Kretschmann: Ausbau von Ganztags-Grundschulen große Herausforderung

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht im Ausbau der Ganztagsbetreuung in der Grundschule trotz des höheren Bundeszuschusses eine «große Herausforderung». Es werde schwer, das notwendige Personal zu finden und den Ausbau finanziell zu stemmen, sagte der Grünen-Politiker in einer Regierungsinformation am Donnerstag im Stuttgarter Landtag. Land und Kommunen würden «aber gemeinsam daran arbeiten», versicherte er.

„Motor der Ganztagsbetreuung“: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Dass der Bund seinen Anteil an den Investitions- und Betriebskosten deutlich erhöht habe, sei ein «wichtiger Erfolg» der Länder gewesen. Kretschmann betonte, seine Regierung sei «Motor der Ganztagsbetreuung». Seit Beginn seiner Regierungszeit im Jahr 2011 habe das Land rund eine Milliarde Euro in den Ausbau gesteckt und die Zahl der Ganztagsgrundschulen verdoppelt.

Allerdings hat Baden-Württemberg nach jüngsten Zahlen des Deutschen Jugend-Instituts im Ländervergleich weiter die niedrigste Quote und den höchsten Ausbaubedarf. Demnach gab es im Jahr 2019 etwa 83.000 Ganztagsplätze an Grundschulen im Südwesten. Das würde bedeuten, dass Baden-Württemberg bis 2025 etwa 207.000 neue Plätze schaffen müsste, um den Rechtsanspruch zu gewährleisten. Das wären rund 34.000 neue Plätze pro Jahr.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hielt Kretschmann vor, seine Regierung für den «Verhandlungserfolg» im Vermittlungsausschuss zwischen Bund und Länern feiern zu wollen. Jedoch schweige er sich darüber aus, was es kosten werde, den Rechtsanspruch bis zum Schuljahr 2026/2027 zu garantieren. Auch sei völlig unklar geblieben, woher das Land das Geld für den Ausbau hernehmen will. Die Kommunen als Schulträger wüssten noch immer nicht, was finanziell auf sie zukommt. dpa

Einjährige (und Jüngere) haben einen Ganztagsplatz in der Grundschule sicher – aber: Auch mit genügend Personal?

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11 KOMMENTARE

  1. Herr Kretschmann und Frau Schopper betreiben in der Krise Blenwerk und Augenwischerei. Wir haben im Augenblick in den Kindergärten und Schulen ganz andere Probleme die durch den langen Ausnahmezustand verstäkrt wurden. Diesem aktuellen Zustand ist Handlungsfähigkeit und Beachtung geschuldet. In den Kindergärten ist akuter Personalmangel und immer mehr nicht adequates Personal wird eingestellt. Die Qualität nähert sich einer Aufbewahrung und der Betreuungsrahmen entpricht nicht mehr einer liebevollen Umfeld. Die Grundschulen und weiterführenden Schulen haben in diesem Ausnahmezustand viel geleistet für die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen um ihnen Sicherheit in dieser Krise zu geben. Viele Kinder und egal aus welcher sozialen Schicht sind unverschuldet in eine persönliche Krise geraten und dies hat viele Begleiterscheinungen ausgelöst. Dieser lange Zeitraum dieser schwierigen Lebensphase hat tiefe Spuren und Wunden bei dieser jungen Generation hinterlassen und schreit um Hilfe und Aufarbeitung!https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-freitag-283.html#Studie-Lockdown-macht-Kinder-psychisch-krank Die Anlaufstellen und Therapie- Plätze haben eine lange Wartezeit und sind auch an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Der Schrei von den Institutionen werden vermehrt geschaltet um diesen Kindern und Jugendlichen dringend Hilfe zukommen zu lassen. Auch die Lernrückstände ist für viele Schüler bei den angehäuften Rückständen eine sehr schwere Hürde geworden und führt zu weiteren Belastungen bei Schülern. Für G8 Schulen die ein G7 Schuljahr absolviert haben, hat man gar keine Lösungen geschaffen und keine Bereitwilligkeit wurde von Herrn Kretschmann und Frau Schopper gezeigt. Es ist für diese Schulart keine tragende Aufarbeitung geschaffen worden und man hat auf Herrn Ralf Scholl vom PhV-BW auf seine Forderung keine angemessene Aufarbeitung unter fairen Bedingungen nicht gehört. Frau Schopper spricht nur von etwaigen Rückständen und dies untergräbt die Notlage der Schüler. Ganztagsbetreuung steht nicht an und es ist unverantwortlich dies nach so einer schwierigen Lebensphase in den Fordergrund zu stellen. Es geht darum in allen anderen Bereichen, Abhilfe zu schaffen und diese Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Es ist unserer Gesellschaft nicht damit gedient, wenn diese heranwachsende Generation auf der Strecke bleibt. Die Ganztagsbetreuung ist dem Wahlkampf geschuldet und man hat sich dadurch Wählerstimmen erhofft. Dies ist für die Grünen nicht eingetroffen!

  2. Alle reden vom Geld, das die Ganztagsschulen kosten. Niemand rede davon, was dort am Nachmittag wirklich geschieht.Man glaubt einfach, es müsse gut sein. Mehr eigentlichen Unterricht gibt’s natürlich nicht.

    • An den Offenen Ganztagsschule ist die Teilnahme ja auch freiwillig, weshalb dort natürlich kein Unterricht stattfinden kann. Lehrerstunden fließen nicht in die OGS, es sei denn, der Träger der OGS bezahlt Lehrerstunden für z.B. AGs und das Schulamt genehmigt diesen Zweitjob!
      Wenn man sich den Internetauftritt der meisten Träger anschaut, werden ganz viele Workshops, AGs, Kooperationen mit Sportvereinen und Musikschulen angeboten, in der Realität findet das aber kaum statt, denn auch dort herrscht Personalmangel! Die OGS-Leiter wechseln schneller als das Wetter und die meisten Kräfte sind eigentlich nur Aushilfen!

      • Ja, und wie gut sind denn die Workshops, AGs, Kooperationen usw.? Werden sie schöngeredet? Vermutlich darf auch an gebundenen Ganztagsschulen nicht mehr unterrichtet werden als an Halbtagsschulen, weil ja alle gleich zu behandeln sind. Andererseits wird gepredigt, dass Kinder aus bildungsfernem Milieu eigentlich eine spezielle Behandlung bräuchten. Warum also nicht für die mehr Unterricht, aber eben nicht für alle ? Vom Sport und von Sozialkompetenz alleine wird sich das Lesen und Schreiben nicht verbessern.

  3. Weiterhin wird an der Maskaufhebung fesgehalten und am 18.10. erfolggepunktet gepunktett dies in BW. Das RKI meldet am 8.10.2021 vermehrt Ausbrüche an Schulen und Kindergarteneinrichtungen. Die KM
    fühlen sich in Ihrer Machtposition sicher und nehmen keine Belehrungen von Herrn Wieler oder Hernn Meidinger an. Es wir ehrer damit gepunktet wir ermöglichen Präsenzbetrieb und benutzen dies als Aushängeschild. https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-freitag-283.html#KMK-Schulen-offen-halten Auch das Freizeitleben der Kinder und Jugendlichen gewährleisten wir somit und Gesundheitschutz ist Nebensache.

  4. Zum Thema Ganztagsschule.
    Nicht alles über einen Kamm scheren.
    Diese Möglichkeit kann für Kinder sehr gut sein.
    GTS kann, mit dem richtigen, angagierten Personal eine super Entfaltungsmöglichkeit und Unterstützung für manche SuS sein.
    Eine warme Mahlzeit
    Umgangsformen und Sozialverhalten
    Hausaufgaben und Förderuntericht geregelt und unterstütz machen
    Freizeitaktivitäten, in deren Genuss die Kinder sonst nicht kämen( AGs wie Sport, Fussball, Handball, Tischtennis, AGs wie Trommeln, Zaubern, Werken, Basteln, Kunst, Forschen, Gesellschaftsspiele, ….und andere)
    Es gibt tatsächlich solche GTSchulen wo es funktioniert!
    Aber GTS ist nicht für alle Kinder generell gut.
    Manche SuS sind dabei überfordert und wären zu Hause besser aufgehoben. Das hält immer individuell vom Kind und seiner persönlichen Situation ab.

    • Ich stimme Ihnen zu. Meine Kritik am Ganztag geht auch in die Richtung, dass wieder mal alle über einen Kamm geschert werden. Es gibt Kinder, denen es da gut geht. Andere leiden, aber bei der gebundenen Form gibt es dann kein Entkommen. Auch die Ideologie, dass Kinder aus gefestigten Elternhäusern mit sicherer Bindung, die sozial benachteiligen Kinder, ähnlich des leistungskompensierenden Konzepts der Oberschule in Nds, mitziehen sollen, ist blanke Theorie. Warum lässt man den Familien, in denen es läuft und die Familie noch leben wollen, nicht die Freiheit, selbst zu entscheiden. Es gibt auch Kinder, die ein anderes Verständnis von freier Entwicklung haben, als den ganzen Tag auf begrenztem Raum zu verbringen.
      Die Überbewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Elternpaares, mit einhergehender Abwertung ihrer Fürsorgearbeit in einer Familie, ist nicht kinderfreundlich. Der wirtschaftliche Druck auf die Familien wächst. Nebenbei geht viel intuitives Wissen über das Zusammenleben in einer Familie verloren. M.M.n werden durch die Abnahme der elterlichen Verantwortung, Abhängigkeiten gegenüber staatlicher Fürsorge gefördert. Ich bemerke immer mehr, dass viele Eltern sich ihrer Verantwortung und dementsprechend auch ihrer Bedeutung und Wichtigkeit für ihre Kinder, weniger bewusst sind und sie zunehmend verunsichert werden. In meiner Arbeit muss ich dann versuchen diese Eltern für die Einzigartigkeit ihrer Kinder, jenseits einer Leistungsbewertung, wieder zu sensibilisieren und Freude am gemeinsamen Sein zu empfinden und anzuerkannt. Es kann nicht richtig sein und ist für unseren demokratischen Staat, der freiheitliche Rechte und Selbstverantwortung stärken sollte, nicht dienlich, wenn Familien nur noch aus wirtschaftspolitischer Sicht betrachtet werden. Unserer Gesellschaft fehlt es zunehmend an Selbstverantwortung, Fürsorge und den Blick für den Anderen. Das Alles muss in einer Familie gelebt und erfahren werden. Gemeinschaftseinrichtungen habe ihre Bedeutung, aber nachrangige Priorität für die Entwicklung grundlegender Sicherheiten und Wertehaltungen.

  5. Früher gab es an allen Schulen (DDR) viele, kostenlose Arbeitsgemeinschaften und auch kostenlose (bzw. sehr preiswerte) außerschulische Angebote für Kinder und Jugendliche (Sport, Musik, Theater …). Meist von gut qualifiziertem Personal durchgeführt. Da hing die Freizeitgestaltung nicht vom Einkommen der Eltern ab. Bevor jetzt der shitstorm (Ostalgie) beginnt: Ich will nicht die DDR zurück. Aber einiges aus dieser Zeit in Bezug auf Kinder und Bildung vermisse ich doch und in letzter Zeit immer mehr! Auch in Bezug auf frühkindliche Bildung: An der Brennpunktschule, an der ich z. Z. unterrichte, nimmt die Zahl der Kinder, die nicht die einfachsten Vorschulkenntnisse haben (Umgang mit Stift, Schere, falten von Papier, Finger zählen …) von Jahr zu Jahr zu. Auch schon vor Corona. Immer mehr dieser Kinder haben keinen altersgerechten Wortschatz und entsprechendes Umweltwissen – und ich meine nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund. Dadurch geht im 1. Schuljahr viel Lernzeit verloren, um den Kindern erst einmal das beizubringen, was sie in Kita und zu Hause vor Schulbeginn hätten lernen sollen (Stichwort Vorschule). Es wurde hier im Forum schon oft erwähnt: Bildung ist nicht wichtig, es geht allein um Aufbewahrung der Kinder, damit die Eltern arbeiten können. (Obwohl – viele Eltern meiner Schüler arbeiten nicht?) Meine Meinung: Wenn Ganztagsschule, dann freiwillig und nur mit ausreichend und gut qualifiziertem Personal! Keine billige Aufbewahrung!

  6. Ja, es geht nur über Freiwilligkeit/ Angebotsform.

    Unsere Gesellschaftsstruktueren, vollzeitarbeitende Elternteile und damit verbunden eine notwendige „Aufbewahrung und Beaufsichtigung “ der Kinder, ist ein anderes Thema.

    Wir kämpfen teilweise auch um Kinder, die in der GTS tatsächlich besser aufgehoben sind und davon sehr profitieren. Das hängt natürlich von den individuellen familiären und sozialen Fakten ab.

    Eine GTS in verpflichtender Form für alle Kinder lehne ich ab.

  7. Eine Frage habe ich noch: Bis zu welchem Alter müssen normal entwickelte Kinder eigentlich ständig beaufsichtigt werden?

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