GEW: Schwierige Lage in Kitas – mehr Erzieherinnen nötig

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SCHWERIN. Die GEW in Mecklenburg-Vorpommern hat vor dem Hintergrund der Corona-Krise dringend mehr Erzieherinnen für die Kitas gefordert. Nach der Öffnung der Kindertagesstätten am vergangenen Montag für alle Kinder berichteten Erzieherinnen in vielen Einrichtungen von zu wenig Personal, zu wenigen Räume, zu großen Gruppen, schwierigen Übergabesituationen, keine praktikablen Pausenregelungen sowie Angst vor Ansteckung, erklärte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner am Mittwoch.

In den Kitas in Mecklenburg-Vorpommern sind die Kinder zurück. Foto: Shutterstock

In anderen Ländern funktioniere die Öffnung unter Corona-Bedingungen möglicherweise besser, weil dort die Fachkraft-Kind-Relation besser sei. In Mecklenburg-Vorpommern kommen auf eine Erzieherin im Kindergarten 15 Kinder, in der Krippe sechs. Bei der Zahl der Kinder je Erzieherin liegt Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich hinten. In Studien wird immer wieder kritisiert, dies gehe zu Lasten der Betreuungsqualität. Lindner forderte: «Hier muss das Land endlich nachsteuern. Wann, wenn nicht jetzt?»

Pädagogische Standards können oft nicht eingehalten werden

Eine Betreuung unter der Wahrung des Rechtes auf Bildung und eine das Kind schützende Umgebung sei unter den gegenwärtigen Voraussetzungen oftmals nicht möglich, so die Gewerkschaftschefin. Kitas und Horte entsprächen zwar dem dringenden Bedarf der Eltern nach Betreuung ihrer Kinder, um arbeiten gehen zu können, stellten jedoch das Recht und den Schutz des Kindes damit hintenan. «Für die Beschäftigten entsteht daraus eine hohe Belastungssituation», warnte Lindner. Es komme zu Mehrarbeit und die pädagogische Arbeit bleibe auf der Strecke. Die GEW gehört zum Expertenkreis, der die Kita-Öffnung in MV begleitet und wöchentlich tagt.

Die Linke kritisierte nach einer Sitzung des Sozialausschuses des Landtags unter Berufung auf das Sozialministerium, dass derzeit Aufweichungen bei den Standards in der Kinderbetreuung möglich seien. «Auf Nachfrage konnten Obergrenzen für Standardaufweichungen etwa bei der Fachkraft-Kind-Relation nicht benannt werden», berichtete die familienpolitische Sprecherin der Oppositionsfraktion, Jacqueline Bernhardt. «Hier muss das Sozialministerium dringend nachbessern.» Bernhardt forderte einen Mindestpersonalschlüssel für die Erzieher-Kind-Relation auch in Corona-Zeiten. dpa

Vier von fünf Kitaleitungen stellen fest, dass der Personalmangel immer schlimmer wird

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