Hubig hält Fernunterricht auch in zweiter Januarhälfte für denkbar

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MAINZ. Die Schulen in Rheinland-Pfalz müssen sich bei einer weiterhin schnellen Ausbreitung der Corona-Pandemie auf einen längeren Fernunterricht einstellen als bislang geplant. «Wenn die Infektionszahlen nach dem 15.1. hoch bleiben, muss grundsätzlich auch der Fernunterricht fortgesetzt werden», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Montag in einer digitalen Sondersitzung des Bildungsausschusses. Ziel bleibe es aber, vor allem in den unteren Jahrgängen und den Abschlussklassen schnell wieder in den Präsenzunterricht an den Schulen zu gelangen.

Ihre Amtszeit als KMK-Präsidentin endet: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig, amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Foto: Bildungsministerium Rheinland-Pfalz/Georg Banek.

«Alle weiteren Schritte werden maßgeblich von der Entwicklung des Infektionsgeschehens bestimmt sein», sagte Hubig. Mit den drei Szenarien Präsenzunterricht, Wechselunterricht, Fernunterricht gebe es eine grundsätzliche Planungssicherheit für die Schulen. Angesichts der unberechenbaren Entwicklung der Pandemie sei es aber notwendig, flexibel zu reagieren und bei Bedarf nachzusteuern.

«Auch im Kita-Bereich haben wir ein Konzept und einen Plan», sagte Hubig mit Blick auf wiederholte Kritik der CDU, dass es kein langfristiges Konzept zur Bildungspolitik in der Corona-Krise gebe. Für Kinder, deren Eltern aufgrund ihres Arbeitsplatzes keine andere Betreuungsmöglichkeit hätten, müsse die Kita weiter geöffnet bleiben. «Wir sehen, dass dieser Bedarf besteht und deswegen ist es gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.» Alle Bundesländer seien im Moment in der gleichen Situation und hätten deswegen mehrheitlich ähnliche Regelungen getroffen.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Anke Beilstein, warf Hubig «Beratungsresistenz, Ignoranz gegenüber Erkenntnissen der Wissenschaft, dieses ständige Schleifenlassen» vor. Auf Sicht zu fahren, sei «absolut unverantwortlich». Beilstein fügte hinzu: «Hier war kein echtes Krisenmanagement da und erst recht nichts, was in die weitere Zukunft hineinträgt». Hubig wies die Vorwürfe zurück und wandte sich entschieden gegen «persönliche Angriffe und persönliche Unterstellungen». dpa

Laschet: „Schulen werden die ersten sein, die wieder vollständig öffnen“

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10 KOMMENTARE

  1. Ein gutes Zeichen, dass sie dünnhäutig wird.

    Frau Beilstein darf gerne mal mit ihren Parteifreund Lorz genau so sprechen. Der wohnt ja nur übern Rhein. Und der macht genau den gleichen Mist wie Frau Hubig.

  2. Das Gebahren der KM ist so durchschaubar und vorhersehbar.
    Erst wenn Ihnen das Wasser bis zur Oberkantw reicht, lenken sie ein. Aber auch dann ist es nicht mehr als das- Einlernken ohne konstruktive Vorschläge, geschweige denn innovative Änderungen.
    Die Namen sind austauschbar. Hubig, Gebauer, Eisenmann und Co.
    Die Bilidungssituation in Deutschland war haarsträubend. Im Angesicht der derzeitigen Pandemiesituation ist sie unterirdisch. Dank der politischen Unentschlossenheit, Handlungsunfähigkeit, Blockadehaltung, Inkkompetenz

  3. Gut, dass hier mal jemand Kritik an den derzeit übermächtigen KM übt. Es darf nicht sein, dass Kultusminister die Macht besitzen dürfen, den Erfolg der Lockdown Massnahmen zu gefährden!

  4. Welcher Fernunterricht?? Das ist ein Witz, 6 kleine Zettelchen mit Aufgaben, diese müssen noch nicht einmal eingeschickt werden, wir waren nach einem Tag fertig, mehr gibt es nicht. Keine Reaktion seitens der Lehrerin.. online Platform funktioniert nicht richtig.

  5. Ich bemühe mich aufrichtig, jegliche Fäkalsprache aus meinem Gehirn und Wortschatz zu streichen. Bei meinen SUS und meiner Tochter ist mir das erfolgreich gelungen.
    Bei vielen vielen Politiker/innen drängt jedoch dieser passive Wortschatz extrem an die Oberfläche.
    Sprich: Am liebsten würde ich hier einfach mal alles an Unmut, Frustration und Wut auf übelste Art und Weise rauslassen!
    Noch beherrsche ich mich, indem ich meine Finger, Hirnwindungen und Mundwerkzeuge verknote und doppelt und dreifach verriegel…..

  6. Anke Beilstein hat wie Kanzlerin Merkel verstanden, dass man diese Pandemie nur besiegen kann, wenn man die Expertise der Fachwissenschaftler*innen ernst nimmt. Gut, dass Frau Hubig nun politisch Wind entgegen weht und gut, dass auch sie offenbar inzwischen zur Kenntnis genommen hat, dass ein weiteres Leugnen der Tatsachen nur weiteres Unglück bringt und die Gesellschaft immer weiter in die Krise treibt. Hoffentlich handelt sie nun auch endlich danach!

    Leider hat Frau Hubig die Schulen nicht auf die digitale Lehre vorbereitet: Es fehlt an Tablets, Laptops, Software, Anschlüssen, technischen Hilfestellungen, didaktischen Konzepten und Hilfestellungen für alle Beteiligten, etc. Komisch, dass sie sich als KMK-Präsidentin nicht an den Universitäten orientiert hat, die ein ganz anderes Krisenmanagement an den Tag gelegt haben. Eine große Chance zur schnellen Digitaliserung ist vertan worden! All diese Vorbereitungen hätten mit finanzieller Unterstützung des Bundes bereits vor den Sommerferien getroffen werden müssen und spätestens im Herbst. Jetzt könnte man dies nur bewerkstelligen durch bundesweite Digitalisierungstaskforces, die JETZT einberufen werden müssten. Aber vermutlich verschwinden die Bildungsminister*innen in den Weihnachtsurlaub.

  7. Na dann hoffe ich mal, dass die Lernplattformen auch ab Januar funktionieren. Im März und April haben sie das nicht. Letzte Woche auch nicht. Und im Januar…
    Na, wer vervollständigt das Muster?

  8. Es sollte und darf nicht sein dass die KMs und Bildungsminister:innen hier das Geschehen in der Pandemie bestimmen. Da können unsere Minister die das ja offenbar für Gut heißen, noch mehr Beschränkungen und Lockdowns verhängen. Das alles wird nichts bringen wenn sich die KMs nicht endlich massiv daran beteiligen mit der Schulpolitik. Wir wollen keine Opfer sein.

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