SPD-Chefin Esken stellt sich gegen die Kultusminister: „So ist an einen durchgängig zuverlässigen Unterricht nicht zu denken“

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BERLIN. Zeichnet sich damit eine Wende in der Corona-Politik für die Schulen ab? Die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, hat sich öffentlich gegen die Kultusminister gestellt – und eingeräumt, „dass die Infektionszahlen auch in Schulen nach oben gehen“. Die (von Kultusministern vertretene) Annahme, dass Kindergartenkinder und Schüler nicht so ansteckend seien wie Erwachsene „führte zu einem falschen Erwartungsmanagement. Aufgrund dieser Annahme wurden nicht die Maßnahmen an den Schulen ergriffen, die spätestens jetzt notwendig wären“, so erklärt sie in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), hat bereits reagiert.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hält den Kultusministern ein „falsches Erwartungsmanagement“ vor. Soll heißen: Sie haben viel zu lange darauf gesetzt, dass Schüler gar nicht ansteckend sind. Foto: SPD

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken, selbst langjährige Bildungspolitikerin, spielt eine wichtige Rolle in der aktuellen Schulpolitik. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sie zwei Mal zu – allerdings in Sachen Corona-Schutz weitgehend ergebnislosen – Gipfelgesprächen mit den Kultusministern der Länder eingeladen (News4teachers berichtete ausführlich über die Treffen – hier geht es zu einem Beitrag).

„Seit dem Frühjahr haben die Schulen viel getan. Das muss man anerkennen“, so sagt sie jetzt gegenüber der „Rheinischen Post“. „Aber die Infektionszahlen gehen auch an Schulen nach oben. Wenn dann regelmäßig ganze Schulen geschlossen werden und weiterhin kein digitaler Unterricht organisiert werden kann, dann zeigt uns das, dass die Schulleitungen und Lehrkräfte nicht gut genug vorbereitet sind.“

„Unterrichtsgruppen können nicht konsequent voneinander getrennt werden“

Die Verantwortung dafür sieht sie augenscheinlich bei den Kultusministern. „Die gewohnten Unterrichtskonzepte ermöglichen es nicht, dass Unterrichtsgruppen konsequent voneinander getrennt werden können. Viel zu häufig werden im Moment ganze Jahrgangsstufen mit mehreren Klassen oder gar ganze Schulen wegen einzelner Corona-Fälle geschlossen. So ist an einen durchgängig zuverlässigen Unterricht in den kommenden Monaten nicht zu denken“, sagt sie.

Hintergrund: Die Kultusminister setzen im Schulbetrieb auf ein „Kohorten-Prinzip“. „Durch die Definition von Gruppen in fester Zusammensetzung (Kohorten) lassen sich im Infektionsfall die Kontakte und Infektionswege wirksam nachverfolgen. Damit wird angestrebt, dass sich Quarantänebestimmungen im Infektionsfall nicht auf die gesamte Schule auswirken, sondern nur auf die Kohorten, innerhalb derer ein Infektionsrisiko bestanden haben könnte“, so heißt es im Rahmen der KMK für den Infektionsschutz an Schulen. Wie groß eine solche Kohorte sein darf, wird dort allerdings nicht geregelt.

Die Folge: Schulen müssen ihren Betrieb weitgehend selbst organisieren – nach ihren Möglichkeiten, die in der Praxis begrenzt sind. „Die Klassenverbände / Lerngruppen sollten sich, soweit dies organisatorisch möglich ist, nicht untereinander vermischen, sondern als feste Gruppen im Lehrbetrieb zusammenbleiben. Auch außerhalb der Schule sollten keine Kohorten-übergreifenden Kontakte stattfinden“, so heißt es beispielsweise im Berliner Hygieneplan für die Schulen. Klare Vorgabe? Fehlanzeige.

Esken plädiert für Projektunterricht in Blöcken – ohne Lehrerwechsel

Dabei, so Esken, gäbe es „viele Möglichkeiten, ohne besonderen Personalaufwand, ohne Container als Ersatzklassenzimmer den Unterricht so zu organisieren, dass sich die Schüler nicht in Bussen, Bahnen oder auf dem Schulhof dicht drängen müssen“.

Esken schlägt vor: „Schulleitungen müssen radikal neu denken“ – und etwa Projektunterricht in Blöcken anbieten, sodass Lehrer nicht ständig zwischen Klassen und Kursen wechseln müssten. „Fachlehrer können so zu Superspreadern werden“, sagt die SPD-Vorsitzende. Sie betont: „Wenn die Schulen es nicht schaffen, binnen kürzester Zeit die Gruppen viel konsequenter zu trennen, werden wir viele Unterrichtsausfälle erleben. Wir sollten den Anspruch an die traditionelle ‚Stoffvermittlung‘ in diesem Schuljahr etwas herunterschrauben und mehr Kraft darauf verwenden, dass regelmäßig Unterricht stattfindet. Bei geschlossenen Schulen ist jeder Lehrplan überholt.“

Berlins Bürgermeister stellt Schichtbetrieb der Schulen in Aussicht

Eine erste Reaktion auf Eskens Vorstoß gibt es bereits. «Wir werden wahrscheinlich auch da um Verständnis bitten müssen für unkonventionelle Wege», sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Der SPD-Politiker nannte neben Belüftungspausen in den Klassen die Möglichkeit, «dass wir vielleicht eine Art Schichtbetrieb in der Schule haben werden vormittags und nachmittags». Das verringere die Kontaktmöglichkeiten. «Ich vermute, so etwas wird in den Wintermonaten nötig sein.» (News4teachers berichtet aktuell über Müllers Ankündigung – hier geht es zum Beitrag.) News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Sicherer Unterricht für 100 Euro pro Schüler: Zu viel verlangt, Kultusminister?

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141 KOMMENTARE

  1. „Aber die Infektionszahlen gehen auch an Schulen nach oben. Wenn dann regelmäßig ganze Schulen geschlossen werden und weiterhin kein digitaler Unterricht organisiert werden kann, dann zeigt uns das, dass die Schulleitungen und Lehrkräfte nicht gut genug vorbereitet sind.“

    Was heißt denn hier „nicht gut genug vorbereitet sind“???
    Wie wäre es mit „nicht gut genug ausgestattet und vorbereitet WURDEN – und leider besteht dieser Sachverhalt und Mangel schon lange und wird von den Schulen und Lehrern auch schon lange kritisiert und zu Recht beklagt!“

    Die von Frau Esken gebrauchte Formulierung wird sich als schlecht zitierte Schlagzeile vermutlich wieder gut verkaufen und verbreiten lassen – Plasberg, ick hör dir trapsen.

    Grundsätzlich hat Frau Esken in dem obigen Artikel auch ein paar gut gemeinte Ansätze – aber eben wie bei den beiden „Gipfelgesprächen“ mit Merkel und KMKs mal wieder nix konkretes.

    Also kein Leuchtfeuer – mehr so Wunderkerze (wie beim Käptensdinner auf der MS Traumschiff).
    Aber so bleibt man wenigstens im Gespräch – auch selbst als Person.

    • https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-klimarisiko-meer—wenn-die-flut-kommt-102.html

      Häää?
      Wie passt die Doku über den steigenden Meeresspiegel jetzt hierhin?
      Ganz einfach: Die Grundproblematik der „et het noch immer jot jejange“-„trink‘ doch ene mit“-Denkweise funktioniert nicht.

      Ab Minute 16:44:
      Die Klima-Wissenschaftlerin Beate Ratter fragt „Was passiert eigentlich mit diesem Bericht?“ (steigende Meeresspiegel).
      … Riesenpresse-Tamtam … „Und ja (vielsagendes Lächeln, ihre Hände beschreiben eine Geste im Raum, die ins Leere geht).“
      „Wir haben kein Informationsdefizit, wir haben ein Handlungsdefizit“.

      Im Fall Corona geht es in dieselbe Richtung, denn scheinbar läuft es ja irgendwie immer weiter so:
      Studien werden in Auftrag gegeben, durchgeführt, nicht verstanden weil nicht vom Fach, Studien werden abgeheftet. Man vertagt sich und freut sich doll aufs Wiedersehen – hoffentlich ist das Catering beim nächsten Mal genau so lecker.

      Ab Minute 20:50 wird die Problematik der steigenden Meeresspiegel in Venedig thematisiert (in diesem Fall ist das zusätzliche Problem der Korruption ja auch schon lange nachgewiesen):
      „Und das Ganze in einer Situation in der wir ein Risiko haben. Und die Bevölkerung hat das zu tragen.“

      Corona? – Sic!

      Minute 27:00:
      „Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr. … solange nicht mehr eine Aktion dahinter raus passiert.“

      Isso.
      Auch bei Corona.

  2. Frau Esken hat anscheinend wenig Ahnung
    von Schule. Lehrer unterrichten leider nicht alle Fächer,vielleicht noch in der Grundschule möglich! Lehrer unterrichten jetzt auch schon teilweise fachfremd, dem Lehrermangel oder Lehrerausfall geschuldet ,die
    Lehrer haben wirklich keine Zeit und Lust, sich wegen „Projektarbeit“ in viele fremde Fächer einzuarbeiten!
    Sorry, welches Bild vom Lehrer hat Frau Esken, dass man sich so nebenbei mal in ein anderes Fach einliest???und ein bisschen Material sich für den Unterricht dann zusammensucht?

    • Naja, dann wäre zumindest die von Frau Esken geforderte Version für die Grundschulen umsetzbar. Das ist immerhin ein Teil. Dann werden zumindest nicht dort ganze Jahrgänge und Schulen geschlossen. Bedeutet auch, dass es insgesamt weniger Eltern sind, die sich um Home-Schooling und Betreuung kümmern müssen. Ist damit infolgedessen auch besser für die Wirtschaft. Wer soll denn die ganzen Mütter ersetzen, die wegen geschlossenen Schulen nicht arbeiten können?

      Was die anderen Schulen betrifft, so müsste vielleicht noch mehr gebündelt werden, geschaut werden, welcher Lehrer welchen Teil übernehmen kann, möglicherweise der Lehrer per Bildschirm in das Klassenzimmer geholt werden kann (während er in einem kleinen Kämmerlein sitzt). Zumindest was das Unterrichten von seltenen Fächern wie Musik und Ethik betrifft, dann sind eben nicht zu jeder Stunde Lehrer in den Räumen, dann nur zu bestimmten.
      Klar ist das kein echter Präsenzunterricht, aber damit können unsere Kinder immerhin in die Schule ohne sich klassenübergreifend zu infizieren. Ist zwar auch nicht die Mega-Lösung, aber immerhin eine Chance Schule in Corona-Zeiten zu ermöglichen.
      Oder hat sonst noch jemand Ideen? Je mehr umso besser, vielleicht klappt es dadurch.
      Ideen einbringen finde ich zumindest besser, als immer nur sich zu beschweren und zu sagen, „das klappt nicht“ und „das geht nicht“ und…
      Wenn jeder immer nur kritisiert und“Nein“ sagt ohne eine andere Lösung zu bringen, dann können wir bald alle in die Politik gehen!

      • @Ninchen
        „… dann sind eben nicht zu jeder Stunde Lehrer in den Räumen …“

        Uiuiui ganz heiße Kiste!
        Stichwort „Aufsicht“.

        Ansonsten kann ich zur Primarstufe nichts sagen.
        Für die Sekundarstufe wäre das – meiner Erfahrung nach – nicht geeignet.

        • Das wollte ich gerade schreiben!
          Die Aufsichtspflicht ist ein ganz wichtiger Aspekt!
          Bin immer nervös, wenn ich jetzt 2 Klassen gleichzeitg betreuen muss, damit die Kohorten nicht durchmischt werden.
          Sollte etwas passieren, z.B. durch offene Fenster beim Lüften usw. und ich war nicht im Klassenraum, uiuiuiui!!!
          Hilft da eigentlich eine Rechtsschutzversicherung?
          Kennt sich da jemand aus?

          • Liebe Alla,
            „Remonstration“ googeln.

            Am besten schriftlich an die Schulleitung.
            Ein zweites Exemplar, auf dem die Schulleitung mit Datum (am besten mit Uhrzeit) den Empfang bestätigt.

            Da man das nicht vor jeder zu vertretenden Stunde machen kann (schon gar nicht in diesem Chaos) ist es sicher nicht verkehrt, wenn die Worte „grundsätzlich“ und „unbefristet gültig“ im Zusammenhang mit Mehrfachaufsichten/Mitaufsichten erscheinen.

            Hoffen, dass man es nie brauchen wird.

            Falls doch: Hoffen, dass die Gewerkschaft/der Lehrerverband wenigstens dann hilft (durch Arbeitsrechtsschutz).
            Aber bei den müden Truppen ist eine seperate Rechtsschutzversicherung sicher nicht verkehrt.

      • Ganz ehrlich?! Mir ist als Lehrer egal, wieviel Eltern sich um Homescooling und Betreuung kümmern müssen! Ich habe einen Job wie jeder andere, und ich erwarte Arbeitschutz wie jeder andere! Es wird Zeit, die Lehrer nicht als Notnagel der Nation zu betrachten!!! Und schon gR nicht Gru dschullehrer mit ihrem Minimalgehalt!!!

        • Mir ist egal, wie der Unterricht gestaltet wird, die häusliche Förderung findet sowieso statt !
          Private Feiern mit bis zu 50 Personen sind laut Corona-Schutzverordnung in NRW erlaubt!
          Wie viele Schüler sitzen denn in ihrer Klasse ?
          Mehr als 50 Personen sitzen da wohl nicht im Raum?

          Ist nicht egal – gefeiert wird trotzdem, auf Hochzeiten, mit zum Teil deutlich mehr als 50 Personen, is aber eben nicht egal, wenn der Autokonvoi mit 100 Personen zur dreitägigen Feier mit 600 Personen fährt, und somit die Zahl der Neuinfizierten durch eine einzige Feier auf mehr als 50/100.000 Einwohner steigt.
          An diesem Wochende hatten die Gesundheitsämter sehr viel Arbeit, da am 10.10.2020 traditionell sehr viele Hochzeitsfeiern stattfanden. Außerdem war auch noch Ferienbeginn, sodass plötzlich der Urlaub für Mitbürger aus Recklinghausen,Remscheid, Hamm, Hagen und Köln ins Wasser fiel.
          Ist eben nicht gal, frei nach Kazim Agboga.
          Krankenschwestern, ALDI Kassiererinnen etc haben laut Studien ein deutlich häheres Risiko an SARS-Covid-19 zu erkranken als andere Berufsgruppen
          https://www.aerzteblatt.de/archiv/215340/Berufs-und-branchenbezogene-Unterschiede-im-Covid-19-Risiko-in-Deutschland

          • Da ist er wieder der Lehrerhasser.

            Vielleicht sollte man seinen Link auch mal selber durchlesen. Die Zeitraum der Studie lief bis um 31.5. Und vielleicht erinnert sich schon nicht mehr jeder, die Schulen waren da geschlossen (gab nur die ersten Prüfungen).

          • Die unter dem Link zu findenden erhobenen Daten beziehen sich, wenn ich das richtig gesehen habe, auf den Zeitraum bis 31. Mai 2020. In diesen Zeitraum fällt die Zeit der Schulschließungen und des ab Anfang Mai im Wechselmodell mit halben Klassen und Abstand durchgeführten Unterrichts. Dass Lehrer da nicht zu den Meisterkrankten zählen, ist genauso logisch wie die Tatsache, dass Erhebungen zur Virusverbreitung unter Kindern in diesem Zeitraum keinen Rückschluss zulassen auf die jetzige Situation mit vollen Klassen, Schulbussen, ohne Abstand und Masken im Unterricht und dem zusätzlichen Problem der Unterscheidung von harmlosem Schnupfen und Corona.

          • Und, soll ich jetzt antwotrten : „Da sind sie wieder, die Ärztehasser…..“
            Leider liefern die erhobenen Daten einer Studien des niederländischen Gesundheitsministerium, die bei geöffneten Kitas und Grundschulen während der laufenden Pandemie durchgeführt wurden, gleiche Ergebnisse.

          • AvL,
            NRW hat auch die höchste Zahl an Neuinfektionen. In den NL explodieren die Zahlen und die Gesundheitsämter haben die Nachverfolgung aufgegeben. Sollen NRW und die NL Vorbilder sein? Auch in Schweden steigen die Zahlen.
            Wenn Sie als Arzt Durchseuchung propagieren, sollten Sie Ihr Berufsverständnis hinterfragen. Nil nocere.

          • Nein, es ist ihnen nicht egal, wie der Unterricht verläuft. Auch da gehen Sie vehement gegen Lehrkräfte vor, die andere als die Ihnen genehmen Methoden einsetzen und führen ebenso wie beim Corona-Thema einzelne Studien oder Aussagen ins Feld.

            Wenn Regeln so egal sind, dass jeder feiern kann wo und mit wie vielen er will, und in Schulen Arbeitsschutz mit und ohne Corona entbehrlich ist, können wir ja auch anderes einfach außer Kraft setzen.
            Stellen wir die Schutzschalter aus, die Airbags ab und lassen wir den Gurt weg … Schutz ist Ihrer Meinung nach ja egal.
            Dann dürfen Sie gerne ohne Arbeitsschutz und Arbeitszeiterhebung ihre Schichten absolvieren, die pauschal für ein paar Stunden vergütet werden, und sich um die voller werdenden Intensivbetten samt ohne Schutz verunfallter Patienten rund um die Uhr ohne Erfassung der Arbeitszeit, angemessene Entlohnung oder sonstwelchen Arbeitsschutz kümmern.
            Wenn das alles so egal ist …

            MIR ist das alles nicht egal, ich halte Arbeitsschutz für etwas sehr sinnvolles, andere Schutzvorrichtungen auch, und ich verstehe nicht, wie man als Arzt derart argumentieren kann.

          • Aus Ihrer zitierten Studie: „ Anzumerken ist auch, dass die Versicherten einer Gesetzlichen Krankenkasse keine Zufallsstichprobe der Bevölkerung darstellen. Ärzte sind darin zum Beispiel unterrepräsentiert.“
            Das dürfte für Lehrer ebenso gelten.

          • Hallo fellows,
            stört es sie, dass ihre Berufsgruppe sich nicht unter den Top 10 der höchsten Morbidität und Mortalität wiederfindet?
            Ihre Wahrnehmeung widerspricht eben den vorhandenen Statistiken. Und andere Mitmenschen haben eben auch die Möglichkeit auf einen Rückgriff auf derartige Statistiken.
            Schauen sie sich auch einmal alleine die Statistiken des RKI bezogen auf die erfassten Ausbruchsherde und deren Örtlichkeiten einschließlich der zugehörigen Berufsfelder und Berufsgruppen an.
            Da sind zu ihrem Glück ganz andere Berufsfelder sehr viel häufiger von einer Coronainfektion betroffen als der ihre.
            Und wie kommt man überhaupt darauf, dass ich für die Aufhebung der AHA-Regeln wäre.
            Irgendwie scheinen sie mich immer wieder gerne mit irgend welchen Chaoten in einen Topf stecken zu wollen, damit die Argumentationslinie einfacher zu halten ist.
            Sie haben die Mund-Nase-Masken genauso zu tragen wie der Rest der Bevölkerung, der sich in einen engen Kontakt mit anderen Mitmenschen begibt.
            Außerdem benötigt man anscheinend auch noch eine amtliche Dienstanweisung, wie korrektes Lüften auszuführen ist, oder warum mussen die Kultusministerien derartige Anweisungen verschicken.
            Niemand von uns hier ist verantwortlich für das Ausbreitungsgeschehen des Virus.
            Die Situation ist schwierig und die Ausbreitungsdynamik ist abhängig vom Verhalten eines jeden einzelnen Mitmenschen. Allerdings ist das Verhalten einiger Vieler der kontaktfreudigen jüngeren Generationen in Teilen von Ignoranz und Verantwortungslosigkeit geprägt.

            P.S.Palim Mir ist doch egal, wie sie ihren Unterricht gestalten. Hier arbeitet man inzwischen anders.
            Eine verbundenen Schreibschrift bietet eben die fließende Verbindung der in Silben gegliederten Wörter einschließlich einer flüssigen und automatisierten Umsetzung selbst gewählter Textinhalte, sowie der Förderung und des Trainings der Feinmotorik, die bei einer Druckschrift nicht gefördert wird.

          • Lieber AvL,
            Ganz so einfach ist es nicht.
            * Unser Gesundheitsamt testet laut Veröffentlichung der Lokalzeitung Kinder einer Kita nicht, obwohl zwei Erzieherinnen Covid-19 positiv sind… der Kreis ist knapp an den 50 Neuinfektionen/100tsd… Schlussfolgerung selbst ziehen.
            * Zur Studie: Lehrer sind im Regelfall nicht gesetzlich versichert.
            * Coronaregeln an Schulen durchzusetzen, gelingt nur unzureichend. Merke: Pubertät–> Brechen von Regeln.
            * Das verschicken von Dienstanweisungen ist ein immer wieder genutztes Mittel im „Schwarze-Peter-Spiel“, Ansprüche im Schadensfall abzuwehren, wenn es schiefgeht.
            * In vielen Schulen lassen sich marode Fenster gar nicht mehr ausreichend öffnen oder sind gar nicht so ausgelegt.
            * Richtig ist, dass Kinder wohl weniger gefährdet sind, hier also wenige gesundheitliche Schäden zu befürchten sind und Eltern die größere Gruppe zukünftiger Wähler darstellen. An die Lehrer denken da wenige.
            * Kohortenbildung ist spätestens im Schulbus völlig praxisfern, lautes Sprechen über den Vormittag mit FFP2 Maske ebenso.
            * Ansprüche wegen Erkrankungen im Dienst lassen sich nur schwer durchsetzen. Dazu müssen Sie sauber nachweisen, dass die Infektion auch dort stattfand. Zweifel bleiben da fast immer.
            ** Ehrlicher wäre:
            Krieg ist Krieg, wer fällt der fällt. Lehrer an die Front, für Volk und Vaterland… (Das Bild ist an anderer Stelle bereits von prominenterer Stelle bemüht worden.)

        • Lehrer zu sein ist eben nicht ein Job wie jeder andere. Das ist eine hoheitliche Aufgabe, die auch unter besonderen Umständen wie jetzt gerade erforderlich ist. Lehrer pochen ja ständig auf diesen Unterschied zu normalen Arbeitnehmern. Das ergibt sich auch aus der Situation im Frühjahr, als Lehrer nicht von Kurzarbeit, Freistellungen oder Gehaltskürzungen betroffen waren. Ich meine jetzt nicht die engagierten Lehrkräfte sondern die, die sich ausgeruht haben und jetzt schon wieder auf Schulschliessungen hoffen. Kaum entstehen solche besonderen Umstände wird sich weggeduckt und auf normale Arbeitnehmer verwiesen, wenn diese Umstände sich wieder erledigt haben, dann wird sofort wieder auf diese hoheitliche Pflichterfüllung gepocht. Ganz einfach, die Bildung als Dienstleistung ansehen und wer als Lehrer bis 67 Jahre zu wenig Leistung bringt sanktionieren, wie alle anderen Arbeitnehmer auch.

      • Halbe Klassen wären wünschenswert. Entweder Unterricht in Schichten oder wieder an abwechselnden Tagen. Nebenfächer wie Sport, Musik, Religion und Kunst weglassen und lieber die Hauptfächer unterrichten.
        Ich mach mir wirklich Sorgen um unsere Kinder und die Lehrer tun mir auch sehr leid! Die Lehrer haben auch Familie um die sie sich kümmern müssen, denken die Politiker auch mal daran?!

        • Halbe Klassen entsprächen bei 23 bis 28 Kindern pro Klasse 11 bis 14 Schülern.
          Bisher habe ich derartige Forderungen nach einer Halbierung der Klassenstärke weder von Eltern noch von Lehrern hier vor Ort gehört.
          Laut Landesverordnung NRW sind bis zu 50 Personen in einem Raum unter Wahrung der AHA-Regeln erlaubt.
          Wenn man ein Problem mit derartigen Vorgaben hat, so sollte man sich mit derartigen Forderungen an die Gerichte wenden.

          • Sie sagen es: „unter Wahrung der AHA-—Regeln“!!!!!!
            Worüber diskutieren wir denn hier seit Wochen???? Darüber, dass diese Regeln eben in den Schulen nicht eingehalten werden können und brauchen!!!!!!!!!! Genau das ist ja das Problem! Ansonsten könnte man meist nur maximal 10-15 Schüler, je nach Raumgröße, gleichzeitig unterrichten. Und die weiteren Empfehlungen bzw Forderungen des RKI : …
            L – Lüften

            G – Geschlossene Räume meiden
            G – Gruppenbildung vermeiden
            G – Gespräche in lebhafter Atmosphäre

            {G – Gesundender Menschen Verstand?]

            https://www.lokalkompass.de/essen-sued/c-politik/rki-entwicklung-der-fallzahlen-in-deutschland-macht-mir-grosse-sorgen_a1449471

            …sind in Schulen und Kitas entweder nur bedingt oder gar nicht umsetzbar.

            Widerspruch erkannt???

          • Klemmen sie sich bitte, so wie jeder andere auch, eine Mund-Nase-Maske im Unterricht auf und versehen sie wie jeder andere auch ihren Dienst, und bleiben sie bitte zu Hause, wenn sie grippeartige Symptome an sich wahrnehmen.
            Es bringt nichts, sich beständig über das eigene Schicksal in dieser Weise weiter zu echauffieren und beständig auf andere loszugehen.
            Auch wir sind nicht Schuld am derzeitgen Zustand steigender Infektionszahlen. Es sind jene, die sich in ihrer Freizeit unverantwortlich verhalten und einen derzeit risikoreichen Kontaktaustausch aufrechterhalten.
            Wenn vom RKI festgestellt wird, das die Hospitalisationen trotz steigender Infektionszahlen nicht so wie im Frühjahr zum Anstieg schwerer Erkrankungen führen und zum Glück auch nicht mit einem Anstieg der Letalität verbunden sind, dann liegt dieses Phänomen in der Zunahme des Infektionsgeschehens in der jüngeren Bevölkerung begründet, die weniger schwer erkranken.

          • Wie schon so oft erwähnt: In einem Klassenzimmer kann die AHA-Regel eben nicht angewendet werden, da die Räume viel zu klein sind. Es steht eben nicht für jede Klasse eine Turnhalle zur Verfügung.
            Bis hierher sollte es doch inzwischen jeder verstanden haben…
            Man kann also eine Klasse nicht gleichsetzen mit anderen Gruppen, in denen der Anstand möglich ist.

        • @AVL: Ich kritisiere nur die Ärzte mit den Aluhütten. Nicht die verantwortungsbewussten und erst recht nicht die von Corona betroffenen Ärzte!

          Meine Freundin arbeitet in der Reha eines Krankenhauses auch mit den Langzeit-Covid-Erkrankten. Auch Ärzte, die an Covid im Krankenhaus erkrankten sind da. Die jetzt nach einen halben Jahr immer noch nicht voll arbeiten können. Und die waren vorher überaus sportlich aktiv, haben keine Vorerkrankungen gehabt, und sind im mittleren Alter. Die betroffenen Ärzte und auch die behandelnden Ärzte reden gänzlich anders über Corona. Die wissen, dass dies keine einfache Viruserkrankung ist und wünschen niemanden eine Infektion.

          • @AvL
            (…) das die Hospitalisationen trotz steigender Infektionszahlen nicht so wie im Frühjahr zum Anstieg schwerer Erkrankungen führen(…)
            Also wenn es denn soweit ist, dass die Hospitalisierung der an Covid-19 erkrankten zum Anstieg schwerer Erkrankungen führt, sollten diese vielleicht besser statt in Krankenhäusern in den Schulen untergebracht werden. Da gibt es ja nachgewiesener Maßen kein Infektionsrisiko…

  3. Endlich mal sinnvolle Vorschläge aus der Politik!
    An meiner Grundschule im hessischen Frankfurt wäre es, zumindest im Unterricht am Morgen, überhaupt kein Problem, Klassen nicht zu durchmischen. Leider besteht das hessische Kultusministerium aber nach wie vor auf konfessionell getrennten Religionsunterricht. Dies hat zur Folge, dass wir alle Klassen der einzelnen Jahrgänge durchmischen müssen. Einige Religions- und Ethiklehrer haben dadurch Kontakt zu allen Klassen der Schule.

    Ein anderes Problem, dass zumindest in der hessischen Schulpolitik völlig ignoriert wird, ist, dass die Schulen (im Rahmen der Vorgaben des HKM) zwar feste Kohorten bilden können, diese Kohorten aber in der Betreuung nach dem Unterricht, die nicht in der Verantwortung der Schulen liegt, häufig komplett durchmischt werden.

      • In BW bleiben die christlichen Kinder in einem ökomenischen Unterricht beisammen. Also wenig Lehrer, immer die selben Schüler. Minimierte Chance auf Verbreitung

    • Wenn es in der Verantwortung der Schule liegt, gibt es in der Regel nur 1 Kraft pro Kohorte, nicht pro Klasse.
      Das Budget, das den Schulen zu Verfügung gestellt wird, reicht nicht für mehr Personal, schon gar nicht, wenn es qualifiziert ist und entsprechend höher bezahlt werden muss.

  4. Aus der nun immer wieder bestätigten Erkenntnis, dass Kinder genauso ansteckend sind wie Erwachsene, kann man ehrlicherweise nur einen einzigen Schluss ziehen: Es müssen die gleichen Schutzmaßnahmen etabliert werden, die überall sonst auch gelten. Sonst schlittern wir immer tiefer in die Katastrophe hinein, weil das Virus extrem breit in der Bevölkerung verteilt wird und irgendwann niemand mehr nachvollziehen kann.

    Das heisst dann: Masken, Abstand, keine Menschenansammlungen in Innenräumen. Damit ist die Schule, wie wir sie jetzt kennen, nicht mehr möglich. Da man die Zeit von März bis jetzt (über ein halbes Jahr!) mit der Hoffnung „Augen zu und durch“ verbracht hat, muss man jetzt den planerischen Reset machen und überlegen, was neben Online-Unterricht jetzt noch funktioniert.

    Alles andere verschlimmert und verlängert das Problem nur.

    • Absolut richtig.
      Es müssen an allen Schulen die gleichen Regeln gelten wie im Supermarkt. Masken und Abstand. Im Zweifel mit halbierten Klassen.

      An Schulen gilt aber A-H-A – wie jemand anderes in den Kommentaren so schön formuliert hat:
      A-nkommen
      H-insetzen
      A-uskühlen

  5. Irgendwann gestern oder vorgestern habe ich im DLF eine Aussage von Fr. Merkel gehört, dass Schulen und Kitas auf jeden Fall geöffnet bleiben sollen. Die politische Richtung ist also klar, von der KMK wissen wir ja inzwischen, dass es nichts extra kosten darf – also wird neben Lüften nun auch Schichtbetrieb ins Spiel gebracht. Schön auf dem Rücken der Kinder, Eltern und Lehrer.

    • Die Kitas und Schulen sollen nur offen bleiben, damit die Wirtschaft nicht noch mehr kaputt geht. Die Gesundheit der Kinder, Lehrer, Eltern und Familien wird aufs Spiel gesetzt

  6. „Fachlehrer können so zu Superspreadern werden“

    Endlich wird kommuniziert, was mir schon lange Angst macht. Ich bin als Fachlehrerin an drei Schulen und in acht Klassen unterwegs.

    • „Angst fressen Seele auf,“ so Kunta Kinte in dem Roman Roots.
      Aber dennoch, gefeiert wird trotzdem, dass es nur so kracht, laut hupend durch die Stadt gefahren, ins gut organisierte Festzenrum, wo der Rest der frohsinnigen Gemüter sich ein Stelldichein gibt, um gegührend, alle Regeln der Vernunft und der Vorgaben aussetzend, sich dem regen Treiben in großer Runde zuzuwenden , wo man sich freiwillig einem Superspreaderereignis unterzieht, um dabei gleich die anwesenden Großeltern mit anzustecken, die dann für einen weiteren Anstieg der Beatmungspatienten auf unseren Intensivstationen sorgen.
      Das darf so nicht weitergehen, liebe Leute !
      Anscheinend ist den meisten Beteiligten derartiger Ereignisse gar nicht klar, wie sich dieses Virus durch derartige Freigänge weiter unkontrolliert ausbreiten kann und so irgendwann auch wieder die Risikogruppen erreicht.
      Die Anzahl der Covid-19 Patienten ist in NRW binnen einer Wöche von 1,1 % auf heute 2,4% angestiegen. https://www.intensivregister.de/#/intensivregister?tab=kartenansicht

      • @AvL

        Sagen Sie mal (aber kurz und bündig und ohne – veraltete – Links),
        kann es sein, dass Sie sich irgendwie selber gerne mal widersprechen?

        Was soll das Gejammere 😉 bezüglich diverser Formen des Feierns … während Sie die 5-Tage-„Bildungs-Party“ wegen – in Ihren Augen und Gedanken im Bezug auf Virusverbreitung – immer noch gar nicht wichtigen SuS selber gar nicht genug „feiern“ können, und das schon seit Monaten?

        Nervt es Sie so sehr, dass Sie jetzt wieder Mehrarbeit bekommen weil „sich dieses Virus durch derartige Freigänge weiter unkontrolliert ausbreiten kann“?

        Alles halb so schlimm. Sie können sich dessen vergewissern, wenn Sie Ihre eigenen Beiträge noch mal in einem Rutsch lesen.

        • Ich kann sehr wohl unterscheiden, wer Kontakt mit dem sehr ernst zu nehmenden Problem von SARS hatte, und wer sich ohne Kontakt, wie ein Malade imaginaire gebärdent und im Zuge seiner unzulänglichen Kenntnisse, undifferenziert wiederkehrend auf andere losgeht. Das hat etwas von atavistischen Verhaltensmustern in der Frühzeit der Menschen, als es um das nackte Überleben ging.
          Anscheinend stellt man in ihren Kreisen die vorgegebenen Verhaltensmaßnahmen des RKI ebenso in Frage, wie die Kompetenz der behandelnden Ärzte im Allgemeinen.
          Unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Okt_2020/2020-10-11-de.pdf?_ sind die entsprechenden Verhaltensweisen vorgegeben, die für alle verbindlich sind.

          • @AVL: Aus dem RKI-Bericht:
            „…Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz
            engagiert, z.B. indem sie Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält,
            Innenräume lüftet und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt trägt.
            Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf
            den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.“

            – Und was schreiben die die allermeisten Lehrer hier seit Monaten?
            – Was wünschen sich die meisten Lehrer an den Schulen bezüglich Gesundheits- und Infektionsschutz?
            – Ach, und die Feiernden vom Wochenende sitzen ab Montag in der Schule länger mit (auch bewusst nicht feiernden) Schülern und Lehrern zusammen, als sie am Wochenende untereinander gefeiert haben!

            Und warum wollen nach ihren sonstigen Kommentaren den Lehrern verwehren, dass sie Abstand untereinander und zu den Schülern halten sollen? Warum soll ihrer Meinung nach in der Schule kein MNS getragen werden? Warum soll keine Lüftung erfolgen? Warum sollen keine Klassen halbiert werden?
            Oder haben sie sich vielleicht monatelang geirrt über die Gefährlichkeit des Virus?

          • Auch für sie noch einmal: Sie haben die Mund-Nase-Masken zu tragen. Im Übrigen haben sie sich an die Verfahrensanweisungen der Kultusministerien zu halten.
            Dazu zählt auch das intermittiernde Lüften der Klassenräume, so wie auch wir unsere beruflichen Räumlichkeiten lüften und beständig Masken tragen, so wir uns nicht gerade in einem Aufenthaltsraum zum Essen und Trinken aufhalten.

      • Seit Wochen erzählen doch ausgerechnet Sie uns, dass das alles ganz harmlos sei, verweisen auf das Bündnis der Ärzte, die alles gar nicht so schlimm finden und behaupten, dass die Einschränkungen völlig überzogen sind.

        Wenn Menschen das dann lesen und befolgen, weil sie bei solchen ärztlichen Ratschlägen Feiern erlauben oder die Erlaubnis als solche auslegen, fangen Sie dann das Jammern an?

        Die steigenden Zahlen sind genau das, wovor alle gewarnt haben,
        gerade weil Maßnahmen nicht ernst genommen werden, wenn sie in Schulen und Schulhöfen ohnehin ausgesetzt werden und von Ärzten zu lesen ist, dass die Vorsicht unnötig sei.

        Stattdessen haben Sie selbst, AvL, noch letzte Woche darauf verwiesen, dass genügend Intensivbetten zur Verfügung stünden und ohnehin nur die wirklich erkrankten und hospitalisierten Fälle interessant seien.

        Da es eine Weile dauert, bis sich die Erkrankung verschlimmert, werden die Zahlen in den Krankenhäusern vermutlich mit etwas Verzögerung steigen.

        • Ich habe lediglich darauf verwiesen, dass die Intensivkapazitäten durch andere Patientengruppen belegt waren und es auch noch sind und dass Coronapatienten nur 1 % ausmachten.
          Das Gros der Patienten hat ganz andere Krankheitsbilder.
          Sie beschäftigen sich anscheinend zu viel mit SARS-Cov-2.

      • @AvL
        Angst fressen Seele auf,“ so Kunta Kinte in dem Roman Roots.
        Wieder ein neuer Beweis, auf welchem geistigen Niveau Sie sich bewegen:
        „ANGST ESSEN SEELE AUF“ war 1974 ein mehrfach ausgezeichneter Film von
        Fassbender

        • In der Fernsehserie Roots ( deutsche Erstausstrahlung 1977)drückte der versklavte Mardinka-Junge mit diesen Worten seine Angst vor dem Ungewissen aus.
          Das negatives Karma macht sich immer wieder bemerkbar.

  7. Zitat: „Die (von Kultusministern vertretene) Annahme, dass Kindergartenkinder und Schüler nicht so ansteckend seien wie Erwachsene führte zu einem falschen Erwartungsmanagement. “
    Und da war es schon Mist.
    Alle Pläne sprechen von Schülern die als einheitlich Gruppe von Kindern und setzen voraus, dass Kinder den Virus nicht bekommen oder zumindest nicht übertragen.
    Bei Kindern ist das fraglich. Die Tatsachen stützen diese Erwartung eher nicht.
    Aber: Der begriff Kinder gilt nur für die Klassen 1-5. Bei Klasse 6 bis 7 kann man darüber streiten ob man hier noch Kinder oder Jugendliche vor sich hat.
    In den Klassen 9 bis 12 und in den beruflichen Schulen findet man auf jeden Fall Jugendliche. Eine sehr gefährliche Gruppe. Sozial extrem aktiv, auf jeden Fall als Corona-Überträger geeignet, mit noch nicht voll ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein und selbst meist ohne warnende Symptome.
    Optimale Virus-Verbreiter für Lehrer, Eltern, Großeltern und ihr sonstiges Umfeld.
    In dieser Altersgruppe schaffen wir mit Präsenzunterricht ein optimales Umfeld für die Entstehung von Hot-Spots.
    So lange alle Konzepte für Schule schon am Anfang von einer vollständig falschen Annahme ausgehen, und alle Schüler als einheitliche Gruppe ansehen, können sie so nicht funktionieren.
    Die Lösung wäre eigentlich einfach. Gerade die Gruppe der Schüler, welche schon zu den Jugendlichen gehört, sollte eigentlich alt genug sein einen Arbeitstag der Eltern ohne Aufsicht zu überstehen und Arbeitsaufträge zu erledigen. Sollte das nicht der Fall sein, dann kann so ein altmodisches Vorgehen wie Erziehung durch die Eltern das sicher schnell verbessern. Klar, macht Arbeit, ist nicht immer angenehm und wurde in den letzten Jahren eigentlich komplett auf die Lehrer abgewälzt (Klaus-Uwe ist nicht faul und schlecht erzogen! Er ist nur hochbegabt und seine Lehrer erkennen das nicht!!).
    Wären die jugendlichen Schüler im Home-Office-Unterricht, dann wären zumindest räumliche Ressourcen für die wirklichen Kinder frei. Die könnten dann kleinere Gruppen bilden.
    Was wäre dazu nötig? Zusätzliche Lehrer für kleine Gruppen, sinnvolle Lehrplankürzungen, Endgeräte für manche Schüler.
    Kostet alles Geld, macht Arbeit und vor allem muss es von jemand, der bereit ist Verantwortung zu übernehmen, entschieden werden.
    Wird also erst dann kommen wenn es gar nicht mehr anders geht und damit schon zu spät ist.
    Vorgehen wie gewohnt bei den Ministerien:
    Schritt 1: Tatsachen ignorieren und selbst belügen.
    Schritt 2: Versagen schön reden.
    Schritt 3: Aussitzen des aufziehenden Unheils
    Schritt4: Panik und mit monatelanger Verspätung plötzlich völlig ungeeignete Maßnahmen raus hauen.

    Hab nicht einmal gelesen, dass in irgendeiner Expertenrunde der Bildungsministerien auch nur ein Lehrer dabei war. Klar der könnte, im Gegensatz zu den Experten und Politikern, wissen wie die schulische Wirklichkeit aussieht und so die schönen Utopien der Minister gefährden.
    Unangenehm! Da fragt man lieber die wahren Experte. Profil: Doktor Titel und mindestens seit 30 Jahren keine Schule mehr von innen gesehen. Der ist dann bereit die selbstgemachte Realität der Minister mit zu tragen. Geht doch.
    Das Problem ist dabei nur, dass alle schlauen Expertisen die Wirklichkeit nicht ändern können.
    Wir warten eben mal ab bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Dann bauen wir einen Zaun.

    • @Georg

      Gut geschrieben, dem braucht man nichts Wesentliches hinzuzufügen, außer bei der Vorgehensweise der Ministerien, da haben Sie vergessen:

      Schritt 5: „Oha! Um mich Minister(in) herum wird es einsam? Nichts mehr zu sehen außer „verbrannter Erde“ und jede Menge Rechnungen für Kokolores auffem Tisch? ….
      Hhhmm, da verp*sse ich mich wohl besser mal schnell. Äähh, wo hab ich denn die Pressemitteilung abgespeichert? Blöde Digitalisierung blöde …
      Ah! Da isse ja! – „Darum übernehme ich ab sofort die volle Verantwortung … blablabla.“
      Und tschüssikofski!

    • Und auch nicht zu vergessen: Falls die Experten (BW-Uni München) etwas sagen, was nicht passt, dann einfach in einer Pressemitteilung das Gegenteil raushauen.

      Die denken sich: Das normale Volk ist ja so dumm, mit denen kann man das machen.

    • Super geschrieben, wann wird es den Verantwortlichen klar? Wenn wir nur noch kranke Lehrer haben (Arbeitsschutz gilt für Lehrer nicht, warum noch mal?). Oder wenn unsere zukünftigen Rentenzahler doch plötzlich ausfallen, weil sie Langzeitfolgen haben? Egal, hauptsache die Wirtschaft funktioniert noch für zwei Wochen.

    • Man hätte die Lehrkräfte, die täglich ohne Schutz in den Klassen stehen, mit in die Rheingoldhalle einladen können.
      Aber jetzt ist das Treffen ja digital, da geht es nicht.

  8. Dann bitte endlich klare Ansagen, damit die Schulleitungen auch handeln dürfen!
    Gesundheit geht vor!
    Infektionsschutz geht vor!
    Keine Vermischungen! Kleine Gruppen! Kein Lehrerhopping! Masken! Lüftung (nicht lüften)!
    Beschränken auf Kernzeiten und Kernfächer!

    Und auch für die Familien klare Ansagen:
    Infekitonsschutz geht vor!
    Gesundheit geht vor!
    Keine vielfältigen, nicht mehr nachvollziehbaren Kontakte!
    Beschränken auf das Notwendige!

    Das tun wir Lehrer auch, um die uns anvertrauten Kinder nicht noch mehr zu gefährden als man es uns „von oben“ aufdrückt!
    (Jaja, Ausnahmen und schlechte Vorbilder gibt es naütrlich immer – jetzt komme bitte nicht wieder jemand, der einen Lehrer kennt, der auf Mallorca feiern war…)

    All das muss aber „von oben“ kommen – oder zumindest erlaubt werden.
    Derzeit verzweifeln Schulleiter, weil ihnen Maßnahmen nicht erlaubt sind, die durchaus machbar wären.
    Schenkt den Eltern endlich reinen Wein ein: Schule kann „wie gewohnt“ nicht aufrechterhalten werden.
    Dann doch lieber geregelt reduziert für alle als das totale Chaos überall und keinerlei Planbarkeit mehr.

    • Wie kommt man darauf, dass Gesundheit und Infektionsschutz vorgehen ?
      Virologe Prof. Streek sagt es ganz klar, solange das Gesundheitssystem noch nicht am Limit ist, und das ist es bei 8000 freien Intensivbetten noch lange nicht, soll man Gelassenheit üben.
      Aber warum jammert dann die Charite in Berlin darüber, dass man jetzt wieder planbare OPs verschieben muss?
      Ach so, für 40% der freien Intensivbetten gibt es kein Pflegepersonal!

      Und irgendwann gibt es für 40% der Klassen im Präsenzunterricht keine Lehrer/Betreuer mehr.
      Aber dann kann man ja die Kohorten vergrößern.
      50 Kinder im Chemieraum, unterrichtet vom Sportlehrer. Denen wird bei den geöffneten Fenstern wenigstens nicht kalt, da sie auf den Tischen „Bewegungsübungen“ machen.

      • Der Kassenärztechef Gassen heute ebenfalls wieder: „10.000 Infizierte kein Problem, alles nur Panikmache.“ Und dies vom obersten deutschen Arzt. Ob der auch in Berlin mitdemonstriert?
        Dies ist das, was zum Problem in Deutschland wird, wenn so viele Ärztevertreter zu den Verschwörungstheoretikern gehören.
        Da braucht man doch als Laie nur ein Blick ins Ausland werfen. Bisher hatten wir in Deutschland nur großes Glück.

  9. Die Oberstufen sollten spätestens jetzt in das Home Schooling gehen. Es ist schon 5 vor 12. Oder wollen wir wirklich 19000 Fälle pro Tag? Wir befinden uns im exponentiellen Wachstum und die Schulen sind neben der allgemein eingezogenen Nachlässigkeit Treiber der Infektionen. Das kann doch niemand mehr ernsthaft in Frage stellen. Gerade die Durchmischung der Kurse in den Oberstufen kann sich als fatal erweisen.
    Wenn jetzt im Schulbereich nicht gegengesteuert wird, ist Absicht zu unterstellen. Eine absichtliche Durchseuchung.

  10. Nach dem Artikel und bisherigen Kommentarverlauf musste es unweigerlich zum Höhepunkt „Schulen BITTE schließen….“ kommen.
    Liebe Leute, eine vorwiegend angst- und panikgetriebene Diskussion führt garantiert nicht zu sachgerechter Information und Überlegung.
    Warum ist denn die weit vorherrschende Meinung von Virologen, Medizinern und Politikern, dass es einen zweiten landesweiten Lockdown nicht geben könne und dürfe, auch nicht in Schulen??
    Weil alle unverantwortlich denken und handeln, nur nicht die „vernünftigen“ Angst- und Wutschreiber hier im Forum?

    • Die „weit vorherrschende Meinung“ von Ärzten und Politikern (von Virologen nicht) war bislang, dass Schüler praktisch nicht ansteckend sind – nu? Offenbar ändern sich die Ansichten.

      Und ja: Ein Schulbetrieb, der gegen alle Forderungen der Virologie (AHA-Regeln) ohne Schutzmaßnahmen aufrecht erhalten wird, ist unverantwortlich.

      • Widerspruch, Bernd! Auch die Virologen, allen voran die Virologen Drosten und Streeck reden nicht mehr von einem Lockdown.
        Heute wissen sie in der Tat mehr als zu Beginn von Corona, u.a. auch, dass junge Menschen erkranken und anstecken.
        Trotzdem schlagen sie differenziertere und gezieltere Maßnahmen vor als die große Keule „Lockdown“, zu der einige (nicht alle!) Virologen noch zu Anfang rieten.
        Dazu heute im Focus:

        https://www.focus.de/gesundheit/news/vorquaranaene-kontakttagebuecher-corona-ampel-duell-der-virologen-auf-diese-herbst-strategien-setzten-drosten-und-streeck_id_12526526.html

        Lesen Sie hier etwas von einem geforderten allgemeinen Lockdown, der im Bildungsbereich „Schulen BITTE schließen….“ bedeutet? Ich nicht.
        Ich kann nur meinen Eindruck wiederholen, dass ich die Berichterstattung und Kommentarverläufe bei n4t ausgesprochen tendenziös in Richtung Verunsicherung und Beängstigung aller Beteiligten am Schulleben finde.

        • Es ist doch nicht tendenziös, wenn die Erfahrung zeigt, dass es nicht funktioniert. Bei uns fällt schon Unterricht in drei Hauptfächern aus wegen Quarantänefällen unter den Lehrern. Das wäre mit Abstandsregeln nicht passiert. Niemand will eine komplette Schulschließung. Aber das Einpferchen in ungelüftete Räume, möglichst alle mit Mütze und Schal, ist doch ziemlich weit am anderen Ende des Spektrums. Wenn Lockdown das eine Extrem ist, ist dieser schwachsinnige „Regelbetrieb“ das andere Extrem. Bisschen was dazwischen wäre nett für Schüler und Lehrer.

        • Das sind völlig verschiedene Dinge.

          Das eine ist die Frage, wie man einen „Lockdown“, als Maßnahme gegen eine weitreichende Ausbreitung des Virus, verhindern kann. Dazu existieren verschiedene Strategien, die – nicht nur von Virologen – diskutiert werden.

          Dabei geht es um Strategien, die über die Einhaltung von AHA-Regeln, generelle Kontaktvermeidung und das Lüften hinausgehen. Ein Ansatz: wenn man Infizierte schnell isolieren kann, wird sich das Virus nicht verbreiten.

          Das andere ist die Frage der Fürsorgepflicht gegenüber dem Einzelnen. Nur, weil es eine gesellschaftliche Strategie gibt, einen Lockdown zu verhindern, kann man doch Teile der Bevölkerung nicht Schutzlos einer Infektionskrankheit ausliefern.

          Dafür wurden Hygienekonzepte entwickelt, die in erster Linie die gesellschaftliche Problematik berücksichtigen, zugleich vielfach in der Praxis schlicht nicht umsetzbar sind und die Fürsorgepflicht auf den AN abwälzen.

          Wenn wir das Problem sachlich angehen, dann müssen wir uns fragen, warum gerade in der Schule die Mindeststandards (AHA-Regeln) nicht eingehalten werden müssen. Das würde zu zu kleineren Klassen führen, was natürlich mehr Personal verlangt. Die Forderung gibt es nicht erst seit Corona. Es ist der Gesellschaft (bzw. Politik) einfach zu teuer und die Arbeitnehmer sollen für den Geiz nun den Kopf hinhalten.

        • Wie stellen Sie sich denn die nächsten Monate vor? Einige Bundesländer haben jetzt schon höhere Zahlen an positiv Getesteten als je zuvor und offensichtlich ist die Steigerung auch wieder exponentiell.
          Gleichzeitig findet nichts von dem statt, was im Frühjahr verhängt wurde, Bars und Restaurants bleiben offen, private Kontaktverbote gibt es in der damaligen Form nicht, ebenso keine wirklich abschreckenden Bußgelder, die die Säumigen und ‚Coronamüden‘ im öffentlichen Nahverkehr, in der Gastronomie und auf Straßen und Plätzen zur Ordnung rufen könnten.
          Das Trauma des Stillstands soll auf keinen Fall wiederholt werden.

          Wo wollen Sie denn „gezielt“ ansetzen und handeln, wenn nichts mehr nachverfolgbar ist, wenn überall Herde sind, die dann meist zu spät erkannt werden? Wenn gerade den Schülern eine Infektion oft gar nicht auffällt, weil sie zur Altersgruppe der häufig Asymptomatischen gehören?
          Was heißt denn dann „Verunsicherung und Beängstigung“? Küstenbewohner, die von einem herannahenden Hurrikan bedroht werden, Kalifornier oder Australier, auf die die Feuerwalze zuläuft, tun doch gut daran, verunsichert und beängstigt zu sein, denn das rettet unter Umständen ihr Leben.

    • Ich frage mich, was gemeint ist, wenn es keinen Lockdown geben soll:
      Alle Schulen offen, dafür aber geschlossene Firmen und viele Restriktionen außerhalb,
      oder Firmen und Geschäfte offen, dafür aber andere Modelle in Schulen?

      Wie es wohl wäre, wenn man in sämtlichen anderen Arbeitsbereichen dafür plädieren würde, den Arbeitsschutz und sämtliche Vorrichtungen dafür abzuschaffen? Das steigert bestimmt die Produktion. Es sind auch noch genug Intensivbetten frei, um verunfallte ArbeitnehmerInnen aufzunehmen.

      • Hallo Palim, auf Grund von menschenunwürdigen Lebensbedingungen haben wir zur Zeit einige Cluster in Deutschland, dies ist wieder die fleischverarbeitende Industrie, dann Paketzentren und in der Obst/ Gemüseverarbeitung. Hier testet man oft die Hälfte der Belegschaft positiv. Dann haben wir die Großhochzeiten, die sind nicht zu verfolgen. Dann kleinere Ausbrüche bei Feiern. An den Schulen werden Fälle extrem gut und sorgfältig Nachverfolgung. Das geschieht im täglichen Leben nicht. 2 Beispiele: Ein Kletterhallenbetreiber und ein Gastronom wurden jeweils von ihren Kunden informiert, dass diese positiv getestet wurden, in den letzten 24 Stunden in Kletterhalle und Gastronomie waren. Dies haben die Positiven angegeben. Kletterhalle und Gastronom richteten ihre Gästeliste her und warteten….und warteten. Niemand meldete sich. Nach 14 Tagen kamen die ehemals Positiven wieder.

        Das sind keine Einzelfälle. Solche Cluster wie oben beschrieben hat es in Schulen nie gegeben. Meistens finden sich Einzelfälle. Auch ich bin der Meinung, dass man statt der Renovierung des Bundestags lieber Luftfilter anschaffen sollte, und zur Unterstützung und zur Entzerrung des Unterrichts Pädagogen oder Sozialarbeiter. Aber wenn man das Hin und Her der Politiker gerade beobachtet kann man nicht mehr Sinnhaftigkeit und Fähigkeit zur Problemlösung im Bereich Schule erwarten.

        Nehmen Sie Ihre Elternvertreter, reden Sie über Ihre Ängste. Ich bin Sozialarbeiter in einem Schulzentrum, bei uns werden Luftfilter angeschafft, 3 Zimmer wurden mit Plexiglas ausgestattet, dafür sind 2 weitere Lehrer bereit zu unterrichten. Warten Sie nicht auf Wunder des KM, und denken Sie auch mal an die Kinder und Jugendlichen, auch die haben ein Recht auf soziale und gesellschaftliche Strukturen. Covid-19 ist kein Weltuntergang.

        • Es mag Cluster geben, bei denen alles gut verfolgt wird, bei Schulen kann ich das nicht erkennen.
          Zwar gab es Quarantänen für Schüler, Klassen, Kohorten, Jahrgänge, häufig ging diese Quarantäne aber nicht mit der Testung aller einher.
          Warum?

          Auch sind für manche Kreise die Cluster wirklich bekannt, für andere aber gerade nicht. Warum? Woher kommen dann die Steigerungen, wenn man sie gar nicht lokalisieren kann?

          Es gibt allgemeingültige Regeln, die aber allesamt in Schulen nicht zählen.
          Warum gilt die Maskenpflicht, die in Behörden Vorschrift ist, nicht in Schulen?
          Warum gelten Regelungen für Versammlungen in Räumen nicht für Schulen?
          Selbst die bisherigen Vorgaben zum Lüften können an vielen Schulen nicht eingehalten werden, weil die Fenster nicht zu öffnen sind oder nur gekippt werden können. Warum wird dies nicht überprüft und sämtliche Räume, die nicht entsprechend gelüftet werden können, für den Unterricht in Klassenstärke gesperrt?

          An welcher Stelle sagt mal jemand ehrlich, dass die Vorgaben in Schulen nicht eingehalten werden können und deshalb die Schulen im Regelbetrieb nicht geöffnet sein sollten.
          Statt Schulen sicherer zu machen, verändert man lieber die Bestimmungen, bis man in den Schulen nicht einen zusätzlichen Cent investieren muss.

          „Covid-19 ist kein Weltuntergang.“
          Nein, sicher nicht.
          Wenn noch viele Millionen sterben, die Welt geht davon nicht unter, solange es „die anderen“ trifft.
          Aber wenn es das eigene Kind ist, vielleicht schon.

        • Cluster an Schulen hat es nie gegeben? Hä? Es sind inzwischen fast 100 Schulen mit 5 oder mehr Infizierten. Wie nennen Sie das denn sonst? Hier auf der Seite wurde auch darüber berichtet. 36 Infizierte an einer Hamburger Schule. Hat es nie gegeben? Reden Sie vielleicht mal über Ihren Hang zur Verdrängung. Kopf in den Sand stecken schützt leider nicht.

      • Was Sie suggerieren, stimmt doch nicht. Kein Mensch plädiert dafür, „den Arbeitsschutz und sämtliche Vorrichtungen dafür“ in den Schulen abzuschaffen.
        Welche Zerrbilder müssen denn noch für den Wunsch allgemeiner Schulschließungen herhalten?! Der steht doch hinter vielen polemischen Äußerungen hier. Jedenfalls kann ich mir keinen anderen Grund vorstellen. Andere vermutlich auch nicht.
        Dem Ansehen der Lehrerschaft tut das nicht gut. Gar zu leicht heißt es dann wieder verallgemeinernd „faule Säcke“. Und diesmal kann man für die Verunglimpfung der gesamten Lehrerschaft nicht mehr Gerhard Schröder verantwortlich machen.

        • „Kein Mensch plädiert dafür, „den Arbeitsschutz und sämtliche Vorrichtungen dafür“ in den Schulen abzuschaffen.“

          Nein. Muss man auch nicht.
          Was nicht da ist, kann man ja nicht abschaffen.

          Ansonsten können Sie mir gerne die Schule zeigen, in der der allgemeingültige Arbeitsschutz umgesetzt wird, sowohl auf die Pandemie bezogen (AHA-Regel), als auch ohne Pandemie.

        • &ABC: a) Es gibt generell keine zuständige Stelle für Arbeitsschutz für verbeamtete Lehrkräfte
          b) Die Gemeinde-Unfallversicherungen sind nur für Angestellte und den Schülern zuständig
          c) Es gibt keine angewandten Hygieneregeln mehr an den meisten Schulen. Abgesehen von ein bisschen Maske tragen vom Eingang bis zum Klassenraum.

    • „ […] nannte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, seine Formel für möglichst wenige Ansteckungen: Das einfachste seien die „AHA-Regeln“ – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Bei mehreren Menschen in geschlossenen Räumen müsse man zudem lüften. Deshalb heiße es jetzt „AHA+L-Regel“.

      Bei kühlerem Wetter sollten 3Gs vermieden werden
      „Und bei kühlerem Wetter“, so Wielers Appell an die Bürger, „versuchen Sie, die drei Gs zu vermeiden: Die geschlossenen Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in lebhafter Atmosphäre“, was eigentlich vier Gs sind. Jedenfalls könnte so nach Wielers Ansicht die Gleichung aufgehen: „Wenn wir uns alle an diese Regeln halten, können wir Infektionen verhindern – nicht alle, aber einen großen Teil.“
      https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_88721420/corona-formel-des-rki-was-bedeutet-aha-+-a-+-l-3g-.html

      Fällt Ihnen was auf?
      Keine der hier als dringend notwendig erachteten Maßnahmen, um Infektionen zu vermeiden, wird in Schulen umgesetzt.
      Diese Feststellung und der Ärger darüber hat nichts mit Panik zu tun.

      • Liebe Leseratte,
        vielen Dank für den Link. Ich hatte ihn nicht mehr parat.
        Habe mich aber auch gewundert, woher das Virus weiß, dass es sich an Schulen anders zu verhalten hat als in der sonstigen Öffentlichkeit.
        AHA+3G ist ja in der Schule nicht relevant und wird vom RKI auch nicht eingefordert. Nur das L für Lüften soll umgesetzt werden.
        Vielleicht haben Sie auch einen Link auf die Studien, die die Immunität von Schulen beweisen?
        Würde mich sehr beruhigen!

      • Eben! Es geht um Arbeits- und Gesundheitsschutz!
        Es geht um das, was jedem anderen Mitmenschen zugestanden, ja sogar verordnet und bei Nichtbeachten mit Strafandrohung belegt wird.

        Schulen mit entsprechenden Maßnahmen (und wohl auch Einschränkungen, denn schon ohne Krise funktioniert Schule schon lange nicht mehr sinnvoll) könnten vielleicht vollkommen unbeschadet und vor allem offen durch die Krise kommen.
        Die Eltern könnten weiter arbeiten gehen.
        Die Lehrer blieben gesund.
        Die Kinder lernten etwas – vielleicht lernten sie sogar mehr über das wirkliche Leben als normalerweise.

        Außerdem unterstelle ich Lehrern, nach Studium und Berufserfahrung, ein Teil davon durchaus auch naturwissenschaftlich gebildet, dass sie nicht angesichts jedes dahergelaufenen Virus oder Gerüchts gleich in Panik geraten.
        In Panik versetzt einen Lehrer schon lange so schnell nichts mehr.

        Aber man muss sich auch nicht alles bieten lassen.
        Jeder Betrieb würde angesichts der „Hygienemaßnahmen“ in den Schulen vom Fleck weg geschlossen werden.

        Panik sollten vielleicht die Eltern entwickeln, wenn sie den Gedanken weiterspinnen:
        Schulen ohne Schutz
        entsprechende Gefährdungen in den Familien
        alle naselang Teilschließungen und Quarantäne
        alle naselang Arbeitsausfall
        entsprechende Auswirkungen auf Betriebe
        und das alles auf unabsehbare Zeit!

        Für alle wäre es doch besser, wenn Schulen wenigstens „durchschnittlich sichere Orte“ wären!
        Dann könnten die meisten vielleicht ohne Schließungen (und ohne Erfrierungen) über den Winter kommen.
        Auf Abstriche kann man sich einstellen – Familien wie Wirtschaft.
        Auf aufeinanderfolgende Katastrophen kann man nur noch re-agieren.

        Frau Esken könnte dem Land einen Dienst erweisen, wenn sie jetzt wirklich mal ehrlich Klartext reden und die tatsächliche Lage an den Schulen mit allen bisherigen Entscheidungen auf den Tisch zwingen würde.
        Dann könnten vielleicht – auch ohne dass jemand das Gesicht verlieren muss – wirklich vertretbare und langfristig tragfähige Lösungen gefunden werden.
        NOCH sind zwei Wochen Herbstferien.
        Das könnte eine wenigstens kleine Pause zum Nachdenken UND besonnenen HANDELN sein.

        Schade, wenn auch diese Gelegenheit wieder verstreichen würde.
        Wir wagen ja schon gar nicht mehr zu hoffen 🙁

      • @Leseratte: Genau passend beschrieben.
        Und @ein Vater vielleicht sollten sie sich mal in den großen Schulzentrum umsehen, also nicht die kleine Dorf- oder Stadtteilschule. Am besten eine Woche in den vollen Klassenzimmern verbringen, in der Pause versuchen die Schüler im Getümmel an die Regeln zu erinnern, die im Unterricht nicht gelten. Und bei steigenden Infektionszahlen verbreiten die Schüler das Virus in der ganzen Stadt oder im ganzen Landkreis. Dann droht doch der regionale Lockdown.
        Dies kann und muss einen Sorgen bereiten. Die meisten Lehrer sind nicht panisch. Als Lehrer weiß man, dann man früher oder später ohnehin jede ansteckende Krankheit bekommt. Angst treibt vielen Kollegen um, dass sie das Virus anfänglich unbemerkt mit zu ihren Eltern oder Schwiegereltern tragen.

    • Wäre für Sie vielleicht erhellend den Bericht über die nächste KMK Konferenz auf der Seite „News for Teachers“ zu lesen.
      Die Minister der KMK haben ihre nächst Konferenz in einer großen Halle abgesagt. Sie findet jetzt online statt.
      Komisch gell, 16 Personen plus ein paar „Experten“ in einer Halle ist zu gefährlich.
      Das sagt uns, dass die Minister die Gefahr offensichtlich noch höher einschätzen als die hier versammelten Lehrer. Es muss halt nur um die eigene Gesundheit gehen.
      So falsch können wir dann ja nicht liegen, wenn wir ein ungutes Gefühl haben. Wir verbringen täglich Stunden mit 20-30 Personen in einem Raum und haben nur ein offenes Fenster als Schutz.
      Die KMK hat übrigens keinen einzigen Gedanken ans Lüften verschwendet. Die hat die Konferenz gleich in eine Online-Veranstaltung umgeändert.

    • „garantiert nicht zu sachgerechter Information und Überlegung.“

      Ich denke, man kann sich darauf einigen, dass ein Virus einen neuen Wirt finden muss, um sich verbreiten zu können. Dass die Hauptübertragungswege von Corona über die Luft in Form von Tropfen und Aerosolen stattfinden, dürfte ebenfalls allgmeiner Konsens sein.

      Bei der Übertragung spielt die Qualität des Kontakts eine Rolle. D. h. insbesondere, wie lange man welcher Viruslast ausgesetzt ist. Diese steigt natürlich mit abnehmenden Abstand bzw. mit der Zeit, die man gemeinsam in geschlossenen Räumen verbringt.

      Aus diesem Grund gelten überall die sog. AHA-Regeln plus das Lüften in Innenräumen. Überall? Naja, überall außer in Gemeinschaftseinrichtungen. Das sind wohlgemerkt die Einrichtungen, die nach dem IfSG besonders geschützt werden.

      Während man nun z. B. in medizinischen Einrichtungen – neben einer einschlägigen Ausbildung – entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung stellt, gibt es nun andere wie z. B. Kinder, Erzieher oder Lehrer, deren Schutzausrüstung aus Einmalhandtüchern besteht, wenn sie gerade vorrätig sind.

      Eine gewisse Ungleichbehandlung ist hier durchaus zu erkennen. Bin übrigens kein Arbeitnehmer dieser Branchen.

  11. Ich habe das Interview heute auch gelesen. Die angebliche Schuldzuweisung an die KM ist dort aber nicht zu lesen, im Gegenteil, es sind mal wieder SL und LK, die nicht gut genug vorbereitet sind.
    @ Redaktion: leider führt euer Link zum Interview zu einem Artikel mit Bezahlschranke. Vielleicht findet es sich irgendwo auch öffentlich zugänglich?

    • Liebe Marie,

      von „Schuldzuweisung“ haben wir auch nirgends geschrieben. Richtig ist: Esken spricht die Kultusminister – übrigens: etliche davon aus ihrer eigenen Partei – nicht direkt an. Esken kritisiert aber die Regelungen, und für die sind nunmal die Kultusminister zuständig.

      Und das Interview ist doch öffentlich zugänglich. Sie müssen halt nur dafür bezahlen. Eine Anleitung zum Bruch des Urheberrechts haben wir gerade nicht parat. 🙂

      Herzliche Grüße Die Redaktion

  12. Ich bin auch dafür die Schulen zu schließen . Zumindest sollte jeder entscheiden können ob er zu Hause oder in der Schule lernt .

    • Ich wäre dafür, ein vernünftiges Konzept, dass vielleicht erstmal auf ein halbes Jahr ausgelegt ist, mit dem die Schulen vernünftig und mit best möglicher Sicherheit betrieben werden.
      Das bedeutet dann halt, dass ich nicht auf Biegen und Brechen auf einen vollständigen Präsenzunterricht bestehe und vielleicht auch Abstriche beim Lehrplan zulasse. Die Schulen sollten im Bezug auf ihre Schülerschaft und Anforderungen, sowie ihr Lehrpersonal eigenständig agieren darf. (aber das wird vermutlich ein Traum bleiben, weil das würde ja bedeuten, vom eigenen Führungsanspruch Abstand zu nehmen.)
      Komische Zeiten erfordern vielleicht halt auch mal ungewöhnliche, (mutige) Schritte.

      Wie das freiwillige Lernen zu Hause bei dem Großteil der Schüler funktioniert, erlebt man tag- täglich bei der Hausaufgabenerledigung und der Vorbereitung auf den Unterricht.

      Wie sagte der Kapitän auf der Titanic: Wir sind unsinkbar, der Eisberg wird schon verschwinden, also volle Kanne voraus. Wir fahren weiter mit Normalgeschwindigkeit.

      • @trotzki

        Und nicht das KM-Mantra des Schulbetriebes vergessen:
        „Wir fahren auf Sicht!“
        Besonders in Kombination mit Ihrer Eisberg-Metapher sehr beruhigend.

  13. Kleine Klassen, genügend gut ausgestatteter Raum und das Zweilehrerprinzip in der Grundschule sind schon lange vor „Corona“ pädagogisch sinnvolle Forderungen gewesen, die aus politischen Gründen bisher nicht flächendeckend umgesetzt wurden. Man investiert lieber in die Lufthansa, die Autoindustrie, in eine sinnlose Maut,… als in die Zukunft der Kinder. Eine beschämende und peinliche Situation für ein reiches Land wie Deutschland. Viele Probleme könnten damit ganz einfach behoben werden, auch das “ Coronaproblem“.

  14. Die Argumentation „wir haben noch genug Kapazitäten auf den ITS“, die immer mal wieder geschrieben wird, ist menschenverachtend. Es gibt genug Berichte über heftige Spätfolgen und monatelange Arbeitsunfähigkeit bei denen, die die ITS überlebt haben. Das kann man doch nicht ernsthaft im großen Stil in Erwägung ziehen.

    Wenn das die LuL trifft, dann kommt der Bumerang zu den KM zurück: Ich kann mir gut vorstellen, dass LuL mit schwerem Verlauf dann für viele Monate ausfallen, vielleicht auch ganz berufsunfähig werden. Man muss dazu nur einen der vielen Berichte derer lesen, die ITS + Beatmung überlebt haben und sich nun mühsam und mit Einschränkungen ins Leben zurückkämpfen.

    • @Jan aus H

      „… dass LuL mit schwerem Verlauf dann für viele Monate ausfallen, vielleicht auch ganz berufsunfähig werden.“

      Wobei die Berufsunfähigkeit ja irgendwie kostengünstiger wäre?
      Als Dienstunfall wird es ja nicht anerkannt – diese Erfahrung haben schon einige Polizeibeamte machen dürfen.
      Und dann stellt man halt irgendwelche Anlernkräfte ein.
      Und dann merkt man: „Watt denn watt denn – ditte klappt ja noch besser wa?!
      Und kost‘ ooch fast nüschte!“
      Und dann bleibt man dabei.

      Lehrermangel?
      Problem gelöst.

      Ist halt doof für die Betroffenen.
      Bestimmt kommt gleich wieder irgendein großer (Rechen-)Künstler und erklärt, dass das ja alles nur im Promillebereich liegen würde.

      Bitte einfach mal den Leuten erklären, die vielleicht BU geworden sind oder aktuell wegen Long-Covid grad um ihre Existenz bangen, auch jüngere Leute, zum Teil ab Mitte 20.

      Sicher gibt es auch da welche mit Kindern. (Nur falls gleich wieder das Argument der traurigen Kinderaugen kommt oder die Keule „ganze Generation vor die Wand gefahren“.)

      Und wer noch keine Kinder hat, wird ohne Existenz und dafür mit bleibenden Einschränkungen vielleicht auch keine kriegen wollen.

      Aber heeeyyyy – sind ja nur Einzelfälle.
      Noch.

  15. Ich bin wirklich gegen Einschränkungen jeglicher Art, aber es gibt doch eigentlich nur eines: Jede Familie in Deutschland kauft für drei Wochen ein – kompletter Lockdown für diese Zeit, Grenzen zu bis März und dann hätten wir zumindest im Land nach drei Wochen Ruhe!

    • @Betty

      Eigentlich eine gute Idee.
      Leider nur auf den ersten Blick, auch wenn die letzten zwei Tage an verschiedenen Stellen durch die Medien ging, dass der Virus dann verschwunden wäre.
      Soweit die Theorie.

      Ob wir uns in unserem Land komplett einschließen (was HIER NIE jemand von LehrerInnen-Seite gewünscht hat, soweit ich mich erinnere) für 3 Wochen oder für 3 Monate ist eigentlich egal.
      Nach dieser Zeit wird der Virus von „Sonstwoher“ wieder ganz fix bei uns sein, denn wir leben in einer globalen Welt.
      Das heißt, es müsste einen globalen Lockdown geben.
      Zu glauben, dass das funktionieren könnte, ist ein schönes Gedankenspiel, mehr nicht.
      Sorry.

  16. „Die heutige Schulpflicht im Sinne einer ausnahmslosen Anwesenheitspflicht an einem zugewiesenen Ort wurde erst 1938 von den Nationalsozialisten eingeführt.“ Vgl. Oelkers, J., Pädagogische Debatten: Beobachtungen an historischen Beispielen, in: Binder, U./Drerup, J./Oelkers, J. (Hrsgg.), Pädagogische Debatten. Themen, Strukturen und Öffentlichkeit. Stuttgart 2020, 65-140, hier: S. 97.

    • @Ogden Richards

      „Das semiotische Dreieck ist ein in der Sprachwissenschaft und Semiotik verwendetes Modell. Es soll veranschaulichen, dass ein Zeichenträger (Graphem, Syntagma, Symbol) sich nicht direkt und unmittelbar auf einen außersprachlichen Gegenstand bezieht, sondern dieser Bezug nur mittelbar durch eine Vorstellung/einen Begriff erfolgt. Das semiotische Dreieck publizierten erstmals Charles Kay OGDEN und Ivor Armstrong RICHARDS in dem Werk The Meaning of Meaning (1923).“ (Wikipedia)

      Was ist denn das Meaning Ihrer Botschaft?

        • @Ogden Richards

          „You’re never too old to do goofy stuff.“
          (Goofy)

          Ursprünglich hieß er „Dippy Dawg“ („verdrehter Hund“), 1939 wurde die Figur dann aber in Goofy umbenannt.

          • Es ist kein „albernes Zeug“. Ich empfehle Ihnen, so Sie nicht ohnehin am rechten Rand stehen, sich die eine oder die andere AfD-Veranstaltung zu Gemüte zu führen. Und dass das deutsche Bildungssystem Gesetze aus der Nazi-Zeit mitschleppt, ist wahrlich ein Skandal. „Albernes Zeug“ ist eine Untertreibung, die dem rechten Spektrum zum Vorteil gereicht.

    • Könnte sich die AfD bitte mal kurz für die unbedingte Beibehaltung der Präsenzpflicht einsetzen? Dann hätten wir vielleicht die Chance, dass sie in einer Panikreaktion umgehend abgeschafft wird 😉

  17. An welcher Grundschule sind denn genug Lehrer mit genügend Stunden, um vormittags und nachmittags zu unterrichten? Wohin mit Kindern, die keinen Unterricht haben, wenn das Personal in der OGS nur halbe Stellen hat? Und wenn die OGS ohne eigene Räume ist, sondern darauf angewiesen, Klassenräume zu nutzen, in denen aber vormittags schon Unterricht stattfindet, nun eventuell auch noch nachmittags? Keine OGS hat das Personal, jetzt noch mal die Gruppen zu teilen. Zudem haben die Träger Verträge geschlossen, die die Betreuung bis mindestens 16h vorsehen. Es würden also aus jeder Klassenhälfte jeden Tag Kinder von 8h – 16h betreut werden müssen, die ja nicht einfach der anderen Hälfte zugeordnet werden können, sinnigerweise. Selbst, wenn es nur zwei oder drei Kinder aus jeder Gruppe sind – erfahrungsgemäß ist das so, war während der Notbetreuungszeit nicht anders, was bedeutete, zum Teil betreute eine OGS Kraft ein oder zwei Kinder.

    • Wenn es um 2 Kinder geht, kann A mit zu Y und B mit zu Z nach Hause gehen und Kinder aus der gleichen Lerngruppe bleiben unter sich.
      Womöglich kann man sich absprechen und so erreichen, dass nicht alle Eltern zu Hause sein müssen, aber auch nicht alle Kinder in der Schule sein müssen.

      Längst hätte man erfragen können, wie viele Kinder an —offenen— Ganztagesschulen es wirklich betrifft, wo es über Elterninitiative aufzufangen ist und wo es tatsächlich mehr Personal braucht.

  18. Die Schulen werden schließen. Alle. Da können alle fordern was sie wollen.
    Hier führt das Virus Regie. Es bestimmt was passiert.
    Leider versteht das ein großer Teil der Bevölkerung nicht bzw. er möchte es nicht verstehen! Schade es könnte alles so einfach sein….

      • Soeben gelesen auf ntv: (Und man fragt sich, warum es bei uns anders kommen sollte…)
        Aber unser Ärztechef findet 10000 Infektionen pro Tag ok.

        +++ 15:11 Vize-Chefarzt sieht Großbritannien am Wendepunkt +++

        „Englands stellvertretender Chefmediziner, Jonathan Van Tam, sieht Großbritannien im Kampf gegen die Virus-Pandemie am Wendepunkt. Die Verbreitung von Covid-19 verlagere sich in den am schlimmsten betroffenen Gebieten nun von den jüngeren Altersgruppen der Erwachsenen auf ältere Menschen. Und „so wie die Nacht auf den Tag folgt, wird nun auch die Zahl der Todesfälle zunehmen“, warnt der Epidemiologe.

        • Für unseren Kassenarztchef geht es in erster Linie wohl um die Wirtschaftlichkeit. Leere Intensivbetten sind ein großer Kostenfaktor, den sich Krankenhäuser auf längere Sicht nicht werden leisten können.
          Aber langsam steigen die Zahlen. In den letzten 10 Tagen haben sie sich knapp verdoppelt.
          Wenn das so weitergeht, kann er beruhigt sein.
          Ich als knapp 65-jähriges Lehrerlein sehe hinter den Zahlen immer Menschen, die verzweifelt um ihr Überleben kämpfen und habe so gar keine Lust dazuzugehören.
          Muss wohl mal meine Sichtweise ändern, sonst wirft man mir früher oder später Panikmache vor. Und bezweifelt meine Lehrbefähigung!

    • Ja und? Ist wie bei geschlossenen Restaurants, es wird eben auf „außer Haus“ Verkauf umgestellt. Schulen vermitteln dann eben Bildung to go – „jetzt auch zum Mitnehmen“!

      Der Blödsinn der gemacht wird oder werden soll, ist doch, dass die länder die lehrkräfte mit Dienstlaptops ausstatten wollen. In der jetzigen Situation ist das verzichtbar, weil Lockerungen der DSGVO und weiteren dienstlichen Datenschutzregelungen zielführender wären. Wichtiger in der momentanen Situation ist die Ausstattung der SuS mit internetfähigen Tablets und entsprechender Software sowie ausreichendem Datenvolumen.
      Ferner die Einrichtung von Accesspoints in allen öffentlichen Gebäuden, damit auch SuS, die zuhause keinen Zukang zum www haben, teilhaben können.
      Bis Jahrgang 6 können die SuS im KL-Unterricht in kleinen Gruppen mit Präsenzpflicht unterrichtet und vor allem auf das „Lernen auf Distanz“ vorbereitet werden. Alle anderen SuS erhalten Distanzunterricht. An den Schulen werden jahrgangs- und fächerbezogen Sprechstunden eingerichtet, in denen fachliche Probleme geklärt werden können, die sich durch Video-Chat, Textnachrichten, Telefonate oder Chatgruppen nicht klären lassen.
      Die Länder erwerben bei den Schulbuchverlagen und sonstigen Anbietern Lizenzen für alle für das Lernen auf Distanz benötigten Apps, Programme, Inhalte, Rechte etc.
      Dazu gehört dann auch, dass sie die Lehrkräfte vor Abmahnungen wg. Rechteverletzungen schützen, sofern diese nicht grob fahrlässig oder sogar bewusst in Kauf genommen werden.
      Ich habe doch keinen Bock darauf, dass ich wegen eines Kopierten Bildes, das ich in meine für den digitalen Unterricht eigenständig erstellten Materialien eingebunden habe, auch noch vor Gericht belangt zu werden. Hier beim Rechteerwerb sehe ich die Aufgabe der Schulministerien, nicht beim Formulieren von Erlassen, die das Leben an Schule erschweren und nur dazu dienen, die Spitze des Hauses (Ministeriums) abzusichern.

      Schulbücher müssen aufwendig zugelassen werden, der Einsatz und die beschaffung von den Schulkonferenzen genehmigt werden, und jetzt – beim Lernen auf Distanz – schieben wird die gesamte Verantwortung auf die einzelnen lehrkräfte ab. Und da wundern sich viele, warum es nur kopierte Seiten aus den zugelassenen Lehrwerken per Email-Anhang gibt?

      An wie vielen Schulen wurde denn in der Zeit der Schulschließungen Hardware vom jeweiligen Schulträger in die Rathäuser und Amtsstuben bzw. Home-offices umverteilt, um z.B. die Kontaktverfolgungen zu ermöglichen? Vorhandene Laptops sind da ganz schnell neuen Tätigkeitsbereichen zugeführt worden. Was an den Schulen verblieben ist, war dann größtenteil der noch nicht entsorgte Elektronikschrott aus dem letzten Jahrtausend.

  19. Das sehe ich auch so. Auch die Eltern, die es damals kritisiert haben, werden sich noch nach dem rollierenden System zurücksehnen, das wir vor den Sommerferien hatten. Es wäre höchste Zeit, es wieder einzuführen (damit meine ich nicht diese neue seltsame Variante aus Berlin).

  20. „Lernen-to-go“, also Distanzlernen, wäre erheblich leichter, wenn die Lehrkräfte nicht in der Quarantäne sitzen.
    Vermutlich habe die KM das bisher nicht bedacht.

    Es ist erheblich einfacher, Materialien zu verteilen, wenn man sich aus den eigenen vier Wänden herausbewegen darf.

    Aber vielleicht finanziert das Ministerium dann ja Fahrradkuriere, die die Unterlagen abholen, beim Träger von gut geschützten Verwaltungsfachangestellten kopieren lassen und dann weiterverteilen.

        • Ne. Das bedeutet 14 Tage à 24 Stunden darf man alles für seinen fürsorglichen AG tun.
          Die Toilettenzeiten werden zusammen addiert und anschließend als verschuldetes Fernbleiben vom Dienst gewertet.

        • Nee, Essen dürfen Sie selbst mitbringen.

          Arbeitquarantäne können die gesundheitsämter ausnahmsweise verhängen, wenn bestimmte Personen für ein Unternehmen von besonderer Bedeutung sind und die Arbeit im Betrieb ohne deren Anwesenheit zum Erliegen käme. Trifft auf Lehrkräfte im regelbetrieb uneingeschränkt zu, da ohne Lehrer kein Unterricht.
          Es sind natürlich auflagen einzuhalten. Betroffene Personen dürfen nur auf einer festgelegten Route zum Betrieb und wieder nach Hause. Selbstverständlich dürfen sie die Fahrten zum Arbeitsplatz und wieder zurück nicht unterbrechen. Während der Arbeit isrtVollschutz zu tragen, um zu verhindern, dass andere infiziert werden.

          • Vollschutz?
            Wozu?
            Arbeitsschutz ist in Schulen doch ausgesetzt, warum sollte man das bei einer Arbeitsquarantäne plötzlich ändern?

  21. Ogden Richards 11. Oktober 2020 um 13:44

    „Es ist kein „albernes Zeug“. Ich empfehle Ihnen, so Sie nicht ohnehin am rechten Rand stehen“

    Hey Richie!
    Unter dem o.g. Beitrag von Ihnen fehlt bedauerlicher Weise die Antwortfunktion.
    Darum AUF DIESEM WEGE LAUT UND DEUTLICH und so formuliert, wie ich es noch nie getan habe und auch nicht wiederholen möchte:

    Haben Sie nichts als Dreck in der Birne?
    Oh weh!
    Noch nicht einmal das?

    Schade, dass erklärt dann ja wohl, warum Sie sich nicht einfach und deutlich in einer Antwort positioniert haben:

    „Pit 10. Oktober 2020 um 21:42

    @Ogden Richards

    „Das semiotische Dreieck ist ein in der Sprachwissenschaft und Semiotik verwendetes Modell. Es soll veranschaulichen, dass ein Zeichenträger (Graphem, Syntagma, Symbol) sich nicht direkt und unmittelbar auf einen außersprachlichen Gegenstand bezieht, sondern dieser Bezug nur mittelbar durch eine Vorstellung/einen Begriff erfolgt. Das semiotische Dreieck publizierten erstmals Charles Kay OGDEN und Ivor Armstrong RICHARDS in dem Werk The Meaning of Meaning (1923).“ (Wikipedia)

    Was ist denn das Meaning Ihrer Botschaft?
    Antwort

    Ogden Richards 11. Oktober 2020 um 09:06

    @ Pit „Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.“ (Fritz Bauer)“

    Schwurbelwurbel ….

    Sie sind ehrenwert und führen Gutes im Schilde – und das tun Sie ja ganz offensichtlich, indem Sie völlig unangebracht persönlich werden und mangels ehrenwerter Ideen 🙁 die „Rechte Keule“ rausholen, …
    Wer so ehrenwert, klug, gebildet, offen und mutig ist wie Sie kann bestimmt auch in eigenen Worten formulieren.
    Wer so ehrenwert ist wie Sie kann sich doch sicher auch einen weniger „aufgeladenen“ Nickname aussuchen …
    Es sei denn Sie spielen gerne Verstecken.
    Dann verstecken Sie sich bitte.
    Wenn Sie das geschafft haben, vergessen Sie einfach wo Sie sich versteckt haben.

    • @ Pit „Haben Sie nichts als Dreck in der Birne?“ Ich fasse das als eine Beleidigung auf und weise Sie darauf hin, dass Sie sich gefälligst gepflegt äußern sollen. Wenn Sie sich mit Ihren Stammtischfreunden treffen, oder bei sich zu Hause sind, dürfen Sie sich äußern, wie es Ihnen beliebt. In der Öffentlichkeit gibt es gewisse Regeln, die auch für Personen wie Sie gelten.

      • @Ogden Richards

        „und weise Sie darauf hin, dass Sie sich gefälligst gepflegt äußern sollen“

        „gefälligst … sollen.“
        „… dürfen Sie sich äußern, wie es Ihnen beliebt.“
        So so.

        Wie man sich selbst ins Knie schießt.

        Sie Schelm, Sie, da haben Sie die Toleranz erfunden!

        Jetzt habe ich 3x geantwortet.
        Das genügt, wir werden keine Stammtischfreunde mehr, auch nicht an getrennten Tischen.

  22. Wie auch immer. Ich persönlich bin darauf gefasst, dass meine Schule geschlossen wird. Dann aber ohne Notbetreuung, ohne Lernpakete, ohne Bring – und Holservice, denn dann sind wir ja in Quarantäne. Dann geht es wirklich nur noch online. Und die Eltern, die uns die mangelnde Digitalisierung vorgeworfen haben, werden die Augen rollen.

  23. @Richard Ogden @Pit

    Dank eurer Auseinandersetzung habe ich mich mit dem Thema „Schulpflicht“ beschäftigt.

    Was ich nicht wusste: neben Schweden und Deutschland sind China und Nordkorea eine der wenigen Länder, in denen es die Schulpflicht, also die Pflicht, Kinder zum Unterricht in ein Schulgebäude zu schicken, gibt.

    Die meisten, auch europäischen, Länder haben eine – staatlich kontrollierte – Unterrichtspflicht. An welchem Ort die Kinder dieser Pflicht nachkommen ist freigestellt. Sie müssen aber wohl an regelmäßigen Tests teilnehmen, wenn ich das richtig verstanden habe.

    In vielen Ländern gibt es auch „Fernschulen“, z.B. in Australien und Canada, die Kinder, die aus religiösen, regionalen oder sonstigen Gründen keine Schule besuchen können oder wollen, online unterrichten.
    Bei uns müssen aber z.B. Kinder, die auf einer Hallig wohnen, in ein Internat!

    Und es stimmt auch, dass die allgemeine Schulpflicht, obgleich schon früher angedacht (dann aber mangels Schulen und Lehrer nicht umgesetzt) erst von den Nazis 1938 eingeführt wurde!

    Irgendwie habe ich das „Recht auf Bildung“ immer mit der „Schulpflicht“ verbunden. Habe das wohl einfach so hingenommen, nicht hinterfragt.

    Ehrlich gesagt würde ich lieber mit den Niederlanden, Italien, Frankreich usw. im selben Boot sitzen als ausgerechnet mit China und Nordkorea!!!

    • @Alla

      Liebe Alla,

      danke für DIESEN Beitrag (und Ihre nachgeordneten beiden Beiträge), denn SO funktioniert eine Diskussion.

      Man knallt nicht nur eine Quelleangabe hin, die nicht verlinkt ist – also für viele Leute gar nicht nachprüfbar.
      Sie stellen die Situation dar, das ist die Grundlage der Diskussion („discussio“ = Untersuchung, Prüfung.
      Danach kann jeder sich in Ruhe seine eigene Meinung (zur Sache“) bilden.
      Diese Meinung kann man gegebenenfalls kundtun.
      Wieder auf eine Weise, die es möglichst vielen an der Sache (!) interessierten Personen ermöglichen, sich an der Diskussion zu beteiligen.
      Dann – nur dann – bringt es in der Sache (!) weiter.

    • @Alla

      Sie haben viel Erhellendes zur Sache beigetragen.
      Hier noch ein „ergänzendes Lichtlein“ in Form einer allen zugänglichen Quelle:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht_(Deutschland)

      Den ersten großen Abschnitt „Geschichte“ habe ich sorgfältig gelesen und soweit ich es nach zweimaligem Lesen und mit Hilfe meiner Geschichtskenntnisse und Geschichtsbücher in meinem privaten Bestand nachprüfen konnte, scheint dieser Artikel recht verlässliche Informationen zu bieten.
      (Ab „Aktuelle Rechtslage“ vermag ich das nicht zu beurteilen, da ich kein Jurist bin.)

      In dem verlinkten Wikipedia-Artikel enthalten und besonders hervorzuheben wäre besonders Folgendes:
      „Seit 1919 schrieb die Weimarer Verfassung die allgemeine Schulpflicht für ganz Deutschland fest,[6] von 1938 bis 1945 galt das Reichsschulpflichtgesetz, das Menschen mit komplexer Behinderung als bildungsunfähig einstufte. Erst 1978 kam die allgemeine Schulpflicht, unabhängig von Art und Intensität der Behinderung.[7]“
      Wohlbemerkt haben die Nazis das „Reichsschulpflichtgesetz“ gebracht – nicht die allgemeine Schulpflicht, so wie sie heute noch besteht.

      Dieser Unterschied ist zwar klein, aber nicht ganz unwichtig, wenn – in welcher Form und diffuser Absicht und auch außerhalb (!) dieses Forums – mit/von/aus „dem rechten Eck“ oder mit Verweis darauf Anschuldigungen oder Scheindiskussionen verbreitet werden.
      (Damit, liebe Alla, sind Sie NICHT gemeint.)

      Ziemlich weit am Anfang findet sich im verlinkten Artikel auch diese Information:
      „Besonders im Südwesten des Reiches war man, unter der Federführung der bedeutenden evangelischen Reichsstadt Straßburg im Elsass, die bis zur Eroberung durch Frankreich (1681) zum Reich gehörte und seit der Zeit des bedeutenden Humanisten Johannes Sturm ein in ganz Europa als vorbildlich gerühmtes Schulwesen besaß, in dieser Frage besonders weit voraus. Unter Straßburger Einfluss führte das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken 1592 als erstes Territorium der Welt die allgemeine Schulpflicht für Mädchen und Knaben ein.[2]“
      Hier zeigt sich aber auch der Vorteil der Idee „Bildungspflicht“: Für alle sozialen Schichten UND auch für Mädchen sollte Bildung möglich werden/sein!

      Auch dem „olle Preußen-Fritze“ wird ja gerne mal die „Einführung der Schulpflicht“ zugeschrieben, was ja (s.o.) so nicht stimmt. Natürlich hatte er nicht nur ehrwürdige Absichten im Zusammenhang mit Schule, denn dort sollten Soldaten „herangezogen“ werden, u.a. damit sie Disziplin lernen und auch ein Mindestmaß an Bildung (Lesen, Schreiben, Rechnen), um für das Militär überhaupt erst tauglich zu werden und strukturiert agieren zu können, denn natürlich ist es für Soldaten ist es hilfreich den eigenen Namen schreiben zu können und in unbekannten Gebieten oder auf Landkarten wenigstens einen Ortsnamen lesen und schreiben zu können. (Damit waren die Mädchen dann definitiv wieder raus …)
      Auch das entspricht natürlich nicht unserem heutigen Bildungsbegriff und Bildungsideal.
      Auch das lässt sich wohl nur schwer mit den Nazis in Verbindung bringen.

      Spätestens jetzt löst sich die Nazi-Keule in heiße Argumentationsluft auf, denn der Begriff „Schulpflicht“ hat sich inhaltlich schon mehrfach gewandelt – wie sollte es bei einem derart langen Zeitraum auch anders sein?

      Weiter unten im verlinkten Artikel:
      „Besonders in der Landbevölkerung stieß die Schulpflicht zunächst auf Widerstand. Die in kleinbäuerlichen Betrieben notwendige Arbeitskraft der Kinder wurde erheblich wichtiger als deren Schulbildung angesehen. So kam es z. B. in der Eifel, nachdem diese 1815 preußisch wurde, in den beiden folgenden Jahrzehnten mehrmals zu heftigen Protesten der Landbevölkerung gegen den Schulbesuch der Kinder.“

      Dieser Umstand (Kinder als unverzichtbare Arbeitskraft) galt im echten Leben noch weit bis ins letzte Jahrhundert hinein:
      Ähnliches ließe sich mit sehr viel Recherche bestimmt auch als sichere weil mit Dokumenten belegte Quelle finden …
      Im eigenen Familienumfeld gibt es eine 89jährige Dame, die hätte sehr gerne die Schulpflicht in ihrem Sinne umgesetzt – aber sie war eines von 7 Kindern von Pachtbauern (und der damals noch recht häufigen frühen Kindersterblichkeit ein Schnippchen geschlagen hat), die in Masuren eine recht armselige Kleinstparzelle bewirtschafteten, und so war halt die Mithilfe als Arbeitskraft der Alltag – Schulbesuch war selten. Zusammengerechnet käme sie auf etwa 2,5 Jahre Schulbesuch. Da bleibt nicht viel hängen, das wirkt sich natürlich auf den gesamten Lebensweg aus.
      Ja, schade. Kein Einzelfall.
      (Da sehe ich einen Schwachpunkt der BILDUNGSpflicht, aber auch das ist differenziert zu betrachten: In mitteleuropäischen Orten mit guter Infrastruktur sind die Prüfungen für die SuS wahrscheinlich gut nachzuhalten – aber auch heute noch gibt es Gebiete, die sind so „ländlich“ – man sollte es mal gesehen haben, um es glauben zu können. Da können Kinder leicht durch die Maschen rutschen, heute wie „damals“. Irgendwo im Nirgendwo könnten dann durchaus Kinder leben, die nirgendwo registriert wären – also offiziell gar nicht existieren würden! So etwas ist natürlich auch jetzt schon denkbar, es geschieht auch durchaus – jedoch ist es unter jetzigen Bedingungen schwieriger ein Kind und dessen Existenz zu „verheimlichen“.)
      Der Gatte der 89jährigen Dame lebte als Einzelkind in einer größeren Stadt und besuchte die Realschule (ein auf Grund der Noten wahrscheinliches Abitur war auch ihm versagt – dafür hatten wirklich die Nazis mit ihrem Sch…krieg gesorgt) , aber sogar seine 1899 geborene Mutter war des flüssigen Lesens mächtig – wobei „flüssiges Lesen“ noch nicht viel heißt. Aber diese Frau hat tatsächlich in weiten Teilen verstanden, was sie gelesen hat.
      Welch ein Unterschied, der ist mir sogar als sehr kleinem Kind nicht verborgen geblieben.

      Schulpflicht – so wie wir sie heute verstehen und so wie sie VOR Beginn der Pandemie selten für ernsthafte Probleme gesorgt hat – hat durchaus auch positive Seiten.

      Leider hat sich die Lage seitdem geändert.
      Das eigentliche Problem sehe ich persönlich nicht darin, dass es eine Schulpflicht gibt sondern vielmehr darin, wie derzeit seitens der politischen Entscheidungsträger damit umgegangen wird.
      Ein bestehendes Verfahren müsste ja nicht gleich komplett gekippt werden – ein an die derzeitige Situation angepasstes Verfahren in Form einer Bildungspflicht wäre sicherlich eine gute Idee.
      Danach zurück zum „alten Trott“ wäre ebenso sicher KEINE gute Idee.
      Dann müsste neu nachgedacht werden. Es müssten vor allem die „Betroffenen“ (= LuL, SuS, Eltern, …) vor Ort gehört – und selbstverständlich ernst genommen – werden, denn diese Personen sind die Experten vor Ort.
      Genau das geschieht seit Monaten nicht.
      Das ist – in meinen Augen – ein erheblicher Teil der derzeitigen Problemlage.

      • Lieber Pit,

        Auch ich habe den heutigen Tag (es sind ja Ferien) genutzt, um mich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Und dabei bin ich auch über viele der Dinge „gestolpert“, die Sie erwähnen.
        Und, ja, so eine Schulpräsenzpflicht hat auch ganz viele Vorteile, die Sie schon so gut aufgezählt haben.
        Auch in den Ländern, die diese Präsenzpflicht nicht haben, müssen die Kinder meist in einer Schule angemeldet sein, die die Vermittlung des Unterrichtstoffs überprüft und auch unterstützend tätig werden kann. Und es scheint auch nur ein kleiner Prozentsatz der Eltern das Angebot des Homeschooling, wie es jetzt so schön neudeutsch heißt, wahrzunehmen.
        Schule in Anwesenheit ist in vielerlei Hinsicht wohl ein Erfolgsmodell!

        Richtig schlecht wird mir, wenn ich in die USA sehe. Ein bunter Mix aus staatlichen, privaten und religiösen Schulen und dazu noch etwa 2,1 Millionen Kinder, die zu Hause oder in Kleinstgruppen unterrichtet werden. Staatliche Aufsicht oft Fehlanzeige. Alles unter dem Deckmäntelchen der „Freiheit“.
        Wohl eher ein Billig- System! Gerade stark religiös gefärbter Unterricht erscheint mir extrem problematisch! Kreationismus, Homophobie, alles kann, alles darf in „the land of the free“ .

        Trotzdem sollten wir uns auf den Weg machen, etwas mehr Spielraum zuzulassen.
        Ein guter, allgemein nutzbarer Fernunterricht, der nicht nebenbei und oft mehr schlecht als recht von Präsenzlehrern mit mangelhafter privater Ausstattung und noch mangelhafteren Kenntnissen zur Nutzung der digitalen Möglichkeiten durchgeführt wird, könnte auch nach der Pandemie für chronisch kranke Kinder, kleine Krebspatienten, Unfallopfer bis zur Rekonvaleszenz und “ besondere“ Kinder eine Möglichkeit sein, sich zu Hause zu erholen und nicht wegen der Beschulung in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen leben zu müssen.
        Und auch nicht jeder Homeunterricht ist schlecht, es muss nur engmaschig überwacht werden.
        Eine vernünftige Infrastruktur aufzubauen kann doch nicht so schwer sein. Es gibt ja schon, auch in Deutschland, Fernschule, in denen man seinen Realschulabschluss oder sein Abi nachholen kann. Da könnte man sich doch Tipps holen.
        Oder einfach mal über den Gartenzaun gucken, auch wenn wir ja das “ Land der Dichter und Denker“ sind.

  24. Ach ja, und ins Schweden sind fast alle Klassenräume mit Luftfiltern ausgestattet!
    Dann wundert es mich nicht, dass Sie lässiger mit den Schulöffnungen umgehen !!!

  25. In beiden Schulen meiner Kinder gab es Infektionen mit SARS-CoV-2 und Ansteckungen von SUS zweimal in der einen Schule.

    Seit den Schulöffungen ohne Infektionsschutz steigen die Zahlen der Corona-Infizierten in Deutschland. Da bestenfalls die „Kohorten“ getestet werden, es aber zu zahlreichen Begegungen jenseits der „Kohorten“ kommt (Gänge, Höfe, Aulen, Bus und Bahn), wird das Virus sich optimal weiterverbreiten.

    Ich kann diese kurzsichtige Politik nicht nachvollziehen.

  26. „Auch außerhalb der Schule sollten keine Kohorten-übergreifenden Kontakte stattfinden“

    hält sich sowieso keiner daran, da die besten Freunde nicht immer in der selben Klasse/Kohorte sind.

  27. @AvL
    „Auch wir sind nicht Schuld am derzeitgen Zustand steigender Infektionszahlen.
    Es sind jene, die sich in ihrer Freizeit unverantwortlich verhalten und einen derzeit risikoreichen Kontaktaustausch aufrechterhalten.“

    Doch,
    diejenigen, die ständig darauf verweisen, dass alles doch ganz harmlos sei,
    dass Schulen nicht geschlossen werden dürfen,
    dass Unterricht ohne weitere Einschränkungen oder Vorkehrungen zu erfolgen habe,

    diejenigen, die ausblenden, dass die Busse mehr als überfüllt sind,
    das Schulen schon vor der Pandemie nicht angemessen ausgestattet waren,
    dass Kinder und Jugendliche unerkannt infiziert sein und das Virus weitergeben können,

    diejenigen, die Testungen bei Kindern gar nicht für notwendig halten,
    sodass diese in die Schulen und auch sonst überall hin gehen,
    schließlich ist ja alles nicht so schlimm, sagen Ärzte.

    Wenn alles so harmlos ist, weil SIE unbedingt nur die auf der ITS hospitalisierten zählen wollen, kann man ohne Sorgen Partys besuchen und vieles andere unternehmen, bei dem sich Kontakte nicht vermeiden lassen.
    Wozu auch, ist doch nicht so schlimm … sagen „die Ärzte“.

    Das ist für einen Arzt ein unverantwortliches Verhalten, das durchaus dazu führt, dass andere Menschen dem Glauben schenken und jegliche Vorsichtsmaßnahme unverhältnismäßig finden, sie unterlassen oder gar dagegen vorgehen.

    • Sind eine Grippeinfektion oder eine infektiöse Mononukleose für sie harmlos ?
      Für mich sind diese Krankheiten nicht harmlos.
      Es hängt immer davon ab, zu welcher Risikogruppe man gehört, und danach entscheidet sich ob das hoch ist schwer zu erkranken oder eben nicht zu nicht erkranken.
      Zu Statistiken verweise ich auf die Angaben des RKI.Die sind maßgeblich.

  28. Ich habe mal eine Frage an die Lehrerschaft der Grundschule… wie geht ihr mit dem Unterricht und dem Stoff des neuen Jahrgangs nach dem Lockdown um? Ein Beispiel, um zu verdeutlichen was ich meine. Die Kinder haben nunmehr seit 6 Monaten kein Diktat mehr geschrieben. Jetzt wird eins nach dem Klassenniveau aktuelles Schuljahr geschrieben, ohne grossartige Vorbereitung ausser die Lernwörter. Die Kinder sind überrascht… der Klassenschnitt jenseits von gut und Böse. Ist das normales Vorgehen? Macht man da einfach weiter, als wenn es den Lockdown nicht gegeben hätte? Ich frag nur, weil ich momentan nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

    • Du solltest doch mittlerweile zum Regelbetrieb übergegangen sein. Und da kommst Du mit solchen detailverliebten Fragen?
      Im übrigen wie kommst Du auf die Idee ein Diktat schreiben zu wollen? In dern stoß- bzw dauergelüfteten Gefrierlagern aks Klassenräumen, wird das Tragen von Winterklamotten inklusive Ohrschützern empfohlen. Wie sollen denn die SuS mit Ohrwärmern deinem diktat folgen können, wenn Du ihnen nicht den Text vortanzt?
      Alternativ kannst Du ja den Diktattext als Folie auf den OHP legen – oder bist Du schon digital und hast Beamer und Dokumentenkamera im Einsatz?

      Wie die Frage schon zeigt, bei der vorliegenden tradierten geisteshaltung wird sich an Schule nie etwas ändern:=)

    • @Mauerblümchen

      Hallo Mauerblümchen,
      ich kann da leider nicht weiterhelfen, weil ich in der Sekundarstufe I tätig bin. Heißt also „Ich kenne nicht die Lösung – aber ich mag Ihr Problem.“ 😉
      In der Tat habe ich mir darüber schon im Sommer so heimlich, still und leise meine Gedanken gemacht. Schließlich schleppen die SuS alles an die weiterführenden Schulen mit … Das was nicht gelernt/nicht ausreichend gefestigt wurde ebenso wie all die tollen Ergebnisse – und die gibt es auch! (Obwohl die tollen Ergebnisse im Laufe der letzten 20 Jahre wirklich weniger wurden, aber das mag auch mit dem Schulstandort und möglichen Strukturwandeln, finanziellen Mitteln, Personal, Ausstattung, … eben dem üblichen Gedöns zu tun haben.)

      Was mir an der weiterführenden Schule auffällt (ich habe da eben auch die meisten Kollegen, und wenn viele an anderen Schulstandorten ähnliche Erfahrungen machen, liege ich wohl leider nicht so ganz falsch 🙁 ) ist Folgendes:
      Bei – leider – immer mehr SuS zündet die Rakete der intrinsischen Motivation sehr spät (Ja, Klasse 10 ist spät!), bei manchen gar nicht.
      Andere wiederum überraschen mit einem Kickstart nach der Erprobungsstufe, also ab Klasse 7. Da freut man sich natürlich wie Bolle, obwohl einem klar ist, dass es schon so irrsinnig viel aufzuholen gibt neben dem neu hinzukommenden Lernstoff. Und im Nacken hat man immer die Rechenaufgabe, wie viele sorgen jetzt mal wieder für diese (im Grunde unnötige) Zwangs-Differenzierung mit allem was noch dranhängt und wie lange halten wir das aus?
      Davon habe ich mich gedanklich vor einigen Jahren verabschiedet. Ich muss ohnehin mit all dem arbeiten, was mir vor die Nase gesetzt wird. Egal, ob es die Sachausstattung, personelle Veränderungen (SuS, LuL, SL, das Schulgebäude oder sonst was) betrifft.
      Aber ich bin nicht nur Lehrkraft, ich bin – Überraschung! – auch ein Mensch und habe auch nocht ein Privatleben (bitte jetzt: Aufschrei von allen, die das total unverschämt finden) – und mit dieser Erkenntnis hoffe ich noch einige Jahre durchzuhalten, weil ich ebenso hoffe: Es gibt ein Leben 😉 nach der Schule …
      So ist und bleibt es jetzt eben auch, aber was meine berufliche Tätigkeit anbelangt, lasse ich mich nicht kirre machen. Schließlich hat man Erfahrung. Und wir haben die ja auch aus der eigenen Perspektive: Vieles wurde vor Jahrzehnten anders vermittelt – mit weniger „Gedöns“ und wir haben es trotzdem gelernt und beherrschen das Gelernte immer noch, können es sogar anwenden … Moment! Sagte ich „trotzdem“? 😉

      Bitte zerbrechen Sie sich da jetzt nicht den Kopf, dass hilft den SuS nicht – und Ihnen schon mal gar nicht.
      Ohne eine gewisse Reduktion in Form von vernünftigen Schwerpunkten wird es nicht gehen.
      Wenn z. B. in einer Fremdsprache (da fällt es uns Erwachsenen eher auf als in der Muttersprache) z.B. ein bestimmtes Tempus besonders oft im wahren Leben gebraucht wird, dann würde ich damit besonders sorgsam umgehen. (Ja, ich weiß, dass man bei den Fremdsprachen an das Lehrwerk und die Reihenfolge der Kapitel/Units/Lektionen gebunden ist.).
      Bei Ihrer Frage geht die Richtung wohl so ungefähr nach Grundregeln der Rechtschreibung und Grammatik?
      Da gibt es in der Sek. I (auch bei Deutsch = Muttersprache) immer noch genug Probleme, ich persönlich bin das gewohnt. Jede Klasse ist anders, die Schwankungen sind erheblich.

      Tun Sie einfach Ihr Bestes.
      Weiterhin.
      Ihre Frage zeigt nämlich, dass Sie das ohnehin schon tun, weil das Ihre Grundhaltung sein wird.
      Also Ruhe bewahren.
      Einen Minimal-Plan entwickeln, denn der wird der Gegenpol sein zu dem was Sie bisher in Ihren Unterricht leisten konnten. Der „alte“ Regelrahmen war bestimmt auch schon anstrengend, aber der ist ab jetzt das obere Ende der Fahnenstange. Das wahre Leben wird sich tagesaktuell irgendwo (!) dazwischen abspielen, und da ist sie dann: Die pädagogische Freiheit …

      … Was freue ich mich schon auf die Aufschreie von berufsfremden Lehramtsspezialisten! 😉

      Und an holprige Übergänge von „weiß nicht wo“ nach „weiß nicht wohin“ werden sich alle am Schulleben beteiligten hoffentlich nie richtig gewöhnen, also in Zukunft auch nicht mehr das Deckmäntelchen des Schweigens darüber breiten – obwohl das Mäntelchen viele Nummern zu klein geworden ist, weil seit Jahren/Jahrzehnten die Probleme immer größer gefüttert wurden durch Nichtstun derer, die die Rahmenbedingungen setzen – aber auch durch alle anderen, die das Spiel mitgespielt haben. Das nimmt uns Lehrkräfte leider nicht aus. Öffentlichkeit bekommt es aber nur dort, wo wir (!) es nicht mehr verheimlichen wollen, nicht mehr verheimlichen werden vor z. B. Eltern.

      Wenn man jetzt nicht mehr nach den alten Regeln „funktioniert“, ist das nur logisch.
      Das alte Spiel „Regelunterricht“ ist ja auch ausgesetzt, es merken wohl doch immer mehr Leute.
      Und wenn der sprichwörtliche Groschen langsam fällt … fällt er ja schließlich doch!

      Ihnen, liebes Mauerblümchen, weiterhin viel Erfolg und gute Nerven!

    • @Mauerblümchen:
      Disclaimer: Ich bin keine Grundschullehrkraft und werde daher versuchen die Frage aus einer etwas allgemeiner gehaltenen Perspektive zu beantworten:

      1. „Jetzt wird eins (= ein Diktat, meine Ergänzung) nach dem Klassenniveau aktuelles Schuljahr geschrieben“: Das kann schlicht daran liegen, dass der Lehrplan/ die Vorgaben nach dem Lockdown durch das Kultusministerium nicht angepasst wurden und die Lehrkraft sich daran zu halten hat (ob die Lehrkraft das persönlich für pädagogisch sinnvoll hält oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle; sie handelt weisungsgebunden).

      2. „ohne grossartige Vorbereitung ausser die Lernwörter“: Mehrere Möglichkeiten:

      a) die Lehrkraft konnte nicht mehr Zeit in die Vorbereitung investieren, da der Lehrplan unverändert gilt und weitere Themen abgearbeitet werden sollen (ob die Lehrkraft das sinnvoll findet… – siehe oben).

      b) die Lehrkraft wollte erst einmal sehen, wo die Schülerinnen und Schüler nach dem Lockdown eigentlich stehen (da hätte sich dann ein Test angeboten statt einer Klassenarbeit, die dieses Diktat vermutlich ja war).

      c) die Lehrkraft sah sich gezwungen, den Schülerinnen und Schülern das vom Lehrplan verlangte Niveau zu verdeutlichen (wir erinnern uns: der Lehrplan IST verbindlich – aber auch für diesen Zweck hätte sich ein Test statt einer Klassenarbeit angeboten).
      .
      d) der Lehrkraft fehlte ein hinreichendes Gespür für die Folgen des Lockdowns und sie hat diese schlicht unterschätzt (immerhin sind die Schulen seit 70 Jahren nicht mehr längere Zeit dicht gewesen – mit den Folgen einer solchen Schulschließung hat die heutige Lehrergeneration bisher ungefähr genau so viel praktische Erfahrung gesammelt wie mit Distanzunterricht).

      3. Insgesamt mag auch der Hinweis hilfreich sein, dass es nach dem Lockdown genau so viele Lehrkräfte gibt wie vorher – folglich sind es auch nur genau so viele Lehrerstunden und Arbeitskraft wie bisher: Es gibt keine zusätzlichen Ressourcen im System – derartige Ressourcen wären im Wesentlichen auch nur durch Verlagerung (z.B. Förderunterricht statt AGs) oder Mehrarbeit beschaffbar.

      Vorgeschlagenes Vorgehen:
      – Es wäre vermutlich wenig zielführend, sofort einen unbarmherzigen Konflikt loszubrechen, wegen der offensichtlichen Gefahr einer Verhärtung der Fronten, vor allem wenn sich die Lehrkraft in einer unverschuldeten Zwickmühle zwischen gültigen Vorgaben und pädagogischem Menschenverstand befindet.
      – Stattdessen erschiene es mir sinnvoll, dass sich erst einmal die Elternvertreterin/ der Elternvertreter an die Lehrkraft wendet, ruhig (und höflich) nachfragt und sich das Ganze aus der Sicht der Lehrkraft erklären lässt.
      – Anschließend sieht man ja, wie die Lehrkraft weiter mit der Situation umgeht – besonders wenn sie von den Folgen des Lockdowns überrascht wurde, wird sie als Nächstes versuchen gegenzusteuern -, ansonsten sind weitere Maßnahmen erforderlich.

    • Ich kann dir nur in Teilen weiterhelfen, weil in meinem Bundesland das Schreiben von „Texten nach Ansage“ sehr dezimiert wurde.
      Das Kind geht also in einem anderen Bundesland zur Schule.

      Bei uns gab es seitens des Landes die Verpflichtung, innerhalb der ersten 4-6 Wochen den Lernstand der SchülerInnen zu erheben. Dazu könnte in deinem BL ein Diktat gehören. Wir haben eine andere Form gewählt, um die Rechtschreibfähigkeiten der Kinder zu testen.
      Ähnliches gilt für alle anderen Fächer und Teilbereiche.
      Man versucht also möglichst schnell zu ermitteln, auf welchem Stand die Kinder sind.

      Zusätzlich gab es auch eine klare Aussage, dass VIELE weitere Inhalte zu unterrichten sind (Regeln, Vorgehensweisen, Umgang mit Digitalem, aber weiterhin ALLE Klassenarbeiten geschrieben werden müssen.
      Entsprechend knapp ist die Zeit, weil man alles schaffen soll.

      Tatsächlich habe ich ansonsten den Eindruck, dass meine SchülerInnen nicht sehr viele Inhalte verpasst haben. Sie hatten Aufgaben von Ostern- Sommerferien und auch noch Unterricht, haben zu Hause fast alle fleißig geübt und in den letzten Wochen vor den Sommerferien wichtige Methoden im Präsenzunterricht eingeübt, die man jetzt wieder aufgreifen kann.
      Ein bisschen schwieriger ist ggf., wieder für längere Zeit im Unterricht mitzuarbeiten, aber das ist häufig nach den Sommerferien problematisch und oft nach 1-3 Wochen wieder besser.

  29. Danke für die Rückmeldungen.
    Der Elternbeirat hat bereits mit der Lehrerin gesprochen. Sie rechtfertigt sich, sie hat den Kindern vor dem Diktat alles erklärt. Ok, das sind 9 jährige, ob das mit erklären reicht ist fraglich. Die Lernwörter wurden geübt. Das Diktat zu wiederholen, steht für sie nicht zur Debatte.
    Die Kinder sind stellenweise 3 bis 4 Noten zum Vorjahr gefallen. Der Schnitt des Diktats war bei 4.0!
    Ihrer Meinung sind noch 7 Arbeiten in Deutsch zu schreiben, das kann man ausgleichen. Ich frag mich nur, was passiert, wenn man keine 7 Arbeiten hat?
    Und ja, es werden alle üblichen Arbeiten geschrieben… auch bei minus 10 Grad und geöffneten Fenster.
    Wir Eltern haben wirklich für viel Verständnis… auch das das Niveau gehalten werden muss. Auch das wir daheim noch viel mit und nacharbeiten müssen. Das war aber ein Kopfschuss zu Lasten der Kinder. Man hat sich wenig Gedanken gemacht wie man den Lehrplan nach einer Lücke umsetzt.

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