14-jähriger Schüler unter Mordverdacht. Schon vorher hatte er im Klassenraum zugestochen

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HEIDELBERG. Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 13-Jährigen im baden-württembergischen Sinsheim bestreitet der dringend verdächtige 14-Jährige die Tat. Er habe seine Unschuld bei der Eröffnung des Haftbefehls beteuert, teilte die Staatsanwaltschaft Heidelberg am Freitag mit. Nach dem Obduktionsergebnis starb der 13-Jährige an «Verbluten nach innen». Hinter der Tat stehen offenbar Eifersuchtsstreitigkeiten um ein 12-jähriges Mädchen.

Das Geschehen sorgt für Schlagzeilen. Foto: Christoph Scholz / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der 14-Jährige war am Mittwoch mit einem Küchenmesser in der Hand neben der Leiche des Jungen im Stadtteil Eschelbach festgenommen worden. Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl wegen Mordes aus Heimtücke erlassen. Medienberichten zufolge deuten alle Zeichen auf eine geplante Tat aus Eifersucht hin – wegen eines Mädchens, das bei dem Fund der Jungen-Leiche an einem Waldrand ebenfalls von der Polizei aufgegriffen wurde. Der 14-Jährige mutmaßliche Täter hatte im vergangenen November an einer Realschule in Östringen (Kreis Karlsruhe) bereits einen Mitschüler mit einem Messer schwer verletzt.

Der Fall hatte seinerzeit eine Debatte um die Sicherheit an Schulen ausgelöst

Bei dem Vorfall hatte der Jugendliche nach einer Pause mit dem Messer mehrfach auf den Oberkörper des gleichaltrigen Mitschülers aus einer anderen siebten Klasse eingestochen. Die beiden Schüler seien seit längerem zerstritten gewesen, sagte seinerzeit eine Polizeisprecherin. Der Fall hatte seinerzeit eine Debatte um die Sicherheit an Schulen ausgelöst.

Der Chef der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, Rainer Wendt, sagte: «Schule ist kein geschützter Raum mehr. Da sitzen Jungs, die finden es toll, dass sie ein Messer dabei haben.» Lehrer sollten auch ohne gerichtlichen Beschluss die Taschen der Schüler durchsuchen dürfen, forderte er. Und sie müssten etwa wissen, wenn ein Schüler in der Freizeit wegen Gewaltbereitschaft auffalle. Dass die Lehrkräfte darüber informiert würden, verhindere im Moment aber der Datenschutz, so Wendt.

Das zuständige Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises hat nach diesem ersten Messerangriff das Familiengericht nicht eingeschaltet. Nach Angaben des dafür zuständigen Landgerichts Heidelberg wird das Familiengericht mit Fällen von Gefahr für das Kindeswohl befasst. Im diesem Fall seien aber wahrscheinlich aus Sicht des Jugendamtes weder Sorgerechtsentzug für die verwitwete Mutter noch Zwangsunterbringung des Jungen nötig gewesen, sagte der Gerichtssprecher. Für solche schwerwiegenden Schritten ist eine richterliche Genehmigung erforderlich.

Das Gericht hatte sich über den Jungen beim Jugendamt erkundigen wollen

Das Familiengericht sei etwa eine Woche nach Erhalt der Akte der Staatsanwaltschaft Mitte Januar auf das Jugendamt zugegangen, um sich über die ergriffenen Maßnahmen zu informieren. Wenige Tage vor der Tat sei eine weitere routinemäßige Anfrage an das Jugendamt ergangen. Das Schreiben habe die Behörde aber wahrscheinlich nicht mehr vor der Tat erreicht. News4teachers / mit Material der dpa

Messerangriffe von Schülern – Polizei-Gewerkschafter: „Schule ist kein geschützter Raum mehr“

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2 KOMMENTARE

  1. Die Schwäbische Zeitung („schwaebische.de“) will wissen, dass Täter und Opfer beide die doppelte (deutsch-türkische) Staatsbürgerschaft haben. Das deutet jedenfalls nicht auf kürzliche Zuwanderung oder Flucht hin, eher darauf, dass beide in Deutschland geboren sind.
    Auch in dem oben verlinkten Artikel („Messerangriffe von Schülern …“) waren es deutsch-türkische Schüler (das geht aus einem im Forum angegebenen Link aus den Neuen Badischen Nachrichten hervor).
    Das kann Zufall sein, aber wo sind mal Beispiele solcher Taten aus dem „bio-deutschen“ Milieu? All das erinnert fatal an das vermutliche Benehmen unserer Vorfahren in grauer Vorzeit, so zur Zeit der Neandertaler: das Faustrecht des Stärkeren. Die Frage bleibt: wer propagiert dieses Faustrecht heute eigentlich? Wie kommen 14-Jährige zu dieser Ansicht? Ist etwa wieder unsere Schule schuld?

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