Bürgermeister aufgepasst! Bund zahlt für raumlufttechnische Anlagen in Kitas und Schulen

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Kanzleramtsminister Helge Braun (beide CDU) hatten es bereits angekündigt – jeweils verbunden mit der Aufforderung an die Schulträger, über den Sommer aktiv zu werden: ein Programm des Bundes zur Förderung stationärer raumlufttechnischer Anlagen (RLT-Anlagen). Jetzt hat das Bundeswirtschaftsministerium die Details veröffentlicht.  Antragsberechtigt sind Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren und deren öffentliche und private Träger, so heißt es – auch weiterführende Schulen.

Der Einbau von RLT-Anlagen in Kitas und Schulen wird jetzt vom Bund gefördert. Foto: Shutterstock

„Mit Wirkung zum 11. Juni 2021 wird das Förderprogramm für stationäre RLT-Anlagen um den Neueinbau für RLT-Anlagen in Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren ausgeweitet“, so heißt es auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums. Ab sofort könnten entsprechende Anträge gestellt werden. Der Hintergrund: „Die Bundesförderung ‚Corona-gerechte stationäre raumlufttechnische (RLT-)Anlagen‘ dient dazu, Anreize für bestimmte Investitionen in RLT-Anlagen zu setzen, um das Infektionsrisiko in Räumlichkeiten mit besonders hoher Fluktuation zu senken. Mit dem bis Ende 2021 befristeten Förderprogramm möchte der Bund einen Beitrag zur aktuellen Pandemiebekämpfung leisten.“

Antragsberechtigt sind demnach „Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren und deren öffentliche und private Träger“. Diese umfassen: Kindertageseinrichtungen, Horte in öffentlicher oder freier Trägerschaft, Kindertagespflegestellen sowie allgemeinbildende Schulen „mit Ausnahme von Schulen der Erwachsenenbildung“. Was genau wird gefördert? „Es werden stationäre Neuanlagen gefördert, die

  • im kombinierten reinen Zu-/Abluftbetrieb mit Wärmerückgewinnung oder
  • im kombinierten Zu/-Abluftbetrieb mit Wärmerückgewinnung und mit einem Umluftanteil von maximal 50 Prozent betrieben werden“, so heißt es.

Gefördert würden die Investitionsausgaben sowie die Ausgaben für Planung und Montage in Höhe von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben. „Die maximale Förderung beträgt 500.000,00 Euro pro Standort.“

„Da unterstützen wir jetzt nochmal die Länder oder beziehungsweise die Kommunen (…), dass sie über den Sommer jetzt feste Installationen einbringen können“, so hatte Bundesbildungsministerin Karliczek erklärt. Kanzleramtsminister Braun twitterte: „Achtung Schulträger: Ab sofort fördert das Wirtschaftsministerium den Neueinbau von stationären Frischluft-Klimaanlagen in Kindergärten und Grundschulen zu 80%! Gut gegen Corona und auch langfristig ist gute Raumluft gut fürs ‚Lernklima‘! ToDo: In den Sommerferien einbauen!“

Experten allerdings bezweifeln, dass sich bis zum Ende der Sommerferien fest installierte Lüftungsanlagen in der Fläche beantragen, ausschreiben, beauftragen und montieren lassen. Mobile Luftfilter, die sofort in Klassenräumen aufgestellt werden können, werden vom Bund nicht mitfinanziert. News4teachers

Hier gibt es weitere Informationen zum Förderprogramm.

„Frische Luft ist gesund“, schreibt ein Kultusminister – Lehrer und Schüler sitzen im Winter wieder bei offenen Fenstern in ihren Klassen

 

 

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7 KOMMENTARE

  1. Es werden raumlufttechnische Neuanlagen gefördert, die

    – im kombinierten reinen Zu-/Abluftbetrieb mit Wärmerückgewinnung oder

    – im kombinierten Zu/-Abluftbetrieb mit Wärmerückgewinnung und mit einem Umluftanteil von maximal 50 Prozent betrieben werden“ oder

    – zum Zwecke der Haartrocknung ausgelegt sind
    (KuMi BaWü: https://www.youtube.com/watch?v=KRGefn76zsE)

  2. Schulen die keine Luftfilteranlagen anschaffen wollen, könnten immer noch folgendes tun:

    — 4 geimpfte Lehrer pro Klasse als lebende Luftfiltergeräte
    — 3 davon strampeln sich auf extra angeschafften Crosstrainern ab. Das erhöht den Luftdurchsatz.
    — die Schule tapeziert alle 20 Wochen die Wände komplett mit virentötenden Masken

  3. Bei armen Gemeinden wird es an den 20% Eigenbeteiligung scheitern. Und warum wohl wird etwas gefördert, was vermutlich teurer als mobile Geräte und schwieriger umsetzbar ist? Genau! Damit nachher behauptet werden kann, es wäre ja angeboten worden, aber das Angebot sei eben nicht angenommen worden.Letztendlich wird dann daraus, die Schulen hätten keine Luftfilter gewollt (wobei die Schulbeschäftigten mit dieser Enrscheidung ja gar nichts zu tun haben).

  4. Viele Lehrer*innen und Gewerkschaften so in den letzten Monaten: „Wir sind gegen alles außer Luftfilter!“
    Jetzt werden Luftfilter mit 80 % gefördert und es wird weiter gemeckert…

    • Zur Klarstellung: Es werden keine Luftfilter gefördert – der Bund fördert raumlufttechnische Anlagen. Das ist etwas anderes. Herzliche Grüße Die Redaktion

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