„KMK wusste im Januar von der hohen Wirksamkeit von Schulschließungen – und hielt Studienergebnisse unter Verschluss“

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BERLIN. Schwere Vorwürfe erhebt die Initiative Zero Covid gegen die Kultusminister der 16 Bundesländer: „Die Kultusministerkonferenz wusste im Januar von der hohen Wirksamkeit von Schulschließungen – und hielt Studienergebnisse unter Verschluss“, so heißt es in einer Pressemitteilung. Wissenschaftliche Berichte von Januar und März, die den politischen Interessen nicht entsprachen, seien der Öffentlichkeit vorenthalten worden. Das habe in der Pandemie womöglich etliche Tausend Menschenleben gefordert. Tatsächlich hat die KMK nun brisante Papiere veröffentlicht, denen Journalisten auf der Spur waren.

Schon wieder im Mittelpunkt einer möglichen Vertuschungsaffäre: Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe, Sprecher der SPD-geführten Kultusministerien in Deutschland. Foto: Michael Zapf / BSB

„Es klingt sehr brisant“, so berichtete t-online.de in der vergangenen Woche. „Hamburg will die Informationen zu einer deutschlandweiten Corona-Studie nicht herausgeben, weil das sonst ‚die Beziehungen zu den anderen Ländern voraussichtlich belasten“ würde, wie es von der Stadt heißt.“ Aus der Studie ließen sich Schlüsse zum Infektionsrisiko an Schulen ziehen. „Jetzt sind sowohl Vertreter eines sehr vorsichtigen Kurses wie auch Verfechter von unbedingt geöffneten Schulen alarmiert: Werden Ergebnisse zurückgehalten, weil sie Kultusministerinnen und -ministern vor den Wahlen nicht in die Agenda passen?“

Der Hamburger Suat Özgür, Vater zweier Schüler und Mitglied der Initiative Zero Covid, hatte die Studienergebnisse – die von Bildungssenator Ties Rabe (SPD) im November angekündigt worden waren, dann aber in der Versenkung verschwanden – unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz von der Bildungsbehörde erfahren wollen. Das räumt Bürgerinnen und Bürgern eigentlich das Recht ein, alle nicht personenbezogenen Daten und Informationen von Behörden einfordern zu können. „Doch Hamburg hat abgelehnt: Andere Bundesländer könnten verärgert darüber sein. Informationen müssten nicht herausgegeben werden, ‚wenn deren Bekanntmachung die Beziehungen zu einem anderen Land oder zum Bund gefährden würde‘, teilt die Bildungsbehörde mit“, wie t-online.de berichtet. Auch die Redaktion der „tagesschau“ hatte dazu recherchiert.

„Nachdem die Zwischenergebnisse der Studie offenbar nicht genehm waren, hörte man von ihr nicht mehr viel“

Offenbar wurde dadurch der Druck dann doch zu groß. Wie gestern bekannt wurde, veröffentlichte die Kultusministerkonferenz in der vergangenen Woche – einen Tag nach dem Artikel auf t-online.de – zumindest Zwischenergebnisse zu der von ihr in Auftrag gegebenen Studie unkommentiert und ohne Ankündigung auf ihrer Website. „Vollmundig verkündete Schulsenator Rabe im November, dass die KMK eine Studie in Auftrag geben werde, um zu zeigen, dass Schulen ‚keine Treiber der Pandemie‘ seien“, sagt Özgür. „Nachdem die Zwischenergebnisse der Studie offenbar nicht genehm waren, hörte man von ihr nicht mehr viel. Erst nach öffentlichem Druck wurden jetzt die ersten Ergebnisse freigegeben“, so berichtet der Vater.

Und die haben es in sich: „Insgesamt zeigt sich in allen Arbeiten übereinstimmend, dass Kinder für die Übertragung von SARS-CoV_2 empfänglich sind und zu dieser beitragen. Die Transmission von SARS-CoV-2 bestimmt sich letztendlich durch das Infektionsrisiko/die Anfälligkeit einzelner Personen, die Infektiosität dieser Personen und die Anzahl, Häufigkeit und Intensität der Kontakte dieser Personen“, so heißt es in dem Papier der Universität Köln und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, das bereits im Januar an die KMK übermittelt wurde. Und: „Insgesamt zeigt sich in den Übersichtsarbeiten, dass Schulschließungen effektive Instrumente zur Eindämmung der Epidemie sind.“

In welchem Umfang es zu Ansteckungen in Schulen kommt, könne nach derzeitiger Datenlage zwar kaum seriös beantwortet werden. Die Evidenzlage sei „dürftig und Studien generell von geringer Qualität“, so heißt es (offensichtlich mit Blick auf Erhebungen von Kinderärzten, in denen Schulen für sicher erklärt werden). Es sei aber klar, dass eine Übertragung auch in Schulen stattfinde, sowohl von Personal auf Personal, von Personal auf Schülerschaft und umgekehrt, als auch zwischen Schülerinnen und Schülern.

Zero-Covid-Pressesprecher Jonathan Schmidt-Dominé kommentiert: „Die Kultusministerkonferenz war sich spätestens seit Januar der besonderen Verantwortung ihres Zuständigkeitsbereichs für die Pandemiebekämpfung bewusst: Sie waren über die Studienlage informiert, dass Schulschließungen zu den wirksamsten Maßnahmen gehören, um Infektionen zu stoppen.“ Die Kultusministerinnen und -minister hätten jedoch weiterhin die Gefahr durch den Schulbetrieb verharmlost. Tatsächlich lassen sich mühelos entsprechende Statements finden.

  • „Wir Kultusministerinnen und Kultusminister sagen alle, dass Schulen keine Treiber des Infektionsgeschehens sind.“ (KMK-Präsidentin Britta Ernst, SPD, am 8. Januar 2021.)
  • „Zwar wurden auch in Schulen Corona-Infektionen hereingetragen, bis heute hat es aber in den Klassen selbst keine großen Ausbrüche gegeben. Das hat erfreulicherweise bisher nicht stattgefunden.“ (Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, SPD, am 8. März 2021.)
  • „Dass das Infektionsgeschehen in Schulen natürlich auch immer da ist, das ist klar, aber nicht höher, nicht bedrohlich.“ (Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig, SPD, am 6. April 2021)
  • „In keinem anderen Lebensbereich gelten so weitgehende Sicherheitsmaßnahmen wie in den Schulen.“ (Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe, SPD, am 7. Juli 2021.)

Die gesamte Kultusministerkonferenz setzte weiterhin vorbehaltlos auf offene Schulen. Bis heute räumt kein einziges der 16 Mitglieder ein, dass es Warnungen aus der Wissenschaft vor einem Schulbetrieb ohne wirksamen Corona-Schutz gibt. Die KMK ist derzeit abgetaucht. Auf der letzten Sitzung am 10. und 11. Juni (per Video) wurde beschlossen, dass alle Schulen nach den Sommerferien „dauerhaft im Regelbetrieb (…) mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden“ besucht werden sollen. Kein Wort zu Schutzmaßnahmen. Die nächste Sitzung soll erst wieder im Oktober stattfinden.

Der Beschluss setzt den Kurs der weit offenen Schulen fort, den die Kultusminister seit dem Frühsommer 2020 forcieren – auch die von ihr selbst in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Berichte veranlassten die Politiker nicht zu mehr Vorsicht. Schmidt-Dominé: „Zu Beginn der von der Alpha-Variante getriebenen dritten Welle hat die KMK in ihrem Beschluss vom 18. März lieber weggeschaut: Die besonders wirksame Maßnahme sollte erst als allerletztes Mittel genutzt werden, statt alles daran zu setzen, den Anstieg frühzeitig zu stoppen, niedrige Inzidenzen zu erreichen und so den Lockdown zu verkürzen. Genau dieser falsche abwartende Ansatz der deutschen Politik sollte seitdem noch über zehntausend Menschenleben fordern.“

„Nur durch niedrige Inzidenzen können alle geschützt und die Schulen sicher geöffnet werden“

Und der gilt weiterhin. „Auch jetzt fehlt der politische Wille, umzusetzen, was die Schüler*innen, auch die unter-12-jährigen und diejenigen, die sich nicht impfen lassen können, am besten schützt: frühzeitiges Handeln, um niedrige Inzidenzen zu sichern“, ergänzt Pressesprecherin Julia Meta Müller. Sie fordert Investitionen in Luftfilter, PCR- und Antigentests sowie den Ausbau von Digitalisierung und der umfassenden Unterstützung aller Schülerinnen und Schüler während der Schulschließungen. Meta Müller verweist auf den Beschluss vom 11. Juni. Damit nehme die KMK „die Durchseuchung der Kinder und die weiteren Ausbreitung der Delta-Variante und neuer Varianten mit ungewissen Folgen“ in Kauf.

Die Studie ist übrigens nicht die erste, die Hamburgs Schulsenator Rabe vor der Öffentlichkeit versteckt haben soll. Anfang Oktober bereits wurde eine von der Hamburger Gesundheitsbehörde in Auftrag gegebene Studie fertiggestellt, in der ein Superspreader-Event in einer Hamburger Schule nachgewiesen wurde. Diese Studie, die dringenden Anlass für eine vorsichtige Schulpolitik gegeben hätte, war monatelang unter Verschluss gehalten worden, wie News4teachers berichtete. Die Öffentlichkeit erfuhr von diesen Ergebnissen ebenfalls erst, nachdem ein Bürger Auskunft unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz verlangt hatte. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zu den Zwischenergebnissen der Studie auf der Seite der KMK.

Sie haben uns ein Jahr lang hinters Licht geführt! Umweltbundesamt räumt plötzlich ein: Mobile Luftfilter in Klassenräumen helfen doch

 

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46 KOMMENTARE

  1. In den Nachrichten war dazu nichts zu vernehmen. Dafür aber in etlichen Medien diese Studie:

    „Kinder mit Covid-19-Symptomen sind einer Studie zufolge im Durchschnitt nach sechs Tagen wieder gesund. Das berichten britische Forscher nach einer Studie im Fachmagazin „The Lancet Child & Adolescent Health“. Nach eigenen Angaben liefern die Autoren, die unter anderem am King’s College in London forschen, damit eine erste breit angelegte Untersuchung, die Erkenntnisse zu symptomatisch an Covid-19 erkrankten Kindern ermöglicht.[…]“

    https://www.sat1.de/news/panorama/kinder-mit-covid-19-im-durchschnitt-nach-6-tagen-gesund-104650

    Dass die Studie Ende Februar abgeschlossen war und nicht einfach auf Delta übertragen werden kann, wird dabei gern unterschlagen.

      • Dass die Studie im Februar abgeschlossen war und deshalb nicht einfach auf die Delta-Variante übertragen werden kann, bedeutet aber nicht automatisch, dass es mit der Delta-Variante alles viel schlimmer wäre. Das suggerieren Sie hier. Es kann auch genau umgekehrt sein. Die bisherigen Daten deuten darauf hin.

        • Je nach Studie liest man, dass Delta genauso viele oder mehr Hospitalisierungen nach sich zieht wie Alpha. Eine Studie, welche nachweist, dass Delta ungefährlicher in Bezug auf Hospitalisierungen ist, ist mir bislang nicht bekannt. Delta ist jedoch deutlich ansteckender als Alpha, führt also zu mehr Infektionen und damit Hospitalisierungen im gleichen Zeitraum bezogen auf Alpha.

    • Ich frage mich auch jedesmal wenn es um die akuten Symptome geht, also Fieber Schnupfen und Gliederschmerzen, welche unsichtbaren Spuren eine Corona Erkrankung hinterlassen kann. Mit einer einwöchigen grippalen Erkrankung und danach alles wieder gut kann sicherlich jeder gesunde Mensch gut umgehen, aber was kann da noch kommen? Sei es in einem Monat, in einem halben Jahr oder später….Und dass es sich bei einer Corona Infektion nicht um eine harmlose Atemwegserkrankung handelt, hat die jüngste Vergangenheit überall in der Welt sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Kinder haben vielleicht ein etwas anderes Immunsystem und gewisse Symptome kommen vielleicht nicht so offensichtlich wie bei uns Erwachsenen zum Vorschein aber es sind auch Menschen mit dem gleichen anatomischen Aufbau, den gleichen Organen, ……..Hoffentlich ist diese Sorge nicht berechtigt und kann unter Corona-Hysterie verbucht werden.

  2. In JEDEM Job würden nach so einer fahrlässigen Art und Weise Köpfe rollen!!

    Als ich die beiden Zwischenergebnisse gelesen hatte, wäre ich fast die Wände hochgegangen.

    Ein reines Gewissen kann keiner der KM mehr haben. Es ist beschämend, was dort getan wurde und wird.

    In meinen Augen wurde wissentlich der Tod Dritter in Kauf genommen, damit die Unfähigkeit der KM im Verborgenen bleibt.

    Das muss jetzt ganz ganz hohe Wellen schlagen! Die breite Öffentlichkeit muss davon erfahren.

    • Wird nur keiner (außer hier oder in irgendeiner kleinen Randspalte) drüber berichten…. Ein absoluter Skandal und Betrug gegenüber der Bevölkerung…. Ist aber im Moment wichtiger, wenn irgendein Politiker oder eine Politikerin irgendeinen Satz von irgendwo übernommen haben….sowas geht tagelang auf allen Kanälen durch Presse und Talkshows zur Prime time… ich frage mich langsam auch, ob die Medien nicht auch zumindest „halbaktiv“ zu den Vertuschungen beigetragen haben, denn man will scheinbar in diese Richtungen nicht berichten…zumindest nicht in der gebotenen Form

      • Gleiches Gefühl. Als wenn diese ganzen Werbesätze zum Präsenzunterricht ungefiltert in der Presse wiedergekäut würden.

        Einige Artikel wiesen aber darauf hin, dass in D tragfähige Studien fehlen. Die aus dem Ausland wurden nur zögerlich herangezogen. Schliesslich ist in D ja alles anders, da ja hier die tollen Regeln gelten.

        Deswegen ist es hier auch erfrischend, sich mit Betroffenen auszutauschen. Man hat ja in den Schulen gesehen, dass da viel Bullshit passierte… ich sage nur Abstandsregel und alle 20 Min Lüften. Opium für das Volk?

        Und dann die lapidare Aussage des RKI vom diffusen Infektionsgeschehen in den Haushalten. Hah!

        Die 1000 Toten am Tag im Dezember wären verhinderbar gewesen, wenn folgende Regel, die jede Pandemie folgt, beachtet worden wäre:
        Wo sich viele Menschen – besonders in Innenräumen treffen, stecken sich viele Menschen an. Je länger die Verweildauer, um so grösser das Risiko.
        Und diese Regel ist nicht verhandelbar.

        Spätestens ab den Herbstferien in 2020 war Zeit für das Handeln gekommen, die Klassen zu entzerren. Achja, da war noch was… so ein Fremdwort… mir fällt es gleich ein… ahhh. Luftfilter. Das wars.

    • Es ist wie in anderen Bereichen auch, wenn es schwierig wird, ducken sich die Politiker*innen weg und schieben am Ende anderen die Verantwortung zu (vgl. Flutkatastrophe am Beispiel der Kreisverwaltung Ahrweiler). Politische Ämter taugen nicht für Verantwortung, die wollen nur da sein, um das Volk zu beruhigen.

      Nein, ich glaube nicht daran, dass nur eine*r der KuMis ein schlechtes Gewissen hat. … und die Forderungen von „[…] Investitionen in Luftfilter, PCR- und Antigentests sowie den Ausbau von Digitalisierung und der umfassenden Unterstützung aller Schülerinnen und Schüler während der Schulschließungen.“ (jetzt von Meta Müller mit Verweis auf den Beschluss vom 11. Juni) kann ich auch nicht mehr hören.

      Ja, „(d) amit (nimmt) die KMK ,die Durchseuchung der Kinder und die weiteren Ausbreitung der Delta-Variante und neuer Varianten mit ungewissen Folgen’ in Kauf.“ Aber niemand interessiert das wirklich, außer den Betroffenen. Damit ist es nicht nur ein politisches, sondern auch gesellschaftliches Problem!

      Wenn die Menschen weiterhin nur nach oben schauen während sie im Regen stehen und darauf warten, dass außer Wasser auch Regenschirme fallen, ändert sich nichts. Der wahre Wert von Kindern und Schulen in Deutschland treibt immer noch an der Oberfläche, aber die meisten schauen weg.

      M. E. kann nur die Basis Veränderungen herbeiführen, indem sie immer wieder Forderungen stellt und sich weigert, unsinnige Regeln zu befolgen (mein Gott, ich komme mir schon vor wie Rosa Luxemburg – hätte ich auch nie gedacht …; sorry Rosa für den Vergleich).

  3. Jeder konnte das wissen, dazu brauchte man keine Studien!
    Man brauchte nur ein kleines bisschen naturwissenschaftliches Wissen und gesunden Menschenverstand.
    Man hätte auch einfach mal die Erfahrungen der Lehrer ernst nehmen können…
    Und selbst ohne das hätte man m.E. die Verpflichtung gehabt zu handeln, denn unsere Gesellschaft baut darauf auf, dass einer für den anderen einsteht und alle sich am/an den Schwächsten orientieren.

    Auch jetzt kann jeder wissen, was im Herbst passieren wird, wenn nicht intelligent vorgebeugt wird.
    Mit Vorbeugung kann nicht nur Augen zu, Fenster auf und durch gemeint sein.
    Es kann auch nicht der Sinn der Sache sein, nach dem Motto „et hätt noch immer jot jejange“ der Dinge zu harren, die da unweigerlich kommen müssen.

    Ich wünschte, die Verantwortlichen auf allen Ebenen würden sich endlich trauen, Geld richtig zu investieren und verantwortungsvoll präventiv zu handeln!

    Selbst auf die Gefahr hin, dass sich das Präventionspadaroxon erfüllt und am Ende irgendjemand meint, man hätte ja nichts machen müssen, es sei ja gar nichts passiert…
    Wenn die Politik und die Verwaltung nicht handelt, wird den Handelnden vor Ort – Lehrern und vor allem Schülern – einmal mehr die Verantwortung überlassen, mit konsequent präventivem Verhalten (also Fenster auf und Frieren) dafür zu sorgen, dass es „gut geht“. Wenn das nicht reicht – und das steht zu befürchten – werden wohl wieder Schulen geschlossen. Dann wusste wieder niemand, wie es so kommen konnte?
    Dann müssen wieder viele, viele krank werden, bis die Entscheidenden es begreifen… wenn sie dann nicht so sehr mit Regierungsbildung etc. beschäftigt sind, dass die Pandemie ein Randphänomen wird.
    Die Wahl ist dann ja gelaufen.
    Ehrlicher erwarte ich Politik auch für die Zeit danach nicht.
    Aber ich hoffe es trotzdem!!
    Wie viel Schaden wollen wir noch riskieren, bevor wir unseren Verstand benutzen?

    • Ich erhoffe mir und erwarte von der Politik und der Verwaltung gar nichts mehr! Ich will, dass sie für ihr Tun einfach nur noch abgestraft werden.

        • @Defence und WiMoKa

          Ich befürchte, es wird, wenn überhaupt, so laufen wie mit den Folgen der letzten Love-Parade und der Katastrophe in Duisburg.
          Ähnliches vermute ich im Zuge der aktuellen Hochwasserkatastrophe und bei der Ermittlung der Staatsanwaltschaft Koblenz gegen den Landrat des Kreises Ahrweiler (der schon sagte, er habe keine Verantwortung, denn er habe zu dem Zeitpunkt der Katastrophe seine Aufgaben delegiert gehabt!). Mal abwarten, ob da überhaupt ein Gerichtsverfahren folgt und ob es dem in Duisburg gleichen wird, was das Auftreten der Angeklagten und den Ausgang der Sache angehen wird.
          Das sind schon zwei „Lehrstücke“, die mir zu dem Thema „Verantwortung“ einfallen.

  4. Die hohe Wirksamkeit von Schulschließungen war bereits spätestens(!) im Sommer 2020 bekannt!

    Dazu bedurfte es lediglich absolut basalen Wissens in Biologie (z.B. in Virologie, Epidemiologie), Physik (z.B. über Transportprozesse von Aerosolpartikeln, wie Diffusion, Absetzung und Aufwirbelung) und Mathematik (z.B. in Stochastik, insb. über Exponentialfunktionen) i.V.m. der Zurkenntnisnahme,…

    … (I) dass schulische Unterrichtsräume aus virologischer Perspektive insb. im Rahmen von Tröpfcheninfektionen generell und insb. mit Blick auf die Besonderheiten von SARS-CoV-2 und seiner Mutanten optimale Infektionsorte darstellen: Das Infektionsrisiko an einem sechsstündigen Schultag in einer Klasse / einem Kurs mit halber Raumbelegung, unter den expl. Bedingungen, dass (a) ein Mindestabstand von 1,5 Metern rigide eingehalten wird, dass (b) alle Anwesenden konstant einen adäquaten Mund-Nase-Schutz korrekt tragen und dass (c) regelmäßig ein optimaler Luftaustausch stattfindet, hat bei Anwesenheit eines einzigen Infizierten im Raum einen R-Wert von 2.9; d.h. dass sich statistisch an einem Tag pro Klasse / Kurs ca. drei Personen infizieren. Diese Kalkulationen basieren aber auf der sog. Wildvariante des Virus,* die neuen Mutationen sind jedoch deutlich infektiöser: B.1.1.7 hatte demggü. bereits einen um .4-.7 höheren R-Wert, folglich ein substanziell erhöhtes Infektionsrisiko. Die Realisierung der Bedingungen (a) bis (c) in hinreichender Art und Weise ist im Schulalltag zudem utopisch. Mithin kann falsches Lüften die Infektionsgefahr drastisch erhöhen.** Um das Infektionsrisiko der Wildvariante auf einen R-Wert von 1.0 zu reduzieren, sind gem. Hermann Rietschel Institut der TU Berlin bereits ca. 75 m3/h pro Person an virenfreier Zuluft notwendig, bei B.1.1.7 benötigt man hierzu jedoch schon 105 m3/h pro Person. Die benötigte Zuluft ist pro Stunde kumulativ, so dass bspw. binnen zwei Stunden bereits 150 m3/h pro Person (Wildvariante) resp. 210 m3/h pro Person (B.1.1.7) an Zuluft benötigt werden. Zwei Zeitstunden sind damit rechnerisch auch das zeitliche Limit, dass ein halber Kurs (max. 17 Schüler, inkl. Lehrer) – unter Maßgabe des Einhaltens von Mindestabständen und des Tragens eines adäquaten MNS – bei expl. Einsatz eines Hochleistungsluftfilters mit einer Zuluftleistung von ca. 3500 m3/h pro Person (Werte, die mit normalem Lüften nicht erreichbar sind) im selben Unterrichtsraum unterrichtet werden kann. Tatsächlich wäre aber eine Reduzierung auf R=0,5 mittels drastischer Erhöhung des Zuluftstroms notwendig, um eine Infektion hinreichend ausschließen zu können, was in unseren normalen Unterrichtsräumen (baulich und technisch) kaum möglich erscheint;

    … (II) dass es bereits im Sommer 2020 (a) einschlägige internationale Erfahrungen mit der Rolle von Schulen als Pandemietreiber bzw. der hohen Wirksamkeit von Schulschließungen gab und (b) entsprechende internationale Studien ebenfalls vorlagen, die aber insg. gar nicht erst registriert oder gar aktiv ignoriert wurden (so ein Ministerium beschäftigt nicht wenige Menschen, dass da niemand den internationalen Forschungskorpus gesichtet hat, kann man sich kaum vorstellen). Damit ist nicht erst das Ignorieren, Negieren und Vorenthalten von Studien aus dt. Landen und deren Zwischenberichten skandalös, bereits das Verlangen nach (diesbzgl. redundanten) dt. Studien bei voller Zugänglichkeit internationaler Erfahrungen und insb. Forschungsergebnisse (u.U. auch eine Hinhaltetaktik ggü. dem spekulativerweise diesbzgl. nicht akademisch vorgebildeten, unkritischeren Publikum, um die Schulen möglichst lange offen zu halten) genügt, um des Versagens der Kultusminister gewahr zu werden.

    Ich schrieb es hier bereits öfter: M.M.n. der größte Skandal, den die BRD je hatte.

    * Vgl. Kriegel, Martin & Hartmann, Anne (2021): Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel – Vergleichende Bewertung von Innenräumen hinsichtlich des situationsbedingten R-Wertes. URL: .

    ** Vgl. Curtius, J.; Granzin, M. & Schrod, J. (2021): Testing mobile air purifiers in a school classroom: Reducing the airborne transmission risk for SARS-CoV-2. URL: .

  5. Überraschung?

    Japan und Kanada haben auch festgestellt, dass offene Schulen mind. 40% des Infektionsgeschehens ausmachen. Allerdings haben diese die Ergebnisse nicht totgeschwiegen.

    Und Lehrern in vollen Schulklassen war das auch klar. Nennt man gesunden Menschenverstand.

  6. Frau Hubig hat es in der Pandemiezeit sehr oft nicht mit der Wahrheit genau genommen und die anderen beteilgten ebenso nicht. In der Krise waren Schulen und Familien die letzten in der Reihe und sind es in der vierten Welle auch noch! Frau Theresa Schopper redet von etwaige Lernlücken und hat die Wahrheit für G8 Schüler nicht anerkannt. Jeder redet so wie es Ihm gefällt und hat gesamt Situation an den Schulen nicht im Blick. Es sind Luftfilter, Rückenwindprogramm, kleinere Lerngruppen, mehr Lehrer an den Schulen usw. und es wird weiterhin Augenwischerei und Blendwerk betreiben auf Kosten der Schülergeneration. Die Ehrlichkeit ist von der Politik, Parteien, KM in keiner Welle anerkannt worden oder mit aller Klarheit tragende Konzepte geschaffen worden. Gehör hat man keines gefunden und Appelle und Mahnungen werden nicht mit einer Ernsthaftigkeit verfolgt oder Lösungen angestrebt. Bei der Schülergeneration hat die Politik Ihr Gesicht verloren und die Ergebnise der Wahlbeteiligung wird es zeigen. Der Sau-Haufen hat jegliches vertrauen verspielt in die Wählerschaft und viele wissen gar nicht was Sie wählen sollen.

  7. Ich frage mich immer wieder: Wann wird solch ein verantwortungsloses politisches Verhalten und menschliches Versagen endlich auch einmal geahndet?
    Es ist einfach nur traurig und unfassbar.

  8. SKANDAL! Dafür müssen die 16 Verantwortlichen eben zur Verantwortung gezogen werden! Wo leben wir hier eigentlich? In Weißrussland?

    Für solche Vorgesetzte reißen wir uns den Hintern auf! Bravo!

  9. werte n4t-Redaktion,
    Danke für diesen Bericht,
    das passt zu diesen zwei sehr unterschiedlichen Artikeln,
    mit dem selben Kinderarzt,

    Dr.Armann im Februar über MIS-C:
    https://www.n-tv.de/wissen/Schwere-Kinderkrankheit-PIMS-zurueckgekehrt-article22362982.html

    plötzlich passend zu den Sommerferien und Schulbeginn
    Dr.Armann Ende Juli
    https://www.n-tv.de/panorama/Wie-gefaehrlich-ist-Covid-19-fuer-Kinder-tatsaechlich-article22710947.html

    das Gerücht, dass Kinder nicht erkranken wird weiterhin mit starken Ablenkungsstudien befeuert, meines Erachtens eine beabsichtigte „Durchseuchung“ unserer Kinder,

    auch das Gerücht von geplanten schulischen Gruppenquarantäne ganzer Klassen,
    macht die Runde, vielleicht könnten Sie diesbezüglich recherchieren,
    es scheint, ein perfides politisches Spiel läuft im Hintergrund, dass nicht nur skrupellos, sondern äusserst verachtenswert ist!

    Unerträglich ist für mich das Verbreiten von irreführenden Gerüchten bezüglich der reellen Gefahr für Kinder durch Sars-CoV2 generell seit nunmehr 19 Monaten, es ist verachtenswert wie mit Hilfe von Gerüchten, basierend auf politisch motivierten Ablenkungsstudien, wahre wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse, medial und politisch verdrängt, unterdrückt, vertuscht, verbogen oder gar nicht beachtet werden. In BRD ebenso wie in UK bis hin zur USA.

    Am besten Sie oder Ihre Kinder erkranken nicht, Ihr Arzt, wird Ihnen die Folgenschäden uminterpretieren, das RS-Virus und psychosomatische Lockdownfolgen stehen schon medial und in der Praxis für Sie bereit. Sollte Ihr Kind an Neuro-Covid erkranken, wird es eingewiesen werden, die Jugend und Kinderpsychatrien sind voll, ebenso gab es schon Fälle, bei denen Eltern vorgeworfen wurde, sie würden die Long-Covid Symptome nur in ihre Kinder rein interpretieren.
    Fazit der Vertuschung, wir bilden uns den Virus nur ein, denn in BRD, macht der Virus, welch Wunder, einfach immer wieder Ausnahmen, vor allem wenn man die Tatsachen einfach nicht beachtet und sich ein Super-Antigen einfach zurecht interpretiert, wie es gerade politisch passt. Zudem hat Delta einen R-Wert von 6 und einen 1200-fachen erhöhten Virenload, da ist es egal ob Geimpft, Genesen oder Getestet. Lambda hat womöglich einen R-Wert von 12 und zusätzlich etliche neue Mutationen am Spike-Protein, nur nicht in Deutschland, hier wird gleich wieder ähnlich wie bei B.1.1.7/Alpha und vor kurzem bei Delta, das Gegenteil behauptet.

    Abstossend und widerwärtig, was sich Politiker zu solchen Zeiten erlauben, über unser aller Gesundheit, vor allem die unserer Kinder, zu bestimmen und sich hinterlistig mit Vorwand erlauben Lügen und falsche Tatsachen zu verbreiten. Gerade hier sollte nach allen Registern des Gesetztes überführt und bestraft werden, denn dieses Verhalten passt moralisch und ethisch nicht zu unserer Zeit…

    • @James Smith,

      „das Gerücht, dass Kinder nicht erkranken…“. Aber eben das ist auch nicht wahr, denn dass Kinder nicht erkranken, wurde nie gesagt. Es wurde gesagt, dass sie deutlich seltener erkranken bzw. das Virus oft ohne Symptome haben, und bei Erkrankung meist mildere Verläufe haben als Erwachsene. Ich kenne dutzende solche Fälle.

      Können Sie das widerlegen?

      • Es wurde auch nicht explizit auf die Ansteckung durch Kinder hingewiesen.
        Erst hiess es, Kinder stecken sich kaum an, dann dass infizierte Kinder nicht ansteckend sind.
        Zudem wurden Kinder bei Test immer ausgenommen. Und die verfälschte Datenlage war Grundlage obiger Behauptungen.
        Erst mit der Testung in den Schulen und KiTas wurde die Tragweite deutlicher, dass Kinder durch erhöhte Symptomlosigkeit durchaus eine Rolle in der Pandemie spielen. Achja, bei Erkältungssymptomen wurde auch nie getestet. Die Kinder blieben dann in Quarantäne oder (is ja nur Schnupfen) wurden weiter in Aufbewahrung gegeben. Zahlen zu verhängten Quarantäne gibt es auch keine.
        Der Umgang in der Pandemie mit den Kindern (lange Zeit keine Testungen) hat auch eine Aussagekraft.

  10. Sollte unsere Yvonne tatsächlich mal nach wissenschaftlichen Erkenntnissen entschieden haben? Im Januar blieben die Schulen, ziemlich unerwartet, 6 Wochen zu, dann gab es erst mal eine ganze Weile Wechselunterricht…. Schade, dass sie nicht dabei geblieben, sondern den Öffnungsorgien der anderen letztendlich gefolgt ist.
    Derzeit steigen die Zahlen rasant. Trotzdem wird drauf bestanden, in Vollpräsenz zu starten. Zitat von gestern auf die Frage nach neuerlichen Schließungen : „Einen neuen Lockdown darf es nicht mehr geben“. Ich wüsste auch einige Dinge, die es nicht mehr geben darf!

  11. Ich glaube, das stimmt nicht. Im Zusammenhang mit der „Spanischen Grippe“ war schon lange darauf verwiesen worden, dass Schulschließungen ein effektives Mittel (von mehreren) seien, um eine „Seuche“ einzudämmen.

    Allerdings hat sich die „Initiative Zero Covid“ mit ihrer Forderung nach einer 0-Inzidenz verrannt und den Leuten einen Floh ins Ohr gesetzt, der uns noch heute daran an einem „normalen Umgang“ mit der Pandemie hindert. Darauf haben namhafte Wissenschaftler inzwischen hingewiesen. Will die Initiative davon ablenken?

    • Wollen Sie von der Verantwortung der Kultusminister ablenken?

      Es spielt in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle, was die Initiative Zero Covid will und welche Motivation sie treibt. Die Frage ist allein: Stimmen die erhobenen Vorwürfe – oder stimmen sie nicht?

      Der Bericht oben weist klar die Richtung.

  12. Die Ergebnisse der Studie dürften niemanden überraschen. Schulschließungen zählen zu den wirksamsten Maßnahmen der Corona Bekämpfung. Es ist inzwischen jedem klar, dass es nicht um Bildung geht. Es geht um die Aufbewahrung der Kinder, damit Eltern arbeiten können.
    Mich verärgert es vielmehr, dass nicht ehrlich kommuniziert wird. Niemand glaubt mehr daran, dass Kinder nicht betroffen sind, auch wenn es immer wieder Artikel gibt, wie harmlos Corona doch für Kinder sei. Diese Artikel erscheinen gehäuft am Ende der Ferien und vor Treffen der KMK.
    Die Durchseuchung der Kinder unter 12 ist beschlossene Sache. Alle anderen Kinder über 12 sind auf verantwortungsbewusste Eltern angewiesen, die ihre Kinder impfen lassen.
    Neben dem Verhalten der Politiker erschreckt mich das Verhalten der Eltern kleiner Kinder. Es scheint niemanden zu kümmern. Man hofft auf einen guten Ausgang bei einer Infektion.
    Die Kinder werden sich bei den kaum vorhandenen Schutzmaßnahmen sehr wahrscheinlich infizieren, selbst leichte Symptome können auf Langzeitschäden verweisen und Kinder werden erkranken. Nicht, weil es unvermeidlich wäre, nein, sie werden erkranken, weil man kein Geld in die Hand nehmen wollte, um Kinder zu schützen. Nicht einmal eine Aussetzung der Präsenzpflicht ist im Gespräch.
    An der Charite finden bereits Drittimpfungen statt.

  13. Es wird folgende Wirkung z.B. in Sachsen-Anhalt haben:
    Die Neuaufteilung der Ressorts in der Landesregierung werden nach der Wahl im Juni nun neu verteilt. Der ehemalige (z.Zt. noch amtierende) Kultusminister Tullner soll nun Justizminister werden. Es gibt nur noch kleine Hindernisse, nämlich Schreiben der Richter, dass sie keinen Minister wünschen, der wenig Einblick in die Geschicke der Justiz hat, um mögliche Schäden abzuwenden. Tja, so viel zum Thema.

  14. Was interessieren mich die Kumikasperl?

    Deren ChefInnen sind die Regierungsspitzen, deren Arbeit auf Landtags- und Senatsmehrheiten beruht, die wiederum durch demokratische Wahlen entstanden sind.

    All ihr Schwesigs, Kretschmers, Kretschmanns und Söders: Reißt euch nun bei Einrichtungen der Erziehung und Bildung erst recht noch mal zusammen!
    Die Pandemie ist mit den Lockerungen, Delta und nachlassender Impfbereitschaft nämlich bei den U 40 angekommen. Der Schutz der schon vor Wochen Geimpften geht langsam zurück.

    Staatliches Handeln war sehr wohl vernünftig: In BY waren z. B. im zurückliegenden Schuljahr die meisten Jahrgänge fünf Monate am Stück ausschließlich im Distanzunterricht. In Anbetracht der Gegebenheiten an und im Zusammenhang mit Schulen – auch ohne Pandemie an der Grenze der Vernunft – war das wohl schon das Vernünftigste.

    Regierungen samt Parlamentsmehrheiten:
    Schielt ihr mithilfe der Äußerungen und dem Handeln der KultusministerInnen bewusst zu QuerdenkerInnen jeder Couleur?

    Die Schulen-sind-sicher-Ideologie war und ist lächerlich. Ist vollständiger oder teilweiser Distanzunterricht im weiteren Verlauf der Pandemie vernünftig, dann ist das so.

    Was erwarte ich: Schweigen der Kumis und vernünftiges Handeln der Behörden nach Maßgabe der aktuell gewählten Regierungen, die ehrlich kommunizieren.

  15. „Informationen müssten nicht herausgegeben werden, ‚wenn deren Bekanntmachung die Beziehungen zu einem anderen Land oder zum Bund gefährden würde‘, teilt die Bildungsbehörde mit“.

    Es handelt sich im Kern ja vor allem um Informationen zum Politikfeld Schule & Bildung, sonst wäre ja auch nicht die ‚Bildungsbehörde“ federführend und berechtigt die Zurückhaltung auszusprechen und zu bestätigen.

    Wie man ja sehr deutlich hat im Laufe der Zeit miterleben müssen, ist „Bildung/Schule“ reine Ländersache, verteidigten die Länder doch immer wieder vehement und erfolgreich ihre Länderhoheit hierbei gegenüber dem Bund. Salopp, den Ländern war es maximal egal, was der Bund wollte – warum sollte es bei den zurückgehaltenen Informationen nun anders sein?

    Wie man ebenfalls sehr deutlich hat im Laufe der Zeit miterleben müssen, wie jedes Land seine eigene Suppe gekocht hat, Stichwort: Flickenteppich. Jedes Land machte was es wollte, der Öffnungswettlauf bspw. machte auch den Wettstreit der Länder untereinander deutlich. Sticheleien bis hin zu offenen Kampfansagen stehen auf der Tagesordnung, bspw. prahlt Bayern ja gerne, oft und laut. Und natürlich lauten die Adressaten hier die anderen Bundesländern – warum sollte man also nun Informationen zurückhalten, die wohlmöglich das ein oder andere Bundesland schlecht(er) dastehen lassen?

    Und ‚was zum Geier‘ sollen die Studienergebnisse ins Feld führen können, was die Beziehungen Deutschlands zu einem anderen Land dermaßen verschlechtern, dass man die Informationen unter Verschluss hält?

    Selbst wenn man diesem ‚Gedanken‘ kurz folgt und ernst nimmt, dann müssten diese Informationen hergeben, zumindest einem konkreten Land Vorwürfe in die Richtung machen zu können, dass deutsche Schulen dadurch – also durch das Handeln oder auch Nicht-Handeln dieses Landes – ‚Treiber der Pandemie‘ sind oder dazu werden.

    Wie aber kann ein anderes Land nur Einfluss auf das Pandemiegeschehen an Schulen in Deutschland nehmen?

    Naja (…), wer einmal lügt, dem glaubt man nicht (…).

  16. Sehr richtig. Distanzunterricht für ungeimpfte Kinder. Präsenz nur für vollständig Geimpfte und endlich eine offene, ehrliche Diskussion über die gesundheitlichen Aspekte. Hätte mir das jemand vor einigen Jahren erzählt, dass man Kinder ungeimpft in eine Pandemie schicken möchte, weil man zu geizig für Luftfilter war, hätte ich nicht auf ein demokratisches Land im 21.Jahrhundert getippt.

    • @xy:

      „Sehr richtig. Distanzunterricht für ungeimpfte Kinder. Präsenz nur für vollständig Geimpfte…“

      Wie lange sollen dann Grundschulkinder zu Hause bleiben? Und was ist mit den Kitas?

      • Die Schul- und Kitakinder müssen, wenn man ihren Gesundheitsschutz ernst nimmt, solange daheim bleiben, bis die Schulen und Kitas pandemiesicher ausgestattet sind (Schulen mit Luftfiltern und Plexiglasabtrennungen, Kitas mit ausreichend Luftfiltern) und die Gruppengrößen an die Pandemie angepasst sind. Alternativ: solange, bis alle Erwachsenen geimpft sind.
        Da man letzteres vermutlich vergessen kann: fragen Sie doch mal Ihre Schulter- und Kitaträger, wie diese sich den Schul/Kitabetrieb so vorstellen. Die Lehkräfte/Erzieher/Schulen/Kitas haben diesbezüglich nämlich überhaupt keine Entscheidungsbefugnis!

    • @xy

      Ja. Gerne dürfen nicht geimpfte Kinder Distanzunterricht bekommen.

      Aber nicht von mir – zusätzlich!

      Da reichen doch ein paar Lehrkräfte bundesweit völlig aus. Eine für Mathe Klasse sechs, sieben und acht, …. , Bio, Deutsch…. Tausend Schüler gleichzeitig in der ViKo – billiger geht doch nun wirklich nicht mehr! Und sie sind rund um die Uhr beschäftigt, die Eltern können das Bruttosozialprodukt steigern. Der Traum aller KuMis (Bildung war ja nie so ihrs).

      Für das erneute völlige Versagen unserer KuMis werde ich nicht mehr beides stemmen – Distanz- und Präsenzunterricht.

      • @Riesenzwerg:
        Ganz genau! Diese Forderung (nur Geimpfte in Präsenz gehen zu lassen) ist durchaus nachvollziehbar – aber schlichtweg nicht umsetzbar. Die in Präsenz unterrichtenden Lehrkräfte können nebenher nicht auch noch die Nichtgeimpften im DU beschulen. Folglich ist dieser Vorschlag nicht zu Ende gedacht und somit nicht durchführbar. Genauso, wie Kitas und Grundschulen pandemiesicher auszustatten. Hierfür wären neben Luftfiltern etc. vor allem mehr Räumlichkeiten und mehr (ausgebildetes) Personal notwendig. Und hätte man Letzteres wirklich innerhalb von einem Jahr aus dem Boden stampfen können? Wahrscheinlich nicht. Die Räumlichkeiten wahrscheinlich schon, aber Lehrkräfte sicherlich nicht.
        Also was bleibt folglich – um all den Forderungen nach „sicheren Schulen“ gerecht zu werden? Nichts! Außer die betreffenden Kinder nicht mehr in die Schule gehen zu lassen. Ganz toll!

  17. Die KMK, die Schulschließungen rigoros ablehnt und dazu den optimalen Schutz vor Infektionen NICHT gewährleistet und es auch gar nicht allumfassend möchte, greift mit vollem Bewusstsein über etwaige gesundheitliche Folgen für die Kinder und alle anderen in der Bevölkerung in das pandemische Geschehen ein.

    Alle Beweise und Fakten, welche Rolle Schulen bei dem Infektionsgeschehen in dieser Pandemie haben, werden nicht nur ignoriert, sondern sogar offenbar unterschlagen. Für den Herbst ist ein Abschlussbericht erst vorgesehen, gehandelt wird aber schon vorher mit Ankündigung eines Präsenzunterrichtes nach den Ferien unter allen Umständen, dazu mit Pflicht zur Präsenz unter Androhung von Sanktionen. Kurzum: Auch der Abschlussbericht wird keine Rolle spielen außer bei der Aufsummierung bei der Verschwendung von Steuergeldern.

    Welche Haltung haben eigentlich die Gesundheitsministerien, in deren Ressort hier offensichtlich hineinregiert wird? Eigentlich müsste es doch einen Dauerzoff geben zwischen den Kultusministern, Gesundheitsministern und der Bundesregierung, die das Gesamtbild im Blick hat.

    Es ist so falsch, die KMK einfach agieren zu lassen! Sie handeln kompetenzübergreifend völlig bewusst die Gesundheit der Bevölkerung gefährdend in die die Schulen weit überragende komplette Gesellschaft hinein!
    In einer Pandemie sollte niemand so handeln dürfen, dass das Gesamtbild der Pandemie aus dem Fokus gerät. Das sollte meiner Meinung nach nicht nur für die einzelnen Ressorts gelten, sondern auch für die Stiko.

    Der von der KMK verusachte Vertrauensverlust lässt sich niemals mehr reparieren. Das Vorgehen bezüglich der Studie mit den unerwünschten Zwischenergebnissen ist eigentlich dabei aber nur die Spitze des Müllberges. Lang, lang vorher schon wurde konsequent KMK-Gefahrgutmüll produziert … und ist nun auf bestem Weg zu einer Halde!

    Das Anliegen, Bildungsverluste und soziale Folgen für die Kinder und Jugendlichen zu vermeiden, scheint die KMK nicht in Einklang mit dem Gesundheitschutz bringen zu wollen und das ist in der BRD offenbar neuerdings augenscheinlich so erlaubt. Dass das Virus das Recht auf körperliche Unversehrtheit nochmals mehr fordert, jeder das Recht hat, dass sein Körper und Geist vom Staat nicht verletzt, sondern geschützt wird, scheint in der BRD für das Ressort „Bildung“ nicht mehr zu gelten, sonst wären alle empfohlenen Maßnahmen bereits lange engagiert umgesetzt und bei Mängeln diesbezüglich die Präsenzpflicht ausgesetzt worden. Sind und ist sie nicht, werden und wird sie nicht, die Durchseuchung der Schülerschaft (und der nicht geimpften Bevölkerung) ist damit unvermeidlich vorprogrammiert … und das, obwohl es noch keinen Impfstoff für die unter 12-Jährigen gibt, eine „Rettung über die Impfung“ einem großen Teil der Bevölkerung nicht möglich ist. Geht es noch verwerflicher?

  18. Mit dem „Multi-Barrieren-System“ zum Schuljahresbeginn 2021/2022 ist man nach lange bewährtem „testen schützt“ auch weiterhin ohne Luftfilter safe (zumindest nach Auffassung von Frau Gebauer und Co.).

  19. Was ne Überraschung!
    Jeder der 1+1 zusammenzählen kann, hat das ohne Studie schon im Aprol 2020 erkannt/ gewusst.
    Aber nicht sein kann, was nicht sein darf – also wurden alle am Schulleben Beteiligten mit Lügen ruhig gestellt, und das sogar noch als „Kümmern“ getarnt.

    • @Trulla:

      Ganz meine Sichtweise – kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

      Nur schade, dass das Märchen von Pinocchio in der Realität nicht funktioniert.
      Ich stelle es mir gerade bildlich vor….
      (da kann z.B. auch ein kunstvoller Zick-Zack-Scheitel die Optik nicht mehr retten….).

    • @Trulla

      Es ist noch viel schlimmer: Wir wurden als unfähig und faul abgestempelt. Kein Kultusminister hat je ein Wort dazu gesagt.

      Die überängstlichen Lehrer, die bei allem ihre Bedenken äußern müssen.

      So faul, dass sie es grad mal schaffen ein Arbeitsblatt pro Woche per E-Mail zu verschicken. Und dann wird es nicht mal kontrolliert.

      Hat sich irgendein KM mal vor uns gestellt und gesagt, welche Herausforderungen wir innerhalb kürzester Zeit bewältigen mussten.
      Keiner!

      Können mir alle mal den Buckel runterrutschen! Münchhausens beste Freunde!

  20. 16 Rücktritte… bitte JETZT sofort. Diejenigen, die diese Studie mit fadenscheinigen Argumenten verstecken wollten, sollten als erste gehen.

    Ansonsten sollte sich endlich die Staatsanwaltschaft mit diesen Dingen beschäftigen, denn das verantwortungslose Handeln hat sicherlich mehr als einen Coronatoten zur Folge gehabt.

    Statt dessen lässt man genau die gleichen Leute genau das gleiche noch einmal tun.

  21. „Ansonsten sollte sich endlich die Staatsanwaltschaft mit diesen Dingen beschäftigen, denn das verantwortungslose Handeln hat sicherlich mehr als einen Coronatoten zur Folge gehabt.“

    Da gibt es dann einen Untersuchungsausschuss, der erst einmal ins Leben berufen werden will (Stichwort: ein Hund beißt den anderen nicht). Bis zur Aufhebung der Immunität und der daraufhin möglichen strafrechtlichen Auseinandersetzung dauert es und der Erfolg ist erfahrungsgemäß mäßig (vgl. Scheuer und Maut).

    Wir müssen uns eingestehen, dass wir verantwortungslosen Statisten hinterhergetappt sind. So bitter das klingt, weil es auch uns nicht aus der (zumindest moralischen) Verantwortung nimmt.

    Um das zu ändern, kann es nur persönliche Entscheidungen geben … leider

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