MÜNCHEN. Mit der Ausgabe der Übertrittszeugnisse für Viertklässler hat in Bayern die Debatte über das bestehende Auswahlverfahren für weiterführende Schulen an Schärfe gewonnen. Verbände, Bildungsforscher und Oppositionspolitiker kritisieren seit Jahren die frühe Aufteilung der Kinder – und sehen sich durch aktuelle Daten und Studien bestätigt. „Jährlich grüßt das Grundschulabitur“, erklärte der Verein „Eine Schule für Bayern“, der sich für längeres gemeinsames Lernen einsetzt.

Von der Schullaufbahnempfehlung hängt maßgeblich ab, ob ein Kind ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen kann oder auf die Mittelschule wechselt. Grundlage ist die Durchschnittsnote in Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht. Dieses Verfahren gilt im bundesweiten Vergleich als besonders verbindlich.
Nach Angaben des Kultusministeriums besuchen seit Jahren rund 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Freistaat nach der Grundschule ein Gymnasium, jeweils etwa 28 Prozent wechseln auf eine Real- oder Mittelschule. Eine Auswertung regionaler Daten zeigt jedoch deutliche Unterschiede: Während im Schuljahr 2024/25 in Oberbayern fast 45 Prozent der Kinder aufs Gymnasium übertraten, waren es in Niederbayern nicht einmal 32 Prozent. Bei den Realschulen reicht die Spannbreite von rund 32 Prozent in Schwaben und Niederbayern bis zu knapp 26 Prozent in Oberbayern und Oberfranken. Auf Landkreisebene reicht die Spannbreite laut einer Analyse des Bayerischen Rundfunks von fast 56 Prozent im Landkreis München bis zu 25 Prozent im Landkreis Regen.
„Längst ist bekannt, dass Noten nicht objektiv sind und mit der Leistungsfähigkeit eines Kindes nicht viel zu tun haben“
Warum das so ist, kann das Kultusministerium nicht sicher sagen. Ein möglicher Grund könne die unterschiedliche Erwartungshaltung der Eltern bezüglich des Bildungsweges und der sozioökonomischen Ziele sein – „gegebenenfalls auch in Verbindung mit den weiteren Ausbildungs- und Arbeitsplatzmöglichkeiten in der Region“. Auch der Bildungshintergrund der Eltern, die Erreichbarkeit der Schulen und die Infrastruktur vor Ort werden in der Debatte genannt.
Das Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern sieht darin jedoch vor allem strukturelle Probleme des Systems. In einer aktuellen Stellungnahme erklärt das Bündnis: „Längst ist bekannt, dass Noten nicht objektiv sind und mit der Leistungsfähigkeit eines Kindes nicht viel zu tun haben.“ Die frühe Aufteilung verstärke bestehende Ungleichheiten. „Ebenfalls gut erforscht ist, dass die Sortierung der Kinder nach angeblicher Leistung gerade diejenigen Kinder benachteiligt, die es am schwersten haben“, heißt es weiter. Genannt werden insbesondere der sozioökonomische Status, der Bildungshintergrund der Eltern und ein Migrationshintergrund.
Als Beleg verweist das Bündnis auf den Chancenmonitor 2026 des ifo Instituts, der diese Zusammenhänge erneut bestätigt habe (News4teachers berichtete).
Scharf fällt auch die politische Kritik aus. „Das Grundschulabitur in Bayern muss weg, wie bereits in allen anderen Bundesländern“, erklärte die SPD-Bildungsexpertin Simone Strohmayr. Die Grünen wollen einen Gesetzentwurf in den Landtag einbringen, der Gemeinschaftsschulen auch in Bayern ermöglichen soll. Ihre bildungspolitische Sprecherin Gabriele Triebel begründete dies mit den Worten: „Längeres gemeinsames Lernen ist der Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit.“
„Wir brauchen, ganz im Gegenteil, ein inklusives Lernen, wo die Kinder nicht in vorgefertigte Bahnen gesteuert werden, sondern nach ihren eigenen Bedürfnissen lernen können“
Das Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern fordert eine grundlegende Veränderung der Lern- und Schulkultur. „Wir brauchen, ganz im Gegenteil, ein inklusives Lernen, wo die Kinder nicht in vorgefertigte Bahnen gesteuert werden, sondern nach ihren eigenen Bedürfnissen lernen können, alleine, miteinander, voneinander und mit engem Coaching einer begleitenden Lehrkraft“, erklärte Co-Sprecher Gerald Klenk. Dem Bündnis gehören unter anderem die SPD und die Grünen im Freistaat, die Linke, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Grundschulverband an.
Auch aus der Bildungsforschung kommt seit Jahren Kritik. Der neuseeländische Bildungsforscher Prof. John Hattie hatte sich laut Bündnisangaben verwundert darüber gezeigt, dass in Deutschland bereits bei zehnjährigen Kindern weitreichende Bildungsentscheidungen getroffen werden (News4teachers berichtete). Auch die Autorinnen und Autoren der ifo-Studie empfehlen eine spätere Aufteilung der Schülerschaft.
Die Staatsregierung hält bislang am bestehenden System fest. Ob die erneut aufgeflammte Debatte politische Konsequenzen haben wird? Kurzfristig wohl kaum. News4teachers / mit Material der dpa









Bitte, liebe Bayern, lasst euch euer leistungsstarkes Schulsystem, das Jahr für Jahr vorne mitspielt, nicht auch kaputtmachen. Baden-Württemberg lag mal gleichauf mit euch. Dann kam die Gemeinschaftsschule, ein Aufweichen der anderen Schularten und eine Grundschulempfehlung, die nicht mehr verbindlich war. Erdrutschartig wurde das Ländle auf die hinteren Plätze durchgereicht. Dies sollte euch eine Warnung sein.
… und steht mittlerweile (nach fünf Jahren grüner Bildungspolitik, zuvor war die CDU im Kultusministerium am Ruder) wieder auf Platz vier. Gehört zum Gesamtbild dazu. Gerne hier nachgucken: https://www.news4teachers.de/2025/10/iqb-bildungstrend-2024-das-ranking-so-schneiden-die-einzelnen-bundeslaender-ab/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Da haben Sie natürlich recht, wobei Frau Schopper, nach Aussagen der mir bekannten Lehrkräfte, ihre Amtszeit über als sehr blass und eher verwaltend wahrgenommen wurde. Im Grunde führte sie den Kurs von Frau Eisenmann fort, mit dem Unterschied, dass eine verbindlichere Grundschulempfehlung und G9 wieder eingeführt wurden. Messbar werden diese Neuerungen wohl eher in ein paar Jahren werden.
” Im Grunde führte sie den Kurs von Frau Eisenmann fort, “
Dazu würde auch passen, dass BW beim Vorgänger IQB-2018-Mathematik ebenfalls auf Rang 4 lag.
Der große Absturz war bereits bei IQB-2015-Deutsch verzeichnet worden .
https://www.news4teachers.de/2016/10/ex-musterlaendle-baden-wuerttemberg-stuerzt-im-bildungsvergleich-ab-eisenmann-attackiert-ihren-vorgaenger-stoch/
Alles gelogen: Leistungs- und Zahlungsstark sind nur die Eltern, die Unsummen in Nachhilfe buttern (und die Mütter, manchmal auch Väter, die ihre Kinder in der vierten Klasse massiv unterstützen, damit der Übertritt auch wie gewünscht klappt)
Leistungsstark ist auch die Schule im Fordern und Prüfen. Was den Unterricht, die Methoden und auch die Förderung von schwächeren (und damit meine ich nicht weniger intelligente Kinder, sondern Kinder aus Familien, die nicht in der Lage sind, die fibanzielle und auch sonstige Unterstützung zu leisten) angeht: Fehlanzeige!!
” Eltern, die Unsummen in Nachhilfe buttern”
Laut Aussagen der kommerziellen Anbieter wären in Bayern “bis zu 10%”der Nachhilfeschüler” im Grundschulalter. Scheint also kein flächendeckendes Phänomen zu sein.
Es nehmen auch nur ca. 73% der Kinder mit den nötigen Notenschnitten auch die Möglichkeit zum Übertritt auf ein Gymnasium war.
Wenn man die IQB-Ergebnisse der SuS aus der unteren Schicht und der SuS mit Migrationshintergrund vergleicht, fällt aber schon auf, dass die in Bayern deutlich höher liegen als der Bundesschnitt.
Auch die Quote der SuS die weniger als 350 Punkte erreichen ist deutlich niedriger als der Bundesschnitt.
Der Anteil SuS ohne ESA ist in Bayern bundesweit am niedrigsten, die Quote junger Menschen ohne SEK II-Abschluss ist ebenfalls deutlich niedriger als der Bundesschnitt usw. usw.
Quote vadis nach der vierten Klasse. Die Antwort ist doch klar, in die Fünfte.
Alle SuS sind für alle Schulformen geeignet, nur nicht jede(r) für jede.
“Jährlich grüßt das Grundschulabitur“, erklärte der Verein „Eine Schule für Bayern“, der sich für längeres gemeinsames Lernen einsetzt.”
1) Ich stell jetzt einfach mal zwei Behauptungen in den Raum. Auch in den Klassen der Realschule und Mittelschule findet ein gemeinsames Lernen statt. Es ist halt nur eine andere Zusammensetzung
2) Trotz des Aufteilens hat jedes Kind in Bayern unterschiedliche Wege, um letztendlich zum gewünschten Schulabschluss zu kommen. Den Leuten (u.a. Eltern) muss endlich mal klar wird, dass das Gymnasium nicht das Ende der schulischen Laufbahn ist.
Weltweit sind wir (auch in Bayern) höchstens Mittelfeld, aber erkauft mit einem Maximum an Schulunlust und Schulfrust auf allen Seiten: Sehr wenige Kinder gehen wirklich gerne in die Schule. Und das zieht sich durch alle Schularten. Und Höchstleistungen erzeugt das System auch nicht. Und antworten auf unsere heutigen Probleme und eigentlich Anforderungen (Migration/Eltern die BEIDE berufstätig sind und eigentlich nicht die Zeit/Kraft haben, als Hilfslehrer die schwächen des Systems auszugleichen, dazu die fehlende Inklusion…) bietet das System auch nicht.
Woher nehmen Sie die Behauptung, dass “sehr wenige Kinder” wirklich gerne zur Schule gehen? Und wo gehen sie lieber zur Schule?
“aber erkauft mit einem Maximum an Schulunlust und Schulfrust auf allen Seiten: “
Es gibt bei PISA auch Erhebungen ob sich SuS an der Schule nicht wohl / fehl am Platz fühlen oder als Außenseiter/ von Dingen ausgeschlossen.
Ich habe noch nie gelesen, dass Bildungsexperten thematisiert hätten, wie manche Länder bei diesen Kriterien abschneiden, die gerne mal als Vorbilder für DE genannt werden.
Danke.
Die einen sagen, die Debatte flammt immer wieder auf.
Andere finden, dass hier von interessierter Seite routinemäßig rumgemoppert wird.
Lasst doch einfach Gemeinschaftsschulen als zusätzliche zu. Es ist die am erfolgreichste Schulart im In- und Ausland, nur in Bayern wird sie dogmatisch verhindert.
Dass unser Schulen insgesamt ein Problem haben, ist doch ersichtlich an all den Ergebnissen, die uns das seit Jahren immer wieder vor Augen führen. Also wieso nicht mal etwas zulassen, was einen positiven Impuls erzeugen könnte. Wovor hat man Angst?
“Es ist die am erfolgreichste Schulart im In- und Ausland,”
War das ironisch gemeint?
Nein, sicher nicht. Das ist Fakt!
“Das ist Fakt!”
Wenn Sie das tasächlich glauben, scheinen Sie den Begriff “erfolgreich” ganz anders zu defineren, als es üblich ist.
Normalerweise versteht man ja darunter, dass SuS besonders hohe Kompetenzlevel erreichen und besonders wenige SuS ohne Abschluss bleiben.
Wo im Ausland gibt es denn die Art Gemeinschaftsschulen wie in Berlin und Baden-Württemberg, also ohne Noten, ohne Sitzenbleiben und ganz auf Inklusion ausgerichtet? Ein einheitliches Schulsystem kann ganz anders aussehen. Die PISA-Sieger Japan und Südkorea sind berüchtigt für ihren verbreiteten privaten Nachhilfeunterricht. Warum wohl hält man den für nötig, wo es doch ein einheitliches Schulsystem gibt?
Wären Gemeinschaftsschulen so erfolgreich, wie Sie das hier äußern, wäre Baden-Württemberg sicherlich nicht nach deren Einführung so dermaßen abgesackt. Zudem müssten sie in den Vergleichsarbeiten am erfolgreichsten sein – sind sie aber nicht, sie liegen bei den Ergebnissen hinter den Realschulen.
Der erste Schritt der Verbesserung des Verfahrens bei besserer Chancengleichheit und gleichzeitiger Chance auf Beibehalt des Bildungsniveaus wäre mal aus den beinahe wahrscheinlich 2400 individuellen Übertrittsverfahren der über 2400 Grundschulen mal ein bayernweit gleiches Verfahren zu machen.
Lasche wie obszöne Übertrittsverfahren mal auf ein einheitliches Niveau zu bringen.
Warum gehts denn mal mit “entspannten” 18 oder 21 Noten aufs Gymnasium?
Und warum dann mal mit unanständigen, obszönen 33 oder 34?
Und das bei vergleichbarem Schwierigkeitsgrad und Umfang!
Macht da keiner bayernweit mal Benchmarks/ Qualitätskontrollen?
Warum nicht für alle gleich?
Mal als Vorschlag:
9 Deutsch, 4 HSU, 4 Mathe Proben und 8 halbe praktische, mündliche, schriftliche Noten.
Vergleichbarer Umfang.
Und dann ists mit 25 Noten aber auch vorbei.
Oder mit 23 oder 24?!
Wir Eltern kommen uns doch veralbert vor, wenn unser Kind durchgetaktetet, verdichtet mit weniger leistungsnachweisfreien Tagen 33 ableistet und woanders gehts mit 21 entspannt daher…
Warum gehts denn mal mit “entspannten” 18 oder 21 Noten aufs Gymnasium?
Vergleichen sie hier Zahlen innerhalb von Bayern oder mit anderen Bundesländern.
Die entspannten 18 Noten sind spätestens beim “ersten Ausrutscher” eines Kindes hinfällig, wenn dann der Schnitt nicht mehr erreicht werden kann . Und dann heist es plötzlich, kann man nicht nochmal ein Referat halten und etwas anders, damit die Note errreicht wird.
Warum der Leistungsnachweisumfang für den Übertritt jede Schule für sich festlegt, dürfen Sie mich ebensowenig fragen, wie warum Kinder an manchen Schulen 30% mehr Noten ableisten müssen 🙂
Ich erkenn da keine Logik drin, wenn dann 2,33 oder 2,66 Schnitt bayernweit gelten.
Das ist nur unnötig ausgeübter Leistungsdruck
Die Zahlen oben sind logischerweise alle aus Bayern wenns im Artikel um den bayer. Übertritt geht 🙂
Wie gesagt, das Übertrittsverfahren macht jede bayer. Schule für sich:
In den 18 oder 21 ist dann z.B. ein Referat schon drin.
Das gehört mal vereinheitlicht und dann hört wahrscheinlich auch die Jammerei auf, dass die falschen Kinder kommen würden.
Ich unterrichte jetzt 30 Jahre an einem Gymnasium in Bayern und habe eher “soft” begonnen. Im Laufe der Jahre durfte und musste ich ein Absenken der Anforderungen und die Einführung von allerlei vordergründig schülerfreundlichen Maßnahmen erleben, welche zur gewünschten Erhöhung der Abiturientenquote führten. Allerdings ist dieses Abitur kein echter Leistungsnachweis mehr, was von Universitäten oft moniert wird. Kurz: Mittlerweile würde ich wirklich harte, anonymisierte Eingangstests für Gymnasien, Wiedereinführung der Probezeit und konsequent höhere kognitive Anforderungen befürworten, vor allem, was das Abstraktionsvermögen betrifft.
Sie können ihr Gymnasium behalten, lassen Sie Kinder dafür testen, die sich das antun wollen, aber ermöglichen Sie endlich die erfolgreiche Alternative, bei der Kinder nicht im Gleichschritt, sondern am individuellen Lernprozess orientiert gefördert werden, das geht in guten Schulen ganz Wunder ohne Auslese. Sie können sich das nicht vorstellen? Dann besuchen Sie doch mal die Alemannenschule in Wutöschingen, eine staatliche Gemeinschaftsschule, die bessere Ergebnisse liefert als der BW Landesdurchschnitt.
…und eine Schule, die Kinder wegempfiehlt, die die komplett intrinsische Motivation nicht aufbringen. Wenn ich mir meine Wunsch-Schülerschaft zusammenbauen dürfte, hätte ich sicher ebenfalls eine Traumschule. Versuchen Sie das Konzept mal im sozialen Brennpunkt. Wahrscheinlich wird man dort keine Schulpreise gewinnen.
Sind Übertrittszeugnisse Visa, die zum Übertreten von Grenzen notwendig sind?
Und dann noch die nächste Frage, welche Grenzen?
Btw ich wäre für Oberstufengymnasien, die lediglich die Jahrgänge 11 und 12 umfassen. Davor 6 Jahre GS und 4 Jahre SekI-Schule. Wer den FOR-Q am Ende der 10 schafft geht in die Oberstufe, alle anderen in die betriebliche oder die schulische (Berufs-)Ausbildung.
Das eine eingesparte Jahr in der Oberstufe wird der Regelstudienzeit bis zum – dann international anerkannten – Bachelorabschluss zugeschlagen.
Um kleineren Gemeinden Schulen vor Ort oder zumindest in unmittelbarer Nähe zu garantieren, sollte die Gründung von PRIMUS-Schulen – also der Jahrgänge 1 bis 10 unter einem Dach – gefördert werden.
PS Die Oberstufengymnasien sollten zwei Zeige haben einen, der zur AHR führt und einen der mit der FHR abschließt.
“Die Staatsregierung hält bislang am bestehenden System fest.“
Kann man ihr vermutlich kaum verdenken, wenn man z.B. vergleicht wie die Bildungskennzahlen in manchen Bundesländern aussehen, die seit längerem auf ein zweigliedriges Schulsystem aus Gymnasium / Gemeinschaftsschule umgestellt haben. Besonders auch bei SuS aus der unteren Schicht oder SuS mit Migrationshintergrund.
Im internationalen Vergleich hinkt ganz Deutschland hinter, und in Bayern ist die Bildungsungerechtigkeit am größten. Ifo Studie.
“hinkt ganz Deutschland hinter,”
Vergleichen Sie mal wie weit die Ergebnisse in Bayern und Sachsen bei den IQB-Studien über dem deutschen Schnitt liegen mit den Abständen von Ländern in Skandinavien , Kanada etc. zum Schnitt der DE-16. Auch mal die SuS mit und ohne Migrationshintergrund getrennt betrachten. Vor allem beim Vergleich mit Ländern mit über 99% SuS ohne Migrationshintergrund in der Stichprobe.
“Ifo Studie.“
Misst nur die Übertritte nach der GS auf ein Gymnasium und stellt Bayern und Sachsen dabei als ungerecht dar.
Dort sind aber bei IQB die Kompetenzlevel der unteren Schicht und der Sus mit Migrationshintergrund bundesweit mit Abstand am höchsten .
Bei der Quote junger Menschen ohne SEK II-Abschluss liegen Sachsen und Bayern auch wesentlich besser als der Rest der DE-16.
Sachsen hat Gemeinschaftsschulen …
Nach meinen Informationen allerdings nur insgesamt 4 von 1578 allgemeinbildenden Schulen insgesamt.
Immerhin um die 0,25 Prozent.
Eine Chance ist eine Chance, und keineswegs schon ein Ergebnis. Ob die Chancen da sind, können wir keinesfalls nur am Ergebnis messen.
Bayern ist eins der letzen Bundesländern mit einem leistungsstarken Bildungssystem. Das ist doch auch eine Chance, für alle die sie nutzen können. Ich finde es auch traurig, wenn Eltern sich nicht genug kümmern, sollen wir aber deswegen die Bildung umbauen? Eine solide Bildung bietet enorme Aufstiegschancen, warum sollte man diese Möglichkeit den jungen Menschen vorenthalten?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, der spätere Erfolg im Leben ist stark mit Leistungsfähigkeit korreliert. Will man wirklich da hin, wo andere Bundesländer inzwischen sind?
Und selbstverständlich ist der Erfolg der Kinder auch stark von den Eltern abhängig. Wenn dieser hauptsächlich von der Schule abhängig sein soll, muss die Schule die Kinder adoptieren. Ansonsten erziehen und fördern unterschiedliche Eltern ihre Kinder unterschiedlich. Ist nun mal ein freies Land.
Ok, das würde bedeuten, dass Kinder, die aufs Gymnasium gehen, wirklich dafür geeignet wären, ohne monetäre Hilfe (Nachhilfe) oder Zeit (Akademikerhaushalte) der Familien zu erhalten, in die sie hineingeboren wurden. Das können Sie doch nicht wirklich glauben, die ifo Studie belegt, dass diese Ungerechtigkeit doch nicht am Kind liegt, sondern die Voraussetzungen ungleich sind.
Sie wollen also eine strenge Klassengesellschaft erhalten? Dadurch verlieren wir klüge Köpfe und schöpfen das Leistungspotenzial unserer Kinder nur unzureichend aus.
“Dadurch verlieren wir klüge Köpfe und schöpfen das Leistungspotenzial unserer Kinder nur unzureichend aus.”
Träfe das nicht eher auf Bundesländer zu in denen der Anteil junger Menschen ohne SEK II Abschluss ca. 50% – 75%höher ist als in Bayern?
Betriebsprsktikum beim Dachdecker und man kommt noch auf ganz andere Gebäude als auf’s Gymnasium.
Inwiefern ist es relevant, ob die Kinder ohne Familie aufs Gymnasium kommen würden? Der Bildungsweg muss für das Kind passen. Wenn es keine Unterstützung von den Eltern bekommet dann muss leider die Unterstützung in der Schule reichen. Andernfalls hat es die Unterstützung. Die Schulform muss von der realen Situation abhängen, sonst wird niemand damit glücklich werden.
Wenn Sie es doof finden, dass manche Kinder Unterstützung von Eltern bekommen, bleibt Ihnen höchstens, bei Ihren eventuell vorhandenen eigenen Kindern auf “ungerechte” Unterstützung und Bildung zu Hause zu verzichten. Man kann Eltern nun mal nicht verbieten, sich um ihre Kinder zu kümmern.
Mit den Potentialen ist das immer so eine Sache. Sie könnten wunderbar mit 130 km/h über einen Acker fahren. Naja, jedenfalls wenn jemand eine Autobahn dorthin gebaut hätte. Das Potential besteht ja grundsätzlich bei dem Acker.
Aber sie werden ja genausowenig bei dieser Fahrt glücklich werden, wie ein Kind es werden wird, wenn es einen Bildungsweg einschlägt, der nicht seiner realen Leistung entspricht. Und klug sein ist dabei doch eher der kleinste Teil. Man muss Leistung umgesetzt bekommen.
Ich sehe nirgendwo in Deutschland eine strenge Klassengesellschaft. Aber ich wünsche allen Kindern gute Bildungsmöglichkeiten und die Unterstützung ihrer Eltern. Wenn wir das Bildungsniveau runterdampfen, schaden wir aus falsch verstandenem Gerechtigkeitsempfinden allen Kindern. Es ist für mich komplett unverständlich, warum nicht alle Eltern die enormen sozialen Aufstiegschancen von Bildung für ihre Kinder nutzen. Aber die fehlende Förderung seit dem Zeitraum der Geburt kann wohl das Schulsystem nicht ausgleichen.