Schulleiter bewerten Digitalisierung mit einer Vier – Schulministerin freut das

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KÖLN. Bei der Digitalisierung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen besteht nach einer Umfrage des Westdeutschen Rundfunks (WDR) noch erheblicher Verbesserungsbedarf. Insgesamt bewerteten die Schulleiterinnen und Schulleiter die durch die Corona-Krise noch einmal deutlich wichtiger gewordene digitale Ausstattung ihrer Schulen lediglich mit der Schulnote 3,8, fasste der WDR das Ergebnis einer aktuellen Umfrage zusammen. Das entspreche einem «ausreichend». Die Schulministerin zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden – in Anbetracht der Umstände.

„Wahre Aufholjagd“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: MSB/ Susanne Klömpges

Um die Digitalisierung ihrer Schule voranzubringen, wünschen sich die befragten Schulleiter vor allem deutlich mehr Endgeräte für die Schüler und Lehrer, eine bessere Infrastruktur, mehr Weiterbildungsangebote sowie generell mehr Unterstützung durch die Politik. Beklagt wurde unter anderem, dass die Lehrer die verwendeten Computer oft in ihrer Freizeit warten müssten. Besonders schlecht bewerteten die Lehrkräfte die Lage an den Grund- und Hauptschulen.

Deutliche regionale Unterschiede bei der digitalen Ausstattung der Schulen

Doch gab es deutliche regionale Unterschiede in der Bewertung der Situation. So erhielten die Kreise Coesfeld (2,6) und Herford (2,8) in der Bewertung nach Schulnoten ein «befriedigend», die Kreise Bochum (5,0) und Mülheim an der Ruhr (5,2) dagegen nur die Note «mangelhaft». Zum Unterricht während der Pandemie wurden im Auftrag des WDR auch Schülerinnen und Schüler befragt. Sie kritisieren unter anderem die mangelnde Nachbereitung der gestellten Aufgaben beim Online-Unterricht.

«Wenn wir bei der Notenvergabe bleiben möchten, dann muss man sagen, wir haben von Rotgrün bei der Digitalisierung der Schulen eine fünf minus übernommen», erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). 2017 hatte die amtierende Koalition aus CDU und FDP die Regierung übernommen. Seitdem betreibe NRW eine «wahre Aufholjagd». «Die gelingt an der einen Stelle sehr gut und an der anderen weniger», sagte Gebauer am Dienstagmorgen in der WDR 5-Sendung «Morgenecho».

Mittlerweile sind 6 von 10 Schulen an schnelles Internet angeschlossen

Sie glaube schon, dass es noch schneller gehen könne. Allerdings müsse man auch immer schauen, was alles umgesetzt werden müsse. «Es geht um die Infrastrutur, die an vielen Schulen schlicht und ergreifend noch fehlt.» Als Beispiele nannte die Ministerin Breitbandanschluss oder WLAN-Versorgung. Es gehe aber auch um Handhabung, sprich Aus- und Fortbildung. Alles müsse parallel laufen.

Gebauer sieht die Landesregierung auf einem guten Weg. 2017 seien nur 13 Prozent aller Schulen an ein leistungsfähiges Netz angeschlossen gewesen. «Ende des Jahres liegen wir bei 60 Prozent, dann kann man schon erkennen, wie viel die Landesregieung hier in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat», sagte sie in dem Interview. News4teachers / mit Material der dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Da hat sie recht. Rot-grün hat in der Schulpolitik komplett versagt. Es wäre bloß schön, wenn Frau Gebauer nicht nur bei der Digitalisierung, sondern auch bei Schulgebäuden, Leitungsstellen, unterqualifizierten Quereinsteigern und verfassungswidrigen Besoldung nachbessern würde.

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