Philologen-Chefin will einen unabhängigen KMK-Präsidenten – mit längerer Amtszeit

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BERLIN. Der Philologenverband hat angesichts zahlreicher Probleme in den Schulen eine grundlegende Reform der Kultusministerkonferenz gefordert, genauer: der KMK-Spitze, die turnusmäßig jedes Jahr neu besetzt wird. „Jährlich wechselnde Schwerpunktsetzungen erschweren das substanzielle Angehen der länderübergreifenden Probleme“, sagte Verbandschefin Prof. Susanne Lin-Klintzing.  Sie schlägt deshalb vor, die Präsidentschaft längerfristig zu regeln.

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, hier bei der Verleihung des Deutschen Lehrerpreises. Foto: Deutscher Lehrerpreis

„Nicht nur angesichts des Dauerproblems Lehrkräftemangel ist eine grundlegende Reform der Kultusministerkonferenz notwendig. Deshalb: Keine einjährige Amtszeit des Präsidenten mehr, sondern mindestens eine dreijährige! Kein amtierender Kultusminister sollte mehr Präsident sein, sondern einer oder eine, die diesen Ministerposten bereits hinter sich hat”, fordert Lin-Klitzing.

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Zu lösende Probleme: Lehrermangel, Vergleichbarkeit des Abiturs…

Der Philologenverband halte die Arbeit der Kultusministerkonferenz für unverzichtbar und wolle dem amtierenden Präsidenten, dem hessischen Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auch seine „explizite Wertschätzung“ aussprechen. Gleichwohl betont Lin-Klitzing: „Ich halte eine Professionalisierung der Arbeit der Kultusministerkonferenz für unbedingt nötig, um die Probleme im Bildungsbereich langfristig lösen zu können. Dazu gehören die Vergleichbarkeit des Abiturs auf höherem Niveau sowie der anderen Schulabschlüsse, die Digitalisierung und der wiederkehrende ‚Schweinezyklus‘ von regelmäßig zu vielen und zu wenigen Lehrkräften. Hier brauchen wir längerfristige Perspektiven.“

Dies habe zuletzt die Debatte um das Abitur gezeigt, die von der amtierenden Kultusministerin und ehemaligen Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), im Juli angestoßen worden war. Um wirkungsmächtig die großen Bildungsprobleme angehen zu können, ist es aus Sicht des Deutschen Philologenverbandes zudem eher hinderlich, amtierende Kultusministerinnen oder Kultusminister ins Amt des Präsidenten zu berufen. „Hier kann nicht hart genug um der Sache willen gerungen werden, wenn die bildungspolitischen Interessen des eigenen Bundeslandes gleich mit vertreten werden müssen“, so meint die Philologen-Vorsitzende. Agentur für Bildungsjournalismus

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