Studienabbrüche bei Lehramtsstudenten werden untersucht

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In Mecklenburg-Vorpommern werden immer mehr angehende Lehrer ausgebildet. Seit den Winterferien absolvieren 659 Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den öffentlichen Schulen, wie das Bildungsministerium in Schwerin aktuell mitteilte.

Die Anzahl der Referendare in Mecklenburg-Vorpommern ist gestiegen. Foto: Bildarchiv Universität Bielefeld / flickr / CC BY 2.0

Im vergangenen Jahr seien es zum gleichen Zeitpunkt 648 gewesen und noch ein Jahr zuvor 555. Zur Verfügung stehen aktuell allerdings 861 Plätze – viele bleiben also unbesetzt. Einen Grund dafür sieht Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) in hohen Abbrecherquoten beim Lehramtsstudium.

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Die Ursachen für die Studienabbrüche sollen jetzt wissenschaftlich untersucht werden. Hesse hat nach eigenen Angaben eine Studie an der Universität Rostock in Auftrag gegeben. Ergebnisse werden gegen Ende dieses Jahres erwartet. dpa

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16 KOMMENTARE

  1. Schon zu meiner Zeit gab es “Studienabbrüche”. Es war über die ganzen Jahre verteilt. Ich wunderte mich immer.

    Einige brachen erst ab bzw. schmissen erst hin, als sie schon im Referendariat waren. Das wird es wohl immer geben.

    Und wie viele schmeißen hin, die bereits fertige Lehrer sind? Und warum? (wegen des Gehalts 🙂 ?) Auch unter Seiteneinsteigern schmeißen viele hin (sicher nicht wegen des Gehalts). Da würden mich auch mal Studien interessieren.

    • Dass es sowas schon immer gab, bestreitet niemand, wenn allerdings über 50% abbrechen, sollte das untersucht werden. Wobei ich finde, dass es ein Fehler ist, dass die Uni Rostock das selber untersucht. Man läßt ja schließlich auch keinen Beschuldigten im eigenen Verfahren ermitteln (okay, außer Berlin natürlich).

      • Merwürdige Abbrecherquoten gab es schon immer.
        Studierende, die ihr Examen abgelegt hatten, sich aber nicht ausdrücklich exmatrikulierten, tauchten auch in den Statistiken auf.
        Insofern ist es doch vernünftig, der Quote nachzugehen.
        Haben diese Studierenden das Fach gewechselt, den Studiengang oder wirklich das Studium geschmissen?

      • Ach, das hatte ich vergessen zu schreiben.

        Nach meinem Eindruck hat nur 1/3 derer, mit denen ich zu studieren anfing, die Lehrerausbildung (Studium und Referendariat) tatsächlich beendet.

        Aber klar, interessant ist schon, warum.

  2. Vielleicht kommt dann heraus, dass die Anforderungen des Studiums zu hoch sind. Man könnte sie ja senken – im Bereich Schule funktioniert das aus Sicht der Bildungspolitiker ja auch prächtig.

    • Das Problem begann tatsächlich mit der Umstellung des Lehramtsstudiums 2012. Die Lehramtstudiengänge haben bei den Fachwissenschaften jetzt so gut wie keine eigenen Module mehr, sondern laufen mit den normalen Fachwissenschaften mit, inkl. der gleichen Bewertung von Prüfungen, wobei niemand Rücksicht darauf nimmt, ob es bei den Prüfungsterminen zu Überschneidungen kommt. Ich erinnere mich noch gut, wie Grundschullehrerinnen für Werken plötzlich Klausuren von den Maschinenbauingenieuren mitschreiben mussten.

      • @Maulheld: In Bayern studierte ich schon 1983 Grundschullehramt an der Uni. Alles hatte einen fachwissenschaftlichen Hintergrund. Zu meiner Zeit haben auch viele aufgehört, aber auch wegen der schlechten Aussichten auf eine Stelle. Dank der vor mir herdümpelnden Lehrerschwemme gab es Wartelisten und der Notenschnitt für eine Anstellung lag so ungefähr bei unglaublichen 1,7…..

      • Das war bei mir auch, allerdings Lehramt für Gymnasien. Die Sek I- und Grundschullehrer hatten eigene Veranstaltungen an der eigenen Fakultät, die vom fachlichen Niveau sehr weit unter dem lag, was ich lernen musste. Dafür hatten diese eine didaktische Ausbildung, die zumindest von der Stundenzahl her den Namen auch verdient, inhaltlich kann ich es nicht beurteilen, weil ich so eine Veranstaltung nie besucht habe.

    • Warum erhöht man nicht die <Anforderungen an den Gymnasien, damit nur diejenigen Studieren, die dazu in der Lage sind. Bei 50 % der Schüler mit Abitur kann das Niveau nur niedriger sein als vor dreißig bis vierzig Jahren. Allerdings gab es da auch Studenten, wie Herrn Hans Brügelmann(Jura 1 Staatsexamen, Soziologie, Aufbaustudium Lehramt etc, alles "sehr zielstrebig", die mal locker 20 Semester studierten + wissenschaftlicher Anstellungsverhältnisse an diversen Hochschulen bevor man sich dann in einem Berufsfeld etablierte. Das betraf auch die Generation um Frau Schavan, die dann das G8 zu verantworten hatte.

  3. Vielleicht sollte man die Inhalte des Studiums mal endlich praxisnah gestalten, so dass man im Beruf wirklich etwas davon hat. Die Didaktikfächer waren bei mir okay, aber ich habe als Grundschullehrerin in meinem Hauptfach Deutsch das Gleiche studiert wie die Germanisten, dazu noch den Anfangsunterricht in Deutsch und verschiedene andere schulspezifische Themen, wie z.B. Didaktik des Rechtschreibunterrichts. Dafür muss ich in der GS alle Fächer unterrichten, von denen ich nie etwas gehört habe. Bei mir Sport, Musik, Englisch, Mathe. Das wurde im Seminar ein bisschen thematisiert, aber nur weil ich Glück hatte. In anderen Seminaren sah das anders aus und man steht als Berufsanfänger schlecht gerüstet da. Und rennt auf alle Fortbildungen, die eigentlich ins Studium gehören.

    • Damit das funktioniert, müsste man als ersten Schritt das Grundschullehramt eigenständig machen, d.h. von den Fachlehrern (Sek I) abkoppeln.

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