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Löhrmann zum Schulstart in NRW: Regelschulen werden die Inklusion meistern

DÜSSELDORF. Der Rechtsanspruch Behinderter auf Unterricht mit Nichtbehinderten wird die Schulen in Nordrhein-Westfalen nach Prognosen der Landesregierung nicht überfordern. «Der Ausbau des gemeinsamen Lernens vollzieht sich Schritt für Schritt in maßvollen Zuwachsraten», sagte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) in Düsseldorf.

Sieht die Inklusion in Nordrhein-Westfalen greifen: Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Foto: Alex Büttner

Sieht die Inklusion in Nordrhein-Westfalen greifen: Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Foto: Alex Büttner

Insgesamt werden an den Grundschulen und in der Sekundarstufe I voraussichtlich 7400 Behinderte mehr eine Regelschule besuchen als im Vorjahr. Dies sei «kein Sprung» in der Entwicklung, betonte Löhrmann bei ihrem Ausblick auf das Mitte nächster Woche beginnende neue Schuljahr. Sie sei zuversichtlich, dass die Schulen das meistern werden. Opposition und Lehrerverbände sehen die Schulen dagegen nur unzureichend gerüstet. Der Rechtsanspruch auf inklusiven Unterricht greift zunächst in den Eingangsklassen 1 und 5.

Der Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen werde zum neuen Schuljahr voraussichtlich von fast 30 auf über 35 Prozent steigen, berichtete Löhrmann. Von über 121.000 Behinderten werden demnach fast 43.000 eine allgemeine Schule besuchen. Endgültige amtliche Schuldaten über das neue Schuljahr werden erst Mitte Oktober erhoben.

Das Ministerium erwartet, dass die Schülerzahl leicht um 45.000 auf rund 2,5 Millionen zurückgeht. Die rot-grüne Landesregierung stehe aber zu ihrem Wort, trotz dieser Entwicklung bis 2015 keine Lehrerstellen einzusparen, sondern freiwerdende Ressourcen für bessere Lernbedingungen einzusetzen, unterstrich Löhrmann. In den Jahren nach 2016 müsse das überprüft werden.

Bisher seien 1100 Stellen in kleinere Klassen investiert worden, berichtete Löhrmann. «Das ist uns 55 Millionen Euro wert.» Im vergangenen Schuljahr bewegten sich die durchschnittlichen Klassengrößen zwischen 21 Schülern in der Hauptschule und fast 28 Schülern in der Gesamtschule.

Die Nachfrage nach Hauptschulen sinkt in Riesenschritten: Gab es 1970 noch fast 1500 Hauptschulen in NRW, waren es im vergangenen Schuljahr nur noch 535 – an beinahe jeder zweiten läuft der Betrieb aber schon schrittweise aus. Auch die Realschulen liegen im Abwärtstrend.

Nach Angaben des Lehrerverbands Bildung und Erziehung (VBE) wechselten im vergangenen Schuljahr nur noch 5,4 Prozent aller Grundschüler auf die Hauptschule und knapp 23 Prozent auf die Realschule. Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann appellierte an die Regierung, diese beiden Schulformen nicht zu vergessen, nur weil gemeinsames Lernen «im Trend» liege.

In der Tat melden immer mehr Eltern in NRW ihre Kinder an einer Schulform an, die den Bildungsweg möglichst lange offenhält. Insgesamt bieten zum neuen Schuljahr 430 Schulen in NRW längeres gemeinsames Lernen an – jeweils 25 Sekundar- und Gesamtschulen sowie vier Primusschulen gehen neu an Start. Seit ihrem Amtsantritt 2010 habe sich das Angebot damit fast verdoppelt, unterstrich die Schulministerin. Dafür laufen 93 Schulen schrittweise aus oder werden umgestellt.

Bei den knapp 200.000 Lehrern setze sich der Generationswechsel weiter fort, berichtete Löhrmann. In den vergangenen zehn Jahren seien bereits rund 65.500 Lehrer neu eingestellt worden. In diesem Jahr sind bislang 5500 in den Schuldienst eingetreten. Die Zahl der Lehrerstellen ist seit 2010 um fast 1000 auf rund 152.000 zurückgegangen. 255 Stellen konnten noch nicht besetzt werden, berichtete die Ministerin. Das seien nur 0,17 Prozent aller Stellen. dpa

Ein Kommentar

  1. sie ist ja nicht unmittelbar davon betroffen und hat mit dem beschluss des gesetzes ihre Schuldigkeit getan.

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