Studie: Fortbildungen zur Sexuellen Bildung im Schulalltag wenig beachtet

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LEIPZIG. Viel zu wenige Angebote und viel zu eingeschränkte Inhalte. So lassen sich die Ergebnisse einer Studie zusammenfassen, welche Ausbildungs-, Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote zur sexuellen Bildung untersucht hat. Besonders hohen Nachholbedarfe zeigte der Förderschulbereich.

Sexuelle Bildung und Prävention von sexualisierter Gewalt finden einer Studie der Universität Leipzig und der Hochschule Merseburg zufolge in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und im schulischen Alltag viel zu wenig Beachtung. Die kaum vorhandenen Angebote beschränkten sich, so die Ergebnisse einer aktuellen, bundesweiten Erhebung, in erster Linie auf biologische Aspekte von Sexualität und die Wissensvermittlung zu Verhütungsfragen.

Fortbildungen zu sexueller Bildung und der Prävention von sexualisierter Gewalt gibt es nur in eingeschränktem Maß, so die Befragungsergebnisse. Foto: Ross Griff / flickr (CC BY 2.0)

In der Online-Befragung im Rahmen des Forschungsprojekts „Sexuelle Bildung für das Lehramt“ (SeBiLe) wurden insgesamt 2.771 Studierende auf Lehramt, Personen im Referendariat und schulisch tätige Lehrkräfte erreicht, davon gingen 1.866 vollständig ausgefüllte Fragebögen in die Auswertung ein. Die Erhebung sei damit in Umfang und Ausmaß die erste ihrer Art „und liefert wichtige und vor allem aktuelle Hinweise auf die Qualifizierungsstände von zukünftigen und aktiven Lehrkräften“, so Professor Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg, SeBiLe-Projektleiter, gemeinsam mit seiner Kollegin Barbara Drinck von der Universität Leipzig.

Der Umfrage zufolge wurden „bis dato“ 20 Prozent der Befragten während des Studiums auch zu Inhalten sexueller Bildung ausgebildet. Von Angeboten zur Prävention von sexualisierter Gewalt profitierten acht Prozent. Im Gegenzug dazu sahen es 87 Prozent der befragten Lehrkräfte und 91 Prozent der befragten Studierenden als ihre eigene Verantwortung, im schulischen Alltag Inhalte sexueller Bildung zu vermitteln.

Insbesondere konstatiert die Befragung einen hohen, ungedeckten Bedarf an Fortbildungen. „Etwa 70 Prozent der Lehrkräfte haben Schwierigkeiten, passende Fortbildungen zu Themen der sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt zu finden“, berichtet Barbara Drinck. Viele der befragten Lehrkräfte wünschten sich interaktive Fortbildungen mit Möglichkeiten, das Erlernte direkt zu erproben.

Besonders hohe Nachholbedarfe gebe es im Förderschulbereich. „Die Entwicklung einer offenen, sexualitätsfreundlichen Haltung sollte Bestandteil der täglichen Arbeit sein. Somit könnten fächerübergreifend Angebote etabliert werden und Gesprächsräume entstehen, in denen sich Schülerinnen und Schüler anvertrauen können und kompetente Unterstützung erhalten“, sagt Drinck. Formate für das Studium sowie die Fortbildung von Lehrkräften sollten so ausgerichtet sein, dass sie sich am jeweiligen Ausbildungsstand der Zielgruppe orientierten.

Ziel der zum Jahresende auslaufenden SeBiLe-Studie ist unter anderem ein Curriculum zur Fortbildung und Weiterbildung von Lehrkräften im Themenbereich. Aktuell läuft die Erprobung an der Universität Leipzig. „Perspektivisch soll das Curriculum Pilotwirkung haben und bundesweit für andere Universitäten einsetzbar werden“, erklärt Voß. Es umfasst insgesamt 15 Module, beginnend bei einer Einführung zum Thema Sexualität, zu sexuellen Rechten und sexueller Bildung, über die Themen Sexualität und Behinderung, die Kommunikation sexueller Themen im Unterricht bis hin zu sexuellen Ausdrucksformen im Schulalltag, der facettenreichen Thematik sexualisierte Gewalt und einem Theaterstück „Mein Körper gehört mir“. (zab, pm)

• Projektwebseite zu den Erhebungsergebnissen

https://www.news4teachers.de/2020/05/die-haben-wir-hier-nicht-ist-sexuelle-vielfalt-fuer-berliner-lehrer-irrelevant/

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1 KOMMENTAR

  1. Wie auch die Aufzählung am Ende des Artikels zeigt, ist unter der Überschrift „Sexuelle Bildung“ zum allergrößten Teil der Inhalt eher links-emanzipatorischer Art, es wird die Weltanschauung propagiert, die auch sonst überall gemainstreamt wird.

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