Schulsenator Rabe: Distanzunterricht wird nicht die übliche Qualität haben

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HAMBURG. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat den Corona-Lockdown als eine große Belastung für die Schüler bezeichnet. «Es werden tiefe Spuren hinterlassen bei den Kindern und Jugendlichen, nicht nur im Bereich der kognitiven Bildung, sondern auch im Bereich der sozialen Bildung, auch der Persönlichkeitsentwicklung», sagte der Senator. Die meisten der betroffenen Schüler hätten bereits im vergangenen Frühjahr 13 Wochen Unterrichtsausfall hinnehmen müssen.

Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe ist als Sprecher der SPD-geführten Kultusministerien in Deutschland auch auf Bundesebene ein einflussreicher Mann. Foto: Daniel Reinhardt / Senatskanzlei Hamburg

Beim sogenannten Distanzunterricht werde das Lernen trotz aller Bemühungen nicht die übliche Qualität haben. «Ich habe von Anfang an gesagt, dass dieses System von den Schulen und den Lehrern sehr, sehr viel verlangt», erklärte Rabe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: «Das gilt insbesondere, wenn man wirklich den Anspruch hätte, dass zu Hause eins zu eins Unterricht wie in der Schule stattfinden sollte und zugleich ein großer Teil der Schüler in der Schule betreut wird. Beides gleichzeitig passt kaum zusammen.»

Rabe selbst hat allerdings entschieden, in Hamburg lediglich die Schulbesuchspflicht aufzuheben – und weiterhin eine Art Präsenzunterricht anzubieten. Die meisten anderen Bundesländer sind nahezu komplett in den Fernunterricht gegangen. Die GEW kritisiert, dass keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt wurden. Auch müsse der Unterrichtsstoff vollständig abgearbeitet werden. Völlig offen ist, was mit der von den Lehrern geforderten „pädagogisch angemessenen Betreuung“ für Kinder, die in die Schule geschickt werden, gemeint sei.

Rabe unter Druck: Hat er eine Studie vertuscht, die belegt, dass Schulen keineswegs sicher sind?

Seit kurz vor Weihnachten hat Hamburg die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben. Nach Möglichkeit sollen die Kinder und Jugendlichen zu Hause digital unterrichtet werden. Sie können bei Bedarf aber auch weiter in die Schule kommen. «Wir schicken kein Kind weg», betonte Rabe. Die Entscheidung der Eltern werde akzeptiert. «Wir akzeptieren das deshalb, weil wir sicher sind, dass die allermeisten Eltern sehr umsichtig mit der Corona-Krise umgehen und sich bemühen, die Kinder zu Hause zu lassen.»

Quer durch alle Schulformen kämen zurzeit rund zehn Prozent der Schüler zum Präsenzunterricht. An den Grundschulen liege der Anteil bei 20 Prozent. Wenn eine Schule mit den Anmeldungen zum Präsenzunterricht überfordert sei, versuche die Behörde, im Gespräch mit der Schulleitung eine Lösung zu finden.

Rabe steht massiv in der Kritik, weil er eine Studie vertuscht haben soll, die eine wissenschaftliche Studie zu einem sogenannten Superspreader-Event in einer Hamburger Schule vertuscht haben soll und stattdessen Daten der Schulbehörde präsentierte, die angeblich belegen, dass Schulen sicher seien. (News4teachers berichtet ausführlich über die Affäre – hier geht es zum aktuellsten Beitrag dazu.)

Rabe macht Druck, dass Grundschulen möglichst schnell wieder in den Präsenzunterricht gehen

Und er versucht weiter, die Rolle von Schulen in der Corona-Krise kleinzureden. Nach Ansicht von Wissenschaftlern spielten gerade Grundschüler eine untergeordnete Rolle in der Pandemie – behauptet der Bildungssenator. Darum wünscht sich Rabe besonders für Grundschulen eine frühzeitige Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht. Er erwartet, dass die öffentliche Diskussion in den nächsten Wochen wieder verstärkt in diese Richtung gehen wird.

Mittlerweile sind in Deutschland 19 Erzieher/Lehrer im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. Aktuell berichtet News4teachers über den Fall einer 44-jährigen Erzieherin, die nach einem Corona-Ausbruch in ihrer Kita an Covid-19 verstarb. Eine Datenerhebung der AOK weist Erzieher als die Berufsgruppe mit den meisten Corona-Diagnosen aus – noch vor Beschäftigten im Gesundheitsbereich (News4teachers berichtet auch darüber groß – hier nachzulesen).

Statt einem ständigen Hin und Her hätte die GEW lieber mal einen umstzbaren Plan, wie die Schulen in Hamburg die anstehenden Herausforderungen meistern können. Die Gewerkschaft fordert Rabe auf „endlich die Bedingungen für gelingenden Fernunterricht zu schaffen. Hierzu gehören insbesondere Ressourcen für IT-Wartung und Administration, ein stabileres WLAN, genügend Bandbreite, sowie eine Entschlackung der Lehrpläne. Ebenso nötig ist es, den Wechselunterricht vorzubereiten, der bei sinkenden Inzidenzzahlen greifen kann, ohne wieder direkt in den Präsenzunterricht ohne die nötigen Abstandsregelungen zurück zu kehren.“ News4teachers / mit Material der dpa

Rabe vs. Wissenschaft: Wie der Hamburger Bildungssenator die Debatte verzerrt

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33 KOMMENTARE

  1. Ties Rabe hat auch nicht die Qualität , die man von einem Spitzenpolitiker in diesen Zeiten erwarten muss . Die haben nur Angela Merkel und mit Abstrichen Markus Söder . Abgesehen davon : Ich arbeite als Lehrer an einer Gesamtschule . Vor den Sommerferien waren die Leistungen von vier von fünf Lerngruppen im Distanzunterricht deutlich besser als normalerweise . Die vielen Ablenkungen und Störungen fielen weg . Und da gab es noch kein LMS oder Logineo . Jetzt geht beides . Ich würde sogar sagen , dass der Distanzunterricht für viele der bessere ist . Das wollen aber viele Politiker nicht hören . Sie haben es ja nicht so mit der Wahrheit …

    • Es ist offenbar auch nicht im Interesse Rabes, die positiven Seiten des Distanzunterrichts hervorzuheben.

      Ebenso wird nicht darüber gesprochen, dass der Präsenzunterricht auch beeinträchtigt wird durch die Pandemie und durch die Hygienevorschriften. Das wäre noch stärker, wenn man den Arbeitsschutz auch in Schulen konsequent umsetzen würde.

      Wenn ein großer Anteil des Schultages auf das Händewaschen und Lüften verwendet wird, kommt dies Unterrichtsausfall und -störungen gleich.

      Darf ich mich als Lehrkraft niemandem nähern, kann ich keinem Kind bei der Arbeit ins Heft schauen oder etwas direkt an der Aufgabe oder am Werkstück erklären.

      Statt kooperativen Lernens und experimenteller Aufgaben muss man Alternativen suchen, in denen man die Inhalte trotzdem abwechslungsreich vermittelt. Dauerhaft frontales Dozieren hat mit gutem Unterricht nichts zu tun, weder in Präsenz noch in Distanz.

      Der Unterschied zeigt sich deutlich, wenn man einzelne Kinder im Distanzlernen hat, die anderen in der Schule. Es gibt durchaus Kinder, die zu Hause zügig arbeiten und ungestört die Aufgaben in angemessener Zeit erledigen. Dann kann man zu Hause mehr schaffen, als mit Händewaschen, Lüften und anderem im derzeit speziellen Präsenzunterricht.

      Natürlich gibt es auch Kinder, denen es schwer fällt. Diese Kinder gab es vor der Pandemie und es gibt sie danach. Wenn den Kultusministern nun das Herz aufgeht und sie diesen Kindern etwas Gutes tun wollen, dann sollten sie Schulen dauerhaft mit entsprechendem Personal ausstatten, das dabei hilft, die Benachteiligten möglichst früh aufzufangen. Hätte man dies längst erledigt, wäre jetzt auch Personal in den Schulen, das die Notbetreuung oder die Betreuung kleiner Gruppen übernehmen könnten.

      Letztlich fällt den Bundesländern auf die Füße, dass sie über Jahre alle Aufgaben allein bei Lehrkräften abgeladen haben. Nun erwarten sie, dass Lehrkräfte rund um die Uhr und gleichzeitig den Unterricht in Präsenz und Distanz persönlich begleiten, die Infrastruktur finden und bereithalten, innovativ bei der umfassend notwendigen, aber nicht finanzierten Digitalisierung sind, die Betreuung aller Schüler an allen Orten gewährleisten, die Benachteiligten und ihre Familien auffangen, während sie auch Bürozeiten übernehmen, Konzepte und Vorgaben im wöchentlichen Wechsel lesen und umsetzen und die üblichen bürokratischen Aufgaben nicht vernachlässigen.

      Das hat auch sonst nicht gut geklappt, weil Lehrkräfte sich immer zwischen den Aufgaben entscheiden müssen, sofern sie nicht gleichzeitig zu meistern sind (Unterricht+Betreuung+Förderung), aber durch die räumliche Trennung bei Distanzphasen fällt dies nun mehr als sonst außerhalb der Schulgebäude auf.
      Vielleicht können Eltern, die die Doppelbelastung von Homeoffice und Kinderbetreuung erfahren, das nachvollziehen. Es ist ihr gutes Recht, vernünftigen Unterricht oder eine gute Versorgung einzufordern, dabei sollten sie bedenken, dass sich das Kind die Lehrkraft nicht nur mit den anderen SchülerInnen teilt, sondern auch mit den oben aufgeführten weiteren Aufgaben, denn auch Lehrkräfte können nicht alles gleichzeitig, obwohl sie viel Übung darin haben.
      Distanzlernen oder Präsenzunterricht sind nicht generell besser oder schlechter, aber es ist zu kurz gedacht, den Präsenzunterricht mit allen derzeitigen Einschränkungen zu loben und bei dieser Bewertung vieles und speziell auch den Arbeits- und Gesundheitsschutz auszublenden, weil man ihn an Schulen nicht finanzieren will.

  2. Und man wird gar keinen qualitativ guten Distanzunterricht haben können, wenn man wie in Hessen z. B. vorgesehen gleichzeitig Präsenzubterricht anbietet.

  3. Nun ja. Kritisch h sehe ic die Rolle der GEW, die wieder besseren Wissens herumkrakelt, obwohl die Hamburger Behörde wohl bereits dabei ist, WLANs auszubauen und Infrastruktur anzuschaffen.

    Weiterhin hat Rabe recht, Distanzlernen hat nicht die gleiche Qalität, selbst wenn jedes Kind 100% Zugang (Geschwindigkeit + Verfügbarkeit) ins Netz hätte.

    Ob nun aber die beschriebenen Schäden an den Kindern tatsächlich so in der Form da sind, kann bestritten werden. Ebenso muss sich Hamburg den Vorwurf nach wie vor gefallen lassen, viel zu spät mit der Digitalisierung begonnen und die Pandemie heruntergespielt zu haben.

    • In allen Bundesländern ist man dabei, das bringt der bundesweite Digitalpakt mit sich, der aber von Beginn an auf mehrere Jahre angelegt war, viele Vorgaben in den Förderrichtlinien hat und viel Bürokratie mit sich bringt. Da geht es auch gar nicht darum, dass man schnell Endgeräte kauft, sondern vorrangig, dass die Gebäude ausgestattet werden. Ist danach noch Geld übrig oder zusätzlich beantragt und bewilligt, gibt es auch Geräte.
      Mancherorts liegt das Glasfaserkabel seit mehr als einem Jahr vor oder in der Schule, ist aber nicht angeschlossen und nutzbar, weil die Kosten der Nutzung geklärt werden müssen und vom Schulträger aufzubringen sind.

      • In Hamburg ist es aber so, dass Infrastruktur (WLAN, Internetanschluss (wobei der häufig vorhanden ist)) bereits Ausgebaut wird und Endgeräte angeschafft werden – mag man von den Geräten halten, was man will.

        Bei der GEW in Hamburg scheint auch die Meinung vorzuherrschen, die Lehrer seien Dumm. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ständig die Forderung kommt, bis ins Detail abzuklären, was zu tun sei und gelogen ist, dass der Stoff durchgezogen werden müsse. Das liegt wohl alles im Ermessen der Schulen.

        Mich nervt das sinnlose gebashe einiger Akteure inzwischen. Vor allem der GEW, welche oft nichtmal die Interessen der Lehrer im Blick zu haben scheint.

  4. Hier meiner Ansicht nach 2 sehr guter Ansätze zum Kompensieren von Lücken zur Wunschliste Lehrplan für Hamburg.

    1. Entschlackt die Lehrpläne. Ich denke auf das eine oder andere könnte man im Rahmen einer Pandemie verzichten.

    2. Schafft die Möglichkeit in Hamburg, dass Schülerinnen und Schüler Klassenstufen (leichter) wiederholen können!

    Gerade Letzteres ist mir schon vor der Pandemie ein Dorn im Auge gewesen.
    Sitzenbleiben gibt es in Hamburg nicht. Und dadurch entfällt auch, dass Schüler und Schülerinnen mit ihren Elternhäuser die Möglichkeit haben zu entscheiden bzw. freiwillig zu sagen – ja ich möchte das Schuljahr wiederholen.

  5. Ich denke dass mittlerweile schon 19 Lehrer/Erzieher in Zusammenhang mit einer Coronainfektion in Deutschland gestorben sind, sagt alles. Mehr muss man dazu nicht mehr sagen. Wenn unsere KuMis oder die einzelnen Bildungsminister nicht endlich anfangen zusammen ihre Arbeit zu machen ,werden noch mehr Lehrer/Erzieher daran sterben. Das haben die Kultusminister zu verantworten. Frage mich wie die noch in den Spiegel schauen können. Präsenzunterricht sollte nicht weiter gehen wie vor Weihnachten. Wechelunterricht wo der Abstand gewährt ist sollte in der nächsten Zeit das Maß der Dinge sein.

  6. Ich empfinde es mittlerweile einfach nur noch als Frechheit, dass gerade Rabe noch in dieser Art und Weise den Mund aufmacht.

    Jetzt, da Rolle von (v.a. weiterführenden Schulen) bewiesen ist und man hier nicht länger ungeniert lügen kann, sollte die Diskussion in Richtung Grundschulen geführt werden.

    Bis dort auch der eindeutige Beweis erbracht ist. Aber spätestens dann, lieber Herr Rabe & andere, müssen Sie sich endlich mal was einfallen lassen, statt mit Präsenzunterricht vor dem Virus zu kapitulieren.

    • Einer der großen Cluster an Schulen in dieser Pandemie war die „Schule auf der Veddel“. news4teachers hatte hierzu auch berichtet.

      Die „Schule auf der Veddel“ ist nicht nur weiterführende Schule sondern auch eine Grundschule.

      • Habe mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Mir ist völlig klar, das es alle Einrichtungen mit sozialen Kontakten betrifft. Ich meinte Rabe will zur Ablenkung nun die Diskussion in Richtung GS lenken…

  7. Rabe springt hier nur der Bremer Bildungssenatorin Bogedan zur Seite, die mit ihrer letzten Einlassung zum Thema zu Recht einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat….btw. mein Gott, das war argumentativ und v.a. inhaltlich so unterirdisch schlecht, dass man wirklich das Gefühl hat, dass die KMK eine Challenge am Gang hat, in der jeder / jede dieser „erlauchten“ Runde versucht, die vorangegangenen Unsäglichkeiten in Dummheit, Dreistigkeit und Gewissenlosigkeit zu übertreffen. Hier trommelt Rabe, der sich durch seine Vertuschungs- und Bescheißaktionen gerade selbst dem Dauerfeuer der Kritik ausgesetzt hat für seine Amtskollegin im benachbarten Stadtstaat. Dass Bremen im Bildungsranking innerhalb der BRD sehr oft die „rote Laterne“ schwenkt macht sich offenbar auch in der Führungsspitze bemerkbar. Schade, dass mit der Verleihung der „goldenen Gurke“ für die schlimmsten Verbalausfälle nicht der Preis des unmittelbaren Rücktritts verbunden ist….ich hätte hier 16 „goldene Gurken“ zu vergeben.

  8. Gerade, was Hamburg anbelangt, sollten ganz kleine „Broetchen gebacken“ werden.
    Wenn Studien zurück gehalten werden und/oder bewusst zur Entscheidung verschwiegen werden.
    Ich hoffe weiterhin, das dieser Sachverhalt komplett aufgeklaert wird und Konsequenzen gezogen werden!!!!

    Ein gut gefuehrter Distanzunterricht ist in meinen Augen besser und effektiver, als ein Praesenzunterricht mit Abstand der Lehrer zu den Kindern, sie koennen vom Pult aus nicht, wie notwendig, den Kindern zur Seite stehen.Waere vergleichbar mit einer Videokonferenz, nur hierbei ist der entscheidene Vorteil, keine Moeglichkeit der Ansteckung fuer alle Beteiligten!!!!
    Ausserdem fallen im Digitalunterricht die stoerenden Einfluesse, wie Unruhe einzelner Kinder, Lueften und staendiges Haende waschen weg und sorry fuer die Aeusserung, Stoerenfriede koennen in der Videokonferenz zur Not gestummt werden.

    Warum werden nicht mal unabhängige Studien ueber den Erfolg des Distanzunterrichtes gefuehrt und veroeffentlicht????

    Im Moment waeren diese zwar noch nicht 100%ig aussagekraeftig, da es noch keine zuverlaessige Struktur fuer die Vorgaben/Arbeitsinhalte und – materialien gibt, nur sie wuerden sicher eine Tendenz abzeichnen.

    Kinder im Distanzlernen habe mehr Ruhe zum Lernen und somit ist die Konzentration auch besser, als mit 25-30 Mitschuelern in einer Klasse unter den derzeitigen Umstaenden!!!

    AUSSERDEM WERDEN SOMIT DIE KONTAKTBESCHRAENKUNGEN PROBLEMLOS EINGEHALTEN!!!!

    Es kommt zur Minimierung der Uebertragungsmoeglichkeiten, was z. Zt. oberste Prioritaet fuer uns alle hat!!!
    Vielleicht koennen wir somit gemeinsam diese Pandemie ueberstehen ohne das es noch mehr Tote in Verbindung mit dem Virus gibt.

    • @Besorgte Mutter: „Vielleicht koennen wir somit gemeinsam diese Pandemie ueberstehen ohne das es noch mehr Tote in Verbindung mit dem Virus gibt.“ – Das wäre schön – aber Tote wird es weiterhin geben: Wir können nur versuchen, ihre Zahl zu minimieren!

  9. „Beim sogenannten Distanzunterricht werde das Lernen trotz aller Bemühungen nicht die übliche Qualität haben. «Ich habe von Anfang an gesagt, dass dieses System von den Schulen und den Lehrern sehr, sehr viel verlangt», erklärte Rabe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: «Das gilt insbesondere, wenn man wirklich den Anspruch hätte, dass zu Hause eins zu eins Unterricht wie in der Schule stattfinden sollte und zugleich ein großer Teil der Schüler in der Schule betreut wird. Beides gleichzeitig passt kaum zusammen.»“ Richtig, Herr Rabe, beides gleichzeitig „passt nicht zusammen“ und kann von den Lehrern kaum gestemmt werden. da Sie das ja so wunderbar erkannt haben, wäre es natürlich sinnvoll gewesen, an dieser Stelle weiter zu denken und reinen Distanzunterricht machen zu lassen. Soll bei der Kontakbeschränkung unglaublich hilfreich sein!

  10. Im Hamburger Abendblatt und in der Mopo verbreitet Rabe aktuell unhinterfragt die Behauptung, Kinder würden laut Wissenschaftlern das Virus weniger verbreiten. Das sind angesichts der Mutation B 1.1.7. wirklich schon straffällige Fake-News. Die wirtschaftliche Nähe der Hamburger zu London wird sich wahrscheinlich ohnehin bald in den Zahlen bemerkbar machen. Vielleicht sind dann Eppendorf und die Elbvororte stärker betroffen? Das Maß an Dummheit in den Medien UND in der Bevölkerung ist äußerst deprimierend.

  11. Wie es sich wohl auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen auswirkt, zu wissen, dass sie wissentlich von der Politik dazu gezwungen werden, einen tödlichen Virus zu verbreiten?

    In Frankreich wird übrigens in dasselbe Horn getrötet:
    https://www.thelocal.fr/20210104/analysis-is-france-right-to-keep-its-schools-open-during-pandemic
    Und mit Schülern, die dagegen demonstrieren, geht die Polizei nicht gerade sanft um:
    https://www.abc.net.au/news/2020-11-18/france-is-the-worst-hit-in-europe-with-covid-19-heres-why/12891230

  12. „«Es werden tiefe Spuren hinterlassen bei den Kindern und Jugendlichen, nicht nur im Bereich der kognitiven Bildung, sondern auch im Bereich der sozialen Bildung, auch der Persönlichkeitsentwicklung», sagte der Senator.“

    Ja feeeeiiiiiin:
    Was soll das denn jetzt werden?
    Eine „sich selbst erfüllende Prophezeiung“? – Wenn man es nur lange genug herbeiredet …
    Oder am Ende doch nur wieder eine neue Nebelkerze, um von den über viele Jahre gesammelten eigenen Versäumnissen abzulenken?

    Egal, so ein Gefasel braucht niemand.
    Jetzt nicht und grundsätzlich nicht.

    • „… sondern auch im Bereich der sozialen Bildung, auch der Persönlichkeitsentwicklung“
      Natürlich: Niemand darf zwischenzeitlich sich selbst überlassen werden, das könnte ja zu unerwünschtem Individualismus führen. Alles muss mit „Monitoring“ überwacht werden, sogar die Persönlichkeitsentwicklung wird von den Schulbehörden durch das „soziale Lernen“ vorgezeichnet und standardisiert sowie überprüft. Bald gilt: „Big Brother is watching you“. In China weiß man schon, wie das geht: mit Sozialpunkten im Zentralcomputer.

  13. Es kann nur besser werden.. Leider. Aber so krass, wie die unangesagten Proben bei meinem Zweitklässler nach den Herbstferien durchgerumpelt wurden ohne Rücksicht auf die Vertiefung der Inhalte, nur um fleißig dem Umstand vorzubeugen, sein Soll zu erfüllen.. Also auf so eine Beschulung kann ich echt verzichten. Das krieg ich im Einzel mit meinem Kind besser hin.

  14. Welche Dreistigkeit: in einer Krisensituation über Monate eine differenzierte, planende, wissenschaftsgestützte, vorausschauende Lösungsentwicklung verweigern und dann stolz angesichts der selbst verursachten Pfuschlösung tönen: ich hab euch gleich gesagt, dass dieses Ergebnis schlecht ist.

    Und eine weitere Ohrfeige für uns Hamburger Unterrichtende. Vielen Dank, Herr Senator, aber mein Fernunterricht läuft ganz gut!
    Dazu und auch zur Vermeidung meiner Covid-19-Infektion im Herbst haben IHRE Maßnahmen und euphemistisch-unwissenschaftlich-blumigen Behördenbriefe zweifellos gar nichts beigetragen.

    • Sehr richtig. Wir Lehrer waren und sind auf uns allein gestellt. Keine Hilfen von Seiten der Behörde, nur das Matra „Präsenzunterricht“ in der Grundschule als Bildungsgerechtigkeit verkaufen. Ich bin es so leid!
      Nur Fernunterricht schützt gerade Schüler, Lehrer und Eltern verdammt!

  15. Ich habe gestern und heute, also Samstag und Sonntag jeweils 5-6 Zeitstunden Videokonferenz, d.h. Unterricht mit meinen Klassen gemacht. Fast alle Schüler waren dabei, hat prima geklappt. Während der Woche haben wir die Zeit von morgens 8 bis spätnachmittags damit verbracht, uns alle 3 Minuten neu in die Plattform einzuwählen, zu mailen, zu telefonieren, um Schülern und Eltern zu helfen und zu beruhigen.
    Da kann sich jetzt jeder selbst seinen Reim drauf machen….

    • Der Lernraum Berlin läuft sehr stabil und ist schnell.
      Kann ich bestätigen, mein Distanzunterricht mit Videokonferenz in Verbindung mit „flipped classrom“ über Moodle läuft gut. Fast alle Schüler da, konzentriertes arbeiten möglich und keine Unterrichtsstörungen durch Seitengespräche ….

      Der Rabe scheint etwas rückständig zu sein …

      • „In Berlin läuft etwas“

        Bringe Folge Wörter in eine sinnvollen Zusammenhang: Huhn, blindes, mal, Korn, ein, findet, auch.

  16. „Schulsenator Rabe: Distanzunterricht wird nicht die übliche Qualität haben“

    Ach was!

    Kommt da jemand in der Realität an? Bitte auf die Fallzahlen übertragen.

  17. Rabe hat nicht verstanden, was eine Pandemie bedeutet, in der knapp 1000 Menschen! täglich! sterben. Ob Distanzunterricht gut oder schlecht funktioniert, ist belanglos. Im schlimmsten Fall muss das Jahr wiederholt werden. Daran wird keiner sterben.
    Hier ein Tweet, der das weltfremde Gejammer als das entlarvt, was es ist.

    Tweet von Mehmed König (@mehmedkoenig)
    Mehmed König (@mehmedkoenig) hat getwittert:
    Ich durfte während des Krieges in Bosnien, 1,5 J. nicht in die Schule. So auch meine Geschwister und Tausende andere Kinder. Heute sind wir gebildete und soziale Menschen. Die Diskussion, die wir während einer Pandemie (!) führen, bringt mich zum Kopfschütteln. #LasstDieSchulenZu https://twitter.com/mehmedkoenig/status/1346083379754786822?s=20

  18. Herr Rabe liegt falsch: Zumindest bei älteren SchülernInnen/Studierenden ist das Ergebnis des Onlineunterrichts mit dem des Präsenzunterrichts vergleichbar – meine eigene Erfahrung nach Korrektur der Klausuren und Einsendeaufgaben und Notenfindung. Die Ergebnisse entsprechen genau denen, die ich auch für den Präsenzunterricht erwartet hätte, und das, obwohl die technischen Möglichkeiten nicht optimal waren. Da ich Risikomensch bin, habe ich ein ganzes Semester per Videounterricht und online-Aufgaben unterrichtet, ein Testlauf unserer Schule – faktisch sind keine Stunden ausgefallen.
    Natürlich kann man das nicht auf jüngere SchülerInnen übertragen, das ist klar, aber für den gymnasialen Bereich und WbK/BK sehe ich das inzwischen positiver.

    • Das sagt auch meine Frau. Vor allem stillere Schüler haben profitiert und die Abiturschnitte waren 2020 vergleichbar mit den Jahren zuvor. Für ältere Schüler ist Distanzunterricht mit Präsenz für Prüfungen der richtige Weg. Die Prüfungen kann man in großen Räumen abhalten und die Ansteckungsgefahr minimieren.
      Wenn man im Februar wieder in Vollpräsenz geht, war der Lockdown umsonst.

  19. Frag doch mal die Schüler …

    Präsenzunterricht in Coronazeiten:
    – Mehrstündiges tragen der Masken
    – Mehrstündiges Absinken der Raumtemperatur durch häufiges Lüften bis hin zur Unbehaglichkeit
    – Ausschließlich Einzelarbeit wegen Mindestabstand
    – Lerneffekte aufgrund der äußeren Bedingungen lt. Aussage der SuS fraglich
    – Infektionsgefahr

    Distanzunterricht mit Videokonferenzsystem:
    – Kein Maskentragen
    – Behagliches Raumklima zuhause
    – Gruppenarbeit in Videokonferenzräumen möglich
    – Lerneffekte lt. Aussage der SuS hoch
    – keine Infektionsgefahr

    Heute in der Videokonferenz Abstimmung im Leistungskurs der 12. (Abschlussjahrgang) gemacht: Alle Schüler sind aus den o.g. Gründen für die die Beibehaltung des Distanzunterrichts.

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