Eisenmann ist mit dem Schulstart „sehr zufrieden“: Normalbetrieb bis Weihnachten?

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BADEN-BADEN. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) geht davon aus, dass der Regulärbetrieb der Schulen bis zu den Weihnachtsferien aufrechterhalten werden kann. «Dort, wo die Infektionszahlen auf über 50 Fälle pro 100.000 Einwohner steigen, können die Landkreise zum Beispiel auch Maskenpflicht im Unterricht vorschreiben», sagte die CDU-Politikerin dem «Badischen Tagblatt».

Nimmt Geld für den Ganztag in die Hand: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg
Ist Spitzenkandidatin der CDU in Baden-Württemberg bei der Landtagswahl 2021: Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Mit dem Ablauf des Schulstarts zeigte sich die Kultusministerin «sehr zufrieden». Vieles an Schwarzmalereien habe sich so nicht bewahrheitet. Von weit entfernten Reisezielen in den bald anstehenden Herbstferien hält die Ministerin dagegen nichts. «Ich rate dazu, zuhause zu bleiben», sagte Eisenmann. Jedem müsse klar sein, Reisen, insbesondere in Risikogebiete, bedeute gegebenenfalls Quarantäne oder sogar die Infektion als Mitbringsel. dpa

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30 KOMMENTARE

  1. Ich bin fassungslos und empört, wenn ich Frau Dr. Eisenmanns Verlautbarungen lesen muss. In den Schulen herrscht größte Verunsicherung, die Kultusminusterin setzt alle am Schulleben Beteiligten einem hohen Infektionsrisiko aus, alle sonst geltenden Vorsichtsmaßnahmen sind für die Schulen komplett aufgehoben. Der Öffentlichkeit wird etwas vorgegaukelt, was so nicht ist, baulich sind die Schulen nicht für die jetzige Situation geeignet: Lüften ist oft nicht möglich, das sogenannte „Kohortenprinzip“ funktioniert schon auf den Fluren nicht mehr und endet ohnehin spätestens im Schulbus.
    Vor allem ältere Lehrkräfte werden hier einer hohen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. Die Ministerin selbst beansprucht für ihre eigene Sicherheit aber alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen, so findet die Kultusminister Konferenz das nächste Mal online statt. Aber Lehrer und Schüler werden gnadenlos zusammen gefercht! Alle Maßnahmen, die auch nur etwas mehr Sicherheit bedeuten würden ( Schichtbetrieb mit mehr Personal, Luftfilteranlagen) kosten Geld und sind daher für Frau Dr. Eisenmann kein Thema.
    Warnende Stimmen möchte sie nicht hören – aber all die, deren „Schwarzmalerei“ sie sich verbittet, haben spätestens bei der Landtagswahl Gelegenheit, ihrer Stimme Gewicht zu verleihen.

  2. Wie war das mit der Hochrechnung von Frau Merkel bis Weihnachten? 19200 Neuinfektionen am Tag? Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass das keineswegs übertrieben ist…

    Ich verstehe den Sinn darin nicht, den unvermeidbaren Lockdown bzw. das Ende des Schulexperiments immer weiter zu verschieben. Man „gewinnt“ ein paar Tage oder Wochen, aber um welchen Preis? Man drückt das Virus in immer breitere Schichten der Bevölkerung und es ist naiv anzunehmen, dass es sich da ausschliesslich auf diejenigen beschränkt, die ein geringes Risiko haben.

    • Ach, das sehen einige Ärzte ganz anders, viel entspannter.
      Es gibt tatsächlich Ärzte, die der Auffassung sind, dass auch bei 10000 Neuinfizierungen täglich nur einer von 1000 schwer erkrankt. So blöd kann man doch gar nicht sein. Schon jetzt füllen sich die Intensivstationen in einigen Orten bedrohlich. Und klar ist auch, dass das Virus durch die unkontrollierten Schulöffnungen und die vielen Partys unter Jüngeren wieder zu den Älteren und Alten getragen wird.

      https://www.deutschlandfunk.de/corona-pandemie-kassenarzt-chef-gassen-wirft-robert-koch.1939.de.html?drn:news_id=1181952

      • Das ist ein prekäres Thema, aber zum Schutz der Pflegeheime haben wir theoretisch, die Politik. Das Gesundheitspersonal und die Pflegeheimbewohner. Von mir aus auch Lehrer. Dann sollten spezielle Servicestunden für Ältere und Risikogruppen geschaffen werden, bei Friseuren, Supermärkten, Gärtnereien, Apotheken etc….nehmen wir an 3 Mal die Woche 10:00 -12:000 Uhr und einmal 17:00-20:00 Uhr. Dann würde sich vieles entspannen, das Thema Treffen zwischen Enkel und Oma ist individuell zu klären. Party und Oma geht nicht. Entweder Party oder Oma und vielleicht vor Weihnachten eine Woche Karenz.
        Ganz klar in Klassenzimmer gehören Luftfilter, in unserer Stadt schaffen wir immer mehr in Eigenregie an. In unserem Zentrum gibt es nun 3 Klassenzimmer mit Plexiglas.
        Was die Politiker gerade abliefern ist nur peinlich.

  3. Diese Zufriedenheit mit dem, was in den Schuhen zurzeit passiert, zeigt der Bevölkerung wie problematisch die Denkweise der Kultusministerin ist. Automatisch disqualifiziert sie sich für die kommende Wahl, bei der sie sich um das Amt der Ministerpräsidentin bewirbt. Ich denke, dass die zurzeit präsentierte Haltung, bei der es eindeutig nicht um das Wohl von Schülern, Lehrern und Familien geht, sich in den Wahlergebnissen ihre Partei niederschlagen wird. Man muss die Eltern, Lehrer und wahlberechtigte Schüler vermutlich nicht mit der Nase darauf stoßen. So gesehen wird diese Wahl vermutlich eine Quittung der Bevölkerung, für den schon bestehenden Unmut in Bezug auf die Corona dem Kultusministerium, werden.

  4. Ich schließe mich euch an….ich frage mich ..wo bleibt denn bitte die Fürsorgepflicht…Uns Lehrern und den Schülern gegenüber….
    In vielen öffentlichen Einrichtungen, z.B. Rathaus Finanzamt….gibt es keinen Publikumsverkehr…Termine nur telefonisch…aber wir sind täglich mit 800 Schülern..Lehrern…auf engstem Raum….Sportunterricht mit 30 Schülern in kleiner Halle….
    Ich verstehe das alles nicht mehr und komme mir vor wie ein „Versuchskanninchen“

  5. Es kann doch nicht darum gehen zu hoffen, dass sich der bisherige Zustand mit – glücklicherweise – relativ wenigen Infektionen in und bisher nur wenigen Ausbrüchen an Schulen fortsetzt.

    Die Frage ist nicht, OB es weitere Infektionen an Schulen geben wird.
    Die Frage ist auch nicht, OB wir danach suchen oder sie ignorieren (also möglicsht wenig testen).

    Die Frage muss m.E. sein: WAS kann man tun, damit ein möglicherweise Infizierter seine Infektion in einer Schule NICHT WEITERGEBEN kann.

    So, wie Schule im Moment organisiert ist, wird ein großer Teil der „mitgebrachten“ Infektion weitergegeben werden. Und sowas nennt man dann „Ausbruch“, oder?

    Mir erschließt sich nicht, warum nicht ALLES dafür getan wird, dass Schule weiterhin verlässlich (nicht regulär!) arbeiten kann!

    Prävention hat nunmal die „Charaktereigenschaft“, dass man VORHER was macht und NACHHER nicht weiß, wie viel NUTZEN dies gehabt hat.
    Wer natürlich immer nur auf Beweise wartet und sich in die Defensive drängen lässt, rennt der Entwicklung hinterher und – niemandem zu wünschen – ind diesem Fall womöglich geradewegs in die Katastrophe hinein.
    Genau dies zu verhindern wäre m.E. Aufgabe der Kultusminister!

    Es müsste doch jedem an Schule Beteiligten von der Bundeskanzlerin bis zum Elternteil daran gelegen sein, für halbwegs infektionssichere Bedingungen in Schulen zu sorgen bzw. sie einzufordern.

    Sonntagsreden braucht keiner.
    Wir brauchen Arbeitsschutz, damit wir weiter unsere Arbeit tun können.
    Wir brauchen Gesundheitsschutz für die uns anvertrauten Kinder.

    Damit wäre auch den Familien und der vielzitierten „gebeutelten Wirtschaft“ halbwegs langfristig geholfen.

  6. Eisenmann hält MS Teams für Datenschutzkonform, Datenschützer halten dagegen.
    Eisenmann hält Schulstart für gelungen, Experten sehen das anders.

    Als Dr. müsste Eisenmann gelernt haben, sauber zu messen und die Daten zu bewerten und Gegenchecken zu lassen. Oder nicht?

  7. Es ist wie so oft…hätte, könnte, dürfte, müsste…wenn dann „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Erst dann begibt man sich auf „Spurensuche“ und versucht sich in Schadensbegrenzung. Das Verwerfliche, man weiß um bestimmte Entwicklungen und deren Prävention in verschiedenen Bereichen. Für mich vorsätzlich oder naiv…ein Armutszeugnis der Politik.

  8. KMK nicht live – meine Herrn! Das muss man erst mal bringen. Ich würde jede/n in dieser Runde dazu verpflichten, zwei Wochen Unterricht mitzuerleben – live!

    Jedenfalls ist Frau Dr. Eisenmann derzeit die allerbeste Wahlhelferin für Herrn Kretschmann :-)))).

    Ich glaube, diese Dame müssen wir ausblenden oder in die Realsatireecke stecken.

  9. Es tut mir Leid, aber durchgehend das Fenster aufzulassen bei diesen Temperaturen um nicht krank zu werden ist irgendwie mehr als widersprüchlich. Willkommen im 21. Jahrhundert in dem man mit Winterjacke und Decke im Unterricht sitzen muss und trzd noch erfriert… Meiner Meinung nach eine Zumutung so den „Regel“ schulbetrieb weiter laufen zu lassen!

    • Naja, Lehreroutfit 2020: Mund-Nasen-Schutz, dicke Strickjacke, in ein paar Wochen dann noch Mützen, Schal und Handschuhe. Sollte es wenigstens kostenfrei und als Uniform geben.

      • @annaundrolf

        … dann aber Thermo-Mund-Nasen-Schutz.

        Und bei welcher Temperatur geben eigentlich digitale Endgeräte den Geist auf?
        Nur so grob gefragt … VOR oder NACH den vermummten Objekten (= SuS und LuL)?

  10. wäre es nicht allerhöchste zeit, dass das RKI als beratendes institut der regierung endlich den wahrheitsgehalt der beiden „kinderstudien“ aus BW und sachsen kippt und öffentlich deren fehlinterpretation darstellt. dann würde endlich das lügengebäude der KM in sich zusammenfallen und die verantwortlichen müssten sich neue gedanken machen, wie sie „eine sichere schule“ der bevölkerung gegenüber begründen wollen. die zahlen der neuinfizierten in den schulen sprechen doch für sich. ein kleiner blick ins benachbarte ausland würde den meisten politikern die augen öffnen. heute hat offiziell die englische regierung zugegeben, dass schulen und universitäten die haupttreiber der massenhaften infektionen im land darstellen. länder wie frankreich und spanien werden folgen.
    da viele gerichte bei ihren urteilsbegründungen noch immer an den o.g. studien festhalten, würde sicher auch hier ein umdenken erfolgen.

  11. Interessant an dieser Äußerung ist, dass Eisenmann sagt, bei höheren Infektionszahlen könnten DIE LANDKREISE Maskenpflicht im Unterricht vorschreiben.

    Das bedeutet:
    a) Das Kultusministerium entzieht sich selbst dieser Verantwortung.
    b) Die Landkreise können offenbar selbst Anweisungen geben. So haben 2 Landkreise in NDS ihre Schulen nach höheren Infektionszahlen geschlossen. Der Kultusminister hat mit Unverständnis reagiert und erneut eine Empfehlung herausgegeben, letztlich entscheidet dann aber doch der Krisenstab des Landkreises.

    Wenn also das Gesundheitsamt mit den Nachverfolgungen und Tests nicht mehr hinterherkommt, weil es keinen abgegrenzten Hotspot in einem Heim oder Betrieb gibt, kann der Landkreis die Reißleine ziehen.

    Vielleicht wird hier die Notwendigkeit eher erkannt, als dort, wo Homeoffice statt Rheingoldhalle bevorzugt wird. Letzteres finde ich übrigens richtig: Auch die KMK hat verstanden, dass das Virus nicht harmlos ist, wenn man persönlich betroffen ist.

    • Das Schulministerium hat dahingehend (Maske) keine Zuständigkeit, die liegt tatsächlich beim räumlich zuständigen Gesundheitsamt. Und das ist beim Landratsamt bzw. beim Oberbürgermeister dre kreisfreien Städte angesiedelt.

  12. „Geboren in Bad Cannstatt, wuchs Eisenmann in Stuttgart-Heumaden auf. Sie studierte Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft und erlangte 1990 den Magister Artium an der Universität Stuttgart. Anschließend promovierte sie 1996 im Fachbereich Philosophie mit einer Dissertation zum Thema „Sed corde dicemus: das volkstümliche Element in den deutschen Predigten des Geiler von Kaysersberg“.

    Mit 16 Jahren trat sie der Jungen Union bei; ab 1990 war sie Bezirksbeirätin von Stuttgart-Sillenbuch. 1991 wurde sie persönliche Referentin des damaligen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Günther Oettinger. …

    Bei der Landtagswahl 2021 ist Eisenmann CDU-Spitzenkandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin des Landes Baden-Württemberg.[3]

    Eisenmann ist verheiratet mit dem Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, Christoph Dahl, der fünf Kinder in die Ehe brachte.“

    Ohne weiteren Kommentar (aus Wikipedia).

  13. Da freu ich mich, dass die Frau Eisenmann so zufrieden ist! Ich bin mit meiner Klasse nun das 2. Mal innerhalb von 6 Wochen in Quarantäne und muss wieder sehen, wie ich den Onlineunterricht organisiere und dabei noch das Drittel Schüler versorge, das kein WLAN und kein Endgerät hat. Sehr zufriedenstellend. Weiter so bis Weihnachten…..

  14. Frau Dr. Eisenbahn will präsenzunterricht in jedem Fall in BW zumindest bis Weihnachten durchboxen, kleinere fälle von infektionen sind nur Einzelfälle. Laut ihrem Interview in der heutigen BNN wiĺl sie digitalunterricht vermeiden, Zustände wie zu Beginn der pandemie, als Lehrer nur Arbeitsblätter verteilten und dann abgetaucht sind, wird es nicht mehr geben, hier soll die dienstaufsicht eingreifen… ich Frage mich, WER ein halbes Jahr abgetaucht ist. Mehr als freitags ein paar hygieneanweisungen, die montags umgesetzt sein sollten, kam nämlich nicht. Und so eine Frau will Ministerpräsidentin werden…

    • Und passt doch. Hält stur die Spur, ist schlecht zu bremsen und endet in Stuttgart in einem Sackbahnhof am Prellbock, wenn‘ denn gut geht.

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