Beckmann: KMK beschäftigt sich mit Gewalt gegen Lehrer – endlich!

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BERLIN. Im Vorfeld der 362. Kultusministerkonferenz in der kommenden Woche in Berlin ist bekannt geworden, dass der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, das Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ auf die Tagesordnung gesetzt hat. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, verbucht dies als Erfolg des VBE: „Wir haben dieses Thema in den letzten Jahren durch die von uns in Auftrag gegebenen Umfragen, politischen Initiativen, Anfragen an die Kultusministerien und die Herausgabe einer Servicebroschüre für Lehrkräfte beharrlich auf die politische Agenda gesetzt. Das hat gewirkt.“

Sieht den Einsatz von zu vielen Seiteneinsteigern kritisch: VBE-Chef Udo Beckmann. Foto: VBE / Jean-Michel Lannier
Sieht endlich Bewegung bei der KMK in Sachen Gewalt gegen Lehrer: VBE-Chef Udo Beckmann. Foto: VBE / Jean-Michel Lannier

Beckmann verwies auf eine Schulleiterumfrage des Instituts forsa, die der VBE in Auftrag gegeben und im Mai veröffentlicht hatte (News4teachers berichtete). „Damit geben wir der KMK solide Fakten an die Hand. Sie zeigen: In den letzten fünf Jahren gab es an jeder zweiten Schule psychische Gewalt gegen Lehrkräfte, an jeder dritten physische. Nun wird es darauf ankommen, dass die Ministerinnen und Minister die Alarmsignale ernst nehmen und entsprechend handeln. Lehrkraft und Schulleitung müssen die volle Unterstützung des Dienstherrn erhalten – unter anderem unbürokratische und schnelle Hilfe nach einem Gewaltvorfall“, sagt Beckmann.

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Außerdem fordert der VBE das Führen und Veröffentlichen von Statistiken zu Vorfällen von Gewalt gegen Lehrkräfte. Entsprechend der Antworten aus den Kultusministerien, welche der VBE auf Anfrage erhalten hat, sind immer noch nicht alle dazu bereit. „Fadenscheinige Argumente, wie eine angeblich höhere Tabuisierung des Themas, lassen wir nicht gelten. Im Gegenteil: Wir sind der festen Überzeugung, dass nur Transparenz über Vorfälle zur Ent-Tabuisierung des Themas und zu einer optimalen Prävention je nach Gefährdung beiträgt“, sagt Beckmann.

Der Verband sieht zudem eine enge Abhängigkeit zwischen unzureichenden Gelingensbedingungen in den Schulen und der hohen Aggressivität in Sprache und Umgang. Beckmann fordert: „Wir brauchen massive Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, damit Lehrkräfte durch multiprofessionelle Teams mit Schulpsychologen, Schulsozialarbeitern und weiteren Fachkräften unterstützt werden können und ein lernförderliches Umfeld geschaffen werden kann. Zudem müssen die Lehrkräfte auf die Anforderungen im Schulalltag in der Ausbildung besser vorbereitet und im Schuldienst stetig fort- und weitergebildet werden.“

Dass Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Gast der Kultusministerkonferenz sein wird, bewertet der VBE-Chef positiv: „Wir hoffen auf konstruktive Impulse für die zügige Implementation des Nationalen Bildungsrates. Die drängenden Fragen können nicht länger warten, sondern müssen beantwortet werden. Dafür braucht es ein unabhängiges Gremium, in dem Wissenschaft, Politik und Praxis eingebunden werden, um gemeinsam langfristige Leitbilder aufzustellen.“ News4teachers

Hier geht es zu der Broschüre des VBE “Gewalt gegen Lehrkräfte”.

VBE-Umfrage: Gewalt gegen Lehrer an jeder vierten Schule – an Grundschulen sogar noch häufiger

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2 KOMMENTARE

  1. Das Thema ist nun endlich “oben” angekommen. Das finde ich gut, auch wenn ich mehr als einen Stinkefinger praktisch noch nicht erlebt habe (und wäre der Schüler nicht so dumm gewesen, es so ungeschickt zu machen, dass ich es sehen MUSSTE, hätte ich so getan, als hätte ich es nicht bemerkt).

    “BERLIN. Im Vorfeld der 362. Kultusministerkonferenz in der kommenden Woche in Berlin ist bekannt geworden, dass der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, das Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ auf die Tagesordnung gesetzt hat. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, verbucht dies als Erfolg des VBE: „Wir haben dieses Thema in den letzten Jahren durch die von uns in Auftrag gegebenen Umfragen, politischen Initiativen, Anfragen an die Kultusministerien und die Herausgabe einer Servicebroschüre für Lehrkräfte beharrlich auf die politische Agenda gesetzt. Das hat gewirkt.“

    Ich verbuche das aber auch als Erfolg unserer Diskussionen darüber – hier und anderswo. Aber danke auch dem VBE !!!

    • Die das alles leugneten, klein- oder schönredeten, dürfen sich nicht bedankt fühlen! Ihr seid den betroffenen Kollegen eher in den Rücken gefallen. 🙁

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