Bundesländer sehen türkischen Konsulatsunterricht zunehmend kritisch

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Der umstrittene Konsulatsunterricht ist nach Ansicht von Migrationsexpertin Havva Engin in der jetzigen Form überholt. «Der Konsulatsunterricht ist weder zeitgemäß, noch entspricht er den tatsächlichen bildungsbiografischen Erfordernissen von Migrationsschülern», sagte die Professorin von der Pädagogischen Hochschule der «Stuttgarter Zeitung». «Man kann davon ausgehen, dass er keine positiven Effekte auf die schulischen Leistungen hat.»

Konsulatsunterricht wird bisher nicht benotet.                                Foto: Allie_Caulfield / flickr / CC BY 2.0

Beim türkischen Konsulatsunterricht werden Kinder, deren Eltern aus der Türkei stammen, in Türkisch und Heimatkunde unterrichtet. Angesichts des Kurses der türkischen Regierung und ihrer Hoheit über die ausgewählten Lehrer sehen die Bundesländer diesen Zusatzunterricht zunehmend kritisch.

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Muttersprachlicher Unterricht innerhalb des staatlichen Schulsystems wäre nach Engins Einschätzung besser. «Er würde meiner Ansicht nach sogar besser angenommen werden, da er endlich benotet und damit versetzungsrelevant würde», sagte sie. «Bisher bildet sich der Besuch des Konsulatsunterrichts auf dem Zeugnis – außer als kurzer Vermerk – nirgends als schulische Leistung ab.»

Für das Schuljahr 2016/2017 wurden laut Kultusministerium von den ausländischen Behörden 3106 Kurse mit 494 Lehrkräften angemeldet, an denen knapp 42 000 Schüler teilnahmen. Rund 850 Kurse wurden vom Land mit insgesamt 1,1 Millionen Euro bezuschusst. Den größten Anteil machte der türkische muttersprachliche Unterricht mit 508 Kursen aus. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht aufgeht, kann man die Förderung des Unterrichts ja ersatzlos streichen. Es ist für mich auch nicht plausibel, weshalb dieser Unterricht an staatlichen Schulen erfolgreicher sein soll.

    Wenn die Eltern also unbedingt muttersprachlichen Unterricht wollen, dann soll er außerhalb der Schulzeit und auf eigene Kosten stattfinden. Bemerkungen darüber auf dem Zeugnis entfallen genauso wie Noten oder Versetzungsrelevanz. Sobald festgestellt wird, dass das Institut Haltungen vermittelt oder fördert, die mit der modernen westlichen Kultur nicht vereinbar sind – z.B. Homophobie, Rolle der Frau, Islamismus als politische Haltung – wird das Institut mit drakonischen Strafen versehen und geschlossen.

  2. Der türkische Konsulatsunterricht sollte wegen der beständigen propagandistischen Einflussnahme Erdogans islamistischer Partei auf die deutsche Innenpolitik geschlossen werden.
    Die sich ständig wiederholenden Provokationen des Erdogan-Regimes gegen westeuropäische Verbünde wegen deren unabhängiger Haltung zu den Kurden und der aramäischen Minderheiten, gipfelten jetzt in infamen Beschimpfungen der Kumpanei mit angeblich terroristischen Organisationen, wie der YPG, die erfolgreich mit den Verbündeten, den von Erdogan einst unterstützen IS besiegte.
    Das System Erdogan wird niemals eine Autonomie eines von Kurden bewohnten Gebietes zulassen.
    Er wird sein machtpolitisches Spiel weiter betreiben.
    Und in den Konsulatsschulen wird diese Position einseitig, indoktrinierend vermittelt.
    Der Einfluss Erdogans auf die türkisch stämmige Bevölkerung und unsere Innenpolitik muss eingedämmt werden.
    Man behindert eine innere Integration und Identifikation mit der Bundesrepublik Deutschland, lehnt unsere Sichtweise der Stellung der Frau in unserer Gesellschaft ab, ebenso wie die Emanzipation der Frau und des Individuums. Gefördert werden atavistisch-männliche Denkweisen, mit der Unterordnung der Frau unter das männliche Patriachat, in dem die Frau durch den Erhalt ihrer Keuschheit die Ehre der Gesellschaft hochhält, während die Männer ihren Gefühlen der Überlegenheit nachgehen, sowie ihrem persönlichen Antrieb von Blut und Ehre folgen. Wo sind die Genderanhänger, die sich kritisch mit diesem Gesellschaftsbild in orientalisch geprägten Ländern kritisch auseinandersetzen ?
    Einzig die kurdischen Milizen und deren politische Repräsentanten setzen in ihren Reihen den Gedanken der Emanzipation der Frau und des Individuums durch.
    Und genau diese sind das militärische Ziel dieses erzreaktionären Regimes um Erdogan, das getragen von Korruption, Vetternwirtschaft und wirtschaftlicher Bevorzugung von Günstlingen des Regimes, sowie durch die Zerschlagung des unabhängigen Justizsystems und der unabhängigen Presse, sowie dem Missbrauch des militärischen Apparats zur Durchsetzung politischer Ziele, eine Basis ihres willkürlichen Herrschaftssystems geschaffen haben.
    Afrin ist überall und die fundamentalistisch-arabischen Rotten des IS sind weiterhin eine Realität unter dem Protektorat eines korrupten Erdogan-Clans.

    • Ich wünsche uns allen ein friedliches Ostern im Sinne eines toleranten und verständnisvolleren Umgangs miteinander, so wie der Mensch Jesus es uns gelehrt hat und sehen wir die Welt mit dem unverstellten Blick von Kindern, so wie er es uns gelehrt hat.
      Erfreuen wir uns über die reichhaltige kulturelle und sprachliche Vielfalt der Erdenbürger, die ihre Sprachbarrieren durch Menschlichkeit und Liebe zueinander überwinden können und dies beherzigen mögen.

      Erst der Geist, der stets verneint, der von Menschen Hand Erschaffenes bestrebt ist immerfort zu zerstören, der den Geist und Verstand des Menschen trachtet zu vernichten, schafft Zwietracht und Hass.
      Wir aber haben die Möglichkeit den ersten Weg, des Erlösers zu gehen. Jeder von uns kann selbst entscheiden ,welchen Weg er einschlägt, oder ob er den Weg der kulturellen Zerstörung, der Intoleranz,
      der Zwietracht und des Verfalls wählt.

      Frohe Ostern

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