Luftfilter für Grundschulen: Korruptionsverfahren in Düsseldorf

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DÜSSELDORF. Nach dem millionenschweren Ankauf von Luftfiltern für Düsseldorfer Grundschulen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdachts. «Wir haben den Anfangsverdacht der Bestechung und Bestechlichkeit bejaht», sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag auf Anfrage. Daher sei nun nach entsprechender Vorprüfung ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Foto: Shutterstock

Die Stadt Düsseldorf hatte in dem Zusammenhang einem Mitarbeiter gekündigt. Nach bisherigen Untersuchungen habe es einen Interessenskonflikt, einen Verstoß gegen die Compliance-Richtlinien und möglicherweise auch Straftaten gegeben, hatte die Stadt mitgeteilt.

Der Einbau der Luftfilter, die das Coronavirus aus der Raumluft filtern sollen, war gestoppt worden. Die Stadt Düsseldorf hatte Ende letzten Jahres 4000 UV-Luftfilteranlagen im Wert von vier bis fünf Millionen Euro angeschafft. Damit sollten alle Klassen- und Lehrerzimmer der städtischen Grundschulen ausgestattet werden. dpa

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5 KOMMENTARE

  1. Es wäre toll, wenn alle anderen Fälle von Korruption auch so engagiert untersucht werden wie dieser hier.

    Was dem Fass aber den Boden ausschlägt: Da gibt es Luftfilter, sie wurden bezahlt und liegen nun herum. Weil die Untersuchungen noch laufen, kann man sie nicht einbauen. Ob den Verantwortlichen klar ist, dass dadurch Menschen sterben werden? Jeder dieser Luftfilter – unabhängig davon, ob legal oder illegal oder mit oder ohne Bestechung angeschafft – hat das Potential, in den Schulen Ansteckungen zu vermeiden, was dann wiederum Ansteckungen in den Familien vermeidet, was dann wiederum Todesfälle und schwere Verläufe mit Langzeitfolgen verhindert.

    Warum kann man hier nicht einen Weg finden, den Korruptionsfall aufzuklären, aber die Geräte trotzdem bestimmungsgemäß zu verwenden? Wenn man abwartet, bis die Mühlen des Rechts hier gemahlen haben, ist die Pandemie wirklich vorbei und man hat hilfreiche Mittel, die vorhanden sind (!), nicht benutzt. Fällt das nicht schon fast unter unterlassene Hilfeleistung?

    • Noch schlimmer, sie liegen nicht rum sondern sind großteils, wie an unserer Grundschule, schon montiert.

      Da ja aber jetzt niemand weiss was damit passieren wird dürfen sie nicht angeschlossen werden.

  2. Deutschland – wahrhaftig eine durchbürokratisierte Bananenrepublik.
    Für solche Vorgehensweisen seitens der Behörden kann man sich nur noch schämen!!!

    Aber lasst mich raten:
    Die Luftfiltergeräte in den Amtsstuben sind natürlich schon lange und ordnungsgemäß installiert.

  3. Aufguss vom 16.03.2021 n4t:
    „Korruption? Einbau von mobilen Luftfiltern in Düsseldorfer Schulen gestoppt“

    Geliefert wurden auch scheinbar erst 1.000 Stück im Dezember. Erste Installationen hatten wohl auch eine integrierte CO2-Ampel. (Interview WDR5 02.03.2021)

    Der WDR hat da bereits recherchiert:
    https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/umstrittene-luftfiltervergabe-stadt-duesseldorf-mitarbeiter-schuld-100.html
    https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/einbau-von-luftfilteranlagen-duesseldorf-grundschulen-gestoppt-100.html

  4. Aufregen? Langsam werde ich zu schwach, selbst dafür!

    Psychohygiene heißt auch, den Gestank der ganzen A….l…. gelegentlich bewusst zu verdrängen.

    Schöne Musik und ein Blick aus dem Fenster, den Kindern beim Spielen zusehen und etwas Gutes essen und trinken-hilft. Manchmal. Wenn einen die Schule lässt.

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