Inzidenz unter Schülern in NRW sinkt – Gesundheitsministerium erwartet heißen Herbst

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Infektions- und Quarantäne-Zahlen bei Schulkindern relativiert. So hätten sich bei den festgestellten Corona-Infektionen in den ersten eineinhalb Wochen nach dem Schulstart die betroffenen Kinder noch außerhalb der Schulen angesteckt, sagte Laumann im Gesundheitsausschuss des Landtags. Inzwischen gingen die Zahlen im geregelten Schulbetrieb wieder nach unten. Gleichwohl rechnet das Gesundheitsministerium im Herbst mit starken Ausschlägen bei bestimmten Inzidenzwerten.

Abwägung zwischen „sozialen Bildungsproblemen“ und einer schnellen Durchseuchung: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Foto: Land NRW

Auch er wolle den Schul- und Kitabetrieb sicherstellen, sagte Laumann. Es sei immer eine Abwägung zwischen sozialen Bildungsproblemen und der Frage der Sicherheit, dass nicht eine schnelle «Durchseuchung» passiere. Wenn die Infektionszahlen weiter sänken, hoffe er, dass das Ministerium kommende Woche die Quarantäne in NRW «neu justieren» könne. Er wünsche sich, dass sich die Bundesländer dabei absprächen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dringt auf eine bundesweite Lockerung der Quarantäne-Regeln an Schulen. Ihr «Wunsch» sei, dass künftig nur noch nachweislich mit Corona infizierte Schülerinnen und Schüler in häusliche Quarantäne gehen sollten. Sie hoffe auf einen entsprechenden Beschluss bei den laufenden Bund-Länder-Gesprächen – schloss aber auf Nachfrage einen Alleingang von Nordrhein-Westfalen nicht aus.

„Es ist zu erwarten, dass es im Herbst immer wieder zu hohen Inzidenzen unter spezifischen Altersgruppen kommt“

Unterdessen wurde bekannt, dass das NRW-Gesundheitsministerium sich auf eine erneute Verschärfung der Pandemielage einstellt. „Es ist zu erwarten, dass es im Herbst immer wieder zu hohen Inzidenzen in bestimmten Wohnorten, unter spezifischen Bevölkerungsgruppen oder Altersgruppen kommt“, heißt es in einer „Skizze zur Fortführung der Impfkoordination“, die der „Rheinischen Post“ vorliegt. Daher seien besondere Anstrengungen nötig, um die Impfquote weiter zu steigern.

Die Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen liegt aktuell (2. September) bei 120 – 0,3 Punkte niedriger als am Vortag. Dies geht aus aktuellen Daten des Landeszentrums Gesundheit NRW hervor. Die Inzidenz bei den Zehn- bis 14-Jährigen war danach von 143 am 17. August – also zum Schuljahresbeginn – auf 430 gestiegen (am 25. August), dem höchsten in Nordrhein-Westfalen gemessenen Wert in einer Altersgruppe in diesem Jahr überhaupt, und ist seitdem auf 335 gesunken. Bei den Grundschülern, den Fünf- bis Neunjährigen, lag der Inzidenzwert vor Schuljahresbeginn (17. August) bei 96 und stieg dann auf 340 (26. August). Aktuell liegt er bei 324. Bei den 15- bis 19-Jährigen lag die Inzidenz vor Schuljahresbeginn (17. August) bei 159 und stieg dann auf 311 (26. August). Aktuell liegt sie bei 269. News4teachers / mit Material der dpa

Gegen Laschet: Merkel versucht, die Länder von einer Durchseuchung der Kinder abzubringen – vergeblich?

 

 

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34 KOMMENTARE

  1. Laumann:: „…eine Abwägung zwischen sozialen Bildungsproblemen und der Frage der Sicherheit, dass nicht eine schnelle «Durchseuchung» passiere.“

    Also her mit der Herdenimmunität an Schulen bis die gewünschte Zahl an SuS immun ist, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Blöd ist nur die fehlende Impfempfehlung / passender Impfstoff für die paar Bundesbürger U12. (10,74 Mio. Kinder sind 0-U14 alt.)
    Herdenimmuninität bei 85 % (12,480 Mio.) der Bevölkerung (83,2 Mio.)

    Einen Plan B oder Ersatzkonzept sucht man da allerdings wieder vergebens bei der Aussage:
    „„Es ist zu erwarten, dass es im Herbst immer wieder zu hohen Inzidenzen in bestimmten Wohnorten, unter spezifischen Bevölkerungsgruppen oder Altersgruppen kommt“

    Die drei Affen lassen grüßen!

  2. „…die betroffenen Kinder noch außerhalb der Schulen angesteckt“

    So.Ein.Unfug.

    Diese „Volksverarsche“ greift doch immer weniger. Die verzweifelten und enttäuschten Eltern sind der Grund für den Vertrauensverlust und die kommende Wahlschlappe der CDU/CSU. An solchen Aussagen festzuhalten versiegelt den politischen Untergang dieser unverschämten Wirtschaftslobbyisten.

    Kinder.Infizieren.Kinder.

    Schon immer. Schule IST Virenschleuder und Lernort zugleich. Schwer zu verstehen? Für kinderlose Vollhonks vielleicht.

    In unseren Klassen haben Kinder, Kinder infiziert. Das konnte z.B. „WUNDERBAR„ am Sitzplan abgelesen werden.

    Wann wird die politische Elite endlich für ihre fahrlässigen, Kinder verachtenden LÜGEN zur Rechenschaft gezogen? Nach der Wahl ist Aufarbeitung sowas von angesagt.

  3. Erinnert mich irgendwie an die USA zu Beginn der pandemie.. wo man wenig bis gar nicht testet, bleiben die infektionszahlen schön unten.. macht sich gut so kurz vor dem corona-gipfel.. wir hier in bw hatten gestern einen Anstieg infizierter von mehr als 2000 ! Und noch sind die Schulen weitgehendst geschlossen. Das wird heiter..

  4. Ich finde, die Berichterstattung und Kommentare drehen sich hier langsam im Kreis…

    Es wird von „sprunghaften Anstiegen“, „von beginnender Durchseuchung“ in den Artikeln berichtet und dann entsprechend zustimmend kommentiert. In Bezug auf Kultusminister_innen fast ausnahmslos abfällig und niveaulos. Der Frust muss schon sehr tief sitzen…und dennoch sollte man lösungsorientiert bleiben.

    Ja, auch ich bin frustriert. Mit zwei schulpflichtigen Kindern in NDS geht es heute wieder richtig los. Wir schwanken zwischen Infektionsschutz und Angst vor Quarantäne auf der einen Seite, sehen aber auch die Vorfreude der Kinder auf die Schule und die Bedeutung für das soziale Umfeld auf der anderen Seite. Und NEIN, entgegen der hier im Forum häufig geäußerten Meinung: wir stellen den Betreuungsfaktor Schule, den Beruf oder sonstige „niederträchtige“ Beweggründe nicht in den Mittelpunkt unseres Handelns. Soviel zur Ausgangslage…

    Die kolportierten Zahlen bzw. die Schlussfolgerungen interpretiere ich allerdings anders. Ein sprunghafter Anstieg in der „ersten Schulwoche“ ist aus meiner Sicht auf ein engmaschiges Testen zurückzuführen und steht nicht im Zusammenhang mit einer unkontrollierter Ausbreitung des Virus in der Schule. Das heißt, dass man trotz aller Unzulänglichkeiten der Schnelltest eine sehr hohe Rate von (symptomlosen!?) Kindern vor Betreten der Schule identifiziert und eine Weiterverbreitung bremst. Rein statistisch könnte man diesbezüglich vielleicht sogar auf der sicheren Seite sein. Einen solchen Artikel würde ich mir einmal wünschen (Zuverlässigkeit der Schnelltest im Kontext der Testfrequenz). Im Ergebnis ist die Schülertestung doch ein Erfolg! Sie muss nur VOR Betreten der Schule erfolgen und nach meinem Sicherheitsempfinden täglich. In Verbindung mit Luftfilteranlagen (ja, hier bin ich auch unzufrieden!), MNB und den AHA+L-Regeln ist Schule in Präsenz denkbar und überwiegt das verbleibende Restrisiko.

    Worauf möchten denn Kommentatoren und N4T hinaus? Das erschließt sich mir häufig nicht!

    1. Testung? – täglich? Wäre mein Wunsch!
    2. Luftfilteranlagen? – längst überfällig!
    3. Wechselunterricht? – aus meiner Sicht wünschenswert, um Abstände einzuhalten! Sehen das die LuL hier im Forum auch so?
    4. Distanzunterricht? – aus meiner Sicht über das Ziel (in Sachen Infektionsschutz) hinaus geschossen. Ggf. einfacher in der Umsetzung für die LuL!?

    Alles in allem reicht mir die Berichterstattung von N4T nicht aus, um eine individuelle Risikoabschätzung zu treffen. Diesbezüglich sind die Artikel zu unausgewogen. Zahlen zur Hospitalisierungsrate von Kindern oder eine generelle Aufschlüsselung nach Altersgruppen habe ich bisher nicht zur Kenntnis genommen. Die Sterblichkeitsrate von Kindern im Zusammenhang mit Corona konnte ich bis dato auch noch keinem der Berichte entnehmen.(https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/).

    Die Interpretation der Zahlen kann jeder für sich selber vornehmen. Ich möchte hier explizit keine Wertung geben. Allgemein gehört dieser Wert aber in die Betrachtung mit hinein, wenn von „30.000“ Toten im Zusammenhang mit geöffneten Schulen berichtet wird oder regelmäßig Inzidenzen in den Altersgruppen bemüht werden.

    Fazit, für mich geht es um maximalen Infektionsschutz (hier finde ich mich bei N4T wieder) und seriöser Identifikation des verbleibenden Restrisikos für meine Kinder (hier hilft mir N4T leider nicht weiter).

    Und abschließend:
    In meinem Text habe ich mich enttarnt. Ich bin kein Lehrer – was mich hier sicherlich (wieder) ins Zentrum der Kritik bringt. Nach dem Motto: „Dann lese und schreibe hier nicht, wenn es nicht gefällt“.

    Ich vertrete dennoch die Auffassung, dass wir alle miteinander so nicht weitermachen sollten.

    VG
    von einem interessierten und regelmäßigen Leser – seit mehr als einem Jahr!

    • Sehr geehrte/r Weiter so,

      wir sind nicht der Meinung, dass erst tote Schülerinnen und Schüler ein Problem darstellen und einen Berichterstattungsanlass bieten – wir berichten über objektive Sachverhalte (wie Inzidenzwerte) und über Schlussfolgerungen von Politikern und Wissenschaftlern daraus.

      Aber natürlich ordnen wir auch ein – wie hier: https://www.news4teachers.de/2021/08/schulstart-mit-delta-variante-geht-das-gut-ciesek-bei-ausbreitung-wird-es-unter-schuelern-zu-schweren-covid-19-verlaeufen-kommen/

      Im Text heißt es: „In Deutschland wurden vom Robert Koch-Institut (RKI) seit Beginn der Pandemie rund 20 Covid-19-Todesfälle bei Menschen unter 20 Jahren registriert, alle hatten schwere chronische Vorerkrankungen.“

      Die Frankfurter Virologin Prof. Sandra Ciesek warnt darin aber auch: „Es wird also bei einer tolerierten Ausbreitung des Virus an den Schulen durch die große Anzahl an nicht geimpften Schülerinnen und Schülern fast zwangsläufig auch in dieser Gruppe zu schweren Verläufen kommen.“

      Genau das führt zu den gesellschaftlichen und politischen Debatten, die wir hier aktuell beschreiben – aus unserer Sicht sehr notwendige: Wie viele Infektionen unter Kindern und daraus resultierende Folgeschäden sind wir bereit hinzunehmen (insbesondere dann, wenn es unsere eigenen Kinder betrifft)? Und: Leistet die Politik wirklich alles Menschenmögliche, um Schaden von den Kindern abzuwenden? Darüber hinaus: Leistet die Politik wirklich alles Menschenmögliche, um Schaden von dieser Gesellschaft abzuwenden? Oder geht es nur um Klientelpolitik?

      Diesen Fragen widmen wir uns auch weiterhin. Was das verbleibende Restrisiko für Ihre Kinder angeht, das hängt eben auch von den Antworten ab. Wenn es der Politik gar nicht um (ihre) Kinder geht, dann würden wir sagen: Deren Infektionsrisiko ist sehr hoch. Was das Risiko eines schweren Verlaufs betrifft, da muss man unter Bezug auf das Robert-Koch-Institut festhalten: deutlich geringer, aber wie viel geringer, ist aufgrund der noch schlechten Datenlage unklar.

      Meine zwölfjährige Tochter ist deshalb geimpft.

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek
      Herausgeber News4teachers

    • @Weiter so: Vielen Dank für diesen sachlichen und umfassenden Kommentar! Artikel, die in slocher Weise auf unaufgeregte Art abwägen und aufklären, wie sie dies dargestellt haben, findet man bei N4T leider viel zu selten.

    • Sehr geehrter Weiter so?,
      ich glaube, viele Lehrer hier im Forum würden Ihre Wunschliste unterschreiben und vermutlich auch den Wunsch nach allseitig konstruktivem Umgang mit der Situation.
      Herzliche Grüße

    • Nachtrag: Ich persönlich würde mir auch eine solide Datenbasis wünschen, auf der man das Infektionsgeschehen in und um Schulen zuverlässig beurteilen kann. Im Moment scheint es da noch viel Interpretationsspielraum zu geben.

    • Schön für Sie @Weiter so?, wenn Sie persönlich für Ihre Familie das Risiko von LongCovid oder dem Tod Ihrer Kinder billigend in Kauf nehmen.

      Ich bin nicht bereit dazu und habe – verdammt nochmal – das Recht und die Pflicht, im Namen meiner Kinder und auch für mich selber (Autoimmunerkrankung, weitere Vorerkrankungen, keine 40 mehr), mich vehement dafür einzusetzen, dass unsere Kinder und wir dranhängenden Familien nicht in die Durchseuchung GEZWUNGEN werden, solange sie noch keine Chance hatten, sich impfen zu lassen!

      Vielleicht haben Sie es nicht mitbekommen aber in den USA haben führende Kinderärzte, Leiter von Kinderkrankenhäusern, etc. gemeinsam eine ganzseitige Anzeige in der NY Times geschaltet um sich für einen besseren Schutz der Kinder auszusprechen! Corona ist keine kleine Erkältung sondern überwindet – auch bei Kindern – die Hirnschranke und kann heftigste neurologische Erkrankungen auslösen. Möglicherweise auch noch Jahre später!

    • Bei dem Wunsch nach seriöser Identifikation des verbleibenden Restrisikos, also bei Infektion, wird Ihnen niemand derzeit überzeugend helfen können. Es heißt, Kinder erkranken meistens nicht schwer. Aber nicht: Sie erkranken gar nicht schwer. Auch Erwachsene erkranken zu gut 80 % nicht schwer. Wir alle haben erlebt und erleben auch in Zukunft, was das heisst. Es heißt, bei Kindern könne man bisher „Long Covid“ nicht genau identifzieren, die Datenbasis sei zu schwach. Bei Erwachsenen gibt es das aber sicher. Es gibt aber keinen wissenschaftlichen Grund, warum es Long- oder Post Covid bei Kindern nicht geben sollte. Die PIMS-Erkrankung infolge einer (auch unbemerkten) Covid-19-Infektion wird mit einem Risiko von 1:1000 bis zu 1:4000 je nach Quelle angegeben. Die Kinder waren lange Zeit im Wechsel- oder Distanzunterricht, sodass es nicht zu einer nennenswerten Durchseuchung bisher gekommen sein sollte. Zwischendurch war das Pandemiegeschehen auch abgeflacht (wenige Infektionen). Woher will man empirische Zahlen nehmen, wenn die Durchseuchung der Kinder gerade erst erfolgt? Es wäre sicher falsch, die bisher erhobenen Zahlen auch für die Zukunft anzunehmen, zumal die Deltavariante sich anders verhält als die vorherigen Varianten oder das Ursprungsvirus.

      Man weiß es eben nicht genau. Da es eben aber keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass die Durchseuchung der Kinder glimpflich verlaufen wird, sollte man es auch lassen! Was die Kultus- und Gesundheitsminister da riskieren wollen durch unzureichenden Infektionsschutz in den Schulen (und man strebt an, das Wenige, das bisher da war, auch noch zu kippen), entbehrt jeder Verantwortung für die Kinder, aber auch für deren Angehörige – ob diese nun geimpft sind oder nicht.

      Vorerkrankte Kinder aber unter 12 sind definitiv in dieser schutzlosen Situation sehr gefährdet! Nicht ohne Grund hat Drosten eine Off-Label-Anwendung der Impfstoffe angeregt (in seinem unten von Tina+2 verlinkten Deutschlandfunk-Interview).

      • In GB/England gibt es eine seriöse Untersuchung und solide Datenbasis zu Long Covid bei Kindern. Ich fand diese Zahlen erschreckend und vor allem auch die Symptome in ihrer Vielfalt. Mir wurde beim Lesen bewusst, wie ignorant die Politiker hierzulande sind und welche Lügen wir aufgetischt bekommen (Wobei Johnson auch keiner der Reinen ist…).
        Ich werde weiter nach der Quelle (Es war eine fachliche Analyse) suchen, wo ich das gefunden hatte, kann aber jetzt im Moment keinen Link bereitstellen. (Vielleicht schon mal googeln?)

        • In Deutschland aber will man davon leider nichts wissen. Da gibt es nur die Zahlen zu den schweren Verläufen (Todesfällen) bei Kindern, die mit der Deltavariante nicht arg viel zu tun haben und unter Lockdowns bzw. der Bundesnotbremse erfasst wurden. Diese Zahlen würde ich jetzt angesichts der bevorstehenden Durchseuchung nicht als Risikoeinschätzung für diese heranziehen wollen und der Blick zu der Lage in andere Länder wird offensichtlich von den politischen Entscheidern weitgehend vermieden oder bleibt bedeutungslos. –

          Mein Kind ist ja geimpft. Und dennoch belastet mich die Unsicherheit, in wie weit die Impfung Schutz auch vor Long-Covid bietet. Nun hat Drosten sich zu der Aussage hinreißen lassen (zurzeit in diversen Medien zu lesen) im Zusammenhang mit der Infektion von geimpften Erwachsenen:
          „Es ist von einem weitgehenden Schutz auch gegen Long Covid durch die Impfung auszugehen“.

          Es ist nur schade, dass das nicht nachvollziehbar bzw. näher begründet/dargestellt wird. Ich glaube ihm gerne, aber eben nicht blind. 😉 Hoffentlich erfährt man da bald Genaueres! Oder habe ich was verpasst? Das wäre für alle impffähigen Kinder schon mal eine Wahnsinnserleichterung bei der Risikoabschätzung (und ihre Eltern auch!).

    • Lehrer sehen schon immer:
      In Schulen werden Krankheiten verbreitet, weil Schulen einfach Bedingungen bieten, die das begünstigen. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum zu lange zusammen, außerdem viele enge Kontakte, schlechte Luft, wenig Möglichkeit den normalen Abstand zu halten. Kein Mensch setzt sich freiwillig dicht neben jemanden, den er nicht leiden kann, neben jemanden, der offensichtlich krank ist, neben jemanden, der viel zu nahe kommt und den natürlichen, individuell unterschiedlich empfundenen Individualabstand dauerhaft unterschreitet.
      In den Schulen werden Kinder dazu gezwungen.

      Auch würde niemand sich freiwillig einer Situation aussetzen, in der quasi täglich offensichtlich kranke Mitmenschen zusammenkommen udn sich nicht aus dem Weg gehen können. Das grenzt an vorsätzliche Körperverletzung. Auch zu normalen Zeiten, wenn wir Schwierigkeiten haben, fiebernde Kinder abholen zu lassen, weil die Eltern meinen, sie sollen in der Schule sitzen.

      Das finde ich auch in normalen Zeiten nicht richtig und hätte gerne andere Lösungen.

      In Zeiten konkreter Gefahren wäre für die Aufrechterhaltung eines Präsenzunterrichts, die unser aller Ziel sein dürfte, auch aus meiner Sicht absolut unabdingbar:
      1. Abstand (solange nicht genug Lehrer und Räume da sind durch halbierte Klassen/Wechselunterricht)
      2. Luftfilter (die auch gegen andere Infektionen schützen)
      3. Klare Anordnungen, dass kranke Kinder nicht in die Schulen gehen dürfen (Eltern müssen dann ohne Angst vor Arbeitsplatzverlust zu Hause bleiben dürfen – auch schon damit sie die Infektionen nicht ihrerseits an den Arbeitsort tragen)

      All das sollten uns die Kinder, gute Bildung, Nachwuchskräfte in den Firmenwert sein.

      Man müsste m.E. umdenken und neue Prioritäten setzen:
      1. Schulen besser ausstatten mit Räumen und Lehrkräften
      2. Infektionsschutz an Schulen nicht nur auf dem Papier, sondern täglich und wirksam
      3. Die Allgemeinheit muss auffangen, dass Kranke – ob Kind oder Erwachsener – ausfällt.

      Das alles wird zwar erstmal kosten, aber nach meiner Einschätzung würde sich es am Ende des Tages rechnen und zu einer physisch und psychisch gesünderen Gesellschaft führen.

  5. In den ersten zwei Wochen hätten sich die Kinder außerhalb der Schule angesteckt.

    Demzufolge ist die Schule ein sicherer Ort, den die Schüler keinesfalls verlassen sollten.

    Sobald sie das Schulgelände verlassen, droht die Infektion und Durchseuchung.

  6. Kleiner Nachtrag:
    Eine Überschrift eines Artikels könnte ja z.B. bei gleicher Ausgangslage („sprunghafter Anstieg der Inzidenzen“) lauten:

    „Tägliche Testung der SuS zu Schuljahresbeginn in NRW ein Erfolg! Viele symptomlose Infektionen wurden gerade noch rechtzeitig erkannt – Gesundheitsminister führt die hohe Rate auf Reiserückkehrer zurück!

    Das wäre einmal ein Beispiel, sich der Thematik von der anderen Seite zu nähern. Grundsätzlich neige ich allerdings nicht zur Übertreibung…weder in die eine noch in die andere Richtung.

    • Kurze Nachfrage: gab es an der NRW-Schule Ihrer Kinder tatsächlich tägliche Tests? Bei mir bekannten Schulen in NRW wurde in der ersten Woche am Mittwoch und ab der zweiten Woche wieder ganz normal 2 mal die Woche getestet. Und auch nur ungeimpfte Schülerinnen und Schüler.

        • Genau so ist es 2x.
          Montag früh und Mittwoch früh
          oder
          Montag früh und Donnerstag früh

          Und die Gültigkeit des POC-oder Selbsttest wurde von 72 Stunden auf 48 Stunden herabgestuft.
          Egal wie man rechnet (Ausnahme ist da wohl das MSB) wird bei einer 5-Tage-Woche dann bei einem Tag die 48 Stunden überschritten.

      • Neue weiterführende Schule, NRW-Durchseuchungskeimzelle von Gebauer und Stamp:

        Mittwoch Einschulung, Kinder mussten einen max. 48 h alten Test (= vollkommen unsicherer Antigentest) vorlegen. Also in vielen Fällen schon veraltet von Montag. Den Rest der Woche wurde dann erstmal nicht mehr getestet!

        Seit letzter Woche 2 x wöchentl. der unsichere Antigentest. Von PCR wie in den Grundschulen keine Spur mehr! Die ersten Infektions- und Quarantänefälle gibt es bereits.

        Willkommen in der Zwangsdurchseuchung an eurer neuen Schule und sorry, aber euer Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Gesundheitsschutz haben wir dieses Jahr abgeschafft.

        Euer Pech, wenn ihr demnächst nicht mehr wisst, wie man sich die Schuhe zubindet oder die Treppen bis in euren neuen Klassenraum nicht mehr schafft.

        Den letzten Rest an Schutzmaßnahmen schaffen wir dann jetzt auch mal ab, dann geht es schneller und bei der nächsten Infektion seid ihr dann ja auch viel besser geschützt (falls ihr das noch mitbekommt)!

        Sorry aber ich kann nur noch zynisch!

  7. Die Zahlen sinken minimal… und was tut die Politik? Gleich wieder über den Lockerungsirrsinn nachdenken!

    SINNVOLL wäre es, erstmal zwei oder drei Wochen beim jetzigen Vorgehen zu bleiben, um zu sehen, wie sich das ganze stabilisiert. Es ist richtig, dass der bisherige Anstieg zu einem gewissen Teil auf Reiserückkehrer zurückgeht. Diese haben das Virus aber jetzt gut in den Schulen verteilt – ob die Schnelltests das wirklich aufdecken, mag bezweifelt werden, da es sehr darauf ankommt, sie korrekt durchzuführen (und auch dann sind sie nicht sicher).

    Die spannende Frage ist, was die initiale Verteilung in den nächsten Wochen bewirkt. Die Extremszenarien sind: Im besten Fall schafft man es mit konsequentem Testen und ausreichender Quarantänisierung (beides darf leider aktuell hinterfragt werden), die Auswirkungen der initialen Ansteckungen zu begrenzen. Dann werden sich die Inzidenzen vermutlich auf einem hohen Niveau einpendeln, aber da bleiben (solange niemand an den Regeln dreht!). Im schlimmsten Fall wurde so eine Masse von Infektionen in die Schulen getragen, dass es in Kürze drastisch nach oben geht.

    Nach den Erfahrungen aus anderen Ländern (USA, GB) ist zu befürchten, dass es eher das zweitgenannte Szenario wird.

    Vor dem Hintergrund, dass bald die Zulassung der U12-Impfstoffe zu erwarten ist, erzeugt das viele Tausend vollkommen unnötige Infektionen, von denen ein gewisser Teil auch Spätschäden davontragen wird.

    • Wie, die Zahlen sinken minimal? Der Herr Laumann sieht das ganz anders. Gestern Abend auf dem WDR („Aktuelle Stunde“): in den ersten Tagen und Wochen haben es die Kinder aus den Ferien mitgebracht, diese hätte man durch die Tests in den Schulen gefunden, jetzt würden die Zahlen bei Schulkindern d e u t l i c h sinken. Hat er original so behauptet, und niemand widerspricht ihm.
      Übrigens kam gerade die Meldung, dass sich Herr Spahn für 5 Tage Sitznachbarquarantäne ausspricht (mit der Einschränkung, dass permanent Masken getragen werden). Darauf wird es wohl jetzt hinauslaufen.

  8. Wie schön , dass Herr Laumann sogar aus der Ferne diagnostizieren kann , wo die Schüler sich angesteckt haben . Natürlich nicht in der Schule . Die ist ja sicher .

  9. Ja! Alles wech, was das Infektionsgeschehen eindämmen könnte!

    NRW kann Alleingänge!

    In keinem anderen Bundesland kämpfen derzeit so viele Menschen wegen Covid-19 auf den Intensivstationen um ihr Leben wie in NRW. Allein in der letzten Woche sind es 100 arme Menschen mehr zur Vorwoche geworden (aktuell 398), 47 arme Menschen sind allein in der letzten Woche in NRW an Covid-19 gestorben. Aber NRW hat Glück! Die Menschen, die auf den Intensivstationen um ihr Leben kämpfen, kämpfen länger, da sie in der Regel jünger und fitter sind als in früheren Wellen. Oder hat NRW Pech? Weil die Betten länger belegt sind und somit besetzt, wenn Covid-19-Erkrankte mit steigender Tendenz „nachrücken“. Die derzeitige Impfdurchbruchquote liegt wohl deutschlandweit übrigens bei 19 % (sagt Kekule´). Wenn man es in NRW erst für nötig hält, das Coronavirus ernst zu nehmen, wenn die restlichen ca. 380 covid-spezifischen Intensivbetten in NRW auch noch belegt sind, wird das kein heißer Herbst, dann wird das ein eisiger … und das ist schon in drei Wochen, da ist nämlich Herbst. Aber so mancher friert ja nie.

    Unsere geballte Kompetenz der im Moment wichtigsten Ressorts in NRW erwartet einen heißen Herbst und schafft die Quarantäne ab. Bin beeindruckt. Impliziertes Motto: Es sind noch Betten frei!

  10. Die einen verharmlosen Corona die anderen verbreiten noch mehr Panik ! Die Erwachsenen sind doch selbst Schuld. Fliegen in Urlaub, prahlen vor dem Schultor stolz von…ich hatte keinen Test hat niemand nach gefragt..und wundern sich ,dass Kinder in den Schulen nun positiv entdeckt werden.

      • @Tina+2 genau so ist es!Und sich dann noch blöde Sprüche anhören müssen von wg man solle mal nicht so übertreiben,bei Grippe würde auch kein Gewese gemacht,und,mein absoluter Lieblingsspruch :“in ein paar Jahren lachen wir darüber!“.Wenn wir dann noch können.Bei uns in der Grundschule waren einige Klassenkameraden in Ägypten.War das nicht mal Risikogebiet?Aber jetzt :Maske runter,es wird gefrühstückt….

  11. Wäre sehr schön, wenn das nur die Dunkelziffer auf Reisen infinzierter Kinder war, die durch die Schultestungen nun ans Licht gekommen ist und sich die Lage dadurch nun ein wenig stabilisiert. Ein Abwarten unter denselben Bedingungen könnte nun erstmal eine sinnvolle Strategie sein … der minimale Rückgang jetzt rechtfertigt kaum gleich wieder die Aufgabe von Masken in Schulen oder eine fundamentale Änderung der Quarantäneregeln. Sehr informativ finde ich das Drosten-Interview beim DLF heute. Solide Erläuterungen ohne Panikmache – klares Nein zu einer Durchseuchung von Kindern, aber auch das Fazit, dass NRW mit Pooltests in Grundschulen im Vergleich zu anderen Bundesländern auch mal etwas zumindest richtig macht.

  12. Ein Ausschnitt von der Homepage des Düsseldorfer Landtags, ausgestattet mit Plexiglasscheiben und Ludftfiltern:

    Ein Einlass in den Landtag erfolgt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

    Persönliche und durch den Besuchsdienst bestätigte Anmeldung
    Erfüllung der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet)
    Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (FFP2- oder Op-Maske)
    Dokumentation des Besuchs (Speicherung der Daten für vier Wochen)
    Besuchsprogramme an Wochenenden entfallen bis auf Weiters.
    Schülerinnen und Schüler
    Schülerinnen und Schülern können wir noch kein Angebot im Haus machen .

    Kein Kommentar, dieser Ausschnitt spricht für sich und ist maximal entlarvend.
    Ich bin dafür, DORT zu lockern.

    • @Trulla
      Diese sind bestimmt auch zum großen Teil geimpft!
      Plexiglas sofort abbauen und in den Schulen einbauen, wenn es schon keine Luftfiltergeräte gibt!

  13. In der aktuellen Test-und Quarantäneverordnung des Landes findet man folgende bemerkenswerte Regelung für Kontaktpersonen: „(1) Über die Quarantäne von Kontaktpersonen, die keine Haushaltsangehörigen im Sinne von § 16 sind, entscheidet die örtliche Ordnungsbehörde in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt.
    (2) Die Dauer der Quarantäne ergibt sich aus der Anordnung dieser Behörde. Sie soll in der Regel nach 14 Tagen enden, gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zur positiv getesteten Person (Primärfall).“ Warum, um Himmels Willen, soll denn dann für Schüler gar keine oder nur eine verkürzte Quarantäne gelten? Da sieht man mal wieder, dass es nur um Arbeitsmöglichkeiten für die Eltern geht, aber nicht um Sicherheit und Gesundheit der Kinder.

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