„Wunderbares Ereignis“: Erster jüdischer Abi-Jahrgang in Frankfurt seit 1939

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FRANKFURT/MAIN. In Frankfurt hat zum ersten Mal seit 1939 ein Abschlussjahrgang an einer jüdischen Schule Abitur gemacht. Wie die jüdische Gemeinde berichtete, bekamen zehn Abiturientinnen und ein Abiturient der I.E. Lichtigfeld-Schule am Donnerstag ihr Zeugnis.

Die Lichtigfeld-Schule war die erste jüdische Schule, die nach der Schoah in Deutschland wieder gegründet wurde. Seit der Neueröffnung als Grundschule 1966 wurde sie mehrfach erweitert, zunächst kam eine Mittelstufe, 2018 eine Oberstufe dazu.

Das ehemalige Philantropin in Frankfurt. Foto: EvaK / Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5

«Der erste Abiturjahrgang an einer jüdischen Schule seit 1939 ist ein Zeichen des blühenden und selbstbewussten jüdischen Lebens in unserer Stadt», sagte ein Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde, Harry Schnabel. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sprach laut Mitteilung der jüdischen Gemeinde im Vorfeld der Abiturfeier von einem «wunderbaren Ereignis».

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte laut Mitteilung: «Niemand kann je wieder gut machen, was die Nationalsozialisten verbrochen haben. Auch nicht, dass sie diese Schule geschlossen haben.» Die Vorgängerschule, das «Philanthropin» (auf Deutsch: Stätte der Menschlichkeit) bestand von 1804 bis zur Schließung durch die Nationalsozialisten 1942. Es war es die größte und am längsten bestehende jüdische Schule in Deutschland. dpa

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