Druck auf Weil steigt – Maskenpflicht im Unterricht gefordert

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HANNOVER. NRW hat sie, Niedersachsen bisher nicht: Eine Maskenpflicht im Schulunterricht. Die Stadt Osnabrück fordert, dass Niedersachsen dem NRW-Beispiel folgt. Kurz vor Ferienende wird die Furcht laut, ganze Schulen könnten wegen Corona schnell wieder geschlossen werden.

Maskenpflicht im Unterricht? Möglich. Niedersachsens MInisterpräsident Stephan Weil. Foto: David Borghoff – Wahlkreisbüro Stephan Weil / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Kurz vor Unterrichtsneustart in Niedersachsen werden zunehmend Befürchtungen laut, dass ganze Schulen wegen des Coronavirus schnell wieder geschlossen werden könnten. Erstmals seit mehr als fünf Monaten soll an den Schulen von Donnerstag an wieder in voller Klassenstärke unterrichtet werden. Der letzte «normale» Schultag in Niedersachsen vor der Corona-Pandemie war der 13. März.

VBE: Hygieneplan des Kultusministeriums reicht nicht aus

Verbände wie die Lehrerorganisationen Bildung und Erziehung (VBE) forderten, dass angesichts der Rückkehr zum Regelbetrieb mit allen Schülern verschärfte Hygienemaßnahmen und ein verbesserter Infektionsschutz dringend geboten seien. Der Hygieneplan des Kultusministeriums reiche bei weitem nicht aus, sagte VBE-Landesvorsitzende Franz-Josef Meyer.

Viele Schulleitungen blicken nach Angaben des VBE mit Sorge auf den Schulstart. Volle Klassen und unzählige Kontakte zwischen den Kindern verschiedener Klassen könnten schnell zu Corona-Ausbrüchen führen. Es fehle ein Konzept beim Infektionsschutz sowohl für die Schülergruppen als auch für das pädagogische Personal. Der Verband unterstütze daher die Forderung nach regelmäßigen und kostenlosen Testmöglichkeiten für Mitarbeiter in den Schulen.

Bisher sind an den Schulen in Niedersachsen für Lehrer keine solchen Tests geplant. Ein Sprecher des Kultusministeriums hatte aber zuletzt erklärt, es sei denkbar, dass ihnen kostenlose Tests angeboten würden. «Das wäre dann ein Angebot, keine Verpflichtung», sagte er.

Osnabrücks OB fordert Maskenpflicht im Unterricht für zwei Wochen

Auch erste Kommunen wie Osnabrück fordern strengere Regeln zum Maskentragen, etwa nach dem Vorbild von Nordrhein-Westfalen, wo Schüler auch im Unterricht eine Schutzmaske tragen müssen. In Niedersachsen wird dies zunächst nur dort Pflicht sein, wo in den Schulen ein Abstand von 1,50 Meter zu anderen nicht möglich ist, etwa auf engen Fluren.

Der Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück, Wolfgang Griesert (CDU), und die Osnabrücker Landrätin Anna Kebschull (Grüne), schrieben in einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil, Sozialministerin Carola Reimann und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (alle SPD): «Bitte führen Sie verbindlich mit Schuljahresbeginn in ganz Niedersachsen für zunächst zwei Wochen für alle Schüler und Lehrer eine Maskenpflicht in Klassenräumen während des Unterrichts ein.»

Die Osnabrücker Politiker befürchteten sonst Probleme, auch wegen der Nähe zu NRW, berichtete das Politikjournal «Rundblick». «Wie wollen wir Familien erklären, dass ihre Kinder in dem einen Bundesland im Unterricht Masken tragen, im anderen aber nicht?». Niedersachsens Kultusminister Tonne hatte sich in Bezug auf eine Maskenpflicht im Unterricht zuletzt eher skeptisch gezeigt. dpa

In immer mehr Schulen gilt: Maskenpflicht im Unterricht – GEW protestiert

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6 KOMMENTARE

  1. Noch NIE wurde eine Infektion durch Kinder unter 16 Jahren nachgewiesen.

    Und in Schweden blieben die Schulen auf , ohne Masken und Abstand und die haben trotzdem weniger infizierte Kinder pro 100.000 Einwohner als Finnland, wo die Schulen geschlossen wurden.

    Warum nochmal sollen unsere Kinder Masken tragen? Weil irgendwelche Menschen, die die Fakten nicht kennen, in Panik versetzten worden sind?!?

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