„Viel Zeit verschlafen“: GEW-Chefin Finnern gibt Corona-Schulpolitik eine Fünf

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gibt der Schulpolitik in der Corona-Krise eine Fünf. Übers gesamte Schuljahr hinweg könne man «nichts anderes sehen als mangelhaft», sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Es sind einige Maßnahmen gekommen, aber immer wieder zu spät“: GEW-Chefin Maike Finnern hält. Foto: GEW NRW

Die Schulen seien zu Beginn in die neue Situation hineingefallen. Die Lehrer hätten keine Voraussetzungen vorgefunden, um gut über Distanz zu unterrichten. «Und wir haben im Laufe der Zeit immer wieder erlebt, dass viel zu wenig umgesetzt worden ist.»

Finnern sagte weiter, die Lehrer hätten sich beim Arbeits- und Gesundheitsschutz sehr viel erkämpfen müssen. Nichts sei von selbst gekommen. «Es sind einige Maßnahmen gekommen, aber immer wieder zu spät. Es ist viel Zeit verschlafen worden, um die Schulen wirklich auch auf das neue Schuljahr vorzubereiten.» dpa

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7 KOMMENTARE

  1. Ich gebe übrigens der GEW in Sachen „Interessen ihrer Mitglieder vertreten“ eine glatte 6. In der ersten Welle war die GEW überwiegend damit beschäftigt ihre Sesselfurzersitze bei der Personalratswahl zu bewahren, ansonsten Fehlanzeige. Obwohl zu der Zeit hier in NRW Kolleg*innen gestorben sind.

  2. Eine 5 bedeutet in der Leistungsbewertung: Anforderungen nicht erfüllt, aber es besteht die begründete Hoffnung, dass die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden.
    Nun, diese Hoffnung habe ich sowohl für der Schulpolitik als auch für die Interessenvertretung der Lehrkräfte und ErzieherInnen durch die GEW nicht. Daher ist die Perfomance beider Genannten mit 6 zu bewerten.

  3. Statt gegenseitig die Schuld zuzuschieben wäre m.E. jetzt angesagt:
    eine große Allianz von Eltern, Schülern, Lehrern und deren Vertretungen, um das gemeinsame Ziel (Schulen so weit es geht offen zu halten) mit Klartext in der Öffentlichkeit und Druck Richtung Politik zu erreichen.
    Ansonsten stehen wir am Anfang des neuen Schuljahres immer noch ohne Konzept, ohne Luftfilter, mit kalten Füßen, dicken Jacken und Decken Richtung Herbst in der Klasse und viele Kollegen (resp. Schüler/Eltern) auch immer noch nicht/nicht vollständig geimpft da.

    Mich erfasst nur noch Wut, wenn in den Medien suggeriert wird, man könne die Schulen auf machen, die Lehrer hätten ja die Chance gehabt sich impfen zu lassen…
    Das ist ein schlechter Witz. Viele haben zu Beginn des Schuljahres noch lange keinen vollständigen Impfschutz, und das nicht, weil sie sich nicht gekümmert oder den Zweittermin verpennt haben, sondern weil sie keinen früheren Termin bekommen konnten!

    In meinen augen ist es ein ausgewachsener Skandal, wie „man“ mit Bildung und Schule umgeht. Corona verstärkt das nur noch ins Absurde…

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