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Bald die neue Gesamtschule? 47 Prozent der Grundschüler in Sachsen dürfen auf das Gymnasium

DRESDEN. Fast jeder zweite der 28.000 Viertklässler an öffentlichen Schulen in Sachsen kann im Herbst auf ein Gymnasium wechseln. Nach Angaben des Kultusministeriums vom Montag in Dresden erhielten 13.000 Grundschüler eine entsprechende Empfehlung. 14.500 Mädchen und Jungen (knapp 53 Prozent) wurde der Wechsel in die Oberschule empfohlen. Zudem erhielt etwa jeder Zehnte der 15.800 Sechstklässler an Oberschulen grünes Licht fürs Gymnasium. Wichtig seien vor allem Lernfortschritte und Erfolgserlebnisse, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU). Im Schuljahr 2014/2015 war das prozentuale Verhältnis Gymnasium/Oberschule identisch. dpa

Zum Bericht: Schüler mit Lernschwierigkeiten ans Gymnasium? GEW will Inklusion an allen Schulformen durchsetzen

10 Kommentare

  1. Ist „Oberschule“ das, was früher und anderswo Hauptschule, Werkrealschule, Mittelschule, regionale Schule, Sekundarschule usw. hieß? In unserem volkstümlichen Sprachgebrauch im Südwesten war nämlich „Oberschule“ synonym mit „Gymnasium“.

  2. Sachsen kennt nur ein zweigliedriges Schulsystem in der Sek. I: Gymnasium und Oberschule. Ich nehme an, das ist historisch bedingt. Genauso, wie es in am Gymnasium dort schon immer nur G8 gab.

    • Mit histerisch ist wohl die POS und die EOS gemeint – oder?

      • Nein, meint wohl eher die letzten 25 Jahre. Auch schon Geschichte. 😉

        Thüringen und Sachsen (gab es übrigens zu DDR-Zeiten nicht) haben nach der Wende G8 beibehalten und auf ein zweigliedriges System (in Thü Gym und Regelschule) gesetzt und dieses (inzwischen mit Modifikationen wie Gemeinschaftsschule etc) beibehalten. Auch in der Lehrerausbildung.

        Die EOS war früher eher vergleichbar mit der gymn. Oberstufe, keine eigenständige, durchgängige Schulform.

        • Ja, der „Kleine König“ Kurt hat eben etwas gelernt aus dem diversen Schlachten seines westfälischen Landesverbandes, der im vereinten Kulturkampf mit der rheinischen CDU die Pläne für die KOOP-Schule – und somit einem zweigliedrigen Schulsystem – in den 70ern in NRW zu Fall brachte.

          Diesen Fehler hat er in den 90ern an der Elbe entgegen baden-würtembergischer Einflüsterungen nicht wiederholt. Selbst das beibehaltene G8 beruht auf einer zweijährigen gymnasialen Oberstufe, die auf eine sechsjährige Schulzeit in der SekI eines GY aufbaut. Aus diesem Grund gibt es eben auch keine „Realschulen“ in den Regierungsbezirken L, DD und CH.

          • Ja, das mag für Sachsen stimmen (das habe ich nicht so im Blick).

            Interessant ist aber auch Thüringen (seit der Wende ohne Wenn und Aber auf G8-Kurs mit Zweigliedrigkeit – und dabei mit sehr (!) guten Ergebnissen in jedem Vergleich), das nach der Wende – in vielen Bereichen (aus alt-gewachsener Tradition) – sich an Hessen orientierte. Nur eben nicht im Bildungsbereich!!! Hier dominierte sehr stark der „bajuwarische Einfluss“ (mit Personen und Schulgesetzen, …), d.h. die Münchner Staatskanzlei. Und die stellten das gute, bewährte System wie oben beschrieben nicht zur Diskussion. Und der Erfolg 😉 hat ihnen ja recht gegeben.

          • Den sächsischen, thüringischen und bajuwarischen Erfolgen bei PISA traue ich nicht so recht. Es ist nämlich nicht die Schulform die diese Leistungen hervorbringt (siehe Hattie-Studie), sondern der überdurchschnittlich hohe Prozentsatz an Schülern, die in diesen Ländern nicht an Regelschulen sondern an Förderchulen beschult wird. Dies führt aus meiner Sichtzu einer Wettbewerbsverzerrung.

            Bei den östlichen Bundesländern kommt die wesentlich geringere Heterogenität der Bundesländer bzw. der geringe Anteil an Kindern mit Zuwanderungsgeschichte dazu.

            Bayern hingegen ist da zwei geteilt; in den Ballungsräumen treten ähnliche, auch schulische Erfolge bzw. Misserfolge auf, wie in anderen Ballungsräumen außerhalb Bayerns. Lediglich die hohe Anzahl von Schulen in den ländlich geprägten Räumen verändert den Durchschnitt. Der Anteil an „Brennpunktschulen“ (Standorttyp 5 in NRW) ist im bayrischen Landesschnitt geringer als in anderen, stärker industriell geprägten Bundesländern.

  3. @ dickebank

    29. März 2016 um 20:34

    volle Zustimmung, was Heterogenität betrifft!

    Meine Darstellung war auch etwas ironisch gemeint! 😉 Schule in Thü ist, so wie ich diese erlebe, noch konfliktfrei, ohne Probleme, … .. oder .. …. i. O eben?!?

    Na ja, eben eine kleine Insel in der Bildungslandschaft – das „grüne Herz Deutschlands“. (Seit wann sind Herzen grün? R. Grebe)

    Aber wie gesagt – volle Zustimmung.

  4. (Seit wann sind Herzen grün? R. Grebe)

    Folge von Daltonismus (Rot-Grün-Blindheit).

    Ich bin der Meinung, dass sich ein Fliegenschiss in der Landschaft nicht so wichtig nehmen sollte. Die F(N)BL plus „Jesamtbalin“ haben so viele Einwohner wie NRW – nur eben mehr Fläche. TH hat weniger Einwohner als der Regierungsbezirk Ostwestfalen-Lippe (OWL). Sachsen hat z.B. 3 Regierungsbezirke bei 4,05 Mio. Einwohnern, NRW 5 Reg.-Bez. bei 17,55 Mio. Einwohnern.

    Worauf ich hinaus will, warum vergleicht man nicht Regionen mit vergleichbarer Wirtschaftskraft und Bevölkerungsstruktur? Die BL-Vergleiche sind sinnlos.

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