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Landeselternrat vergibt glatte 5 für Inklusion in Mecklenburg- Vorpommern

PLAU AM SEE. Bei der Frühjahr-Plenarstagung des Lendeselternrats Mecklenburg-Vorpommern warfen Delegierte der Landesregierung konzeptloses Handeln bei der Inklusion vor. Lehrer könnten daher diese Aufgabe nicht schaffen.

Die Inklusion an den Schulen Mecklenburg- Vorpommerns hat nach Ansicht des Landeselternrates das Klassenziel bislang verfehlt. «Kinder würden dafür die Note 5 erhalten», sagte die Vorsitzende des Landeselternrates, Claudia Metz. Seit Freitag befasst sich die Frühjahrs-Plenartagung des Landeselternrates in Plau am See (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit dem Thema. Zu der Veranstaltung kamen etwa 50 Delegierte sowie Vertreter von Verbänden und Vereinen, Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) und Mitglieder verschiedener Landtagsfraktionen.

Klassenziel verfehlt. Bei der schulischen Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Meinung des Landeselternrats Einiges im Argen. Foto: Honza Soukup / Flickr (CC BY 2.0)

Klassenziel verfehlt. Bei der schulischen Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Meinung des Landeselternrats Einiges im Argen. Foto: Honza Soukup / Flickr (CC BY 2.0)

Bei der Umsetzung der Inklusion – dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf – ist Metz zufolge der zweite Schritt vor dem ersten gemacht worden. Lehrer wüssten nicht, wie sie den Unterricht mit lernbehinderten oder verhaltensauffälligen Schülern schaffen sollen. Kinder wüssten nicht, warum Mitschüler aus der Rolle fallen. Die Vorsitzende mahnte von der Landesregierung endlich das versprochene Konzept für die Inklusion an. Es war für Ende 2013 angekündigt gewesen. «Wir wollen wissen, was will die Politik, wie geht es an den Schulen weiter», sagte sie.

Nach ihren Worten fühlen sich Lehrer, Kinder und Eltern alleingelassen. An den Schulen würden häufig die Bedingungen nicht stimmen – weder personell noch räumlich. Lehrer brauchten lange, um sich mit den besonderen Kindern in einer Klasse zu beschäftigten, die anderen seien dann sich selbst überlassen. «Es wird gefördert, aber es bleibt keine Zeit zum Fordern», sagte Metz.

Die Inklusion war als Bestandteil der UN-Behindertenrechtskonvention vor vier Jahren an den Grundschulen Mecklenburg-Vorpommerns eingeführt worden. Die ersten dieser Schüler sind inzwischen in den fünften Klassen der weiterführenden Schulen. (dpa)

• zum Bericht: Vereinte Nationen rügen Deutschland: Inklusion in Schulen geht zu langsam voran
• zum Bericht: Inklusion: Es knirscht an allen Ecken und Enden – auch bei der Lehrerausbildung

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