GEW verlangt von “Kenia” eine Personaloffensive für die Schulen

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POTSDAM. Die Bildungspolitik ist das nächste Thema bei den Koalitionsverhandlungen in Brandenburg. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gibt CDU, SPD und Grüne einige Wünsche mit in die Ranzen.

Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg
Sieht sich zahlreichen Forderungen gegenüber: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Foto: Landesregierung Brandenburg

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert von der künftigen Landesregierung eine Personaloffensive für die Brandenburger Schulen. «Wir haben jetzt einen Riesen-Einstellungsbedarf», sagte der Landesvorsitzende Günther Fuchs am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist zu wenig ausgebildet worden.» Auf dem Land müssten die Schulstandorte mit Personal gestärkt werden. Nötig sei auch ein Qualifizierungsprogramm für Seiteneinsteiger, die auf absehbare Zeit die Lehrkräfte unterstützen. «Wir brauchen einen Neustart», sagte Fuchs. «Die Probleme, vor denen wir stehen, sind fundamentaler Art.»

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SPD, CDU und Grüne setzen an diesem Mittwoch ihre Koalitionsverhandlungen in großer Runde fort. Dann geht es um die Bildungspolitik. Nach dpa-Informationen wollen die drei Parteien Schulen und Kitas stärken. Die Arbeitsgruppe schlägt demnach vor, dass es mehr gut ausgebildete und gut qualifizierte Lehrkräfte geben soll. Die Kitas sollen bei der Betreuung und auf dem Weg zu mehr Beitragsfreiheit gestärkt werden. Die Unterhändler haben einen Vorschlag für einen Zeitplan gemacht, dafür gibt es allerdings noch keinen abschließenden Konsens.

Seit Montag berät die Hauptverhandlungsgruppe unter Leitung von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke, dem kommissarischen CDU-Landeschef Michael Stübgen und Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher über die Vorschläge der Arbeitsgruppen. Vorher ist nichts beschlossen. Bis frühestens nächste Woche wollen die drei Parteien einen Koalitionsvertrag vorlegen. Dann müssen aber noch Parteitage oder die Mitglieder in Befragungen über den Vertrag entscheiden.

In diesem Schuljahr hat in Brandenburg mit 1747 die höchste Zahl neuer Lehrer seit der Einheit unbefristet den Dienst begonnen. Dazu kommen nach früheren Angaben von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) 610 befristete Einstellungen, darunter mehr als zwei Drittel Seiteneinsteiger. Wegen der steigenden Schülerzahl und der Einarbeitung von Seiteneinsteigern wurde die Zahl der Lehrerstellen um knapp 400 auf etwa 19 300 Stellen aufgestockt. Inzwischen sind 12,3 Prozent der Lehrer in Brandenburg Seiteneinsteiger.

Im Ergebnispapier der Sondierungsgespräche haben SPD, CDU und Grüne vereinbart, in die Qualität der Schulen zu investieren, gut ausgebildete Lehrkräfte zu gewinnen und kleinere Schulen im ländlichen Raum zu erhalten. Bis zum Ende des Schuljahres 2020/21 sollen nach einem Moratorium des Landtags keine Standorte weiterführender allgemeinbildender Schulen schließen. In diesem Schuljahr gibt es 914 Schulen, darunter 177 in freier Trägerschaft. Von Oliver von Riegen, dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Zitat: “«Es ist zu wenig ausgebildet worden.» Auf dem Land müssten die Schulstandorte mit Personal gestärkt werden. Nötig sei auch ein Qualifizierungsprogramm für Seiteneinsteiger, die auf absehbare Zeit die Lehrkräfte unterstützen.”

    Genau richtig. Ich bin auf die bildungspolitischen Ziele (und Ergebnisse, ist ja nicht unbedingt das Gleiche) der Kenia-Koalitionen in Sachsen und Brandenburg sehr gespannt.

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