BERLIN. Lehrkräfte sehen die Ursachen ihrer hohen Belastung überwiegend nicht bei sich selbst, sondern in den Arbeitsbedingungen an den Schulen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des Deutschen Philologenverbands (DPhV) und des Bildungsportals Lehrer-Online unter 1.020 Lehrkräften hervor. Nur acht Prozent der Befragten führen ihre Belastung vor allem auf das eigene Classroom Management zurück. Im Umkehrschluss sehen 92 Prozent die Ursachen in strukturellen und systemischen Rahmenbedingungen ihres Berufsalltags – von Bürokratie und Zusatzaufgaben bis hin zu hohen Korrektur- und Verwaltungsbelastungen.

Die zwischen dem 9. Februar und dem 2. März 2026 durchgeführte Befragung zeichnet das Bild einer Mehrfachbelastung auf mehreren Ebenen zugleich: auf der Beziehungsebene durch den Umgang mit Schülerinnen und Schülern, auf der Systemebene durch organisatorische und administrative Anforderungen sowie auf der persönlichen Ebene durch die Schwierigkeit, Beruf und Privatleben voneinander abzugrenzen.
Größter einzelner Stressfaktor im Schulalltag ist herausforderndes Schülerverhalten. 45 Prozent der Lehrkräfte nennen diesen Punkt. Damit bestätigt die Umfrage einen Befund des kürzlich veröffentlichten Deutschen Schulbarometers der Robert Bosch Stiftung (News4teachers berichtete). Es folgen administrative und organisatorische Aufgaben mit 39 Prozent sowie Schwierigkeiten, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen (38 Prozent). Ein Viertel der Befragten sieht die Heterogenität der Lerngruppen als wesentliche Belastung, 23 Prozent beklagen Lärm und fehlende Rückzugsräume, 21 Prozent mangelnde Pausen. Weitere Belastungsfaktoren sind die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie digitale Anforderungen (17 Prozent), zu hohe beziehungsweise mangelnde Leistungserwartungen (15 Prozent) und die Elternarbeit (14 Prozent).
DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Susanne Lin-Klitzing sieht darin ein strukturelles Problem. „Unsere Lehrkräfte leisten im Klassenzimmer jeden Tag mehr, als ihnen selbst guttut. Das ist kein individuelles Erschöpfungsproblem – sie arbeiten in einem System, das sich seit Jahren auf dem übergroßen Einsatz Einzelner ausruht, statt alle Schulen flächendeckend verlässlich abzusichern.“
Auch bei der Frage nach Unterstützung wünschen sich viele Lehrkräfte vor allem Hilfen, um den beruflichen Anforderungen besser begegnen zu können. 56 Prozent möchten konkrete Techniken erlernen oder vertiefen, um im Berufsalltag klarer Grenzen setzen zu können. 46 Prozent wünschen sich mehr Sicherheit in der Kommunikation bei Konflikten. 37 Prozent interessieren sich für Achtsamkeits- und Entspannungstechniken, 31 Prozent für Zeitmanagement. Jeweils 25 Prozent nennen Emotionsregulation beziehungsweise Maßnahmen zur Stimmpflege und Gesundheit der Stimme. Aus den Freitextantworten geht laut den Herausgebern hervor, dass sich der Wunsch nach klareren Grenzen häufig auf den Umgang mit Schulleitungen und Eltern bezieht. Viele Lehrkräfte wollten vor allem handlungsfähiger gegenüber äußeren Anforderungen werden – und nicht lediglich ihre persönliche Belastbarkeit steigern.
„Wenn wir Lehrkräfte weiter bis an die Belastungsgrenze arbeiten lassen, ohne sie zu entlasten, verlieren wir sie – durch Krankheit, durch Frühpensionierung, durch innere Kündigung“
Bei den bevorzugten Unterstützungsformaten sprechen sich 47 Prozent für kurze tägliche Impulse aus, die sich dauerhaft in den Schulalltag integrieren lassen. 36 Prozent wünschen sich ein alltagsbegleitendes Mentoring-Programm, 28 Prozent regelmäßigen Peer-to-Peer-Austausch. Daneben stoßen auch klassische Fortbildungsangebote auf Interesse: 24 Prozent bevorzugen eintägige Workshops, 17 Prozent mehrtägige Formate. Aus Sicht der Lehrkräfte wirken solche Angebote vor allem dann nachhaltig, wenn sie durch kurze, alltagsbegleitende Formate ergänzt werden.
Lin-Klitzing warnt davor, die Ergebnisse politisch zu ignorieren. „Wenn wir Lehrkräfte weiter bis an die Belastungsgrenze arbeiten lassen, ohne sie zu entlasten, verlieren wir sie – durch Krankheit, durch Frühpensionierung, durch innere Kündigung. Jede Lehrkraft, die gesundheitsbedingt ausfällt, bedeutet mehr Unterrichtsausfall, mehr Druck auf die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen und am Ende eine Abwärtsspirale, die sich die Politik beim derzeitigen Lehrkräftemangel nicht leisten kann. Das ist kein Randthema für spätere Zeiten. Das ist ein akutes Risiko für die Unterrichtsversorgung in diesem Land.“
Der DPhV fordert die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Länder deshalb auf, Lehrkräfte durch eine spürbare Absenkung des Stundendeputats sowie durch ausreichend Fachkräfte aus Schulpsychologie, Schulsozialarbeit und Verwaltung von Aufgaben zu entlasten, die nicht zu ihren Kernaufgaben gehören. Zudem spricht sich der Verband für funktionale Rückzugsräume an jeder Schule, tatsächlich nutzbare Pausen- und Ruhezeiten sowie flächendeckende, dauerhaft finanzierte Mentoring- und Unterstützungsangebote aus. Ergänzend fordert er klare, dienstrechtlich abgesicherte Regelungen zur Erreichbarkeit und Abgrenzung von Lehrkräften gegenüber Schulleitungen und Elternhäusern.
Zum Abschluss erneuert Lin-Klitzing den Appell an die Bildungspolitik: „Lehrkräfte müssen nicht lernen, sich selbst noch mehr zu optimieren. Wir brauchen ein System, das sie endlich als Berufsgruppe stärker unterstützt und nicht länger übergroße Lasten tragen lässt. Die Zahlen liegen auf dem Tisch – jetzt muss die Politik in den Ländern liefern, bevor uns noch mehr gute Lehrkräfte gesundheitsbedingt verloren gehen.“ News4teachers










Zitat:
„Wenn wir Lehrkräfte weiter bis an die Belastungsgrenze arbeiten lassen, ohne sie zu entlasten, verlieren wir sie – durch Krankheit, durch Frühpensionierung, durch innere Kündigung“
Oder, wie die immer weniger werdenden LehramtsstudentInnen zeigen, es spricht sich rum und es kommen kaum welche nach.
Die meisten kommen wegen der Verbeamtung… super Motivation
Lehrkräfte dürfen nicht an ihre Zukunft denken und sollten stets selbstlos handeln oder wie?
Auch wenn Verbeamtung nicht mein erstes Zugpferd war, so war sie durchaus auch wichtig.
Da sagen Sie was…wissen Sie, was mich neulich richtig aufgeregt hat?
…
..
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Diese SUPERMÄRKTE!
Genug zu essen haben ist ein Menschenrecht!
Ich wollte mal einkaufen ohne was bezahlen – da haben die sich voll angestellt!
Die machen das aber nur wegen dem Geld!
Tolle Motivation, ey, statt mal an die leuchtenden Kubdenaugen zu denken, sind die nur wegen der schnöden Kohle dabei, verdammte Kapitalisten!
Die Organisation der Schule im Stil des 19.Jahrhunderts ist nicht mehr zeitgemäß. Es muss wie bei Unternehmen auch eine echte Mitarbeiterpflege mit Betriebsarzt, Arbeitszeiterfassung und Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften geben. Dieses semiprofessionelle Weiterwursteln unter stillschweigender Einrechnung privater Ressourcen (Arbeitszimmer, Wochenende, Büromaterial usw.) hat keine Zukunft.
Volle Zustimmung, aber …
Natürlich hat das leider Zukunft. Spürbare Änderungen, die auch nicht erst einmal langjährige Pilotprojekte bedürfen, muss man mit der Lupe suchen. Bildung hat keine Priorität und deshalb bleibt mMn noch lange Zeit mehr oder weniger alles beim Alten.
Äußerst gern nehme ich hier Gegenbeispiele zur Kenntnis.
Stimme Ihnen zu.
Würde aber noch hierzu „Äußerst gern nehme ich hier Gegenbeispiele zur Kenntnis.“ etwas als „Denkanregung“ mit einbringen in den Diskurs:
„Die Zeit“.
Die „Zeit“ ist eine Sache, wo auch die Politiker/der Staat nicht auskommen.
Keiner. Genau genommen. Und „die Zeit“ bei Klimawandel usw. zeigt dies und wird dies weiter zeigen. Sonderlich Handeln? Muss man nicht. Noch nicht. Aber die Zeit holt einen oftmals dann eben ein.
Und so ist es im Bildungssektor auch.
Magelsystem. Schon lange. Aber die Zeit legt immer mehr Steine oben drauf, während es unten bröckelt.
Daher sind wir aktuell meiner Einschätzung nach [wenn wir so weiter fahren/machen … Und „keine technische ‚Rettung‘ “ kommt …] bei 10-15 Jahren, bis das System schon stark am Rand kollabieren wird.
Bis 2030 schauen wir mal „gelassen“. Fixpunkte auf „Ganztag/OGS/Hort-Abdeckungen“. Das aktuell die Priorisierung.
Zuletzt war es „Kita“. Dort werden voraussichtlich die Tarifverträge verbessert, da ebenfalls Anwendung bei Ganztag/OGS/Hort oftmals. Immerhin. Des Weiteren? War Kita halt jetzt erst dran … Ob sich da noch was tut? Schauen wir mal.
Wann und „ob“ „Schule selbst“ dran kommt … Wer weiß.
Bis 2030 jedoch keine Chance. Und dann kommt es eben drauf an, wie man bis Dato aufgestellt ist. Je nachdem werden die Rahmenbedingungen noch weiter angezogen, da man ggf. „Lehrkräfte“ dann zur Abdeckung des Ganztages braucht … Bin gespannt, wie man das politisch und gesellschaftlich verkauft. Oder auch systemisch als Umbau/Einbau.
Aber das „kommt ja nicht plötzlich“ alles. Das weiß man, wenn man sich mit den Systematiken etwas auseinander setzt.
Und das wäre „eigentlich“ der Job eines KuMis mitunter.
Schade aber auch.
In manchen BL ist man anscheinend jetzt zumindest auf die Idee gekommen, dass es eine „Früherkennung“ bei Gewalttaten und -potentialen gibt. Also was bei vielen „Common Sense“ ist … Ist dort eine Erkenntnis. Wir sind so am A…
Gegen Arbeitszimmer steht die Präsenz. Will auch niemand.
Wie hätten Sie’s denn gerne?
Ich könnte als Lehrkraft für Deutsch und Englisch durch eine kontrollierte Arbeitszeit nur gewinnen und stelle es mir ganz nett vor, in einem vom Dienstherrn ausgestatteten, klimatisierten Büro bis 17.00 im Schulgebäude zu arbeiten und mich danach mit etwas ganz anderem beschäftigen bzw. wenigstens Überstunden abrechnen zu können. So hätte ich es gerne.
Geht mir auch so.
Ich hätte gerne einen eigenen Raum.in der Schule gehabt. Das vermisste ich nach Dienst im Ausland sehr: eigener Schreibtisch, abschließbare Schränke. Ich habe dort tatsächlich auch einen Großteil der Korrekturen und Vorbereitung erledigen können. Dann um 17.00 Uhr mit leichtem Gepäck nach Hause gehen….
Will das wirklich niemand? Liest man hier oftmals anders.
Klar, gibt verschiedene Richtungen …
Ich hätte auch kein Problem mit (reiner) Präsenzzeit.
Ich habe auch kein Problem mit Präsenzzeit + tatsächlichen Homeoffice. Andere AG schaffen das ja auch.
Witzigerweise sind manche Privatschulen hier schon „etwas weiter“. Dort gibt es dann bspw. eine Präsenzzeit, welche für Einführungen usw. da ist und eine „digital vorbereitete Umgebung“. Lässt sich prima machen als Freiarbeitskonzept. Dann gibt es Impulszeiten und „selbständige“ Arbeitszeiten, bei welchen man jedoch Aufsicht stellen muss [ist halt Gesetzeslage …] und Hilfe leistet. Also als „Lernbegleiter“ [ich liebe das Wort … Triggert so manchen.].
Aber aber… Die Privatschulen beschäftigen ja nur angestellte Lehrer. DAS will auch wieder niemand.
Bei Trägerschaft durch die evangelische Landeskirche sind es aber „Kirchenbeamte“ mit gleichen Amtsbezeichnungen wie an staatlichen Schulen, allerdings mit dem Zusatz i.E. – im Ersatzschuldienst.
Ich kenn den Fall eines SL (OStD i.E.), der später zur Schlaufsicht bei der BR als LRSD gewechselt ist.
Können Sie das belegen? Wenn die Alternativen Entgrenzung der Arbeitszeit und Arbeiten in Präsenz mit vollausgestattetem Arbeitsplatz un geregelten Arbeitszeiten ist, steht Ihre Behauptung vermutlich auf tönernen Füßen.
Ich wäre gerne präsent 🙂
Zur Organisation aus dem 19. Jahrhundert gehört auch der Beamtenstatus für Lehrkräfte mit all seinen Privilegien. Keine Rosinenpickerei. Lassen wir das 19. Jahrhundert im schulischen Bereich endgültig hinter uns, dann bitte auch den nicht mehr zeitgemäßen Beamtenstatus, damit Lehrkräfte endlich leistungsgerecht bezahlt werden können. Die, die mehr machen, Fachsprecheramt, Schulentwicklung usw., müssen mehr Geld bekommen, als die, die sich immer wegducken und dafür sorgen, dass alle anderen mehr arbeiten müssen.
An dem die Länder und der Bund aber ein wesentlich höheres Interesse haben als die Bediensteten. In der aktiven Dienstzeit sind sie nämlich kostengünstiger als gleichwertig qualifizierte Angestellte.
Die Tagessätze von Rechtsberatern von Behörden und Ministerien sind deutlich höher als die anteiligen Bezüge der verbeamteten Juristen. Ausnahme, Lobbyverbände stellen die Rechtsberater unentgeltlich zur Verfügung.
Das ist sicherlich richtig. Aber mit Blick auf die gesamte Lebenszeit des Beamten (inkl. Pension und Beihilfen im Krankheitsfall im Alter), sind sie deutlich teurer. Aber darum ging es mir jetzt gar nicht. Mir ging es mehr darum, dass es keine leistungsgerechte Vergütung in diesem Beruf gibt.
Richtig. Dazu bindet der AG zusätzlich seine Die… Bediens… sein Fachpersonal. Und die Zweiklassengesellschaft [eigentlich Mehrklassengesellschaft] kann man zusätzlich noch aufrecht erhalten, um weitere Kosten und Rahmen zu sparen.
Wenn man jetzt das Rentenalter nur noch deutlich höher bekommen würde … Oh.
Zu Hico: Man müsste noch nicht mal „Sondereinsatzgebiete“ extra bezahlen … Man könnte dies auch ganz einfach als Deputatsangleichung machen. Aber was sage ich da … Deputate gäbe es dann ja gar nicht mehr. Sondern „tatsächliche Zeit“ wie es das AZE auch vorsieht.
Daher wäre sowas wie „Sondereinsatzgebiete/Ämter“ selbstverständlich auch schon „(in)direkt abgedeckt“.
Bin dafür: Keine Rosinenpickerei.
Durchaus diskutabel. Bitte erlauben Sie mir folgende höflichen Hinweise:
a) Eine Beendigung bestehender Beamtenverhältnisse ist nur mit Zustimmung der Betroffenen möglich (außer in bestimmten Fällen bei schweren Pflichtverletzungen und rechtskräftig verurteilten Straftätern, was nicht die Regel ist).
Das bedeutet zwangsläufig, Sie hätten viele, viele Jahre lang noch zwei parallel laufende Systeme in allen Bundesländern – und vermutlich auch einen zeitlichen Verschub bei der Aufhebung der Verbeamtung in den einzelnen Bundesländern. Das dürfte Migrationsbewegungen der angehenden Lehrkräfte auslösen, hin zu den Bundesländern, die noch verbeamten. Sie dürfen m.E. davon ausgehen, dass ohne dieses leidige Lehrkräfte-Migrationsproblem die Verbeamtung im Osten jetzt abgeschafft wäre.
Ist schon ironisch: Freie Marktwirtschaft – Lehrkräfte dürfen ihr Bundesland frei wählen – sorgt für Beibehaltung der Verbeamtung.
b) Sie nehmen als uneingestandene Voraussetzung an, dass es genügend Lehrkräfte gibt, die zu wenig arbeiten – dass also die vorhandenen Aufgaben durch das vorhandene Personal problemlos und sachgerecht abgedeckt werden könnten, wenn nur leistungsgerecht bezahlt würde.
Nun ja… – viel Glück mit dieser Annahme, und stellen Sie sich in einem ruhigen Moment folgende Frage: Wenn das bestehende System wirklich so einseitig zum Vorteil der Beamten (m/w/d) wäre – warum wurde es dann nicht längst abgeschafft?
Ok.
Dann auch keine Beamtenpflichten mehr.
Kurze ketzertische Gegenfrage.
Warum sollte man umsonst mehr Arbeit machen? steile Thesen: Das machen die Menschen die sich gerne ausnehmen lassen von ihren Mitmenschen.
Argument:
Es ist meine Zeit, die ich für nichts opfere. Meine Zeit die ich mit meinen Kindern, meiner Frau/meinem Mann oder meinem Freunden verbringen kann und an meiner geistigen Gesundheit arbeiten kann.
Man arbeitet so schon viel zu viel. Warum dann noch Ämter sammeln und Zeit verschwenden?
Eltern und Schüler erwarten, dass wir 24/7 für sie da sind.
Letzte Woche erst erlebt, Mutti schreibt um 19.30 h und beschwert sich 30 Min später in einem sehr derben Ton beim SL, da sie nicht sofort Antwort erhält.
Schüler schreiben einen bis weit in die Nacht wegen Kleinkram an. Eltern entschuldigen das damit, nieman aus Klassengruppe würde ihrem Kind Auskunft geben…
Und was hat die SL der Mutter geantwortet (ich hoffe, die hat diese auch bis zum nächsten Tag zappeln lassen)?
Nein. Hat sich sofort bei der Kollegin gemeldet mit der Bitte um Klärung…
Sorry, aber einen Schulleiter mit solch Eigenschaften könnte ich nicht ernst nehmen. Es gibt keine rechtliche Grundlage, den Eltern binnen x Minuten zu antworten. Dein Chef sollte mal an seine Kolleginnen und Kollegen und deren Gesundheit denken und der Mutter eine klare Ansage machen…
Wenn Lehrer permanent proklamieren, dass sie bis spät Abends arbeiten (damit sie in den Ferien Überstunden abbauen können), dann weckt das nunmal Erwartungen.
Anders gefragt: wie hätten Sie’s denn gern mit der Kommunikation?
Zwischen 9 und 14 Uhr geht nur in der unterrichtsfreien Zeit. Und da hat meines Wissens nach noch nie eine Lehrkraft ein Elterngespräch geführt. Wegen Überstundenabbau, Sie wissen schon…
Seien Sie nicht so spitzfindig Herrn oder Frau Tigrib gegenüber!
In der Sache: Bürozeiten angeben und dann auch einhalten. Und das kann man auch der SL gegenüber kommunizieren. Ich verstehe nicht, warum Kollegen dann gleich in Angst und Panik verfallen. Was bitte soll passieren, wenn sich Eltern bei der SL beschweren, man würde abends, morgens, wochenends nicht antworten etc.? GAR NICHTS!
…und aufhören, sich permanent zu erklären und zu rechtfertigen. Beides machen Lehrer ständig und wundern sich, dass das Gegenüber immer dreister und fordernder wird.
Es ist auch die Aufgabe einer SL die KuK zu schützen, indem es Vereinbarungen zur Kommunikation innerhalb und außerhalb des Systems gibt. Das entlastet auch KuK, die dann darauf verweisen können.
Wer dann meint, auf Elternmails (übrigens auch KuK untereinander tun sich in diesem Kontext gegenseitig viel Leid an) die außerhalb der Zeiten geschrieben werden, zu reagieren, ist selber Schuld.
Kleine Anekdote am Rande: Bei uns in der Kommune werden bei Auslösen des Alarms (Z.B. defekter Feuermelder oder tatsächlich ein Vorkommnis) zuerst die SL angerufen, da sie neben dem HM wohl als einzige einen Universalschlüssel besitzen. Mein Handy ist nachts leider in der Küche und somit außer Hörweite…..wer mich erreichen will, muss schon persönlich vorbeikommen (wer sie die 50 Minuten Fahrt antun will, gerne, nur zu…)
Sorry, vor einer E-mail schützen?
Und persönlich nach Hause kommen mit einem Anliegen?
Das ist beides irgendwie daneben.
Dass Eltern nach Feierabend Mails an die Schule schreiben halte ich übrigens für die einzig mögliche Zeit. Die meisten arbeiten ja auch. Abends noch sofort eine Antwort erwarten ist daneben, aber wer sich von sowas stressen lässt hat seine Kommunikation nicht im Griff.
Und wie schon erwähnt: in der unzwrrichtsfreien Zeit sind Lehrer auch nicht zu erreichen.
Verrückt, oder?
Eltern können gerne wann auch immer eine Mail schreiben, solange Sie nicht sofort und umgehend eine Antwort erwarten.
Beschweren Sie sich auch bei Ämtern, die spätestens um 18 Uhr schließen? Nein, ach so….
„Dass Eltern nach Feierabend Mails an die Schule schreiben halte ich übrigens für die einzig mögliche Zeit.“
Das ist hier nicht das Problem, sondern das sehr fordernde Kommunikationsverhalten einiger Eltern – nicht nur in der Sache, sondern auch in der Erwartungshaltung einer unmittelbaren Antwort bzw. sofortigen Bearbeitung.
Tatsächlich kann ich mich noch an eine Zeit erinnern, in der es normal war, als Lehrkraft die private Telefonnummer an Eltern herauszugeben. Das war mal kein Problem – man wurde nicht spätabends noch angerufen oder mindestens jede Woche einmal („Ich wollte mal nachfragen, wie sich mein Kind dieserWoche in den Hauptfächern gemacht hat“) oder wenn man sonntags noch im Bett lag („Gut, dass ich Sie erreiche, ich habe ja sonst nie Zeit dafür“).
Das kippte dann so grob Anfang der 2000er und schlug bei einzelnen Eltern (aber das reicht ja leider) in das beschriebene Verhalten um; da veränderte sich anscheinend etwas in der Gesellschaft: Häufig wird inzwischen versucht, die eigenen Interessen völlig gnaden- und komplett empathielos auch auf Kosten des Gegenübers durchzudrücken.
Infolgedessen ist dann das Gegenüber gezwungen, Regeln aufzustellen und die konsequent durchzusetzen, z.B. keine private Nummer herauszugeben, E-Mails nur bis 18:00 Uhr zu beantworten, und Telefongespräche gibt es längst nur noch nach Ruckrufbitte per E-Mail, entweder vom dienstlichen Anschluss aus oder mit unterdrückter eigener (privater) Rufnummer.
Wenn diese Anrufe mit unterdrückter privater Nummer dann geblockt werden – Pech: telefonische Kommunikation nur noch über dienstlichen Anschluss, also auch nur, bis die Schule am späten Nachmittag geschlossen wird.
Also bei uns sieht das so aus:
– Feste Sprechzeiten an der Schule und/oder „freie Sprechzeiten nach Vereinbarung und Bedarf“
– Einmal mind. am Tag Mails checken (und ggf. beantworten) [wann wäre mir überlassen]
Schreiben Eltern eine Mail ist bei uns normalerweise [von keinem/keiner …] nicht die Erwartung, dass wir sofort antworten.
Mir ist das jedoch oft lieber. Ist mein Arbeitsrhythmus. Ich rufe ggf. auch dann mal um 19 Uhr oder so bei Eltern an. Dürfen selbstverständlich sagen, dass es gerade nicht passt und wann es passt.
Das ist auch klar kommuniziert und schreibe ich ggf. auf, wenn jemand eben „nicht am Samstag um 18 Uhr angerufen werden will“.
Manche sind da (erstmal) etwas … Erstaunt.
Jeder hat halt so seine Arbeitsweise. Die kann man „zeitlich offen halten“ oder „stark fixieren“.
Muss eben zu einem passen.
Gemacht werden „muss“ es so oder so …
Als „Grunderwartung“? Gibt es das jedoch nicht. Da können sich dann Eltern gerne ggf. beschweren. Kam jedoch noch nie vor.
Ich erwarte auch nicht, dass Eltern am Freitag um 19 Uhr mit mir telefonieren. Das ist eben ein „Angebot“, falls sie bspw. um 18 Uhr eine Mail geschrieben haben.
Und andersrum sehe ich das auch so: Eltern dürfen jederzeit mir Mails schreiben. Von mir aus auch um 3 Uhr in der Früh, wenn sie meinen.
Aber die Erwartung, dass ich dann um 3:15 Uhr antworte… Sollte man nicht haben.
Je nach Mail [Um was es halt geht und wie komplex es ist/wie viele „dranhängen“] halt eben „in angemessener Zeit“. Und die definiere ich primär für mich selbst.
Beim Beispiel von Tigrib würde ich maximal lachen und/oder „innerlich weinen“. Wahrscheinlich nachdem die SL-Ebene bei uns das erst gemacht hätte … Aber immerhin.
Wirklich „ernst nehmen“ würde sowas absurdes ja kaum jemand.
[Außer Tigrib hat/hätte seine/ihre Sprechzeit um 19:30 Uhr gelegt … Dann versteh ich die Eltern allerdings.]
So ist es. Jeder kann seine Grenzen selbst setzen. SL muss da gar nichts- und schon gar nicht sofort springen, wenn ein Elternteil ein Stöckchen… Aber so, wie viele Kollegen gleich Angst vor der SL haben, sind letztere oft getrieben von der Angst vor der Schulaufsicht. Als ob man Beamten irgendwas könnte!
Ganz genau! Ich antworte Kollegen auch nicht immer direkt und erwarte nie!, dass sie abends antworten. Bisher war es auch nie extrem dringend. Empfehlenswert ist, wenn man ein Diensthandy hat, auf dem der schulinterne Messenger und das E-Mail Programm installiert ist und man nach der Arbeitszeit dieses Handy in die Schublade packt. Dann besteht auch keine Gefahr.
Tja, was passiert? Wenn SL nicht so reagiert wie erhofft, gehen diese Eltern mittlerweile gerne zum Schulamt. Und das hat bisher leider zu oft Parteib der Eltern ergriffen.
Also steht der SL weder hinter noch vor uns…
Ich denke, Sie beweisen mit Ihrem Beitrag, dass Sie recht wenig Einblick in den Lehrerberuf haben:
1. Ich kommuniziere recht häufig vormittags mit Eltern, egal ob persönlich, telefonisch oder digital. Und ich bin da sicher nicht der Einzige.
2. Warum nur zwischen 9 und 14 Uhr? Was ist mit der Zeit zwischen 8 und 9?
3. Sie glauben also, Lehrer arbeiten in der unterrichtsfreien Zeit nicht?
4. Dass Lehrer ihres Wissens in der unterrichtsfreien Zeit nicht mit Schülern und Eltern kommunizieren, liegt vielleicht nicht nicht an den Lehrern, sondern an Ihrem Wissen.
Ich kann Ihnen Ihr Bild vom Beruf des Lehrers trotzdem nicht übelnehmen. Es ist sehr weit verbreitet. Ich habe genug Bekannte, die mich seit vielen Jahren kennen und mich trotzdem immer wieder ungläubig anschauen, wenn ich ihnen sage, dass ich am Wochenende keine Zeit habe, weil ich arbeiten muss.
Ich bin kein Anwalt, also habe ich auch keine Ahnung, was ein Anwalt so macht. Ich bin kein Bäcker, also weiß ich nicht, was ein Bäcker so macht. Aber jeder war mal in der Schule und denkt deshalb, er kennt sich aus.
Danke. Jetzt weiß ich Bescheid.
Und wieder erklären und rechtfertigen…
Sie verstehen es definitiv nicht. Ein immer größerer Teil der Schulformen wird in den Ganztag überführt, entweder in den offenen oder den gebundenen Ganztag.
Das bedeutet für NRW, dass Vollzeitlehrkräfte an GE und SekS mit einer Deputatsverpflichtung von 25,5 Stunden je Woche in einem Stundenraster von 39 bis 42 möglichen Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen müssen. Die durchschnittlich 5 Unterrichtseinheiten je Wochentag verteilen sich an drei Tagen (Mo, Mi, Do) auf ein Zeitfenster von maximal 10 Stunden, wobei die 6. Stunde eine 60-minütige Mittagspause ist, die laut Vorgabe zwingend einzuhalten ist. An zwei Tagen (Di und Fr) endet der Unterricht in der Regel nach der 6. Stunde, wobei der Dienstagnachmittag für Konferenzen und Dienstbesprechungen freigehalten wird. Diese finden im Regelfall an 3 von 4 möglichen Terminen auch statt und dauern so zwischen 60 und 90 Minuten.
Da der üeberwiegende teil der Fächer in Doppelstunden unterrichtet wird, hat man auch häufig 90-minütige „Freistunden“, in denen man gerne einen Arbeitsplatz in der Schule hätte. Und damit meine ich nicht paat Quadratzentimeter am Gruppentisch im „Lehrkräfteaufbewahrungsraum“, der definitiv weder die rechtlichen Mindestanforderungen eines Großraumbüros noch die eines Sozialraumes erfüllt. Somit muss ein großer Teil der anfallenden Arbeiten zuhause erledigt werden. Das passiert dann im Algemeinen am späten Nachmittag, den Abendstunden oder am Wochenende.
Unter der Woche ist man also meist nicht vor 14 bzw. 16 Uhr zuhause. Und das Wochenende beginnt freitags nach 14 Uhr. Dass man während des Tages in der Schule telefonisch nicht erreichbar ist, liegt an der fehlenden Ausstattung, denn es gibt keine Diensthandys und das private Handy ist eben privat. Nur wer mit dem Klammerbeutel gepudert ist, veröffentlicht die Telefonnummer der privaten Geräte.
Anders gefragt: wie hätten Sie’s denn gern mit der Kommunikation?
Ein festes Stundensoll innerhalb der Wochenarbeitszeit für Kommunikation mit Eltern, SuS, (Team)Kolleg*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Sonderpädagog*innen, Jugendamt etc. hätte ich gern!
…und nicht nach oben hin offen und on top. Das wäre auch ein guter Schritt hin zur Zeiterfassung für Lehrer*innen.
Und wenn das in der einen Woche nicht erreicht wird? dann wird es unter den Teppich gekehrt. Und wenn es überschritten wird? Dann wird nach Überstundenabfeiern geschrien.
Ja, ist ein Weg. Macht er Sinn? Nein
Zeiterfassung heißt übrigens nicht, für alle Eventualitäten ein möglichst großes Zeitfenster fest einplanen…
Ich habe deshalb wegen der angeblichen Dringlichkeit auch schon einmal morgens um kurz vor 6 Uhr zurückgerufen.
Kam bestimmt gut an
Hat sich vor allem bei den anderen Eltern herumgesprochen.
Für schulische Zwecke habe ich eine MSN an die Eltern weitergegeben, über die ich natürlich tagsüber nicht zu erreichen war. Und nach 17 Uhr lief auch wieder der „Anrufbeantworter“.
Wenn ich an Lang- oder Konferenztagen nicht vor 16 Uhr aus dem Laden rausgekommen bin, hatte der Anrufbeantworter gut zu tun, da ich auch nicht direkt neben der Schule gewohnt habe.
Btw klar sind Eltern heutzutage mobil erreichbar, aber die meisten möchten tagsüber nur ungern am Arbeitsplatz kontaktiert werden, da die meisten AG das nicht gern sehen. Also ist es wenig sinnvoll, während Freistunden bestimmte Eltern anzurufen.
In dringenden Fällen habe ich den Eltern über deren Kinder ausrichten lassen, mich zu einer festgelegten Uhrzeit anzurufen.
Merk ich mir!
Macht aber das Verhalten nicht besser. Eltern denken sich jetzt: ok, wenn ich so früh angerufen werden, dann kann ich ja auch früh/spät kommunizieren.
Versteh jetzt nicht, was daran gut sein soll.
Es soll doch um konstruktive Kommunikation gehen, und nicht um ein Demonstrieren, wann man erreichbar ist und wann nicht. Solange aber die Erreichbarkeit von Lehrern eine Blackbox ist wird sich das nicht ändern.
Das ist der Weg.
Eine heilsame Erfahrung für die (V-)Erziehenden.
Ich halte meine „Bürozeiten“ ein. Alles was bis zu einer bestimmten Uhrzeit eintrudelt, wird tatsächlich noch bearbeitet, alles danach unterliegt meinem eigenen Ermessen. Zumeist lasse ich es dann bis zum nächsten Morgen liegen.
Eine deutlich kommunizierte Sprechstunde hilft darüber hinaus unnötige Termine zu zerlegen. Lästig sind nur (V-)Erziehende, die Termine ausmachen und diese dann doch nicht wahrnehmen. Sprechstundenplanung übernimmt bei uns das Sekretariat, um mehrfach Buchungen zu vermeiden. Auch strikte Absprachen mit dem Sekretariat sind hilfreich.
Wer sich über die Überlastung der Lehrkräfte noch wundert, hat den Schulalltag der Gegenwart lange nicht gesehen. Fachunterricht ist vielerorts kein Bildungsauftrag mehr, sondern ein pädagogischer Escape Room voller materialgestützter Aufgaben, Kompetenzgedöns und Selbstwirksamkeitsblablablubberfasel. Hohe, nein immer höhere, Korrekturbelastung – logisch!
Dank der uns übergestülpten IQB‑Bildungstrendkompetenz‑Aufgaben mutieren selbst MINT‑Klausuren zu papiernen Monsterstapeln: fast schon Bachelorarbeiten mit immer weniger fachlichem Inhalt, dafür mit endlosen „Formuliere Hypothesen“- und „Begründe deinen Denkweg“-Abschnitten, die weder Lehrkräfte noch begabte oder fachlich motivierte Schüler ertragen können – und die vor allem eines leisten: Arbeits‑ und Lebenszeit vernichten.
Parallel dazu läuft an vielen Schulen das verhaltensoriginelle Schülerchaos auf Dauerschleife: 28 Smartphone‑Junkies pro Raum, TikTok‑Dopaminentzug, Geräuschpegel wie im Terminal 2. Herausforderndes Verhalten ist längst kein Ausnahmefall mehr, sondern bereits das Grundrauschen.
Und viele Eltern? Pädagogische Helikopterpiloten, die jede Regel als Übergriff und jede Note unter 13 Punkten als Kriegserklärung deuten. Aus dieser Mischung entsteht der schulische Notenbasar mit Rechtfertigungsdruck für die Lehrkräfte, auf dem Punkte gefeilscht werden wie auf einem Wochenmarkt – mit Petitionen, Drohungen und dem festen Glauben, dass Durchwinken ein Menschenrecht sei.
Ein System, das seine Lehrkräfte zu Deppen der Nation macht: ein Bildungsapparat, der im Elfenbeinturm pädagogische Visionen entwirft, oftmals fernab der Realität. Bürokratie als Hobby von Verwaltungsfetischisten, Inklusion ohne Ressourcen, Ganztag ohne Personal etc. Lehrkräfte dokumentieren wie Polizisten, therapieren wie Psychologen und babysitten oftmals mehr als Erzieher – und sollen ihr Kerngeschäft, die Wissensvermittlung, möglichst nur noch nebenbei ausleben, weil politisch und bildungsideologisch längst feststeht, dass der Generation KI‑Daddelfix nichts zugemutet werden darf, das sich wie echtes Lernen oder gar angestrengtes Pauken anfühlt.
Willkommen in ‚Schland‑2035‘: der Bildungsinitiative, die vieles völlig neu denkt, außer das, was wirklich hilft. Ein Land, in dem Lehrkräfte die Feuerwehr sind – nur dass man ihnen vorher die Schläuche geklaut hat.
Ist das ein Kündigungsschreiben? Herzliche Grüße Die Redaktion
Kündigung? Nööö. Die läuft wie bei vielen meiner KuK der Generation X längst still und innerlich. Wir sind in Sachsen schließlich nicht verbeamtet und hüten unsere ‚wertschätzende‘ Angestelltenrente wie einen seltenen Vogel, den man nicht durch voreilige Fluchtversuche verschrecken sollte. Ich gönne mir gelegentlich die Freiheit, das innere Druckventil verbal zu öffnen. Viele KuK sollten dies auch öfter, weniger opportun und deutlich unmissverständlicher tun. Und zur Erhaltung meiner psychischen Gesundheit bewege ich mich im Alltagsgeschäft immer konsequenter am Rand der Egalität und schiebe vieles raus aus meinem persönlichen Relevanz‑ und Verantwortungskorridor.
„Ich gönne mir gelegentlich die Freiheit, das innere Druckventil verbal zu öffnen.“
Sorry, billige Nummer – anonym mit Dreck um sich zu schmeißen. Bei allem Verständnis dafür, dass auch mal abgekotzt werden muss: Wir bieten hier keine Halde für toxischen Unrat.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Interessant, was außerhalb der Drachenstadt als „mit Dreck um sich schmeißen“ und „toxischer Unrat“ empfunden wird. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus.
Wenn Ihnen nicht mal bewusst ist, was Sie schreiben, dann sollten Sie vielleicht doch mal an Ihrer Kommunikationskompetenz arbeiten. (Wir wissen, mit Kompetenzen haben Sie es nicht so.)
„Selbstwirksamkeitsblablablubberfasel“, „die weder Lehrkräfte noch begabte oder fachlich motivierte Schüler ertragen können“, „Arbeits und Lebenszeit vernichten“, „Schülerchaos auf Dauerschleife“, „28 Smartphone Junkies pro Raum“, „Deppen der Nation“, „Generation KI‑Daddelfix“ usw. – ist, hüstel, nicht nett.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hüsteln Sie gern weiter. Ich bin schon im Reizhusten-Stadium.
Dann bitte in die Armbeuge rotzen – und nicht in unser Forum. Herzliche Grüße Die Redaktion
„‚Ihr‘ Forum? Ich war bisher der Ansicht, dass zu einem Forum vor allem die Foristen gehören — mit Meinungen und Befindlichkeiten verschiedenster Art. Über die Definitionen von ‚Rotz‘ und dem, was verschämt in die „Armbeuge“ gehört, scheinen in „Ihrem“ Forum diese jedenfalls nicht einig zu sein.
Und auch da liegen Sie falsch: Sie befinden sich hier auf einer privaten Party – und wir sind die Gastgeber.
Es gibt übrigens auch Regeln hier. Die vielleicht wichtigsten: „Niemand hat einen Anspruch darauf, in den Foren zu den einzelnen Artikeln eine eigene Wortmeldung zu veröffentlichen. Die Redaktion legt Wert darauf, nur Leserzuschriften zu veröffentlichen, die erkennbar darauf abzielen, einen inhaltlichen Beitrag zur Diskussion des darüberstehenden Artikels zu leisten. (…) Wir behalten uns darüber hinaus vor, Leserbriefe, die lediglich der Stimmungsmache dienen, zu löschen.“ Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/uber-uns/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich rechne Ihnen nach wie vor sehr hoch an, dass Sie sehr viele Beiträge zulassen. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, mal einen Beitrag „unter der Gürtellinie“ gelesen zu haben. Danke für Ihre Offenheit und Moderation im Hintergrund.
Nur mal kurz angenommen, die Dinge wären genau so, wie von Katze illustriert:
Sollte er sie dann wirklich „nett“ formulieren?
Oder wäre das nicht die Forderung, dass er den Kakao, durch den er gezogen wird, auch noch trinken soll…
Alles rein hypothetisch natürlich;)
„Nur mal kurz angenommen, die Dinge wären genau so, wie von Katze illustriert.“
Dann würden wir, sehr ernsthaft, dazu raten, über einen Berufswechsel nachzudenken. Lehrkräfte sind nicht versklavt. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/12/immer-mehr-lehrkraefte-suchen-den-ausstieg-aus-dem-schuldienst-ein-interview-ueber-die-ursachen-und-ueber-die-moeglichkeiten/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir sind in Sachsen schließlich nicht verbeamtet und hüten unsere ‚wertschätzende‘ Angestelltenrente wie einen seltenen Vogel, den man nicht durch voreilige Fluchtversuche verschrecken sollte.“
Dann ist das eben der Deal, auf den Sie sich eingelassen haben. Ich weiß auch immer nicht, was der Rest der Welt damit zu tun hat.
Und falls Sie das tröstet:
Das geht Millionen anderer Arbeitnehmern in ganz vielen Berufen so. Maul halten bis zur Rente und dazwischen möglichst oft AU einreichen.
Schwingen Sie Ihre Reden doch bei sich im Lehrerzimmer, ggü. Ihrer Schulleitung, auf Elternabenden, Lehrerkonferenzen und Schulkonferenzen.
Put your Money where your mouth is!
Ich denke, Katze macht Inventur.
„Katze“ nennt in einem Kommentar zu einem Artikel, in dem es u. a. um überlastete Lehrkräfte geht, mögliche (meinetwegen auch von ihr/ihm/? so empfundene) Gründe für diese Überlastung.
Ich finde die Bemerkung „Ist das ein Kündigungsschreiben?“ unpassend. Ich formuliere es mal so: Wenn alle Lehrer, die sich ähnlich wie Katze über die herrschenden schulischen Zustände äußern, kündigen würden, würde das Bildungssystem ziemlich sicher bundesweit zusamnenbrechen. Deshalb frage ich mich anlässlich Ihres Kommentars, ob Sie das Ausmaß des Problems wirklich erkennen. Denn es könnte der Eindruck entstehen, dass Sie es bagatellisieren.
Tun wir keineswegs. Wir berichten ja tagtäglich darüber. Allerdings sehen wir auch keinen Sinn darin, die fraglos bestehenden Probleme zum Weltuntergang hochzujazzen. Wir versuchen hier nämlich beides: Probleme benennen – und Lösungen aufzeigen.
Wir haben aktuell noch unseren Themenmonat „Aus- und Fortbildung“ laufen, in dem sich viele junge Menschen über den Lehrkräfteberuf informieren. Was sollen die mit einem solchen Post anfangen – außer flüchten?
Dabei gehört auch das zur Wahrheit: „Lehrkräfte sind zufrieden: mit ihrem Leben, mit ihren Schülern (den meisten), mit ihren Kollegen – aber nicht mit der Schulpolitik“. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/04/lehrkraefte-sind-zufrieden-mit-ihrem-leben-mit-ihren-schuelern-den-meisten-mit-ihren-kollegen-aber-nicht-mit-der-schulpolitik/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir haben aktuell noch unseren Themenmonat „Aus- und Fortbildung“ laufen, in dem sich viele junge Menschen über den Lehrkräfteberuf informieren. Was sollen die mit einem solchen Post anfangen – außer flüchten?“
Werden dort auch die Schattenseiten gezeigt?
Ganz ehrlich … Wer sich bei dem Post von Katze einsc…. Ehm. Sorry. Abgeschreckt sieht und flüchtet … Der sollte ernsthaft überlegen, ob der Beruf aktuell etwas „für ihn/sie ist“.
Sollte man auch mal bedenken.
Zum einen wird man immer wieder „solchen direkten Meinungen“ begegnen. Von allen Seiten.
Zum anderen stellt es „inhaltlich“ ja einen Teil der Praxis durchaus dar.
Über die Art und Weise … Okay, das verstehe ich. Kann man kritisieren. Kann man auch zulassen. Passt beides.
„Informationen zum Lehrerberuf“ durfte ich schon so manche mit machen … Vor dem Studium, im Studium, nach dem Studium … Und viele „Informationen“ sind wie Bundeswehrstände/PR. Action und Spaß. Nur eben weit von der Realität entfernt.
Bin mal gespannt, was ich beim Themenmonat dementsprechend vorfinden werde.
„Dabei gehört auch das zur Wahrheit: „Lehrkräfte sind zufrieden: mit ihrem Leben, mit ihren Schülern (den meisten), mit ihren Kollegen – aber nicht mit der Schulpolitik“.“
Das ist ja gerade das Traurige. Wie bei ErzieherInnen und PflegerInnen halt auch … Soziale Arbeit „gibt“ viel. Das Potential „als Zufriedenheit“ ist immens. TROTZ einem absoluten Mangelsystem, unfähige Politik, schlechter Systematik und dauernde Forderungen ohne Förderungen, sowie „wir schieben alles zu Schule als Verantwortung“.
Klar kann man „mit den Menschen“ zufrieden sein. Ändert halt nichts an den Umständen.
Beispielsweise kann ein stark „verhaltensoriginelles Kind“ sowohl massiv an Ressourcen und Kraft (zusätzlich) „kosten“ und „man mag es trotzdem“. Das geht. Das schließt sich null aus. Aber die Umstände muss man doch trotzdem „merken“ … Alles andere wäre ja auch etwas naiv für/bei vielen.
Wer „wird“ denn eine Lehrkraft? Wer geht/bleibt?
Die Fragen muss man dazu auch stellen …
Es „rutscht“ selten jemand in den Sozialen Bereich „einfach so rein“. Und langfristig sowieso nicht, wenn man „keine sozialen Kontakte mag“. Wäre ja Irrsinn.
Selbstverständlich ist man oft „zufriedener“ im sozialen Bereich, wenn man mit Menschen zu tun hat. Das dann die eine Ebene.
Eine andere sind Umstände.
Und dann noch bspw. Systematiken.
Und Umstände und Systematik schrecken halt Menschen ab – wenn die diese tatsächlich „erfahren“ oder „aufgeklärt“ wären. Also wirklich aufgeklärt. Mit Bewusstsein/Bewusstwerdung.
Solche Artikel sind mit Vorsicht zu genießen und mit Sicherheit nicht allgemein gültig. Da würde ich eher denen vertrauen, die jeden Tag in den Schulen mit den gleichen Problemen konfrontiert werden und keine Verbesserungen spüren. Für Veränderungen bedarf es einer Bereitschaft, die ich nicht erkennen kann. Das beginnt schon bei der Schulleitung. Fehlende Kommunikation, keine Bereitschaft, auf das Kollegium einzugehen. Und auch im Kultusministerium kann ich keine Bereitschaft dafür entdecken. Lehrer werden nie gefragt, ob eine bestimmte Maßnahme sinnvoll ist oder man es vielleicht besser machen könnte. Es wird angeordnet, fertig. Meistens bedeutet es dann mehr Arbeit. Beispiel Jede Schule muss ein Schulprogrammm entwerfen und ständig anpassen. Erst mal eine gute Idee. Aber was bringt es, wenn es nicht umgesetzt und angewendet wird. Die Kommunikation an der Schule hat sich nicht verbessert. Wofür macht man sich dann die Arbeit? Und dann fehlt es entschieden an Anerkennung. Bei uns gibt es das nicht, nur wenn es nicht läuft, bekommt man sofort eine Rückmeldung. Wenn dann Kollegen innerlich abschließen, ist das nachvollziehbar.
„Solche Artikel sind mit Vorsicht zu genießen“ – dieser Artikel (falls der von uns verlinkte gemeint ist) basiert auf einer Umfrage der GEW.
Was ist seriös wohl stärker zu gewichten: ein anonym im Internet platziertes Wutpamphlet – oder eine auf nachvollziehbaren Quellen basierende Veröffentlichung der größten Lehrkräftegewerkschaft in Deutschland?
Bei allem Verständnis für Frust im Job (haben wir auch manchmal – wie wohl jeder): Wir sind hier ein wissenschaftsgeleitetes Bildungsmagazin, keine (rechts-)populistische Hasspostille.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich lese es als den Anfang eines Manifests, nur fehlen noch die Forderungen.
… und irgendetwas Konstruktives. Herzliche Grüße Die Redaktion
Die Baufeldberäumung ist etwas Grundlegendes und nichts Destruktives, selbst dann nicht, wenn dafür Sprengstoff benötigt wird.
Ohne Freigabe durch den Sprengmeister schon. Herzliche Grüße Die Redaktion
Gut, dass ich über eine Sprengberechtigung verfüge
In der Bildungspolitik bedarf es inzwischen eher einer „Tiefenenttrümmerung“. (Ein schönes deutsches Wort aus dem Bauwesen. 🙂
Ich weiß, so ne Art „Wurzelbehandlung“:)
Aber für die 70% mach ich noch 1 Jahr die Faust in der Tasche.
Ich kann mit diesem „Früher war alles besser“-Gejammer wenig anfangen.
Wie soll ich mit so einer Einstellung meinen Job machen?
Das bedeutet nicht, dass man nicht die vorgesetzte Behörde (Ministerium, Schulamt) kritisieren darf, man muss es in der heutigen Zeit sogar. Auch einzelne Elterngruppen dürfen gerne ihr Fett wegbekommen.
Aber so eine grundsätzliche Alles doof-Haltung zeugt nur von mangelhafter Frustrationsbewältigung und hilft weder einem selbst noch anderen, sie macht einen nur zwangsläufig zu einer schlechten Lehrkraft.
„Sie arbeiten in einem System, das sich seit Jahren auf dem übergroßen Einsatz Einzelner ausruht, statt alle Schulen flächendeckend verlässlich abzusichern.“
Dem Einsatz von Müttern?
Wenn man wirklich innerhalb der normalen Arbeitszeitregeln bleiben würde, wären viele Dinge in der Schule eben nicht mehr wie gehabt möglich, z.B. fünf Tage Klassenfahrt mit lediglich zwei Lehrkräften als Begleitung, lange Elterabende oder -sprechtage, nach denen es am mächsten Morgen wieder früh losgeht.
Vieles läuft, weil Lehrkräfte es mitmachen und damit eben auch Druck für Kolleg*innen entsteht.
Wenn plötzlich jede Stunde Lehrerarbeitszeit gerechnet würde, würde das vermutlich auch viele Prozesse deutlich schlanker machen.