Muslimischer Schüler droht Lehrerin mit Enthauptung – Schulpsychologen eingeschaltet

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BERLIN. Ein elfjähriger muslimischer Schüler hat einer Lehrerin in Berlin mit Gewalt und Enthauptung gedroht. Er soll damit am Dienstag auf angekündigte Sanktionen bei einem Nicht-Erscheinen seiner Eltern zu den üblichen Gesprächen in der Schule reagiert haben: «Wenn das passiert, weil meine Eltern nicht gekommen sind, dann mache ich mit dir das Gleiche wie der Junge mit dem Lehrer in Paris.» Das berichtete der «Tagesspiegel».

Was tun mit Kindern, die sich extremistisch und gewalttätig äußern? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Die Senatsschulverwaltung bestätigte den Vorfall in Berlin-Spandau und erklärte, die Schulaufsicht und das Jugendamt seien eingeschaltet worden. Mit dem Jungen würden Schulpsychologen sprechen. Der Schüler bezog sich mit seiner Drohung auf den Mord an dem Lehrer Samuel Paty, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte und von einem 18-jährigen Tschetschenen enthauptet wurde.

Der Schüler habe sich bei der Lehrerin entschuldigt, sagte Karina Jehniche, Leiterin der Christian Morgenstern Grundschule, an der sich der Vorfall ereignete, in der rbb-«Abendschau». «Dennoch hat er diese Aussage gemacht», so Jehniche. «Ich möchte wissen, warum kommt ein Kind zu dieser Aussage?» Es handelt sich nach Einschätzung der Schulleiterin um einen Einzelfall.

Der elfjährige Schüler war schon unmittelbar nach der Schweigeminute aufgefallen

Laut einem Sozialpädagogen in der Schule war der Elfjährige schon eine Woche zuvor aufgefallen. «Ich war dabei, als der Junge direkt nach der Schweigeminute für Samuel Paty erklärte, man dürfe jemanden töten, der den Propheten beleidigt habe, das sei in Ordnung», zitierte der «Tagesspiegel». Zu dem Zeitpunkt war zufällig auch ein von der Schule eingeladenes «Meet2respect»-Team aus einem Imam und einem Rabbiner in der Nähe und sprach anschließend mit dem Jungen.

Ein Sprecher der Schulverwaltung sagte, es gebe leider immer wieder solche Fälle von religiösen und extremistischen Problemen, daher seien schon vor vielen Jahren zahlreiche Maßnahmen, Projekte und Fortbildungen für Schüler und Lehrer eingeleitet worden. Die gemeinsamen Besuche eines Imams und eines Rabbiners gehörten dazu. dpa

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24 KOMMENTARE

  1. Ich hoffe ja nur, dass diese Schweigeminute auch für die Opfer von Nizza und Wien abgehalten werden. Es wäre ja schlimm wenn ein Lehrer mehr wert wäre als eine französische Rentnerin oder eine deutsche Studentin in Wien. Aber ich vermute so wird es sein, dass sich die Lehrerschaft für etwas Besseres hält. So eine Einstellung macht jeden Unterricht mit dem Thema Gleichheit nur noch lächerlich. Die Schüler spüren diese Einstellung und werden sich im späteren Leben daran erinnern.

    • Was für ein Quark. Wenn Schulen für jedes Verbrechen auf der Welt eine Schweigeminute abhalten müssten, kämen sie aus dem Schweigen gar nicht mehr heraus. Es ging nun um den Schulbezug, um die Freiheit der Lehre…

      Kurz nach dem Massaker von Hanau im vergangenen Jahr feierte man in Deutschland übrigens Karneval wie in jedem Jahr, wenn ich mich recht entsinne. So viel zur öffentlichen Anteilnahme…

  2. Ich weiss ja nicht, was der Schulpsychologe da verloren hat. Bei so einer Drohung würde bei jedem deutschen Schüler die Polizei kommen und der Schüler bekäme Schulverbot. Warum ist das bei diesen Schülern anders? Es wundert ja keinen normalen Menschen mehr, dass diese Gruppen über die Stränge schlagen. Es werden ihnen ja keine Grenzen von den Lehrern aufgezeigt, wenn sich jemand beklagt wird er egal ob Schüler oder Eltern sofort und überall als rechts hingestellt. Jetzt werden die Früchte geernet von der extremen Willkommenskultur mit grossen Begrüssungsfeiern und Teddybären für die Flüchtlinge. Übrigens wurden diese Events in unserer Gegend hauptsächlich von Lehrern organisiert. Wenn meine Tochter im Sommer mit einem kurzen Kleid in die Schule oder in die Stadt geht wird sie von diesem Klientel dafür beschimpft und von den Lehrern ist auch keine Hilfe zu erwarten, die stehen alle geschlossen hinter ihren Schützlingen und wundern sich, wenn der Schuss dann nach hinten los geht.

    • Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass ein muslimischer Schüler kein deutscher sein kann – es gibt vier Millionen Muslime in Deutschland, die Hälfte davon sind Deutsche. Ein Moslem muss übrigens auch kein Flüchtling sein.

      Ich weiß auch nicht, wie Sie darauf kommen, dass mit „deutschen“ Schülern anders verfahren würde – Sie haben sicher ein Beispiel, oder ist das herbeifantasiert?

      Der VBE hat unlängst eine Studie veröffentlicht, in der immer mehr Gewalt gegen Lehrkräfte (einschließlich Drohungen und Beleidigungen) konstatiert wird – in keiner Zeile ist davon die Rede, dass muslimische Schüler die Täter wären. Andersherum: Die Jugendgewalt in Deutschland war alles in allem noch nie so niedrig wie heutzutage – trotz der Muslime? Wegen der Muslime? Oder spielt die Religion schlicht keine Rolle?

      Erstaunlich, wie schnell sich der banale Fremdenhass selbst in einem Bildungsforum entlädt. Dafür ist offenbar jeder vermeintliche Anlass recht.

      • Genauso wie ich beschrieben habe, bei der kleinsten Kritik wird man sofort als fremdenfeindlich hingestellt.
        In dem Fall ist ja alles in bester Ordnung und die Integration an den Schulen läuft bestens.
        Am besten werden an den Schulen jetzt noch die kurzen Röcke verboten und Kopftücher eingeführt (Ist nicht ganz ernst gemeint, aber wir sind auf dem Besten Wege dorthin)

        • Es geht nicht um Kritik, die ist jederzeit erlaubt – es geht um Behauptungen ohne Gehalt und pauschale Zuschreibungen. Kann man kurz auch Hetze nennen.

          • Aber von Ihnen meist asymmetrisch. Negatives Verhalten von Muslimen wird relativiert, Kritik an dem negativen Verhalten von Einheimischen pauschalisiert.

            Mit ihrer Aussage, dass es deutsche Muslime gibt, haben Sie übrigens recht. Ob sie sich auch privat als Deutsche bezeichnen würden, ist eine viel wichtigere Frage. Sie wissen im Übrigen ganz genau, dass Stefan mit „Deutsche“ nicht nur den Pass, sondern auch die westeuropäische Erziehung meinte. Bei dem Jugendlichen wage ich das mal zu bezweifeln.

          • Es geht hier um das – durchaus kritikwürdige – Verhalten eines elfjährigen Kindes, nicht um „negatives Verhalten von Muslimen“. Womit wir schon wieder bei den Pauschalisierungen wären.

            Wie kommen Sie zudem dazu, Deutschen mit muslimischem Glauben ihr Bekenntnis zum Deutschsein abzusprechen? Was müssen die tun, um von Leuten wie Ihnen als „echte“ Deutsche akzeptiert zu werden – abends vorm Schlafengehen die Nationalhymne singen und sich beim Schützenfest besinnungslos saufen? Hier zeigt sich doch schon der Alltagsrassismus par excellence: Wer nicht Ihrer Vorstellung von einem Deutschen entspricht, der ist auch keiner.

            Legen Sie diesen Maßstab eigentlich auch an Ostdeutsche an? Oder geht’s bei Ihnen – wie bei Schäferhunden – allein um die biologische Abstammung? Wie weit muss die denn nachverfolgbar sein, um als „reinrassig“ zu gelten? Reicht ein alter Ariernachweis?

          • Woher wollen Sie denn wissen, wozu ich schweige? Ich habe einen erkennbar migrantenfeindlichen Post hier kritisiert – und keinen Aufsatz über Radikalismus im Allgemeinen geschrieben.

            Natürlich gibt es radikale Muslime. Und? Davon tummelt sich aber keiner in diesem Forum. Es gibt auch rechtsradikale und rassistische Deutschstämmige – ob sich davon keiner hier tummelt, da bin ich mir nicht so sicher.

          • Woher wissen Sie, dass hier keine radikalen Muslime mitlesen, aber rechtsradikale und rassistische Deutschstämmige schon? Woher wissen Sie, dass radikale Muslime in Deutschland keine rassistischen Ansichten über deutschstämmige Menschen haben?

          • BZ-Berlin – Springer-Presse. Gibt’s noch schmierigere Quellen?

            Es geht aber gar nicht darum, Probleme mit manchen muslimischen Familien zu leugnen. Natürlich gibt es die, auch in Schulen. Es ist aber eine Frage, ob ich die Probleme wirklich lösen will oder ob’s nur ums Hetzen gegen Minderheiten geht – um ein politisches Süppchen daraus zu kochen (AfD). Oder (im Fall Springer): um Geld damit zu verdienen.

            Beispiel „Parallelwelten“ – diejenigen, die sich am lautesten über eine angebliche muslimische Parallelwelt beschweren, leben selbst in einer. Deutschland ist voll von Parallelwelten: rechten, linken, ostdeutschen, russlanddeutschen, katholischen … Die ganze Welt ist voll von „Parallelwelten“ – vom Japanviertel in Düsseldorf, über die Chinatown in New York bis hin zur deutschen Community auf Mallorca.

            Ja und? Wo ist das Problem? Es ist menschlich, wenn sich Menschen mit ähnlichem kulturellen Hintergrund zusammenschließen. Aber bei Muslimen wird das dann sofort mit Clans und Kriminalität in Verbindung gebracht – und wer sich abends mit muslimischen Freunden trifft, kann natürlich kein echter Deutscher sein.

            Auch hier wieder: Alltagsrassismus par excellence.

  3. Bei der gemachten Äußerung des Kindes handelt es sich, unabhängig von Religion oder Herkunft, um eine Morddrohung, für die die Eltern zu belangen sind, da das Kind noch nicht strafmündig ist. Als Lehrkraft würde ich eine Anzeige machen. Der Schulpsychologe macht den Täter hoffentlich nicht zum Opfer. In einem anderen Artikel haben die Eltern übrigens der Schule die Verantwortung für die vom Kind gemachte Äußerung zugeschoben. (Wenn man diesem Artikel Vertrauen schenken kann.) Pervers….

  4. Ein Schulpsychologe hat bei einer Morddrohung nichts verloren. Das ist ein Fall für den Staatsanwalt und ich gehe von einem Schulausschluss aus. Alles andere wäre der bedrohten Lehrkraft gegenüber nicht zu verantworten.

  5. Sehr guter – kompetenter – Kommentar eines Kollegen auf Facebook:

    „Bei einem elfjährigen Kind muss man aber auch stark differenzieren zwischen Provokation und realer Radikalisierung. Da muss man sich mit dem Kind beschäftigen, aber gleich wieder Islam- und Migrantenbashing betreiben, ist völlig überzogen …

    Ich kenne auch Kinder ohne irgendwelche besonderen Hintergründe was Herkunftsland oder Religion angeht, die mit Morddrohungen und Brutalität provozieren wollen. Meist eher ein Hilfeschrei als ein wirkliches Gewaltpotenzial …“

    • Man kann „kompetent“ auch ersetzen durch „relativierend“ oder „meinem Weltbild entsprechend“, wobei ich mit „meinem“ natürlich Bernds Weltbild meine. Nur übersieht der kommentierende Mensch, dass der Junge bereits in der Vorwoche bereits in dieselbe Richtung auffällig geworden ist und es laut Schulverwaltung leider immer wieder solche Fälle gebe.

      Würde der Kommentierende auch so relativierend schreiben, wenn der elfjährige Junge mit «Ich war dabei, als der Junge direkt nach der Schweigeminute für Samuel Paty erklärte, man dürfe jemanden töten, der die Tora anbetet, das sei in Ordnung» (offen antisemitisch) oder «Ich war dabei, als der Junge direkt nach der Schweigeminute für Samuel Paty erklärte, man dürfe jemanden töten, der Allah anbetet, das sei in Ordnung» (offen islamophob) zitiert worden wäre? Ich habe da meine Zweifel. Offene Kritik an die westeuropäische Kultur und ihre weitgehende Abkehr von der Kirche scheint ja problemlos möglich zu sein.

      • Geht’s ’ne Nummer kleiner? Es geht um einen Elfjährigen, dessen familiäre und soziale Hintergründe niemand hier kennt – nicht um die Horden des Sultans von Konstantinopel vor Wien.

        • Eben das meine ich mit relativierend. Weder Sie noch ich kennen den Schüler oder seinen Hintergrund. Wenn er tatsächlich nur provozieren wollte, dann ist das die positivste aller möglichen Gründe. Wenn er daueraggressiv ist, sei es nur verbal, bekommen die weiterführenden Schulen noch viel mehr Spaß mit dem. Die weiteren Steigerungen sind körperliche Aggressivität und radikaler Islamismus.

    • Aufgrund einer fundamental falschen These zu einem akuten Problem zu handeln, bedeutet notwendigerweise, das Problem praktisch zu ignorieren und also ärger werden zu lassen.

      Zu Ihrer Entlastung glaube ich, dass Sie kaum Kenntnis haben über muslimische Länder und über deren religiöse Verwurzelung. Es fällt dem a-religiösen Westler sehr schwer sich in die religiöse Verwurzelung eines gläubigen Muslimen einzufühlen. Somit kann er kaum Nachempfinden was die Beleidigung des Propheten bei gläubigen Muslimen auslöst. Der 11 jährige Junge bildet da die Projektionsfläche, aber stellt keinesfalls das Problem dar, welches mit sozialpäd. Stuhlkreisen „behandelt“ werden kann.

      Da begegnet sich auf der einen Seite eine postchristliche, weitgehend atheistische, auf der anderen Seite eine fromm-islamische Gesellschaft. Man spricht zwei unterschiedliche Sprachen. Tatsächlich fehlt der muslimischen Welt eine Aufklärung, die für sich genommen – man kann es nicht oft genug sagen – Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte nicht garantieren kann. Das hat das europäische Beispiel deutlich genug gezeigt. Aber sie ist Voraussetzung für eine distanziertere Haltung gegenüber dem Überlegenheitsanspruch der eigenen Religion (nicht ihrem Wahrheitsanspruch – den macht auch die christliche Kirche geltend) und auch gegenüber der eigenen Geschichte.

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