Den Schulleitern reicht’s: Sie fordern Zeit, Geld und Zusagen von Hesse

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SCHWERIN. Stundenpläne bauen, Vertretungslehrer organisieren, für Statistiken zuliefern und die Qualität des Unterrichts verbessern: Die Arbeit der Schulleitungen wird deutschlandweit ihrer Ansicht nach nicht genügend gewürdigt. Sie verlangen immer lauter Verbesserungen. So nun auch auf dem Schulleitungstag in Mecklenburg-Vorpommern.

Die neue Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern: Birgit Hesse (SPD). Foto: Regierung Mecklenburg-Vorpommern
Birgit Hesse soll liefern, fordern die Schulleiter.                                              Foto: Regierung Mecklenburg-Vorpommern

Die Schulleitungen in Mecklenburg-Vorpommern haben mehr Zeit und Geld für ihre Arbeit gefordert. Einen Tag vor dem 25. Schulleitungstag Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow sagte die Vorsitzende der Vereinigung, Heike Walter: «Wir sind am Limit angekommen.»

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Die Aufgaben nähmen immer weiter zu. Sie reichten von der Einstellung von Vertretungslehrern über Gespräche mit Eltern von Kindern, die nicht zur Schule kommen, bis hin zum Stundenplanbau und der Erstellung von IT-Konzepten. Walter forderte eine Halbierung der Unterrichtsverpflichtung für Mitglieder der Schulleitungen sowie eine Gehaltszulage von 500 Euro im Monat. Mancher Schulleiter habe nur 120 Euro mehr im Monat als ein Lehrer ohne Leitungsaufgabe an derselben Schule. Das sei zu wenig.

Walter zeigte sich erfreut, dass Forderungen der Schulleitungen Eingang in den Koalitionsvertrag von SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern gefunden haben. «Das System der Anrechnungsstunden und der Zulagen wird überprüft und gegebenenfalls angepasst», heißt es dort unter Punkt 212. Walter forderte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) auf zu liefern.

«Wir hoffen auf Aussagen von Frau Hesse beim Schulleitungstag am Mittwoch in Güstrow», sagte sie. Erwartet werde ein konkretes Maßnahmepaket zur Stärkung und Entlastung von Schulleitungen. Am 24. April feiert die Schulleitungsvereinigung MV in Güstrow ihr 25-jähriges Bestehen.

Vorgaben und Kontrollen

Statt des versprochenen Abbaus von Bürokratie erlebten die Schulleitungen ständig neue Erlasse und Verordnungen, sagte Walter. Auch eine immer umfangreichere Datenerfassung und -pflege und ständig sich ändernde Vorgaben und Kontrollen zur Nachweisführung geförderter Maßnahmen der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern gehörten dazu.

Seit Jahren nähmen die Aufgaben für Schulleitungen zu – doch die Zeit, um all die Aufgaben zu bewältigen, nicht, sagte Walter. Die Zahl der Stunden für die Leitungsarbeit werde noch immer auf Basis der Schülerzahlen von 2013/14 berechnet. Die Schülerzahlen seien seither aber gestiegen und damit auch der Organisationsaufwand. Nach Angaben der Linken im Landtag ist die Schülerzahl seit 2013/14 um 7.000 oder 6,4 Prozent gestiegen.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, kündigte für Freitag einen Landtagsantrag für eine höhere Vergütung von Mitgliedern der Schulleitungen an. «Sie erhalten in einer sich verändernden Gesellschaft immer mehr und komplexere Aufgaben und sind Schlüsselfiguren bei der Qualitätsentwicklung von Schule und Bildung», sagte die Bildungspolitikerin. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. ZITAT: “Walter forderte eine Halbierung der Unterrichtsverpflichtung für Mitglieder der Schulleitungen sowie eine Gehaltszulage von 500 Euro im Monat. Mancher Schulleiter habe nur 120 Euro mehr im Monat als ein Lehrer ohne Leitungsaufgabe an derselben Schule. Das sei zu wenig.”

    So wie ich einen Gehaltsabstand zwischen Grundschullehrern und Lehrern weiterführender Schulen für gerechtfertigt halte, so halte ich ihn auch zwischen Lehrern und Schulleitung (inklusive Stellv.) für gerechtfertigt.

    Eine deutliche Unterrichtsverpflichtung begrüße ich als Teil einer massiven Entlastung, die auch Schulleiter brauchen.

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