Keine Weihnachtsfeier aus Rücksicht auf Muslime? – Lüneburger Schule antwortet mit Weihnachtsbasar

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LÜNEBURG. Schulen müssen auf das Empfinden Andersdenkender Rücksicht nehmen, schreibt das niedersächsische Schulgesetz vor. Das gilt auch im Hinblick auf Weihnachtsfeiern. Wie sie Weihnachten begehen, könnten Schulen aber frei entscheiden, solange eine Feier nicht den Charakter eins Gottesdienstes habe, heißt es aus dem Schulministerium. An einem Lüneburger Gymnasium hatte es Diskussionen darüber gegeben

Die Weihnachtsfeierlichkeiten an einer Lüneburger Schule haben für Schlagzeilen gesorgt. Nun feierten Schüler und Lehrer das Christfest mit einem Weihnachtsbasar. Der Schulleiter hatte sich zuvor gegen Berichte gewehrt, wonach aus Rücksicht auf eine muslimische Schülerin eine verpflichtende Weihnachtsfeier abgesagt worden sei. Verbände und Politiker hatten Kritik geäußert. Auf dem Weihnachtsbasar boten Schüler selbstgebastelte Weihnachtssterne, Waffeln und Kekse an. Auch ein Mädchen mit Kopftuch verkaufte Plätzchen mit Weihnachtsmotiven.

Stern und Weihnachtsbaumkugel
Schulen können selbst entscheiden, wie sie Weihnachten feiern, solange sie Rücksicht auf Andersdenkenden nehmen. Foto: Julien Christ / pixelio.de
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Die Debatte hatte in Lüneburg schon früher begonnen. Anfang Dezember hatte die Lüneburger «Landeszeitung» berichtet, dass im verpflichtenden Unterricht des Gymnasiums Johanneum keine Weihnachtslieder mit christlichem Inhalt gesungen werden sollten. Im vergangenen Jahr habe eine muslimische Schülerin den Unterricht verlassen, als dort ein Lied mit religiösem Hintergrund angestimmt worden sei.

Dass eine ausgefallene Weihnachtsfeier für die Klassen 7 bis 10 nun mit einer Beschwerde der muslimischen Schülerin zusammenhängt, weist Schulleiter Friedrich Suhr allerdings als falsch zurück. Diese eine Weihnachtsfeier falle in diesem Jahr «durch Personalwechsel im Kollegium» aus, sei aber für das nächste Jahr wieder geplant. Eine Weihnachtsfeier für die Klassen 5 und 6 finde dagegen statt, ebenso ein Weihnachtskonzert.

Nach Paragraf 3 des niedersächsischen Schulgesetzes müsse auf die Empfindungen Andersdenkender Rücksicht genommen werde, erklärte eine Sprecherin der Landesschulbehörde. «Deshalb darf eine verpflichtende Weihnachtsfeier nicht den Charakter eines Gottesdienstes haben, was aber nicht bedeutet, dass keine christlichen Weihnachtslieder gesungen werden dürfen.»

«Die Schulen können frei entscheiden, wie sie Weihnachten feiern», erklärte die Sprecherin der Schulbehörde. «So können die Schulen eine verpflichtende Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit ansetzen oder eine freiwillige Feier außerhalb des Unterrichts anbieten. Theoretisch ist auch denkbar, ganz auf eine Weihnachtsfeier zu verzichten», erklärte sie. «Nach meiner Einschätzung gibt es alle drei Modelle in Niedersachsens Schulen», sagte die Sprecherin.

Ein Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums sagte: «Ich möchte sehr deutlich klarstellen, dass Weihnachtsfeiern und christliche Weihnachtslieder selbstverständlich Teil von Schule sind in der Vorweihnachtszeit und dass sich daran auch nichts ändern wird und ändern soll.» Weihnachtsfeiern und das Singen von Liedgut seien in keiner Weise gefährdet.

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40 KOMMENTARE

  1. Wie war das noch mit dem Schüler, der nicht an einem Moscheebesuch seiner Klasse teilnahm und dessen Eltern die Schule vorher darüber informiert hatten? Die Bitte um Unterricht in einer Parallelklasse an diesem Tag wurde abgelehnt.
    Diese Geschichte fällt mir zu der Forderung, dass Schulen Rücksicht nehmen müssten auf das Empfinden Andersdenkender, ein.

  2. Liebe Redaktion,

    gewöhnlich bin ich von der Qualität Ihrer Artikel angetan. Leider muss ich seit geraumer Zeit feststellen, dass die Ausführlichkeit leidet und Informationen nur teilweise vollständig sind. Am Beispiel dieses Artikels möchte ich Ihnen erläutern, was ich meine:

    Der Zusammenhang, unter dem dieser Sachverhalt in die Medien getragen worden war, ist der Umstand, dass eine VERPFLICHTENDE Weihnachtsfeier, die JÄHRLICH in einer Schule stattfindet, in diesem Jahr abgesagt worden ist. Sie solle FREIWILLIG und außerhalb der Schulzeit stattfinden. Grund dafür soll die Beschwerde einer muslimischen Schülerin sein. Sie stellen in diesem Artikel klar, dass die Schulleitung diese Darstellung dementiert. Leider gehen Sie dabei sowohl in der Darstellung als auch in der Recherche sehr detailarm vor. Erschreckend ist hierbei, dass die Journalisten zuvor ein Telefoninterview mit der Schulleitung geführt haben und diese bestätigte, dass eine verpflichtende Veranstaltung aufgrund von religiös motivierten Beschwerden abgesagt worden ist. Nachdem dies publik geworden war, war die Schulleitung für keine Frage mehr verfügbar. Es erfolgten ein Statement und die höheren Ämter übernahmen die Kommunikation, was nach einem “Maulkorb” für die Schulleitung zur Schadensbegrenzung aussieht.
    Als logisch denkendem Menschen erschließt es sich mir nämlich auch nicht, was die Personalpolitik mit dem Stattfinden einer Weihnachtsfeier zu tun hat – wenn es um die Organisation ginge, hätte man ja auch schließlich nicht sofort einen Weihnachtsbasar auf die Beine stellen können oder sehe ich das falsch?
    Des Weiteren ist hier die Frage, welchen Charakter der Weihnachtsbasar hat. Ist es eine verbindliche Veranstaltung während der Unterrichtszeit oder ist es eine freiwillige Veranstaltung außerhalb des Unterrichts?
    Auch hier sind Sie, liebe Redaktion, sehr ungenau. Sie lassen viele Fragen offen und als “Haarspalter”, der ich bin, erscheint das Bild einer Schule, die mit einer Tradition gebrochen hat und deren Gründe dafür nicht erkennbar, ja sogar (bewusst?) getrübt worden sind.

  3. @ xxx

    genereller verzicht auf schweinefleisch wäre sicher auch die bessere alternative im falle des lübecker cdu politikers, dem islamhetzer auf mehr als dubiose weise einen schweinekopf vor die haustür legten.

    bedenkenswert auch in diesem kontext, warum sich die polizeilichen ermittlungen eine woche (!) zeit ließen, um den tatort auf spuren zu untersuchen. zuvor wurde der geschädigte aufgefordert, den schweinekopf zu fotographieren und an das foto als tatbeweis einzusenden.

    insgesamt also eine blutrünstige geschmacklosigkeit, derer sich auch christen mehr als fremd schämen!

    • Da haben Sie vollkommen recht. Aygün Caglar, der besagte Politiker, gehört zu den Migranten, die hier in Deutschland (normalerweise) gern gesehen sein sollten, weil weltoffen, modern, gebildet. Lesen Sie sich mal im folgenden Artikel seine Lebensgeschichte durch:

      https://www.abendblatt.de/region/stormarn/article108066964/Aber-du-bist-doch-Tuerke.html

      Seine Eltern sind Migranten, die meiner Meinung nach die Vorurteile in Deutschland befeuern und in Folge dessen für die geschmacklose Tat verantwortlich sind. Dazu kommt eine Politikverdrossenheit insbesondere der CDU bzw. Merkel gegenüber. Die Täter sollen trotzdem ermittelt und bestraft werden.

      • @xxx
        Auch wenn ich ihre Kommentare sonst schätze, frage ich mich für welche Straftat hier irgendwer bestraft werden sollte? Unerlaubte Müllentsorgung etwa? Hierbei handelt es sich wohl eher um einen Fall für das Ordnungsamt als für den Staatsschutz der Polizei.

        • allein schon abgehackte tierköpfe als “müll” zu bezeichnen lässt jeglichen respekt und achtung vor kreaturen vermissen. warum also sollte man nach derartig halbstarken ausdrucksverfehlungen noch auf ein integeres unrechtsverständnis hoffen dürfen?

          • @unverzagte
            Ich werde mal darüber nachdenken, wenn der Gesetzgeber selber nicht mehr von Sachbeschädigung bei der Tötung von Tieren fremder Eigentümer spricht, aber natürlich bin ich jetzt echt voll emotional betroffen, nein, am emotional betroffensten überhaupt wegen dem Wort, echt jetzt. Isch schwör, Digga.

          • somit viel erfolg beim sachlich, emotional orientierten “nachdenken” – falls der “gesetzgeber selber” es ihnen ermöglichen kann.

          • Liebe unverzagte,

            Mark Steiner hat in erster Linie sachlich, Sie haben in erster Linie emotional kommentiert. Ich hoffe, die Polizei und Juristerei argumentieren in der Angelegenheit sachlich, indem sie sich an Paragrafen und nicht am aktuellen Mainstream orientieren. Wenn die Tat zum Beispiel gegen die Person ging, muss man genau herausfinden, ob sie gegen die Privatperson, den Politiker, den CDU-Politiker oder den Moslem oder ggf. mehr als einer dieser Möglichkeiten ging. Ich hoffe, Sie, liebe unverzagte, akzeptieren die Existenz und erkennen die unterschiedlichen Tragweiten der Möglichkeiten.

        • ich relativiere: der Täter soll ermittelt werden und angemessen bestraft werden. bei einem “dumme jungen streich” fällt die Strafe sicherlich anders aus als bei einem fremdenfeindlichen Hintergrund.

    • Wenn Sie den von mir verlinkten Artikel gelesen hätten, hätten Sie mir das nicht unterstellt.

      Die politische Verdrossenheit der (gefühlt) abgehängten Bevölkerung fing spätestens mit der Regierung Kohl ab 1990 an, als er seit der Wiedervereinigung abgesehen von der Ruinierung der Staatsfinanzen nichts mehr tat, abgelöst von Schröder, der mit Hartz IV den Sozialstaat abbaute und Merkel, die wie Kohl nichts tut.

  4. @g. h.
    Ich muss auch sagen, dass mir eine Diskrepanz auffällt bei der Frage nach der schulischen Rücksicht auf das Emfinden Andersdenkender. Im Fall des Schülers, der nicht an einem Moscheebesuch seine Klasse teilnehmen wollte, wurde den Eltern ein Bußgeld auferlegt. Im Fall der muslimischen Schülerin und ihrer Ablehnung einer christlich geprägten Weihnachtsfeier, wurde diese umgewandelt und zum Basar gemacht.
    Zur Redaktion möchte ich sagen: Warum wittern auch Sie immer gleich Rechtsradikalismus und rechtsradikale Hetzkampagnen, wann immer es passt? Die beliebte Behauptung, mit Kritik solle “Angst vor Muslimen geschürt werden”, ist ebenfalls Hetze, und zwar gegen jeden, der logische Bedenken äußert und an Ungereimtheiten oder Unausgewogenheiten Anstoß nimmt.
    Wie kann man überhaupt noch etwas Kritisches sagen, wenn es nicht in die von Ihnen erlaubte und geförderte Richtung geht? Bei dieser darf sogar falschverdächtigt, beleidigt und verunglimpft werden, ohne dass Sie einschreiten.

    • Verschwörungen überall! Gender-Weiber wollen das Ruder übernehmen, Muslime Weihnachten abschaffen, und die Redaktion von News4teachers lässt nicht mal mehr Rechtsradikale in Ruhe hetzen. Deutschland, quo vadis?

    • In meiner Schulzeit fanden Weihnachtsfeiern immer nachmittags/abends statt (schon weil das bei Dunkelheit gemütlicher ist) und waren somit automatisch freiwillig. Auch Kirchenbesichtigungen waren freiwillig. Man hätte immer auch vor der Tür warten können. Einen Zwang zur Teilnahme an Klassenfahrten gab es auch nicht.
      Andererseits: Nur weil Weihnachtslieder gesungen werden (die ja mehr Volkslieder sind), wird noch niemandem irgendwas angetan, es sei denn, man wird auch noch zum lauten Mitsingen gezwungen. Das letztere ist nach meiner Kenntnis nicht der Fall, nicht einmal in Gottesdiensten. Man kann auch einfach zuhören oder an was anderes denken, wie ja sonst im Unterricht auch. Ich habe sogar schon mal Frauen mit Kopftuch auf einem hiesigen Weihnachtsmarkt gesehen, die türkische Plätzchen verkauften.
      Fazit: da wird manches aufgebauscht, aber von beiden Seiten.

      • Guter, ausgewogenerusger Kommentar, Cavalieri!, “da wird manches aufgebauscht, aber von beiden Seiten.”
        Es wäre zu wünschen, dass beide Seiten das auch einsehen und sich an die eigene Nase fassen, bevor das Ping-Pong-Spiel von Vorwürfen und Gegenvorwürfen weitergeführt wird.

      • Cavalieri, Ihr Kommentar ist in der Tat sachlich und ruhig. In diesem Fall ist aber Kritik angebracht. Ich zitiere aus dem oben von mir verlinkten aus der Welt:

        “Auch Schülervertreter hatten sich beschwert, dass eine jahrhundertealte Tradition aufgegeben werde.”

        Wo kommen wir hin, wenn eine einzige muslimische Schülerin, die sich nach eigener Aussage von den Weihnachtsbräuchen in ihrer Religion gestört fühlt, ausreicht, um diese Tradition aufzugeben? In der Türkei würden die Gebetsrufe aus den Minaretten auch nicht verboten, wenn ein einziger fundamentaler Christ seine Ruhe haben möchte.

        • Ich dachte eigentlich, ich hätte zart angedeutet, dass ich das auch für übertrieben halte. Einerseits könnte man die Teilnahme zumuten, andererseits würde ich als Schulleiter die Schülerin auf Wunsch auch suspendieren und anderweitig beschäftigen, vielleicht mit dem Aufräumen der Bibliothek. Die Behauptung, Weihnachtsfeiern seien unverzichtbarer Bestandteil des Unterrichts, kann ich nicht teilen. Dasselbe gilt für Faschingsfeiern usw.
          Es sei denn, die besagte Schülerin wäre schon öfter als Querulantin aufgefallen. Es gibt so gewisse Funktionäre, die sich gern mit sowas wichtig machen und dann die Leute aufwiegeln, siehe auch die Prozesse um das Kopftuch bis zur höchsten Instanz
          (obwohl es auch in der Türkei an Schulen nicht erlaubt war). Aber nachgeben und absagen halte ich auch für die falsche Reaktion. Ist denn überhaupt gesichert, dass da eine Feier deshalb abgesagt wurde? Im obigen Text ist das nicht klar.

  5. Ich finde das eigentlich ganz gut, wenn christliche Weihnachtslieder nicht im Unterricht gesungen werden. Wer das wirklich braucht, der kann sich das ja in Reli geben. Selbstverständlich ist die weihnachtliche Atmosphäre Bestandteil unserer Kultur und hat auch deswegen ihre Berechtigung in der Schule – wir haben einen Weihnachtsbaum in der Aula, einen Stand auf dem ansässigen Weihnachtsmarkt ( aus dem Reli-Unterricht geplant und durchgeführt) und gestern Abend eine freiwillige Feier für die Sexta und Quinta gehabt – aber Menschen dazu zu zwingen, Jesus Christus zu preisen, halte ich für vermessen. Wenn doch die Teilnahme am Religionsunterricht eine Gewissensentscheidung ist, sollte das dann nicht auch die Teilnahme an einer Weihnachtsfeier gelten?
    Kurz, und um im Bilde zu bleiben: Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen.

    • Für mich ist es ein Unterschied, ob diese Veranstaltung schon seit Jahrzehnten jährlich und ohne Probleme während der Unterrichtszeit stattgefunden hat. Der wohl “von oben” verhängte Maulkorb tut sein übriges. Ansonsten haben Sie natürlich recht.

  6. Es ist schon erstaunlich: Es gibt so viele wichtige Bildungsthemen – auch auf dieser Seite – und es wird wild darüber diskutiert, ob an einem Gymnasium im tiefsten Niedersachsen eine Weihnachtsfeier, ein Weihnachtsbasar oder was für eine Feier auch immer stattfinden. Geht es noch belangloser?

    Ich komm mir bei dieser Diskussion vor wie im RTL-Nachmittagsprogramm …

      • Nein, ich meine, dass es völlig belanglos (für alle außerhalb Lüneburgs) ist, ob die eine Weihnachtsfeier, einen Basar oder was auch immer machen. Da fällt eine Weihnachtsfeier für die Klassen 7 bis 10 aus, weil kein Kollege in der hektischen Zeit die Kraft (oder Lust) aufbringt, diese zu organisieren (so deute ich mal die Worte des Schulleiters). Wenn an einer anderen Schule mal eine Klassenfahrt ausfällt, schreibt auch kein Mensch darüber.

        Warum also ist genau dieses Beispiel dieser Schule relevant (außer wenn man etwas für politische Zwecke aufbauschen will)?

        • Und wer will es für politische Zwecke aufbauschen? “Butter bei die Fische” bitte, wie man bei Ihnen in Norddeutschland zusagen pflegt!

          • Man sagt “Nu mal Butter bei die Fische” und es hat sich ja auch nur ein Politiker geäußert. Wie ich schon angedeutet habe, finde ich die ganze Diskussion um eine ausgefallene Weihnachtsfeier völlig bescheuert, daher ist dies auch mein letzter Kommentar dazu.

            Man könnte eine Diskussion darüber führen, ob in der Schule verpflichtende Weihnachtsfeiern für Pubertierende zielführend sind (das haben in der Tat auch einige weiter oben versucht), weil dies von grundsätzlicher Art und daher auch für Lehrer außerhalb Lüneburgs interessant sein könnte.

            Aber ob hier ein Schulleiter aus fast verstandener Rücksicht eine Pflichtveranstaltung abgesagt hat, die die meisten Schüler der Klassenstufen 7-10 nur deshalb gut finden, weil in der Zeit kein Unterricht stattfindet, ist ein untergeordnetes regionales Problem einer Schule und ich wiederhole daher gerne meine Frage, falls tatsächlich jemand eine Antwort darauf findet:

            Warum ist genau dieses Beispiel dieser Schule relevant?

          • Doch noch ein Kommentar: Es soll natürlich “falsch verstandener Rücksicht” heißen, ehe der Tipfehler eine weitere sinnbefreite Diskussion vom Zaun bricht.

          • @Küstenfuchs
            Die Diskussion ist meiner Meinung nach nur dann “sinnbefreit”, wenn man den Wegfall der Weihnachtsfeier an dem Lüneburger Gymnasium so versteht wie Sie.
            Wer aber diese “falsch verstandene Rücksicht”nicht nur als Einzelfall sieht, hat eine andere Sicht auf die Dinge und findet eine Diskussion darüber sinnvoll.
            Die Perspektive macht’s eben und meist gibt es nicht nur eine.

  7. Erschreckend an den Diskussionen finde ich, dass die Situation stets reduziert wird. Es artet immer in einem Aufeinandertreffen zweier Ideologien aus. Entweder man sieht diese Situation als “aufgebauschten Einzelfall” oder man sieht ihn als Beispiel für falsche Toleranz eines christlich verwurzelten Landes gegenüber einer religiösen Minderheit mit Migrationshintergrund.

    Ich verweise an dieser Stelle gerne auf meinen Kommentar und die Antwort der Redaktion (Kommentare 3 und 4). Für mich ist der Umgang mit dieser Situation aufgrund dieser zwei Standpunkte der eigentliche Streitpunkt.
    Gehen wir einige Zeit zurück, da gab es den Vorfall mit der Fachkraft der Post, die in der Weihnachtszeit als Weihnachtsmann verkleidet Pakete auslieferte. Ein muslimischer Bürger beschwerte sich und bekam Recht, weil die Post religiös betrachtet neutral ist. Natürlich sahen das einige Menschen als Zeichen für die “Islamisierung” und den Verfall “deutscher Werte”, aber es gibt Regeln, Vorschriften und Gesetze, die man mit “Wert- und Moralvorstellungen” nicht außer Kraft setzen kann. Folglich wurde die Unifrom angezogen und das Kostüm zu Hause gelassen.

    In dieser Situation ist man aber nicht klar heraus verfahren und die Darstellungen (auch in diesem Artikel) ist dahingehend skandalös, dass sie einseitig ist und eigene Fakten schafft, auf die man sich beruft.
    Damit meine ich, dass nur die Sichtweise der Schulleitung hier dargestellt wird. Die Journalisten, die zuvor über das Vorgehen berichteten, berufen sich auf ein Interview mit der Schulleitung und haben seriös gearbeitet. Was wird aber hier berichtet? Die Schulleitung dementiert und man liest nur die Gegendarstellung, als ob es sich zuvor nur um Gerüchte gehandelt habe. News4Teachers geht dabei sogar soweit und wirft mir Spekulation vor, während sie Fakten bringen. Der Punkt, dass es unvollständige Fakten sind, die ein anderes Bild der Vorkommnisse erzeugen, wird übergangen. Die Grund für diese “unjournalisische” Arbeit wird dann impliziert: Man möchte “rechte Hetze” verhindern. Man möchte also ein Bild erzeugen, dass rechter Politik keine Argumente liefert. Wenn dem so wäre, würde die objektive Berichterstattung ad absurdum geführt, weil sie davon ausgeht, dass Fakten eine Waffe sind und die Medien den un- und den aufgeklärten Bürger davor schützen müssen.

    Für mich wäre es also sinnvoll in diesem Zusammenhang nicht nur die Seite der “Beschwichtiger” und die Seite der “Schwarzseher deutschen Werteverfalls”, sondern auch andere Standpunkt zuzulassen.
    Schließlich bleiben weiterhin viele Fragen offen:
    1. Warum wurde der Inhalt des Interviews mit der Schulleitung nachträglich dementiert und jedes weitere Gespräch abgesagt?
    2. Warum wird auf eine Personalproblematik verwiesen, wenn ein Schulbasar organisatorisch auch Arbeit bedeutet – selbst wenn dabei die SchülerInnen helfen, was sie beim Fest bestimmt auch getan hätten?
    3. Ist die Veranstaltung weiterhin verpflichtend und während der Unterrichtszeit?

    Ganz ehrlich: Wenn solch ein Vorfall passiert, dann sollte man zu den eigenen Entscheidungen stehen und diese nicht durch “halbgare Geschichten” aufbauschen.
    Sollte eine Schülerin keine christlichen Lieder singen wollen oder Probleme mit einer Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit haben, dann gibt es Gesetze, auf die man sich beziehen kann. Dann darf jeder meckern und mosern, aber natürlich erfolglos. Hier aber einen Riegel vorzuschieben, indem “dem rechten Rand” Scheinargumente verweigern will – das führt nur zu mehr Aufsehen und dem berechtigten Vorwurf unseriöser Berichterstattung.

    • Danke für Ihren Kommentar. Ihre erste sehr berechtigte Frage riecht nach einem Maulkorb von “ganz oben”. Ihre zweite Frage riecht nach einer mit “ganz oben” abgesprochenen Presseformulierung. Nach meinem Sachstand war die Weihnachtsveranstaltung am Nachmittag und freiwillig. Ob auch freiwillig verpflichtet weiß ich hingegen nicht. So viel zu Ihrer dritten Frage.

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