht. Auf die Altmark, den Harz und die Region Wittenberg werde besonders geschaut – aufs Land wollen nicht so viele Lehrer. Wenn sich dort nicht ausreichend Nachwuchs finde, müsse ganzjährig eingestellt werden und nicht nur zu festen Terminen, sagte Dorgerloh. Mit Interesse blicke er auf den sächsischen Versuch, Studenten über Stipendien dazu zu verpflichten, später als Lehrer in bestimmten Regionen zu arbeiten.

Die Zahl der Schüler steigt unterdessen. An den allgemeinbildenden Schulen werden nun rund 186 000 Kinder und Jugendliche unterrichtet, im Vorjahr waren es laut Kultusministerium etwa 182 500. An den berufsbildenden Schulen sinkt die Schülerzahl hingegen leicht von knapp 51 000 auf rund 50 700. Am 6. September werden etwa 17 440 Mädchen und Jungen an den Grundschulen eingeschult, an den Förderschulen sind es voraussichtlich 182.

Einen positiven Trend sieht Dorgerloh bei den Schulabbrechern. Im Schuljahr 2012/13 – neuere Zahlen gibt es erst im Herbst – habe die Quote mit 9,8 Prozent erstmals unter zehn Prozent gelegen. Das waren knapp 1500 Jugendliche. Das seien erste Erfolge eines entsprechenden Programms, sagte Dorgerloh. Die Schulsozialarbeit werde weiterlaufen. (dpa)

zum Bericht: Sachsen-Anhalts Minister Dorgerloh verteidigt Schließung von Mini-Grundschulen

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