Karliczek nimmt „die Gesellschaft“ zum Schutz der Schulen in die Pflicht – nicht die Kultusminister

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat vor Gesprächen über die Schulen im Kanzleramt an diesem Montag (18.00 Uhr) an alle appelliert, mit ihrem Verhalten zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Corona-Pandemie beizutragen. «Die bekannten Hygieneregeln sollten von allen am Schulbetrieb Beteiligten auch in der Freizeit eingehalten werden», sagte die CDU-Politikerin. Vor allem sei aber auch die Gesellschaft insgesamt gefragt. Schule sei keine isolierte Veranstaltung. «Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird.»

Sieht große Herausforderungen im Herbst und im Winter – für „die Gesellschaft“: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Foto: obs/Bundesministerium für Bildung und Forschung/BMBF/Hans-Joachim Rickel

Bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen Karliczek, SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Länder über die Lage an den Schulen und das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Neben einem Austausch über die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen soll es um weitere Schritte bei der Schuldigitalisierung gehen und um die Weiterbildung von Lehrern im Umgang mit digitalen Medien.

Merkel, Esken und einige Länder hatten bei einem ersten Treffen im August vereinbart, dass Lehrkräfte mit Dienstlaptops ausgestattet werden sollen, Schüler günstige Flatrates bekommen und Schulen an schnelles Internet angeschlossen werden sollen. Im Kanzleramt wird am Abend auch über die weitere Umsetzung dieser Vorhaben beraten.

Kanzlerin hatte auf einen Vier-Stufen-Plan für die Schulen gedrängt

Dabei wird aber wohl auch über Corona-Schutzmaßnahmen gesprochen. Bei der letzten Runde von Merkel, Esken, Karliczek sowie einigen Kultusministern am 13. August in Berlin hatte die Kanzlerin auf einen Vier-Stufen-Plan gedrängt, der je nach Infektionsgeschehen konkrete Maßnahmen vorsieht – mit mäßigem Erfolg.

Formal wurde dem Wunsch Merkels nach einem Vier-Stufen-Plan zwar entsprochen. Der mittlerweile von der KMK verabschiedete Rahmenplan sieht vom „Regelbetrieb“ über „eingeschränkten Regelbetrieb“ (mit Maskenpflicht im Unterricht) über ein „Wechselmodell“ (Abstandsgebot gilt wieder, wodurch kleiner Lerngruppen nötig werden) bis hin zur „vollständigen Umstellung auf Distanzunterricht“ vier Szenarien vor.

Kultusminister vereinbaren Regelungen für die Schulen – unverbindliche

Allerdings verzichteten die Kultusminister darauf, Schwellenwerte festzulegen, wann welche Stufe greift. Auch sind darin nur unverbindliche „Möglichkeiten“ aufgelistet. In der Konsequenz bedeutet das, dass jedes Bundesland weiterhin nach Gusto entscheiden kann, ob und wann es in Schulen Maßnahmen zum Corona-Schutz ergreift.

Erneute flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr wollen Bund und Länder vermeiden. Der Start ins neue Schuljahr sei insgesamt zufriedenstellend gewesen, sagte Karliczek. «Aber der Herbst und Winter werden für den Schulbetrieb neue Herausforderungen bringen.» News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„Es wurde auch deutlich, was alles noch nicht funktioniert“: Merkel spricht mit Kultusministern über die Schulen in der Corona-Krise

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55 KOMMENTARE

  1. Frau Karliczek sollte vielleicht mal mit offenen Augen durch Berlin oder jede andere deutsche Großstadt laufen, dann wird sie sehen, dass „die Gesellschaft“ sich jetzt nicht im Sinnes des „Schutzes von Schülern und Lehrern“ verhält und dies aller Voraussicht nach auch im Herbst und im Winter nicht tun wird.
    Es ist an der Zeit, dass die Verantwortung nicht weiterhin abgeschoben wird … an Schulleitungen, Lehrer, Eltern, Schüler oder jetzt „die Gesellschaft“. Die Kultusminister sollten, nach 6 Monaten Pandemie, endlich ihre Arbeit machen und Verantwortung übernehmen und einen für alle Bundesländer verbindlichen!!!! Stufenplan festlegen.

  2. +++ 03:13 Merz warnt vor Gewöhnung an ein Leben ohne Arbeit +++
    Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Friedrich Merz fürchtet, dass die die Arbeitsmoral der Erwerbstätigen durch die Corona-Krise leidet. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können“, sagte Merz im „Bild“-Politiktalk. Im Blick hat er vor allem Lehrkräfte: „Es bleiben einfach zu viele Lehrer Zuhause“, sagte er. Wer nicht ernsthaft erkrankt sei, müsse auch in die Schule kommen. Das System Schule müsse auch in Corona-Zeiten funktionieren.

    https://www.n-tv.de/panorama/

    Gerade auf ntv gelesen. Eine Frechheit! Aber passt natürlich zum allgemeinen Lehrerbashing und jeglichem Verzicht auf Arbeitsschutz in Schulen.

    • Haha, spricht er da von sich, alle anderen haben doch eher mehr Arbeit dadurch, bei seinem Vermögen könnte er doch Privatier sein und allzu oft äußerte er sich bislang nicht.

      • Ich vermute, dass er da von sich auf andere schließt.

        Da es doch ziemlich viele Lehrer in der CDU gibt, war das für seine Ambitionen in der CDU eher ein Schuß ins Knie.

        Wird dann wohl nix mit CDU-Vorsitz. Ich rate ihn dann, wenn er scheitert, aufzupassen, dass er sich an das Nichtstun nicht gewöhnt.

    • Was Herr Merz über die Lehrer sagt, kann sogar ich als Lehrerin gut verstehen. Lehrkräfte erhalten weiter ihr volles Gehalt. Etliche von ihnen kommen aber mit Hinweis auf die Ansteckungsgefahr in der Schule nicht mehr zum Unterricht. »Es bleiben einfach zu viele Lehrer zu Hause«, kritisierte Merz. Wer nicht ernsthaft erkrankt sei, müsse auch in die Schule kommen. »Wir brauchen das System Schule – das muss funktionieren, auch in Corona-Zeiten.«

      • Auch ich kann die Worte von Herrn Merz nachvollziehen und möchte hinzufügen: Viele Bürger verstehen das Verhalten dieser Lehrer wahrscheinlich als „Frechheit“ und nicht die kritischen Worte von Friedrich Merz.

        • Klar bleiben zu viele Lehrer zu Hause, ungewollt und unverschuldet, weil sie aufgrund des miserablen Arbeitsschutzes in Quarantäne geschickt worden sind. Ansonsten benötigen Lehrer, anders als in vielen anderen Berufen, mindestens ärztliche Atteste um im Homeoffice arbeiten zu dürfen.

      • Nur, weil eine LK nicht in der Schule erscheint, heißt das also, dass sie nicht arbeitet?? Da könnte ich auch behaupten, dass Leute im Homeoffice sich mal bitte auch nicht daran gewöhnen sollen, nicht zu arbeiten. Na, Hauptsache, wir haben mal wieder schön auf die Lehrer draufgehauen, ist derzeit gerade total „in“.

      • Glauben Sie, dass in Firmen die Mehrzahl der Risikogruppen (wie bei Lehrern) arbeitet?
        Von wenigen Innenterminen abgesehen, bleiben die Risikogruppen bis auf Weiteres im HO. Ein Kollege hat sich letzte Woche im Ausland auf einer freiwilligen Dienstreise infiziert. Er ist seitdem für striktes HO.

      • Schon erschreckend, wenn Politiker die normalsten Berufsbilder nicht kennen, Arbeitszeitstudien nicht sinnentnehmend lesen können und alle Menschen im Homeoffice diskreditieren.

        Wo ist eigentlich der feste, öffentlich einsehbare Arbeitsplatz von Herrn Merz und wie lange hält er sich dort auf?

        • Herr Merz erhält im Gegensatz zu Lehrern sein Salär nicht aus der Staatskasse. Auch sein Vermögen kam nicht von der Allgemeinheit, sondern durch seine harte Arbeit in der Privatwirtschaft.
          Öffentlich einsehbar wäre die Arbeit von Lehrern erst nach geprüften Rapportzetteln wie bei jedem anderen Dienstleister auch. Dann wäre für jeden Kritiker zu sehen wie lange und an was ein Lehrer arbeitet, auch ein Vergleich zwischen Fleißigen und Faulen wäre dann möglich, mit dementsprechenden Sanktionen, wie überall anders auch. Glauben sie wirklich das Pensum und die Stunden im Homeoffice bleiben ungeprüft?

      • Was heißt „etliche Lehrer“? Bei uns ist es *eine* (schwanger), die zu Hause bleibt (Beschäftigungsverbot) und von dort arbeitet. Haben Sie Zahlen? Eine Quelle?

        • Man, Katinka26, nun machen Sie doch mit der Frage nach Zahlen nicht die schöne Argumentation der Lehrerhasser kaputt. Bei dem Thema zählt Meinung mehr als Ahnung. Nicht aufregen und weiterarbeiten.

  3. Merz scheint sich von solchen Äußerungen wohl eine positive Wirkung für seine Kanzlerkandidatur zu versprechen???? Schon Schröder hat ja von Lehrern als „faulen Säcken“ gesprochen…

  4. Man wird von den Gesprächen heute wohl nichts Neues bezüglich Arbeitsschutz an Schulen erwarten dürfen. Gern würde ich mich täuschen.

  5. Die bekannten Hygieneregeln? Kein Abstand und keine Maske in geschlossenen Räumen? Wird doch in der Freizeit gemacht – genauso wie in der Schule. Läuft!

  6. Was in den Schulen derzeit passiert, haben die Kultusminister in der Hand. Sie geben die Regeln dort vor. Und sie haben entschieden, in den Klassenräumen so zu tun, als gäbe es die Pandemie dort nicht.

    Der aktuelle Regelbetrieb in den Schulen belastet alle Beteiligten psychisch enorm. Das ist sicher nicht zum Wohle der Kinder.

  7. Na ja, sie setzt da sicherlich auf die Gruppe, die evtl. Interesse an der Gesundheit der Lehrer und der SuS haben. Dass die Kultusminister nicht angesprochen werden, spricht da für eine ausgeprägte Problemsicht, da für diese Gruppe ja keine Förderpläne geschrieben werden müssen.

  8. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um eine Wahrnehmung-Verleugnung..denn ich empfinde es genau um-gekehrt..man will mit aller Gewalt am Regelbetrieb festhalten und die Hygieneregeln können in der Schule ja zur Zeit gar nicht eingehalten werden..und da sie dort nicht eingehalten werden können(was ja nicht wahrgenommen wird von den Veranwortlichen)denken viele dann ggf können wir auch in der Freizeit lockerer sein..
    Wenn es Schutz geben muss..dann für alle gleichwertigen Schutz.Das wird aber hier getrennt..was z.b im Supermarkt gilt..gilt noch lange nicht im Klassenzimmer.
    An der Schule meines Mannes (Berufsschule NRW) ist ein Kollege meines Mannes erkrankt..mit nicht unerheblichen Symptomen..Jeder der diese Erfahrung bei sich selber oder im Bekannten und Freundeskreis macht und machen wird ..wird durch seine Erfahrung damit erkennen,dass es wesentlich ist für Schutz zu sorgen.Als direkt Betroffener ist das eigene Erleben entscheidend..und nicht mehr die Vor-stellung davon.

  9. „Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird.»
    In erster Linie haben es die verantwortlichen PolitikerInnen komplett in der Hand, ob der Schulbetrieb wie seit Jahren und Jahrzehnten am Limit weiter laufen wird!!!
    Wäre der Fortschritt unserer Wirtschaft auf dem Stand stehen geblieben, auf dem unser Schulsystem sich noch immer befindet, hätten wir nicht eine der stärksten weltweit.
    DIES jedoch wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ändern, wenn nicht endlich die Dringlichkeit von Veränderungen in unserem Schulsystem erkannt und vor allem umgesetzt wird.
    Die Corona-Pandemie führt der Gesellschaft endlich vor Augen, was in welchem Ausmaß an unseren Schulen verbessert, renoviert und sonst wie voran getrieben werden muss.

  10. Die Gesellschaft hat es in der Hand, wie es i n der Schule weiter geht??? Wir nehmen uns die Politiker zum Vorbild, der Landtag BW hat das Weinfest eröffnet, ohne Abstand und Maske nebeneinander Essens und trinkend. Herr Söder hat am WE in Bayern die Bars und Kneipen eröffnet, an der Isar wird es zu kalt. Herr Söder hat zur Mini Wiesn in München gerufen, die Trachtler kamen auch mit Blasmusik und Pferdekutschen auf denen Bierbänke waren. Die Bayern München Bosse kuscheln auch gerne. Doch ich denke es gut unseren Politikern ganz gut.
    Unsere Kinder sollen nun in der Freizeit zu Hause bleiben und abstinent leben, dass Schule funktioniert? Ein Witz.

    • Sie fordern doch vehement eine Aufrechterhaltung des Schulbetriebs. Wenn sich alle, wie Sie es fordern, an rücksichtslosen Egoisten und Ignoranten oder an gedankenlosen Zeitgenossen orientieren, wird sich das logischerweise insgesamt auf die Infektionszahlen und damit auch auf den Schulbetrieb auswirken. Schon jetzt sind mehrere tausend SchülerInnen und LehreInnen bundesweit in Quarantäne. Stellen Sie sich so den Schulbetrieb vor? In einigen Gegenden, z.B. in Berlin, haben die Gesundheitsämter aufgrund von Partybesuchern mit vielen Kontakten, falls überhaupt bekannt, schon jetzt kaum noch die Möglichkeit, Infektionsketten nachzuvollziehen. Und da hat die kalte Jahreszeit noch nicht mal begonnen. Also Ihr Vorschlag? Laufen lassen?

  11. Die Politik hat die Bildungslandschaft seit Jahrzehnten im Stich gelassen. Da das neue Schuljahr mit einer noch größeren Klasse meiner Tochter begonnen hat, ist man auch nach Corona nicht weiter. Ebenso hat man das letzte halbe Jahr über Datenschutz, digitale Struktur und Vorraussetzungen, personelle Kompetenzen diskutiert. Und? Man hat nur diskutiert.
    Theoretisch müsste meine Tochter nun Einführung in Streaming und digitalen Unterricht haben, die Endgeräte der Schüler müssten geprüft werden. Und?
    Nichts, Unterricht wie immer. Wo ist die Vorbereitung auf eine Quarantäne? Oder Schulschließung? Es wird auch jetzt nichts getan.
    Es ist so eine Mischung zwischen, man kann nicht, man will nicht und solange der Motor noch stottert.

    • Täusche ich mich? Sie haben doch sonst immer für normalen Regelbetrieb ohne viel Hygiene Stellung bezogen. Oder habe ich sie verwechselt?

      • Sie täuschen sich nicht!
        @ Lena R.
        Frei nach dem Motto:“Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“
        Lege ich mir halt (noch eine) andere Identität zu…

        • Ich würde gerne kleinere Klassen nehmen, habe ich nie bestritten, ebenso eine bessere Ausstattung oder Finanzierung, eine echte verlässliche Grundschule…..aber wird es wohl in nächster Zeit, ebensowenig wie in den letzten Jahrzehnten nicht geben. Um den Abstand der Kinder geht es mir nicht, der wird in der Freizeit auch nicht praktiziert. Was ich definitiv weiterhin ablehne ist irgendeine Form mit lernen zu Hause. Dann eben der Regelunterricht mit großen Klassen. Für die Arbeitsschutzwünsche sind die KM zuständig, wenn diese erfüllt werden und die Kinder täglichen Unterricht haben, gerne. Homeschooling, ganz klares nein.

  12. Hört doch auf die Kinder und Lehrer/innen die es jeden Tag erleben. Sie wünschen sich die Kleingruppen zurück. Aber laut Kultusministerium und Schulamt wäre keine Benotung möglich. Komisch das die Lehrerschaft das anderdt sieht.
    Habe auch schon oft ans Kultusministerium geschrieben, sehr oft ohne Rückmeldung.

  13. Ja, der Herbst/ Winter wird kommen! Auch ich verstehe beide Seiten! Aber so viel wie wir privat uns an die Regeln halten, haben wir das Gefühl das, dass nur für andere in Sachen Schulen, unserer Grundschule nicht, gilt! Wenn hier von 9 Lehrern/ inen (inklusive Leitung) nur einer nicht kommt, bei GTS, haben wir noch mehr Probleme!
    Alleine die Nachmittagsbeschäftigung/ Betreuung wird von Personen geleistet die vorher andere Klassen hatten!
    Und von Srufenplan mit Digitalisierung sind wir an unserer Schule weit entfernt!
    Hier wird auf ein System gesetzt was 70% der 1. klässler Eltern nicht mal nutzen können, weil das IT Wissen nicht da ist!

    Da bleibt lieber jetzt ein Teil der Lehrkräfte, wo möglich, zu Hause und es wird wie im Schichtdienst gewechselt, so ist das “Leid“ geteilt!

  14. Also..wenn die Gesellschaft und die Schule so eng miteinander verbunden sind.. dann hat doch auch die Schule eine Wirkung darauf, wie es in der Gesellschaft weiter laufen wird.. oder?

  15. Die Gesellschaft muss gar nichts. Denn die Gesellschaft legt nicht die Regeln in den Schulen fest. Immer dieses Pseudo „wir“ und „wir müssen“. Damit haben die Politiker die Verantwortung an „die Gesellschaft“ abgewälzt und sind fein raus, wenn sich Schüler infizieren. Denn dann war einfach diese nebulöse „Gesellschaft“ dran Schuld.

    • Vor allem hat nicht „die Gesellschaft“ schulpflichtige Kinder sondern nur einige davon. Von daher ist es der breiten Masse total egal, was an den Schulen abgeht, Hauptsache die Kollegin/der Kollege mit schulpflichtigen Kindern kommt zur Arbeit und man muss nicht für ihn/sie mitarbeiten. Solange es nicht das eigene Kind ist, ist die Gesundheit und das Leben von Kindern der „Gesellschaft“ leider oft herzlich egal.

  16. Da hat die Bundesbildungsministerin Recht. Ich finde es unmöglich, dass wegen der Sorglosigkeit und des Leichtsinns einiger, der Rest der Gesellschaft das Ganze ausbaden muss. Je höher die Infektionsrate, desto strenger die Regeln. Es ist ein Trauerspiel, unter welchen Bedingungen wir gerade Schule abhalten müssen.
    Würde sich jeder an die Regeln halten, wären die Infektionszahlen niedriger und wir könnten in der Schule wieder pädagogischer unterrichten und agieren.

  17. Es wird kein Gesundheitsschutz in Schulen geben, der Zug ist abgefahren.
    Lehrkräfte sind Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst, da wird verlangt dass man die eigene Gesundheit oder die seiner Angehörigen riskiert.
    Als Trost soll es dafür ein Laptop geben. Und wenn jetzt Lehrer noch Kritik am politischen Handeln „Augen zu und durch“ haben, können Politiker wieder auf die undankbaren faulen Lehrer schimpfen.

  18. Genauso sehe ich das auch. Es wurde einfach blind nach Laptops gefordert ohne an die Folgen zu denken. Diese Geräte werden wie gefordert datenschutzkonform aufgesetzt. Wie bei Sachbearbeitern auch, das heisst die Geräte verbleiben in der Schule, wie bei Sachbearbeitern auch. Eigene sinnvolle Software installieren, Fehlanzeige. An ein anderes LAN anhängen als an der Schule, geht nicht. Private Peripherie, wie Handy oder USB-Sticks, damit verbinden, nicht möglich. Diese Investition wird zum Grossteil in der Schule verstauben.
    Bei der nächsten Forderung nach irgendetwas wird es in der Öffentlichkeit vor Empörung rauchen, was ich auch verstehen kann. Als Trost kann man die Laptops nicht sehen, sie wurden mit Nachdruck als exorbitant wichtig gefordert. Es wäre in meinen Augen wichtiger gewesen etwas für den Gesundheitsschutz zu fordern, mit ca. 500€ pro Lehrkraft wären wir mit Luftreinigern ein ganzes Stück weiter. Aber jetzt bekommt ja jeder als Statussymbol ein vermutlich nicht taugliches Laptop.
    Dafür kann kein Ministerium etwas, wir haben es so gewollt. Das ist das Ergebnis von dem einfach ins Blaue raus fordern. Ich kann es schon hören: Was wollen die denn noch alles, die spinnen ja…

    • Nun ganz so wird es auch nicht sein, wie Sie es hier darstellen. Natürlich dürfen die dienstlichen Labtobs mit nach Hause genommen werden. Blöd wenn es keine VPN-Tummel und ausreichende Datenleitungen sowie Serverkapazitäten, um diese Hardware an das eigentliche Schulnetz anschließen zu können. Die technischen Möglichkeiten sind ja kein Hexenwerk und durchaus handeslüblich. Ansonsten könnten nicht so viele Mitarbeiter in der freien Wirtschaft und den Ministerien und Oberbehörden von Bund und Ländern im Home-office arbeiten.
      Aber da ja jetzt erst einmal für flächendeckendes WLAN an Schulen gesorgt wird, sofern diese schon am Glasfasernetz angeschlossen sind, wird der rest auch noch ab dem 7. Quartal 2021/22 in Planung genommen werden können.

      Besonders lustig wird es ja, wenn ich vom Dienstläbtop aus zwar einen Druckauftrag zum schulischen Drucker starten kann, den Labtop aber nicht mit den heimischen ressourcen verbinden kann, da ich ihn wegen fehlender Adminrechte, ja nicht selbst mit dem privaten Drucker, Scanner etc. connekten kann. Ich freu mich ja schon so sehr. Und dann hätten wir ja noch die Versicherungsfrage, wer haftet bei Beschädigungen oder bei Verlust des dienstlichen Kommunikationsendgerätes?

      • Wir haben an unserer Schule seit 10 Jahren Dienst Laptops. Das funktioniert völlig problemlos in der Schule und zu Hause. Wenn die Konfiguration mit den heimischen Geräten nicht funktioniert, kann man die Datei ja bspw. auf einem USB-Stick speichern und dann über den privaten Rechner die Datei ausdrucken. In diesen 10 Jahren kam es auch zu dem einen oder anderen Defekt, bzw. nach Diebstahl auch zum Verlust des Gerätes. Auch das war kein Problem, es gab ein anderes Gerät ohne bürokratischen Firlefanz, nicht mal ein Formular musste ausgefüllt werden.

        • Unsere Gemeinde hat eine günstige Geräteversicherung mit 300 € Selbstbeteiligung im Schadensfall abgeschlossen. Per Nutzungsvereinbarung wir dieser Betrag an die Lehrer durchgereicht. Außerdem heißt es schon, die Geräte dürften über Nacht nicht in der Schule bleiben und sie hätten keinen Zugang zum Unterrichtsnetz. Ich frag mich, was ich mit dem Ding dann noch soll. Lüftungsanlagen wären definitiv besser angelegtes Geld gewesen.

          • Verstehe ich das richtig, dass die Lehrer ggf. eine Selbstbeteiligung von 300 Euro übernehmen müssen? Eine solche Nutzungsvereinbarung würde ich nicht unterschreiben.

          • @lanayah: Ja, genauso ist es. Wenn das Gerät ein Versicherungsfall wird, müssen wir Lehrer die 300 € Selbstbeteiligung zahlen. Um die Nutzungsvereinbarung kommen wir nicht drumrum, sobald es Dienstgeräte gibt, wird unsere SL die Nutzung der privaten Geräte untersagen…

        • Dienstlabtop mit offenen USB-Port? Wer ist denn da Admin? Warum sind wohl bei den meisten Firmen sowohl an Pcs als auch an Labtops die Ports „zu“?

          Wenn die daten- und netzsicherheit dermaßen inkompetent aussieht, dann verzichte ich gerne auf die Digitalisierung. Die Mitarbeiter und Patienten der Uni-Kliniken in D’dorf wissen vermutlich worüber ich spreche.

          Was zahlen Eltern denn, wenn ich das Schul-Netz hacke und das Lernen auf Distanz erst wieder freigebe, wenn der Rubel rollt?

  19. Tja, mit dem nach Hause mitnehmen, wird sich zeigen und sicherlich nicht überall möglich sein. Zuhause eine Verbindung zum heimischen Netzwerk herzustellen kann und darf nicht möglich sein. Was würden sie denn denken wenn Ihre Steuererklärung durch ein diletantisches Heimnetzwerk des Sachbearbeiters für die ganze Nachbarschaft sichtbar wäre. Auch ein privates Handy oder USB-Stick wäre tödlich. Weiss jeder was alles für tolle Sachen auf seinem Privathandy oder den Sticks versteckt ist? Diese tollen Sachen wären dann sofort im Schulnetz und damit zumeist auch im städtischen Netz unterwegs. Dienstlaptops zuhause am Ende noch für privates einzusetzen ist ein utopisches Wunschdenken. Da laufen genau die vorgegebenen Programme und gedruckt wird auf den Druckern im Standartnetzwerk.
    Da haben sich schon zu viele die Nase angerannt, wenn sie gemeint haben, toll ich habe jetzt ein Dienstlaptop. Ohne Tunnel nicht zu gebrauchen und personenbezogene Daten local abzuspeichern oder gar private Nutzung ist total verboten. Ist auch steuerlich wegen dem geldwerten Vorteil ein bürokratisches Monstrum.
    Wie gesagt, das Geld wäre woanders besser eingesetzt…

    • Ich bin da ganz bei Ihnen und über den Dilettantismus einiger Forenteilnehmender sehr stark erschüttert. wenn es ein wirkliches Dienstgerät ist, dann liegen da nicht nur U-Materialien und geschützte Peronendaten drauf. Wer im Besitz des Gerätes und von Zugängen ist, hat möglichen Zugang zu vielem mehr. Man kann nur hoffen, dass die schulischen Dienstgeräte nicht im gleichen städtischen Netzwerk eingebunden sind wie die der Wasserversorgung oder sonstiger kritischer Infrastruktur.

        • Klar sind das 2 Netze, aber sicher nicht physisch getrennt, da es sonst einer zweiten Infrastruktur bedürfte. Sie sind über Router und Gateways, spätestens am Backboneswitch verbunden. Es wird irgendwann mal einschlagen, spätestens wenn nach 2 Jahren die Wartungsverträge auslaufen. Beim Autofahren achtet jeder auf seine Sicherheit nur in IT-Systemen will jeder Ahnungslose draufloswursteln. Ich kenne Behörden, die arbeiten immer noch mit XP. Bei soviel Ignoranz bin ich fassungslos…

          • Unsere Schule ist eine gewerbliche berufliche Schule unter anderem mit IT-Profil. Für unsere IT sind sowohl interne als auch externe IT-Fachkräfte verantwortlich. Das sind ganz bestimmt keine Stümper oder Ahnungslose. Einen großen Knall hat es bisher auch nicht gegeben.

  20. Drum kann ich nicht verstehen, warum dermaßen nach Dienstlaptops gerufen wird, das können nur welche sein, die null Ahnung haben. Mit den privat beschafften Geräten ist JEDER besser bedient, auch wenn nur ein Teil von der Steuer absetzbar ist. Das Dienstgerät wird und MUSS von einem Admin verwaltet werden, der entscheidet welche Apps und Software darauf kommt, die im Übrigen zertifiziert sein muss, was nicht mal jeder Druckertreiber bietet der daheim eingesetzt wird, auf welche Peripherie zugegriffen werden kann, da ist nichts mehr mit Bildern vom Privathandy oder Kamera mal schnell rüberziehen. Mal schwarz private Briefe in der Schule vom reingeschmuggelten Stick ausdrucken. Es ist ja bekannt, dass private Sticks und Handys das grösste Einfallstor für Schadsoftware in Firmen sind. Es gibt Firmen die stellen Mitarbeiter fristlos frei, wenn sie im Gebäude Sticks bei sich haben. Die dienstlichen Laptops werden soweit kastriert, dass sie nur noch als bessere Schreibmaschine genutzt werden können und für genau das Ihnen der Admin erlaubt. Mit etwas Glück kennen sie Ihn, oder er sitzt sonstwo, vermutlich im Rathaus. Auch ist es dann möglich die Arbeit besser zu kontrollieren, der Schulleitung wird es möglich sein zu sehen wie lange und wann ein Kollege an einer Bewertung dran war, der eine Kollege 5 Minuten und der andere 45 Minuten, genau wie in der freien Wirtschaft.
    Ich kann nicht verstehen wie man nur so blauäugig sein kann. Gerade Schulen sollten Vorbilder sein. Wie soll man Schüler in punkto Datensicherheit sensibilisieren wenn Lehrer mit Sticks die Netzwerke verseuchen?

  21. Ein kleiner Kniff noch um jeden privaten Missbrauch zu verhindern: Jeder Ausdruck erhält oben im Eck das Schullogo. Macht sich gut auf der Weihnachtskarte oder dem Urlaubsbild.
    Irgendein findiger Mitarbeiter des Schulträgers wird da schon drauf kommen.
    Die Dienstlaptops sind ein Schuss in den Ofen!

    • Was soll ich in Quarantäne mit einem Gerät, das ich nicht mit meinem Drucker/Scanner verbinden kann, nicht einmal mit meinem WLAN?
      Das Internet an der Schule fällt alle 2 Monate für mehrere Wochen aus, ist auch sonst so schwach, dass es nur in einigen Räumen empfangen werden kann.
      Der Schulträger sucht schon seit Monaten nach einem IT- Ing., der bereit ist, für ein Techniker-Gehalt zu arbeiten….
      Seit der Schulschließung im März musste ich mir eh einen neuen Laptop und kurz danach einen neuen Drucker anschaffen ( Murphys Gesetz halt) und erledige meine dienstlichen Aufgaben damit.
      Die funktionieren wenigstens!
      Nun soll ich täglich zusätzlich zu den Büchern, Heften, Klassenarbeiten usw einen Laptop hin und herschleppen, da er an der Schule nicht eingeschlossen werden kann und ich dafür verantwortlich bin?
      Na, Prost Mahlzeit!

  22. Ich bin über die Gesprächsinhalte etwas erstaunt und habe das Gefühl, das die beruflichen Relationen weit auseinander liegen. Mein Kind geht in eine kleine Dorfgrundschule. Diese Schule hat kaum Möglichkeiten sich digital auszustatten, weil die technischen Bediningungen nicht gegeben sind. Ich habe Lehrer erlebt, die im Lockdown die Zeit zur Eigenreflexion genutzt und grundsätzlich über die Ausrichtung der Schule und ihrer Lerninhalte nachgedacht haben. Im Gesantergebnis waren sich Eltern und Lehrer einig: Schule soll wieder zu ihrem Ursprung zurück. Dieser Gedanke hat Lehrer, Eltern und Schüler Halt, Sicherheit und das ‚ Wir‘ Gefühl gegeben, gemeinsam die Situation bewältigen zu können. In dieser schweren Zeit hat kein Lehrer die Eltern und Schüler zusätzlich mit viel Lernstoff belästigt. Es wurden gemeinsam und sehr schnell, viele praktische und sehr gute Lösungen erarbeitet, die bis heute Bestand haben. Niemand fühlte sich überfordert. Die Kids sind jetzt auf einem normalen Lernlevel. Fast alle Lehrer sind über 50 Jahre. Ich kenne keinen Lehrer der sich in dieser Zeit zurück gezogen hat. Also, geht doch!!!
    Ich selber arbeite in einer Rehaklinik mit fast 200 Betten. Unsere Pflegekräfte arbeiten nur mit Mundschutz direkt am Patienten. In Kohorten? Nein, da wo Hilfe gebraucht wird. Mehr Risiko geht nicht. Homeoffice? Fehlanzeige! WLAN ist nicht vorhanden; alles muss in Papierform erarbeitet werden. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter beträgt 45 Jahre. Aufgrund des Personalmangels kann keiner zu Hause bleiben. Sonst werden die Patienten gar nicht mehr versorgt. Und alles für 2800,- € Brutto und mehr als 1000 Überstunden im Jahr.

  23. Am besten wir schreiben wieder auf der Schreibmaschine und benutzen den Matrizendrucker. Dann haben die Schüler wenigstens was zu schnüffeln. Wenn der Schüler dann was riechen kann, erspart das gleichzeitig den Coronatest.

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