Keine „Lehrer*innen“: Kultusminister verbietet Gender-Kunstwörter an Schulen

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DRESDEN. Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich – regelmäßig entbrennen heftige Debatten um Sinn und Unsinn von geschlechterneutraler Sprache. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) macht nun klare Vorgaben für die Schulen im Land – und stellt sich damit gegen Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne), die es den Schulen überlässt, ob sie Sonderzeichen wie das Sternchen für eine geschlechtersensible Schreibweise in Aufsätzen und Prüfungen zulassen.

Ab sofort verboten: Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich. Illustration: News4teachers

An sächsischen Schulen sollen künftig keine Sonderzeichen für eine geschlechterneutrale Sprache mehr verwendet werden. Ein entsprechendes Schreiben an die Schulleiter sei vor Beginn des neuen Schuljahres verschickt worden, erklärte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Dienstag auf Anfrage. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Dabei geht es etwa um offizielle Schreiben, Briefe an die Eltern sowie Unterrichtsmaterialien. Laut Handlungsempfehlung «mit der Bitte um Umsetzung» soll dabei gänzlich auf Zeichen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich verzichtet werden. Diese Sonderzeichen erfüllten weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung noch entsprächen sie den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks, hieß es in dem Schreiben.

Statt Empfehlungen auszusprechen, fordert die AfD-Fraktion ein Verbot von «Gender-Sprache» und die Androhung von Sanktionen

Stattdessen empfiehlt das Ministerium die Verwendung von Paarformen wie Schülerinnen und Schüler oder geschlechtsneutrale Formulierungen wie etwa Lehrkräfte oder Jugendliche. «Unser Ziel ist eine geschlechtergerechte und vor allem verständliche Sprache», betonte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Es gebe mit der deutschen Rechtschreibung klare Regeln, was Sprache und deren richtige Schreibweise angehe. «Diese gibt es und wir setzen sie um.» Gezielte Kontrollen oder Sanktionen soll es nach Ministeriumsangaben aber nicht geben.

Der AfD geht die Regelung nicht weit genug. Statt Empfehlungen auszusprechen, fordert die Fraktion ein Verbot von «Gender-Sprache» und die Androhung von Sanktionen. Die Linke im sächsischen Landtag spricht hingegen von einer Posse. Schulen würden nun aufgefordert, «etablierte Formen einer geschlechtersensiblen Sprache» nicht zu verwenden. Ein solches Sprechverbot ergebe keinen Sinn. «Lehrende und Lernende sollten frei das Ziel erreichen können, die Realität der gesellschaftlichen Vielfalt sprachlich abzubilden», so die Abgeordnete Sarah Buddeberg.

„Es ist gut, wenn Schülerinnen und Schüler in der Schule für geschlechtergerechte Sprache sensibilisiert werden, und das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist ja auch im Bildungsplan verankert“, hatte Baden-Württembergs Kultusministerin Schopper (Grüne) Ende Juli erklärt, wie News4teachers berichtete. „Und gut ist es auch, wenn Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern eine Schreibweise bezüglich der Sonderformen beim Gendern vereinbaren.“

„Dadurch, dass jetzt jede Schule selbst entscheiden soll, setzt man sie dem Druck der meinungsstarken Elternschaft aus“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg kritisierte seinerzeit, dass das Kultusministerium keine einheitliche Regelung vorgibt. „Das Ministerium erweist den Schulen damit einen Bärendienst“, klagt der VBE-Landesverbandsvorsitzende Gerhard Brand. „Dadurch, dass jetzt jede Schule selbst entscheiden soll, setzt man sie dem Druck der meinungsstarken Elternschaft aus. Wir erwarten eigentlich den Schutz der Lehrkräfte und Schulleitungen durch den Dienstherrn.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass wenn Schulen unterschiedlich vorgingen, dies mittel- bis langfristig zu einer uneinheitlichen Schreibweise führe. Brand: „Wir fordern eine klare, einheitliche Regelung, orientiert am Duden und den Empfehlungen der Rechtschreibrats.“

Diese Regelung setzt jetzt Sachsen in Kraft. News4teachers / mit Material der dpa

Liebe LeserInnen, sollen wir gendern – oder lieber nicht? Deutschland ist in dieser Frage gespalten

 

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96 KOMMENTARE

  1. Als an unserer GS nur Frauen unterrichteten war die Ansprache immer: „Liebe Kollegen“.
    Nun haben wir einen Mann im Kollegium und es heißt: „Liebe Kolleg*/_innen“.
    Echt jetzt?

      • @Erst kam eine „Handreichung“ ans Sekretariat über korrektes Gendern. Dann kam der männliche Lehrer.
        Daraufhin fühlte sich eine Kollegin mit dem Begriff „Kollegen“ plötzlich nicht mehr angesprochen und verlangte ihr Recht.

      • Wer glaubt denn so einen Unsinn? Warum sollten drei Möglichkeiten zum Gendern gleichzeitig in ein Wort untergebracht werden? Das kennt man eigentlich nur von rechter Trollerei. Absolut unglaubwürdig.

    • Die Aktivisten arbeiten an der Abschaffung der „generischen“ (= allgemeinen) Bedeutung der Wörter. Damit ist nach 50 Jahren die feministische Linguistik fast am Ziel. 2/3 der Deutschen lehnen es zwar ab, aber die Menschen an den Mikrofonen setzen es durch.

  2. Ich finde das lustig! „Geschlechtsneutrale Sprache“, was soll das überhaupt? Wer denkt sich so einen Schwachsinn aus? So wie ich das in der Schule in Biologie gelernt habe, gibt es bei Säugetieren in der Regel 2 Geschlechter. Warum soll das aus der Sprache verschwinden. Man kann nicht gleich reden, was nicht gleich ist, oder? Warum soll das in der Sprache plötzlich anders sein?

    Ok, es heißt der Apfel, und es heißt die Birne, warum auch immer. Die Pflaume wächst aber immer noch auf dem Baum. Da stimmt doch was nicht!

    Der Mensch (sorry) bzw. die Menschin, der/die sich so einen Müll ausdenken, müssen irgendwie gestört sein. Sorry!

    Ich schlage daher vor, dass in den Stellenanzeigen demnächst verpflichtend steht (m/w/d/b), wobei „b“ für bekloppt steht.

    • 1. Gibt es beim Menschen wiet mehr als 2 Geschlechter, lediglich die Verteilung ist nicht gleichmäßig
      2. Besteht ein Unterschied zwischen „sex“ und „gender“
      3. Ist das generische Maskulinum nicht vom Maskulinum zu unetrscheiden, ist daher uneindeutig und allein schon aus diesem Grund abzulehnen

  3. Ich schreib nunmehr seit Jahrzehnten immer wieder gerne mit großem I. Weil’s schneller geht. Der Unterstrich gefällt mir auch gut und Sternchen … klar, warum nicht.
    Je verbissener und aggressiver gegen Genderkreativität vorgegangen wird, desto mehr habe ich Lust, mehr in Schnellform zu gendern.

    Wovor haben manche eigentlich Angst? Dass mit jedem * die eigene, auf klassischen Geschlechtervorstellungen basieriende Macht zerrinnt?

    Wenn das so ist, greif ich doch gern zu den Sternen. Muss ja nicht immer sein. Aber verbieten lass ich es mir als Lehrkraft nicht. Denn Schule ist nicht von gesellschaftlichen Entwicklungen losgelöst. Ohne Gendern werden wir nämlich unserer Gesellschaft nicht gerecht.

    Der Faulheit geschuldete Abkürzungen gehören dazu. Beispiel: Stört sich jemand daran, statt zum Beispiel meist z. B. zu lesen?

    • Die Aggressivität geht mindestens genauso stark von den Befürwortern aus. Erstens, weil sie es wegen angeblicher Diskriminierung einer extrem kleinen Minderheit (ja, bei dem Stern geht es noch immer gegen Männer, aber nicht mehr vorrangig um die Frauen, erst recht nicht um die heterosexuelle Mehrheit) sehr laut forderten, zweitens es in den linken Zeitgeist passt und drittens jeder, der sich warum auch immer nicht daran hält, in eine politisch fragwürdige Ecke verortet wird.

    • Mein ceterum censeo zu der Debatte:

      Die Kernproblematik in der Debatte um vermeintl. geschlechtergerechte Sprache ist die Ideologisierung derselben.

      Und um das klarzustellen: Prinzipiell kann ja im privaten Bereich und der freien Wirtschaft (z.B. bei N4T) jeder machen, was er will. Ungeachtet dessen erachte ich, der ich tendenziell linksliberal bis liberal links vermeintl. geschlechtergerechte Sprache aber nicht als progressiv, sondern im Gegenteil als das Resultat einer essenziell reaktionär-ideologischen Verzerrung von Sprache, die ggü. der Intention einer Zunahme von Gerechtigkeit kontraproduktiv ist und diese konterkariert. Und ja, das ist mein copy & paste-ceterum censo für solche Gelegenheiten:

      Neben grammatischen Argumenten (Genus vs. Sexus; Partizip I etc.) existieren weitere Gründe gg. die Verwendung „geschlechtergerechter“ Sprache, mindestens jedoch gg. den Zwang zur Nutzung derselben: Die historisch-genetische Sprachentwicklung/-geschichte, Semantik, Sprachästhetik, Sprachökonomie (denen dient bps.w auch ihr Bsp. mit den Beispielen… die meisten Varianten vermeintl. geschlechtergerechter Sprache konterkarieren diesen ökonomischen Apsekt aber), Probleme der einschlägigen Forschung zu vmtl. reduzierter ‚Sichtbarkeit‘ dank nicht-inkl. Sprache (d.h. die mangelnde empirische Fundierung des Phänomens),* die Existenz des generischen Femininums, (’natürlicher‘) Sprachwandel vs. präskriptivem Oktroyismus und generell ökonomische Kosten (mehr Zeichen kosten bspw. ggf. mehr Geld) und i.w.S. soziale Kosten** des Letzteren. Die Frage, warum man gendern sollte, ist ja der Knackpunkt. Gendern tropediert den Kommunikationsprozess grammatischer, semantischer und ästhetischer Unzulänglichkeiten einerseits und (sprach-)ökonomischer und sozialer Kosten andererseits. Was bleibt also als Argument für die Nutzung vermeintl. geschlechtergerechter Sprache und insb. als Argument für einen Zwang zu Dgl.? M.M.n. nicht viel… nur die mglw. falsch verstandene Rücksichtnahme auf die idiosynkratischen, oft emotional-irrationalen und regelmäßig ideologisch aufgeladenen Befindlichkeiten einiger (lautstarker) weniger. Mithin exponiert das Gendern eher Unterschiede, kann als reaktionär wahrgenommen werden und ist damit dem skizzierten Ziel der Inklusion ggü. kontraproduktiv (hier auch ein Hinweis auf einschlägige Kommentare von Nele Pollatschek).

      Die Problematisierung des generischen Maskulinums als vermeintl. nicht exklusiv wird vom Gros der dt. Sprachanwender berechtigterweise nicht mitgegangen, weil die Problematisierung desselben ein gewisses Mindset, vulgo einen (ideologischen) Bias i.V.m. der Negierung der grammatischen sachlich-faktischen Ebene erfordert und im ausschl. Rekurs auf (mit Rekurs auf die eigene Geschlechtsidentität als Maxim identitätspolitisch motivierte) idiosynkratische Befindlichkeiten funktioniert, die es nicht schaffen, Bedeutung als ‚objektives‘ Problem zu erlangen: Die Proponenten des Genderns posutlieren, dass durch das generische Maskulinum alle Menschen, die keine biologischen Cis-Männer sind, marginalisiert würden. Diese Marginalisierten möchten sprachlich mehr Beachtung finden…
      … diese finden mit dem generischen Maskulinum aber faktisch exakt dieselbe Beachtung, wie alle anderen Menschen auch – das Problem ist mit dem Streben nach „mehr Beachtung“ unbewusst klar benannt. Dass man durch das generische Maskulinum faktisch weniger beachtet würde, wenn man kein Cis-Mann ist, verfängt nicht, so dass hier „mehr“ auch denklogisch nicht eine Angleichung an das Beachtungsniveau meinen kann, sondern im Endeffekt in einer Exponierung von Unterschieden mündet, die – ich wiederhole mich – ggü. dem Anliegen, mehr soziale Gerechtigkeit (die abermals nicht dasselbe ist, wie Gleichberechtigung) zu produzieren, kontraproduktiv ist.
      Das Agitieren gg. das generische Maskulinum wirkt halt im besten Fall linguistisch unsensibel bis uninformiert, für subjektives Empfinden hypersensibilisiert (s. die immer wiederkehrende Verwechslung von Empathie mit Mitgefühl und den Anspruch, mehr oder weniger bedingungslos affirmativ ggü. diesem Empfinden zu sein) u./o. (evtl. auch gruppenbezogen) egozentrisch… oder einfach nur wirr, wie ein Streitgespräch, bei dem A eine eigtl. unmissverständliche Äußerung von B vollkommen verzerrt und falsch als Angriff interpretiert und im Furor einen unbremsbaren Wutanfall bekommt.

      Die Debatte ist damit geprägt von…

      …. (a) einerseits unfundierten Präsuppositionen (vulgo: Ressentiments) über die Intentionen derjenigen, die vermeintl. geschlechtergerechte Sprache ablehnen, bspw. dass die Ablehnung von Gendern in Wahrheit weniger salonfähige Motive (z.B. eine gewisse Minderheitenfeindlichkeit) kuvrieren würde oder dass diese Ablehnung seitens Frauen das Resultat internalisierter Misogynie, gewollter Selbstabwertung o.ä. ihrerseits wäre. Andererseits wird vermeintl. geschlechtergerechte Sprache als bewusst menschenfreundliche Sprache inszeniert, so dass die Ablehnung von Gendern nur noch menschenunfreundlich sein könnte; non sequitur!

      … (b) unfundierten Axiomen (Stichwort: Das Gespenst des Patriarchats) i.V.m. einer idiosynkratischen (und kontrafaktischen) Gefühligkeit (Bsp.: Man fühlt sich vom generischen Maskulinum nicht mitgemeint, marginalisiert, devalviert etc., wo dies alles faktisch nicht der Fall ist). Zum Ausdruck kommt das bspw. in regelmäßigen Bekundungen, dass einige Proponenten des Genderns das generische Maskulinum ja auch als etwas Negatives begreifen, als Ausdrucksform eines ominösen Patriarchats.

      Beides resultiert in einer kontraproduktiven Emotionalisierung der Debatte, denn wer Debatten i.w.S. arbiträren Idiosynkrasien preisgibt, also die Gefühlsebene der Sachebene voranstellt, ja letztere gar verächtlich macht, entkoppelt sie von einer nüchtern-rationalen Perspektive, öffnet sie für subjektive Deutungshoheiten und macht sie letztlich arbiträr. Deshalb ist diese Gefühligkeit auch bereits ohne die ideologische Verzerrung problematisch, bei jedem mehr oder weniger öffentlich diskutierten Thema (bzw. Thema mit sozio-/kulturpolitischer Bedeutung). Ja, das kann man als akademisch-kalte Betrachtungsweise bezeichnen, ich kann da aber nichts erkennen, das negativ wäre, resultiert doch aus dem Geschriebenen, dass diese Betrachtungsweise eben entideologisiert, ohne unfundierte Präsuppositionen, Implikationen, Axiome etc. auskommen soll – das ist nicht menschenunfreundlich, das ist nüchtern. Und mithin: Der Elfenbeinturm ist auf der Gegenseite zu verorten, also dort, wo die Maxime der Primat der (subjektiv empfundenen) Betroffenheit ist und (ideologischer) Bias nicht mehr kritisiert und dekonstruiert wird, sondern valide scheint, auch wenn er im Extremfall nicht mehr von Egozentrismus differenzierbar ist und [un-]bewusst die menschlichen Bedürfnisse aller anderen Menschen ignoriert und nur auf eine gewisse Schnittmenge mit anderen ‚Betroffenen‘ hoffen kann; egal wie die Menschen sich damit fühlen, sie haben gefälligst die Meinung aus dem Elfenbeinturm zu akzeptieren.

      Die Proponenten einer vermeintl. geschlechtergerechten Sprache schaffen es nicht, das generische Maskulinum als valides Problem zu positionieren, weil sie es (aus naheliegenden Gründen) nicht schaffen, allen anderen ihre ideologische Brille überzustülpen. Warum auch sollte man biasbasierten Partikularinteressen entgegenkommen, wenn sich bei nüchterner Betrachtung außerhalb verzerrter Wahrnehmung i.V.m. falschen / fehlerhaften Präsuppositionen, Axiomen und Co. kein Problem ergibt? Wenn ich morgen um die Ecke komme und gerne hätte, dass es justiziabel wird, mich nicht mit meinem akademischen Grad anzusprechen, weil ich mich diskriminiert fühle und meinem Ggü. unterstelle, er wolle durch die Vermeidung der Gradnennung mich diskriminieren, dann ist das erstmal mein Problem, das i.d.R. auch nicht in der Welt der Fakten verankert sein wird.
      Das erinnert mich an Theisten, die es nicht verstehen, dass Menschen nicht nicht an ihren Gott glauben oder Kommunisten, die nicht verstehen, dass andere nicht bei ihrem ‚Klassenkampf‘ mitmachen wollen (weil die jeweils anderen die entsprechenden unfundierten Vorannahmen eben nicht mitmachen). Es ist schon klar, dass das generische Maskulinum für die Proponenten einer vermeintl. geschlechtergerechten Sprache problematisch ist (und dass man argumentieren könnte, dass es ein Problem ist, dass Menschen mit dem generischen Maskulinum ein Problem haben), aber ich möchte (kontrafaktische) Gefühligkeit, subjektive Deutungshoheiten und Co. ungern zur Maxime meines (und erst recht nicht staatlichen) Handelns machen.
      Sicher, man kann den Standpunkt vertreten, dass man niemandem irgendwie auf den Schlips treten, dass man maximale Konfratationsvermeidung praktizieren möchte (was sich mit dem Beharren auf Gendern natürlich beisst), weil sich ja niemand schlecht fühlen soll etc., egal wie unnachvollziehbar das ausschlaggebende Fühlen ist, ob es bspw. auf Missverständnissen oder komplett falschen Annahmen basiert, reine Ideologie oder komplett arbiträr ist – aber ich nehme ja auch nicht auf religiöse Gefühle von Menschen Rücksicht, den Verschwörungsglauben der Aluhutfraktion o.ä.; warum sollte ich? Ich muss jetzt nicht jeden dem ich begegne in den Grundfesten seiner Selbstwahrnehmung erschüttern, aber prinzipiell sehe ich mich den Idealen der Aufklärung und der Perpetuierung unserer pluralen, säkularen (ja, eine Wunschvorstellung, ich weiß…), freiheitlich-demokratischen Grundordnung, dem Humanismus und der Progression zum Zwecke der Verbesserung der objektiven Lebensumstände der Menschen verpflichtet, da schmerzt dann schon, wenn entsprechender Druck aufgebaut wird, sich doch bitte Irrationalitäten zu beugen.

      Und dass das nichts mit einem immer wieder vorgeworfenen Empathiemangel o.ä. zu tun – ich bin halt nicht Teil einer Echokammer. Warum sollte man eine vermeintl. bessere Alternative für das generische Maskulinum finden wollen bzw. im Zugzwang ggü. den Proponenten einer vermeintl. geschlechtergerechten Sprache sein? Das generische Maskulinum ist bereits de facto inklusiv. Wenn man als Proponent vermeintl. Geschlechtergerechter Sprache das eigene Problem nicht so vermitteln kann, dass es ein gewisses Maß an Intersubjektivierbarkeit erlangt, dann ist das Problem vielleicht gar kein Problem?!

      Im Gegenteil: Trotz unzähliger (redundanter) Versuche ist es den Proponenten des Genderns bislang komplett misslungen, überhaupt irgendwelche Vorteile des Genderns außerhalb eines essenziell reaktionären Ziels oder außerhalb der Psychohygiene von Personen zu skizzieren, die ein irrationales, nicht (über die eigene Blase hinweg) intersubjektivierbares Problem mit dem generischen Maskulinum (auch ganz dezidiert entgegen des faktischen Bedeutungsgehalts desselben) haben (das empirische Fundament des oft postulierten dritten Nutzens, des vermeintl. ‚Sichtbarmachens‘, wird im Folgenden infrage gestellt).

      Und btw: Wenn ich jetzt an aktive Versuche soziopolitischer/-kultureller Sprachgestaltung denke, fällt mir (Abseits von Plansprachen und fiktionalen Beispielen eines J. R. R. Tolkien) echt kein Beispiel ein, das in mir nicht fragwürdigste Assoziationen evoziert. Ich finde solche Bestrebungen, insb. wenn dort Zwang (ob direktem oder indirektem) irgendwie das Wort geschrieben/geredet wird, vielmehr sehr erschreckend (sorry für Godwyn, aber ich habe da spontan die Lingua Tertii Imperii, den Sprachgebrauch der KPdSU und – doch ein fiktionales Beispiel – G. Orwells Neusprech im Kopf).

      * Ganz interessant in diesem Zusammenhang: „Im Gegensatz zum Geschlecht der Befragten erwies sich die Einstellung der Befragten zu geschlechtergerechter Sprache als relevante Moderatorvariable [….].: Die Sprachversion hatte primär dann einen Einfluss, wenn die befragte Person eine positive Einstellung besaß. Dieser Befund ist insbesondere deshalb interessant, da er nahelegt, daß Änderungen in der gesellschaftlichen Einstellung zum Gebrauch geschlechtergerechter Sprache bzw. ausschließlich generisch maskuliner Formen zu unterschiedlichen Interpretationen des generischen Maskulinums führen können“ [Stahlberg, Dagmar; Sczesny, Sabine (2001). Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen. Psychologische Rundschau, 52, 131-140, hier: S. 138]. Das ist eine Variable, die ich im Gros der einschlägigen Forschung vermisse. Sie demonstrierte, ohne jetzt die m.E. evidenten methodischen Defizite z.B. der Studie insb. hinsichtlich ihrer Operationalisierungen zu diskutieren (Stichwort: Konstruktvalidität) und auch ungeachtet dessen, dass die absoluten Messwerte zwischen den Versuchs- und Kontrollgruppen ggf. zwar statistisch signifikant divergieren, aber wohl kaum einen substanziell signifikanten Unterschied markieren und die Demonstration rein statistisch signifikanter Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppen ohnehin nicht sehr brauchbar erscheint (was ist bspw. mit den Effektstärken, bevor wir überhaupt beginnen, die Ergebnisse zu interpretieren und diese dann vielleicht sogar zu diskutieren?), das Folgende: Das generische Maskulinum wird erst dann zum Problem, wenn wir es zu einem machen… das individuelle Mindset scheint das Problem zu sein.
      Ich habe dafür einen anderen Namen: Bias. Wenn sich eine Person durch Verwendung des generischen Maskulinums per se persönlich verletzt, angegriffen o.ä. fühlt(!), weil sie sich (bspw. dank eines ideologischen Bias, der darin eine Ausdrucksform des Patriarchats sieht) exkludiert fühlt(!), wo diese Exklusion und erst recht eine verletzende, angreifende o.ä. Intention aber de facto nicht existiert (und das generische Maskulinum per definitionem inklusiv ist), ist dieses Fühlen sachlich nicht fundiert, ohne diesen Bias undenkbar. Das zeugt nicht von einem Mangel an Empathie i.e.S. oder der Unfähigkeit zu empathischem Nachvollziehen, dafür muss man sich lediglich denktheoretisch-emotional in die entsprechende Biasperspektive hineindenken. Diesem Empfinden muss und sollte m.E. aber – im Rekurs auf meine Kritik an die Ideologisierung der Debatte –, insb. in einer öffentlichen Debatte / einem öffentlichen Diskurs, u.U. mit Bezug auf eine anonyme Masse (anstatt im direkten, ggf. freundschaftlichen Gespräch), kein Mitgefühl (mit dem Empathie regelmäßig fälschlich synonymisiert wird), keine Affirmation, Sympathie, ja Rücksichtnahme o.ä. evozieren, warum auch? Ich kann mich auch in das Mindset eines Reichsbürgers hineindenken und dessen Gefühle und die biasbasierten Ursachen derselben empathisch Nachvollziehen, Mitgefühl gibt es trotzdem nicht, im Gegenteil.

      Andere Studien haben hier auch keinen Erkenntnisgewinn gebracht, so z.B. die Versuche nachzuweisen, dass das gewnerische Maskulinum nicht generisch wahrgenommen würde… Studien, in denen durchweg die erwähnte Moderatorvariable ignoriert wurde. Bspw. Gygax et al (2008): Generically intended, but specifically interpreted: When beauticians, musicians, and mechanics are all men. In: LANGUAGE AND COGNITIVE PROCESSES 2008, 23 (3), 464-485. Methoden und Ergebnisse:

      „Each participant saw 18 continuations about women, 6 following sentences with a female stereotyped role name, 6 following sentences with a neutral stereotyped role name and 6 following sentences with a male stereotyped role name, and 18 about men. [….] In our experiment each participant saw 12 continuations of each type. Across the experiment, we created six lists to ensure that each role name was equally often followed by men and women, and by sentences portraying different situations. […] In all experimental conditions the intended response was yes (the second sentence is a sensible continuation of the first). […] The participants […] were asked to make a prompt decision, based on their first impression and not on a prolonged reflection. […] The participants pressed the yes button to make the first sentence appear, and then pressed the yes button again to make the second sentence (target sentence) appear. They then had to make a prompt decision by pressing either the yes button (i.e., I think it’s a sensible continuation) or the no button (i.e., I don’t think it’s a sensible continuation). Participants were asked to keep the index finger of their dominant hand on the yes button and the index finger of their non-dominant hand on the no button. […] there was a main effect of Continuation, with more positive judgements when the continuation sentences mentioned men (M = .69) than when they mentioned women (M = .40). […] A] significant Continuation effect […] with responses to men being faster than those to women fully supported the results found in the judgements. There was neither effect of Stereotype […] nor an interaction […].“

      Bedauerlicherweise dokumentiert die Studie keinen kumulierten Wert für female, male und neutral stereotypes. Auch absolute Werte für die „Proportion of positive judgements across languages and conditions“ fehlen (sprich: Wie oft wurden „positive positive judgements“ etc. vorgenommen?), ebenso die dazugehörigen Standardabweichungen. Bei den „Mean positive judgement times“ haben wir die typischen Probleme und Unzulänglichkeiten von psychologischen Reaktionszeittests, gerade was deren Interpretierbarkeit betrifft: Einfach mal die absoluten Werte in TABLE 3 (S. 478) angucken (die Maßeinheit sind Millisekunden…) und dann bitte auf die (bei der Methode nicht überraschend) immensen Standardabweichungen schauen. Es fehlt der Studie leider an Grundlegendem: Es werden lediglich bivariate Zusammenhänge gemessen, folglich erfolgt keine probate Drittvariablenkontrolle: Gerade bei dem Thema bspw. bereits den naheliegendsten Konfunder, das Geschlecht(!), zu ignorieren, ist untragbar. Effekstärkemaße? Fehlanzeige. Stattdessen wieder der Verlass auf statistische Signifikanz…

      Weitere Probleme:
      Zwei Beispiele:

      1. Die Probanden schöpfen sich aus einem convenience sample, über dessen Hetero- bzw. Homogenität wir nichts wissen… außer dass es sich um Studenten handelt, die für credit points an der Studie teilgenommen haben. Als Studenten (u.U. sogar durchgehend aus einer Disziplin) sind sie nicht repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung. Zudem ist es ist recht üblich, mind. Alter und Geschlecht zu dokumentieren, um relativ häufige Konfundierungen auszuschließen und Rückschlüsse auf die Extrapolierbarkeit der Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung ziehen zu können. Auch weitere (bspw. individualbiographische) Faktoren werden aus diesen Gründen regelmäßig erhoben. Das fehlt hier alles…

      2. Die ganze Studie ist ein Quasi-Experiment ohne Kontrollgruppe (stattdessen gibt es lediglich eine Kontrollaufgabe). Das beeinträchtigt die interne Validität u.U. erheblich, da somit Konfundierungen (antezedierende, intervenierende, verdeckte Beziehungen) nicht ausgeschlossen werden können, die einen eigenständigen Einfluss auf die abhängige(n) Variable(n) haben können.

      3. Selbst wenn die Studie sonst jeder Kritik standhalten würde, wäre ja auch die Frage offen, wie lang denn entsprechende Wahrnehmungen anhalten: Die Probanden sollten ja ausdrücklich Spontanurteile fällen (und längere Nachdenkzeiten wurden herausgerechnet), aber was ist, wenn es nur ein paar weiterer Millisekunden des Nachdenkens bedarf (die in realweltlichen Situationen regelmäßig zweifellos zur Verfügung stehen), um die positive judgments in allen Konstellationen in die Höhe schießen zu lassen? Da ist die ökologische Validität abermals stark in Mitleidenschaft gezogen…

      Etc.

      Ohne Effektstärke wissen wir auch nicht, wie groß die erklärte Varianz hinsichtlich der abhängigen Variablen ist. Ein fiktives Beispiel:
      Stellen wir uns vor, wir untersuchen experimentell den Einfluss der unabhängigen Variable A, des Brotkonsums, auf die abhängige Variable B, die Aggression der Brotkonsumenten. Jetzt haben wir eine robuste Studie, alle Störfaktoren ausgeschlossen etc. und können tatsächlich einen statistisch signifikanten Kausalzusammenhang zwischen A und B demonstrieren. Brotkonsum trägt zur Aggression bei. Ohne auf psychologische Messverfahren für Aggression einzugehen: Genauer gesagt demonstrieren wird damit nur eine statistische Überzufälligkeit des Zusammenhangs von A und B. Salopp formuliert können wir aber ohne Effektstärkemaße nicht differenzieren, ob der Brotkonsum jetzt bspw. 0,01 oder 100 Prozent des aggressiven Verhaltens erklärt… und da haben wir noch nicht davon gesprochen, wie hoch die Aggression denn überhaupt insgesamt ist, sondern nur davon, dass es hier um einen Prozentsatz der gemessenen Aggression geht.

      … und außerdem lässt sich statistische Signifikanz ganz einfach für alle möglichen Zusammenhänge herstellen, weshalb die Demonstration statistischer Signifikanz als einzige Methode in unzähligen psychologischen Studien seit mindestens einer Dekade heftig in der Kritik steht (berechtigterweise).
      Nein, die Studie kann man leider auch in die Tonne klopfen. 🙁

      ** Anekdote am Rande aus diversen persönlichen Gesprächen mit befreundeten Betroffenen etc.: Es gibt bspw. nicht wenige in der pen & paper-Rollenspielbranche auf Autoren- und Verlagsebene, die sich über massivsten (oft kampagnenartigen) Druck und Anfeindungen (ad hominem) beklagen, wenn sie nicht gendern. Und aus eigener Erfahrung: Nach meinem Drittstudium hätte man mir Notenpunkte abgezogen, hätte ich für meine zweite Staatsexamensarbeit keine geschlechtergerechte Sprache genutzt.

      Angesichts all dessen müssten Sie mir bitte erläutern, inwiefern wir ohne Gendern „unserer Gesellschaft nicht gerecht“ würden.

      tl:dr
      Es gibt keine strapazierbaren Gründe für das Gendern.

      • Wieso sollte das generische Maskulinum verwendet werden, wenn dieses von der maskulinen Form nicht unterscheidbar ist? Das widerspricht der sprachlichen Vorgabe der Vermeidung von Uneindeutigkeiten. Wenn es eine tatsächliche generische Form für Personen gäbe, die weder dem Maskulinum, noch dem Femininum entsprächen, hätten wir eine schöne Lösung. Da sich das generische Maskulinum jeodch nicht vom Maskulinum unterscheiden lässt, gibt es sehr wohl Gründe dieses nicht generisch zu benutzen, ohne zu kennzeichnen, dass es generisch zu verstehen ist.

      • Ich zitiere Sie: „Wenn sich eine Person durch Verwendung des generischen Maskulinums per se persönlich verletzt, angegriffen o.ä. fühlt(!), weil sie sich (bspw. dank eines ideologischen Bias, der darin eine Ausdrucksform des Patriarchats sieht) exkludiert fühlt(!), wo diese Exklusion und erst recht eine verletzende, angreifende o.ä. Intention aber de facto nicht existiert (und das generische Maskulinum per definitionem inklusiv ist), ist dieses Fühlen sachlich nicht fundiert, ohne diesen Bias undenkbar.“

        Erstmal: Schrecklicher Stil.

        Weiterhin: Das heißt, sie sprechen den Personen, die sich exkludiert fühlen, die Begründung ab sich verletzt zu fühlen. Sie haben jedoch Menschen nicht vorzuschreiben, wie diese Sprache empfangen und ob sie eine Begründung dafür haben sich angegriffen zu fühlen oder nicht. Das ist eine absolute Unverschämtheit. Genausogut könnten wir Schimpfworte benutzen und dahinter setzen, dass wir es gar nicht beleidigend meinen. Das macht die Beleidigung nicht besser.

        Selbst wenn es keine sachlichen Gründe für das Gendern gäbe (die jedoch existieren und auf die ich in meinen bisherigen Posts hingewiesen habe), wird die Benutzung des generischen Maskulinums nicht dadurch gerechtfertigt, indem Sie versuchen den falsch angesprochenen Personen die sachliche Begründung abzusprechen, mit der sie sich verletzt und angegriffen fühlen dürften. Denn es könnte Ihnen durchaus bewusst sein, dass sich diese Personen durch die Benutzung des generischen Maskulinums angegriffen fühlen – Fakt ist jedoch, dass Sie dies bewusst ignorieren.

        • Ihr Plädoyer für ein generisches Neutrum(?!) bzw. vermeintl. geschlechtergerechte Sprache als vermeintl. eineindeutigere Alternative verfängt nicht, verfehlt mithin die in meinem Beitrag skizzierte Kernproblematik wie auch den Wesensgehalt des generischen(!) Maskulinums. Zudem obliegt Ihr Argument einer Verkehrung der Ausgangslage: Die generische Nutzung ist die Konvention, der Regelfall (s.u., Beitrag v. 3. September 2021 um 17:23 Uhr), allenfalls die Ausnahme vom selbigen wäre kennzeichnungsbedürftig. Auf die empirische Quantifizierung der Problematik des ohne entsprechende Kennzeichnung nicht generischen Verstehens bin ich gespannt (ich darf Sie auch an die von mir gelieferten Studien verweisen).

          Weiterhin würde ich Sie bitten, mir keine Aussagen zu unterstellen, die ich nicht getätigt habe und mir infolge eines Miss-/Fehlverständnisses auch noch eine „absolute Unverschämtheit“ zu attestieren (da hilft es u.U., von der Sache nicht dienlichen gustatorischen Werturteilsbekundungen abzusehen):
          Ich spreche Personen, die sich exkludiert fühlen, nicht die Begründung ab, sich verletzt zu fühlen, sondern mache darauf aufmerksam, dass „sich verletzt zu fühlen“ noch keine hinreichende Begründung ist und fordere evtl. eine Begründung ein. Das ist ein bedeutender Unterschied.

          Wie Ihnen bei diesem Beitrag von mir (und dem im ersten Absatz dieser Replik referierten Beitrag meinerseits) hätte auffallen können, umfasst der Kommunikationsprozess in meiner Argumentation sachgerechterweise mind. Sender und Empfänger: Ich schreibe Menschen generell nicht vor, „wie diese Sprache empfangen und ob sie eine Begründung dafür haben sich angegriffen zu fühlen oder nicht.“ Immerhin: Alles was wahrgenommen wird, wird nach der Art des Wahrnehmenden wahrgenommen. Das ist jetzt nicht die neueste Erkenntnis in der Kommunikationswissenschaft, war ja auch schon einem Thomas von Aquin bewusst. Nicht nur mit Blick auf eben diese Kommunikationswissenschaft kritisiere ich aber eine einseitige Orientierung an der Rezipientenseite, die Ihnen hinreichend zu sein scheint. Mir genügt es nicht, dass Menschen „sich angegriffen […] fühlen“, ohne dass hier auch nur der Versuch der Intersubjektivierbarkeit unternommen wird, d.h. ohne dass mind.(!) die Intentionen der Senderseite berücksichtigt werden. Andernfalls macht man sich und alle anderen zum Spielbar von Willkürlichkeiten. Jeder kann sich natürlich so fühlen, wie er ‚will‘ – meinetwegen auch total arbiträr, irrational u./o. entkoppelt von der Sachlage. Wenn keine nachvollziehbare, sachlich nachvollziehbare Begründung erfolgt, dann ist das halt so… Sie erliegen dem Trugschluss, ich ignorierte „dass sich diese Personen durch die Benutzung des generischen Maskulinums angegriffen fühlen“, das ist für Sie „Fakt“, tatsächlich realisiere ich das durchaus, aber warum sollte man sich angesichts des gerade Skizzierten mit entsprechenden Personen solidarisieren?

          Klar, man könnte auch argumentieren, dass es gesellschaftlich problematisch wird, wenn sich eine hinreichende Menge an Personen missverstanden, exkludiert etc. fühlt und man ihr besser auf die ein oder andere Art und Weise Gehör verschaffen sollte, bevor die Situation kippt und eskaliert… aber mit so einer Argumentation öffnet man Dingen Tür und Tor, die hier wohl niemand will (Stichwort: Alufolie).
          M.M.n. wäre das auch ein Tanz durch ein Minenfeld, würde man diese Form der Rücksichtnahme auf eben der skizzierten Basis praktizieren. Ein Minenfeld immer und überall… und ich möchte mein eigenes und gesellschaftliches Handeln insg. nicht an im Endeffekt arbiträren Faktoren ausrichten, individuellen Deutungshoheiten unterordnen. Anders (und mit einiger Übertreibung und auf die Gefahr hin, dass Sie das jetzt als Lächerlichmachen der entsprechenden Position missverstehen):
          Für wie problematisch halten Sie es, wenn ich mich ernsthaft abgewertet fühlte, wenn Sie und alle anderen mich nicht mit „His Royal Highness The Prince PaPo, Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth, Baron Greenwich, Royal Knight of the Most Noble Order of the Garter, Extra Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Member of the Order of Merit, Grand Master and First and Principal Knight Grand Cross of the Most Excellent Order of the British Empire, Knight of the Order of Australia, Additional Member of the Order of New Zealand, Extra Companion of the Queen’s Service Order, Royal Chief of the Order of Logohu, Extraordinary Companion of the Order of Canada, Extraordinary Commander of the Order of Military Merit, Lord of Her Majesty’s Most Honourable Privy Council, Privy Councillor of the Queen’s Privy Council for Canada, Personal Aide-de-Camp to Her Majesty, Lord High Admiral of the United Kingdom“ nennen würden, wenn diese empfundene Abwertung in mir tiefste Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, das Gefühl von Exklusion etc. auslösen würde?! Oder wenn ich mich von all den jetzigen Möglichkeiten vermeintl. geschlechtergerechter Sprache immer noch nicht inkludiert fühlte und darauf beharrte, ein ganz bestimmtes Suffix o.ä. zu nutzen, dass dringend notwendig ist, damit auch genau ich als Einzelperson mitinkludiert werde? Wahrscheinlich ginge Ihnen das – mit Verlaub – am Allerwertesten vorbei, weil hier ein subjektives, aber kein objektives Problem vorliegt, das zudem nicht in Ihrer oder gesellschaftlicher Verantwortung läge, sondern bei mir.
          Ihr Beispiel mit den Schimpfworten verfängt i.d.S. auch nicht, hat mit meiner Argumentation nichts zu tun.

          Im Übrigen sehe ich nicht, dass Sie in Ihren bisherigen Posts hier auf sachliche Gründe für das Gendern hingewiesen hätten. Ihre einzige Behauptung (Singular!), die ansatzweise in die Richtung einer argumentativen Auseinandersetzung, eines Pro-Arguments für das Gendern geht, ist diejenige, dass „das generische Maskulinum nicht vom Maskulinum zu unetrscheiden, […] daher uneindeutig und allein schon aus diesem Grund abzulehnen“ sei – q.e.d. (und s.o.). Das wird auch nicht dadurch ein valides Argument, dass Sie jetzt im letzten Absatz einen Zirkelschluss versuchen und aus dem, was Sie eigtl. belegen wollen, ein Axiom für ihre rhetorische Figur machen wollen: Dass es sich bei „sich angegriffen […] fühlen[den]“ Personen um „falsch angesprochen[e] Personen“ handelt, sollte am Ende einer überzeugenden Argumentationskette Ihrerseits stehen, kann – mit Blick auf die beiden skizzierten Seiten des Kommunikationsprozesses – denklogisch nicht deren axiomatischer Ausgangspunkt sein. Argumentationshilfen können Sie ja evtl. auch in denjenigen Studien finden, die ich in meinem jüngeren Beitrag hier referiert habe. Wenn Sie im gleichen Satz aber auch noch von „sachliche[n] Begründung[en]“ fabulieren, die ich hier vermeintl. Betroffenen Genderproponenten „abzusprechen“, wird es – sorry – abstrus. In einem ersten Schritt gälte es zunächst ja überhaupt erst sachliche Begründungen zu liefern (s. Abs. 3). „Fakt“ scheint mir damit insg. leider zu sein, dass Sie meinen Beitrag nicht bzw. falsch verstehen, mit meinen eigtl. Argumenten haben Sie sich ja auch nicht auseinandergesetz. 🙂

          • Ihr inflationärer Gebrauch an Worten lässt nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Sie versuchen meine Ausführungen als „verfehlt“ vom Tisch zu wischen, ohne stichhaltige Argumente zu nennen; lediglich basierend auf Ihrer Überzeugung – netter Versuch.

            Ich zitiere: „Ich spreche Personen, die sich exkludiert fühlen, nicht die Begründung ab, sich verletzt zu fühlen, sondern mache darauf aufmerksam, dass „sich verletzt zu fühlen“ noch keine hinreichende Begründung ist und fordere evtl. eine Begründung ein. Das ist ein bedeutender Unterschied.“ Das habe ich durchaus verstanden. Allerdings haben Sie offenbar nicht begriffen, dass Ihre Auffassung, dass Menschen ihre Betroffenheit zu rechtfertigen haben, Ihnen nicht erlaubt diese willentlich zu empören. Sie ignorieren willentlich und wissentlich die Emotionen von Personen, anstatt zu versuchen dies zu unterlassen – das ist pure Ignoranz. Können Sie durchaus in dieser Form handhaben, müssen sich jedoch nicht darüber wundern, wenn sich Konsequenzen aus Ihrem Handeln ergeben.

            Dann gendern Sie eben nicht: Das ist mir so wie vielen Gender-befürworter:innen völlig gleichgültig. Ihre Bemühungen mit vielen Worten im schlechten Stil einen Sachverhalt darzulegen und ohne ihn stichhaltig begründen zu können, finde ich ehrlich gesagt äußerst drollig.

          • Liebe AuroRa,

            es ist durchaus bemerkenswert, wie Sie konstant versuchen, dieses ‚Gespräch‘ auf ein Ihr Gegenüber devalvierendes, persönliches (ad hominem) Niveau herabzuziehen, auch wenn dieses Gegenüber auf diese toxischen Versuche der Unterminierung des Diskurses nicht anspringt. Was Ihnen ohne weitere Begründung als „inflationärer Gebrauch an Worten“ erscheint, ist der Versuch, auch Ihnen – trotz Ihres simplen, non-argumentativen Dagegenhaltens – möglichst nachvollziehbare, sachlich-nüchterne Argumente gegen das Gendern (oder zumindest für das Nichtgendern) bzw. für das Prinzip der Bringschuld nahezubringen.

            Interessant ist, dass Sie mir ja schon fälschlicherweise vorgeworfen haben, Meinungen zu Fakten zu erklären, wo ich dies u.a. mit Verweis auf den Forschungsstand und ein Plädoyer für eine Differenzierung von abzulehnenden subjektiven Deutungshoheiten einerseits und notwendigerweise (ggf. empirischen) Intersubjektivierbarkeiten andererseits der Gegenseite vorgeworfen habe. Ihre unsubstantiierte Behauptung wurde meinerseits ja problemlos dekuvriert, was Sie geflissentlich ignorieren (‚If you didn’t see it, it didn’t happen‘ oder wie?!), so wie auch alle Ihnen entgegengebrachten Argumente insgesamt. Man darf sich bereits hier fragen, was denn für Sie „stichhaltige Argumente“ sind, noch sein können:

            Sie nehmen die Ergebnisse empirischer Forschung und deren Aussagekraft i.V.m. mit ggf. deren Auslassungen und Fehlern etc. (Reichweite, Extrapolierbarkeit, substanzielle Signifikanz einzelner Studienergebnisse etc.) gar nicht erst zur Kenntnis. Kein einziger Ihrer Posts beschäftigte sich mit der einschlägigen Forschung zu der Thematik (nicht einmal entsprechende vorwissenschaftliche Hypothesen kamen), sei es nun als Reaktion bspw. auf die meinerseits artikulierte Kritik oder in proaktiver Form, z.B. durch entsprechende eigene Forschungsreferenzen etc.; mehr noch:
            Sie scheinen ja prinzipiell das Prinzip von Intersubjektivierbarkeit (und damit btw auch Gütekriterien empirischer Forschung) geradezu samt und sonders abzulehnen. Was könnte Ihnen da denn überhaupt noch „stichhaltige“ und eben nicht nur Ihnen willkürlich genehme Argumente darstellen?! Was ist da Ihr Maßstab für Stichhaltigkeit, wenn nicht größtmögliche Intersubjektivierbarkeit (durch Faktenbasiertheit)?
            Zumindest das machen Sie relativ klar: Wenn sich eine Person durch das Nichtgendern angegriffen (bzw. exkludiert etc.) fühlt, ist Ihnen das hinreichend. Warum dieses Plädoyer Ihrerseits für rein subjektive Deutungshoheiten extrem unreflektiert, Sachverhalte verzerrend und im Zuge dessen problematisch ist, wurden Ihnen lang und breit – Ihrer Auffassung nach mit „inflationäre[m] Gebrauch an Worten“ – versucht zu erläutern, übriogens ganz und gar nicht meinungsbasiert, wie Ihnen u.U. aufgefallen wäre, wenn Sie sich denn ein einziges Mal inhaltlich(!) mit meinen Äußerungen befasst hätten.

            Anders: Sie haben kein einziges strapazierbares Argument für das Gendern vorgebracht, sondern bislang nur zum Ausdruck gebracht, dass Sie meinen, dies sei angemessen. Mir aber vorzuwerfen, meine Ablehnung des Genderns sei „lediglich basierend auf […] Überzeugung“ etc., ist angesichts dessen nur noch grotesk. Abgesehen davon, dass Sie auf kein einziges Gegenargument eingegangen sind, haben Sie selbst auch kein einziges Argument (geschweige denn mehrere Argumente) für Ihre Sache vorgebracht, die ich „als ‚verfehlt‘ vom Tisch zu wischen“ gedenken könnte, sondern ausschl. einem Betroffenheitsdiskurs, subjektiven Deutungshoheiten das Wort geschrieben (und ich wiederhole mich): Wenn sich eine Person durch das Nichtgendern angegriffen (bzw. exkludiert etc.) fühlt, dann ist Ihnen dies Argument genug für das Gendern…

            Butter bei die Fische: Warum? (a) Was sind die empirisch validierten(!) psycho-linguistischen Probleme des generischen Maskulinums (bspw. Bias-Effekte), die Sie für dessen Abschaffung/Ersetzung ins Feld führen können? (b) So Sie denn entsprechende Forschung anführen können: Indiziert die einschlägige Forschung auch strapazierbar (ggf. tendenziell i.W.S. anomische) sozio-kulturelle/-politische Folgeeffekte dieser Probleme. (c) Haben Sie diese Studien einer kritischen Analyse hinsichtlich ihrer theoretischen wie auch methodisch-technischen Qualität, ihrer Reichweite, Extrapolierbarkeit, substanzieller Signifikanz etc. unterzogen und hielten diese Studien der Kritik stand?
            Das ist es, was ich im ersten Absatz als Bringschuld bezeichnet habe: Sie behaupten einen Missstand, evoziert (und ggf. intensiviert) durch das Nichtgendern. Was soll dieser Missstand sein? Ich kann mit dieser falschverstandenen Empathie, die diese Bezeichnung nicht verdient hat, sondern lediglich ein unreflektiertes, aktionistisches sich zu Eigen machen der Betroffenenperspektive auf Basis einer in dubio contra reo-Attitüde (s. meine Ausführungen zum einseitig wahrgenommenen Kommunikationsprozess) aus naheliegenden Gründen nicht viel anfangen… und das sollte eigtl. für alle aufgeklärten, demokratischen Zeitgenossen gelten (auch diese Problematik wurde Ihnen bereits erläutert, auch diese Problematik haben Sie ignoriert). Und weil Sie dies nicht verstanden haben, liebe AuroRa, haben Sie trotz gegenteiliger Bekundungen Ihrerseits auch ganz und gar nicht verstanden, was ich Ihnen in den beiden Sätzen aus meiner Hand, die Sie hier zitiert haben, schrieb. Abermals:

            (1) Ich fordere von Menschen nicht per se, dass sie „ihre Betroffenheit zu rechtfertigen haben“, sie missverstehen da etwas grundlegend. Wenn aber von meiner oder gar gesamtgesellschaftlicher Seite Mitgefühl (und dies bitte nicht mit Empathie verwechseln) oder gar Maßnahmen erwartet, die mglw. gar auf die ein oder andere Art und Weise aktiv forciert werden sollen, um Momente dieser Betroffenheit (Sie meinen wohl Momente dieses sich angegegriffen, exkludiert etc. fühlens) zu minimieren oder gänzlich zu vermeiden, dann erwarte ich durchaus mehr, als eine Betroffenheitsbekundung.Ihnen scheint da leider komplett zu entgehen, wo hier das Problem für mich liegt und eigtl. auch für jeden liegen sollte (ungenommen bspw. einer innerfamiliären Solidarisierung mit eigenen Fmailienangehörigen, weil Blut dann doch dicker als Wasser ist, auch wenn man konkrete Situationen evtl. anders einschätzt…), deshalb:

            (2) Lesen Sie doch bitte abermals meine Ausführungen z.B. zum „Minenfeld“ im 4. Absatz meines Beitrags v. 6. September 2021 um 22:31 Uhr i.V.m. mit meinen antezedierenden Ausfpührungen zum Kommunikationsprozess im 3. Absatz darüber: Wenn man wie Sie lediglich auf die Empfängerseite abstellt und darüber hinaus mit Gegenübern zu tun hat, die nicht in der Lage sind (ob willentlich oder bspw. infolge eines Bias etc.), Kommunikationsbotschaften eines Senders adäquat zu kontextualisieren, zu dechiffrieren (oder beides in tendenziell missgünstiger Art und Weise tun), dann ist es quasi unvermeidbar, diese Gegenüber zu empören. Was uns beide unterscheidet ist, dass Sie pauschal der Empfängerseite bei ihren Befindlichkeiten protegieren, den Sender einseitig als angreifendes, exkludierendes Element wahrnehmen, dabei aber die Problematik nicht erkennen, dass Sie mit diesem Verhalten auch bspw. der Aluhutfraktion Tür und Tor öffnen, wollen Sie nicht inkohärent sein oder Ihr Agens auch noch exklusiv in das Licht ihrer politischen Überzeugung stellen (das wäre dann übrigens Doppelmoral). Ich hingegen bin fein raus. Überspitzt dargestellt: Wenn sich der Reichsbürger von der ‚Deutschland GmbH‘ unterdrückt fühlt, dann muss ich das nicht ernst nehmen, bereits weil die Annahme der Existenz dieser ‚Deutschland GmbH‘ falsch ist… wäre dass dann nach Ihrem Dafürhalten auch „pure Ignoranz“ – ich hoffe nicht. Wo ist aber Ihrer Meinung nach der Unterschied bzw. welcher Art ist dieser? Wenn es ein kategorialer Unterschied sein soll, welcher wäre das dann? Oder ist das doch nur ein gradueller Unterschied, also Grad der Sympathie, der Nachvollziehbarkeit bzw. Abstrusität? Da erzielen die Reichsbürger bei mir auch weniger Punkte, aber: Wollen Sie kohärent bleiben, müssten Sie bereits aufgrund des real empfundenen Gefühls der Unterdrückung Partei für den armen Reichsbürger ergreifen. Oder ignorieren Sie in einem solchen Fall (oder ähnlichen Fällen, wo diese negativen Gefühle durch Ihr eigenes Verhalten diese Personen ggü. verursacht werden) „willentlich und wissentlich die Emotionen von Personen“?!
            Und BTW (FYI): Mir ist ungeachtet all dessen durchaus erlaubt, alles und jeden zu empören, solange ich dies nicht in einer Art und Weise mache, die gg. Geltendes Recht verstößt. Ich finde es aber interessant, dass Sie aus meinen Argumenten meinen ableiten zu können, dass ich im Privaten die Konfrontation zu suchen, Menschen bspw. ihre eigene Identität in Abrede stellen zu wollen (aber ja, wenn sich schon jmd. über das Nichtgendern empört, dann sind wir wieder beim Aufgangspunkt meiner Argumentation)…

            Und vielen Dank für Ihre Warnung: Ich treibe mich eher selten im linksextremen bis -radikalen Milieu herum, so dass ich da relativ sorgenfrei bin, was Konsequenzen aus meinem Nichtgendern anbelangt… oder worauf wollen Sie hinaus? Welche Nachteile des Verwendens des generischen Maskulinums sollten mir denn entstehen? Sind wir wirklich schon so weit oder ist das bereits Ihr Wunschdenken? Das finde ich ganz und gar nicht „drollig“… wohl aber, mir (ein viertes Mal… honestly?!) „schlechten Stil“ vorzuwerfen, owohl Sie trotz mehrfacher Aufforderungen und Möglichkeiten außer ad hominem-Angriffen und purer (mir faktenwidrig vorgeworfener, aber Ihrerseits selbst praktizierter) Meinungsbekundungen nichts und insb. nichts „stichhaltig“ begründen konnten. Dann Gendern Sie halt, aber tun Sie nicht so, als hätten Sie dafür belastbare Gründe: So Sie denn ein i.w.S. sozialwissenschaftliches Fach unterrichten, so erwarten Sie von Ihren Schülern dorch sicherlich auch nicht lediglich Meinungsbekundungen, sondern die Artikulation begründeter Meinungen. Gehen Sie da doch bitte mit gutem Beispiel voran. Danke.

          • Ich finde Ihre Versuche lächerlich die Linguistik als eine unfehlbar belegbare Wissenschaft zu verkaufen: Sie führen Studien auf und widerlegen deren Argumente mithilfe deren Studienergebnissen, die Sie persönlich als relevanter ansehen. Es gibt keine eindeutigen, linguistischen Argumente weder für noch gegen das Gendern, die in ihrer Gesamtheit eine eindeutige logische Schlussfolgerung erlauben. Folglich sind alle Studien, nach denen Sie niemand gefragt hat, die Sie jedoch trotzdem aufführen, nette Ausführungen, aber erlauben keine eindeutigen logischen Schlüsse.

            Ich darf Ihnen noch etwas mitgeben: Selbst wenn es absolut keine Gründe für das Gendern gäbe, würde ich es trotzdem tun, da ich mich hauptsächlich mit Menschen umgebe, denen es wichtig ist, korrekt angesprochen zu werden und die sich durch eine inkludierende, gendernde Gesellschaft wohler fühlen als in den ALternativen – das wäre für mich bereits Grund genug. Ich gehe davon aus, dass Sie sich selbst nicht in dieser Bubble bewegen, noch dass Sie verstehen, warum es mir wichtig ist andere Personen nicht willentlich zu kränken – das müssen Sie auch nicht.

            Es war nicht meine Intention „toxisch“ zu sein – allerdings finde ich es interessant, dass Sie meine Texte auf diese Weise verstehen, was sich u.a. darin äußert, dass Sie versuchen meinen eigenen Stil als „simpel“ abzuwerten: Simpel und verständlich ist immerhin eingängiger als Ihre schriftlichen Ergüsse.

            Eine „Bringschuld“ sehe ich übrigens weder bei mir noch bei Ihnen: Weder bin ich Ihnen verpflichtet zu antworten noch auf eine Art zu antworten, die Ihnen gefällt. Sie dürfen sich auch gerne „Ihren Teil über mich denken“ – Ihre Meinung ist Ihnen völlig frei gestellt. Das hält mich nicht davon ab nachts gut zu schlafen.

            Zuletzt noch ein Tipp: Eine wortgewandte Person, wofür ich Sie halte, sollte es schaffen „sachlich-nüchterne Argumente“ vorzubringen und sich dabei kurz zu fassen. Ihre Art zu schreiben erzeugt bei mir lediglich die Vermutung, dass Sie nicht schreiben, um ihre Gegenüber zu überzeugen, sondern um mit stolzgeschwellter Brust Ihre eigenen Texte lesen zu können – das fände ich nun wirklich traurig.

          • Ja, ich Gendere, weil ich belastbare Gründe habe, auch wenn Sie diese nicht anerkennen. Und ja, ich würde auch Gendern, nur um meinen Gegenüber tolerant zu sein. Das Beispiel der Querdenker:innen zieht nicht: Mir ist es herzlich wurscht, was diese von mir halten. Nichtsdestotrotz versuche ich auch diese Personen nicht zu kränken. Dass Sie dies nicht verstehen, war zu erwarten.

            A propos „linksextremen bis -radikalen Milieu“ – lange habe ich nicht mehr so gelacht. Sie meinen mich zu kennen? Das ist köstlich!

          • Liebe AuroRa, Auro Ra oder wie auch immer…

            Pkt. 1: Interessant, dass Sie hier ca. 3 1/2 Stunden nach Ihrer ersten Replik eine zweite hinterherschieben, statt diese zweite Replik sachgerechterweise an meine Reolik auf Ihren identischen(!) Beitrag v. 7. September 2021 um 17:23 Uhr zu setzen (warum eigtl dieser massiv zeitversetzte Doppelpost?!). Verlieren Sie den Überblick?

            Pkt. 2: Nein, Sie haben keine belastbaren Gründe für das Gendern und auch auf mehrfaches Fordern und Bitten keine belastbaren Gründe präsentiert, so dass es da nichts gibt, was ich „nicht anerkennen“ könnte. Sie gerieren sich so, als ginge es bei Ihren Gründen um arkanes Wissen, dass sie partout nicht teilen dürfen – eine kuriose Vorstellung. Sie haben nur eine recht geringe Solidarisierungsschwelle demonstriert (s. mein Beitrag v. 7. September 2021 um 19:45 Uhr, Abs. 3). Das sind aber zwei Paar Schuhe.

            3. Pkt.: Sie haben das Beispiel mit der Aluhutfraktion leider auch nicht verstanden, aber immerhin klar gemacht, war Ihr Differenzierungspunkt für eine Solidarisierung ist: Es geht ihnen darum, was Ihr Peer oder eine von Ihnen irgendwie wertgeschätzte Gruppe, person etc. von Ihnen hält. Kann man machen, macht Ihre Gründe aber auch nicht belastbarer, im Gegenteil (ich habe Ihnen die Problematik bereits erläutert).

            4. Pkt.: Auch schön zu sehen, dass Sie das Grundagens meiner Ausführungen auch nach vielen, vielen, vielen Stunden und wirklich eingängiger Erläuterungen leider immer noch nicht verstehen (Stichwort: Ich verstünde nicht, warum Sie andere Personen nicht kränken wollen, s. diesbzgl. Pkt. 2 in meinem Beitrag v. 7. September 2021 um 14:43 Uhr).

            5. Pkt.: Auch das mit dem „linksextremen bis -radikalen Milieu“ haben Sie nicht verstanden, verstehen es als politische Verortung Ihrer Person. Das ist das eigtl. Köstliche, über das man lachen könnte. Für Ihr Verständnis: Welche „Konsequenzen“ meines Nichtgenderns, die mich irgendwie tangieren sollten, könnte ich denn außerhalb eines solchen Milieus erfahren. Sie deuten da an, werden aber – wie durchweg hier – nicht konkret, belustigen sich aber dann über Ihr eigenes Unverständnis.

            6. Pkt.: Ihre Maske ist ja schon heute um 16:11 Uhr gefallen, da muss man eigtl. gar nichts mehr zu schreiben… und mit dieser Maske fiel auch Ihre ohnehin nur sehr rudimentär gewahrte Contenance… auf so einen Kindergarten habe ich aber auch gerade keinen Bock (mehr). 🙂 ich finde es eher erstaunlich, dass Ihnen die Redaktion noch keinen Riegel vorgeschoben hat… aber dafür beende ich das jetzt hier; also:

            7. Pkt.: Gute Nacht.

        • PaPo: Ehrlich gesagt kann es Ihnen gleichgültig sein, ob ich ein oder fünf Kommentare zu Ihren endlosen Bandwurmsätzen und Kommentaren in Kurzgeschichten-Länge schreibe. Wenn Sie ein Problem mit der Anzahl meiner Kommenatre haben, ist das Ihr Problem, nicht meins.

          Jaja, Ihren Vorwurf ich hätte keine Gründe können Sie sich sparen – mal wieder ein Vorwurf, den Sie nicht belegen können.

          Ich finde es interessant, dass Sie mir vorwerfen Ihre wirren Zusammenhänge nicht zu verstehen – was mich nicht wundert, da es Ihnen nicht gelingt Ihr Anliegen allgemein verständlich darzulegen – können Sie überhaupt simpel? Sie dürfen es gerne nochmal versuchen, indem Sie diesmal ihre Leser:innenschaft berücksichtigen – zur Erinnerung, das sind die Kommentator:innen von news4teachers.de, nicht jedoch eine Horde Linguist:innen.

          Sie rütteln gerne immer wieder am selben Polemik-Bäumchen, nicht wahr? Wenn „[man] da eigtl. gar nichts mehr zu schreiben [muss]“, warum tun Sie es dann? Wirkt auf mich sehr inkonsequent – aber gut, das ist nicht mein Problem.

          • Und wieder einer Ihrer Kommentare, mit dem Sie außer sich selbst niemanden sonst vorführen. Wenn die eigenen Rezeptionskompetenzen nicht hinreichend, dann muss das Problem gem. Ihrer Auffassung zwingend dem Sender zuzuordnen sein, dann fabuliert man von „wirren Zusammenhänge[n]“ – ist natürlich auch eine Form von Rationalisierung im negativen Sinn, um kognitive Dissonanz zu vermeiden. Es hat ja seinen Grund, dass Ihrerseits außer ad hominem-Provokationen inhaltlich seit zwei Tagen nichts kommt. Das Wissen Sie, das weiß ich und das wird auch jeder unvoreingenommene Beobachter wissen. Ist ü eigens auch der Grund, warum ich überhaupt noch auf Sie reagiere. Werden Sie erwachsen. 🙂

          • PaPo, da träumen Sie sich aber etwas zusammen. Kommen Sie doch einfach mal in der Realität an und arbeiten an etwas Vernünftigem. Übrigens interessant, dass Sie zumindest in Ihren billigen Versuchen beleidigend zu sein zu einer simplen Sprache neigen. Sie können es also doch – warum nicht gleich so?

            Übrigens: Wenn der einzige Grund, warum Sie auf mich reagieren, der Ausdruck vermeintlicher Überlegenheit ist, lässt das sehr tief auf eine Persönlichkeit blicken, die für den Lerer:innen-Beruf ausgesprochen ungeeignet ist.

          • Sie echauffieren sich über „billig[e] Versuch[e] beleidigend zu sein“ – grandiose Realsatire. Danke! 🙂 Desavouieren Sie sich ruhig weiter, ich werde Sie nicht davor bewahren (können).

      • Ich finde Ihre Versuche lächerlich die Linguistik als eine unfehlbar belegbare Wissenschaft zu verkaufen: Sie führen Studien auf und widerlegen deren Argumente mithilfe deren Studienergebnissen, die Sie persönlich als relevanter ansehen. Es gibt keine eindeutigen, linguistischen Argumente weder für noch gegen das Gendern, die in ihrer Gesamtheit eine eindeutige logische Schlussfolgerung erlauben. Folglich sind alle Studien, nach denen Sie niemand gefragt hat, die Sie jedoch trotzdem aufführen, nette Ausführungen, aber erlauben keine eindeutigen logischen Schlüsse.

        Ich darf Ihnen noch etwas mitgeben: Selbst wenn es absolut keine Gründe für das Gendern gäbe, würde ich es trotzdem tun, da ich mich hauptsächlich mit Menschen umgebe, denen es wichtig ist, korrekt angesprochen zu werden und die sich durch eine inkludierende, gendernde Gesellschaft wohler fühlen als in den ALternativen – das wäre für mich bereits Grund genug. Ich gehe davon aus, dass Sie sich selbst nicht in dieser Bubble bewegen, noch dass Sie verstehen, warum es mir wichtig ist andere Personen nicht willentlich zu kränken – das müssen Sie auch nicht.

        Es war nicht meine Intention „toxisch“ zu sein – allerdings finde ich es interessant, dass Sie meine Texte auf diese Weise verstehen, was sich u.a. darin äußert, dass Sie versuchen meinen eigenen Stil als „simpel“ abzuwerten: Simpel und verständlich ist immerhin eingängiger als Ihre schriftlichen Ergüsse.

        Eine „Bringschuld“ sehe ich übrigens weder bei mir noch bei Ihnen: Weder bin ich Ihnen verpflichtet zu antworten noch auf eine Art zu antworten, die Ihnen gefällt. Sie dürfen sich auch gerne „Ihren Teil über mich denken“ – Ihre Meinung ist Ihnen völlig frei gestellt. Das hält mich nicht davon ab nachts gut zu schlafen.

        Zuletzt noch ein Tipp: Eine wortgewandte Person, wofür ich Sie halte, sollte es schaffen „sachlich-nüchterne Argumente“ vorzubringen und sich dabei kurz zu fassen. Ihre Art zu schreiben erzeugt bei mir lediglich die Vermutung, dass Sie nicht schreiben, um mit ihren Gesprächspartner:innen zu kommunizieren, sondern um mit stolzgeschwellter Brust Ihre eigenen Texte lesen zu können.

        • Liebe AuroRa,

          Sie haben leider die Eigenart, meine Beiträge nach wie vor nicht bzw. falsch zu verstehen: Ganz ungeachtet dessen, dass ich nie einer präskriptiven, sondern ausschl. einer deskriptiven Linguistik das Wort schreiben würde (ich bin übrigens auch kein Freund des Vereins Deutscher Sprache e.V.), gibt es durchaus Disziplinen wie die statistische Linguistik, quantitative Linguistik, Psycholinguistik und Co.: Einige von uns Linguisten sind durchaus in der Lage qunatitative Stuiden anzufertigen und auch kritisch zu rezipieren, bspw. auch Konventionen, Prävalenzen etc. festzustellen, sei es z.B. in puncto Grammatik, Semantik, Wahrnehmungstendenzen u.ä. – wie Sie da auf den Trichter kommen, ich würde als Wissenschaftler nicht einem Deskriptivismus, sondern einem Präskriptivismus das Wort schreiben, „Linguistik als eine unfehlbar belegbare Wissenschaft […] verkaufen“, nachdem ich hier sogar auf die theoretischen wie auch methodisch-technischen Auslassung und Fehler diverser linguistischer Studien hingewiesen habe, müssten Sie mir doch bitte im Detail erläutern. Erschließt sich mir nämlich nicht. Das ist das eigtl. Lächerliche in diesem ‚Gespräch‘ zwischen uns.

          Sie sind abermals und nach wie vor herzlich eingeladen, selbst Studien anzuführen, die Ihre Argumente stützen könnten (s. mein Aufruf im 5. Absatz des Beitrags, auf den Sie hier reagieren; Stichwort: „Butter bei die Fische“). Sie müßten mir auch bitte erläutern, was Sie mit folgendem Satz meinen: „Sie führen Studien auf und widerlegen deren Argumente mithilfe deren Studienergebnissen, die Sie persönlich als relevanter ansehen.“ Ich habe da syntaktische Verständnishürden, kann Ihnen aber dennoch (abermas) schildern, was ich genau mache: Ich führe Auslassungen und Fehler derselben immer wieder ins Feld geführten Studien auf, die unkritisch-affirmativ in unzähligen Diskussion an denen ich selbst beteiligt war oder die ich passiv rezipierte als vermeintl. Belege der Schädlichkeit des Verwendens des generischen Maskulinums u./o. der vermeintl. positiven Effekte des Genderns rezitiert wurden (und immer noch werden)… meist ohne dass die entsprechenden Personen die Studien selbst (und wenn, dann nicht üüber die Abstracts hinaus) gelesen hätten u./o. über die methodisch-technischen Grundkenntnisse in empirischer Forschung verfügen würden, um diese Studien kritisch zu würdigen. Ich wäre froh, wenn ich mal mit elaborierteren, fundierteren Argumenten für das Gendern konfrontiert würde (und wenn mal eine neue Studie präsentiert wird, leidet sie i.d.R. an den endemischen Problemen ihrer Disziplin). Und mir geht es primär immer um Versachlichung: Wenn jetzt bspw. wirklich strapazierbar der Nutzen des Genderns belegt werden könnte, dieser Nutzen die Nachteile überwöge etc., dann stelle ich mich ja nicht aus Prinzip gg. das Gendern. Ich finde es aber gut, dass Sie eingestehen, dass es „keine eindeutigen, linguistischen Argumente […] für […] das Gendern“ gibt – das reicht mir, um nicht zu Gendern. Gerade mit Blick auf die eingangs erwähnten Disziplinen und den sich daraus ergebenden Argumenten bzgl. historisch-genetischer Sprachentwicklung/-geschichte, Semantik, Sprachökonomie etc. und bspw. den generell ökonomischen Kosten des Genderns (s. mein Ausgangsbeitrag v. 1. September 2021 um 08:26 Uhr).

          Ich darf Ihnen i.d.S. auch noch etwas mitgeben:
          Sehen Sie meine Ausführungen doch bitte als einen Appell an die eigene Anspruchshaltung, die Latte für Ihre Solidarisierungswilligkeit höher zu legen, einen höheren threshold für den Punkt zu haben, ab dem Empathie zu Mitgefühl und letztendlich zum zu eigen Machen einer empfundenen Betroffenheit anderer wird… und falls die Betroffenheit Sie selbst betrifft, gilt ähnliches, nämlich differenzieren, reflektieren und abwägen. Das alles mit Blick auf meine Ausführungen hier: https://www.news4teachers.de/2021/08/keine-lehrerinnen-kultusminister-verbietet-gender-kunstwoerter-an-schulen/?unapproved=390920&moderation-hash=e9ad190aa4989ccdeaa912567a919f8e#comment-390879 (Abs. 7).
          Wenn das alle machen, kommen wir vielleicht tatsächlich gesamtgesellschaftlich irgendwie weiter und haben eine irgendwann eine diskriminierungsfreie (zumindest erstmal -ärmere) „neue Welt“ und rütteln nicht wieter an den Grundfesten der Gleichberechtigung (wie leider in Ihrem Beitrag v. 7. September 2021 um 16:11 Uhr geschehen).

          Zur vermeintl. Fehlerhaftigkeit des generischen Maskulinums (Stichwort: „Menschen […], denen es wichtig ist, korrekt angesprochen zu werden […].“) habe oich Ihnen übrigenms auch schon im letzten Absatz meiner Replik auf Ihren Beitrag am 6. September 2021 um 22:31 Uhr entsprechendes geschrieben.

          Und ja, ich versuche mich generell von Bubbles fernzuhalten und mir plurale Eindrücke zu verschaffen. Und nein, es ist wieder eine Anmaßung Ihrerseits, mir zu utnerstellen, ich könne nicht nachvollziehen, warum man seine Mitmenschen „nicht willentlich zu kränken“ gedenkt, das geht vollkommen an meiner Argumentation vorbei.

          Und als Schlussnote: Sie können sich natürlich eine Abwertung abermals nicht verkneifen (nachdem Sie zum x-ten Mal inhaltlich auf keines meiner Argumente eingegangen sind), schreiben in Hinblick auf meine Texte von „Ergüsse[n]“ – das ist es u.a., was ich als „toxisch“ bezeichnet habe (und Sie wiederholen dieses Verhalten sogar noch vor, im und nach dem gerade referierten Absatz Ihres Beitrags – ad hominem-Argumente noch und nöcher).
          Nur zur Klarstellung: Ich habe Ihre Eingebungen mit Bedacht lediglich als „simpel“ bezeichnet, weil mir das in puncto ihres argumentativen Gewichts als nüchterne Bezeichnung erschien und erscheint, die sind nämlich tatsächlich auch „eingängig“, wie Sie schreiben, also „sich leicht einprägend; gefällig, unkompliziert“ (duden.de), aber leider der Problematik ggü. auch nicht angemessen, unterkomplex und eben auch ohne argumentativen Gehalt, der über eine simple Meinungsbekundung hinausgeht (im Grunde haben Sie das ja auch hier wieder mehr oder weniger eingeräumt. ): Ich muss mir da ruhigen Gewissens kein tu quoque vorwerfen lassen, mein „inflationärer Gebrauch an Worten“ ist ja evidenterweise zweckdienlich und macht meine Argumentation, auch wenn es Ihnen leider entgeht, durchaus stichhaltig. Hätten Sie möglicherweise emerkt, hätten Sie versucht mir gegenargumentative Stiche zu versetzen. Und danke, ich weiß dass meine Texte toll sind – das haben wir gestern bereits festgestellt (s. Mein Beitrag v. 6. September 2021 um 23:23 Uhr, 2. Abs.) – und lasse mir nicht nehmen sie selbst „mit stolzgeschwellter Brust […] lesen zu können“! *lol* Honestly?!….

          Wir sollten dies auch an dieser Stelle beenden, es ist müßig Ihnen Argument um Argument zu liefern, nur um Ihnen meine Ausführungen ignjorierende ad hominem-Angriffe zu entlocken, um sich danach immer wieder im Kreis zu drehen. Sie wollen keine Argumente für das Gendern liefern und machen es trotzdem aus falsch verstandener Solidarität? Fein, sei es drum. Alles, was geschrieben werden musste, wurde geschrieben… gerade auch mit Blick auf Ihre Entgleisung heute um 16:11 Uhr.

          • Ach PaPo, ich fühle mich bereits wie eine gesprungene Schallplatte: Ich bin nicht dazu verpflichtet Ihnen Antworten zu liefern, die Sie akzeptieren oder befriedigen. Wenn Sie sich dadurch berechtigt fühlen, davon auszugehen, ich hätte keine Argumente, die fürs Gendern sprechen – von mir aus. Es ist wirklich erstaunlich wie Sie versuchen mich durch Reifen springen zu lassen.
            So manche Linguist:innen argumentieren eben vollkommen an der Realität vorbei – es war auf jeden Fall interessant mal mit einem solchen Exemplar zu kommunizieren. Vielleicht wagen Sie sich demnächst mal hinter Ihrem Buchstabensalat heraus, steigen sie Treppen Ihres Elfenbeinturms herab und besuchen die wahre Welt. Vielleicht gelingt es Ihnen dann sogar wahren Inhalt zu „fassen“.

          • PaPo: „Ich muss mir da ruhigen Gewissens kein tu quoque vorwerfen lassen, mein „inflationärer Gebrauch an Worten“ ist ja evidenterweise zweckdienlich und macht meine Argumentation, auch wenn es Ihnen leider entgeht, durchaus stichhaltig.“ Sind Sie sich hier ganz sicher? Ganz ehrlich: Sie sind nicht in der Lage Ihre Argumentation allgemein verständlich zu formulieren. Das mag für eine Argumentation unter Linguist:innen angemessen sein, nicht jedoch für News4Teachers.de. Ich bin der Ansicht, dass Personen, die nicht in der Lage sind der Oma das eigene Promotionsthema verständlich zu erklären, die Promotion besser nicht anstreben sollte. Meine Oma wusste immer, woran ich arbeite, obwohl sie die Schule nie abgeschlossen hat. Ihre auch?

          • Jetzt habe ich doch wieder auf mein Handy geschaut…naja, fünf Minuten hab‘ ich noch. Zur Einordnung, wer von uns beiden im Elfenbeinturm haust:

            (1) https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/grosse-mehrheit-laut-umfrage-gegen-gendersprache-17355174.html

            (2) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1120925/umfrage/umfrage-in-deutschland-zur-relevanz-von-geschlechtergerechter-sprache/

            Einfach mal drüber nachdenken und danach vielleicht nochmal den eigenen leichtfertigen Gebrauch des Begriffs „Realität“ überdenken. Aber Sie könnten ja ohnehin in keiner Art und Weise darlegen, wo meine Argumente „an der Realität vorbei“ wären, haben Sie bisher ja auch nicht (ja, Sie haben nichtmal einen Versuch dahingehend unternommen).
            Nun gut, wenn Ihnen das Triggern, Trollen und sonstige Provozieren Spaß bereitet, sei es drum. Sie hatten jetzt mehr als genug ungenutzte Gelegenheiten einen nachvollziehbaren Standpunkt zu artikulieren. Vielleicht wagen Sie sich ja irgendwann auch an eine zivilisierte Diskussion mit Ihren Gegenübern, einen Austausch von Argumenten und Gegenargumenten, statt Gegenmeinungen nonargumentativ ad hominem abzubügeln und tatsächlich einen auf gesprungene Schallplatte zu machen. 🙂

            FYI: Bei Argumenten gilt übrigens auch, dass man diese schon vorbringen muss… ‚or it didn’t happen‘.

            An Ihrer Verständnisblockade bin ich übrigens nicht schuld und ich fasse meine Ausführungen für Sie auch nicht einfacher, damit Sie für sie verständlich werden. Zudem habe ich Zuversicht, dass sich bei N4T durchaus auch akademisch gebildetes Klientel bewegen könnte, das mit meinem „Buchstabensalat“ (*lol*) zurechtkommt. Wie komme ich bloß darauf?! Hmmm… muss was mit der Lehrerprofession zu tun haben, k.A. ^^

            Aber OK, wenn Ihnen Simplizität in allen textlichen und argumentativen Belangen eine Tugend ist, Sie sich aber beim eigtl. Thema non-stop an Ockhams Rasiermesser schneiden, möchte ich Ihnen nicht die Illusion nehmen, dass diese Simplizität gleichbedeutend mit erhöhter Qualität wäre. Ich teile Ihre abermals unsubstantiierte Meinung also auch hier nicht (und ich hoffe inständig um Ihretwillen, dass Sie sich nicht an einer Promotion versuchen, da gälte es erst gravierende Lücken hinsichtlich wissenschaftlicher Methoden und Techniken zu schließen… bewahren Sie sich doch selbst vor dieser Erfahrung). Ist das jetzt so der Diskussionsstil, der Ihnen genehm ist? Glückwunsch. 🙂

            Mehr bekommen Sie aber nicht. Gute Nacht (auf das mich nicht wieder die Langeweile packt… und erst recht nicht Sie).

          • PaPo, meine Güte, mir nun meine Promotion absprechen zu wollen, nur weil ich sie nicht in der Linguistik angefertigt habe, sondern in einem nützlichen Fach, ist sogar unter Ihrem Niveau. Aber schön, dass nun Sie tatsächlich einmal „die Maske fallen lassen“. Und ja, mir ist bewusst, dass ich mit der Wiederholung Ihrer polemischen Ergüsse ein unlauteres rhetorisches Mittel verwende – was mir egal sein kann, da ich nicht von Ihnen benotet werde. Gehen Sie ruhig weiter davon aus, dass Sie in der Lage wären mich und meine Kenntnisse einzuschätzen und mein Verhalten zu interpetieren – das ist sehr amüsant. Wären Sie lieber Psychologe geworden?

          • Anmerkung, da hier nicht editiert werden kann: „Nützlicheren“ statt „nützlichen“ wäre hier angebracht. Ich möchte nicht behaupten Linguistik sei nutzlos und hätte keine Daseinberechtigung.

          • Nein, ich kann problemlos glauben, dass Sie promoviert sind. Da Sie aber hier konstant demonstrieren, dass Sie so gravierende wie evidente Probleme mit den Methoden und Techniken empirischer Forschung und dem Prinzip des Falsifikationismus haben, was ein starkes Indiz dafür ist, dass Sie nicht im MINT-Bereich und solchen Disziplinen unterwegs sind, die auf entsprechende Methodik rekurrieren (z.B. Psychologie), Ihre thematisch einschlägigen wirtschaftswissenschaftlichen, sozio-politischen/-kulturellen und historischen Bildungslücken vermuten lassen, dass Sie auch mit dem Gros der Sozialwissenschaft i.e.S. (Politologie, Soziologie, Geschichte etc.) nicht sonderlich vertraut sind, eine ausgeprägte Abneigung gg. Linguistik haben (und sich amüsanterweise dennoch so gebahren, als hätten Sie einschlägige Expertise), darf man sich schon fragen, was denn da übrig bleibt, wofür Sie sich hätten qualifizieren können und was dieses ominöse „nützlich[e] Fach“ sein soll. ^^ Sie wirken in Ihren Äußerungen halt wenig kohärent, geschweige denn integer. Nicht falsch verstehen, ich bin kein Freund des ad verecundiam und habe oft genug selbee Studien, Fachartikel u.ä. von promovierten Kollegen (übrigens mehrheitlich in der Psychilogie; FYI: Man kann auch in mehr als einer, zwei oder drei Disziplinen graduieren) dekonstruiert, die so schlecht waren, dass man sich fragen musste, wie diese Kollegen überhaupt ihr Grundstudium geschafft haben. Kurz: Wir møgen beide promoviert sein, auf Augenhöhe sind wir aber nicht. Den Niveaulimbo tanzen Sie ganz alleine, ich steh nur amüsiert daneben und schlürfen meinen White Russian. 🙂

    • @Forumsleserin
      Ihre Fragen: „Wovor haben manche eigentlich Angst? Dass mit jedem * die eigene, auf klassischen Geschlechtervorstellungen basierende Macht zerrinnt?“

      Viele Frauen – wenn nicht gar die Mehrheit – dürften Schwierigkeiten mit Ihren rhetorischen Fragen haben, weil sie Behauptungen enthalten, die ihnen fremd sind. Ich fühle mich beispielsweise befremdet durch Ihre indirekte Unterstellung, dass mir als Frau durch eine Änderung der männlich dominierten deutschen Sprache geholfen werden müsse, weil sie mich benachteilige und zweitrangig mache.
      Ich fühle mich aber keineswegs als schwaches Frauchen, das schon lange lebt und noch immer nicht gemerkt hat, wie empörend gering seine (ihre!) Machtverhältnisse in der Sprache sind. Ich liebe diese Sprache sogar und fühle meine Person durch ihr generisches Maskulinum nicht im Geringsten benachteiligt oder klein gemacht. Ich merke höchstens, dass mir als „schwachem Frauchen“ so etwas eingeredet werden soll, damit man mir auch ja helfen kann. Für mich steckt – ehrlich gesagt – viel heimliche Verachtung in demonstrativen Beschützerposen, nicht zuletzt denen von Geschlechtsgenossinnen.
      Außerdem bin ich auch nicht zu faul oder träge, mir Sternchen oder Striche anzugewöhnen. Die überlasse ich gern anderen Frauen, die das vielleicht für ihr Verständnis von gerechter Machtverteilung und selbstbewusstem Dasein brauchen. Sie tun mir jedoch – ehrlich gesagt – fast ein wenig leid, wenn sie in künstlicher Sprachgestaltung die Lösung eines mehr künstlich herbeigeredeten als echt existierenden Problems sehen.
      Alle Menschen mögen gendern, soviel Sie wollen, auch wenn es mich schmerzt, diese Verhunzung der deutschen Sprache miterleben zu müssen. Jeder soll tun und lassen dürfen, was er für richtig hält.
      Was ich partout nicht mag, sind falsche und diffamierende Behauptungen über Personen, die Forderungen zum Gendern nicht Folge leisten und ideologische Spracherziehung ebenso ablehnen wie Sprachgebote oder -verbote.

      Versuchen Sie’s doch mal mit mehr Liberalität. Vielleicht haben Sie ja Erfolg und die Menschen folgen Ihnen aus freien Stücken – ohne moralischen Druck oder administrative Vorschriften. Das käme allen Seiten zugute und entspräche auch halbwegs dem Argument, dass sich Sprache doch immer schon weiterentwickelt hätte. Das stimmt zwar normaler Weise, doch „sich weiterentwickeln“ hat mit „Entwicklung nach Plan“ (Genderplan) herzlich wenig zu tun.

      • Wer gendern will, soll es auch an Schulen machen dürfen. Das ist meine Meinung.
        Ich finde es schade, wenn nun Verbote kommen.
        Freilich überlege ich mir schon, warum einige mit Versuchen, den sprachlichen Ausdruck zu verändern, so dermaßen große Probleme haben, dass sie’s verbieten wollen. Seitenhiebe kann ich mir da leider nicht verkneifen.
        Ich schreib niemandem etwas vor, freue mich aber, wenn Sprache sich mit der Gesellschaft entwickelt. Ein Genderverbot finde ich daher nicht gut.

      • @Ursula Prasuhn

        Danke, Sie sprechen mir aus der Seele!
        Auch ich bin Frau, lasse mir aber keine Opferrolle vorschreiben, damit ich durch Nebelkerzen „beschützt“ werden kann!

        • @Alla: Ich fühle mich befremdet durch Ihre indirekte Unterstellung, dass ich als Gender-Befürworterin und Frau eine Opferrolle einnehme, „damit ich durch Nebelkerzen „beschützt“ werden kann!“

          • Liebe/r/s Aurora
            Ich spreche ganz klar in meinem Kommentar in der Ich-Form und bitte, meine Meinung zu respektieren.
            Sie müssen sich nicht „indirekt“ angesprochen fühlen!
            Zu den Nebelkerzen: Berufe, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden, sind wichtig, aber unterbezahlt!
            Daran ändert auch das Gendern nichts, „vernebelt“ das nur!

    • Sie finden es also gut, anderen Personen etwas zu verbieten, das Sie selbst nicht benutzen. Das zeigt Ihren Charakter ganz hervorragend.

  4. Bitte den sprachverstümmelnden Genderschwachsinn für alle Bundesländer verbieten. Es wird Zeit, dass den Linksextremen endlich Einhalt geboten wird.

    • Sie finden es also gut, anderen Personen etwas zu verbieten, das Sie selbst nicht benutzen. Das zeigt Ihren Charakter ganz hervorragend.

    • Äh, wäre hier nicht Politiker und Politikerinnen und unbinäre Politikmachende der richtige Ausdruck.
      Nur das sich alle richtig angesprochen fühlen.

      • @genderkönig
        Bei „Politiker und Politikerinnen“ lassen wir die Diversen außen vor!
        Das geht ja nun mal gar nicht!!!
        Also BITTE: Politiker (Schluck, Atempause)_*innen.
        Diverse bevorzugen das Sternchen wegen der vielen Strahlen, die auf die xx Geschlechter hinweisen!

        Genausowenig dürfte es erlaubt sein, Eltern mit „Herr“ NN oder „Frau“ NN anzusprechen!
        Ein/e/s Diverse/r/s könnte sich übergangen fühlen!
        Vielleicht einfach das „Herr“ und „Frau“ weglassen und nur den Nachnamen benutzen: „Guten Tag, Meier“
        So umschifft man die Klippe geschickt und politisch korrekt!

      • Bei „Politikmachende“ beziehe ich ja wieder die nicht ein, die gerade nichts „machen“ und nur aussitzen, oder?

        Und bin ich „Lehrende“ wenn ich gerade schlafe oder privat telefoniere,
        oder eine „LehrKRAFT“, wenn ich krank und geschwächt im Bett liege?

        Fragen über Fragen!!!

        Wir müssten viel stärker differenzieren!

        • @Alla, es ist für Sie immer besondern erheiternd, sich über Minderheiten lustig zu machen, solang die eigene Person keiner angehört, nicht wahr? Anders kann ich Ihre übergriffigen Einwürfe nicht deuten.

  5. Warum werden Diskussionen so aggressiv geführt, wenn’s darum geht, dass man sich öffnet und nächste Schritte geht? Warum ist die Antisternchengruppe so gereizt? Zumindest ist dies mein Eindruck.
    Bin ich froh, dass ich seit über 30 Jahren immer wieder mal das große I mache, ohne beachtet zu werden. Meine Schülerinnen finden es immer gut, wenn sie von mir wenigstens erfahren, dass Sprache nichts Statisches ist.
    Wenn ich rein männliche Formulierungen lese und höre, halte ich’s doch übrigens auch aus.
    Sprache entwickelt sich und ich bin gespannt, wohin die Reise geht. Nur männlich muss sie allerdings nicht sein.

    • Es geht der „Antisternchengruppe“ nicht zwingend um das Sternchen an sich, sondern um die politische Ideologie, die damit durchgesetzt werden soll, und dass die „Antisternchengruppe“ als mindestens rechtsextrem diffamiert wird.

      Ich bleibe dabei: Die „Sternchengruppe“ wird sich in der Türkei oder im Iran pudelwohl fühlen, weil die dort keinerlei geschlechtsspezifische Grammatik haben, und somit alle Geschlechter, inkl. Frauen, Trans-XY, Nonbinär-ABC usw., gleich behandelt werden. Falls die Türkei oder der Iran zu weit weg sein sollten, tun es Duisburg-Marxloh oder Berlin-Cottbusser Tor oder Offenbach auch.

      • Das rechtfertigt nicht das Anliegen der „Antisternchengruppe“ das Gendern in der Schule zu verbieten – hier ist eine ganz klare Ideologie am Werk: Statt Gendern als Alternative neben dem generischen Maskulinum zu erlauben, wird uns nun eine Rechtschreibung aufgezwungen. Meiner Ansicht verfassungswiderig.

    • Zu Ihren Eingangsfragen meine Gegenfrage: Sind Sie sicher, am 31. August 2021 um 23:15 nicht selbst genau das getan zu haben, was Sie anderen vorwerfen: Einen aggressiven Ton anschlagen?
      Wenn jeder mehr bei sich selbst auf den Ton achtete und nicht nur den Fehler bei anderen suchte, wäre in Diskussionen viel gewonnen.

  6. Ich wusste nicht, in welche Schublade man mich steckt. Bin ob dieser Zuschreibung geschockt.
    Ich versteh diese Diskussion nicht und wende mich wieder meinen Sorgen als Lehrkraft zu, die hoffentlich schubladenfrei SchülerInnen in ihr Erwachsenenleben begleitet.

  7. Als wenn das eine neue Diskussion wäre! Immer haben die Sprachbewahrer und Konservativen aufgeschrien. Bei jeder Änderung. Fast nie wurden Änderungen von Mehrheiten getragen. Ich erinnere an die Abschaffung des „Fräulein“! Die „th“-Streichung zu Beginn des 20. Jahrhunderts usw. usw. Und die ideologische Überfrachtung kommt doch von Verhindererseite, wie ich das beobachte. Da wird auch vor Beleidigungen und Drohungen nicht haltgemacht. Einfach mal einen Gang zurückschalten und nicht gleich immer den Untergang des Abendlands beschwören!

  8. Niemand lässt sich gern in Machtfragen einschränken, auch Konservative und sog. Sprachbewahrende nicht. So gesehen ist hiesiger Aufschrei nachvollziehbar, ob der nun eine Minder- oder Mehrheit repräsentiert, sei dahingestellt.
    Zum Vorwurf einer vermeintlichen Ideologie, die hiesiger Sprachentwicklung angehängt wird, stellt sich die Frage, welche Ideologie hinter dem patriarchalem Sprachgebrauch steht oder ist dies schlicht und billig „natürlich“, weil das immer schon so war?

    • Sehe ich genauso. Die einzige Möglichkeit diese Ideologie zu bewahren, ist es nun also, indem das Gendern verboten wird. Das zeigt mir lediglich, dass sich diese Konservativen aktiv vom Gendern bedroht fühlen.

  9. Verzagen Sie nicht und schauen Sie sich doch mal meinen Beitrag vom 1. September 2021 um 08:26 Uhr an, da haben Sie gleich eine ganze Reihe nicht-ideologischer Gründe für das generische Maskulinum und gegen das Gendern bzw. gleich die Frage für Sie selbst, was der Mehrwert des Gendern (insb. Angesichts der Kosten desselben) sein soll.

    Der ideologische Bias beim Gros der Proponenten vermeintl. geschlechtergerechter Sprache findet seinen Ausdruck übrigens auch in der unsubstantiierten Beschwörung eines ominösen Patriarchats / patriarchaler Strukturen und der Insinuierung, die Ablehnung dieser Sprache sei einem diesem Patriarchat / diesen Strukturen verpflichteten Agens geschuldet, sei von einem politisch konservativen Mindest o.ä. geprägt. Ganz im Gegenteil: Ich lehne das Gendern als reaktionär und kontraproduktiv ab, möchte mithin nicht kontrafaktischer Gefühligkeit und falsch verstandener Empathie, subjektiver Deutungshohheit als Argument für irgendwas Tür und Tor öffnen. Danke.

  10. Eine gendergerechte Sprache bläht einen Text unnötig auf und erschwert die Verständlichkeit. Und ich bin davon überzeugt daß es die meisten überhaupt nicht weiterhilft. Für LRS Schüler ist das oft auch eine Katrastrophe. Vielleicht haben Personen „benachteiligte Geschlechter“ mehr davon, wenn Sie z.B. in Unternehmen gleich bezahlt werden und behandelt werden als mit so einer Sprache denen entgegenzukommen.

    • Die einzige Ideologie, dir mir ins Auge fällt, ist diejenige, dass das generische Maskulinum dadurch „geschütz“ werden soll, indem es VERBOTEN wird, dass das Gendern als Alternative neben dem generischen Maskulinum benutzt werden darf.

      Die sogenannte „Sprachpolizei“, die über Verbote und Zwang funktioniert, die den Genderbefürworter:innen so oft vorgeworfen wird, ist also in Wahrheit bei den Gender-Gegner:innen zu finden. Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten und niemand hat die Absicht eine bestimmte Art von Sprache zu verbieten – ist klar.

      • Ich zumindest habe mich nicht für ein Verbot stark gemacht, habe dazu eigtl. gar keine Aussage getroffen. Aber für das Protokoll: Ich bin (a) gegen ein Verbot des Gendern und (b) gegen ein Gebot des Genderns insb. dort, wo (auch i.w.S.) der Staat die Verantwortung trägt, also in allen möglichen Ämtern, Behörden, Schulen etc. (ich sehe da mithin zusätzlich auch Probleme mit der weltanschaulichen Neutralitätspflicht des Staates).

        • @PaPo: Ich zitiere Sie: „Ich […] habe dazu eigtl. gar keine Aussage getroffen“ – ist mir bekannt. Mein Kommentar war nicht an Sie gerichtet.

          Allerdings finde ich es persönlich schön, dass Sie sich gegen ein Verbot des Genderns aussprechen, obwohl Sie für sich beschlossen haben nicht zu Gendern – aus welchen Gründen auch immer.

  11. Es ist kalter Kaffee, dass das „generische maskulinum“ ein Produkt aus jahrtausendalten patriarchalen Strukturen ist, die sich nicht zum „Gespenst“ verniedlichen lassen.
    Dennoch bemühen sich einige hier, diese Ursache nonchalant aber konsequent auszublenden, schade !

    • Liebe unverzagte,

      es ist ebenfalls „kalter Kaffee“, dass Hosen, die Druckerpresse, die Dampfmaschine, die Glühlampe und unzählige andere Dinge des alltäglichen Lebens „Produkt(e) aus jahrtausendalten patriarchalen Strukturen“ sind, dass auch unsere Gesellschaft in der Vergangenheit durchweg patriarchal war und natürlich gleichermaßen „ein Produkt aus jahrtausendalten patriarchalen Strukturen“ ist, dass erst wieder mit Verabschiedung des Grundgesetzes und dessen Art. 3 die ersten (nominellen) Schritte zu einer Gleichberechtigung hierzulande gemacht wurden, aber realiter (und skandalöserweise) noch gravierende Hürden bis zu deren voller Realisierung genommen werden mussten, wie u.a. 1977 die Einführung eines paritätischen Ehemodells mit der Neuregelung der Arbeitsteilung der Eheleute in § 1356 BGB oder 1997 die Pönalisierung der Vergewaltigung in der Ehe mit der Reform des § 177 StGB im 33. Strafrechtsänderungsgesetz, um der Verfassung gerecht zu werden.

      So what? Inwiefern werden all diese Dinge durch deren Kulturgeschichte, deren Entwicklung und Nutzung in patriarchalen bzw.patriarchal geprägten Zeiten devalviert, non grata?

      Sie schreiben beim generischen Maskulinum von einem „patriarchalem Sprachgebrauch“ – was soll das eigtl. sein? Das kann doch denklogisch nur ein Sprachgebrauch sein, der einerseits zumindest auch die (dem Nutzer bewusste oder unbewusste) Fuktion haben soll, außer Männern alle anderen Gesellschaftsmitglieder zumindest zu exkludieren, quasi (und man dürfte hier mit einiger Berechtigung vielleicht sogar das Attribut „aktiv“ zur notwendigen bedingung machen) deren ‚Sichtbarkeit‘ zu minimieren, ultimativ sie unsichtbar zu machen (wenn nicht gar herabzuwürdigen), andererseits notwendigerweise aber gleichsam auch so rezipiert werden müsste. Fehlt eine entsprechende Intention bei Sender u./o. Empfänger, so kann denklogisch von einem „patriarchalem Sprachgebrauch“ nicht die Rede sein.

      Und da kommen Sie ins Spiel: Auf den Nachweis, dass diese Intentionen beiderseitig in einem irgendwie strapazierbaren Maße prävalent wären, wäre ich überaus gespannt. Mit Blick auf meine zuvor referierten Äußerungen werden Sie dies mutmaßlich nichtmal für einen nennenswerten Teil der Empfängerseite… Butter bei die Fische! Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse können zum Nichtfunktionieren des generischen Maskulinums, wenn nicht gar zur (anomischen) gesamtgesellschaftlichen Schädlichkeit desselben ins Feld führen?

      Und bitte kommnen Sie mir nicht mit explizit einer feministischen Linguistik verschriebenen ad verecundiam-Beispielen wie Anatol Stefanowitsch, dessen Kritik am generischen Maskulinum offenbar primär auf der hier meinerseits bereits kritisierten Studie aus dem Jahr 2001 und einer ähnlichen aktuelleren Studie basiert, die die besagte Moderatorvariable der quasi Vorgängerstudie komplett ignorierte.

      Und ziehen Sie bitte auch nicht die immer wieder in solchen Diskussionen unkritisch angeführte Studie „Zur Diskussion: Geschlechtergerechte Sprache als Thema der germanistischen Linguistik – exemplarisch exerziert am Streit um das sogenannte generische Maskulinum“ von Gabriele Diewald [in: ZGL 2018M 46(2): 283-299]zu Rate, denn diese erkennt selbst: „Mit dem Ausdruck ‚generisches Maskulinum‘ wird eine Gebrauchskonvention des Deutschen bezeichnet, die im 20. Jahrhunderts als üblich akzeptiert wurde, und die im Wesentlichen darin besteht, grammatisch maskuline Personenbezeichnungen (im Singular oder Plural, z. B. der Kunde/die Kunden) zur Bezeichnung ‚gemischter Gruppen‘ oder zum Ausdruck allgemeiner, d. h. geschlechtsunspezifischer Referenz auf Personen zu verwenden (vgl. Duden, Grammatik 2016: 160 f.).“ Darauf folgt in dieser Studie ein „schon immer“-Strohmann als logischer Fehlschluss, der schon an Bulverism erinnert, gefolgt von noch mehr logischen Fehlschlüssen, z.B. den „Blick auf Webseiten von Bankinstituten“, als ob sich hier nicht bereits Effekte der öffentlichen Debatten/Diskurse finden würden (scheint mir eine Form von affirming the consequent zu sein). Ansonsten gilt auch hier einiges, was für die nächste Linguistin bzw. deren Ausführungen gilt, die zu nennen Sie sich sparen können.

      Die Ausführungen von Ursula Doleschal in „Das generische Maskulinum im Deutschen – Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatikschreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne“ aus dem Jahr 2002 auf den Seiten der Universität sind für den Bedeutungsgehalt des generischen Maskulinums, ob es inklusiv ist oder nicht, vollkommen irrelevant. Zum generischen Maskulinum führt sie aus: „Diese sprachliche Norm ist seit Ende der siebziger Jahre des 20.Jh. feministischer Kritik ausgesetzt […]. Eine Frage, die meines Wissens in der Diskussion um das generische Maskulinum im Deutschen bisher jedoch weder gestellt noch beantwortet wurde, ist jene, ob es dieses Phänomen seit jeher gegeben hat, und wenn nicht, woher es denn eigentlich kommt. Denn für kleine Kinder ist die Geschlechtsabstraktion mit Hilfe maskuliner Personenbezeichnungen keine Selbstverständlichkeit, sie lernen diese semantische Regel meinen Beobachtungen zufolge nicht vor dem Schuleintritt.“ Ja, dass dies eine Selbstverständlichkeit wäre, behauptet ja auch niemand. Sprache basiert auf Konventionen und ist nichts Gottgegebenes o.ä. Diese semantische Regel wird nach dem Schuleintritt gelernt – Klappe zu, Affe tot. Die etymologische Perspektive der Autorin ist außerhalb eines rein wissenschafltichen Interesses für die gegenwärtige Debatte vollkommen irrelevant. Ob eine strikte Unterscheidung von Genus und Sexus nun bereits in der Renaissance, erst in der Postmoderne bzw. seit den 1960ern oder unter Linguisten allgemeingültig noch nie allüberall stattgefunden hat, ist für die Frage des „Sichtbarmachens“ egal… akademischer Elfenbeinturm lässt grüßen. Jedenfalls scheint das „Verständnis maskuliner Personenbezeichnungen als geschlechtsneutral […] in den sechziger Jahren des 20. Jh. [Eingang] in die Germanistik […] gefunden“ zu haben. Wichtiger wäre es da aus deskriptiver Perspektive zu wissen, wie das Gros der Sprachanwender das generische Maskulinum wahrnimmt. Und die Probleme des Indizienprozesses der Autorin sind da noch gar nicht thematisiert (Extrapolationen von Rechtstexten auf andere Sphären des Sprachgebrauchs etc.).

      Und falls Sie über „Genderlinguistik – Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht“ von Damaris Nübling, Helga Kotthoff und Claudia Schmitt aus dem Jahr 2018 gestolpert sind: Die dort im entsprechenden Kapitel diskutierten ca. zwei Dutzend empirische Tests sind genau so schlecht, wie die von Anton Stefanowitsch ins Feld geführten Studien, sind also unbrauchbar. Die Pressemitteilung auf den Seiten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz teilt einem über dieses Werk eigtl. alles Wissenswerte mit. So steht dort über das generische Maskulinum: „Ein Beispiel für dieses Versagen zeigt eine Zeitungsanzeige, die ein Training für den akademischen Nachwuchs bewirbt: ‚Für immer an die Uni – wenn nicht als ewiger Student, dann wenigstens als Herr Professor!‘.“ Ah ja… da will man den Universalcharakter des generischen Maskulinums dekonstruieren und nimmt auch Fälle mit rein, die ganz ausdrücklich kein Fall des generischen Maskulinums sind. Die ganze Wortwahl in der Pressemittielung etc. ist aber auch schon sehr stark ideologisch geprägt.

      Bislang bleibt es also bei Meinungen versus die Normativität des Faktischen. Ich bin auf Ihre Argumente gespannt.

      BTW: Das Gespenst, das umgeht, ist das der Existenz eines kontemporären Patriarchalismus, eines (strukturellen) staatlichen u./o. gesamt- bzw. mehrheitsgesellschaftlichen Agens, eines (faktischen) Patriarchats, wo realiter lediglich die Rede von der Existenz patriarchalen, sexistischen u./o. chauvinistischen Gedankenguts bei einigen Gesellschaftsmitgliedern die Rede sein kann, die nicht hinreichend sind, das System zu patriarchalisieren bzw. Patriarchale Strukturen (u.U. autopoietisch) zu konservieren. Das sind zwei Paar Schuhe und Letztere (zugegebenerweise) nur die Überbleibsel antezedierender patriarchaler Strukturen. Anders: Wer das Patrarchat behauptet, der muss das Patriarchat belegen (und nicht axiomisch von dessen Existenz ausgehen). Aber auch wer im Einzelfall (bspw. in Unternehmen, Parteien etc.) patriarchale Stukturen wahrzunehmen glaubt, muss diese belegen: Vom Umstand eines (auch erheblichen) Ungleichgewichts der Geschlechter in einem Unternehmen, einer Partei etc. auf das gespenstische Wirken eines ominösen Patriarchats zu schließen, wäre schon ein starkes Stück, für das konrkete Belege (und nicht lediglich ad hoc Vermutungen) geboten werden müssen. Erklären kann man solche Ungleichgewichte nämlich auch mit der Struktur bspw. des konkreten Unternehmen (Bsp.: Familienunternehmen) u./o. derjenigen der Bewerber (insg. weniger Frauen). Ein solcher (auch noch generalisierender, d.h. nicht auf die Eigenheiten der Einzelunternehmen eingehender) Vorwurf ohne jeden Beleg [subjektive, biasbasierte face validity ist kein(!) Beleg] ist wertlos, pure Ideologie. Andere Pseudoindizien, die das Gespenst des Patriarchats aktiv ahlten wollen, wie der Mythos eines Gender Pay Gap, wurden auch schon lange dekonstruert (Stichwort: unbereinigtes vs. bereinigtes Gap).
      Und das ist kein „verniedlichen“, sondern das Bloßstellen eines bestenfalls einer gewissen Uninformiertheit geschuldeten, regelmäßig aber ideologisch verorteten Aktionismus, dem ich tatsächlich anomisches Potenzial zubillige. Es ist ein Akt der Aufklärung, um den Diskurs auf einer nüchternen, sachlichen ebene zu halten.

      Schade aber, dass Sie sich mit meinem Beitrag nicht auseinandergesetzt haben und der Gegenseite gleichzeitg ein Ausblenden unterstellen.

      • Der „Mythos eines Gender Pay Gap“ wurden nicht dekonstruiert, die Unterscheidung zwischen unbereinigten und bereinigten Gap sollten allen klar sien, die sich ansatzweise mit dem Thema beschäftigen. Übrigens zeigen beide, dass Frauen im jeweiligen Vergleich weniger verdienen.

      • Mir scheint Sie bemühen sich absichtlich Bandwumsätze zu schreiben. Wieso? Um dadurch über den Fakt hinwegzutäuschen, dass Ihre als „Fakten“ präsentierten Einwürfe selbst lediglich eine Meinung darstellen? Auf welcher Grundlage bewerten Sie die genannten Studien als „wertlos“? Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Elfenbeinturm? Wer sich so sehr für die deutsche Sprache einsetzt, sollte in der Lage sein einen schöneren Stil zu benutzen.

        • (1) Sie dürfen Ihre Recherchekompetenzen gerne selbst auf die Probe stellen und einmal eruieren, (a) wie oft im öffentlichen Diskurs nach wie vor bei der Rede vom GPG ausschl. (d.h. ohne Kontrastierung mit den Werten des bereinigten GPG) die Lohnlückenwerte eines unbereinigten GPG ins Feld geführt werden, (b) wie oft dies in Form von indifferenten Behauptungen der Art geschieht, dass Frauen immer noch ca. 19 % weniger Lohn verdienten als Männer und (c) wie oft zumindest impliziert wird, dies sei das Resultat einer strukturellen, im Wesentlichen sexistischen (ggf. patriarchal bedingten) Ungleichbehandlung von Frauen aufgrund des Umstandes, dass sie Frauen sind. Ich empfehle da für den Einstieg die Onlinepublikation von DER SPIEGEL, geschieht all dies mehrmals pro Jahr… also nein, diese Unterscheidung ist z.B. dort entweder nicht allen klar oder wird bewusst nicht getätigt, um ein entsprechendes Narrativ zu verbreiten – da vergleicht man auch mal das Unvergleichbare miteinander und versucht das zu skandalisieren (Stichwort: Erhebungsmethoden für das unbereinigte GPG). Übrigens: Es ist im Rahmen dessen, was ich schrieb, vollkommen irrelevant, dass auch das bereinigte GPG indiziert, dass Frauen im Schnitt (je nach Berechnungslage 0-6 %, Letzteres übrigens der Wert beim StBA) weniger verdienen als Männer. Es ging um „das Gespenst des Patriarchats“, folglich ist (auch) hier nur von Belang, was die Ursachen/Gründe für diese Lohnlücke sind. Wenn Sie bereits den Umstand des Vorhandenseins dieser Lücke als Beleg oder auch nur Indiz eines ominösen Wirkens eines vermeintl. Patriarchats festmachen wollen, haben Sie sich letal an Ockhams Rasiermesser geschnitten und beweisen damit, dass Sie sich mit den eigentl. gegenständlichen Erhebungen und deren (und insg. auch naheliegenden, im Gegensatz zur Patriarchatserklärung nicht-konspirativen) Erklärungsansätzen etc. nicht auseinandergesetzt haben (denn dann wären Ihnen plausiblere Erklärungen begegnet, die eine solche Lücke bedingen, von auch empirisch festgestellen geschlechterunterschieden bei Gehaltsverhandlungen bis hin zu dem Umstand, dass Frauen im Rahmen ihrer Schwangerscahft und anschließender Elternzeit aus dem Berufsleben ausscheiden… und bitte öffnen Sie jetzt nicht das Fass, dass ja hier eine mangelnde staatliche Unterstützung existiere und dies Beleg/Indiz des Patriarchats sei………).

          (2) Danke, ich muss mich dafür nicht bemühen, das fliegt mir einfach so zu. Toll, oder?! Übrigens, die Begriff „faktisch“ und „faktischen“ finden sich in meinem ersten Beitrag hier nur dort, wo es (a) um die (semantische) Reichweitenbestimmung des Attributs ‚generisch‘ bzw. des Phänomens des generischen Maskulinums und (b) um die Priorisierung von Intersubjektivität über pure idiosynkratische Subjektivität geht. Bzgl. der einschlägigen Effizienz des generischen Maskulinums habe ich entsprechende Studien inkl. der notwendigen Kritik derselben präsentiert. In dem Beitrag, auf den Sie hier antworten, kommt der Begriff übrigens nur in „Meinungen versus die Normativität des Faktischen“ (also vs. einer auch in der Forschung attestierten Konventionalität im Verständnis des generischen Maskulinums) und beim Infragestellen der Faktizität des Patriarchats vor… wie Sie da auf den Trichter kommen, ich würde meine „Meinung“ als „‚Fakten‘ präsentieren, müssten Sie mir dann doch noch erläutern. 🙂
          Übrigens meine (*scnr*) ich, dass ich die Grundlage, auf derer ich die referierten Studien als „wertlos“ deklariere – ihre theoretischen wie methodisch-technischen Defizite, äußerst transparent gemacht habe: Schauen Sie sich doch meine Kritik hier zu Gygax et al. (2008), da werden die Probleme exemplarisch einmal genauer durchexerziert (s. Beitrag v. 1. September 2021 um 08:26 Uhr)… Sie haben doch sogar auf diesen Beitrag reagiert (oder haben Sie ihn etwa nicht wirklich gelesen?!). Für Ihre Expertise in den methoden und Techniken empirischer Forschung müssen Sie aber selbst sorgen. Ist aber schon sehr kurios, sich bei einer kritischen Analyse von Studien nach wissenschaftlichem Maßstab darüber zu beschweren, der Kritiker befände sich in einem (akademischen) Elfenbeinturm (peer review und so…) und es handele sich bei dem hinweis auf handwerkliche Mängel um „Meinung“. Das dann auch noch nonchalant im nächsten Satz mit Ihrer (abermaligen… also zum 3. Male geäußerten) Abneigung für meinen Stil zu kombinieren (als würde dies irgendeines meiner Argumente schwächen), übrigens stilistisch auch nicht sehr schön, darf ich dann so verstehen, dass Sie meinen Argumenten inhaltlich nichts zu erwidern haben?

          • Sie dürfen meinen Text gerne so verstehen, wie Sie es sich wünschen – bisher lässt jedenfalls nichts an Ihren Äußerungen vermuten, dass Sie dies nicht schon in der gesamten Konversation genauso handhaben.

          • Wenn ich Ihre Texte missverstehen sollte, warum explizieren Sie diese nicht im Anschluss an mein Missverständnis bzw. machen mich darauf aufmerksam, was ich evtl. falsch verstanden haben könnte (so wie ich es in meinem – hoffentlich vor diesem Beitrag hier freigeschalteten – Beitrag v. 7. September 2021 um 14:43 Uhr Ihnen ggü. getan habe)?

            Mithin sollten Ihnen nicht entgangen sein, dass Sie diesbzgl. im Glaushaus sitzen und gerade mit einem Hinkelstein nach mir geworfen haben…

          • Übrigens: Nur weil in Ihren Augen undifferenziert über den Gender Pay Gap berichtet wird, rechtfertigt nicht von einem „Mythos“ zu schreiben: Die Zahlen werden jedes Jahr vorgelegt und sind für alle einsehbar. Wenn manche Medien darüber undiffernziert berichten, macht dies nicht die Zahlen zu einem Mythos. Ob 19% oder 2%: Die Zahlen sprechen ein klares Bild, jedoch können Menschen nicht dazu gezwungen werden die Hintergründe oder die Unterscheidung zwischen den unbereinigten und bereinigten Zahlen zu verstehen.

            Meines Erachtens wird die Fragestellung des unbereinigten Gaps sowieso falsch verstanden: Wenn Frauen unbereinigt weniger als Männer verdienen, da hauptsächlich Frauen in Teilzeit und in schlecht bezahlten Jobs arbeiten, rechtfertigt dies nicht den Gap als „missverständlich und irrelevant“ abzuschreiben, sondern hier muss die Frage gestellt werden, warum hauptsächlcih Frauen in Teilzeit arbeiten und schlecht bezahlte Berufe ausgewählt haben. Weiterhin muss daraus die Frage folgen, aus welchen Gründen diejenigen Berufe, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden, schlecht bezahlt werden: Da sie geringe wirtschaftliche Relevanz besitzen oder weil sie von Frauen ausgeübt werden?

          • Keine Sorge, ich werfe weder mit Hinkelsteinen, noch mit Kieselsteinen, das wäre mir die Mühe nicht einmal wert. Ich habe den Eindruck, dass Sie Ihre wackelige Argumentationsstruktur für unfehlbar halten und Sie lediglich daran interessiert sind Konversationspartner:innen dafür zu benutzen die eigene Meinung zu bestärken, indem Sie andere Sichtweisen läppisch als „irrelevant“ und „nicht haltbar“, sowie „unsachlich“ abschreiben oder komplette Themengebiete komplett ignorieren, wie den Fakt, dass Ihre vermeintliche Überlegenheit Ihnen nicht das Recht gibt Menschen willentlich zu kränken, da Sie Ihr eigenes Verhalten nicht als Kränkung verstehen.

          • Das hat nicht damit zu tun, dass in meinen Augen oftmals undifferenziert über das GPG berichtet wird, dort wo in der skizzierten Art und Weise über das GPG berichtet wird, ist dies per definitionem indifferent. Überall dort, wo entsprechend indifferent kolportiert wird, Frauen verdienten bspw. 19 % weniger Lohn als Männer, und zu dieser Kolportage gehört auch die Implikation, dass dies bei gleicher Arbeit und insg. unter gleichen Bedingungen (d.h. bei gleicher Qualifikation, Lebensarbeitzeit, Anzahl der Überstunden etc.) der Fall sei (wobei auch hier bereits Fakotren wie Schwangerschaftszeiten, Erziehungspausen, Gehaltsverhandlungen u.ä. ignoriert werden), rechtfertigt es sich, von einem Mythos [Def.: „Begebenheit, die (aus meist verschwommenen, irrationalen Vorstellungen heraus) […] legendären Charakter hat“ ~ duden.de] im negativsten Sinne zu schreiben. Die Kombination der Punkte (a), (b) und (c) aus meinem Beitrag v. 6. September 2021 um 23:23 Uhr, insb. die sachlich falsche Behauptung, Frauen bekämen aufgrund ihres Frauseins weniger Geld, macht diese Form des GPG zu einem Mythos, auch wenn es um das bereinigte GPG geht. Das Skandieren des das GPG rererierenden Schlachtrufs „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ kommt ja nicht daher, dass die Skandierer das Phänomen verstanden hätten, sondern weil sie einem Mythos erlegen sind. Mich würde auch interessieren, welch „klares Bild“ die Zahlen des GPG sprechen sollten? Das Frauen schwanger werden, regelmäßig diejenigen sind, die Erziehungspausen einlegen, öfter in Teilzeit gehen, weniger offensiv in Gehaltverhandlungen sind, öfter in schlechter bezahlten (insb. den sog. sozialen) Berufen arbeiten? Was genau wollen Sie andeuten? Und natürlich können „Menschen nicht dazu gezwungen werden die Hintergründe oder die Unterscheidung zwischen den unbereinigten und bereinigten Zahlen zu verstehen“ – kongitive Kompetenzen zu erzwingen ist wohl eine Idee des abstursen Nürnberger Trichters, würde das funktionieren, wäre die Lehrerprofession deutlich einfacher… Man kann aber von Politikern, den Medien etc. verlangen, dass sie hier nicht in der skizzierten Art und Weise berichten (und eigtl. auch von Privatpersonen, dass sie sich hinreichend informieren, bevor sie sich in den Reigen obern erwähnter Skandierer einreihen).

            Was Ihren zweiten Absatz betrifft, so muss ich ehrlicherweise eingestehen, dass ich mit diesem Argument gerechnet habe (und mir schon ausgänglich verkniffen hatte, darauf bereits präventiv einzugehen): Ein regelmäßiges Argument in diesen Debatten ist ja, nachdem der Mythos des Gender Pay Gap dekonstruiert wurde, (a) dass auch ungeachtet dessen vermeintl. (historisch u./o. auch faktisch kontemporär-quantitative) Frauenberufe schlechter bezahlt werden als vermeintl. Männerberufe und (b) dass dies auch eine Ungerechtigkeit darstelle. Das würde ich nichtmal verneinen. Wir haben da aber bereits schon keine verfassungsrechtliche Grundlage gegeben, auf Basis des Geschlechts mehr Gehalt für (a) einzuklagen, weil (b) mehr verdient, schon nach allg. Gleichheitssatz (gem. Art. 3 GG) nicht, weil ungleiche Berufe eben ungleich sind, sich in in ihren Qualitätsanforderungen etc. immer unterscheiden werden (womit ich nicht der Ramschmentalität bspw. in den sozialen Berufen das Wort reden möchte, mitnichten) und wir eben nicht bspw. vom Berufszweig der männlichen vs. den Berufszweig der weiblichen Altenpfleger sprechen, sondern vom Berufszweig der Altenpfleger insgesamt (soviel auch zu Ihrer Frage Abschlussfrage, zu der ich auch anmerken möchte, was ich bereits in meinem ersten beitrag hier schrieb: Beleg geht vor Verdacht). Mithin: Sollte dort ein Gehaltsgap mit dem Geschlecht legitimiert werden, wäre das justiziabel (wir haben also ein Instrument, um dieser Form der Ungleichbehandlung vorzubeugen). Bei Tarifbeschäftigten und im öffentlichen Dienst erledigt sich die Problematik ohnehin von selbst.
            Man kann sich natürlich fragen, warum Frauen denn statistisch öfter in schlechterbezahlten Berufen landen und kommt dann evtl. auch (neben vielen anderen möglichen Ursachen) in diversen Fällen bei deren Sozialisation aus, bspw. beim Aufwachsen in mehr oder weniger patriarchalen Familien, dortiger Geringschätzung weiblicher Bildung u./o. Arbeit, Formen (direkten oder indirekten) Zwangs und daraus resultierender vermeintl. Alternativlosigkeit etc. – alles nicht schön, ungenommen.
            Da besinnen wir uns aber wieder auf die Ausgangslage unseres Disputs: Es ging u.a. darum, dass die Existenz eines kontemporären Patriarchalismus, eines (strukturellen) staatlichen u./o. gesamt- bzw. mehrheitsgesellschaftlichen Agens, eines (faktischen) Patriarchats infrage gestellt wurde und dem die nicht in Abrede gestellte Existenz patriarchalen, sexistischen u./o. chauvinistischen Gedankenguts bei einigen Gesellschaftsmitgliedern gegenübergestellt wurde (und die gerade skizzierten Gründe schlagen in diese Kerbe), die aber nicht hinreichend sind, dem System ggü. den Vorwurf des Patriarchats zu erheben. Das überspannt dann doch den Bogen und macht den Begriff des Patriarchats noch schwammiger, ungreifbarer, willfähriger und damit zu einer leeren Floskel, stellt mithin auch gerne mal freie Willensentscheidungen mündiger Frauen infrage: Da impliziert man ja mithin nonchalant gerne mal, dass Frauen ja soziale Berufe nur infolge ihrer vermeintl. an sexistisschen, chauvinistischen, patriarchalen Rollenbildern orientierten Sozialisation gerne soziale Berufe ergreifen würden… eine solche Behauptung wäre ziemlich herablassend und überheblich. Und wenn wir mal Beispiele handfesten Zwangs außen vor lassen, die das Gros dieser Berufsentscheidungen wohl kaum ausmachen werden, glaube ich, dass wir nach wie vor in einem freien Land leben mit verfassungsseitig garantierter Berufsfreiheit, der Freiheit sich bei Lohnverhandlungen für seine eigenen Interessen einzusetzen und der Freiheit, sich weiter zu qualifizieren, für oder gegen das Kinderkriegen, für oder gegen traditionellere Familienrollen u.ä. zu entscheiden. Da dies gegeben ist und sich das GPG nicht durch eine Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Frauseins erklären lässt, bin ich doch der Meinung, dass dieses GPG als „missverständlich und irrelevant“ abzuschreiben ist, vielleicht noch einen Nutzen darin hta, Frauen zu zeigen, dass noch Raum nach oben hin ist (aber gleichzeitig davon abhalten sollte, im Namen der Gleichberechtigung die Gleichstellung zu fordern…).

          • PaPo, Ihnen ist offenbar nicht kalr, dass Sie sich selbst widersprechen: „Da dies gegeben ist und sich das GPG nicht durch eine Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Frauseins erklären lässt,“ spricht eindeutig gegen die Überlegung, die Sie selbst eingestanden haben: Dass die Möglichkeit besteht, dass sog. typische „Frauenberufe“ weniger entlohnt werden als typische „Männerberufe“, da diese von jeher von Frauen besetzt wurden und daher weniger „wert“ waren. Historisch gibt es genügend Beispiele, die darauf hindeuten: Ob nun als Fabrikarbeiterin oder Wäscherin, Frauen haben früher für dieselbe Arbeit bereits weniger verdient als Männer. Ob nun – davon unabhängig – typische weibliche Tätigkeiten wie die Pfelge geringer entlohnt werden als gleichwertige „männliche“ Berufe, weil die Pflege bisher immer weiblich besetzt war, wäre tatsächlich justiziabel. Mit diesem Hintergrund halte ich es nicht für gerechtfertigt, dass Sie behaupten die Diskriminierung aufgrund von Frausein wäre nicht gegeben.

            Eben darum geht es beim unbereinigten Gap: Die Hintergründe zu verstehen.
            Dass sich die Forderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ auf den bereinigten Gap bezieht, sollte klar sein. Ich nehme es mir jedenfalls nicht so sehr zu Herzen wie Sie, wenn Menschen dies auf den unbereinigten Gap beziehen, da dies immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt, die manchmal sogar fruchtbar sind.

          • PaPo: Ihre Hinkelstein-Behauptung ist leider nur Ausdruck Ihrer persönlichen Meinung und daher für die Konversation völlig irrelevant. Aber ich gönne es Ihnen, dass Sie ein paar Worte hinterlassen konnten, das scheint Ihnen wichtig zu sein. Soviel zum Thema Kindergarten, das Sie selbst ins Spiel gebracht haben.

        • Ok, darauf reagiere ich doch noch kurz, ist mir gerade bei meiner Verabschiedung entgangen, dass Sie auch hier noch etwas geschrieben haben, was der Dekonstruktion bedarf. Aber in aller Kürze:

          Nein, es spricht nicht gg. meine Überlegungen, zumal ich auch gar nicht „eingestanden“ habe, dass „typische ‚Frauenberufe‘ weniger entlohnt werden als typische ‚Männerberufe‘, da diese von jeher von Frauen besetzt wurden und daher weniger ‚wert‘ waren. Gerade alles nach Ihrem Komma ist keine Schlussfolgerung, die ich aufgestellt habe. Sie sollten meinen Text vielleicht nochmal sinnentnehmend lesen (und nein, die Samthandschuhe haben Sie jetzt nicht mehr verdient)…

          Ihr historisches Argument vefängt übrigens nicht, da es für usnere Gegenwartsbetrachtung unerheblich ist, dass in patriarchalen Zeiten „Fabrikarbeiterin oder Wäscherin, Frauen […] früher für dieselbe Arbeit bereits weniger verdient[en] als Männer“, so Sie nicht salopp eine ungebrochene Tradition kolportieren wollen… womit wir auch bei dem eigtl Argument meinerseits wären: Es reicht nicht die Behauptung aufzustellen, Frauen würden aufgrund ihres Frauseins geringer entlohnt als Männer, sondern diese behauptung bedarf (auch hier) des stichhaltigen Belegs. Denn ja, da haben Sie recht, darum geht beim unbereinigten Gap, ebenso übrigens beim bereinigten: Die Hintergründe, die Erklärungen für diese Gaps zu verstehen. Erklärungsansätze habe ich Ihnen u.a. in dem beitrag geboten, auf den Sie hier reagiert haben, ähnliches können Sie auch der korrespondierenden Literatur entnehmen. Da werden Sie schnell sehen, dass „Frausein“ und eine Diskriminierung deswegen per se da nicht vorkommt. Aber gut, erklären Sie dem Sozialwissenschaftler ruhig weiter sein Handwerk (ja, es gibt auch mal ein ad verecundiam von mir, zum Abschluss darf ich auch mal…). 🙂

          • PaPo, mal wieder fehlt der stichhaltige Beleg, dass es auszuschließen sei, dass Frauenberufe aufgrund des Geschelchts der ausführenden Personen gering entlohnt werden. Die Widerlegung der Behauptung bearf ebenso stichhaltige Beweise, die Sie jedoch nicht nennen. Wenn Ihnen eine Verweis auf „Literatur“ ausreicht, um ein vermeintliches Argument anzuführen, akzeptieren Sie es dann auch, wenn Ihre Schüler:innen „Wikipedia“ als Quelle angeben? Lachhaft!

          • *lol* Soviel zu Ihrer Promotion und Ihren extrem defizitären bis fehlenden Kenntnissen über Wissenschaftsphilosophie und insb. Falsifikationismus einerseits und den Mängeln Ihrer argumentativen Diskursfähigkeit andererseits, Ihre problematischen Textrezeptionskompetenzen verschlimmern das Problem:
            Sie verstehen einfach nicht, dass ich mich ggü. der Frage ob „Frauenberufe aufgrund des Geschelchts der ausführenden Personen gering entlohnt werden“ so positioniere, wie der negative Atheist ggü. der Frage, ob Gott existiert, mithin lediglich Ockhams Rasiermesser appliziere und (folglich) auf unsubstantiierte Axiome, Präsuppositionen, Extrapolationen, Konklusionen u.ä. verzichte. Hervorragendes Comedymaterial, dass Sie mir da bieten, angesichts dessen „stichhaltige Beweise“ für eine Behauptung zu zu fordern, die ich so gar nicht aufgestellt habe, während Sie selbst Ihre Bringschuld mit Händen und Füßen von sich weisen. Kann man sich nicht ausdenken. Im Übrigen haben Sie schon hinreichend (und auch ganz konkrete) Literatur zur substantiierung meiner Position geboten bekommen, tun Sie nicht so, als sei das nicht der Fall, Sie haben doch sogar auf entsprechende Beiträge von mir reagiert… Ach, wenn Sie denn wenigstens mal „Wikipedia“ zu Rate gezogen hätten, wäre vielleicht irgendwann Ihrerseits auch irgendein Argument präsentiert worden. 🙂

            Nur für mein eigenes Kopfkino: Bitte, bitte, bitte verraten Sie mir doch, was Sie unterrichten! 🙂

  12. Wären Lehrer*innen ohne Lehrerinnen wären Lehrerinnen leerer innen

    Ich finde das Gendern einfach sehr kompliziert. Semantisch schwierig ist es auch, weil der Begriff „innen“ nun einmal schon belegt ist.

    Und das Argument, dass dadurch Frauen an Macht gewinnen oder Männer Macht verlieren würden ist Quatsch. Man schaue sich nur den Zusammenhang von Gleichstellung und dem Vorhandensein eines grammatikalischen Geschlechts in anderen Ländern an…

    Richtig, es gibt keinen.

    Zudem schaffen es nicht einmal die Genderwilligen ihre Texte durchgängig korrekt zu gendern weil es verdammt kompliziert ist.

    Im Sprachgebrauch verschwindet das normale Femininum auch immer mehr und es kommt zu solchen erstklassigen Begrüßungen wie „Liebe Lehrer und Lehrer*innen“;

    „Jede*r Schüler*in geht an seinen/ihren Platz und holt ihren/seinen Stift aus seiner/ihrer Tasche. Wenn sie/er seine/ihre Aufgabe erledigt hat zeigt sie/er sie einer Lehrer*in sein/ihr Ergebnis.“

    Das wäre eine korrekt gegenderte Anweisung. Unbrauchbar, unsprechbar, kaum zu verstehen…

    • Neben Ihrem Beispielsatz würde ich gerne die Anmerkung „schlechter Stil“ hinterlassen und schlage als Alternative vor:

      „Alle Schüler:innen kehren an ihren Platz zurück und nehmen ihre Stifte. Wenn alle Aufgaben erledigt sind, werden die Ergebnisse der Lehrkraft vorgestellt.“

      Hier wird an der einzigen Stelle mit Doppelpunkt gegendert, wie für diesen Satz relevant ist. Gendern kann so einfach sein.

      – Alle statt jeder/r
      – Ob es der eigene Stift ist, kann wohl niemand belegen und ist nicht relevant
      – Manche Personen haben keine Taschen, sondern Rucksäcke

      • @AuroRa

        Und manche Lehrkraft ist vielleicht gar nicht kräftig, aber von Herzen gerne Lehrerin oder Lehrer und möchte in ihrer eigenen Identität und in ihrem eigenen Glücklichsein gar nicht „unsichtbar“ (gemacht) werden.
        Divers gegendert werden ist in diesem Falle auch kein Ausweg!
        😉

        Wer gerne gendern mag, soll das – soweit es mich betrifft – gerne tun und wer es nicht mag, lässt es. Mal schaun, wie es sich entwickelt.
        Während die einen (ein*innen?) gerne ihre geballte Power ins Gendern packen, können sie die anderen tatsächlich in sinnvollere „Energiebahnen“ vorstellen, wenn Sie mal schauen mögen?
        https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/geschichte-im-ersten/sendung/herstory-folge-1-100.html
        So etwas finde ich relevant, möchte aber gar nicht weiter diskutieren – das war nur mal so als Anregung gedacht.

  13. DIe Tatsache, dass sich derart gegen das Gendern in der Sprache gewehrt wird, ist ein Indiz dafür, dass immer wieder ein Nerv getroffen wird.
    Dass männliche Menschen da mit Arroganz reagieren, sich palavernd- episch (pseudo-) wissenschaftlich ergehen…geschenkt.

    Dass aber, wenn immer es um Gleichstellung geht, weibliche Menschen
    – betonen, sie seien KEINE Feministinnen,
    – sagen, sie würden nicht per Quote in eine Position kommen wollen,
    – selbst sprachliches und anderes Gendern nicht nur ablehnen (können sie für sich gerne tun), sondern dies sehr vehement tun, es zum Teil ins Lächerliche ziehen und denen, die von Ungleichheit profitieren und diese (auch hier sprachlich) zementieren, das Wort reden,
    – insbesondere junge- also unsere Schülerinnen- lieber hübsch als klug sein wollen („hübsch“ ist bei Mädchen und jungen Frauen inzwischen die zentrale Kategorie)
    – und in der Zeit, in der sich die männlichen Menschen vielfach hier ausführlich austoben können, die Familienarbeit machen,
    sollen sie sich nicht wundern und nicht mehr aufregen, dass sie die Hauptlast tragen bei Schulschließungen etc. Warum bleiben diese Damen eigentlich nicht zu Hause, passen höchstselbst auf ihre Brut auf und wir hätten viel weniger Druck und Stress in der Corona-Schulzeit.

    Frauen sind es oft einfach selbst schuld, dass sich im Prinzip nichts für sie ändert.

    • Reicht es Ihnen…

      … wenn man statt Feminist Egalitarist i.S.d. Art. 3 GG ist, weil Feminismus ein (zu) heterogenes Phänomen ist und die Selbstbezeichnung ggf. negative Konnotationen / ein sich gemein Machen mt einem antiegalitären u./o. einem der Teleologie (der Gleichberechtigungs-, nicht Gleichstellungsidee) des Art. 3 GG widersprechenden Agens wecken könnte?

      … man verfassungsrechtliche Gründe gg. Quotenregelungen bzw. Paritätsgesetze hat, die u.a. auch Verfassungsgerichte teilen (s. hier: https://www.news4teachers.de/2021/08/huerde-beim-deutschlernen-gendern-ist-ein-kniffliges-thema-fuer-migranten/#comment-386502)?

      … man Gendern vehement ablehnt, nicht um den Profiteuren von Ungleichheit das Wort zu reden, sondern weil man Gendern als kontraproduktiv und gar reaktionär erachtet (s. meine Beiträge hier)?

      … man ganz ausdrücklich kritisiert, dass „insbesondere junge- also unsere Schülerinnen- lieber hübsch als klug sein wollen“?

      … man patriarchale Familienstrukturen prinzipiell auch ablehnt (so hier keine hinreichende Konkludenz gegeben ist, was bei den erwähnten jungen Mädchen ja wohl regelmäßig nicht der Fall sein wird)?

      … oder machen Sie es sich dann trotzdem noch so einfach zum Zwecke Ihres augenscheinlichen Urteils, Gendern legitimiere sich bereits als notwendig, weil es ja Gegenwind gibt, von dem Sie, so meine ich herauszulesen, insunieren, hier verschaffe sich lediglich „Arroganz“ von Männern Luft, ergehe man „sich palavernd- episch (pseudo-) wissenschaftlich“ (ungenommen, dass dies bei einigen auch stimmt, ein derartiges Pauschalurteil werden Sie jedoch nicht aufrechterhalten können)?

    • Liebe/r Andi, ich als gendernde Cis-Frau sehe das etwas anders: Anstatt sich über all die Personen aufzuregen, die nicht an meiner neuen Welt teilhaben wollen, möchte ich diese neue Welt lieber weiter aufbauen und alle kommen lassen, die es sich dann doch anders überlegen. Menschen, die sich gegen Gleichstellung aussprechen, oder denen sie nicht so sehr am Herzen liegt wie mir, sind nicht per se schlechte Menschen. Sie haben lediglich eine andere Meinung und berufen sich – wie PaPo – auf strukturelle Benachteiligungen, die in patriarchalen Systemen geschaffen wurden und nun verwendet werden, um Gleichstellung zu blockieren: Was interessiert mich eine Verfassung, die lediglich von Männern verfasst wurde?

      • Schön, dass ich auch hier Erwähnung bei Ihnen finde, allerdings in einer in puncto Kohäsion mind. ambigen Satzkonstruktion: „Menschen, die sich gegen Gleichstellung aussprechen, oder denen sie nicht so sehr am Herzen liegt wie mir, sind nicht per se schlechte Menschen. Sie haben lediglich eine andere Meinung und berufen sich – wie PaPo – auf strukturelle Benachteiligungen, die in patriarchalen Systemen geschaffen wurden und nun verwendet werden, um Gleichstellung zu blockieren […].“ Ich hoffe Sie wollen damit nicht insinuieren, ich sei einer dieser skizzierten Menschen, beriefe mich „auf strukturelle Benachteiligungen, die in patriarchalen Systemen geschaffen wurden und nun verwendet werden, um Gleichstellung zu blockieren“ – der Zahn wurde der Userin unverzagte bereits in meinem Beitrag v. 3. September 2021 um 17:23 Uhr gezogen (auf den Sie ja gestern auch geanmtwortet haben)… obwohl, ja, ich spreche mich ganz ausdrücklich gegen jede Gleichstellung (d.h. Ergebnisgleichheit), die über die Gleichwertigkeit(!) der Geschlechter, Abstammungen, „Rasse“, Sprache, Heimat und Herkunft (s.u.) hinausgeht, spreche mich im Gegenzug ganz ausdrücklich für Gleichberechtigung i.S.d. Art. 3 GG (d.h. Chancengleichheit) i.V.m. dem Leistungsgedanken i.S.d. Geistes des Art. 33 Abs. 2 GG aus…

        Aber bitte was? Sie interessiert nicht, ob und inwiefern eine Verfassung bspw. Grundrechte garantiert, z.B. im Rahmen des sog. Gleichheitssatzes des Art. 3 GG Abs. 1 („Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“) und dessen Abs. 2 und 3: „(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Sie machen stattdessen den Wert einer Verfassung daran fest, wer sie verfasst hat?! Ernsthaft?!
        Das ist Identitätspolitik par excellence, vulgo (in dem Fall) Sexismus pur. Danke, Ihre Maske ist gefallen. Und da wundern Sie sich, dass Menschen etwas gg. diese „neue Welt“ haben? Ich empfehle Ihnen im Übrigen einmal zu recherchieren, wer Elisabeth Selbert, Friederike Nadig, Helene Weber und Helene Wessel waren und es ergibt mit Blick auf die verfassungsrechtstraditionalen Kontinuitäten zwischen GG und Weimarer Reichsverfassung wohl auch Sinn, sich auch einmal zu erkundigen, wer…

        … Lore Agnes, Marie Baum, Getrud Bäumer, Margarete Behm, Anna Blos, Minna Bollmann, Elisabeth Brönner, Hedwig Dransfeld, Wilhelmine Eichler, Elise Ekke, Anna von Gierke, Frieda Hauke, Else Höfs, Anna Hübler, Marie Juchacz, Wilhelmine Kähler, Katharina Kloss, Gertrud Lodahl, Frida Lührs, Ernestine Lutze, Clara Mende, Agnes Neuhaus, Antonie Pfülf, Johanne Reitze, Elisabeth Röhl, Elfriede Ryneck, Minna Schilling, Käthe Schirmacher, Maria Schmitz, Louise Schroeder, Clara Schuch, Anna Simon, Johanna Tesch, Christine Teusch, Marie Zettler und Luise Zietz waren (Tipp: Wenn Ihnen Helene Weber dabei abermals begegnet, sind Sie auf der richtigen Spur). Sagen Sie mir bitte, dass Sie nicht die Fakultas für Geschichte u./o. Politik haben. Unfassbar. :-/

        • Lieber PaPo, interessant, wie leicht Sie getriggert werden.
          Nicht mehr zeitgemäße Regelungen verlieren Ihre Berechtigungen, ganz unabhängig davon wieviele Frauen an besagten Texten mitgewirkt haben. Weiterhin halte ich „Gerechtigkeit“ vor „Gleichheit“.
          Übrigens: Wenn Sie etwas für „unfassbar“ halten, sollten Sie vielleicht mal Ihren Horizont erweitern – das könnte beim „Fassen“ helfen.

        • PaPo, ich finde es interessant, dass Sie mit Sexismus unterstellen, weil ich den Inhalt von Texten ablehne, der Sexismus schützt. Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist, beziehe ich mich auf Parität, aber nicht auf die gesamte Verfassung. Ich finde es übrigens wirklich putzig, wie kräftig Sie am Polemik-Bäumchen rütteln – hat Ihnen das jemals etwas genützt?

  14. Mal davon ausgehend, dass Sie „AuroRa“ sind, liebe „Auro Ra“, und nicht eine dritte Person, die mich hier bewusst triggern will (wobei das auch nicht überraschen würde, so Sie dieselbe Person sind und einfach auch bei Ihrem Pseudonym keinen Wert auf Kohärenz legen):

    Ja, wer hätte das gedacht, aber Bigotterie und Sexismus triggern mich tatsächlich, insb. wenn man gleichzeitig im Brustton der Überzeugung eine „neue Welt“ der „Gleichstellung“ schaffen will – erstaunlich, dass Sie das erstaunt und sie gleichsam Ihres eigenen logischen Fehlschlusses und der Obszönität Ihrer Aussage nicht gewahr werden.

    Und jetzt wo Sie ertappt wurden, winden Sie sich, schreiben „[n]icht mehr zeitgemäße Regelungen verlieren Ihre Berechtigungen, ganz unabhängig davon wieviele Frauen an besagten Texten mitgewirkt haben“, während die antezedierende Aussage war: „Was interessiert mich eine Verfassung, die lediglich von Männern verfasst wurde?“ Wo genau haben Sie hier noch gleich Ihr Anliegen einer Reform von „Regelungen“ infolge von geschlechterunabhäniger Obsoledität kenntlich gemacht?! Wo genau schränken Sie Ihre Ablehnung einer „von Männern verfasst[en]“ Verfassung irgendwo ein?

    Richtig. Nirgendwo. Ihre Äußerungen sind hier für jedermann klar nachlesbar. Und mir nach so einer Aussage Polemik und eine Erweiterung meines(!) Horizonts unterstellen… genau mein Humor! 😀

    • PaPo, da Sie offensichtlich einen Komplott vermuten, haben Sie ein wenig Humor offenbar dringend nötig.
      Zur Aufklärung: Ich schrebe von zwei untershciedlcihen Laptops, wobei auf dem zweiten nicht die Zugangsdaten gespeichert wurden – daher die Unetrscheidung zwischen AuroRa und Auro Ra. Dass diese Banalität dazu führt, dass Sie mir unlauteres Verhalten unterstellen, finde ich persönlich erschütternd und traurig. Sie können also aufatmen und mal wieder runterkommen.

  15. Unlauteres Verhalten demonstrieren Sie hauptsächlich mit Ihren konstanten non-argumentativen ad hominem-Provokationen, Ihrer Freude am Triggern, Ihrer offen zur Schau gestellten Bigotterie und Ihrem entsprechenden Sexismus Das ist es, was „erschütternd und traurig“ ist. Dass Sie hier mit zwei Pseudonymen unterwegs sind, ist dafür nicht notwendig. Und keine Sorge, zur Weißglut bringen Sie mich damit nicht, ich gehe da mit mehr Humor ran, als Sie es zu realisieren scheinen. 🙂

    • Typisch PaPo, mal wieder keine Belege, lediglich offene Anfeindungen und Unterstellungen. Dafür, dass Sie Sie selbst als Freund von Fakten darstellen, verzichten Sie in Ihren letzten Kommentaren konsequent auf diese und versuchen mich auf unbeholfene Weise zu beleidigen. Reißen Sie sich doch mal am Riemen, Sie stellen sich dafür lediglich selbst ein Armutszeugnis aus. Solche Lerher:innen braucht das Land doch nun wirklich nicht.

      Ich finde jedenfalls amüsant, dass Sie – obwohl „zum Thema alles gesagt“ wurde, jedesmal sich selbst in Ihrer Inkonsequenz vorführen. Gehen Sie doch besser mal raus an die frische Luft, das ist besser für den Blutdruck.

      • Sie sind lustig: Beinahe jeder Ihrer Beiträge hier enthält (a) ad hominem-Provokationen und (b) kein einziges sachorientiertes Argument. Ihnen ist schon klar, dass mit dem Rekurs auf Ihre Beiträge sich diese als Belege qualifizieren?! Sie können diese Straußentaktik hier leider nicht anwenden, da Sie Ihre Beiträge weder editieren noch löschen können. Schade für Sie, oder? Nicht, dass ausser uns beiden noch jmd. hier wäre, die Kommentaraktivitäten unter Artikeln bei N4T haben oft eine sehr geringe Halbwertszeit, aber falls sich dennoch irgendwann mal jmd. Drittes nach hier verirren sollte bekommt er mit Ihren Kommentaren ein eindrucksvolles Beispiel für das Phänomen der Projektion (im psychoanalytischen Sinne) geboten. Ist auch eine Art und Weise, einem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Mithin: Soll ich Ihnen Ihre Unlauterbarkeiten hier extra einzeln zusammenfassen? Wieso? Hätten Sie wohl gerne. Ich habe Sie bereits (sofern dies in Ihren auf meine Beiträge reagierenden Kommentaren geschah) jeweils an Ort und Stelle darauf aufmerksam gemacht und Ihr toxisches Verhalten für jedermann exponiert. Tipp: strg+f drücken, dann „PaPo“ in der Suchleiste eingeben, den Begriff suchen und dann die Beiträge heraussuchen, in denen Sie auf meine Beiträge reagiert haben… könnte erhellend werden. 🙂

        tl:dr
        Entweder Sie sind ein Troll, dann Chapeau, Ich bin durch den Reifen gesprungen, aber es war ja auch ganz amüsant. Oder Sie sind es nicht, dann sollten Sie froh sein, dass sie hier in relativer Anonymität kommentieren und keinen öffentlichen Gesichtsverlust Ihrer realen Person befürchten müssen. Ich kann aber nur hoffen, dass die erste Alternative zutrifft oder Sie hier zumindest unter ‚false flag* segeln, denn nach all Ihrem Gebahren kann ich Ihnen Ihr letztes ad hominem dann wirklich zurückgeben: „Reißen Sie sich doch mal am Riemen, Sie stellen sich […] lediglich selbst ein Armutszeugnis aus. Solche Lerher:innen [sic] braucht das Land doch nun wirklich nicht.“ 🙂

  16. Ziemlich interessante Diskussion hier. Ich wollt auch mal mein Senf dazu geben.

    Mir erscheint es so, als würden bei dem Thema insgesamt sehr viele (wom. zu viele) Sichtweisen und Dinge hineininterpretiert und miteinander verwoben, dass es das nur umso schwieriger macht, da noch durchzublicken. Ich versuch das mal einzeln aufzudröseln.

    Jahrgang 81 war das für mich in meiner Schulzeit (noch) kein Thema. Im Zuge der aktuellen Diskussion habe ich angefangen mal meine Elterngeneration zu befragen, die derzeit gerade in Rente geht. Meine nächsten Verwandten, alle aus der DDR, angesprochen auf das Thema wirken doch eher ablehnend und tw. kopfschüttelnd. Für sie war es ganz normal ‚Arbeiter‘ ‚Ingenierure‘ oder ‚Ärzte‘ zu sein. Eine sprachliche Unterscheidung wurde explizit nicht gemacht und zwar nicht aus Gründen der subtilen partiarchaischen (keine Ahnung wie man das schreibt) Huldigung eines entspr. Weltbildes, sondern aus Gründen der – Achtung jetzt kommt’s – Gleichstellung und Gleichbehandlung. So wie es im angelsächsischen Raum auch heute gehandhabt wird. Da ist die ausformulierte Geschlechteerausfifferenzierung verpöhnt – aus eben diesen Gründen. Jetzt 30 Jahre nach Mauerfall dreht sich die Spirale der menschlichen Entwicklung wieder rückwärts?! Die ganzen Diskussionen um Frauengleichstellung wurden nachträglich, quasi als West-Import, ins Land geholt, wo das Problem doch eigentlich schon gelöst war. Da können ich und meine nähreren weiblichen Verwandten nur mit dem Kopf schütteln.

    Zweitens. Es geht in der Diskussion auch um die Verletzung von Gefühlen, von angeblich nicht angesprochenen Menschen. Da kam auch schon zur Diskussion, dass das persönliche Empfinden NICHT der allgemeine Maßstab sein sollte. Nach diesem Grundsatz ist übrigens auch unser Rechtssystem ausgerichtet, wonach es keine Opferjustiz geben darf, da diese nicht wertneutral urteilen kann. Ähnlich verhält es sich in der Diskussion um verletzte persönliche Gefühle. Nicht alles was verletzt ist auch verletzend gemeint. Und wenn das eben nicht der Fall ist, dass man aus Böswilligkeit jemanden verletzen will, dann kann sollte das auch so mehrheitlich zum Ausdruck kommen. Ich will ein einfaches Beispiel geben: Ich fühle mich durch reiche Leute persönlich verletzt. Sie leben länger, besser und schöner. Jedes mal wenn ich einen Reichen sehe, fühle ich mich minderwertig, zurückgesetzt und nicht des Lebens wert. So, der Logik der Woken nach müsste man ja nun Reichtum verbieten, da es die Gefühle armer Menschen verletzen kann. Und wird DAS von Woken gefordert?!

    Drittens. Wieder eine neue Sprachbarriere. Nun war ich in Deutsch schon immer ganz schlecht, ständig im Grundkurs und da nur mit einer mühsam erkämpften 4. Ich kann offiziell mit der Sprache nicht korrekt umgehen, so mein Zeugnis. Und nun DAS! Ich habs immerhin zu einem universitären naturwissenschaftlichen Masterabschluss geschafft. Wenn ich aber an meine Nachbarskinder im Ghetto denke, wo einige 9/10 jährige noch nichtmal einen Satz in gesprochenem Deutsch halbwegs korrekt rausbekommen (deutsch-Muttersprachler wohlgemerkt), weil grundlegende Defizite in der Sprachausbildung vorhanden sind, frag ich mich wer eigentlich die Zeche bezahlen soll. Es sind Diejenigen, die ohnehin schon hinten in der Gesellschaft stehen und keine wirkliche Chance auf Teilhabe haben. Nun eine neuerliche Sprachwand hochzuziehen, wie seinerseits im Mittelalter mit der Einführung der Groß- und Kleinschreibung, um sich sprachlich vom Pöbel weiter abzugrenzen, finde ich gesellschaftsspalterisch und exklusiv.

    Viertens. Den Nachweis, dass es etwas an den realen Zuständen für benachteiligte Menschen ändert, sind die Woken noch immer schuldig. Bestes Bsp. Türkei. Kein Genus und ist die Türkei nun eine Gesellschaft, die sich im Besonderen für die Rechte von Frauen stark macht?! Passt irgendwie nicht zusammen.

    Fünftens. Stilistisch ist das Gendern eine Katastrophe. Hallervorden hat Recht!

    Sechstens. Die Diskussion um sprachliches Gendern ist natürlich auch super geeignet als Scheindebatte um an den realen Missständen blos nichts ändern zu müssen. Seht wie woke wir sind, wie könnten denn WIR nur schlechte Menschen sein?! Geht doch garnicht! Bessere (gleiche) Bezahlung oder Absicherung für Frauen gibt’s aber nicht! Wir unterscheiden jetzt sogar sprachlich Frauen von Männern, selbst da wo es unsinnig ist, hauptsache wir sind woke – zumindest unseren nicht im Ghetto lebenden Mitmenschen gegenüber. Um die soll sich doch die Linkspartei oder wer auch immer kümmern. Wir haben Wichtigeres bzw. Höheres zutun.

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