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Konzept zur Talentförderung: Mit Schulzeitstreckung zu sportlichen Spitzenleistungen

LUDWIGSBURG. Für jugendliche Spitzensportler ist es oft schwierig, Schule und Training zusammenzubringen. Mit einem neuen Gesamtkonzept will ihen Baden-Württembergs Kultusminister Stoch in Zukunft das Leben erleichtern und im Sport punkten.

Schule und Spitzensport unter einen Hut zu bringen, ist für viele junge Talente schwierig – das soll jetzt leichter werden. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) stellte jetzt ein Gesamtkonzept vor, damit sie «im Klassenzimmer und im Sport voll punkten können». So soll den Schülern ermöglicht werden, neben dem Unterricht ein Trainingspensum von bis zu 45 Stunden pro Woche zu stemmen.

In so einer Medaille stecken viele Stunden Training. In Baden-Württemberg soll es jugendlichen Spitzensportlern jetzt leichter gemacht werden, Training und Unterricht unter einen Hut zu bekommen. Foto: OE5PGM / flickr (CC BY-SA 2.0)

In so einer Medaille stecken viele Stunden Training. In Baden-Württemberg soll es jugendlichen Spitzensportlern jetzt leichter gemacht werden, Training und Unterricht unter einen Hut zu bekommen. Foto: OE5PGM / flickr (CC BY-SA 2.0)

Vorgesehen ist, dass das Abitur in der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums nach drei statt zwei Jahren abgelegt und in der Mittelstufe ein Schuljahr auf zwei ausgedehnt werden kann. Diese sogenannte individuelle Schulzeitstreckung ist besonders interessant für Sportler wie Schimmer oder Turner mit vielen Trainingszeiten.

Überdies kann eine Gruppe von mindestens zwölf Spitzensportlern in einzelnen Fächern separat unterrichtet werden, wofür die betroffenen Schulen zusätzlich 45 Deputatsstunden erhalten. Außerdem sollen vom Schuljahr 2016/17 an bis zu fünf Spitzensportler mit abgeschlossener Lehramtsausbildung eingestellt werden. Der Landessportverband begrüßte die flexibleren Regelungen.

Im Südwesten besuchen derzeit 684 Kaderathleten 44 Elite – und Partnerschulen. Kaderathleten sind junge Menschen mit Aussicht auf Teilnahme an internationalen Sportwettkämpfen. Darunter sind sieben vom Deutschen Olympischen Sportbund zertifizierte Eliteschulverbünde des Sports. Diese sind an Olympiastützpunkte gebunden und bestehen aus einem Internat und verschiedenen Schulen und Schularten. Hinzu kommen weitere Partnerschulen der Olympiastützpunkte an elf Standorten und Eliteschulen des Fußballs an vier Standorten.

Neben Training und Schule müssen die jungen Menschen auch noch ärztliche und physiotherapeutische sowie Pressetermine oder Trainingslager wahrnehmen. Bislang können die Sporttalente den Stundenplan für Trainingseinheiten am Vormittag freiräumen und vom Unterricht für Lehrgänge und Wettkämpfe freigestellt werden. Auch Klausurtermine konnten bisher schon verlegt werden. (dpa)

zum Bericht: VBE warnt: Schulsport an Grundschulen vor dem Kollaps

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