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Akzeptanz? Nein danke – „Demo für alle“ feiert neue Richtlinien zur Sexualerziehung in Bayern als Erfolg für sich

MÜNCHEN. Die GEW hat Recht behalten. Hatte die Gewerkschaft noch vor wenigen Tagen gemutmaßt, Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) werde den „rückwärtsgewandten Forderungen  von ‚Demo für alle‘ nachgeben“, so unterschrieb dieser nun die seit Langem angekündigten neuen Richtlinien zur Sexualerziehung – mit gravierenden Änderungen gegenüber dem im März von ihm selbst vorgelegten Entwurf. Die Organisatoren der „Demo für alle“ feiern sich für ihren Erfolg. „Eine erste Durchsicht ergab, daß zentrale Punkte aus unserem Forderungskatalog, den wir dem Minister im September überreicht hatten, aufgenommen wurden“, erklärt deren Frontfrau Hedwig von Beverfoerde auf der Seite der Initiative (alte Rechtschreibung im Original, d. Red.).

Die "Demo für alle" mobilisierte in Baden-Württemberg Tausende, die gegen neue Bildungspläne demonstrierten - für München war auch schon eine Kundgebung geplant. Foto: Demo für alle

Die „Demo für alle“ mobilisierte in Baden-Württemberg Tausende, die gegen neue Bildungspläne demonstrierten – für München war auch schon eine Kundgebung geplant. Foto: Demo für alle

Das von der GEW, von der SPD und den Grünen unterstützte Bündnis „Vielfalt statt Einfalt“ hingegen beklagt, zu seinen schriftlich eingebrachten Forderungen nicht einmal eine Antwort aus dem Kultusministerium bekommen zu haben. Die Organisatoren der „Demo für alle“ wurden dagegen persönlich von Spaenle empfangen. „Das CSU-geführte Kultusministerium lässt sich damit von einer queerfeindlichen Gruppierung treiben, die der AfD nahe steht“, so heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Die „Demo für alle“ bestreitet eine Beteiligung der AfD an ihrer Organisation; Chefin Hedwig von Beverfoerde ist allerdings vor wenigen Tagen aus der CDU ausgetreten – unter Verweis auf die Flüchtlingspolitik Angela Merkels.

Tatsächlich wurden die Richtlinien zur Sexualerziehung in Bayern in Kapitel 1.1 „Rechtliche Grundlagen“ gegenüber dem Ursprungsentwurf wie folgt  ergänzt: „Basis dieser grundlegenden Rechtsnormen ist ein Menschenbild, das maßgeblich durch das Christentum und die Aufklärung  geprägt ist.“  In Kapitel 2.5 „Stärkung der sozialen und personalen Kompetenzen“ wurde das Wort „Akzeptanz“ durch „Respekt“ ersetzt: Schülerinnen und Schüler „ zeigen Toleranz und Respekt gegenüber Menschen, ungeachtet ihrer sexuellen Identität“, so heißt es nun. Zudem wird (Kapitel 3.3) die Verantwortung der Lehrkräfte im Zusammenhang mit der Einbeziehung außerschulischer Experten nun herausgestellt – mit einem Verweis auf die „Aufsichtspflicht der Dienstordnung für Lehrkräfte an staatlichen Schulen in Bayern“.

Angekündigte neue Richtlinien zur Sexualerziehung lassen auf sich warten – GEW: Spaenle kuscht vor „erzkonservativem und homophobem“ Protest

„Das Kultusministerium folgt damit der Sichtweise der ‚Demo für alle‘, die den Begriff Akzeptanz als Kampfbegriff nutzt. Denn deren Akteur*innen unterstellen, dass der Begriff ‚Akzeptanz‘ von ihnen verlange, dass sie ihre eigene sexuelle Orientierung infrage stellen müssten. In der Praxis bedeutet dies, dass Lehrkräfte wider besseres Wissen und Pädagogik LGBTI-Kindern und -Jugendlichen nun künftig sagen müssen, dass sie diese zwar respektieren, aber nicht akzeptieren. Damit wird Mobbing und Herabsetzung queerer Jugendlicher Tür und Tor geöffnet“, so heißt es in der Pressemitteilung von „Vielfalt statt Einfalt“ (gegendert im Original; LGBTI ist die Abkürzung für die englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transexuell/Transgender und Intersexual – deutsch: Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell/Transgender und Intersexuell).

„Demo für alle“-Chefin  von Beverfoerde  meint hingegen: „Wir werden das Dokument in den nächsten Tagen noch genauer auswerten, aber man kann jetzt schon sagen, dass dieses Ergebnis ein großer Erfolg unserer gemeinsamen Anstrengungen zum Schutz der Kinder vor Indoktrination und Sexualisierung ist.“ Der „nicht mehr haltbare“ Begriff „Akzeptanz“ wurde durch „Respekt“ ersetzt, und es gebe einen Hinweis auf den Vorrang der klassischen Ehe. Im Sommer hatte die „Demo für alle“ eine Protest-Kundgebung in München gegen den Ursprungsentwurf angekündigt, diese aber aufgrund des Attentats in der bayerischen Landeshauptstadt abgeblasen.

Beim Kultusministerium heißt es, Gründe für die Fortschreibung der Richtlinien seien vor allem die Prävention gegen sexuelle Gewalt und die Förderung eines bewussten und kritischen Umgangs mit sexualisierten Medieninhalten gewesen. „Beibehalten wurde das Thema sexuelle Orientierung; es wurde entsprechend dem heutigen Erkenntnisstand aktualisiert – insbesondere mit der Zielrichtung der Achtung eines jeden Menschen mit seinen unterschiedlichen Anlagen und Ausprägungen.“ Allerdings, so betont das Ministerium, „auf der Basis der Bayerischen Verfassung mit ihrem Menschenbild (…), das maßgeblich durch das Christentum und die Aufklärung geprägt ist. Ein wesentliches Ziel der Richtlinien ist eine werteorientierte Familien- und Sexualerziehung“. Agentur für Bildungsjournalismus

„Sexuelle Vielfalt“ vs. „Schützt unsere Kinder“: Bei der „Demo für alle“ prallen Welten aufeinander

27 Kommentare

  1. Mal was ganz anderes:

    Was sind das denn für bekloppte Formulierungen:
    „… Akteur*innen … LGBTI-Kindern … queerer Jugendlicher …“

    Bitte auf Deutsch!

  2. „In der Praxis bedeutet dies, dass Lehrkräfte wider besseres Wissen und Pädagogik LGBTI-Kindern und -Jugendlichen nun künftig sagen müssen, dass sie diese zwar respektieren, aber nicht akzeptieren. Damit wird Mobbing und Herabsetzung queerer Jugendlicher Tür und Tor geöffnet“

    Vollkommen unabhängig davon, dass die wenigsten LGBTI-Menschen*) bereits im Kindesalter genau wissen, dass sie später einmal LGBTI-Menschen werden, ist diese Äußerung absoluter Unsinn. Die Lebenseinstellung solcher Menschen zu dulden und darauf Rücksicht zu nehmen dürfte vollkommen ausreichen. Eine per Lehrplan aufgezwungene Gutheißung sehe ich eher kontraproduktiv.

    @ Sofawolf: Diese Wortschöpfungen finde ich auch ganz schlimm. Ich habe sie in meinem Kommentar trotzdem verwendet. Dafür habe ich aber auch mal wieder die Begriffe Toleranz, Akzeptanz und Respekt auf Deutsch übersetzt.

  3. Hier ist der link zum Originaltext der neuen bayr. Richtlinien:
    https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/10474/nr-490-vom-16-12-2016.html
    Ich hatte beim Lesen den Eindruck, die Bayern haben einen klugen Kompromiss gefunden. Er berücksichtigt die Belange der ca. 97% „Heterosexuellen“ in der Bevölkerung zwar mehr als die der LSBTTII-Anhänger, aber das erscheint mir (vor allem in den ersten Lernjahren) auch richtig. Alle berechtigten Forderungen wie z.B. das Arbeiten gegen Diskriminierung sind berücksichtigt, wie es altersgemäß sinnvoll ist.

  4. Da wird ein Geschrei um absolut nichts gemacht. Akzeptanz oder Tolleranz, das macht doch im Grunde keinen Unterschied für den Lehrplan (doch, ich kennen den Unterschied zwischen den Worten). Der Einfluss eines Lehrers ist aber viel zu gering, als dass man hier den völlig albernen Streit anzetteln sollte. Das ganze ist eine akademische Diskussion, die voll an der Realität (und an dem bei den Schülern ankommenden Ergebnis) vorbei geht. Bitter, dass die GEW da mitmacht, der müssten es doch besser wissen.

    P.S: Wer von „LGBTI-Kindern“ spricht, hat nicht alle Latten am Zaun. Der Ausdruck ist einfach nur krank.

    • Guter Beitrag, weil er die praktische Umsetzung und die erreichten Ergebnisse gut zusammenfasst.

      Trotzdem finde ich gut, dass das Wort Akzeptanz gestrichen wurde, weil die von außen vorgeschriebene positive Meinung zu dem Thema dem Recht auf freie Meinungsbildung und -äußerung widerspricht.

    • @Küstenfuchs
      Ihre Einschätzung könnte realistisch sein.

      Dennoch:
      Im Entwurf (stand 15.10.15) hiess es:
      „Schülerinnen und Schüler zeigen Toleranz und Akzeptanz gegenüber sexuellen Orientierungen“

      Endfassung:
      „Schülerinnen und Schüler zeigen Toleranz und Respekt gegenüber Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Identität“

      Bedenken Sie, dass die Sexualpädagogik künftig fachübergreifend stattfinden soll. Zusätzlich können ausserschulische „Experten“ Workshops durchführen. Es hätte manchen Schülern schon stark auf die Nerven gehen können, wiederholt die „Akzeptanz“ aller sexuellen Orientierungen sich einverleiben zu sollen. Eine klare Indoktrination und Verletzung der Meinungsfreiheit. Laut Endfassung sollen Schüler einfach die Menschen respektieren, brauchen sexuelle Orientierungen nicht zu akzeptieren bzw. evaluieren.

    • Eine rein akademische Diskussion? Das sehe ich anders. Entscheidend ist für mich der neu eingebrachte Hinweis auf die Aufsichtspflicht der Lehrkraft. Heißt praktisch: Wenn ich mir externe Experten – und es gibt ja genügend seriöse Organisationen wie Pro Familia oder die Aids-Hilfe, die Unterrichtseinheiten anbieten – in die Schule hole, dann weiß ich als Lehrkraft jetzt, was passiert, wenn sich religöse Fundamentalisten darüber aufregen. Der Wink mit dem Zaunpfahl ist deutlich. In der Praxis wird das bedeuten, dass die Lehrer mit dem Thema (und mit den Konflikten darum) komplett allein gelassen werden, was wiederum bedeutet – Lehrkräfte sind ja nicht unterbeschäftigt -, dass die Sexualerziehung in den bayerischen Schulen künfitig nur noch so stattfinden kann, dass sich keiner dran stört. Also praktisch fast gar nicht. Kein Wunder, dass die Erzkonservativen die neuen Richtlinien als Sieg beklatschen.

      • „genügend seriöse Organisationen wie Pro Familia“

        Sorry, Sie sollten sich mal näher mit Pro Familie auseinandersetzen. Deren Mutter ist der grösste Abtreibungsanbieter in den USA (ca. 300.000 Tötungen/a), Vorwurf zudem des Handels mit Menschenteilen (s.z.B. http://townhall.com/tipsheet/cortneyobrien/2016/12/02/congress-seeks-to-criminally-prosecute-planned-parenthood-n2253801)

        Oder auch: http://www.blackgenocide.org/planned.html oder http://www.cnsnews.com/news/article/barbara-hollingsworth/

        Selbst im verharmlosenden und tendenziösen Wikipedia-Artikel ist über die Gründerin Margret Sanger zu lesen:
        In „The Morality of Birth Control,“ a 1921 speech, she divided society into three groups: […] the „irresponsible and reckless people“ whose religious scruples „prevent their exercising control over their numbers.“ Sanger concludes, „There is no doubt in the minds of all thinking people that the procreation of this group should be stopped.“[113]

        Sich über religiöse Fundamentalisten aufregen, aber diesen menschenverachtenden Verein als seriös bezeichnen!

        • Pro Familia ist eine staatlich anerkannte Schwangerschaftsberatung, die damit einen staatlichen Auftrag erfüllt (den die Katholische Kirche nicht mehr erfüllen mochte). Auf Pro Familia wird auf staatlichen Seiten, etwa auf der Seite des bayerischen Sozialministeriums, verwiesen. Die AfD verleumdet Pro Familia allerdings in jüngster Zeit als „Abtreibungsorganisation“. Wer ist hier menschenverachtend?

          • Richtig. Pro Familia macht das gut im Grundschulbereich. Von der Familie ausgehend, sachlich, behutsam und nicht zu viel. In Bayern kann man noch donum vitae nehmen. Doch deren Konzept ist für mich – was die Grundschule betrifft – gewöhnungsbedürftig und unter Kollegien nicht unumstritten. Beide Organisationen informieren in den Elternabenden genau, was sie inhaltlich machen.

        • @Albert
          Ich bin ganz auf Ihrer Seite, was die Beurteilung von Pro Familia angeht. Schade, dass allein schon der Name dieser Organisation falsche Vorstellungen von deren Wirken weckt.

      • „dass die Sexualerziehung in den bayerischen Schulen künfitig nur noch so stattfinden kann, dass sich keiner dran stört. Also praktisch fast gar nicht. “ das finde ich merkwürdig – eine Sexualerziehung, an der sich keiner stört, zählt aus Ihrer Sicht demnach nicht??
        Finden Sie nicht, dass man in Sexualkunde über vieles sprechen kann und muss, worüber sich Menschen aller politischen und weltanschaulichen Lager einig sein können? Und finden Sie denn nicht, dass es gilt eine Sprache zu finden, die niemand (auch nicht die „Erzkonservativen“, womit Sie vermutlich die Konservativen meinen) ausgrenzt und diskriminiert?

  5. Es ist erstaunlich wie Befürworter einer Sexualpädagogik, die alle Schüler dazu bewegen soll alle sexuelle Orientierungen zu akzeptieren, wichtige Aspekte der Kindesentwicklung missachten. Persönlichkeitsentwicklung hat immer auch mit Abgrenzungsprozesse zu tun, insbesondere was Sexualität betrifft. Mit dem Beginn der Pubertät beginnt ein ganz natürlicher Abgrenzungsprozess. Heterosexualität heißt nicht nur romantische Gefühle oder sexuelles Begehren gegenüber Personen des anderen Geschlechts zu entwickeln, sondern auch, dass solche Attitüden gegenüber Personen des gleichen Geschlechts als unerwünscht, abstoßend und unnatürlich empfunden werden. Diese klare emotionale Abgrenzung erkennt mann daran, dass die meisten heterosexuelle Menschen nicht bereit sind ersatzweise sexuelles Begehren auf Personen des gleichen Geschlechts zu richten und schon gar nicht sexuell aktiv zu werden, wenn gegengeschlechtliche Personen
    nicht Verfügbar sind. Nur in außerordentlichen Drucksituationen (z.B. längeren Gefängnisaufenthalt) ist nur ein kleiner Teil heterosexueller Menschen bereit diese Grenze zu überschreiten. Das läßt sich eben nur erklären mit einer natürlich existierenden emotionalen Abgrenzung gegenüber Homosexualität, die sich über eine Attitüde der Gleichgültigkeit hinausgehend als Attitüde der Ablehnung, Aversion oder Antiphathe manifestiert. Aus der Perspektive von Menschen bzw. Jugendlichen mit ausgeprägter heterosexueller Persönlichkeit ist die einzig plausible bzw. emotional nachvollziehbare Beziehungsart zwischen (nicht-verwandten) Personen des gleichen Geschlechtes die ganz normale Freundschaft.

    Im Rahmen der Denk- und Meinungsfreiheit steht jedermann die Entscheidung bzw. das Naturell zu überwiegend emotional-empathisch oder überwiegend rational das Verhalten von Mitmenschen einzuschätzen. Wenn Jemand etwa Aufgrund der oben erwähnten psychologischen Aspekte die homosexuelle Attitüde bzw. Lebensführung emotional-empathisch nicht als nachvollziehbar, positiv oder wertvoll ansieht, dann ist das zu akzeptieren.

    Versuche dem Kollektiv der Schüler dazu zu bringen Gefühle der Verliebtheit oder sexuelles Begehren zwischen Menschen des selben Geschlechtes zu akzeptieren oder wertzuschätzen oder als natürlich anzusehen ist psychologisch ein undurchdachtes Konzept das geeignet ist die Psyche vieler Schüler zu belasten und ihre freie Meinungsbildung zu behindern.

  6. Genau das ist der Punkt.

    „Wenn Jemand etwa Aufgrund der oben erwähnten psychologischen Aspekte die homosexuelle Attitüde bzw. Lebensführung emotional-empathisch nicht als nachvollziehbar, positiv oder wertvoll ansieht, dann ist das zu akzeptieren.“

    Homophobe sind also zu akzeptieren, Homosexuelle aber nicht?

    Gilt das dann eigentlich auch für andere Attribute als homosexuell – etwa muslimisch, jüdisch oder weiblich?

    • ja, so lange bestehende gesetze nicht verletzt werden. die heten und christen müssen das von den nicht-heten bzw. nicht-christen schließlich auch akzeptieren. das hinterfragt allerdings keiner.

      • Wir reden aber hier über Erziehungsziele, nicht über gesellschaftliche Realitäten. Reicht mir das, wenn meine Kinder Minderheiten „nicht als nachvollziehbar, positiv oder wertvoll“ ansehen – aber immerhin nicht öffentlich beleidigen oder tätlich angreifen und damit Gesetze nicht verletzen? Nein, reicht mir nicht.

        • Dann können Sie das mit Ihren eigenen Kindern auch so fahren. Es gibt übrigens einen großen Unterschied zwischen „nicht positiv“ und „negativ“ bzw. „nicht wertvoll“ und „wertlos“ wie z.B. „neutral“. Ich denke, mit der Wertung „neutral“ sind die meisten Gruppen innerhalb einer Gesellschaft sehr zufrieden, weil sie dann nämlich in ihrer eigenen kleinen Welt in Ruhe leben können.

          • Sorry, aber auch der Staat hat einen Erziehungsauftrag – und der beinhaltet Erziehungsziele. Und die sollten sich meiner Meinung nach nicht daran erschöpfen, Kindern das Strafgesetzbuch zu vermitteln. Werte gehören schon mit dazu.

          • richtig. werte gehören dazu. aber nicht einmischen in die meinungsbildung. der mensch soll seine meinung plausibel begründen können, was viel schwerer ist als pauschales gut oder schlecht finden.

          • Völlig richtig. Aber Werte haben auch Inhalte, die nicht beliebig der Meinungsbildung unterliegen. Und ein zentraler Inhalt unserer westlichen und demokratischen Werte ist die Gleichwertigkeit der Menschen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – und nicht die Würde einzelner Lebensformen. Respekt kann ich auch gegenüber Tieren haben.

          • ich bleibe dabei: es reicht, die werte zu dulden und zu respektieren, die dazu gehörigen menschen ebenfalls. gut finden brauche ich sie trotzdem nicht, genausowenig wie schüler.

          • @Anna

            Natürlich, alle Menschen sind frei und gleich mit Würde und Rechten geboren (Das Wort „frei“ ist genau so wichtig wie das Wort „Würde“). Aber niemand muss jedes Verhalten, jede Meinung, jede Attitüde oder die Lebensführung anderer Menschen gutheißen oder akzeptieren. Das wäre unsinnig. Ein Blick auf die Menschheitsgeschichte zeigt, dass das Verhalten wie auch die Attitüden von Menschen im Extremfall absolut inhuman sein können. Das Erziehungsziel die Akzeptanz aller Mitmenschen mitsamt ihrer Lebenseinstellung und Verhalten zu fördern ist zu weit gehend. Ein Vorbehalt, dass Schüler nicht dazu angeleitet werden dürfen jedes Verhalten und jede Attitüde ihrer Mitmenschen automatisch zu akzeptieren muss erkennbar sein. Kritisches Denken und Meinungsfreiheit sollte gefördert werden, nicht wie in einer Meinungsdiktatur unterminiert werden. Beispiel: Wenn ein homosxueller Mensch die Einstellung vertritt, dass er deswegen, weil er homosexuell ist und mit seinem Lebensgefährten keine eigene Kinder zeugen kann das Recht haben sollte, entweder im Wege der Leihmutterschaft oder der gemeinschaftlichen Kindesadoption, ein Kind zu bekommen, müssen Schüler diese Haltung ebensowenig gutheißen wie das sexuelle Verhalten ihrer Mitmenschen.

  7. Einige Kommentare hier sind wirklich erschreckend. Vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass einige davon tatsächlich von LuL stammen.
    Es geht natürlich bei Akzeptanz nicht darum, den SuS eine Sexualität aufzudrängen. Das geht auch gar nicht, man kann schließlich niemanden zu einer Sexualität „überreden“. Es soll nur im Schulalltag klar werden, dass jeder -ungeachtet seiner sexuellen Orientierung- Teil unserer Gesellschaft ist. Das kann beispielsweise geschehen, indem in einer Aufgabe auch mal zwei Frauen als Paar auftreten. Ein Abbild unserer Gesellschaft eben.

    • bis auf das wort akzeptanz meine meinung. für ihre ziele reichen Erziehung zu Toleranz und Respekt vollkommen aus.

    • Da widerspreche ich! Ich arbeite an einer Schule, an der sich Schüler ohne Probleme als lesbisch oder schwul outen (und dies auch tun). Und wer darüber dumme Sprüche macht, der bekommt ein Problem mit mir und mit meinem offen schwulen (und in der Schülerschaft sehr beliebten) Kollegen sicher auch. Trotzdem stelle ich keine Mathematikaufgaben mit schwulen Paaren oder Intersexuellen oder was auch immer. Das ist einfach aufgesetzt und geht an der Lebenswelt der allermeisten Schüler sowas von vorbei, das es albern wirkt.

      • ganz genau. wer dumme witze über heterosexuelle, homosexuelle oder wasweißichsexuelle Menschen macht, toleriert und respektiert diese nicht. solch aufgesetzte matheaufgaben sind überflüssig wie ein kropf.

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