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Vereinte Nationen rügen Deutschland: Inklusion in Schulen geht zu langsam voran

GENF. Barrierefreiheit ist ein Anliegen der Behindertenrechtskonvention der UN. Damit ist aber viel mehr gemeint als Rampen für Rollstuhlfahrer. Deutschland muss laut UN gerade für behinderte Schüler noch mehr tun.

Die gesetzlich verankerte Inklusion geht auf die UN-Behindertenrechtskonvention zurück - deren Umsetzung wird von der UN überwacht. Foto: Glenn Beltz / flickr (CC BY 2.0)

Die gesetzlich verankerte Inklusion geht auf die UN-Behindertenrechtskonvention zurück – deren Umsetzung wird von der UN überwacht. Foto: Glenn Beltz / flickr (CC BY 2.0)

Die Rechte von Behinderten in Deutschland müssen nach Ansicht der Vereinten Nationen deutlich gestärkt werden. Nicht zuletzt in Fragen des gemeinsamen Lernens von Behinderten und Nicht-Behinderten in den Schulen gebe es noch viel zu tun, stellte ein UN-Fachausschuss jetzt in Genf fest.

«Ich bin besorgt über den Mangel an Koordination zwischen Bund und Ländern», sagte die UN-Berichterstatterin Diane Kingston. Die Bundesregierung sei in der Pflicht, die Bundesländer zu einer Umsetzung der Bestimmungen zu drängen. Nur 28 Prozent der behinderten Schüler besuchten eine Regelschule statt einer Förderschule. «In Deutschland muss ein inklusives Bildungssystem erst noch geschaffen werden», kritisierte Kingston. Nur jedes vierte betroffene Kind auf einer Regelschule? „Das zeigt, dass Ihre Anstrengungen zur Erreichung eines inklusiven Bildungssystems bisher nicht von Erfolg gekrönt sind“, folgerte ein Ausschussmitglied der „taz“ zufolge.

Die Bundesregierung wies in der Anhörung auf die 200 Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans hin, die bis 2021 umgesetzt werden sollen. «Wir wollen mehr Teilhabe für alle. Wir wollen ein inklusives Land sein», so die Parlamentarische Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Gabriele Löschkrug-Möller. Allein 2013 seien rund 31 Milliarden Euro für Teilhabe und Rehabilitation ausgegeben worden.

Die Bundesregierung musste sich sechs Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention erstmals vor einem Ausschuss der Vereinten Nationen zur Lage der Behinderten in Deutschland äußern. Es geht darum, wie wirksam in Schulen, im öffentlichen Leben, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesetzgebung Rücksicht auf die mindestens 7,5 Millionen Behinderten genommen wird.

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, wies darauf hin, dass mehr als 300.000 Menschen mit Behinderungen in speziellen Werkstätten tätig seien. Es wäre viel wünschenswerter, dass viele dieser Menschen im regulären Arbeitsmarkt einen Job fänden. Hier müssten sich Arbeitgeber und Behörden mehr engagieren.

Der Druck durch die UN sei nötig, damit die Rechte von Behinderten ernster genommen würden, sagte Valentin Aichele vom Deutschen Menschenrechtsinstitut. Bei Bildung, Wohnen und auf dem Arbeitsmarkt gebe es noch längst keine den UN-Vorgaben entsprechenden Strukturen. dpa

Zum Bericht: UN-Prüfer stellen fest: Deutsche Schulen sind von Inklusion weit entfernt

2 Kommentare

  1. Die UN ist total unfähig, kennt das deutsche Födrerschulsystem nicht, will es nicht kennen oder ist den Genderologen hörig. Beim fehlenden Ausbau der Barrierefreiheit gebe ich der UN aber recht, allerdings lässt sich das auch nicht innerhalb eines Monats ändern.

    • Die UNO ist m. E. ein ziemlich korrupter Verein, der völlig zu Unrecht hohes Ansehen genießt. Meine Achtung hat diese Organusation längst verspielt.
      Von der UNO ist tatsächlich das Gender Mainstreaming ausgegangen.

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