Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Alle Kitas und Schulen in zweitem Kreis geschlossen

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GÜTERSLOH. Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies verhängen die Behörden einen Lockdown auch für den Nachbarkreis Warendorf. Ab Donnerstag werden auch im dortigen Kreisgebiet alle Schulen und Kitas geschlossen.

Das Coronavirus ist keineswegs aus der Welt. Foto: Shutterstock

Der massive Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies trifft die Menschen in den westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf hart. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen schränkten am Dienstag den Alltag von mehr als 640.ö000 Einwohnern in der Region um die größte deutsche Fleischfabrik erheblich ein. Viele der im übrigen Bundesgebiet inzwischen weitgehend aufgehobenen Pandemie-Schutzmaßnahmen treten dort zumindest bis zum 30. Juni wieder in Kraft.

Bei dem Ausbruch rund um den Tönnies-Betrieb handele es sich um das bisher „größte Infektionsgeschehen“ in NRW und auch deutschlandweit, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Der Lockdown, der in der Nacht zum Mittwoch beginnen sollte, sei nötig, um durch Tests feststellen zu können, „ob auch über die Mitarbeiter von Tönnies hinaus in der Bevölkerung das Virus bereits verbreitet ist“.

Geschätzt rund 100.000 Schüler von Schulschließungen betroffen

Die Entscheidung der NRW-Landesregierung, auch für den Kreis Warendorf Beschränkungen zu verhängen, kam am Dienstagnachmittag überraschend. Noch am Vormittag hatte Laschet erklärt, Schutzmaßnahmen solle es nur in Orten der direkten Nachbarschaft zum Kreis Gütersloh geben. „Man kann das nicht dorfscharf machen“, begründete Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann nun die Ausweitung auf den gesamten Kreis.

Im öffentlichen Raum dürfen sich die Menschen nur noch mit Personen des eigenen Hausstands bewegen. Treffen dürfen sich auch zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben. Zudem verbieten die Behörden nach dem neuen Sicherheitspaket Sport in geschlossenen Räumen sowie zahlreiche Kulturveranstaltungen. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos und Bars. Schulen und Kindertagesstätten sind im Kreis Gütersloh bereits seit dem 17. Juni geschlossen. Im Kreis Warendorf geschieht das am Donnerstag – zwei Tage vor Ferienbeginn in NRW. Geschätzt insgesamt rund 100.000 Kinder sind von den Schulschließungen betroffen. News4teachers / mit Material der dpa

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1 KOMMENTAR

  1. … und in Hamm und dem Landkreis Soest sind Schulen und Kitas für NAchwuchs von Tönnies-Mitarbeitern geschlossen worden.

    Der Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten der fa. Tönnies betrifft derzei alle drei westfälichen Regierungsbezirke. GT und BI gehören zu Ostwestfalen-Lippe (RP DT), WAF gehört zum Münsterland (RP-MS) und HAM sowie SO zu Südwestfalen (RP-Arnsberg). In dem Dreieck der Regierungsbezirke gibt es einen erheblichen Austausch an Gütern, Dienstleistungen und Personen. Und nicht vergessen, nördlich des Landkreises GT beginnt jenseits der Teutos schon Niedersachsen.

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