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„Ritt auf der Rasierklinge“: Gebauer zwingt Stadt mit Inzidenzwert von 240, die Schulen für Präsenzunterricht zu öffnen

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DÜSSELDORF. Die Corona-Zahlen steigen wieder – offenbar auch aufgrund der ansteckenderen Mutante B.1.1.7. In Nordrhein-Westfalen treibt Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) trotzdem die Öffnungen der weiterführenden Schulen voran. Kommunen, die aufgrund von besonders hohen Inzidenzzahlen den Distanzunterricht hatten beibehalten wollen, wurden von ihr nun gezwungen, die Schulen zu öffnen. Die Landeselternschaft der Gymnasien – der mitgliederstärkste Elternverband in Deutschland – sieht Gebauers Kurs kritisch. Er spricht von einem „Ritt auf der Rasierklinge“.

«Ritt auf der Rasierklinge»: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), hier bei einer Pressekonferenz im Januar. Foto: Land NRW

Die Schulöffnungen in NRW werden am Montag trotz zuletzt wieder steigender Corona-Infektionszahlen mit dem nächsten Schritt fortgesetzt. Nach Monaten des Distanzunterrichts kehren viele Kinder und Jugendliche der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassenräume zurück. Damit sollen bis zu den Osterferien in zwei Wochen nun wieder alle Schüler und Schülerinnen im Land Präsenzunterricht erhalten in einem Wechselrhythmus mit dem Lernen zuhause. Vor drei Wochen machten die Grundschüler und Abschlussjahrgänge in den Schulen den Anfang.

Der Kreis Düren hatte wegen der Infektionslage beantragt, von der weiteren Schulöffnung in den zwei Wochen bis zu den Osterferien ausgenommen zu werden. Das Schulministerium lehnte das am Freitag aber ab. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Schulen in den betroffenen Kommunen in besonderem Maß für das Infektionsgeschehen verantwortlich seien, hieß laut dem Kreis aus dem Ministerium. Schulschließungen oder die Einschränkung des Schulbetriebes kämen demnach erst als letztes Mittel in der Pandemiebekämpfung infrage.

“Es ist für mich unverständlich, warum zwei Wochen vor den Osterferien noch weitgehender Präsenzunterricht vorgesehen ist“

«Wir bedauern das, weil es gute Gründe gibt für den Antrag», erklärte der Sprecher des Kreises mit Verweis auf viele Corona-Neuinfektionen. Nach den Daten des RKI vom Freitag liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen im Kreis Düren bei 138,3. In der Stadt Düren liege der Wert aktuell bei rund 240. Etwa zwei Drittel der Corona-Neuinfektionen gehen nach Angaben des Kreises Düren hier bereits auf die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante zurück, die als noch ansteckender gilt.

Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hatte vor wenigen Tagen in einem an die Bürger gerichteten Video deutlich gemacht, dass 14 weitere Tage des Distanzunterrichts an den weiterführenden Schulen helfen könnten in der aktuellen Infektionslage und dabei, Lösungen in den Schulen vor Ort zu finden. Die Ausweitung des Präsenzunterrichts bedeute unter anderem auch mehr Kontakte auf dem Weg zur Schule.

Neben dem Kreis Düren wurde auch der Oberbergische Kreis bei der Landesregierung wegen der weiteren Schulöffnung in Zeiten steigender Corona-Infektionen vorstellig. Die Schulleitungen der Oberbergischen Gymnasien hätten sich in einem Schreiben an Landrat Jochen Hagt (CDU) besorgt geäußert anlässlich des weiteren Öffnungsschrittes an diesem Montag und angefragt, ob der Präsenzunterricht der Stufen fünf bis zehn vor den Osterferien weiter ausgesetzt werden kann, wie eine Sprecherin des Kreises am Montag mitteilte. Das daraufhin eingeschaltete Gesundheitsministerium habe mitgeteilt, eine Aussetzung des nächsten Öffnungsschrittes für den Schulbereich nicht mitzutragen.

Vier weitere Kommunen aus Nordrhein-Westfalen mit hohen Inzidenzwerten wollten die Schulöffnungen aussetzen – wurden aber ebenfalls vom Schulministerium ausgebremst, wie die „Rheinische Post“ berichtet. „Es ist für mich unverständlich, warum zwei Wochen vor den Osterferien noch weitgehender Präsenzunterricht vorgesehen ist“, so schreibt Michael Joithe, Bürgermeister von Iserlohn in einem Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Auch Lüdenscheid, Halver und die Gemeinde Ruppichteroth hätten die Öffnungen verhindern wollen, vergeblich.

Die NRW-Landesregierung sieht keinen Anlass, die Schulen nicht weiter zu öffnen. Tests für Lehrer und Schüler würden «eine Menge Sicherheit in den Unterricht» bringen, hatte am Donnerstag Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärt. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte mehrfach erklärt, dass es dabei um Bildungserfolg und Bildungsgerechtigkeit sowie um den Schutz im Schulleben gehe.

“Im Rückblick war es richtig, so lange wie möglich am Präsenzunterricht festzuhalten”

«Im Rückblick war es richtig, so lange wie möglich am Präsenzunterricht festzuhalten. Das erste Schulhalbjahr konnte unter Wahrung der strengen Vorgaben für den Infektionsschutz weitestgehend im Präsenzunterricht durchgeführt werden», sagte sie. Davon profitierten die Schüler und Schülerinnen nun, zum Beispiel bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen. «Und obwohl in den vergangenen Wochen in den Schulen eine zunehmende Professionalisierung des Distanzunterrichts zu beobachten war, ist es nun ebenfalls richtig, Schritt für Schritt den Präsenzunterricht für weitere Klassen wiederaufzunehmen.»

Nach Ansicht der Landeselternschaft der Gymnasien bleibt das Thema Schule in der Corona-Pandemie «ein Ritt auf der Rasierklinge». «Es ist verständlich, wenn Eltern in Regionen mit einer hohen Inzidenz Bedenken haben, ihr Kind in die Schule zu schicken», erklärte Vorstand Franz-Josef Kahlen. Die Lage werde mit den steigenden Neuinfektionen wieder kritischer, während sich an den Schulen in Sachen Gesundheitsschutz kaum etwas getan habe. «Der Schritt in den Präsenzunterricht am Montag läuft nicht parallel mit neuen, zusätzlichen Schutzmaßnahmen, die seit langer Zeit gefordert werden.»

Die weiterführenden Schulen sollen ab Dienstag die ersten von 1,8 Millionen Selbsttests erhalten, die bis zu den Osterferien verteilt werden. Die Schüler und Schülerinnen können sich dann laut Schulministerium einmal pro Woche freiwillig selbst unter Aufsicht in der Schule testen. In Bergisch Gladbach beginnt schon einen Tag vor den anderen Kommunen am Montag die Verteilung von Spucktests an Schüler. Nach Ansicht der GEW kommen für die Durchführung der Selbsttests bei den Schülern nicht die Lehrkräfte infrage. Die Gewerkschaft fordert klare Richtlinien auch bei der Frage, was bei positiven Tests folgt. Auch das Beachten der AHA-Regeln und das Lernen in festen kleinen Gruppen seien wichtig.

“Der Unterricht im Wechselmodell kann nicht dem Unterricht in vollem Umfang entsprechen”

«Anders als im Herbst des letzten Jahres kehren die Schülerinnen und Schüler nur eingeschränkt an die Schulen zurück und werden in einem Wechselmodell unterrichtet», sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetages NRW. Ob nach den Osterferien mehr Präsenzunterricht möglich sein werde, hängt davon ab, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Ähnlich sieht das auch die GEW: «Der Unterricht im Wechselmodell kann nicht dem Unterricht in vollem Umfang entsprechen, es kann nicht die volle Stundentafel abgebildet werden. Es ist also eine deutlich andere Situation als vor den Weihnachtsferien.»

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen Schulstopp bis zu den Osterferien. «Ich appelliere an die Länder, alle Schulen bis Ostern wieder zu schließen, auch die Grundschulen», sagte Lauterbach der «Rheinischen Post». Als Grund für seine Forderung nannte Lauterbach die Virusmutationen, die sich «insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten» (News4teachers berichtete – hier). News4teachers / mit Material der dpa

Kultusminister ignorieren zunehmend hohe Inzidenzwerte – trotz Warnungen der Wissenschaft („Dann gibt es viele Tote“)

 

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kanndochnichtwahrsein
5 Jahre zuvor

Unterricht heute 5 und 6 (die anderen hatte ich nicht so im Blick):
Toben mit Körperkontakt vom Feinsten auf dem Schulhof schon vor Unterrichtsbeginn, Maske runter zum Essen/Trinnken, dabei schnell noch drei Nachbarn angerempelt, Gesichter maximal 25 cm voneinander entfernt, 15 Grad mit Durchzug von Norden im Klassenraum, beim Rausgehen Geschubse – natürlich ermahnen wir, bitten wir, trennen wir… aber hilft nichts und körperlich können wir da jetzt auch nicht wirklich dazwischen gehen.

Tests in der Schule sind weitgehend sinnlos. Erstens sind Lehrer dafür nicht zuständig (Überschreitung von Grenzen, die sonst nie überschritten werden dürfen und Ansteckungsgefahr), zweitens haben die Kontakte dann eh schon stattgefunden, drittens gibt es viel zu viele falschnegative Tests – aber keinerlei Vorkehrungen in den Schulen, dann trotzdem Ansteckungen vermeiden zu können.

Sie werden sich also gegenseitig anstecken!
Sie werden es auch in die Familien weitergeben!

Das ist Irrsinn!
Was für ein Risiko für fünf Tage “Unterricht” pro Nase!
Und das am Ende nur um festzustellen, dass über Ostern wieder nicht getestet und anschließend alles schöngeredet wird?
Ne, klar, wird ein voller Erfolg werden, dieser Wechselunterricht.
Die Kinder wollten ja so dringend in die Schule.
Da muss man ihnen ja die Kindheit zurückgeben.
Um sie ihnen anschließend endgültig zu rauben, weil sie selbst oder ihre Eltern, Lehrer, Großeltern etc. erkranken und dran sterben????

Wo sind die, die das noch stoppen wollen und können???

Laschet fordert von der Bundesregierung eine kompetente Coronapolitik… HÄ?
Wer bitte kippt hier alle gemeinsamen Vereinbarungen????
Ich glaube an gar nichts mehr!

Reichtlangsam
5 Jahre zuvor

Und da ist sie auch schon, die Schulmail aus dem Ministerium. Jetzt ist doch alles sonnenklar!
https://www.schulministerium.nrw/ministerium/schulverwaltung/schulmail-archiv/15032021-informationen-zum-einsatz-von-selbsttests

KaGe
5 Jahre zuvor
Antwortet  Reichtlangsam

Ich bin schockiert. Ich sehe mich nicht in der Lage, diesen Test mit Schülern durchzuführen.

Marie
5 Jahre zuvor
Antwortet  Reichtlangsam

Am besten ist ja die Stelle mit dem 1,5 m-Abstand und dem wechselnden Abnehmen der Masken …

Rabe
5 Jahre zuvor
Antwortet  Reichtlangsam

Da man längere Zeit warten muss, bis das Ergebnis da ist, muss theoretisch bei jeder Probe davon ausgegangen werden, dass sie positiv ist – d. h. man hat eine große Menge Müll da, der nicht in die normalen Papierkörbe darf – dafür gibt es in Arztpraxen etc. extra Container, strenggenommen ‘Biohazard’ – wohin damit? In die Luft halten? Dazu gibt die Verfügung der KM nichts her…

Grundschullehrer
5 Jahre zuvor

Es ist leicht, so etwas zu entscheiden, wenn man selbst persönlich nicht betroffen ist.

Klaus Lehmkuhl
5 Jahre zuvor

Da war ich auch platt … Schlimmer kann man die Wirklichkeit nicht verdrehen : Laschet fordert von der Bundesregierung eine ” kompetente Coronapolitik ” . Dabei gab es sie schon lange . Leider wurde sie von ihm und seiner Schulministerin sabotiert .

Andre Hog
5 Jahre zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

“Haltet den Dieb – der hat mein Messer im Rücken!!!” …das ist das Motto unseres zukünftigen Kanzlerkandidaten!!??? ….ich könnte kotzen!!!

Nasenbär
5 Jahre zuvor

Ich bin etwas verwirrt. Es hieß doch, dass Öffnungen nur stattfinden werden, wenn es die Inzidenzzahlen zulassen. Es stand die 35 im Raum, die dann durch die 100 ersetzt wurde. Nun liegen in ganz Deutschland unzählige Kreise wieder deutlich über 100 und dennoch hält man an dem Stufenplan fest??? Gilt nun die 100 oder nicht? Woran sonst macht sie die Infektionslage fest? Ich möchte mein Kind nicht in den Wechselunterricht geben. Was soll da auch in den vier Tagen, mehr sind es nämlich defacto nicht, rauskommen. Arbeiten dürfen nicht geschrieben werden. Einzig die Viren können in der Zeit frohlockend von Kind zu Kind wandern und am Ende noch fröhlich mutieren. Die Impfung ist so nah, weshalb müssen wir uns jetzt noch schnell diesem sinnlosen Risiko aussetzen?
Liebe Redaktion, wissen Sie woran die Politik aktuell die Infektionslage knüpft?

Emil
5 Jahre zuvor
Antwortet  Nasenbär

An den vermeintlichen Willen des Volkes, das Shoppen und Kinder-weg-Betreuung will.

Vierfachmama
5 Jahre zuvor

Ich muss mich auch mal auskotzen!!!!
Vor dem zweiten lockdown, haben zwei meiner Kinder Corona gehabt (9, 19)
Sie kämpfen immer noch mit Nebenwirkungen. Wir waren schon bei vielen unterschiedlichen Ärzten. Haben das Gefühl, es wird nicht ernst genommen!!
Mein großer wird wahrscheinlich seine Ausbildung verlieren, da er mit den Nebenwirkungen nicht arbeiten kann. Total motivierend für einen jungen Menschen, zu hören die Schulen machen wieder auf.
Aber…. da hieß es noch, junge Menschen trifft es nicht. (Stink Sauer sind)
Nun, wo die Mutation auf jüngere geht….
Macht mal alles auf, tut was gegen die Überbevölkerung.
Ich wünsche den Leuten da oben nichts schlechtes, aber bekommt bitte alle Corona mit Langzeitschäden. Vielleicht könnt ihr dann mal klar denken.

Defence
5 Jahre zuvor

Ein Husarenritt auf der Rasierklinge, würde André jetzt schreiben.

Andre Hog
5 Jahre zuvor
Antwortet  Defence

Jau, aber du bist mir zuvor gekommen!! 😉

Leseratte
5 Jahre zuvor

Unlogisch gibt es auch woanders:

„In Pirmasens liegt die Inzidenz seit Donnerstag bei über 100, am Sonntag lag sie bei 154,1 – Höchstwert in Rheinland-Pfalz. Eine gänzliche Schließung der Geschäfte “wäre aufgrund der besonderen Situation vor Ort unverhältnismäßig und rechtswidrig”, wird der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Der starke Anstieg lasse sich insbesondere auf Corona-Ausbrüche in mehreren Kindergärten zurückführen. Die seien für knapp 44 Prozent der 64 Neuinfektionen der vergangenen Woche verantwortlich.

“Bei der Entscheidung über zusätzliche Schutzmaßnahmen dürfen Inzidenzen alleine nicht isoliert betrachtet werden”, wird Zwick weiter zitiert. Es sei nicht ersichtlich, dass der lokale Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen am aktuellen Infektionsgeschehen überhaupt einen maßgeblichen Anteil hätten. Zwick beruft sich außerdem auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts des benachbarten Saarlandes vom Dienstag, in der einzelne Beschränkungen des Einzelhandels kassiert worden waren.“

https://www.n-tv.de/panorama/Pirmasens-weicht-von-Landes-Strategie-ab-article22424981.html

In Kitas die meisten Infektionen? Kein Grund für weitere Schutzmaßnahmen? Kitakinder haben Eltern, Geschwister in Schulen, Großeltern… Und da machen auch noch andere Bundesländer bzw. Landkreise mit. Hohe Inzidenz? Kein Problem. Wir steuern auf 300 zu, aber die Schulen werden weiter geöffnet, zumindest für Klasse 1-6, die Abschlussklassen sind ja ohnehin seit Januar in der Schule. Impfungen und verpflichtende Tests? Fehlanzeige.

Riesenzwerg
5 Jahre zuvor
Antwortet  Leseratte

@Leseratte

Traurig, aber wahr.

Bekannt ist die digitale Vernetzung.

Analoge Vernetzung ist aus den Köppen raus.

Eine Mama
5 Jahre zuvor

Wie leben in Bayern. Mein Sohn geht in die vierte Klasse der Grundschule.
Ich habe ihm heute beurlauben lassen und bin darüber sehr froh. Auf der einen Seite ist die Schule natürlich wichtig. Aber ist sie wichtiger als die Gesundheit?
Ich bin eigentlich entsetzt darüber das Eltern immernoch so die Hosen voll haben um sich dagegen zu wehren.
Ich verstehe die Situation. Für einige geht es eben nicht anders.
Ich bin froh das ich den Mut habe für mich und meine Familie diese Entscheidung zu treffen.

Mama hoch 3
5 Jahre zuvor
Antwortet  Eine Mama

@eine Mama: Ich würde meine Kids gerne zu Hause lassen, aber in NRW gibt es die Präsenzpflicht, da wird niemand beurlaubt fürs Distanzlernen.

Ich finde es schrecklich, dass der Gesundheitsschutz, den man den Kinder zukommen lassen kann von dem Bundesland anhängt, in dem man wohnt.

Außerdem kann es nicht sein, dass die Lehrer/innen auch weiterhin ungeschützt in die Schulen geschickt werden.

Man sollte doch selbst entscheiden können, welches Risiko man bereit ist einzugehen. Auch die Kategorie vorsichtig hat ein recht darauf, ernst genommen zu werden!

Tin
5 Jahre zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Tut mir leid. Bei uns macht das fast keiner. Da ducken sich die meisten und haben nicht den Mut für sich einzustehen. Aber ich bin für mich und meine Familie verantwortlich.

bernd
5 Jahre zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

@ Mama hoch 3: auf die Präsenzpflicht pfeifen, aber nicht mit dem Kopf durch die Wand. Kinder einfach Krank melden. Mit Husten, Schnupfen oder ein bisschen Halsweh (die Kids haben morgens immer ein klein wenig Temperatur) … dürfen sie ohnehin nicht am Unterricht teilnehmen. Falls wer fragen stellen sollte, machen aber die meisten Schulen nicht. Ansonsten einfach ohne den Krankheitsgrund zu nennen, vom Schulbetrieb abmelden. In 14 Tagen sind Ferien und dann wütet schon die dritte Welle. Dann fällt die Schule sowieso in Wasser.

Kaum zu glauben
5 Jahre zuvor

Wunderbarer Artikel:
taz. de
Eine These: Euer Bild von Schule ist verkitscht

Mona
5 Jahre zuvor
Antwortet  Kaum zu glauben

Hier der Link zum Artikel, den “Kaum zu glauben” zitiert (taz-Links sind wegen des Ausrufungszeichens leider nicht zitierfähig):
https://bit.ly/38I0JQq

Gefällt mir.

Rabe
5 Jahre zuvor
Antwortet  Mona

Danke für den Link! Mir auch!

W.
5 Jahre zuvor
Antwortet  Mona

@Kaum zu glauben
@Mona

Das ist ein toller Artikel in der taz, vielen Dank euch beiden für den Hinweis und den Link.

Und ich bin mir sicher, dass er das Problem genau trifft – viele Eltern haben einfach ein nicht mehr bzw. noch nicht zeitgemäßes Bild von Schule. Wie sollten sie denn auch? Wer ein Kind in die 1. Klasse der Grundschule bringt, ist ja selber schon viele, viele Jahre aus der Grundschule raus, und dieses “Problem” wächst über die Jahre mit, wenn das Kind dann in die weiterführende Schule wechselt.

Liebe n4t-Redaktion,
vielleicht kann man diesen Artikel hier bei n4t als Gastkommentar bringen?
Immerhin ist der taz-Autor ja selber Lehrer (Gymnasium in Berlin).

KnechtRuprecht
5 Jahre zuvor
Antwortet  Kaum zu glauben

Prima Tipp, Danke!

Momo
5 Jahre zuvor

Ich kann mich Herrn Lauterbach nur anschließen. Verantwortungslos!!!

Stefan2020
5 Jahre zuvor
Antwortet  Momo

Eine Woche und ein Tag seit der Wiedereröffnung der Schulen in England sind folgende Ausbrüche zu verzeichnen:

86 primary schools… 56 secondary schools

Schulen spielen ja bekanntlich keine Rolle, sagten auch hier schon zu Beginn der Pandemie einige mit A..beginnende Trolle

AvL
5 Jahre zuvor

Der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Prof. Dr. med. Karagiannidis sowie weitere führende Vertreter aus dem Bereich der Intensivmedizin, sprechen sich auf Grund der schnellen Ausbreitung der B.1.1.7 Virusvariante und der damit verbundenen Zunahme der Coronazahlen für die sofortige Rückkehr zum Shut-Down aus.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/COVID-19?s=&p=1&n=1&nid=122042

AvL
5 Jahre zuvor
Antwortet  AvL

Auf Grund der Auswertung neuester Daten zur B.1.1.1.7-Variante kommen britische Ärzte zu dem Schluss, dass diese Variante eine erhöhte Letalität mit sich bringt.
So stieg die Letalität in der Gruppe der 55 – 69 jährigen Männer von 0,6 % auf 0,9 % an.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/COVID-19?s=&p=1&n=1&nid=122068

Mona
5 Jahre zuvor
Antwortet  AvL

0,9%? Das ist ja nicht mal einer von hundert! Kein Problem also.

Aber Lotto spielen, ist ja gerade viel Geld im Jackpot, bei 1:140.000.000…

AvL
5 Jahre zuvor
Antwortet  Mona

Wenn man die Letalitätssteigerung mit der Anzahl der Infizierten multipliziert bedeuten 0,3 % mehr bei 1.000 Infizierten dieser Altersgruppe der 55 – 69 Jährigen zusätzlich 3 tote Patienten mehr, ganz abgesehen von den Folgeerkrankungen wie Fatigue-Syndrm, Myokarditis/Herzmuskelentzündung mit Herzinsuffizienz und Belastjungsdyspnoe, Worfindungsstörungen, schwer nachweisbaren Nierenschädigungen, respiratorische Einschränkungen etc.
Bei einer Wahrscheinlichkeit von 0,3 % um den Jackpott zu knacken, da würde ich gleich 333 Lose kaufen.

kinderlieb
5 Jahre zuvor

Ich frage mich gerade: kann es sein, dass die Frau G. keine Kinder leiden kann?

gehtsnoch
5 Jahre zuvor

” Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setze mich doch dafür ein.“ – Erich Mielke
Tja Yvonne, da war der Erich vor Jahrzehnten aber schneller…

… und vielen Dank für max. einen GANZEN TEST in zwei Wochen statt wie großspurig rumgetönt vier Stück (bis zu zwei jede Woche).
Was ist denn dann in der Gruppe das Ergebnis zu erfahren und Schutz seiner persönlichen Daten?

Viva
5 Jahre zuvor

Was eine Notbremse ist, ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Warum gibt es überhaupt noch Gipfeltreffen, warum Beschlüsse, an die sich niemand halten muss? Bis auf wenige Ausnahmen haben unsere Berufspolitiker(innen) scheinbar zwei Dinge gemeinsam: sie mögen die Menschen irgendwie nicht und sie sind offensichtlich gegen Merkel! Ich empfinde diese querschießenden Entscheider(innen) zwischenzeitlich als ein noch größeres Problem als das Virus selbst. Sie erzeugen die wahren Existenzängste in unserer Gesellschaft. Laschet, Gebauer, Laumann … alles offensichtlich Menschen, die das Virus und das politische System herausfordern, aber selbst meinen, dabei nichts zu verlieren. Wann fängt man endlich damit an, solch widersätzlichem und vorsätzlichem Verhalten gegen den gemeinsamen Beschluss mit der Bundesregierung Einhalt zu gebieten? Notbremse bei 100! Alle haben es abgenickt! Und wir Bürger vertrauen darauf, dass gemeinsame Beschlüsse mit der Bundesregierung Anwendung finden – nicht nur, weil unser Leben davon abhängt….

JH
5 Jahre zuvor

In der Schulmail vor einem Monat hieß es noch, angesichts langsam sinkender Inzindenzen (Hervorhebungen von mir, JH):

“Trotz dieser erfreulichen Entwicklung müssen wir das Infektionsgeschehen weiterhin genau beobachten und bei möglichen Schritten zur Öffnung der Schulen b e s o n n e n u n d
v o r s i c h t i g vorgehen.“

“S o b a l d s i c h d i e I n f e k t i o n s l a g e w e i t e r e n t s p a n n t, werden wir aber auch eine Rückkehr für die Schülerinnen und Schüler weiterer Jahrgangsstufen zumindest in einem eingeschränkten Präsenzbetrieb prüfen und entscheiden.”

Heuchler und Lügner, man sollte die Damen und Herren so benennen, wie sie es sich verdient haben, vor allem angesichts der Geschehnisse in Düren und anderswo.

Vor eben diesem Hintergrund dienen die Schnelltests aktuell m. E. nur einem Zweck, nämlich der Kommunikation von Schulen als sicheren Orten in der Pandemie. Versteckt in der Schulmail findet sich der entscheidende Hinweis, nämlich die Ergebnisse zu dokumentieren. Ohne viel Matheverständnis aufzuwenden ist klar, dass die Dokumentationen von einem Test pro SuS im zeitlichen Rahmen von zwei Wochen eine sehr geringe Zahl an positiven Ergebnissen zutage bringen wird, anders als z. B. bei den eigentlich anvisierten zwei Tests pro SuS/Woche, zumal die Tests ja freiwillig sind. Ich sehe schon die Schlagzeile Anfang der Osterferien:

“Schulen keine Pandemietreiber – trotz erheblichen Testaufwandes keine erhöhten Fallzahlen an NRW´s Schulen”.

Heuchler und Lügner.

Neranzi
5 Jahre zuvor

Da muss ich MAMA HESSEN
recht geben.
EIN JAHR DAS KASPERLE WARUM??!

Mal AUF, mal ZU. Mal presenz Unterricht, mal Home Schooling!!
Das macht doch was mit unseren Kindern.
Die sind doch nicht BLÖD!

Warum passiert nichts? Ürgendwo lass ich mal, daß Eltern so einen Luftreiniger in das Klassenzimmer Ihres Kindes mitgebracht haben.
DIE SCHULE MUSSTE ABWARTEN!!
Es müsste auf Antwort von ganz oben den Regierenden kommen, bevor die Schule das Gerät in Betrieb nehmen darf?
DIE ANTWORT?
DAS KANN NICHT GENEHMIGT WERDEN.
DEN LEHRER UND CO. DAS GERÄT NICHT BEDIENEN / WARTEN KÖNNEN….

DAS SAGT DOCH SCHON ALLES

ICH FASSE ES NICHT
So nach dem Motto
Absitzen und Abwarten??

Riesenzwerg
5 Jahre zuvor

Tja, noch träume ich, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt….ziviler Ungehorsam auf allen Seiten, von allen Seiten, miteinander statt gegeneinander, legale Wege nutzen und nutzen und nutzen, Zivilcourage von jedem, in jeder Stadt, jedem Bundesland, jeder Schule, jeder KiTa, von Eltern, SuS, EuE, LuL, Krankmeldungen, … doch das kriegen wohl nur die Aluhüte und KuMis hin, die übrigens machen, was sie wollen. Nur wir halten uns an Vorgaben und “Konzepte”, die uns gefährlich sind.

Wieso?

Und wieso klappt das nicht? Dieses uneine Nichthandeln unsererseits spielt doch nur den KuMis in die Schulöffnung-um-unseren-Preis in die Hände.

Und das immer wieder und wieder und wieder.

TheTeacher
5 Jahre zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Gehen Sie voran und berichten darüber. Einer oder Eine muss ja den Anfang machen. Ich erwarte in den nächsten Tagen einen Bericht über Sie zu lesen.

Einfach_nur_Fassungslos
5 Jahre zuvor

Es ist unverantwortlich von Frau Gebauer die Schulen wieder zu öffnen.
Und dann auch noch zu erklären am ersten Tag wäre Testen nicht wichtig sondern die Jugendlichen sollen sich erst einmal in Ruhe treffen.
In Bergisch Gladbach hat man am ersten Tag bei 2000 Tests 20 Infektionen festgestellt.
Jetzt darf mal jemand rechnen was in den anderen Schulen heute passiert ist wo nicht getestet worden ist.
Das ganze macht mich nur noch fassungslos und wütend.

Groser
5 Jahre zuvor

Deutschland das Land der Dichter und Denker und Politiker und Berater die Millionen kosten.

TheTeacher
5 Jahre zuvor
Antwortet  Groser

Deutschland das Land der Einzeiler und suggerierenden Aussagen, statt Erklärungen und Argumenten.

Rennachim
5 Jahre zuvor

Liebe Redaktion, vor kurzem gab es einen Artikel über eine Klage gegen die Präsenzpflicht.
Gibt es dazu bereits neue Erkenntnisse? Den Artikel kann ich nicht mehr finden.

alter Pauker
5 Jahre zuvor

Eltern, KuK und andere: Was regt Ihr euch auf? Bei uns in Ba-Wü ist die Präsenzpflicht aufgehoben. Wer nutzt das? Kaum jemand! Ich schreibe es immer wieder: In der Schule meiner Tochter bleibt außer ihr nur ein (1) weiterer Jugendlicher zuhause. Von rund 900 Schülern. Also 2:900.
Wundert es da, wenn “die da oben” glauben, dass alles Elternwille sei, den sie da erfüllen?
Wundert es in Ba-Wü, dass Frau Kultusministerin (bald ade, hoffentlich und tschüss) keine Probleme mit rechtlichen Folgen hat? Denn sie hat es klar gesagt: „Es muss keiner in die Schule gehen. Da sind die Eltern selbst schuld, wenn sie das nicht nutzen“ . Da kann sie den Schulen in den Orten (z.B. Schwäbisch Hall, Crailsheim) mit extrem hohen Inzidenzen unbesorgt mit rechtlicher Verfolgung drohen, was heute in der Südwestpresse nachzulesen ist, weil die Rektoren und die Stadtverwaltungen die Schulen geschlossen halten (Merken Sie es: Es gibt doch welche, die genug A… in der H… haben, wie es oben jemand beklagt, nur leider gibt es viel zu wenige davon). Frau Eisenmann (und nicht weniger die anderen KuMis) weiß: Die Eltern stehen hinter ihr (oder sie glaubt es wenigstens, inspiriert durch das inkonsequente Verhalten und Nutzung der Präsenzpflicht-Aussetzung).
Wundert es jemanden, wenn nach einer Umfrage in Ba-Wü , trotz allen Klagens, rund 49% aller Eltern die Schulöffnungen verlangen, dass sich Frau E. so verhält? Ich denke, in den anderen Ländern ist das kein bisschen anders.
Was bleibt? Ertragen und Meditieren…

Dulde, trage.
Bess‘re Tage werden kommen
Alles wird frommen,
denen die stark sind.

Aber ob das der Virus weiß?

0-8-15 delux
5 Jahre zuvor
Antwortet  alter Pauker

Hier in SH gibt es einen Erlass des Ministeriums, dass Eltern oder volljährige Schüler einen schriftlichen Antrag auf Beurlaubung stellen können, dieser keiner Begründung bedarf und automatisch bewilligt ist. (Weiß fast niemand, muss man suchen, Presse schweigt)
Habe ich also getan!
Antwort SL: “Am 08. beginnt auch für Ihren Sohn der Präsenzunterricht.”
Hab ich dann mal ignoriert; das Recht ist da klar auf meiner Seite.
Aber viele Eltern wissen vielleicht gar nichts von der Möglichkeit oder lassen sich von solchen Schreiben, wie dem o.g. einschüchtern.
Das wird in Ihrem Bundesland vermutlich nicht viel anders sein.
Die armen Kinder und die armen Eltern, vermutlich sind viele wirklich verzweifelt und haben Angst. Und ohne Aufklärung über ihre Rechte können sie auch nichts tun…

Und ja, viele Eltern wollen die Schulöffnungen (49% schrieben Sie?) Aber viele wollen es nicht, bzw. nicht so! (Müssten ja 51% sein,oder?)
Und viele Eltern sind auch auf die Betreuung durch die Schule angewiesen und haben Angst davor arbeitslos zu werden. Das darf man nicht vergessen!

Wir sind eine große Familie und haben einen Garten, zum Glück können die vier Jungs da toben. Sie sind zwar nicht in Schule und KiGa, aber eben trotzdem nicht alleine und in der Wohnung eingesperrt. Den Luxus hat leider auch nicht jeder. (Wenn ich mir vorstelle irgendwo in der Großstadt im Wohnblock… Grusel!)

Daher finde ich das Aussetzen der Präsenzpflicht eine gute Lösung und wünschte, dass dies deutschlandweit eingeführt und (ganz wichtig!) an die Eltern herangetragen würde.

Nur die armen Lehrkräfte tun mir leid…